The Tree of Life - Kritik

US 2011 Laufzeit 139 Minuten, FSK 12, Drama, Fantasyfilm, Kinostart 16.06.2011

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Kritiken (43) — Film: The Tree of Life

Hisayasu S: DAS MANIFEST.COM

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4.0Uninteressant

TREE OF LIFE hat dank den wirklich beeindruckenden Trumbull-F/X ganz klar einen dicken Pluspunkt, alles andere aber...ich sag's mal so: Wär ich ein birkenstocksandalentragender, bibeltreuer Öko-Christ mit Hang zum Hanf, hätte ich einen neuen Lieblingsfilm. Aber so isses für mich spiritueller Budenzauber (Guck mal, da oben wohnt Gott!), der einem nach nach über zwei sedierenden Stunden mit knusprigen Pillepalle-Weisheiten à la "Wer nicht liebt, dessen Leben fliegt an ihm vorbei. Tu anderen Gutes!" und einem LOST-Gedächtnisende tatsächlich beten läßt (das Malick möglichst bald in den Ruhestand geht).

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stuforcedyou: Die Drei Muscheln, CinemaFo...

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2.5Ärgerlich

Durchaus interessante Ansätze besitzt er ja, der große „Tree of Life“. Terrence Malick, der für dieses Werk genau so oft verflucht wie gefeiert wurde, bietet wirklich atemberaubende Bilder. Bilder voller Anmut, die sich in die Netzhaut brennen. Schön, schön. Doch es nutze nur wenig, denn der verfilmte Lebensbaum zerstörte für mich seine visuelle Kraft mit einem nicht enden wollenden Sturm aus Symbolikpornographie, musikalischem Schmalz und einer Voiceover-Überdosis im nervigen Flüstermodus. Ein Werk, wie es prätentiöser nicht sein kann. Ein Werk, welches mich nicht kälter lassen könnte. Jedem das Seine, jedem sein eigenes Pflänzchen. Ich bleib bei meinem Kaktus.

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schlix

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Diese ach so tiefgründigen Voiceover gingen mir schon beim Schmalen Grat auf'n Nerv. Mal schauen ob der Film mich überzeugen kann, skeptisch bin ich ja...


movie.max

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@brainchild: wir haben uns darauf eingelassen


SiameseMax: SiameseMovies

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5.0Geht so

Zwei Fragen trieben mich nach der Sichtung von Malicks neuestem vermeintlichen Meisterwerk mit Oscar-Chancen um: Wie viel Kohle hat Sean Penn wohl für seinen seltsam entrückten 10-Minuten-Auftritt bekommen, in der er nichts tut als zwei Sätze zu sagen und sinnierend-fragend dreinzuschauen und scheinbar orientierungslos durch die Gegend zu latschen, was irgendwie schon ein wenig dümmlich wirkt UND zu den ständigen geflüsterten, aber dadurch nicht weniger pathetisch anmutenden Sinnfragen aus dem Off hätte ich gerne die Frage „Was soll das Ganze?“ hinzugefügt.
Terrence Malicks quasi storylose, stellenweise vor Kitsch triefende Sinnsuche will zu viel und erreicht zu wenig, und ist dabei so ausufernd wie ein Film nur sein kann, denn beim Unter-die-Nase-Reiben und Immer-wieder-Betonen, dass Malicks alttestamentarisch strafender Gott Leben gibt und nimmt kann man wohl kaum weiter ausholen, als buchstäblich beim Urknall anzufangen. Das ist zwar zweifelsohne beeindruckend hübsch bebildert und wie auch schon beim gähnend langweiligen „The New World“ von Emmanuel Lubezki in jeder einzelnen Einstellung perfekt eingefangen. Aber während man jedes einzelne Bild des wahren Meisters hinter „Tree of Life“ rahmen möchte, geraten die Charaktere eindimensional und deren Konstellation aufgesetzt und nicht selten schlicht uninteressant. Zwar spielt Brad Pitt wie immer einwandfrei und auch die jugendlichen Darsteller sind toll, doch der dargestellte Vater-Sohn-Konflikt bleibt oberflächlich und nur im Ansatz und in zu wenigen Momenten wirklich berührend, das haben andere vor Malick schon wesentlich besser hinbekommen und mussten dazu nicht einen Hauch von Lächerlichkeit in Kauf nehmen, indem sie vorher mittelmäßig animierte Dinosaurier durchs Bild laufen lassen (die im Übrigen mehr mimisches Ausdrucksvermögen an den Tag legen als Mr. Penn). Generell fällt die Darstellung der Familie recht flach aus. Während Pitt wie gesagt überzeugend den harten, aber gerechten Vater mimt, läuft die durch und durch gute und naturverbundene Freigeist-Übermutter Jessica Chastain barfuß durch den Regensprinkler und dreht sich im luftigen Sommerkleid stundenlang im Kreis. Und dann stellt sich einem natürlich permanent die Frage, inwiefern der Tod eines der Söhne eine derart überhöhte, pathetisch-religiöse Abhandlung des menschlichen Daseins auf Gottes Erde rechtfertigt und es drängt sich der Verdacht auf, dass Terrence Malick einfach keine Geschichten erzählen kann. [...]

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the traveler

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Das, was Malick hier erzählt, kann man wirklich nicht auf den Begriff einer Geschichte reduzieren, aber dass er auch Geschichten erzählen kann hat er bereits in der Frühzeit seiner Karriere bewiesen ;)


Puebleau

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Amen!


Corsovilla: SchönerDenken

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6.0Ganz gut

Michelangelo hat einige seiner Skulpturen nicht zuende geführt. In Florenz sind sie zu besichtigen – Gestalten, die überwiegend noch im Stein gefangen sind. Das, was man sehen kann, ist großartig, intensiv, mehr als beeindruckend und unglaublich schön. In diesem Sinne ist Malick der Michelangelo der Filmkunst: Im Fels eines 138 Minuten langen Films verbirgt sich ein etwa anderthalbstündiges Meisterwerk – fast verschüttet von einem metaphysischen Naturfilmexkurs am Anfang und einer sinn- und geschmacklosen Kitsch-Eruption am Ende. Irgendwann werde ich mir diesen Film digital vornehmen und nur ganz für mich neu schneiden, bis der Blick frei ist auf dieses unglaubliche Kinokunstwerk, das uns Terrence Malick vorenthalten hat.

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Flibbo: Wie ist der Film?

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5.5Geht so

[...] Zunächst hat „The Tree of Life“ in seiner beachtlichen Bildgewalt eine friedliche, fast hypnotische Sogwirkung. Spätestens wenn dann computeranimierte Dinosaurier auftauchen, muss man stirnrunzelnd überdenken, wie man Malicks übereifriges und in aller Ruhe durchgezogenes Konzept aufnehmen will. Zweifelsohne besticht „The Tree of Life“ durch wahrlich fantastische Naturaufnahmen, wunderbar sorgfältiges Szenenbild, komplexe Kameraarbeit samt interessanten Experimenten und mächtige, bekannte Musik der klassischen Sorte, glänzend adaptiert von Alexandre Desplat („The King’s Speech“). Mehr Erfahrung als Film. Doch was der Geheimtipp „Mr. Nobody“ aus den Kräften und Möglichkeiten der Liebe heraus baute, wirkt bei Malick mehr wie ein Gottkomplex. Eine richtige Handlung weicht vagen Anspielungen und Bild-Collagen sowie der Suche nach Erleuchtung in Off-Kommentaren, deren Pathos das Flüstern auch nicht zu schmälern vermag. [...]

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SoulReaver: CinemaForever, D3M

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8.0Ausgezeichnet

[...] Das Leben, das für viele Menschengruppen von verschiedenen Pfeilern gestützt wird. Die einen finden ihren Halt in der Religion, die anderen finden ihn der Familie und wieder andere finden ihn nie. Doch was bedeutet eigentlich Leben? Was bedeutet Existenz? Was ist das Leben und was bedeutet der Tod? Wo stehen wir in dieser Welt und wann fallen wir? Was ist Nähe, Zuneigung, Verständnis, Respekt, Distanz und Schmerz? Was sind Gefühle und wie kann man sie kontrollieren? Wann dürfen wir sie zulassen? Wann dürfen wir Lieben und wann ist Hass verständlich? 'The Tree of Life'. Eine religiöse, psychologische und poetische Reise in verschiedene Menschen die zusammen etwas Ganzes ergeben. Eine Reise in die unterschiedlichsten und fremden Menschen und gleichermaßen eine Reise in das eigene Ich. Ein lebenslanger Weg, ständig auf der Suche nachdem was wir sind, was wir nicht sind und was wir immer sein wollen. Ein langer Weg auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und dem Entdecken der eigenen Bedeutung. [...]

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Stefan_R.

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Toll geschrieben! :)


Martin Thomson: Schnitt Martin Thomson: Schnitt

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9.0Herausragend

Was vermittelt werden soll in The Tree of Life ist ein Denken und Empfinden in Bildern an den Grenzen des Darstellbaren und eben dieses Denken und Empfinden kann im besten Fall zu einer erfahrenen Erkenntnis werden, für die das Kino zum sakralen Raum wird. Das freut den Cineasten, und den Kritiker noch mehr.

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Carsten Happe: Schnitt Carsten Happe: Schnitt

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8.5Ausgezeichnet

Der Begriff der filmischen Symphonie charakterisiert ihn möglicherweise am treffendsten; das Tempo der verschiedenen Teile von Malicks Komposition variiert gleichermaßen wie die Größe der durchweg brillanten Bilder und ihr Arrangement.

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Robert Cherkowski: Schnitt Robert Cherkowski: Schnitt

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8.5Ausgezeichnet

Malicks Lebensbaum ist schlicht „too big to fail“ und nimmt ohne Widerworte im cineastischen Olymp zwischen Tarkovskis „Der Spiegel“ und Kubricks „2001“ Platz. Er hat es sich verdient. Kein Weg führt an ihm vorbei.

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Dietmar Kesten: Filmmag.de

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5.0Geht so

[...] Dieser Gott Malicks ist ein Rachegott, ein Gott aus der Retorte, ein Naturgott der Leben gibt und Leben nimmt - wie den Jungen im Schwimmbad. Man darf auch schon mal Schwächen zeigen, aber auch Stärke - niemals aufgeben. Und doch holt er sich seine Opfer, wie er will. Malick erhebt ihn über alle ethischen Grenzen hinweg, indem er ihn als eine scheinbar allmächtige Figur etabliert. Das immer Schuldig-sein ist Teil seines Schöpfungsaktes, wie die Vergebung und die Erlösung. [...]

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Simon Rothöhler: Der Freitag, taz Simon Rothöhler: Der Freitag, taz

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6.0Ganz gut

Wer den ins spirituelle Delirium überhöhten Psychoanalyse-Überbau, das immergleiche Hiob-Gemurmel, die naturlyrisch dräuenden Gesamtkunstwerk-Wirkungstreffer, den irren Digi-Dino und den ironiefreien Jenseits-Kitsch des Finales aushält, wird allerdings mit einigen sehr schönen Passagen entschädigt. Momenthaft geht The Tree of Life in seiner technisch brillanten filmischen Fluidität auf [...]

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Diedrich Diederichsen: taz Diedrich Diederichsen: taz

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7.5Sehenswert

Es gibt genug zu sehen und zu genießen am Tree of Life. Malick ist visuell zu obsessiv, um den religiös-musikalischen Eindeutigkeiten, die immer wieder entstehen, ganz zu verfallen. Es ist aber ebenfalls leicht möglich, sich diese "Bilder" durch ihre Heiligkeit verleiden zu lassen.

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Kerstin Decker: Der Tagesspiegel Kerstin Decker: Der Tagesspiegel

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8.0Ausgezeichnet

The Tree of Life hat die Dynamik und die Konsistenz jenes Films, der in jedem von uns abläuft, solange wir nicht schlafen oder mit dem Umstand konfrontiert sind, den Phänomenologen des Alkoholismus „Filmriss“ genannt haben. Es ist ein Bewusstseinsstrom, lauter Schwemmgut der Erinnerung in Satz- und Bildfetzen, kosmische Spekulation, alte Liedzeilen, versprengte Zitate neben Alltäglichstem.

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Volker Behrens: Hamburger Abendblatt Volker Behrens: Hamburger Abendblatt

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7.0Sehenswert

Malick entwirft vor unseren Augen eine Geschichte des Mikro- und des Makrokosmos in einem opulenten Bilder- und Farbenrausch, wie man ihn so im Kino wohl noch nie gesehen hat.

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Björn Lahrmann: Das Manifest

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7.5Sehenswert

THE TREE OF LIFE sensationell zu nennen, ist weniger Lob als Tatsachenbeschreibung: Sensationen, Sinneseindrücke sind, was er ist und worüber hinaus er an keiner Stelle geht. Im Kern handelt Terrence Malicks fünfter Film von Erziehung, von verschiedenen Formen der Erziehung zur Wahrnehmung der Welt. Die Schule: Eine Familie im suburbanen Texas der 50er Jahre. [...]

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H.-U. Pönack: Deutschlandradio H.-U. Pönack: Deutschlandradio

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5.0Geht so

The Tree of Life ist ein Schnipsel-Film. Kann so oder auch so gedeutet werden. Gibt sich weltumfassend sinnsuchend. Von der Schöpfung bis zum Jetzt. Was war? Was ist? Was hat Bedeutung? [...] Musikalisch wird der Bilderstrom wuchtig kommentiert von Alexandre Desplat. Mit betörenden Sphärenklängen. Dafür bleibt die Sprache, wenn sie denn überhaupt stattfindet, verwirrend. Uneinheitlich. Mysteriös. Sich in - zumeist biblischen - Andeutungen und Lippenbekenntnissen ergehend. Spirituell ergiebig wie total langweilend, verkauft als bedeutungsschwangere Poesie mit nur begrenzter Magie. Meistens aufdringlich, belästigend, läppisch.

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Walli Müller: br-online, NDR Walli Müller: br-online, NDR

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7.5Sehenswert

The Tree of Life ist ein sehr elegisches, meditatives Werk, das mit seiner Bildsprache fasziniert, aber auch viel Geduld erfordert.

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Matthias Leitner: on3 Matthias Leitner: on3

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9.0Herausragend

Malick ist mit The Tree of Life ein beeindruckender Film gelungen, radikal in Form und Inhalt. Ein Film, der als gänzlich eigenständiger, künstlerischer Entwurf das Label 'Kunstwerk' mehr als verdient. Wer sich als Zuschauer auf diese Seh-Herausforderung einlässt, wird reichlich belohnt.

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Margret Köhler: br-online Margret Köhler: br-online

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9.0Herausragend

Trotz teilweise aufgeblasenen Monumentalismus [...] fasziniert die bombastische Anordnung, entwickelt The Tree of Life eine seltsame Suggestionskraft, zieht der Film in seinen Bann. Für Rationalisten ist diese filmische Reise durch die Erinnerungen wahrscheinlich eine Tortur, aber es ist schon einzigartig, wie Kinomagier Malick größenwahnsinnig mit allen Sinnen spielt.

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José Garcia: Textezumfilm

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8.5Ausgezeichnet

Malicks Film bietet eine Reise durch Zeit und Raum, eine Zeitreise, die sich jedoch nicht auf Jacks beziehungsweise auf eines Menschen Leben beschränkt. Denn die Vater-Sohn-Beziehung ist in eine „Rahmenhandlung“ eingebettet, die mit einer schwarzen Leinwand beginnt, auf der plötzlich „Licht ward“. Nach und nach erscheinen diverse Lebensformen, Momente der Stille wechseln sich mit der Filmmusik von Alexandre Desplat, aber auch mit Chorälen und weiteren klassischen Kompositionen (darunter Bachs „Toccata und Fuge“) und mit der Offstimme ab. Stufen der Evolution? Schritte der Schöpfung? Die selten im „Mainstream“-Kino zu sehenden Bilder in Terrence Malicks philosophischem und spirituellem Drama unternehmen nichts weniger als den Versuch, Schöpfung und Evolution mit filmischen Mitteln miteinander zu vereinbaren. Die Kamera von Emmanuel Lubezki wandert von den Nahaufnahmen der Kinder und den intimen Familienbilden, die an eine Art Familienalbum erinnert, in die unermessliche Höhe des Kosmos auf der Suche nach Sinn, vielleicht nach Gott. Allerdings erreichen die Kosmos- und Schöpfungsbilder leider selten eine Qualität, die über eine übliche National Geographic-Reportage hinausgeht. Diese ganz unterschiedlichen Bilder werden von einem grandiosen Schnitt zu einer Einheit geführt, aus der zusammen mit der Musik ein meditativer Rhythmus entsteht, der den kontemplativen Duktus in Malicks „Der schmale Grat“ noch steigert.

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Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...

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4.0Uninteressant

Anti-lineare Erzählweise ist das, in Bestform: Alles, was aus einem Film heraus ein Eigenleben entwickelt, schießt über das reine Ziel der Vermarktung des Filmstoffes hinaus. Jeder sieht hier seinen ganz eigenen Film. Wie ist der Zustand der Filmkritik? Ohne solche Filme jedenfalls nicht denkbar.
Wie ist der Zustand der Filmkunst? Preisverdächtig, wenn’s L’art-pour-l’art-Kino ist: Es hat keine Richtung und befindet sich am Anfang eines Jahrtausends schon im Fin-de-siècle-Zustand. Dann kommt Vater nach Hause, es gibt was hinter die Ohren. "The Tree of Life" ist ganz großes unverstandenes Kino.

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buchholb

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Das ist ja mal ehrlich, "ganz großes, unverstandenes Kino". Bei der Bewertung 4.0 "uninteressant" bedeutet das wohl, dass der Kritiker das große Werk selber nicht verstanden hat. Oder er schreibt unverständlich. Wie ist der Zustand der Fimkritik? Bedenklich!
Leider weiß ich jetzt, nach dreifachem Lesen noch immer nicht ob ich mir den Film ansehen soll. Dabei mag ich deine weiteren Kritiken sehr.


Jürgen Kiontke

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vielen dank fürs lob. hm. ich hab mich wohl antilinear anstecken lassen. allerdings ist es genau genommen nicht unbedingt widerspruch. für dieses mal würde ich dann mal einen kinobesuch riskieren - und selbst urteilen.


Chuchaqui: Critic.de

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9.0Herausragend

Ein Kommentar fällt schwer, weil man das Gefühl hat, Malick zeigt nicht zuletzt die Genese eines Geistes, der immer kommentieren (und damit distanzieren) muss und das Staunen verlernt hat.

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Rochus Wolff: freier Journalist

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9.0Herausragend

Prätentiös. Irre. Unerträglich. Holy Mother of Sheer Awesomeness.

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Mr Vincent Vega: Die 5 Filmfreunde, gamona, ...

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9.5Herausragend

[...] Malicks Entwurf der archaischen Kernfamilie führt zunächst einmal zum Ursprung aller Existenz. In einer unklaren Mischung aus Kreationismus und Evolutionstheorie gebären seine Bilder den Kosmos, die Welt und das Leben aus dem Nichts, angereichert mit Zitaten Hiobs. Zyniker werden das als aufgeblasene Trash-Esoterik bezeichnen, Polemiker als hochnotpeinliches Schwimmen in der eigenen Ursuppe. Ich nenne es betörenden Größenwahn. Alles oder nichts: ein audiovisueller Gedankenstrom, ausgetragen aus Bedeutungsschwangerschaft im ganz großen Stil. 140 Minuten lang zelebriert Malick Bilder von Schöpfung, Entwicklung und vermutlich göttlichen Interventionen. Seine Schauspieler sind Statisten, die mit wenigen Dialogen auskommen und sich den fragmentarischen Zusammenhängen ihres Regisseurs fügen müssen. [...] Wenn man "Tree of Life" mit Stanley Kubricks "2001" vergleichen möchte, so wie zahlreiche Cannes-Kritiker, weil er an dessen Bildgewalt und Auseinandersetzung mit der conditio humana anknüpfe, muss man auch hinzufügen, dass Malick nicht vom Dinosaurierbaby zum menschlichen Säugling wie Kubrick vom Knochen zum Raumschiff schneidet. Er verzichtet auf vordergründige Komplexität und kreiert auch keine Bilder einer bloßen Aussage wegen. Bei Malick geht es um Mensch und Natur, nicht Technik und Technizismus. [...]

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Mr Vincent Vega

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Auf gamona gebe ich immer mehr Punkte, manchmal sogar bis zu zwei Punkte mehr. Das hier ist die persönliche Feinabstimmung, die strenge Vegasche Privatwertungsphilosophie!


Tautou

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Ach so. Stattgegeben.


fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

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9.5Herausragend

«The Tree of Life» ist ein kühnes Experiment, dass je nach subjektiver Einschätzung auf packende Weise zu philosophischen Gedanken anregt oder einfach nur gewaltig scheitert.

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HelddergeistigenKlarheit

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Ich habe eher das Gefühl dass er gerade an der Philosophie scheitert.


Farengi-Man

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hätte ich besser nicht sagen können


Filmering: Filmering.at

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7.0Sehenswert

The Tree of Life ist der bisher ambitionierteste und schwierigste Film des großer Regieexzentrikers Terrence Malick. Die erste Stunde sprüht nur so vor kühnen Visionen und radikalen Ideen und gehört zu den beeindruckendsten Filmmomenten der letzten Zeit. Nach dem radikalen Wechsel vom kosmischen Existenzdrama, hin zum klassischen Familiendrama verliert der Film aber einiges. Trotz eines großartigen Brad Pitt und einer nicht minder wundervollen Jessica Chastain schafft es der Film hier nicht so recht die Fäden der ersten Stunde aufzugreifen und leidet zusätzliche an einer sehr elliptischen Erzählweise. The Tree of Life ist trotz seinen Schwächen ein höchst interessanter und diskussionswürdiger Film, der mit Sicherheit von jedem anders betrachtet wird, aber auf Grund der konzeptionellen Probleme ist es leider nicht das erhoffte Meisterwerk geworden.

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Peter Travers: Rolling Stone Peter Travers: Rolling Stone

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8.5Ausgezeichnet

Zum Glück für ihn und für uns geht Autor und Regisseur Terrence Malick seinen eigenen, unerbittlichen Weg. Mit dem Auge eines Poeten gedreht ist The Tree of Life ein bahnbrechender Film, eine persönliche Vision, die sich traut nach den Sternen zu greifen.

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Scott Tobias: The Onion (A.V. Club) Scott Tobias: The Onion (A.V. Club)

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9.5Herausragend

Man wird die Einfachheit in The Tree of Life mit Naivität verwechseln. Doch Malick arbeitet nicht mit vielschichtigen Charakteren, sondern mit Archetypen.[...] Dieser Film ist ein aufrichtiger Versuch, das Jenseitige zu begreifen und einer der wenigen religiösen Filme, die es verdienen spirituell genannt zu werden.

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A.O. Scott: New York Times A.O. Scott: New York Times

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9.5Herausragend

Mit entwaffnender Ernsthaftigkeit und beängstigender formaler Perfektion reflektiert The Tree of Life einige der schwierigsten und beständigsten Fragen - die Art Fragen, die Erwachsene verstummen lässt, wenn Kinder sie stellen. Die schiere Schönheit dieses Films ist nahezu überwältigend […]

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Christoph Egger: Neue Zürcher Zeitung Christoph Egger: Neue Zürcher Zeitung

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8.5Ausgezeichnet

Zusammen mit Emmanuel Lubezkis in praktisch unaufhörlicher Bewegung begriffener, innert Sekunden von unmittelbarster Nähe zu radikaler Distanz wechselnder kreisender, schwebender, fliegender Kamera wird ein furioser Wirbel erzeugt, ein Sog, ein Vortex, der dem Betrachter zwar Hören und Sehen vergehen lässt, ihn aber nicht erschöpft,[...]sondern vielmehr seinerseits erhebt in kontrolliertem Taumel und atemloser Ruhe.

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Ruprecht Skasa-Weiß: Stuttgarter Zeitung Ruprecht Skasa-Weiß: Stuttgarter Zeitung

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9.0Herausragend

Malicks Regie: grandios, betörend, ein einziger Zauber schaffender Rausch. Mit mindestens tausend Fotografiepreisen müsste man seinen Film überschütten. Nur setzt das antizivilisatorische Sentiment den falschen Akzent. Und so braut sich in Cannes eben doch noch ein Wetter zusammen: Es hagelt Buhs.Ungerecht? Ja, der Film ist brillant.

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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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8.0Ausgezeichnet

Ein großartiger Film, eine ebenso wunderbare, wie irritierende Erfahrung. Das eine ist nicht vom anderen zu trennen, denn Malick will unbestreitbar Schönheit schaffen und er will hier nicht weniger als von allem erzählen: Vom Großen, Ganzen, vom Kosmos, von der Schöpfung. Vom Leben. Von der Familie. Von Liebe und Gewalt, vom Tod und von Erinnerung.

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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

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7.0Sehenswert

Während Malicks Schöpfungsgeschichte eher sinnbetäubend wirkt, beginnt etwas wirklich Atemberaubendes, sobald er in Brad Pitts Fünfzigerjahrefamilie ankommt. Er erzählt, wie gesagt, aus der Erinnerung von Sean Penn, aber so, wie Erinnerung wirklich funktioniert: in Fetzen und Fragmenten.

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Justin Chang: Variety Justin Chang: Variety

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9.0Herausragend

Wenige US-amerikanische Filmemacher sind so aufgeschlossen für die Pracht der Natur wie Terrence Malick, doch selbst für seine Verhältnisse ist The Tree of Life etwas Besonderes. Der lang erwartete, fünfte Film des ikonoklastischen Regisseurs ist auf vielerlei Weise sein einfachstes und doch anspruchsvollstes Werk, eine durchstechende Odyssee durch Zeit und Erinnerung […]. Das Resultat ist ein purer, unverfälschter Kunstfilm […].

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Eric Kohn: indieWIRE Eric Kohn: indieWIRE

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8.5Ausgezeichnet

Terrence Malicks The Tree of Life, mehr Meditation als Film, ist vorherbestimmt in gleichem Maße zu mystifizieren, Ehrfurcht zu erwecken und zu verärgern. […] Der Film profitiert von brauchbaren Kenntnissen: Malicks Affinität zu offenkundig mataphorischer Bildsprache, besinnlichen Offstimmen und bewegenden Verkündungen natürlicher Schönheit. Lediglich ein paar andere Regisseure können ohne Kompromisse in dieser Größenordnung arbeiten […].

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Todd McCarthy: Hollywood Reporter Todd McCarthy: Hollywood Reporter

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9.0Herausragend

The Tree of Life ist eine impressionistisch-metaphysische Frage nach der Rolle der Menschheit im großen Schema der Dinge, die inmitten ihrer narrativen Ungenauigkeit Wellen der Erkenntnis freilässt. Der fünfte Film von Malick ist eine schöne Schöpfung, welche das Unberechenbare berechnet, die Fragen stellt, die Gelehrte jahrtausendelang aufwarfen und weitreichendes philosophisches Grübeln nebst intensiver persönlicher Selbstprüfung provoziert.

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Peter Bradshaw: Guardian Peter Bradshaw: Guardian

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8.0Ausgezeichnet

Dieser Film ist nicht für jeden etwas und ich gebe zu, ich bin skeptisch gegenüber der finalen Szene, die eine Auf- und Erlösung vorschlägt, auf die nichts sonst im Film uns vorbereitet hat. Doch The Tree of Life ist visionäres Kino auf schamlos hohem Niveau: Kino, das in großen Maßstäben denkt. Malick lässt im Vergleich erschreckend viele andere Regisseure schüchtern und unbedeutend aussehen.

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Nino Klingler: critic.de

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7.0Sehenswert

The Tree of Life ist da am stärksten, wo er am bescheidensten ist. Wenn im Mittelteil des Filmes die Offstimmen schweigen, das Universum fern scheint und Malick bei seiner nuklearen Familie verweilt, formt er fernab narrativer Zwänge Bedeutung aus purem Erlebnis.[...] Aber The Tree of Life will eben mehr, viel mehr als das.[...] Das ist das Dilemma: Mit den kleinen „Offenbarungen“ seines filmischen Genies gibt sich Malick nicht länger zufrieden.

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Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de

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8.0Ausgezeichnet

Der Regisseur ist in seiner Karriere ein Pseudonym für "langerwartet" geworden und auch bei „The Tree of Life" hat sich das Warten auf die Weltpremiere gelohnt!Unbeschreiblich!  Das ist vielleicht das Beste, was man über einen Film sagen kann. Und „The Tree of Life" ist über lange Strecken purer Film.

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D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

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7.5Sehenswert

Die Schönheit von Terrence Malicks Kino ist eine, die sich der Wiederherstellung der Wirkkraft von Bildern verdankt: Alles liegt ausgebreitet vor einem da. Das mag nicht in jedem Moment dieses beeindruckenden Films funktionieren, da manche Bilder schon zu sehr von anderen Kontexten überlagert sind, aber es ist ein Wagnis, das jeden Respekt verdient.

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Andreas Borcholte: Spiegel Online Andreas Borcholte: Spiegel Online

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8.0Ausgezeichnet

Malicks etwas über zwei Stunden langer Film beschäftigt sich mit nichts Geringerem als einigen der ältesten Fragen der Menschheit: Wo komme ich her? Wie wurde ich zu dem, was ich bin? Und wohin gehe ich, wenn ich sterbe? So viel Größenwahn, noch dazu gepaart mit urgewaltigen Filmsequenzen von der Entstehung des Universums, [...] einer poetischen Komposition aus klassischer Musik und farbprallen Bildern, wie man sie zuletzt in Stanley Kubricks 2001 – Odyssee im Weltraum gesehen hat.”

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Arathas

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Also, unter "beschäftigt sich mit den ältesten Fragen der Menschheit" stelle ich mir nicht gerade vor, dass eine Off-Stimme eben diese Fragen (Wo komme ich her?) vor sich hin murmelt - und das war's. Und eine Viertelstunde lang die Entstehung der Welt vom Urknall bis zu den Sauriern zu zeigen ist da auch nicht gerade förderlich.


DonChris

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@Arathas: Das unterschreibe ich! Wenn ich deinen Beitrag "liken" könnte würde ich dies tun ;)


Jan Schulz-Ojala: der Tagesspiegel Jan Schulz-Ojala: der Tagesspiegel

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3.0Schwach

Passagen in The Tree of Life entwickeln mitunter einige Suggestionskraft: als unsortierte Erinnerungsschleifen eines lebenslang Beschädigten, als obsessiv nachzuträumende Traumata, die kein späteres Glück auszuwaschen vermag. Doch da ihm auch dieses Bildermaterial immer wieder zu zerfallen droht, sucht Malick sein Heil in purer Esoterik. Und was als überhöht autobiografische Trauerarbeit angelegt gewesen sein mag, gerät ihm zu alle Sinne und Sinnhaftigkeit zudröhnendem Kunstgewerbe.

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Aerox96

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Wenn Esoterik seine Antwort auf ein Traumata ist und die Schönheit des Lebens und des Sinnes keine Gradlinige Blockbusterstory ergibt ist mir das umso symphatischer!


Michael Sennhauser: Sennhausers Filmblog Michael Sennhauser: Sennhausers Filmblog

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2.0Ärgerlich

Autsch. Da macht Terrence Malick nach Jahren sein lange ruhendes opus magnum fertig – und dann dies! Ein Hochamt auf das weisse US-Mittelklassevorstadtleben mit seinem Potential für Schmerz und Gottesglauben.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 9 Antworten

Marti DiBergi

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Die Fragen, die du gestellt hast, sind Inhalt des Films. Ich kann einfach nicht begreifen, wie man diesen Film als "2 Stunden lange Lob-Preisung an den Herrn" bezeichnen kann. Das ist ungefähr so, als würde man "Hart aber Fair" als 2 Stunden lange Lobpeisung an die Politik bezeichnen


audio

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Sorry, aber ich bin keinesfalls deiner Meinung (hab mich gestern da durch gequält). Keinerlei kritische Auseinandersetzung mit irgendwas - mit religion, mit Naturwisscenschaft, mit "Woher, Wohin" - nichts. Reines Fragegeflüster mit Vorwegnahme der Annahme der Existenz eines göttlichen Schöpfers. Das war ein Gottesdienst vom feinsten!



Kommentare (356) — Film: The Tree of Life


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Lydia Huxley

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Bewertung7.0Sehenswert

In dem Baum des Lebens ist Jack (Sean Penn) nur ein Blatt im Wind an einem kleinen Ast. Er ist Architekt, wohnt in Houston. Doch die Geister der Vergangenheit haften an ihm. Er schaut zurück, hinunter, zu den Wurzeln, dort wo alles begann...

Die O'Briens sind eine gewöhnliche Familie. So gewöhnlich wie eine Familie im Texas der 50er nun mal war. Jack (hier Hunter McCracken) ist der älteste seiner drei Brüder. Sein Vater (Brad Pitt) ist ein strenger Pragmatiker, von dem Jack sich tyrannisiert fühlt. Seine Mutter (Jessica Chastain) dagegen gibt ihren Söhnen den Halt, den sie brauchen, erträgt in stiller Sanftmütigkeit ihren drakonischen Ehemann.
Aber in Jacks Augen flackert Aufmüpfigkeit auf. Man könnte es wohl einfach als Pubertät bezeichnen.

"Ich bin Jacks entflammtes Gefühl der Ablehnung.
Ich bin Jacks gebrochenes Herz.
Ich bin Jacks vollkommenes Defizit an Überraschungen.
Ich bin Jacks vergeudetes Leben."
(kleiner Fight Club-Insider ;))

Jack nimmt uns mit auf seine kleine Reise der Rebellion, auf seine Sinnsuche und schließlich auf seine Seelensuche.

Malick hat es hier wohl nicht auf einen Plot mit dramatischen Verstrickungen abgesehen, sondern hat über weite Strecken versucht, Gefühle in Bildern zu bannen, hat versucht, die Antworten auf die geflüsterten Fragen visuell zurückzuflüstern. Davon mal abgesehen, dass die Naturaufnahmen wirklich wunderschön sind und in gewisser Weise auch ihren Zweck bei mir erfüllt haben, hätte man sie dezent verkürzen können. Bei einer Gesamtlaufzeit von 2 und 'ner viertel Stunde wirkte diese religiös gesinnte Naturdokumentation teilweise recht ermüdend. Sie ist wohl auch als Schöpfungsgeschichte zu interpretieren, bei der ich mir gewünscht hätte, dass Malick den Part mit den Dinosauriern weggelassen hätte. Die waren wie eine >> Elliot Reid - Momentkiller! << (Scrubs-Insider ;)). Was bei mir größtenteils die Punkte rechtfertigt, ist die Familiengeschichte. Trotz eines fehlenden Plots haben mich die O'briens sehr interessiert, ein einfaches Familienschicksal, dem durch das Drumherum doch so viel Bedeutung eingeflößt wird. Zwischen Zwängen und Konventionen, Freude und Freiheit lässt Malick das Licht fließen, die Blätter in den Bäumen rascheln - ästhetisch, über alles erhaben, völlig romantisiert! Aber irgendwie unvollendet, irgendwie ziemlich oft ziemlich aufdringlich, irgendwie zu gewollt künstlerisch, irgendwie langatmig und irgendwie auch schön, ruhig, warm und hell - wie ein sonniger Tag auf einer Decke unterm Baum. In Verbindung mit Bach, Mozart und Gorecki ist es wie Monets Seerosen in bewegten Bildern.

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Lydia Huxley

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Also, ich trink' Ouzo! Was trinkst du so?^^


kobbi88

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Ich trink Bier, davon vier.
Und Rum dazu, nur dann ist Ruh


sven.etan.binkert

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Terrence Malick erklärt uns die Welt. Da kann man nur noch staunen. Aber wichtig ist eigentlich nicht, was er erzählt, sondern wie er es tut: Leidenschaftlich, exzentrisch und absolut fesselnd. Kameramagier Emmanuel Lubezki sorgt für die passenden Bilder. THE TREE OF LIFE ist schlicht und ergreifend überwältigend. Stellenweise zwar überwältigender Quatsch, dennoch lohnt es sich, dieses einzigartige Kunstwerk anzunehmen. Und eben: Zu bestaunen.

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Drehmumdiebolzen

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vorgemerkt

"Es gibt selbstverständlich viele Probleme, die mit dem Leben zusammenhängen; von denen sind einige der bekanntesten: 'Warum wird der Mensch geboren?', 'Warum stirbt er?' und 'Warum verbringt er so viel von der Zeit dazwischen mit dem Tragen von Digitaluhren?' Einer Rasse hyperintelligenter, pandimensionaler Wesen (deren körperliches Äußeres in ihrem eigenen pandimensionalen Universum unserem nicht unähnlich ist) hing es vor vielen, vielen Millionen Jahren dermaßen zum Halse raus, sich ewig über den Sinn des Lebens rumzuzanken, was sie im übrigen bloß in ihrer Lieblingsbeschäftigung störte (dem Brockianischen Ultra-Kricket, einem höchst sonderbaren Spiel, bei dem man Leuten ohne ersichtlichen Grund plötzlich eins auf den Kopf gibt und wegrennt), dass sie beschlossen, sich auf ihre vier Buchstaben zu setzen und alle ihre Probleme ein für allemal zu lösen.
Und zu diesem Zweck bauten sie sich einen kolossalen Supercomputer, „Deep Thought“, der so wahnsinnig intelligent war, dass er, noch ehe seine Datenspeicher überhaupt miteinander verbunden waren, mit „Ich denke, also bin ich“ die ersten Kernsätze von sich gegeben hatte und schon dabei war, die Existenz des Schokoladenpuddings und der Einkommensteuer voneinander abzuleiten, bevor es jemandem gelang, ihn auszuschalten.
Er war so groß wie eine Kleinstadt."

(aus: Douglas Adams, Per Anhalter durch die Galaxis, Kapitel 25)

Terrence Malick ist wohl auch eine Maus.
Ein scheuer, pandimensionaler Nager, der alle paar Jahre aus seinem Loch in Waco, Texas gekrochen kommt und fieberhaft in den unendlichen Massen, Weiten, Tiefen der Computermatrix nach der einen Antwort sucht.
Eben nach der auf das Leben, das Universum und den ganzen Rest.

Weder gibt er eine Antwort auf die Frage, noch stellt er überhaupt innerhalb dieses überwältigend bildgewaltigen Opus Magnum auch nur ein einziges Mal jene Frage, denn diese Frage führt nur zu weiteren Fragen wie „Was ist der Mensch?“, „Was ist Schöpfung?“, Was ist Leben, was ist Tod?“ oder eben auch welche von der Sorte „Wer ist denn dieser Gott überhaupt eigentlich?“
„The Tree of Life“ ist sein schwelgerisches Schreiten auf zwei klar vorgezeichneten Wegen durchs Leben.
In Gedanken versunken und verlorener denn je buchstabiert Malick mit Hiobs Botschaft die „Big Bang Theory“ tränenreich von Alpha bis Omega durch und ergründet das Ende der Urzeit auf dem Grund von Douglas Trumbulls Milchschale.
Auf der Reise ins vergangene Ich, das hier alle Jack nennen, findet er nichts weiter vor als den autoritären Vater, der in der freien Wildbahn der „Badlands“ das geliebte Haustier erschießt und die Mutter, die Leben pflanzt und engelsgleich in der Gestalt von Jessica Chastain über dem Ursprung, dem Boden der Tatsachen schwebt.

Am Ende stößt Terrence Malick abseits der Familientragödie dann doch auf eine mögliche Antwort und sie ist mindestens ebenso absurd, unbefriedigend und enttäuschend wie nach 7 Millionen Jahren die ewige 42. Aber immerhin mit kürzerer Berechnungsdauer.
Wenn ein Sean Penn am Strand des eigenen, gequälten Unterbewusstseins womöglich den Himmel auf Erden betritt, erfährt, erlebt, dann ist dabei nichts verloren, aber auch nichts gewonnen. Weder die Erkenntnis von allem und jedem, noch ob Malick in seiner Freizeit vielleicht tatsächlich leidenschaftlich brockianisches Ultra-Kricket spielt.

So ist „The Tree of Life“ in seinem gigantischen, alles umfassenden Universal-Sammelsurium so viel und gleichzeitig doch so wenig.
Mehr "Alles und nichts" als "Alles oder Nichts".
Mehr Nichtsein als Sein.
Doch auch unendlich faszinierend in seinem perfekt durchkomponierten Bilderrausch.
Faszinierend nichtssagend, sozusagen.
Getragen von Brahms, von Mozart, von John Taveners geradezu magischem "Funeral Canticle" und den dezenten Zwischentönen Alexandre Desplats.
Stets mit dem Gedanken spielend, jene bedeutungsschwere Frage zu stellen, doch er scheint zu wissen, dass die richtige Frage auf die richtige Antwort nicht als das einzig Seeligmachende zur selben Zeit existieren kann.
Und der große Deep Thought wusste ja bekanntlich schon: „Ich habe eine Antwort, allerdings glaube ich nicht, dass sie euch gefallen wird.“

Aber keine Panik: Wenn der Baum groß ist, sind wir längst erwachsen.

“The answer to this is very simple. It was a joke. It had to be a number, an ordinary, smallish number, and I chose that one. Binary representations, base thirteen, Tibetan monks are all complete nonsense. I sat at my desk, stared into the garden and thought '42 will do'. I typed it out. End of story.”
(Douglas Adams)

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jacker

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Ist so! Außerdem ist das Ungewisse doch meist viel spannender, als die Erkenntnis :)
Deswegen fasse ich mir auch oft nur an den Kopf, wenn Leute bei Filmen wie 2001 (oder vor kurzem PROMETHEUS) ranten, die Filme würden ja keine Antworten liefern..


Lydia Huxley

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Dementsprechend müsste mein Leben verdammt spannend sein :D


PommesPapst

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Bewertung4.0Uninteressant

Auch wenn The Tree of Life künstlerisch bestimmt wertvoll ist, hab ichs trotzdem nicht ausgehalten, ihn bis zu Ende zu sehen, denn mir war irgendwann so langweilig, dass ich eh nicht mehr aufpassen konnte.

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ProsperDune

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Bewertung9.0Herausragend

Träumen Dinosaurier vom immer währenden Glück?

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ProsperDune

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Noch besser geht das aber hierbei: http://www.youtube.com/watch?v=ZOnF3Q6G8rU


Solveig

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Das ist auch sehr schön, ja.


TheEmpyrean

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Jeder, der den Namen Malick kennt, weiß in etwa worauf er sich bei dem Film einlässt. Der Name Malick steht für metaphysische Feuerwerke aus dem Off. Für Bildgewalt und Ästhetik. Malickfilme sind gefährlich für Zuschauer, die nicht wissen, auf was sie sich bei seinen Filmen einlassen. Denn es kann passieren, dass man überfordert wird. Man wollte doch schließlich nur für 133 Minuten unterhalten werden. Tree of Life ist jedoch kaum Unterhaltung, sondern Schwerstarbeit. Nicht nur, dass man unentwegt und auf direktestem Wege mit den Gedanken des Protagonisten konfrontiert wird - Nein, inzwischen lässt Malick den Zuschauer auch noch mit der Geschichte kämpfen. Denn nicht mal die ist hier auf den ersten Blick zu erkennen. Sicher werden die Umstände im Laufe des Films deutlicher. Doch die Zusammensetzung der Geschichte fordert Aufmerksamkeit.
Und so schwimmt der Zuschauer in einer Flut von Eindrücken, die er erst einmal einordnen muss. Ich persönlich verstehe die Leute, die dann irgendwann keine Lust mehr auf den Film haben. Aber es wäre wirklich schade, Tree of life als abgehobenen Bildersalat abzustempeln. Denn dieser Film ist unglaublich schön dargestellt. Seit jeher setzt Malick auf natürliches Licht. Doch nebenbei lässt er nun spektakulär Welten entstehen. Er lässt aber auch die kleinen Dinge zu unglaublicher Größe anwachsen. Tree of life muss wie ein teures Buffet genossen werden. Bissen für Bissen. Nur so bleibt von dem Film auch noch Tage später etwas an einem haften.

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ChaozzZJohnny

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Bewertung6.5Ganz gut

130 Minuten gähnende Langeweile in grandiosen Bildern. Konnte auch mit den Themen (Esoterik, Lebensbestimmung, Ziellosigkeit) nicht sonderlich viel anfangen und der Sakralgesang ging mir gewaltig auf die Nerven. An allen Ecken schreit einem der Film "KUNST!" entgegen, entdecken konnte ich keine. Dafür war die Handlung viel zu dünn, auch, wenn das grundlegende Konzept, die Verbindung allen Lebens auf eine Familie zu übertragen, keine schlechte Idee ist. Was die ständigen kitschigen Phrasen sollten, ist mir nebenbei bemerkt auch ein Rätsel.

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H_B_C

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Das hat ja auch niemand behauptet, dass dir das Endprodukt gefallen muss. Aber ich finde nämlich auch schön, wenn nochmal anders und innovativer, ambitionierter erzählt wird.


ChaozzZJohnny

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Wenn ich das einfließen lassen würde, würde mir der subjektive Charakter auf der Plattform fehlen. Entscheide da einfach von Film zu Film, direkt nachdem ich ihn gesehen habe. Vielleicht gefällt mir ein anderer Malick viel besser, dann sieht das Ganze wieder anders aus und ich bejubel ihn dafür. Wer weiß ...


maetti

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Bewertung9.0Herausragend

Bilderrausch und eine fantastische Musik Untermalung, sehenswert aufjedenfall ...man sollte den Film trotzdem Zeit geben...was der Film uns sagen will, sollte jeder selber herausfinden... man kann viel hinein interpretieren

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kay.khalifa.5

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Bewertung7.5Sehenswert

wo hört kunst auf und wo fängt quatsch an ?
..... sollte jeder selber entscheiden, weshalb der film sehenswert erhält :D
ps. klasse soundtrack und bilder, aber vlt doch etwas zuuuuu ....naja ich weiß es nicht :D

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HxC_Moe

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Bewertung7.0Sehenswert

Ja, der Film sieht schön aus. Ja, ich mag die Stimmen aus dem Off. Nein, ich habe nicht verstanden, was mir Malick mit dem Film sagen will.

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Matty

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Bewertung2.0Ärgerlich

T.Malick gilt als ein Visionär des Kinos. Aber hier bin ich absolut nicht mitgekommen. In diesen knapp 2 1/2 Stunden hätte ich besseres tun können. Zum Beispiel "Der schmale Grat" gucken.

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Audreyfan

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Bewertung7.0Sehenswert

»Glücklich kann nur der sein, der liebt. Wer nicht liebt, an dem fliegt das Leben vorbei. Staune! Hoffe!«

Man kann nun von religiösem Kram halten, was man will, man kann ihn abfeiern, verachten, sich fürchten, aber man sollte sich davon keinen Film verderben lassen. Es ist auch nur eine Weltanschauung.
"The Tree of Life" ist gefüllt mit diesem religiösen Kram und das verleiht ihm natürlich Eigenschaften, die die Religion nun mal so an sich hat. Die Botschaften sind naiv und es wird mit sehr vielen hohlen Begriffen um sich geschleudert. Aber das machen andere Filme auch. Ich kann mit Religion allgemein nicht viel anfangen, einfach weil es nicht in mein Weltverständnis reinpasst, sich diktieren zu lassen, an was man glauben soll und an was nicht, was man tun soll und was nicht. Dennoch habe ich nicht jede religiös angehauchte Botschaft verdammt, in manchen steckten auch Dinge, die ich ebenfalls unterschreiben würde, wie zum Beispiel das oben verwendete Zitat.
Ich denke der Grund, warum der Film die Zuschauer spaltet, liegt zum einem in der Langsamkeit des Filmes und zum anderem darin, dass man das Gefühl hat, dass hinter all den hübschen Bildern nichts wirklich essentielles steckt, was ja auch irgendwie stimmt. Vom Film gefielen mir etwa zwei Drittel sehr, also alles bis auf den komisch aufgebauten Anfang und das zu codierte, zu sehr mit Symbolen gefüllten Ende. Der Rest aber dazwischen, die eigentliche Geschichte, gehört für mich zu einer ziemlich guten Darstellung des Lebens und einer Familiengeschichte.
Ich war schon ziemlich im Stirnrunzeln verfallen, als plötzlich mittels meisterhafter Bilder und Sequenzen die Entstehungsgeschichte des Alls, der Erde und ihren Tieren und Pflanzen gezeigt wurde. Ich vergaß sofort alle Lebenswunderdokus und starrte gebannt auf den Bildschirm. Ich liebe so etwas. Klar kann man vorwerfen, dass ein Film nicht nur aus schönen Bildern bestehen könnte, aber für mich kann er das unter dem Aspekt der Kunst. Kunstvolle Bilder mit herzzerreißend schönen Farben und Bewegungen. Das Leben ist Kunst. Kunst ist Leben.
Doch leider machte diese Evolutionsgeschichte einen zu großen Sprung und vergaß dabei einige Sachen, die zumindest ich interessant gefunden hätte. So fing der größte Teil der Geschichte an. Die Familiengeschichte von den O'Briens. Mann, Frau, drei Söhne, schönes Haus, tolles, poliertes Leben. Mrs. O'Brien ist sehr gläubig, sehr naiv, leicht dominierbar, aber auch voller Liebe und Güte. Mr. O'Brien hingegen hält sich mehr oder weniger für den Tollsten, stellt sich über allem wie ein kleiner Gott und will, dass auch seine Söhne große, starke Männer werden, merkt dabei aber gar nicht wie sehr er ihnen schadet. Hier gibt es keine Einzelschuld. Jeder ist irgendwie Schuld für sich selbst und die anderen. Mr. O'Brien kapiert zwar im Laufe des Filmes, dass das was er getan hat, nicht das Idealste war, aber ändert er sich deswegen? Nein. Mrs. O'Brien weiß auch, dass sie sich mal ihrem Mann widersetzen müsste, um den Kindern zu zeigen, dass es auch noch ein anderes Richtig gibt und dass sie nicht nur die schwache, naive, gütige Frau ist, aber auch sie bleibt untätig. Am meisten von den Kindern wird Jack hervor gehoben, der als Erwachsender auch noch irgendwie mystisch durch die Gegend stolpert. Alle drei reden auch manchmal im Off, geben ihre Zweifel an ihren Glauben, an ihre Vorbilder preis und schaffen so eine wirklich interessante und lebendige Familiengeschichte.
Nun, ich weiß nicht, ob Malick hier einfach nur eine Ode an das Leben machen wollte (in dem Fall ist es ihm ja gut gelungen) oder ob er nur ein Bilderbuch verfilmen wollte (das wäre ihm sogar noch besser gelungen). Alles in allem gefiel der Film mir schon, aber befriedigend war er nicht. Die Hülle kommt einem Meisterwerk gleich, aber innen drin fühle ich eine große Leere. Irgendwie schade, aber eine Sichtung ist es dennoch wert.

http://planetofpictures.blogspot.de/2014/01/the-tree-of-life-us-2011-terrence.html

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8martin

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Bewertung2.0Ärgerlich

Auch wenn man der sonderbaren Aufforderung zur Entscheidung für den ‘Weg der Natur‘ oder den ‘der Gnade‘ nicht Folge leistet, bleiben die Blätter an diesem Lebensbaum voller Fragezeichen. Allein die Bilder sind beeindruckend, die Handlung selbst bleibt etwas kryptisch und die nicht enden wollenden Choräle nähern sich wie ein Schraubstock der akustische Folter. Man ahnt Tod und sieht viel Trauer und Tränen. Es gibt jede Menge abgedroschene Gemeinplätze wie ‘Du musst jetzt stark sein‘, ‘Das Leben geht weiter‘ oder ‘Nichts bleibt so wie es ist‘.
Und schon überwältigen den Zuschauer Astralnebel, Wolkengewaber, Feuersbrünste, Vulkanausbrüche und andere Naturschauspiele und vervielfachen die Fragezeichen auf den Blättern dieses Lebensbaumes.
Man versucht sich seinen eigenen Reim auf das Geschehen zu machen: Geburt, Taufe, erste Schritte ins Leben…Unterlegte Gebete helfen auch nicht weiter. Sean Penn agiert etwas orientierungslos.
Vater O’Brien (Brad Pitt), der hier andauernd mit vorgestelltem Unterkiefer wohl besonders einfältig und brutal schauen muss, pflanzt einen Baum um Halloween zur Musik von Smetanas ‘Moldau‘. Er pflegt einen autoritären Erziehungsstil mit viel Körperkontakt. Auch Prügel gehören dazu.
Es bleibt ein Lehrfilm über Erziehungsfragen. Er bietet eine anschauliche Vielfalt als Diskussionsgrundlage, wobei die Religion als Leitfaden dient, bis hin zu den letzten Worten ‘Tue anderen Gutes! Staune! Hoffe!‘ Man vergaß zu ergänzen ‘und vergiss!‘ K.V. den Film kannste vergessen.

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f_werner

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Bewertung3.0Schwach

Die "Story" hätte dicke für eine Kurzfilm gereicht, der dabei auch die offen gebliebenen Fragen gleich mit hätte beantworten können. Die schönen Natur- und Universumsaufnahmen zwischendurch hätten sicher in eine Doku besseren Platz gefunden.

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deregenerator

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Bewertung4.0Uninteressant

Die multiplen Destruktionen enkodieren diverse Reflexionsebenen und versuchen sich dabei prozesshaft einander anzunähern. Die Rekonstruktionen von Wirklichkeit schreiben die Reproduktionen den versuchsweisen Initiationsräumen zu. Die Alternative, welche die Progresse recycelt, durchbricht die Anstrengung zur Provokation eines Kontexts, dessen Konsistenz sich aus dem Rahmen der Praxis inkludiert. Hiermit ästhetisiert der imaginäre Formalismus die anstehende Intervention und evaluiert sie in portable Projektionsflächen. Auch eine Monotonie fasst Gliederungen zusammen; daher deuten die vergleichsweisen Verflechtungen eine Alternation an, wodurch der generelle Ausschnitt ein Habitus ist, welcher die Distanz des Dabeiseins fallweise etymologisch projiziert.

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zmpfl

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Quis hoc legit, stultus est.


Prolet

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Die intravenösen Interventionen ejakulieren auf etymologische Masturbationsprogresse? Ok.


pietrie

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Ich weiß nicht. Vielleicht muss ich für den Film in der richtigen Stimmung sein. Aber gestern Abend konnte ich einfach nicht weiterschauen. Das Gezeigte hat mich nicht umgehauen.Es hat mich richtiggehend genervt und gelangweilt. Und seit wann hat Brad Pitt eigentlich die extrem störende Macke immer seinen Unterkiefer so vorzuschieben. Dabei mag ich den Schmalen Grat so sehr. Aber... Aber ich werde keine Bewertung abgeben und dem Film noch eine oder zwei oder drei Chancen geben. Nur wann??

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J4KOB

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die hat er schon immer :D


pietrie

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Nein das kann nicht sein. Das nervt mich erst seit Kurzem. Ich glaub seit Inglourious Basterds.


Hartmut Wastian

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Bewertung2.0Ärgerlich

Fast unglaublich, dass im 21. Jahrhundert noch ein solcher Film entstehen kann! In seiner intellektuellen Schlichtheit und dem prätentiösen Schwelgen im eigenen Bedeutungsrausch (Sendungsbewusstsein?) hätte der Film sicherlich alle gläubigen Katholiken des 15. Jahrhunderts in religiöse Extase versetzt. Darwin, Freud, Descartes - war da was?

Kaum zu glauben, dass ein Meister wie Malick sich nicht geniert, derart plakative Botschaften unters Volk zu bringen. Normalerweise wäre dieser unglaublich einfältige Film für mich ein sicherer Totenkopf. Wenn man aber von Eseleien wie den ständigen Himmelschören un den Dinosauriern(!) absieht, dann können Bilder wie auch einzelne Sequenzen des Films atmosphärisch durchaus beeindrucken.

Solche mit Missionarseifer fabrizierte Propaganda würde sich sicherlich auch Scientology wünschen... in der Sache ätzend, aber toll gemacht.

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SeBBa91

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Bewertung0.0Hassfilm

Terence Malick, geh nach Hause!

Ambitioniert, aber unbekömmlich. Diese über 2 Stunden lange Bilderflut habe ich tatsächlich nicht bis zum Ende ausgehalten. Handlung sucht man in "The Tree of Life" vergebens. Stattdessen will Malick die Zuschauer durch hypnotisierende Bilder in den Wahnsinn treiben. Man sollte sich bloß nicht darauf einlassen zu glauben, dass das Kunst sei. Nur weil die Bilder danach schreien "Das ist Kunst", sind sie doch weit entfernt als solche gelten zu dürfen.

Weder poetisch, noch aufschlussreich: "The Tree of Life" ist ein esoterisches Traktat, das nicht der Rede Wert ist...

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SeBBa91

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Ich bin zwar kein Intellektueller wie ein gewisser Herr Heidegger. Dennoch nehme ich mir das Recht zu behaupten, dass Tree of Life brotlose Kunst ist. Das ist nicht fundamentalistisch in die eine oder in die andere Richtung. Das ist nicht Fisch, das ist nicht Fleisch. Tree of Life ist nicht mehr als die Summe seiner einprägsamen Bilder (das soll dann wohl poetisch sein!). Das ist laaaaaaangweiliger Schund auf ganzer Linie. Reine Zeitverschwendung, die ich nicht die volle Laufzeit durgehalten habe.

Der You Tube-Filmanalytiker Wolfgang Schmitt jr. konnte mir auch nicht helfen aus Malicks "Meisterwerk" schlau zu werden und hat meine Skepsis nur bestätigt. Vielleicht schaust du dir das auch einmal an. Wirklich aufschlussreich...
http://www.youtube.com/watch?v=eE-jiI2Y4qQ


TheBruceWayne

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Schmittis "Kritik" interessiert mich nicht und du solltestdir auch ohne ihn ein Urteil bilden können. Du kannst den scheiße finden, das ist dein gutes Recht ...nur wenn du du mit solchen Phrasen kommst wie "brotlose Kunst" möchte ich schon wissen warum du das so sagst ?Ohne eine Begründung/Argumentation dahinter ist nur eine leere Aussage.


dAShEIKO

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Bewertung5.0Geht so

161 Minuten "Der Hobbit" gingen vorbei wie im Fluge. 139 Minuten "Tree of Life" ziehen sich demgegenüber doch sehr. Der Film fordert und strengt oft an. Mehr noch als bei "New World" verwendet Malick wunderbare Naturaufnahmen um scheinbar wortlos seine Geschichte zu erzählen. Die schiere Menge an Input erschlägt jedoch schon ein wenig den Flow, so man das bei diesem Film so nennen mag. Die hervorragend gespielten und meist melancholisch depressiven Szenen sind in erster Linie anstrengend und schmerzhaft. Keine Ahnung, was uns der Dichter (Regisseur) damit so genau sagen möchte. Letzten Endes bleiben die Erwartungshaltungen an das Warum? oder ein Ahh bis zum Schluß unerfüllt. Die große Weisheit fürs Leben wird einem nicht auf dem Silbertablett serviert, ist mit nichten so unterhaltsam verpackt wie beispielsweise in "Life of Pi" und selbst der interessierte Cineast kann sich in Vermutungen und Deutungen verlieren. Irgendwie schön gemacht, mit wunderschöner Musik angereichert und dennoch im Ganzen doch irgendwie unbefriedigend.

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The Freewheelin Fonda

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Vor zwei Jahren saß ich mit meinem besten Freund im Kino und wir sahen nach langer Suche nach einem Kino, das diesen Film präsentierte, "The tree of life" an.
Der Film hatte uns beide auf seltsame Weise berührt aber keiner von uns wusste so wirklich was es war, was uns dieser Malick da mit seinen philosophischen Bildern zeigen wollte.
Aber manches muss man doch gar nicht wissen dachten wir uns, es war eine einzigartige Kinoerfahrung gewesen, ein kleiner Saal außer uns keine Zuschauer und über zwei Stunden absolute Ruhe im Saal, genug Ruhe für absolute Faszination für diese Bilder, die uns da gezeigt wurden.

Vor einiger Zeit sah ich den Film noch einmal auf Dvd und war wieder erschlagen von dem was ich da gesehen hatte, langsam bekam ich ein Verhältnis zu diesem Streifen, zu seinen Aussagen.
Und auch wenn die Zweitsichtung erst zwei Monate zurückliegt schaltete ich auch grade noch einmal den Fernseher ein, um in den Genuss der kraftvollen Tree of Life Bilder zu kommen.

Für mich wird dieser Film immer wichtiger,
ein Film wie eine Meditation über das Sein, über sich selbst über den Sinn im Leben über unsere Ursprünge über das Aufwachsen, Verluste den Tod und das was danach kommt...

Ein Film der nicht unterhalten will, sondern ein Film der nur zeigt,
Denkanstöße gibt über die ersten Eindrücke die uns im Leben prägen und das was wir daraus machen, ein Film über die ganz großen Themen.

Man muss sich drauf einlassen, man muss sich verlieren können in den schwer zugänglichen Bildern Malicks.

Ich kann es verstehen wenn man den Film nicht mag, wenn man hier einfach keinen Zugang zu bekommt aber wenn man da sitzt, die Entwicklungen in diesem Werk betrachtet, die Ursprünge vom Leben an sich sieht, die Ursprünge eines Menschen vor seiner Entwicklung, seinen ersten Eindrücken und man das an sich heran lässt, es schafft diese Bilder auf sich selbst zu beziehen, dann merkt man, dass man es hier mit etwas ganz Erhabenem zu tun hat, das man hier Zeuge von einem filmischen Experiment geworden ist, das vielleicht viel größer ist, als alles was man zuvor gesehen hat.

Es geht hier nicht um eine Geschichte im eigentlichen Sinne, es geht um das Gefühl was man hier erlebt, mit kleinen Details aus unserem eigenen Leben gegriffen aber völlig wahrhaftig, jeder kennt sie:
Die Szenen in der Kindheit, Eindrücke, Prägungen, das Verhältnis zu Vaterfigur, erste Auflehnungen, Einsicht von Fehlern und was in all dem immer drin steckt und über all dem steht: LIEBE

Wahrhaftige Liebe zur Mutter, wo die Kinder nur vollkommene Geborgenheit spüren, der sie nie entrissen werden wollen
oder erzwungene Liebe zum unnahbaren Vater, der die Kinder auch liebt, nur anders, seine Gefühle nicht ausdrücken kann, der für seine Kinder nur das Beste will, sie dadurch aber am Ende verliert

"Hast du deinen Vater Lieb?"
"Jawohl Sir!"

Vater und Mutter so perfekt von Brad Pitt und der wunderschönen Jessica Chastain gespielt, großartig wie sie ihre Rollen ausfüllen!

Geht es hier neben der Entwicklung und den Veränderungen die uns ständig ausmachen auch um Gott?
Sicherlich, es geht um etwas Höheres, etwas ungreifbares was wir uns nicht vorstellen können, einiges an dem Werk mag Religiös anmuten aber der Film urteilt nicht oder vermittelt irgendwelche Weltanschauungen, er zeigt nur dieses Ungreifbare, was immer über uns allen steht und wie kraftvoll Malick seine Bilder hier präsentiert, wie überlebensgroß sie den Zuschauer erstaunen, wird dem was über uns steht mehr als gerecht!

In dem Werk steckt so viel drin, von uns selbst, alles was ich grade in diesem Moment für diesen Augenblick bin, kann ich irgendwo auch in "The Tree of Life" wiederfinden.
Terence Malick ist studierter Philosoph, ich bin 16 Jahre alt und kann vieles von dem was hier drin steckt noch gar nicht erfassen und vielleicht kann ich das auch erst später(in der Bewertung ist noch Platz nach oben)wenn ich mit mehr Lebenserfahrung auf "The Tree of Life" blicke.

Aber DIESE Endszene ab dem Punkt wo DER Sean Penn erscheint, dazu diese übergroßen Bilder, das hatte etwas Erhabenes, das war etwas Höheres, was einem Filme nicht oft geben!

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The Freewheelin Fonda

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Hast du schön gesagt Tatou, glaube dass dieser Film mich in den nächsten jahrzehnten noch begleiten wird und mit den Jahren vielleicht sogar ein Herzfilm werden könnte, desto mehr ich über den Streifen nachdenke, desto sicherer werde ich mir was das angeht :)


The Freewheelin Fonda

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Ist noch alles offen bei mir ;)
Bin gespannt wie sich meine Sichtweisen noch ändern werden.



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