So finster die Nacht - Kritik

Låt den rätte komma in / Let the Right One In

SE · 2008 · Laufzeit 114 Minuten · FSK 16 · Fantasyfilm, Horrorfilm, Drama · Kinostart
Du
  • 8

    Der eigenwillige, meditativ erzählte Vampirfilm »So finster die Nacht« aus Schweden verzaubert mit sprödem Realismus, der weit entfernt ist von gängigen Horrorfilmklischees. Erst wenn warmes Blut aus geöffneten Kehlen auf gefrorenen Schnee spritzt, kommt Leben und Geschwindigkeit in den Film. [Jörg Buttgereit]

    • 8 .5

      „Let me in“, das amerikanische Remake dieses Films hier, ist meiner Meinung nach ein sehr guter, beklemmender und atmosphärisch dichter Vampirhorrorfilm. Meine Meinung zum Remake ändert sich auch nicht, nachdem ich das Original von Tomas Alfredson gesehen habe.
      ABER, und das ist mir nach der Sichtung des schwedischen Originals „So finster die Nacht“ absolut klar geworden: Das Original ist, wie so oft, einfach besser. Und um das soll es auch im Folgenden gehen, dennoch möchte ich davor noch einmal kurz betonen: auch wenn das Remake absolut unnötig war, so ist es dennoch nicht überflüssig. Denn lieber ein gutes Remake (und das ist "Let me in") als eine schlechte Eigenkreation. Finde ich jedenfalls.

      So, "So finster die Nacht".

      Zur Story: Der 12jährige Außenseiter Oskar wird in der Schule immer gehänselt, wünscht sich insgeheim brutale Rache an seinen Peinigern. Seine Eltern leben getrennt und er zieht sich immer mehr zurück. Bis er das merkwürdige Mädchen (?) Eli kennenlernt und sich nach und nach in Eli verliebt. Im Lauf der Zeit nähern sich die beiden an und Oscar blüht unter dem Einfluss Elis zunehmend auf. Doch Eli hat ein finsteres Geheimnis: sie/er (ich bin mir wie gesagt da nicht so ganz sicher) ist ein Vampir und braucht Blut.

      Aber

      „So finster die Nacht“ ist gefühlvoll und dabei so hart.
      Warm und doch eisig kalt.
      Melancholisch.

      Natürlich ist eine Vampirgeschichte immer auch irgendwie Horrorfilm. (Eine echte Vampirgeschichte zumindest *Wink mit dem Zaunpfahl*) Und solche Elemente gibt es viele: massig Blut, brutale Morde, lodernde Flammen. Bisse und Rauch. Aber dennoch sind sie nie in den Vordergrund gedrängt, nie Selbstzweck, immer erklärlich, logisch und die Story weiterbringend. Diese Elemente wirken auf mich irgendwie ästhetisch ansprechend und unterstreichen meist die Gefühlslage der Figuren, ihre Ausweglosigkeit, ihre Angst, ihren Zwang.
      Überhaupt, zu einem vielleicht noch größeren Teil ist der Film ein Drama. Ein Drama über zwei junge Außenseiter, die einfach nicht reinpassen wollen, in die Gesellschaft, jeder natürlich auf seine Weise. Und die beiden versuchen sich, gegenseitig zu unterstützen. Gemeinsam schaffen sie es, die Einsamkeit zu überwinden. Im Film wird dies eindrucksvoll gezeigt. Als Zuschauer ahnt man stets, was die beiden fühlen, was die beiden denken, was sie sagen wollen, ohne es aber letztlich wirklich auszusprechen. Eine enorme Tiefe wird geschaffen. Und auch die beiden Jungdarsteller tragen mit ihren perfekten Blicken und kleinen Gesten eindrucksvoll dazu bei, nicht zuletzt geführt von Regisseur Alfredson, der ja spätestens mit „Dame König As Spion“ bewiesen hat, dass er ein Händchen für so etwas hat. Die ruhige musikalische Untermalung tut ihr übriges.
      Gemeinsam wird eine unheimlich packende Atmosphäre geschaffen. Der Film schafft es zu fesseln. In den schnellen und wohl besonders in den ruhigeren Szenen. Und die Spannung ist bis zum Ende auf einem extrem hohen Niveau.

      Um wieder an den Anfang des Textes hier zurückzuspringen:
      Ja, ich mag das Remake. Immer noch. Wie gesagt, es ist ja eine ziemlich genaue Nacherzählung der Geschichte hier. Spannend und einnehmend. Chloe Grace Moretz schafft es als Vampirmädchen ebenso zu überzeugen wie ihr schwedisches Vorbild. Und auch hier wird die Geschichte von Außenseitern erzählt, durchaus atmosphärisch dicht.
      Aber das macht das Original auch. Mit dem Unterschied, dass bei „So finster die Nacht“ einfach noch mehr ist.
      Diese Melancholie.
      Diese Kälte.
      Diese Traurigkeit.
      An eine solche Gefühlsebene kommt das US-Remake einfach nicht heran und hier kann dann Alfredsons Film der Kopie deutlich enteilen.

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      • 9

        [...] Es geht um Vampire, doch Thomas Alfredson gewinnt in SO FINSTER DIE NACHT nahezu jedem Aspekt, nahezu jedem Genre-Fragment und nahezu jeder Kameraeinstellung die er einfängt etwas besonderes und frisches ab. Etwas, was sich von Gruften in Transylvanien ebenso emanzipiert, wie von blutiger, triefender B-Film Exploitation. An was denkt man beim Stichwort Vampirfilm? Oder Coming-of-Age Film? Oder Sozialdrama? An vieles, doch all jedes denkbare Bild liegt zunächst weit entfernt von dieser kleinen schwedischen Filmperle, die durch Atmosphäre ebenso punktet, wie durch Empathie einfordernde Figuren.

        Der Film reißt mit - das liegt zum einen an der ungewöhnlichen, tieftraurigen Geschichte - die Lorbeeren dafür gehen natürlich, da es sich um ein adaptiertes Drehbuch handelt, an den Autoren der Vorlage John Ajvide Lindqvist - welche gemessen an Genre-Stereotypen und der sonst üblichen, inhaltlichen Herangehensweise mindestens überraschend, wenn nicht gar sensationell Elemente aus verschiedenen Welten verwebt. In den Grundfesten ist dies alles zwar schon oft anderswo erzählt worden, doch die selbstverständlich wirkenden Grenzüberschreitungen auf Vampir-untypisches Terrain holen viel (sonst) unmögliches aus dem Stoff heraus. [...]

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        • 8

          [...] Mit wenigen Worten und schlichten Bildern weiß „So Finster die Nacht“ viel zu erzählen. Ruhige, geschickt komponierte Szenen mit subtiler Tonebene sowie sparsam eingesetzten aber wirkungsvollen Effekten generieren eine einnehmend melancholische Atmosphäre. Die Handlung ist umso eindringlicher, indem sie viele Details ausspart und Raum für eigene Interpretation lässt. Im Zentrum stehen eine entzückende Hauptdarstellerin und ein männlicher Part, der für die Identifikation fast schon zu gut in das Bild des verschüchterten, gehänselten Einzelgängers passt. Die beiden sind ein seltsames wie niedliches Paar. [...]

          3
          • 9

            [...] „Sei ein bisschen wie ich“, bittet die von Lina Leandersson fantastisch verkörperte, vom Blutdurst verzweifelt getriebene Eli den verschüchterten Oskar (ebenfalls toll: Kåre Hedebrant), der durch ihre Freundschaft und mit ihrer Hilfe allmählich aus seiner Rolle des ewig auf dem Schulhof Verprügelten herauswächst. Eine Entwicklung, die in einem überragenden Finale gipfelt und in eine Reise ohne Ziel mündet. Dabei ist „Låt den rätte komma in“ überaus vielschichtig, und schreckt weder vor der Thematisierung von Isolation innerhalb der Familie und Alkoholismus noch vor Implikationen aufkeimender, jedoch verbotener Sexualität nicht zurück. Subtile, unterkühlte Bilder spiegeln das Seelenleben der Protagonisten in der klirrend kalten Winterlandschaft Schwedens wieder, die getränkt wird durch Blut und Verzweiflung, aber unter deren eisiger Schneeschicht bergeweise Hoffnung und Wärme schlummern, sowie Toleranz verbunden mit einem unmissverständlichen Plädoyer für Individualität. [...]

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            • 10

              "So finster die Nacht" ist ein grandioses Werk. Zu gleichen Teilen schön und spannend, still und verstörend. Regisseur Tomas Alfredson verpackt die melancholische wie bedrohliche Geschichte von Romanautor John Ajvide Lindqvist, der auch das Drehbuch schrieb, in Bilder voller Ruhe, Mystik und moderner Morbidität, denn was früher die Spukschlösser mit ihren Spinnweben und knarrenden Türen waren sind heute die anonymen Wohnsiedlungen der Vororte. Dieser inszenatorische Clou alleine macht den Film schon sehenswert, aber die diversen Verweise auf andere Mythen, die zarte Freundschaftsgeschichte zwischen Oskar und Vampirin Eli, sowie der Mut gängige Konventionen und Moralvorstellungen zu brechen oder auszuhebeln machen aus "So finster die Nacht" ein wunderschönes und zugleich wirkliches gruseliges Filmerlebnis abseits von verklärter Blutsaugerromantik a la "Twilight" oder "Interview mit einem Vampir". Das bei so einem tollen ausländischen Film die Remake- Könige von Hollywood schon warten ist wenig überraschend auch nicht die Tatsache dass ein Remake gegen dieses Original nur den kürzeren ziehen kann.

              10
              • 9

                Der Film erzählt in kühlschönen, präzisen Bildern und kommt mit angenehm wenigen, gut dosierten Spezialeffekten aus. Und weil selbst die deftigeren Effekte darunter (allen voran eine grausigpoetische im Krankenhaus, eine in doppeltem Wortsinn teilweise grausige im Schwimmbad und eine schlicht etwas merkwürdige mit Katzen) sparsam und ohne großes Soundtrackwumtata daherkommen, hatte ich an keiner Stelle das Gefühl, hier werde die Story dem Budenzauber geopfert. [...] Letzten Endes ist es wohl das, was “So finster die Nacht” zu einem guten Film macht: Nicht nur, dass die ewig alte Geschichte anders und handwerklich gut aufgezogen wird, nein, sie wird zu einer völlig neuen Geschichte gemacht, an deren Ende eben zugleich noch nicht alles ausgeschöpft scheint. Und das sind für mich noch immer die schönsten Geschichten gewesen: die, welche sich mit dem letzten Bild, der letzten Zeile umwenden und sagen: “Man könnte das alles natürlich auch ganz anders sehen.” (Hendrik für SchönerDenken - dort der Beitrag auch als Podcast)

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                • 9

                  In diesem Film hat Twilight wohl seinen Meister gefunden! Alles was Twilight falsch machte wird hier richtig gemacht. Angefangen von den wirklich guten Schauspielern über die überhaupt nicht platten Dialoge bis hin zu der fantastischen Musik. Zudem fasziniert der Film auch sehr von der ungewöhnlichen Liebesbeziehung, was mir bei Twilight vielleicht mal ein Gähnen entlocken konnte. Einfach schön, düster, spannend und der so der beste Vampirfilm seit Jahren

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                  • 9

                    [...]
                    Einen bleibenden Eindruck hinterlässt der gesamte Film. Selten hat mich ein Film so “mitgenommen”, und besonders die Szenen am Ende im Schwimmbad waren in all ihrer Grausamkeit doch ergreifend. Ein Film, der absolut zu empfehlen ist. Es kommt nicht oft vor, dass ich nach einer Sichtung das Gefühl habe, den Film gleich noch einmal sehen zu wollen…

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                    • 9

                      Romantische Horrorelemente und Versatzstücke des Teenagerdramas verwebt der schwedische Regisseur Tomas Alfredson in seinem Film zu einer eigenständigen Form: Vor einer üppigen Schneelandschaft, die alles dämpft, erzählt er in gemessenem Rhythmus von einer unmöglichen Freundschaft. Nicht die grellen Effekte des Genres stehen hier im Mittelpunkt, sondern der emotionale Haushalt der Figuren, die einander jenes Vertrauen geben, das ihnen ihr Umfeld vorenthält.

                      Alfredson verändert die Gewichtungen. Eine stille Empathie geht hier der Angst vor, und die bedrohlicheren Momente der Geschichte stehen in einem sozialen Bezug. Ein Vater, der für seine Vampirtochter zum Mörder wird, wirkt so fürsorglicher als die meisten anderen Vertreter einer entrückten Gesellschaft. Oskar, der vermeintliche Schwächling, erntet im furiosen Finale die Früchte seiner Freundschaft.

                      • 8

                        Dieser schwedische Film hat es vor allen Dingen einem Umstand zu verdanken, dass er seinem Publikum im Gedächnis haften bleibt: er ist sonderbar.

                        • 10

                          Einzig und allein Johan Söderqvists Musik wird der durch und durch subtilen Natur des Films nicht immer gerecht und trägt dann und wann etwas zu dick auf. Dick aufgetragen ist es allerdings nicht, wenn man bei SO FINSTER DIE NACHT das gerne und häufig zu schnell verwendete Etikett "Meisterwerk" zückt. Das ist schlicht und einfach pure, perfekt inszenierte und gespielte Kinomagie, die man so schnell nicht wieder vergessen wird.

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                          • 9

                            Bis auf wenige heftige Szenen ist „So finster die Nacht“ eher ein ganz toller Jugendfilm als ein vor allem spannender Vampirfilm. Doch die Mischung macht das kleine schwedische Meisterstück zu etwas ganz Besonderem. Man verfolgt die schwierige Freundschaft zwischen Oskar und Eli ebenso mit viel Mitgefühl, wie man die Ausbreitung der dürstenden Vampire im Wohnkomplex mit Humor und leichtem Schaudern erlebt. Sorgfältigst in Figuren und Szenenzeichnung begeistert der Film, der in kein Genre passt. Vor allem die ohne große Effekte faszinierenden Bilder, wie beim ersten Mord im verschneiten Birkenwäldchen, dem selbst der störende weiße Königspudel keinen Farbtupfer gibt, weisen „So finster die Nacht“ als Perle im Europäischen Kinoalltag aus.

                            • 8 .5

                              [...] „So finster die Nacht“ mag nun kein typischer Vampir-Film sein, nichts desto trotz ist er einer der besten Vertreter seines Fachs, der in den letzten Jahren zu sehen waren, eben weil der Film dieses Thema mit einer sehr wohltuenden weil beiläufigen Ernsthaftigkeit behandelt. Es ist im gewissen Sinne eine sehr unaufgeregte, nicht verkitschte Geschichte einer tiefen Freundschaft zweier im Grunde gegensätzlichen Individuen, die sich sich in diesem Film finden und festhalten. Es ist nicht zu Letzt die „Schluss-Pointe“ des Films, die einen an dieser Gesellschaft zweifeln lassen muss, und deshalb durch auch als latente Gesellschaftskritik verstanden werden kann. Und last but not least zeichnet sich „So finster der Nacht“ durch einen recht unkonventionellen, aber wunderbar harmonierenden Mix diverser Genres aus, der in dieser Art nicht alltäglich ist und bis auf einige wenige Ausnahmen, so etwa die etwas missglückte Darstellung von Hakan, frei von Fehlern ist. Das am Ende der Kino-Auswertung der ungleich anämischere „Twilight“ mehr Zuschauer finden wird, als „So finster die Nacht“, ist von daher ausdrücklich zu bedauern

                              • 8 .5

                                Eli (Lina Leandersson) ist gerade mal zwölf Jahre alt, verfügt aber bereits über eine Schambehaarung, welche die Kamera nur für den Bruchteil einer Sekunde einfängt. Sie ist gerade dabei im Begriff sich ein Kleid überzuziehen, da blickt der ebenfalls 12-Jährige Oskar (Kåre Hedebrant) durch den Türspalt und wirft einen Blick auf das, was ihm bisher noch nicht unter die Augen getreten ist. Das ist jedoch nicht die einzige Intimität, die dem eher unscheinbaren Oskar im Verlaufe des Filmes zuteil wird. Er teilt sich ein Bett mit einer nahezu völlig unbekleideten Eli, die ihm buchstäblich Wärme in einer kalten Winternacht schenkt. Wärme, etwas, das Oskar nicht kennt. Nicht nur, weil er in einem kleinen schwedischen Dorf wohnt, in dem es weit und breit nichts anderes als die Farbe Weiß zu sehen gibt. Zum anderen, weil er ein Scheidungskind ist, das mit seiner Mutter zusammen lebt und seinen Vater nur selten sieht. Gerade in seinem Alter braucht man Letzteren aber besonders, vor allem auch, weil Oskar in der Schule zum alltäglichen Opfer seiner Mitschüler und deren unstillbarem Folterverlangen wird.

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                                • 9

                                  [...] In einnehmenden Bildern, die meist nur von der Schwärze der Nacht oder dem im Schnee gebrochenen Schein von Laternenlichtern ausgefüllt werden, erzählt "Let the Right One in" eine anrührende, bittere und höchst einfühlsame Geschichte über zwei offenbar ungleiche Kinder, die eine tiefe Beziehung zueinander entwickeln: Von gegenseitigem Verständnis, emotionaler Aufrichtigkeit und bedingungslosem Vertrauen – einer Beziehung also, zu der nur Kinder noch fähig scheinen. [...]

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                                  • 8 .5

                                    Dabei funktioniert der Film prächtig als Antithese zum action- und plot-getriebenen modernen Horrorkino. Die blutigen Intermezzi fallen kurz aber prägnant aus und auch die Gesetzmäßigkeiten der Vampir-Legende finden Beachtung. Gerade Elis Suche nach frischem Blut bleibt auf die Dauer nicht folgenlos. Garniert wird das alles mit einem trocknen, mitunter sehr schwarzen Humor, der manche Grausamkeit abmildert und bei dem man sich an andere skandinavische Filmemacher wie Anders Thomas Jensen erinnert fühlt.

                                    • 3

                                      [...] Lange Rede, kurzer Sinn: „So finster die Nacht“ konnte bei mir leider überhaupt nicht punkten, da ich zu keinem Zeitpunkt wirklichen Zugang zu dem Film bekommen habe. Selbst gute Szenen blieben somit für mich viel zu belanglos, als dass ich den Film aus Überzeugung empfehlen könnte

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                                      • 6 .5

                                        Ein ganz besonderer Film mit einer spannungsgeladenen Mischung aus Thriller, Romanze und Vampirgeschichte. Absolut einzigartig und perfekt als Gegenprogramm...

                                        • 10

                                          Der Film ist wundervoll. Die kommende Leinwandadaption "Twilight" hat zwar Unmengen von vorfreudigen Fans, zumindest in bestimmten Demographien, aber ich glaube nicht, dass jemand über 15 Jahre, ob er Vampirfilme mag oder nicht, nicht von diesem spektakulärem, traurig-schönem Unterhaltungsfilm hingerissen sein wird, einem Film, der das alte Mythos in all seinen angedeuteten neuen Themen und Variationen erkundet.

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                                          • 9

                                            Ein Coming-of-Age-Film der die Konventionen des Genres geschickt nutzt, voraussetzt um die Geschichte einer rührend-ungelenken Teenie-Liebe zweier Außenseiter zu erzählen. Bei aller Nachdenklichkeit und Zurückhaltung vergisst der Film jedoch nie seine Wurzeln: Es geht bisweilen durchaus sehr blutig und unheimlich zu. Einziges Manko die eher holprige Synchronfassung, durch die grade die Kinderrollen viel Authentizität verlieren.

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                                            • 9

                                              Eine präzise fotografierte, subtile Coming-of-Age-Geschichte, die eher zufällig auch eine Vampirgeschichte ist. In der trocken-realistischen Welt von So Finster Die Nacht wirken die Fähigkeiten des Vampirs Eli umso intensiver, sie dominieren den Film aber zu keinem Zeitpunkt. Stattdessen geht es ein bißchen ums Erwachsenwerden, vor allem aber um Freundschaft, Vertrauen und wie es ist, ein Außenseiter zu sein. Atemberaubend schön.

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                                              • 8

                                                Eine Offenbarung. Ein Dialog aus Horrorfilm und Drama wie ich ihn seit Ji-Woon Kim's A TALE OF TWO SISTERS nicht mehr sah. Ich bin ganz und gar begeistert. In wunderschönen, trüben Bildern erzählt uns der Film vom täglichen Grauen des Vampirismus und der Jugend. Schmerzhaft stellt LET THE RIGHT ONE IN aber auch unter Beweis, das nur eines der beiden vergänglich ist. Somit driftet die Geschichte um die beiden Kinder nie in den Kitsch ab, der Vampirpart verliert aber ebenso wenig an Ernsthaftigkeit. Vielleicht ein Grund, wieso der Film am Ende sogar berührt. Einzig und allein die letzten beiden Szenen sind zu kritisieren, weil sie wie angeheftet schmecken. Weitaus stimmiger wäre das Bild, hätte man 5 Minuten früher einfach abgebrochen. Dennoch bleibt dies ein kleiner Tropfen auf dem heißen Stein, insgesamt haben wir es hier mit einer sehr ausgeklügelten und atmosphärischen Coming-Of-Age Parabel zu tun.

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