The Tree of Life - Kritik

US 2011 Laufzeit 139 Minuten, FSK 12, Drama, Fantasyfilm, Kinostart 16.06.2011

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    Herzlich willkommen in der Malick School of Life
    RIIIIINNNNGGGGG!!!!
    Erste Stunde Geographie und Biologie im Block: Der Lehrer flüstert, ich versteh ihn kaum. Und wenn, was will er mir sagen. Was hat des jetzt mit den Bildern zu tun. Kann der mal aufhören zu flüstern. Zum Glück ist die Stunde gleich vorbei.
    RIIIIINNNNGGGGG!!!!
    Auf zur zweiten Stunde Ethik& Religion: Oh Gott, oh Gott! Schlaf ich gleich ein oder höre ich der flüsternden Stimme weiter zu?
    RIIIIINNNNGGGGG!!!!
    Ah wieder wach und ab zur dritten Stunde, Kunst: Geile Bilder, das kann man wohl sagen, wenn bloß diese flüsternde Stimme nicht wäre.
    RIIIIINNNNGGGGG!!!!
    Endlich vorbei und ab ins richtige Leben.

    Das liest sich jetzt vielleicht härter als es ist. Aber Malicks Werk hat mich überhaupt nicht bzw. nur wenig gepackt. Das alles war mir zu trocken, auch zu bedeutungsschwanger. Er zeigt uns zwar scheinbar Alles. Doch hatte ich Nichts zum Greifen, zum Daranfesthalten. Das er das Leben begreiflich machen kann, erlebt man in der Mitte des Films. Da wird das Leben gezeigt, und ansatzweise lässt er es uns auch mitfühlen. Da werden mit großartigen Kamerafahrten nahezu unvergessliche Bilder von heranwachsenden toll aufspielenden Kindern gezeigt. Unbekümmert! Verspielt! Verletzlich! Das ist das Leben! Das ist stark! Davon hätte ich nur gerne mehr gesehen. Für den Rest geh ich in die Schule. Vielleicht nicht unbedingt in Malick seine.

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    • 8 .5

      Ein spiritueller Film über Schicksal und Vergebung...das Alles passiert, damit Du erkennen kannst wer Du bist und sein möchtest......wunderschön die dazu passenden Naturaufnahmen.

      Die Szene mit dem Dino und der gesamte Film hat doch nichts mit Erziehungsfragen zu tun.....der Raubsaurier könnte töten, aber irgendetwas möchte nicht, dass der kleine Dino stirbt.....war es freier Wille des Dinos oder der Wille Gottes ?

      • 6

        Nicht, dass ich etwas gegen Symbolik oder Philosophie im Film hätte. Nein, wirklich nicht. Auch die Bilder sind zwar sinnlos, aber perfekt gemacht. Bleiben nur ein Paar Fragen: Was haben Dinos in einem Film zu tun, in dem es um Erziehung geht? Was soll mir der Film sagen? Warum wird er nicht konkreter, sondern bleibt immer nur vage, wo man alles hineininterpretieren kann? Wo bleibt die Aussage? Fragen über Fragen...

        • mannypenny 11.12.2014, 11:49 Geändert 11.12.2014, 12:16

          Unbeschreiblich schwer zu bewerten. Bisher noch nie in voller Aufmerksamkeit Geniesen können. Warum? keine Ahnung. Gestern habe ich ihn mal aufgenommen und muss ihn mir noch mal in Ruhe zu Gemüte führen.Einer der wenigen Werke bei denen ich zwischen 3.0 und 9.0 tendiere.
          Eins zumindest ist klar. Wandelbarkeit kann man Brad Pitt nicht absprechen.Bin zwar bestimmt nicht sein grösster Fan, aber wenn man sich seine ganzen Rollen mal ansieht....irgendwie hat er es doch drauf.

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          • 7 .5

            Ein Bilder-Rausch, eine Klassik-Orgie, ein Philosophen-Traktat. Wer (noch) offen ist für eine langsame, bisweilen unstrukturierte Erzählweise: nur zu!

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            • 6

              Eine Erinnerung an die Verletzungen der Kindheit und eine bombastische Schöpfungsgeschichte: Terrence Malick hat seinen neuen Film mit philosophisch-religiösen Fragen aufgeladen und mehr auf das Traktat denn auf die Geschichte vertraut. Ein Film, der alles will, und viel verspielt.

              • 8

                Faszinierend. Zum einem der Film und zum anderen, dass ich ihn mir überhaupt angesehen habe und dass er mir gefällt. Normalerweise bin ich schnell dabei, solche Filme als pseudo-intellektuellen Schmarrn zu verurteilen. Aber schon der Trailer hat mich irgendwie fasziniert. Irgendwie spüre ich, dass mir der liebe Malick wirklich was sagen will und nicht nur einfach tiefsinniges Bla Bla dreht um besonders kunstvoll zu wirken (wie es mir ansonst so oft vorkommt). Viele beschweren sich hier ja wegen der Story, aber ich denke, dass The Tree of Life gar keine Geschichte erzählen will und muss.
                Das Medium Film wird hier nicht in erster Linie verwendet, um durch eine Erzählung zu unterhalten, sondern einen Blick auf das Leben zu werfen. Zwar könnte man dies schön in einer Story verpacken, aber Malick lässt die Story einfach außen vor und konzentriert sich auf die Puren Emotionen, Fragen und Antworten die er uns über das Leben mitteilen will.
                Ich kann gar nicht so genau sagen warum ich den Film jetzt so gut fand. Ich habe teilweise einfach den Schmerz, die Verwirrung und die Fragen verstanden, die durch diese Bilder und vor allem in der Vater-Sohn-Beziehung zu sehen sind. Und selbst wenn man mit der Thematik nichts anfangen kann, bleibt der Streifen immer noch visuell ein Meisterwerk.

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                • 3 .5

                  Sehr geehrter Mr. Malick, lieber Terrence,

                  ich schreibe Ihnen heute und hier, weil ich Ihnen sagen will, dass es mir Leid tut. Nicht, weil ich Ihre Filme plötzlich anders bewerten würde als zuvor, nicht weil mir „The Tree of Life“ die Augen geöffnet hätte. Nein, vielmehr tut es mir Leid, weil ich schon wieder auf den Irrglauben reingefallen bin, dass ich einen Film von Ihnen mögen könnte. Immer wieder gab es Empfehlungen, dieser Film sei fantastisch und ich solle ihn doch nur mal ausprobieren. Manch einer war nur gespannt, was ich dazu sagen würde, nachdem ich zwei Filme von Ihnen bereits, gelinde gesagt, nicht wirklich mochte. Dabei wünschte ich es mir doch so sehr. Wer will schon Filme mit Absicht nicht mögen?

                  Eigentlich hätten mir ja meine Erfahrungen mit „The New World“ und „Der schmale Grat“ eine Lehre sein müssen. Aber ich habe es wieder getan. Natürlich bin ich selbst schuld, aber ich hatte trotzdem die Hoffnung, dass mich vielleicht ja Ihr preisgekrönter Film „The Tree of Life“ irgendwie packen könnte. Stattdessen war aber alles noch schlimmer, als ich es je erwarten konnte. Ich will hier gar nicht auf alle (subjektiven) Mängel detailliert eingehen, dafür reicht mein Briefpapier auch gar nicht weiter aus. Aber ein paar Punkte muss ich dann doch ansprechen, damit Sie verstehen, was mir so sehr missfällt.

                  Zum einen sind es die unerträglich pathetischen Off-Kommentare, die Dinge erzählen, fast schon predigen, die nicht wirklich zum Bild passen wollen. Sie wirken mir zu konstruiert, zu aufgesetzt. Es ist ja schön und gut, dass Sie die Welt von ihrer philosophisch-religiösen Sichtweise überzeugen oder diese wenigstens mitteilen wollen. Es ist ja niemand verpflichtet, dies auch zu übernehmen. Aber diese geschwurbelten Sätze über, einmal mehr, völlig unpassende Bilder zu legen, das verstehe ich einfach nicht. Es mag sein, dass ich hier zu sehr in der einerseits kognitiven, andererseits emotionalen Ebene verankert bin, dennoch will es einfach in meinen Kopf nicht hinein, wie man einen Text, der eher für ein philosophisches Fachbuch gemacht sein könnte, als angemessen für einen Film ansehen kann. Unabhängig davon sind natürlich einige dieser Fragen (überhaupt: sehr viel wird in Frageform geäußert) vielleicht interessant (was ja nicht heißt, dass sie richtig sind), nur passen sie halt, einmal mehr, nicht zum Gezeigten und vor allem werden sie sehr zäh gestellt.

                  Weiterhin ist es das Vorspielen einer Bedeutsamkeit, die Sie immer wieder implizieren, die aber nie zu sehen und, das finde ich viel tragischer, auch nie zu spüren ist. Viel zu lange Blicke der Darsteller ins Nichts, manchmal mit, manchmal ohne Worte unterlegt. Diese Blicke scheinen auszusagen, dass sie mehr sind, als nur Blicke. Aber jedes Mal werde ich wieder enttäuscht und es entpuppt sich als fauler Zauber, um den Zuschauer bei der Stange zu halten und die zu langen Blicke bleiben nichts weiter als zu lange Blicke. Und dafür dann solch große Schauspieler wie Jessica Chastain, Brad Pitt und Sean Penn zu verschleudern, das ist eigentlich noch ein wenig trauriger. Immerhin sollten Pitt und Chastain noch ein wenig mehr Möglichkeiten erhalten, ihr Können zu zeigen. Penn hingegen war einfach überflüssig, so traurig das auch klingen mag.

                  Drittens, aufbauend auf dem letzten Punkt, geht es um die unerträgliche Langsamkeit des Seins. Sie scheinen, einen neuen Rekord aufstellen zu wollen. Den Rekord, möglichst viel Zeit verstreichen zu lassen, ohne dass etwas passiert, weder in den Bildern, noch in ihrer „Geschichte“ oder den Charakteren. Es herrscht absoluter Stillstand und von Entwicklung kann ich leider nur wenig erkennen. Zudem gibt es viele Szenen, die einfach nur als „Pausenfüller“ erscheinen (was ja auch schon in „Der schmale Grat“ den Film um gut 30 Minuten aufgebläht hat). Merkwürdigerweise werden diese Szenen ebenfalls als bedeutungsvoll missinterpretiert, getreu dem Motto: „Ist von Terrence Malick, muss ja was bedeuten“. Dass Sie keine Geschichten erzählen können, das ist Ihnen ja wahrscheinlich selbst mittlerweile bekannt. Aber im Gegensatz zu meinen sonstigen Aussagen, rate ich Ihnen heute, ihren Enkeln doch Geschichten zu erzählen. Als Gute Nacht-, nein, eher als Einschlaf-Geschichte, da dürfte es äußerst wirkungsvoll sein. Sie werden sehen, ihre Enkel werden schlafen wie ein Stein.

                  Nachfolgend werde ich aus Platzgründen einige weitere Elemente nur kurz aufzählen, die ich merkwürdig fand. Da wäre die katastrophale Schnittfolge Ihres Films, die mir nie wirklich gefallen hat. Die preisgekrönte Kamera kann ich ebenfalls über weite Strecken nicht nachvollziehen. Lediglich in der Mitte Ihres Films konnte Emmanuel Lubezki zeigen, was in ihm steckt, da ist sie auch phasenweise wirklich gut. Ansonsten war da viel Anstrengung und selten Schönheit dabei. Die musikalische Untermalung, die mit ihrem Windrauschen im Bürogebäude nur die Spitze des Eisbergs darstellt und ansonsten eine unheimlich über hoffnungs- bis (wieder einmal) bedeutungsvoll wirkende Musik enthält, passt ebenfalls überhaupt nicht zu den gezeigten unzusammenhängenden Bildern. Allerdings muss ich hier auch sagen, dass die Musik als Einzelmusik tatsächlich herausragend ist. Die Melodien, die Alexandre Desplat und Zbigniew Preisner („Lacrimosa“) hier verwenden (ich weiß nicht, ob sie tatsächlich alles selbst geschrieben haben), sind wunderschön und damit haben sich die Komponisten hier wahrlich selbst übertroffen. Was diese traumhaft schöne Musik aber in Ihrem Film zu suchen hat, das verstehe wer will. Würde hundertmal besser zu anderen Filmen passen, finden Sie nicht auch?

                  Nun will ich noch diese tricktechnische Sequenz ansprechen. Erst mal muss ich sagen: Optisch ist sie tatsächlich gut gemacht, sehr angenehm zu betrachten und nicht so nervig wie beispielsweise in „2001“ (gut, schiefer Vergleich). Aber Sinn sehe ich hier leider überhaupt keinen. Natürlich, Entstehung der Welt in Ihrer Sicht, mit Urknall, Quallen, Dinosauriern und vielem mehr. Aber erstens: warum denn so lang(sam)? Und zweitens: Warum überhaupt? Einen Zusammenhang zwischen dieser langen Sequenz und der Familiengeschichte kann man sich zwar zusammenkonstruieren, sinnvoll erscheint das in meinen Augen allerdings nicht. Und ja, für mich ist Sinn schon etwas Wichtiges. Sinn in Bezug auf den Film und seine Darstellung. Und der ist für mich nicht vorhanden. Letztlich bleibt diese ganze Sequenz für mich lediglich ein Bildschirmschoner. Ein ausgesprochen schöner zwar, keine Frage. Aber eben doch ein Bildschirmschoner.

                  Doch da war auch ein kleiner Lichtblick. Die Familiengeschichte um den jungen Jack. Die leidet zwar auch immer wieder unter Ihren pathetischen und manchmal aufgesetzten Inszenierungskatastrophen, unter einer Bedeutungsvorgauklung, die auch hier mit ihrer Langsamkeit, den merkwürdigen Pausen usw. für mich manchmal unerträglich ist, aber manchmal blitzt da wirklich so etwas wie Emotionalität auf, wie wirkliche Schönheit, wie Stimmigkeit. Erzählen können Sie zwar auch da nicht, sondern stellen auch weiterhin nur einzelne Fragmente in der Geschichte des jungen Jack dar, aber Sie finden immer wieder ein harmonisches Miteinander aus Musik, Bildern, Text, Schauspiel und Emotionen. Nicht immer, das nicht, aber doch oft genug, um zu zeigen, dass sie es doch können. Da kann man auch einigermaßen verzeihen, dass sie ihre Predigt auch hier nicht lassen können.

                  Zusammengefasst: Während Ihr Rahmen des Films also tatsächlich ein meiner Meinung nach ein hassenswertes Beispiel ist, wie man auf keinen Fall einen Film machen darf, so zeigen Sie mit der Familiengeschichte, dass sie es zumindest ansatzweise können. Zwar lösen Sie sich auch weiterhin nicht von den Ihnen eigenen und von manch einem als „Kunst“ oder „Philosophie“ abgefeierten Phrasen, einem übertriebenen (negativen?) Pathos und ihrer Aufgesetztheit, aber sie schaffen es wenigstens, immer wieder Emotionen zu wecken und auch ein stimmiges Gesamtbild zu kreieren. Leider nicht konsequent genug und auch nicht fortlaufend, aber immerhin.

                  Lieber Terrence, ich wäre über eine Stellungnahme sehr erfreut. Falls Sie mich nicht davon überzeugen können, dass Ihre weiteren Filme völlig anders sind als „The Tree of Life“ oder die beiden anderen genannten Filme, falls sie mir sagen, dass die Familiengeschichte nur ein (ungewollter) Ausrutscher war, dann werde ich wohl oder übel davon Abstand nehmen müssen, weitere Filme von Ihnen anzusehen. Dann muss ich nämlich festhalten, dass mir Ihre komplette Art, einen Film zu machen, weder tolle Einsichten in ein von Ihnen gewähltes Thema gibt, noch einen unterhaltsamen oder ergreifenden Filmeabend beschert. Sie ödet mich an und lässt mich, vor allem dank Off-Kommentar und Zusammenhanglosigkeit, meist sogar genervt, gelangweilt und verärgert zurück.

                  Natürlich fände ich es durchaus schade, wenn ich keinen Film mehr von Ihnen sehen könnte, immerhin werden diese überwiegend gelobt. Und ich gönne es jedem, der Ihre Filme genau so mag, wie sie sind. Doch nach all den Enttäuschungen sehe ich dann für mich keine andere Möglichkeit mehr, als dass dies der letzte Film war, den ich von Ihnen gesehen habe. Bis dahin verbleibe ich mit einem kleinen Fünkchen Hoffnung auf Besserung.

                  Mit freundlichen Grüßen,

                  Kobbi (Kein Fanboy)

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                  • 5

                    Weniger einer eigentlichen Handlung, sondern mehr einer Abfolge verschiedener Bildkompositionen, besticht "The Tree of Life" vor allem durch die künstlerische Position der bildlichen epischen Leinwandbreite. Da zeichnet Terence Malick sogleich die Abfolge über die Enstehung des Kosmos und deren jedwediges noch so kleines Leben. Da begleiten wir, [anders ist es nicht zu beschreiben], die Familie O´Brien in verschiedenen Ereignissen der Lebensabläufe mit großspurigen esoterischen Wahrsagungen und handfesten Bibelzitaten. Ein ganzes Universum über das Sein. Das Leben in seiner facettenreichen Vielfalt. Unverständlich, zu komplex und dennoch eingehend. Das Prozedere als Abfolge im esoterischen Garten der Hingabe, über die Werdung des Lebens ist teils sperrig und faszinierend zugleich. Das liegt am Ende bei jedem Zuschauer selbst, was er aus den wundervollen fast Leinwandgleichen und orchestralisch musikalisch untermalten Bildern für sich mit nimmt. Ein eindrucksvoller Film für die Sinne.

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                    • 5

                      Schon für den schmalen Grat konnte ich kaum Verständnis aufbringen und so ist auch "The Tree of Life" ein für mich kaum zu durchdringendes Machwerk. Da helfen auch die fantastischen Bilder nicht.

                      • 7 .5

                        "The Tree of Life" ist eher ein Erlebnis als ein Film. Das gilt, solange Terrence Malick seine ausdrucksstarken Bilder auf die Leinwand bringt, und nicht versucht, eine Geschichte zu erzählen, oder besser gesagt Fragmente einer Geschichte.

                        Vielleicht möchte uns der liebe Herr Malick zeigen, was für schöne Dinge das Leben bietet, und in einer Zeit, in der ich denke, dass man den Sinn für das Harmonische und das Herz etwas verloren hat - ich glaub, der Hang zur Begeisterung geht leicht zurück - ist ein Film, der sich Zeit nimmt, den Zuschauer durch die wunderbaren Bilder dieses Universums daran zu erinnern, dass es soviel Schönes auf der Welt gibt, genau das, was einige Misanthropen und Pessimisten brauchen, um sich am Leben doch noch erfreuen zu können.
                        Und in diesen Momenten kommt "The Tree of Life" mit einer ähnlichen Wucht daher wie 'Koyaanisqatsi' oder '2001: Odyssee im Weltraum'.
                        Mit einer zumeist ruhigen, aber manchmal doch raschen Kameraführung fängt Malick wirklich bombastische Bilder ein, und erzeugt einen Rausch aus Faszination und Überwältigung, und zeigt sowohl die Natur von Mutter Erde, das Universum und überraschenderweise auch die Zivilisation - es gibt z.B. eine Szene, in der durch eine bei Nacht beleuchtete Stadt im Höchsttempo gefahren wird, und deren Lichter somit malerisch verlaufen und Farbenspiele erzeugen.
                        Dann aber sehen wir wieder Bilder einer Geburt, oder Leuten, die ihrer (Büro-)Arbeit nachgehen.
                        Diese Szenen sind größtenteils unkommentiert, und lassen dem Zuschauer freien Raum zur Empfindung, sie zeigen für mich die Vielfalt dieser wunderbaren Welt, in aller Pracht.
                        Es folgen dann animierte Aufnahmen zu Zeiten der Dinosaurier oder des Urknalls, die ebenfalls von Leben und Tod zu erzählen scheinen und Theorien zur Entstehung der Evolution und der Entstehung jeglicher Existenz zeigen.

                        "The Tree of Life" zeigt aber freilich auch Bilder religiöser oder esoterischer Natur, aber was ist dagegen einzuwenden? Gehören diese Dinge zur Philosophie und zum Leben nocht auch schon seit jeher dazu?
                        Und warum kann man nicht auch ausschließlich an eine allgegenwertige Macht glauben, oder an ein Leben nach dem Tod, ohne, dass man sich an die Schriften eines heiligen Buches binden will.
                        Ich bezeichne mich weitgehend als Agnostiker, und als relativ unesoterisch, glaube aber an mein inneres Tier, ohne mich jetzt uneingeschrenkt als Therianthrop bezeichnen zu können.
                        Es sind die irdischen, und überirdischen Dinge, sein sie nun existent oder auch nicht, die das Leben ausmachen.
                        "The Tree of Life" zeigt all das, stellt nur durch reine Bilder allgegenwärtige und bewusstseinserweiternde Fragen, und ist in der Hinsicht wohl das größte Ereignis, welches filmisch möglich ist.

                        Und dann macht "The Tree of Life" aber einen entscheidenden Fehler: er beginnt, diese anhand eines Beispiels zu zeigen.
                        Er nimmt dem Zuschauer dadurch die Denkaufgabe ab, er überlässt es ihm nicht, sich zu den Bildern selbst Gedanken und Assoziationen zu machen.
                        Gezeigt wird eine Familie in den 1960er Jahren, bestehend aus dem Vater, der Mutter und den 2 Söhnen.
                        Die Eltern vertreten zwei komplett gegensätzliche Weltanschauungen, nämlich glaubt die Mutter an die Seele, die Harmonie und innere Kraft, und fühlt mit ihrem Herzen, während der Vater erfolgsorientiert, rational und taktisch agiert, und sich somit von seinem Verstand leiten lässt. Die Söhne erfahren freilich durch die Eltern eine Prägung, in welchem Ausmaß auch immer.
                        Diese grundsätzlich interessante Grundidee wird nicht als Geschichte, sondern als Aneinanderreihung alltäglicher Szenen dargestellt.
                        Leider, muss ich sagen, passt dieses Element nicht unbedingt in den Film, der alleine durch Bildsprache mehr erreichen könnte.
                        Denn wo er noch über weite Strecken unheimlichen Eindruck auf den Zuschauer hinterlässt, und ihn, obwohl er zu keiner Zeit verbal kommuniziert, dazu zwingt, aktiv mitzuerleben - mit der Berauschung stellen sich automatisch auch die philosophischen Ansätze, denn im Betrachter wird etwas ausgelöst - wird er während seiner wirklich filmischen und narrativen Szenen leider fast schon banalisiert.
                        Denn so besonders wirkt er nicht mehr, wenn er sich erstmal konventioneller Mittel wie Charakteren, Dialogen oder Interaktion bedient, da man hierdurch auch ganz klare Sympathien aufbauen kann.
                        Ich meine, wie sollen Aufnahmen einer Landschaft, einer Explosion oder eines Gebäudes als Identifikationsfiguren dienen? Eben, es geht nicht - der Zuseher ist Teil des Erlebnisses, und ist selbst die Hauptperson. Hat man nun aber die Charaktere und das Geschehen hinzugefügt, so wird der Zuschauer lediglich zum passiven Betrachter und ist nicht mehr aktiver Bestandteil des Films.
                        Man kann sich mehr oder weniger zurücklehnen, und ihn wie jedes andere cineastische Werk betrachten.

                        Ich persönlich empfinde es so, dass der wirklich erzählerische Teil, der Spielfilmteil, dem unkommentiert dokumentarischen, der in meinen Augen der weitaus bessere ist, im Wege steht.
                        Ich bin mir jedoch sicher, dass viele das genau umgekehrt sehen werden.
                        Somit bleibt "The Tree of Life" ein toller Film, und ist zu Teilen ein Meisterwerk, als Gesamtwerk kommt er jedoch nicht so hoch hinaus, wie er könnte.

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                        • 10
                          Andiko78 21.10.2014, 16:37 Geändert 12.12.2014, 17:41

                          Der eine liebt ihn, der andere hasst ihn. Ich gehöre zur Kategorie 1. Wenige Filme spalten die Gemüter so wie Tree of Life. Ich glaube man benötigt für den Film ein gewisses Maß an Sensibilität, der eine hat sie eben der andere halt nicht. Ratio ist hier fehl am Platze. Alleine schon die Entstehung des Universums und im Hintergrund "Lacrimosa" lässt ein förmlich zerfließen. Dann diese intelligente Auseinandersetzung mit dem Vater-Mutter-Konflikt, den jeder Mensch bewusst oder unbewusst hat. Und der unverarbeitete Verlust des Bruders, die Frage nach dem Sein, der eigenen Stellung im Universum. Traumhafte Bilder, stimmiger Soundtrack und eine gute schauspielerische Leistung von allen Akteuren. Terrence Malick hat all sein Wissen und Erfahrung in diesen Film gelegt. Einziger Wermutstropfen ist das Ende, welches vielleicht doch etwas zuviel Erlösungsspektakel ist. Aber sonst ist der Film einfach nur schön.

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                          • 10

                            verwirrt + fasziniert = wow!

                            • 10

                              Als ich "The Tree of Life" zum ersten Mal gesehen habe, war ich enttäuscht und verwirrt - Jessica Chastain und Brad Pitt zeigen zwar, wie gut sie schauspielern können, die Kameraführung fand ich beeindruckend und die Bilder zwar schön, aber merkwürdig und unzusammenhängend. Das Ende hat mich völlig überfordert, ich habe die Voice-overs einfach nicht begriffen und weder Sinn noch Tiefe in dem Film erkannt.

                              Jahre später habe ich dem Film eine zweite Chance gegeben. In der Zeit hat sich vieles in meinem Leben verändert - ein geliebter Mensch ist gestorben und meine Faszination für den Weltraum, für Philosophie, für "die großen Fragen der Menschheit", für unkonventionelle Erzählweisen von Storys (bin nebenbei Autor) und künstlerisch wertvolle Filme wie "2001 - A Space Odyssey" ist regelrecht explodiert.

                              Und plötzlich hat "The Tree of Life" mir das Herz gebrochen. Es gibt ganz wenige Filme, die es geschafft haben, mich zum Weinen zu bringen - spontan fällt mir jetzt nur "Dead Poets Society" ein.

                              Man muss wissen, was einen bei Terrence Malick erwartet. Christopher Nolan und David Fincher sagten in einem Interview, bei ihm sei es wie bei Kubrick oder Hitchcock - der visuelle Stil, die eingefangenen Bilder, stehen in einer untrennbaren Beziehung zu der erzählten Geschichte bzw. dem Gefühl, das der Film beim Zuseher hervorrufen will.

                              Jessica Chastain hat die Dreharbeiten als sehr ungewöhnlich, spontan und offen beschrieben - ich finde es zum Beispiel interessant zu wissen, dass die Jungschauspieler nie das Drehbuch gelesen haben - und dass sich die Szene, in der der Schmetterling auf Chastains Fingern landet, (wie so viele andere) rein zufällig ergeben hat. Von den visuellen Effekten weiß ich, dass für die Weltraumszenen mit echten Flüssigkeiten und Farbstoffen experimentiert wurde, und dass Douglas Trumbull (2001, Blade Runner) dafür zuständig war. Aber ich glaube nicht, dass ich mir jemals ein komplettes Making of ansehen werde - das würde nur die Illusion zerstören. Erwähnenswert sind jedoch noch die beeindruckende Kameraführung (Stichwort Steadicam) und der gelungene, zu jeder Zeit stimmige Soundtrack.

                              Ich denke, dass "The Tree of Life" ein Film ist, zu dem man entweder eine emotionale Verbindung hat, oder eben nicht. Er ist voller Philosophie, Metaphern und unbeantworteten Fragen um den Sinn unserer Existenz und wohl ein sehr persönliches Werk für Malick, der damit hauptsächlich ausdrücken will, dass wir alle Erlösung finden können, und dass es zwei Wege durch das Leben gibt - "nature" und "grace", die er in den Naturaufnahmen ausdrückt, und auch auch in den unterschiedlichen Lebenseinstellungen und Erziehungsmethoden von Jacks Mutter (sie steht für "grace") und Vater (er steht für "nature") wiederspiegelt - zwei Lebenseinstellungen, die in Jack miteinander ringen, seit er ein Kind ist.

                              Natürlich könnte man den Film an dieser Stelle zu Tode analysieren und Szene für Szene hinterfragen, aber ich belasse es dabei, denn jeder sollte für sich nach seiner Bedeutung suchen. Dass manche absolut nichts mit dem Film anfangen können, verstehe ich gut, weil es mir selbst so gegangen ist. Und wenn man den Film nicht auf einer gewissen emotionalen Ebene sieht, kann man ihm einiges vorwerfen und viel kritisieren. Der einzige Vorwurf, den ich jedoch nicht verstehe, ist dass der Film nicht tiefgründig genug sei. Alleine der Titel "The Tree of Life" / "Der Baum des Lebens" ist ein Motiv, das man in unzähligen Kulturen und Glaubensrichtungen findet, und mit dem wir alle etwas verbinden können.

                              Für mich ist "The Tree of Life" mehr als ein Film - er ist ein mutiges, unkonventionelles Kunstwerk, eine Hymne auf das Universum und auf das Leben, ein Hoffnungsschimmer auf Erlösung, ein berührender, atemberaubend schöner Traum.

                              "Help each other. Love everyone. Every leaf. Every ray of light. Forgive." - Mrs. O'Brien (Jessica Chastain)

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                              • 8 .5

                                Für "The Tree of Life" nahm sich Terrence Malick wieder einige Jahre Zeit, allein 3 Jahre verbrachte er nur im Schneideraum.
                                Es ist erneut ein Mammutwerk, das Malick dem Zuschauer bietet. Der Regisseur hat viel zu erzählen, aber noch viel mehr zu zeigen. Genauso wie die einzigartige, faszinierende Kameraarbeit von Emmanuel Lubezki, der hier eine seiner besten Leistungen überhaupt abliefert, kreist Malick um verschiedene tiefschürfende Themengebiete.
                                Überwiegend aus der Perspektive von Jack, einem Architekten, der mit sich selbst im Unklaren ist, spannt der Regisseur erzählerisch einen Bogen rund um die Entstehung allen Lebens, Glaubensfragen, menschliche Konflikte, familiäre Wurzeln oder das Gleichgewicht zwischen Entscheidung und Vorherbestimmung.
                                In Verbindung mit der meisterhaft ausgearbeiteten, assoziativ-meditativen Schnittfolge und den einmaligen Bildern von Lubezki nähert sich Malick dem Wesen einer texanischen Familie in den 50er-Jahren an. Genauso fragmentarisch und fetzenhaft wie die Erinnerungsstücke von Jack bietet der Regisseur dem Zuschauer lediglich Eindrücke und lose wirkende Szenensprünge, die er selbst zu einem Bild formen darf.
                                Mutig scheut Malick ebenfalls keine inszenatorischen Grenzen und fädelt mitten in die Handlung eine fantastisch aussehende Passage ein, in der er seine eigene Version des Urknalls sowie der Entstehung von Planeten und Lebensformen präsentiert.
                                Im Kern geht es aber um die Kindheitserinnerungen von Jack, wie er mit seinen Brüdern aufwächst, wie die Jungs liebevoll und zärtlich von der Mutter aufgezogen werden, aber auch wie sie unter der strengen, autoritären Hand des Vaters (grandios von Brad Pitt gespielt) leiden. Dabei fällt es dem erwachsenen Jack schwer, ein Fazit über sein Leben zu ziehen, seine eigenen Hintergründe einordnen zu können und letztendlich zu verstehen, welche Entscheidungen und Einflüsse ihn zu dem Mann gemacht haben, der er schließlich wurde.
                                Aus diesem unkonventionellen Erzählfluss, der aus konkreten Rückblenden, träumerischen Erinnerungsfragmenten, Perspektivwechseln sowie den markanten, tiefgründigen Monologen und teilweise eingestreuten religiösen Zitaten besteht, formt sich ein thematisch tonnenschweres Werk, welches zusammen mit der faszinierenden Inszenierungs- sowie Schnittvorgehensweise und den authentischen Darstellern eine spezielle, einzigartige Seherfahrung formt, die bewusst spaltet.
                                Mit "The Tree of Life" schuf Regisseur Terrence Malick, der ohnehin noch nie für leichte Kost bekannt war, so ziemlich seinen kontroversten Film. Die Themenvielfalt, zusammen mit der genialen Inszenierung und der ambitionierten, philosophischen Betrachtungsweise seiner vielschichtigen, oftmals fragmentarischen Erzählung ergibt ein faszinierendes, polarisierendes Werk, welches jeder Zuschauer anders auffassen und verarbeiten wird.

                                10
                                • 4

                                  [...] Das Prinzip der Natur wird durch die Vaterfigur (Brad Pitt), die Gnade durch die Mutterfigur (Jessica Chastain) verkörpert, dazwischen befindet sich Terence Malicks Alter Ego Jack. Ein kleiner Junge, der sich zwischen beiden Polen bewegt und aufwächst. Gnade und Natur streiten sich, lieben sich und verfechten einen permanenten Kampf mit ihren eigenen Mitteln. Die Gnade versucht durch Liebe und Zuneigung die Gunst der Menschen zu erreichen, die Natur dem unbedingten Memento, man würde in dieser Welt untergehen, begegne man ihr nicht mit Härte. [...] Der Film betrachtet sich selbst als auf die gesamte Welt und Weltgeschichte anzuwendende Prophetie. So gut die Familiengeschichte Jacks auch erzählt sein mag, sie ist großenteils nur angedeutet und immer im gewaltigen Schatten dieser Weltentstehungs/Schöpfungssequenz. Malick provoziert durch diese Überdimensionierung einen Vergleich zu Tarkowskij oder Kubrick. [...] Man muss dem Film zumindest zu Gute halten, dass er mit sehr vielen Symboliken aufweist, die über den ganzen Film verstreut sind und dem Film eine angenehme Tiefe verleihen, z.B. die Baumsymbolik. Allerdings kann ich schon mit der Grundintention des Films nicht viel anfangen und finde die Überdimensionierung des Films, die um eine Vergleichbarkeit mit Noé, Kubrick und Tarkowski bettelt, einfach nur arrogant. “The Tree of Life” wird wohl noch die ein oder andere Chance bei mir bekommen, den langweilig fande ich den Film, hingegen meiner Profilierung eines “Hassers”, nicht. Daher hochachtungsvolle:

                                  • 6 .5

                                    Dieser Film stirbt in Schönheit. Malick ist einer der letzten visuellen Exzentriker der Filmwelt. Aber Christopher Plummer hat mit seiner kritischen Meinung zu gegenüber Malick schon recht. Er verliert sich in den Bildern, und drückt die Handlung in den Hintergrund, so das von dieser, wie sie im Skript vorhanden ist, nicht mehr viel übrig bleibt.

                                    • 7 .5

                                      10 Punkte für Bilder und Musik. Einiges gehört wirklich zum wunderschönsten und ungewöhnlichsten, was es je im Film zu sehen gab. Und dann die Kameraführung von Lubezki! Eigentlich mag ich ja unruhige Kameraführung nicht so sehr, aber hier steckte so viel Vision und Sinn dahinter.
                                      Inhaltlich hab ich nicht sonderlich viel verstanden (vor allem nicht die Rolle von Sean Penn) und die Flüsterkommentare haben mich schon etwas genervt. Er fühlt sich auch ein ganzes Stück länger an, als er ist. Am interessantesten fand ich tatsächlich die Sequenz, in der die Frühgeschichte der Erde dargestellt wird, vom Urknall (?), bis zum Aussterben der Dinosaurier. Was hier an Effekten geboten wird, ist atemberaubend.
                                      Sicher kein Film, den ich mir so bald noch einmal ansehen werde, aber dennoch sehr ambitioniertes und faszinierendes Kunstkino.

                                      • 8 .5

                                        Ein ganz schwieriges Pflaster von Terrence Malick, welches man vermutlich bloß lieben oder aufs Äußerste hassen kann. Würde man schreiben, dass der Film bloß das Porträt einer Familie aus den 60ern darstellt, müsste man lügen, besteht die erste Hälfte doch fast ausschließlich aus sorgfältig ausgewählten und aneinandergereihten Naturaufnahmen und Kosmosfotografien, welche die Ursprünge unserer Welt, die Suche nach einer Ordnung und unseren Platz als individuelle Menschen in diesem großen Gefüge mit einer schieren Bildgewalt und Wucht symbolisieren. Und auch wenn es in der zweiten Hälfte beim Familienporträt etwas handfester zur Sache geht, so sucht man auch hier eine klare und konventionelle Narrative vergeblich, stattdessen wird man mit einer sehr ungewöhnlich fragmentarischen Erzählweise ohne rechten Fokus konfrontiert. So klingt der Film durchaus nach einer schweren Kost und ich kann jeden Verstehen, der ihn als zu prätentiös und mit zu vielen religiösen Untertönen behaftet abwertet, auf mich hatte der Film aber eine große Wirkung, die ich wohl als "hypnotisch" zusammenfassen würde. Ob man ihn nun dafür schätzt oder nicht, so kann man nicht abstreiten, dass fast jede Kameraeinstellung mit einer derartigen Akribie und einem derartig ästhetischen Anspruch ausgewählt wurde, dass es mir teilweise den Atem raubte und mich dazu einlud die Bilder mit meinen eigenen Interpretationen und Projektionen anzureichern. Der sehr klassisch angehauchte Soundtrack tut da sein übriges, um diesen Film zu einer großartigen Reise aufsteigen zu lassen. Empfehlen würde ich den Film im Übrigen wohl am ehesten, wenn man ihn sich im schönen HD auf einer großen Glotze anschauen kann, da hier die Bestechlichkeit der Bilder wohl ihre größte Wirkung offenbart. Wenn man sich auf unkonventionelles Kino einlassen kann, ist der Film definitiv eine Erfahrung!

                                        • 4

                                          Das Leben. Zwischen Gott und Evolution. Zwischen Glaube und Glaube. Zwischen Sinn und Nicht-Sinn. Das Leben vor dem Abgrund. Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Müssen wir weitergehen?
                                          BLA BLA BLA!

                                          Schöne Bilder! Keine Frage. Nette SteadyCam Aufnahmen.. Klar! Aber der Inhalt. Uff! Wenn die angeblich "großen Fragen" gestellt werden müssen, dann doch bitte richtig und nicht absolut zweigleisig. Nicht so ganz flach-philosophisch!

                                          • 5 .5

                                            schöne, atemberaubende Bilder + wenig Inhalt = 3 Stunden Bildschirmschoner

                                            Sicher ist dieser Film wahnsinnig gut gemacht und für Filmästheten sicher ein Meisterwerk, aber ich brauche bei einem Film dieser länge doch etwas mehr ... naja, eben etwas mehr. :)

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                                            • 9 .5

                                              The Tree of Life von Terrence Malick...
                                              Was wurde über diesen Film diskutiert, was wurde ihm nicht alles nachgeworfen...
                                              Zu religiös, zu aufdringlich, nichtssagend, langweilig und pseudophilosophisch sei er angeblich. Aber vielleicht ist das ja einfach kein Film für die große Masse. Vielleicht muss man Malick ein bisschen verstehen, muss sich mit seinem Werk etwas näher beschäftigen. Denn Malick dreht im Grunde seit Jahren an einem gleichen Film, einem großen Thema. Seine Filme sind Gemälde, vielleicht zwar unterschiedlich in Intensität und Wirkung aber immer doch Bilder des selben Szenarios. Es ist das Bild des Menschen der vor dem Abgrund steht. Malicks Charaktere sie sind immer in schweren Situationen an denen sie zu scheitern drohen, Situationen in denen jeder Verzweifeln würde. Daraus entwickeln sich dann in seinen Filmen die philosophischen Auseinandersetzungen über den Glauben. Mit einer "Bibelstunde" hat das recht wenig bzw. gar nichts zu tun. Malicks Charaktere stehen kurz vor dem Abgrund und schreien in die Dunkelheit, würden gerne eine Antwort hören, aber bekommen sie nicht. Ihre Verlangen nach Vergebung und Vollkommenheit, es wird nie erfüllt werden.
                                              Für einen "nichtssagenden" Film sagt "Tree of Life" erstaunlich viel aus hat man hier neben dem philosophischen Teil auch ein (Auto?)Biographischen Ansatz, der das Leben und die Entwicklung einer Familie erzählt und subtil Kritik an patriarchischer und autoritärer Erziehung übt. Es ist ein emotionaler und schmerzvoller Film. Der Schmerz des Menschen, seine Tragik, sein Leben, es ist genauso wichtig und groß wie das Ende einer Galaxie (so meine Interpretation). Und es ist ein Film der grausam sein kann, man denke an die Szene in der Jack seinen Bruder in den Finger schießt.
                                              An Erzählung, Kammeraarbeit (wie immer genial: Emmanuel Lubetski), Soundtrack (auch wie immer genial: Alexandre Despalt), dem brillianten Voice-Over, den Schauspielern, dem Schnitt, der Bildgestaltung... Es gibt hier einfach nichts zu meckern (außer vielleicht die etwas dämliche Dinosaurier-Szene, die hätte es nicht gebraucht). Tree of Life bricht mit allen Erwartungen und ist wohl das innovativste und schönste was das Kino in den letzten Jahren hervorgebracht hat.

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                                              • 5

                                                Am liebsten würde ich diesem film 0 punkte geben weil er sooooo langweilig ist, aber dass kann ich nicht dafür ist er zu gut umgesetzt.
                                                ich finde aber trotzdem nicht das er zu empfehlen ist.

                                                • 4

                                                  Das war es jetzt also, Malicks "bahnbrechendes, das Kino revolutionierendes Meisterwerk". Hm. Also so schlimm wie bei "The Thin Red Line", den ich wirklich nur zu Ende geschaut hab, um darüber allen Frust ablassen zu können, war's nicht. Ein Meisterwerk für mich aber auch nicht. Dass Malick schöne Bilder filmen kann, das wissen wir schon seit einer Weile. Aber leider auch, dass er nicht gerade der Größte ist im Geschichtenerzählen. Und hier scheint es dann teilweise als wolle er sich gleich ganz von der Geschichte frei machen, schafft es aber nicht. Irgendwie hängt hier eben doch alles zusammen, aber irgendwie will es keine Einheit bilden. Er zwingt schönste Bilder nebeneinander, unterlegt alles mit Musik, hat nur wenige Dialoge, dann ab und an wieder seinen Voice-Over Erzähler, aber auch nur mit kryptischen Sätzen. Und da will ich dann ab einem gewissen Punkt schon fragen: Was willst du eigentlich von mir, Terrence? Willst du mir was erzählen oder willst du mir was zeigen. Immer wieder habe ich beim anschauen das Gefühl, dass "The Tree of Life" Malicks "2001" werden sollte. Während Kubrick es in seinem Meisterwerk aber schafft, in der Leere des Alls und dem Tanz der Raumschiffe miteinander tief philosophische Fragen zu stellen und sich um den Kern von Existenz und Leben Gedanken zu machen, so kommt Malick hier aber ziemlich oberflächlich daher. Gerade die Monologe sind teilweise vor lauter Klischees schwer ertragbar. Und auch die Bildersprache: Mal ist Papi böse, mal ist wieder ganz lieb. Und das zeigen wir in den immer gleichen Szenen für eine gefühlte Unendlichkeit. Man sieht dabei dann auch richtig, wie sich Jessica Chastain ihre quasi nicht existente Rolle während des Spiels selbst überlegen muss. Und so verkommt der Film mit fortschreitender Laufzeit für mich immer mehr zum aufgepimpten Showreel eines sehr ambitionierten Kameramannes. Und Malick scheint die Arbeit des Regisseurs auch fast nur auf die Kamera zu reduzieren. Ob das nun visionär bzw. revolutionär im Kino ist, kann man diskutieren. Aber wenn Sean Penn in einem Interview zugeben muss, dass Malick nicht fähig war, ihm seinen Charakter oder die Geschichte schlüssig zu erklären und er während des ganzen Films eigentlich niemals hundertprozentig wusste, wen oder was er da eigentlich spielte, dann klingt das für mich nicht mehr wirklich nach Regie führen. Dabei ist der Gedanke, der wahrscheinlich hinter dem Film und der Geschichte gesteckt hat, gar nicht so uninteressant und hätte vielleicht wirklich zu einem großartigen Meisterwerk umgesetzt werden können, aber für mich ist "The Tree of Life" das nicht. Positiv formuliert scheitert der Film an seinen eigenen Ansprüchen. Malick versucht zu viel in seine Bilder zu packen und verliert den Zuschauer (oder zumindest mich) dabei zuerst emotional sehr schnell (der wow-Effekt der Bilder nutzt sich irgendwann ab) und dann irgendwann geht auch die Aufmerksamkeit flöten. Es scheint, wenn man sich ein bisschen mit dem Entstehungsprozess des Films beschäftigt und ihn unter diesem Aspekt betrachtet, alles so, als hätte Malick die Materie nie ganz durchdrungen. Es fehlt einfach an Konzept. Von daher bleiben nur die Bilder. Und leider muss ich auch da sagen, so relvolutionär sind sie nicht, denn es gibt so viele starke Referenzen zu "2001" im visuellen Stil, bzw. kaum eine Bildkomposition, die man nicht schon so ähnlich einmal bei Fellini gesehen hätte, dass die Bilder nach einer Weile auch nicht mehr alleine tragen. Außerdem geht Malick von Anfang an in die Vollen und kann nicht mehr steigern. So lässt mich der Film am Ende seltsam unberührt zurück, ich habe das Gefühl, dass ich begeistert sein sollte, aber es ist mir einfach egal, was ich gesehen habe. Von daher großen Respekt, das Experiment zu wagen, den Mut zu haben, einen nicht auf kommerzielle Weise gestalteten Film wie diesen produziert zu haben und ich kann den guten Willen dahinter überall sehen. Nur für mich ist das Experiment gescheitert. Aber wer weiß, was noch so kommt von ihm...

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                                                    Der Film nervt einfach nur unsäglich ! Öde Pseudo-Kunst-Kacke.

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