The Tree of Life - Kritik

US 2011 Laufzeit 139 Minuten, FSK 12, Drama, Fantasyfilm, Kinostart 16.06.2011

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    Samweis_Gamdschie 23.04.2015, 23:36 Geändert 24.04.2015, 07:37

    Das Werk der letzten Jahre oder sogar der letzten zehn Jahre.
    Lässt sich dieser Film in Worte beschreiben ? Ich denke das alles lässt sich nur ganz schwer in Worte fassen. Ja, "The Tree of Life" ist einer dieser Filme, für die man einfach nur dankbar sein kann als Filmfan. Danke Malick, für diesen außergewöhnlichen Film. Wie auch bei seinen anderen Filmen schafft es Malick mich immer wieder etwas erleben, welches ich bei keinem anderen Regisseur erlebe. Während man diesen Bilderrausch genießt fühlt man sich wie neugeboren. Man vergisst die Welt, die Sorgen und die Gedanken über unwichtiges. Malick entleert sozusagen meine Seele und füllt sie mit neuer Kraft. Ja, Leute so etwas können Filme schaffen. Als ich glücklicherweise dieses Jahr zum ersten Mal dieses brachial faszinierendes Epos erleben durfte, war ich wie ausgewechselt. Endlich hat es nämlich wieder ein Film geschafft mich etliche Tage danach noch zu faszinieren.

    Der Film kommt mir einer Laufzeit von 133 Minuten daher. Eigentlich eine ganz normale Spielfilmlänge, aber dieser Film erfordert einiges an Sitzfleisch für seine durchschnittliche Länge. Da der Film in Seelenruhe erzählt und gefilmt wird, verliert der Zuschauer sein Zeitgefühl. So war es zumindest bei mir. Aber das macht ihn unter anderem so besonders. Der Zuschauer wird in einen tiefen Bann gezogen. Der Film zwingt den Zuschauer am geschehen teilzunehmen, somit können wir keinen einzigen Blick auf etwas anderes werfen als auf dem TV-Bildschirm.
    Denn jeder einzelne verpasste Frame wäre ein Verlust.

    Pure Faszination von unendlich langen Einstellungen, von umwerfenden Bildern, von Kameraeinstellungen zum niederknien, von fühlbaren Emotionen und von einer Bildgewalt, die ich lange Zeit nicht mehr auf dem Bildschirm gesehen habe. Die Natur ist natürlich wieder sehr im Vordergrund. Man sieht so ziemlich alles mit anderen Augen, egal ob es ein Baum, Dinosaurier, Kühe oder die Hände eines Neugeborenen ist.

    Auch die Schauspieler, die nur gefühlt die Hälfte des Filmes vorkommen spielen hier ganz groß auf. Brad Pitt spielt hier mit so viel Leidenschaft, das man ihm voll und ganz abkauft. Auch die umwerfende Jessica Chastain ist hier voll in ihrem Element. Und ein Sean Penn, der eh alles spielen kann, passt hier auch perfekt. Auch die Kinder spielen hier fabelhaft. Ein Genuss für Filmliebhaber.

    Dazu kommt diese einmalige Atmosphäre, die dem Zuschauer zum nachdenken anregt. Diese stille, ruhige und wortkarge Sequenzen hauen mich komplett um. Allein die Szene in der Malick den Urknall zeigt. So viel Liebe ins Detail hat man schon länger nicht mehr in Hollywood gesehen.

    Dazu der famose Soundtrack, den man lieben muss. Man kann die Augen schließen und mit diesem Soundtrack fühlt man diese einzigartigen Filmszenen wieder. So viele Emotionen, die einem dieser Soundtrack überbringt.
    https://www.youtube.com/watch?v=F56so48ChtM

    Insgesamt kann ich nur sagen, dass dieser Film ein Erlebnis wert ist, auch wenn sicherlich nicht jeder mit diesem Film etwas anfangen kann. Für mich ein Meisterwerk, welches es kein zweites Mal gibt. Große Filmkunst zum niederknien.

    Ein anderer Film, eben ein Malick, der nicht jedem gefallen kann, aber wer solch ein Erlebnis erleben will, muss nur daran glauben.

    Achja, das Opening gehört für mich wohl zu den besten aller Zeiten.
    https://www.youtube.com/watch?v=Z28Mi6mUyKo

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    • 7

      Dies war meine erste Begegnung mit Terrence Malick. Ich hatte meine Zweifel, ob ich mich in diese Art von Filmkunstwerk hineinversetzen könnte, ohne gelangweilt zu werden, da Herr Malick auf unterschiedliches Echo stößt. Immerhin wird hier keineswegs hirnlose Kost angeboten. Und was soll ich sagen: Es ist ihm gelungen, mich überwiegend positiv in eine neue Welt einzustimmen.
      Warum nur 7 Punkte?
      Anfangs hatte ich einige Schwierigkeiten diesem Film zu folgen.
      Es gab einige Szenen, die ich nicht zuordnen konnte und sie erschienen mir fast sinnlos.
      Aber das Positive überwiegt!
      Dieser Film bietet die schönsten Landschaftsaufnahmen, die ich je gesehen habe. Oder die Entstehung des Universums, unterlegt mit wundervollem Chorgesang. Dieser Moment prägte sich intensiv ein.

      Die schauspielerische Leistung bleibt im sehr guten Bereich.
      Jessica Chastain spielt hier eine unantastbare, wunderschöne Mutter, die mit einer sehr starken Ausstrahlung ausgestattet ist. Sie sieht aus wie ein Engel.
      Durch diesen Film konnte sie mein Herz gewinnen.
      Mr. Pitt spielt seine Rolle genauso gut, wobei ich hier kaum Unterschiede zu seinen vorherigen Rollen sehe. Brad Pitt spielt also Brad Pitt.

      Nachdem der Film zuende war, blieb ich erstmal ratlos zurück.
      Was genau möchte Herr Malick mit diesem Film ausdrücken? Nun, ich hadere noch mit meinen Interpretationen, aber sobald ich meine PERSÖNLICHE Meinung gefunden habe, wird dieser Film zu einem einzigartigen Meisterwerk, mit einer Bilderflut voller Schönheit.

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      • 7 .5
        ju.ku.750 29.03.2015, 21:45 Geändert 31.03.2015, 15:46

        Selbst Sean Penn, der in dem Film mitspielt, konnte die Handlung des Films nicht wirklich zusammenfassen, nachdem er ihn gesehen hatte:-)
        Mir ging es da nicht anders. Das macht den Film aus. Jeder, der sich auf ihn einlässt, wird seine ganz eigene Interpretation haben.
        Man sollte sich einfach zurücklehnen und die wunderschöne Komposition der gezeigten Bilder genießen.
        Mein Lieblingsfilm von Terrence Malick ist und bleibt "Der schmale Grat". Da stimmt für mich die Mischung aus Kunst und Handlung.

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        • 10
          The_Hitcher 17.03.2015, 19:16 Geändert 17.03.2015, 20:41

          "The Tree Of Life" ist ehrlich gesagt kein einfacher Film! Man muss sich auf diesen Film einlassen und wenn man dies tut, sieht man 2Std.20 lang ein Kunstwerk! Viele reden von "Wenn man Nichtgläubig ist, ist der Film nicht zum aushalten!"! Ich bin selber nicht gerade der gläubigste Mensch, und dennoch finde ich den Film als einer der Meisterwerke! All jene die den Film schlecht fanden, ihr versteht es einfach nicht!
          Im Ganzen gesagt ist der Film ein einziges Kunst/Meisterwerk, den nicht viele leider verstehen oder sich nicht darauf einlassen!
          Unbedingt ansehen und selber über dieses Meisterwerk urteilen!

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            exterminatethemall 08.03.2015, 00:32 Geändert 08.03.2015, 00:55

            Ein scheußlicher Film, für jeden Nichtgläubigen unerträglich. Der Handlungsstrang der Familie könnte interessant sein, wäre es nicht so supernervig spirituell aufgeladen. Welchen Weg nimmst du, den der Natur, oder den Weg der Gnade? Ich bin für gar keinen..... Wenigstens weiß man am Ende des Films, dass auch Dinosaurier Gnade empfinden können. Den einen Punkt gibts für die Weltraumsequenzen, an der jeder Kiffer seine Freude haben wird.

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              inceptionfan 07.03.2015, 14:50 Geändert 07.03.2015, 14:50

              "The Tree of Life" war mein erster Film von Terence Malick und mir fällt die Bewertung hier verdammt schwer. Fakt ist, dass der Film unglaublich anstrengend ist, aber in dessen Optik man sich trotzdem schnell verliebt, denn "The Tree of Life" kommt mit einer Bildgewalt daher, die einen schlichtweg umhaut. Hier gibt es teilweise Szenen, die eigentlich aus dem Zusammenhang gerissen sind und in denen man teilweise über 15 Minuten hinweg in einen bombastischen Bilderrausch über die Entstehung des Lebens gezogen wird, der fantastisch anzusehen ist und musikalisch toll untermalt wird. Dabei ist die Kameraführung herausragend gut und die Szenen sind teilweise genial geschnitten. Schauspielerisch ist das hier auch sehr gut geworden. Brad Pitt, Sean Penn und Jessica Chastain überzeugen wie immer und auch die Kinderdarsteller machen ihre Arbeit überaus solide. Die erste Filmhälfte hat eigentlich fast gar keine Handlung und konzentriert sich fast ausschließlich auf die Bilder. Um "The Tree of Life" zu mögen, muss man ganz klar Fan von Kunstfilmen sein, denn ansonsten wird der Film schnell zur Qual, weil der Film in über 2 Stunden keine richtige Story erzählt, sondern einfach nur ein philosophisches "Etwas" ist, bei dem man danach nicht wirklich weiß, was man gerade gesehen hat. Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich, obwohl ich solche Kunstfilme ab und zu wirklich mag, doch etwas zu lang finde. In der zweiten Hälfte hat man sich hier dann doch noch auf eine Art Story konzentriert, aber die ist in der letzten Stunde sehr langatmig, weil ich ständig das Gefühl hatte, dass das Geschehen nicht voran kommt. Auch das Ende ist sehr verunsichernd und stößt einen noch mehr vor den Kopf.
              Fazit: "The Tree of Life" ist ein seltsames, anstrengedes, philosophisches "Monstrum" von einem Film mit einzigartigen Bildern, aber bei dem ich nicht wirklich weiß, ob ich ihn empfehlen würde. Erst recht nicht für die breite Masse...

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                Dergestalt 05.03.2015, 22:16 Geändert 05.03.2015, 22:27

                Eigentlich bin ich ein großer Freund des bildgewaltigen Kinos. Suggestion ist in der Kunst nicht falsch und wenn man darüber die formulierbaren Inhalte vergisst, muss das nichts Schlechtes sein.
                Doch was Terrence Malick, der mir schon den enorm prätentiösen "To the Wonder" vorgesetzt hatte, hier über die Leinwand gießt, ist nichts anderes als süßer, aber bei weitem zu fetter und schließlich Magenkrämpfe provozierender Honig.

                Es ist sicherlich nicht falsch, sich dem ganz alten Theodizee-Konflikt anzunehmen. Und man muss dabei sicher keine psychologischen Spannungsfelder aufbauen, wie es Heinrich von Kleist getan hatte, aber ein bisschen mehr als ein paar grob konturierte Archetypen, unmotiviert angerissene Handlungsklischees und stereotype Hochglanzbilder dürfen es doch schon sein.
                Dabei ist die visuelle Herangehensweise Malicks nicht einmal unattraktiv. Die fließenden Kamerabewegungen und tollen Lichtstimmungen haben mich gerade zu Beginn trotz pathosgeladener Phrasen noch mitgenommen, die kleine Zeitreise zur Entstehung der Welt hin ist zudem bildgewaltig gelungen. Und auch das Aufwachsen der Kinder, die wilde, aber auch zauberhafte Welt bekommt er wunderbar lebendig auf die Leinwand. Nur bleibt er stecken, als er sich seinem zentralen Vater-Konflikt zuwendet.

                "Seelenlos" dürfte es treffen. Zwar suggeriert Malicks intim-dichte Kameraführung eine deutliche Annäherung an die Figuren, die auch alle gut gespielt sind, aber wirklich greifbare Konflikte, seien sie durch Dialoge, Symbole oder die Musik beschrieben, fehlen. Stattdessen bekommt man Phrasen, Kalendermetaphorik und endlos-schwere Klangteppiche serviert. Der Film schwirrt über die Oberfläche seines großen "Warums" und pumpt Stimmungen in das Ganze.
                Karge Voice-Over-Phrasen ersetzen Auseinandersetzungen, die Charaktere hängen in dumpfer, unerklärlicher Passivität. Und als schließlich die Wut hinausbricht, die man intuitiv viel früher verspürt, verpufft sie schon wieder in sanften Selbstbekenntnissen, die nicht nur abrupt, sondern auch ziemlich willkürlich gesetzt sind. Stimmungsmildernd ergießt sich ein sanfter Reigen glänzender Bilder. Von der Urgewalt, die der Film zu Beginn heraufbeschworen hat, der Düsternis, ist plötzlich nichts mehr zu sehen.
                "Wo bist du?", möchte ich da dem Film selbst zurufen.
                "Hinter den Bildern verschwunden!", tönt es sanft zurück und ich kann mich endlich verabschieden.

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                • Ich habe den Film nach 18 Minuten wieder ausgeschaltet, leider empfinde ich ihn einfach nur als unerträglich. Die Handlung ist für mich nicht nachzuvollziehen, langatmig, zusammenhanglose Kommentare aus dem "Off" mit spirituellem Anstrich - leider ohne wirklichen Tiefgang......die guten Kommentare sind für mich absolut nicht nachvollziehbar.

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                  • 3

                    [...] Natürlich lässt sich nicht verhehlen, dass es Malick aufs Neue gelingt seinem Film wunderschöne, wenn auch im neunten Monat bedeutungsschwangere Bilder zu verpassen, auf die so mancher Apple-Bildschirmhintergrund neidisch die Augen richten dürfte. Doch wird diese zusammenhangslose Zurschaustellung von Naturschönheiten gar zu schnell repetitiv und vermag nicht darüber hinweg zu täuschen, dass an Inhaltlichem, sei es nun auf wörtlicher Handlungs-, oder auf der in diese verwobene philosophischen Ebene nicht mehr zu bieten hat, als der Flyer so mancher esoterischen Vereinigung. [...]
                    Zu oft wird das filmuntypische, ja jegliche filmische Magie oder Subtilität zerstörende Mittel der Stimme aus dem Off verwendet, um Dinge zu verdeutlichen, die entweder unterschwellig durch die Handlung, oder durch differenzierteres Spiel der Schauspieler deutlich werden sollten. [...]
                    Vergleicht man die Darstellung der Evolution in diesem Film mit der aus Aronofskys "Noah", so stellt man fest, dass es diesem zweiten spirituell angehauchten Regisseur gelingt in drei Minuten zu erzählen, wofür sich Malick fünfundzwanzig Minuten Zeit nimmt und dabei noch weitergehende Aussagen über das Verhältnis zwischen Bibel und Evolutionstheorie und das Böse im Menschen zu treffen und mit passenden filmischen Mitteln zu verdeutlichen, an deren Stelle (sowohl der Aussagen, als auch der Darstellung) in "The Tree of Life" nur nichtige Bedeutungshehlerei steht. [...]
                    Man kann zusammenfassend also festhalten, dass Malick offensichtlich jegliches Gespür für filmisches Timing und Inszenierung fehlt und sich seine Ästhetik, so scheint es, viel weniger für abendfüllendes Kino, als für scientologische Propagandaclips eignet. Dieser wird für mich jedenfalls auf lange Sicht der letzte Film von Terrence Malick gewesen sein.

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                    • 4 .5

                      Mein dritter Malick. Der schmale Grat war mein erster. Den fand ich grandios. Nach The New World trifft nun auch The Tree of Life leider nicht meinen Geschmack. Wo sind die Unterschiede? Starke, beeindruckende Bilder haben alle Malick-Werke zu bieten. Anders als bei The New World oder The Tree of Life hatte The Thin Red Line allerdings auch eine starke Geschichte zu erzählen, waren einzelne Szenen geradezu heraussragend geschrieben und gespielt. The Tree of Life hat lediglich ein paar grundsätzliche Kernaussagen, die lediglich durch die diversen Bilder unterstrichen werden. Zudem interessiert mich die Botschaft des Films nicht. Die ganze religiös angehauchte Denke über die Natur und das Enstehen und Vergehen, ist nicht mein Ding.

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                      • 5

                        Herzlich willkommen in der Malick School of Life
                        RIIIIINNNNGGGGG!!!!
                        Erste Stunde Geographie und Biologie im Block: Der Lehrer flüstert, ich versteh ihn kaum. Und wenn, was will er mir sagen. Was hat des jetzt mit den Bildern zu tun. Kann der mal aufhören zu flüstern. Zum Glück ist die Stunde gleich vorbei.
                        RIIIIINNNNGGGGG!!!!
                        Auf zur zweiten Stunde Ethik& Religion: Oh Gott, oh Gott! Schlaf ich gleich ein oder höre ich der flüsternden Stimme weiter zu?
                        RIIIIINNNNGGGGG!!!!
                        Ah wieder wach und ab zur dritten Stunde, Kunst: Geile Bilder, das kann man wohl sagen, wenn bloß diese flüsternde Stimme nicht wäre.
                        RIIIIINNNNGGGGG!!!!
                        Endlich vorbei und ab ins richtige Leben.

                        Das liest sich jetzt vielleicht härter als es ist. Aber Malicks Werk hat mich überhaupt nicht bzw. nur wenig gepackt. Das alles war mir zu trocken, auch zu bedeutungsschwanger. Er zeigt uns zwar scheinbar Alles. Doch hatte ich Nichts zum Greifen, zum Daranfesthalten. Das er das Leben begreiflich machen kann, erlebt man in der Mitte des Films. Da wird das Leben gezeigt, und ansatzweise lässt er es uns auch mitfühlen. Da werden mit großartigen Kamerafahrten nahezu unvergessliche Bilder von heranwachsenden toll aufspielenden Kindern gezeigt. Unbekümmert! Verspielt! Verletzlich! Das ist das Leben! Das ist stark! Davon hätte ich nur gerne mehr gesehen. Für den Rest geh ich in die Schule. Vielleicht nicht unbedingt in Malick seine.

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                        • 8 .5

                          Ein spiritueller Film über Schicksal und Vergebung...das Alles passiert, damit Du erkennen kannst wer Du bist und sein möchtest......wunderschön die dazu passenden Naturaufnahmen.

                          Die Szene mit dem Dino und der gesamte Film hat doch nichts mit Erziehungsfragen zu tun.....der Raubsaurier könnte töten, aber irgendetwas möchte nicht, dass der kleine Dino stirbt.....war es freier Wille des Dinos oder der Wille Gottes ?

                          • 6

                            Nicht, dass ich etwas gegen Symbolik oder Philosophie im Film hätte. Nein, wirklich nicht. Auch die Bilder sind zwar sinnlos, aber perfekt gemacht. Bleiben nur ein Paar Fragen: Was haben Dinos in einem Film zu tun, in dem es um Erziehung geht? Was soll mir der Film sagen? Warum wird er nicht konkreter, sondern bleibt immer nur vage, wo man alles hineininterpretieren kann? Wo bleibt die Aussage? Fragen über Fragen...

                            • mannypenny 11.12.2014, 11:49 Geändert 11.12.2014, 12:16

                              Unbeschreiblich schwer zu bewerten. Bisher noch nie in voller Aufmerksamkeit Geniesen können. Warum? keine Ahnung. Gestern habe ich ihn mal aufgenommen und muss ihn mir noch mal in Ruhe zu Gemüte führen.Einer der wenigen Werke bei denen ich zwischen 3.0 und 9.0 tendiere.
                              Eins zumindest ist klar. Wandelbarkeit kann man Brad Pitt nicht absprechen.Bin zwar bestimmt nicht sein grösster Fan, aber wenn man sich seine ganzen Rollen mal ansieht....irgendwie hat er es doch drauf.

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                              • 7 .5

                                Ein Bilder-Rausch, eine Klassik-Orgie, ein Philosophen-Traktat. Wer (noch) offen ist für eine langsame, bisweilen unstrukturierte Erzählweise: nur zu!

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                                • 6

                                  Eine Erinnerung an die Verletzungen der Kindheit und eine bombastische Schöpfungsgeschichte: Terrence Malick hat seinen neuen Film mit philosophisch-religiösen Fragen aufgeladen und mehr auf das Traktat denn auf die Geschichte vertraut. Ein Film, der alles will, und viel verspielt.

                                  • 8

                                    Faszinierend. Zum einem der Film und zum anderen, dass ich ihn mir überhaupt angesehen habe und dass er mir gefällt. Normalerweise bin ich schnell dabei, solche Filme als pseudo-intellektuellen Schmarrn zu verurteilen. Aber schon der Trailer hat mich irgendwie fasziniert. Irgendwie spüre ich, dass mir der liebe Malick wirklich was sagen will und nicht nur einfach tiefsinniges Bla Bla dreht um besonders kunstvoll zu wirken (wie es mir ansonst so oft vorkommt). Viele beschweren sich hier ja wegen der Story, aber ich denke, dass The Tree of Life gar keine Geschichte erzählen will und muss.
                                    Das Medium Film wird hier nicht in erster Linie verwendet, um durch eine Erzählung zu unterhalten, sondern einen Blick auf das Leben zu werfen. Zwar könnte man dies schön in einer Story verpacken, aber Malick lässt die Story einfach außen vor und konzentriert sich auf die Puren Emotionen, Fragen und Antworten die er uns über das Leben mitteilen will.
                                    Ich kann gar nicht so genau sagen warum ich den Film jetzt so gut fand. Ich habe teilweise einfach den Schmerz, die Verwirrung und die Fragen verstanden, die durch diese Bilder und vor allem in der Vater-Sohn-Beziehung zu sehen sind. Und selbst wenn man mit der Thematik nichts anfangen kann, bleibt der Streifen immer noch visuell ein Meisterwerk.

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                                    • 3 .5

                                      Sehr geehrter Mr. Malick, lieber Terrence,

                                      ich schreibe Ihnen heute und hier, weil ich Ihnen sagen will, dass es mir Leid tut. Nicht, weil ich Ihre Filme plötzlich anders bewerten würde als zuvor, nicht weil mir „The Tree of Life“ die Augen geöffnet hätte. Nein, vielmehr tut es mir Leid, weil ich schon wieder auf den Irrglauben reingefallen bin, dass ich einen Film von Ihnen mögen könnte. Immer wieder gab es Empfehlungen, dieser Film sei fantastisch und ich solle ihn doch nur mal ausprobieren. Manch einer war nur gespannt, was ich dazu sagen würde, nachdem ich zwei Filme von Ihnen bereits, gelinde gesagt, nicht wirklich mochte. Dabei wünschte ich es mir doch so sehr. Wer will schon Filme mit Absicht nicht mögen?

                                      Eigentlich hätten mir ja meine Erfahrungen mit „The New World“ und „Der schmale Grat“ eine Lehre sein müssen. Aber ich habe es wieder getan. Natürlich bin ich selbst schuld, aber ich hatte trotzdem die Hoffnung, dass mich vielleicht ja Ihr preisgekrönter Film „The Tree of Life“ irgendwie packen könnte. Stattdessen war aber alles noch schlimmer, als ich es je erwarten konnte. Ich will hier gar nicht auf alle (subjektiven) Mängel detailliert eingehen, dafür reicht mein Briefpapier auch gar nicht weiter aus. Aber ein paar Punkte muss ich dann doch ansprechen, damit Sie verstehen, was mir so sehr missfällt.

                                      Zum einen sind es die unerträglich pathetischen Off-Kommentare, die Dinge erzählen, fast schon predigen, die nicht wirklich zum Bild passen wollen. Sie wirken mir zu konstruiert, zu aufgesetzt. Es ist ja schön und gut, dass Sie die Welt von ihrer philosophisch-religiösen Sichtweise überzeugen oder diese wenigstens mitteilen wollen. Es ist ja niemand verpflichtet, dies auch zu übernehmen. Aber diese geschwurbelten Sätze über, einmal mehr, völlig unpassende Bilder zu legen, das verstehe ich einfach nicht. Es mag sein, dass ich hier zu sehr in der einerseits kognitiven, andererseits emotionalen Ebene verankert bin, dennoch will es einfach in meinen Kopf nicht hinein, wie man einen Text, der eher für ein philosophisches Fachbuch gemacht sein könnte, als angemessen für einen Film ansehen kann. Unabhängig davon sind natürlich einige dieser Fragen (überhaupt: sehr viel wird in Frageform geäußert) vielleicht interessant (was ja nicht heißt, dass sie richtig sind), nur passen sie halt, einmal mehr, nicht zum Gezeigten und vor allem werden sie sehr zäh gestellt.

                                      Weiterhin ist es das Vorspielen einer Bedeutsamkeit, die Sie immer wieder implizieren, die aber nie zu sehen und, das finde ich viel tragischer, auch nie zu spüren ist. Viel zu lange Blicke der Darsteller ins Nichts, manchmal mit, manchmal ohne Worte unterlegt. Diese Blicke scheinen auszusagen, dass sie mehr sind, als nur Blicke. Aber jedes Mal werde ich wieder enttäuscht und es entpuppt sich als fauler Zauber, um den Zuschauer bei der Stange zu halten und die zu langen Blicke bleiben nichts weiter als zu lange Blicke. Und dafür dann solch große Schauspieler wie Jessica Chastain, Brad Pitt und Sean Penn zu verschleudern, das ist eigentlich noch ein wenig trauriger. Immerhin sollten Pitt und Chastain noch ein wenig mehr Möglichkeiten erhalten, ihr Können zu zeigen. Penn hingegen war einfach überflüssig, so traurig das auch klingen mag.

                                      Drittens, aufbauend auf dem letzten Punkt, geht es um die unerträgliche Langsamkeit des Seins. Sie scheinen, einen neuen Rekord aufstellen zu wollen. Den Rekord, möglichst viel Zeit verstreichen zu lassen, ohne dass etwas passiert, weder in den Bildern, noch in ihrer „Geschichte“ oder den Charakteren. Es herrscht absoluter Stillstand und von Entwicklung kann ich leider nur wenig erkennen. Zudem gibt es viele Szenen, die einfach nur als „Pausenfüller“ erscheinen (was ja auch schon in „Der schmale Grat“ den Film um gut 30 Minuten aufgebläht hat). Merkwürdigerweise werden diese Szenen ebenfalls als bedeutungsvoll missinterpretiert, getreu dem Motto: „Ist von Terrence Malick, muss ja was bedeuten“. Dass Sie keine Geschichten erzählen können, das ist Ihnen ja wahrscheinlich selbst mittlerweile bekannt. Aber im Gegensatz zu meinen sonstigen Aussagen, rate ich Ihnen heute, ihren Enkeln doch Geschichten zu erzählen. Als Gute Nacht-, nein, eher als Einschlaf-Geschichte, da dürfte es äußerst wirkungsvoll sein. Sie werden sehen, ihre Enkel werden schlafen wie ein Stein.

                                      Nachfolgend werde ich aus Platzgründen einige weitere Elemente nur kurz aufzählen, die ich merkwürdig fand. Da wäre die katastrophale Schnittfolge Ihres Films, die mir nie wirklich gefallen hat. Die preisgekrönte Kamera kann ich ebenfalls über weite Strecken nicht nachvollziehen. Lediglich in der Mitte Ihres Films konnte Emmanuel Lubezki zeigen, was in ihm steckt, da ist sie auch phasenweise wirklich gut. Ansonsten war da viel Anstrengung und selten Schönheit dabei. Die musikalische Untermalung, die mit ihrem Windrauschen im Bürogebäude nur die Spitze des Eisbergs darstellt und ansonsten eine unheimlich über hoffnungs- bis (wieder einmal) bedeutungsvoll wirkende Musik enthält, passt ebenfalls überhaupt nicht zu den gezeigten unzusammenhängenden Bildern. Allerdings muss ich hier auch sagen, dass die Musik als Einzelmusik tatsächlich herausragend ist. Die Melodien, die Alexandre Desplat und Zbigniew Preisner („Lacrimosa“) hier verwenden (ich weiß nicht, ob sie tatsächlich alles selbst geschrieben haben), sind wunderschön und damit haben sich die Komponisten hier wahrlich selbst übertroffen. Was diese traumhaft schöne Musik aber in Ihrem Film zu suchen hat, das verstehe wer will. Würde hundertmal besser zu anderen Filmen passen, finden Sie nicht auch?

                                      Nun will ich noch diese tricktechnische Sequenz ansprechen. Erst mal muss ich sagen: Optisch ist sie tatsächlich gut gemacht, sehr angenehm zu betrachten und nicht so nervig wie beispielsweise in „2001“ (gut, schiefer Vergleich). Aber Sinn sehe ich hier leider überhaupt keinen. Natürlich, Entstehung der Welt in Ihrer Sicht, mit Urknall, Quallen, Dinosauriern und vielem mehr. Aber erstens: warum denn so lang(sam)? Und zweitens: Warum überhaupt? Einen Zusammenhang zwischen dieser langen Sequenz und der Familiengeschichte kann man sich zwar zusammenkonstruieren, sinnvoll erscheint das in meinen Augen allerdings nicht. Und ja, für mich ist Sinn schon etwas Wichtiges. Sinn in Bezug auf den Film und seine Darstellung. Und der ist für mich nicht vorhanden. Letztlich bleibt diese ganze Sequenz für mich lediglich ein Bildschirmschoner. Ein ausgesprochen schöner zwar, keine Frage. Aber eben doch ein Bildschirmschoner.

                                      Doch da war auch ein kleiner Lichtblick. Die Familiengeschichte um den jungen Jack. Die leidet zwar auch immer wieder unter Ihren pathetischen und manchmal aufgesetzten Inszenierungskatastrophen, unter einer Bedeutungsvorgauklung, die auch hier mit ihrer Langsamkeit, den merkwürdigen Pausen usw. für mich manchmal unerträglich ist, aber manchmal blitzt da wirklich so etwas wie Emotionalität auf, wie wirkliche Schönheit, wie Stimmigkeit. Erzählen können Sie zwar auch da nicht, sondern stellen auch weiterhin nur einzelne Fragmente in der Geschichte des jungen Jack dar, aber Sie finden immer wieder ein harmonisches Miteinander aus Musik, Bildern, Text, Schauspiel und Emotionen. Nicht immer, das nicht, aber doch oft genug, um zu zeigen, dass sie es doch können. Da kann man auch einigermaßen verzeihen, dass sie ihre Predigt auch hier nicht lassen können.

                                      Zusammengefasst: Während Ihr Rahmen des Films also tatsächlich ein meiner Meinung nach ein hassenswertes Beispiel ist, wie man auf keinen Fall einen Film machen darf, so zeigen Sie mit der Familiengeschichte, dass sie es zumindest ansatzweise können. Zwar lösen Sie sich auch weiterhin nicht von den Ihnen eigenen und von manch einem als „Kunst“ oder „Philosophie“ abgefeierten Phrasen, einem übertriebenen (negativen?) Pathos und ihrer Aufgesetztheit, aber sie schaffen es wenigstens, immer wieder Emotionen zu wecken und auch ein stimmiges Gesamtbild zu kreieren. Leider nicht konsequent genug und auch nicht fortlaufend, aber immerhin.

                                      Lieber Terrence, ich wäre über eine Stellungnahme sehr erfreut. Falls Sie mich nicht davon überzeugen können, dass Ihre weiteren Filme völlig anders sind als „The Tree of Life“ oder die beiden anderen genannten Filme, falls sie mir sagen, dass die Familiengeschichte nur ein (ungewollter) Ausrutscher war, dann werde ich wohl oder übel davon Abstand nehmen müssen, weitere Filme von Ihnen anzusehen. Dann muss ich nämlich festhalten, dass mir Ihre komplette Art, einen Film zu machen, weder tolle Einsichten in ein von Ihnen gewähltes Thema gibt, noch einen unterhaltsamen oder ergreifenden Filmeabend beschert. Sie ödet mich an und lässt mich, vor allem dank Off-Kommentar und Zusammenhanglosigkeit, meist sogar genervt, gelangweilt und verärgert zurück.

                                      Natürlich fände ich es durchaus schade, wenn ich keinen Film mehr von Ihnen sehen könnte, immerhin werden diese überwiegend gelobt. Und ich gönne es jedem, der Ihre Filme genau so mag, wie sie sind. Doch nach all den Enttäuschungen sehe ich dann für mich keine andere Möglichkeit mehr, als dass dies der letzte Film war, den ich von Ihnen gesehen habe. Bis dahin verbleibe ich mit einem kleinen Fünkchen Hoffnung auf Besserung.

                                      Mit freundlichen Grüßen,

                                      Kobbi (Kein Fanboy)

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                                        Weniger einer eigentlichen Handlung, sondern mehr einer Abfolge verschiedener Bildkompositionen, besticht "The Tree of Life" vor allem durch die künstlerische Position der bildlichen epischen Leinwandbreite. Da zeichnet Terence Malick sogleich die Abfolge über die Enstehung des Kosmos und deren jedwediges noch so kleines Leben. Da begleiten wir, [anders ist es nicht zu beschreiben], die Familie O´Brien in verschiedenen Ereignissen der Lebensabläufe mit großspurigen esoterischen Wahrsagungen und handfesten Bibelzitaten. Ein ganzes Universum über das Sein. Das Leben in seiner facettenreichen Vielfalt. Unverständlich, zu komplex und dennoch eingehend. Das Prozedere als Abfolge im esoterischen Garten der Hingabe, über die Werdung des Lebens ist teils sperrig und faszinierend zugleich. Das liegt am Ende bei jedem Zuschauer selbst, was er aus den wundervollen fast Leinwandgleichen und orchestralisch musikalisch untermalten Bildern für sich mit nimmt. Ein eindrucksvoller Film für die Sinne.

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                                          Schon für den schmalen Grat konnte ich kaum Verständnis aufbringen und so ist auch "The Tree of Life" ein für mich kaum zu durchdringendes Machwerk. Da helfen auch die fantastischen Bilder nicht.

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                                            "The Tree of Life" ist eher ein Erlebnis als ein Film. Das gilt, solange Terrence Malick seine ausdrucksstarken Bilder auf die Leinwand bringt, und nicht versucht, eine Geschichte zu erzählen, oder besser gesagt Fragmente einer Geschichte.

                                            Vielleicht möchte uns der liebe Herr Malick zeigen, was für schöne Dinge das Leben bietet, und in einer Zeit, in der ich denke, dass man den Sinn für das Harmonische und das Herz etwas verloren hat - ich glaub, der Hang zur Begeisterung geht leicht zurück - ist ein Film, der sich Zeit nimmt, den Zuschauer durch die wunderbaren Bilder dieses Universums daran zu erinnern, dass es soviel Schönes auf der Welt gibt, genau das, was einige Misanthropen und Pessimisten brauchen, um sich am Leben doch noch erfreuen zu können.
                                            Und in diesen Momenten kommt "The Tree of Life" mit einer ähnlichen Wucht daher wie 'Koyaanisqatsi' oder '2001: Odyssee im Weltraum'.
                                            Mit einer zumeist ruhigen, aber manchmal doch raschen Kameraführung fängt Malick wirklich bombastische Bilder ein, und erzeugt einen Rausch aus Faszination und Überwältigung, und zeigt sowohl die Natur von Mutter Erde, das Universum und überraschenderweise auch die Zivilisation - es gibt z.B. eine Szene, in der durch eine bei Nacht beleuchtete Stadt im Höchsttempo gefahren wird, und deren Lichter somit malerisch verlaufen und Farbenspiele erzeugen.
                                            Dann aber sehen wir wieder Bilder einer Geburt, oder Leuten, die ihrer (Büro-)Arbeit nachgehen.
                                            Diese Szenen sind größtenteils unkommentiert, und lassen dem Zuschauer freien Raum zur Empfindung, sie zeigen für mich die Vielfalt dieser wunderbaren Welt, in aller Pracht.
                                            Es folgen dann animierte Aufnahmen zu Zeiten der Dinosaurier oder des Urknalls, die ebenfalls von Leben und Tod zu erzählen scheinen und Theorien zur Entstehung der Evolution und der Entstehung jeglicher Existenz zeigen.

                                            "The Tree of Life" zeigt aber freilich auch Bilder religiöser oder esoterischer Natur, aber was ist dagegen einzuwenden? Gehören diese Dinge zur Philosophie und zum Leben nocht auch schon seit jeher dazu?
                                            Und warum kann man nicht auch ausschließlich an eine allgegenwertige Macht glauben, oder an ein Leben nach dem Tod, ohne, dass man sich an die Schriften eines heiligen Buches binden will.
                                            Ich bezeichne mich weitgehend als Agnostiker, und als relativ unesoterisch, glaube aber an mein inneres Tier, ohne mich jetzt uneingeschrenkt als Therianthrop bezeichnen zu können.
                                            Es sind die irdischen, und überirdischen Dinge, sein sie nun existent oder auch nicht, die das Leben ausmachen.
                                            "The Tree of Life" zeigt all das, stellt nur durch reine Bilder allgegenwärtige und bewusstseinserweiternde Fragen, und ist in der Hinsicht wohl das größte Ereignis, welches filmisch möglich ist.

                                            Und dann macht "The Tree of Life" aber einen entscheidenden Fehler: er beginnt, diese anhand eines Beispiels zu zeigen.
                                            Er nimmt dem Zuschauer dadurch die Denkaufgabe ab, er überlässt es ihm nicht, sich zu den Bildern selbst Gedanken und Assoziationen zu machen.
                                            Gezeigt wird eine Familie in den 1960er Jahren, bestehend aus dem Vater, der Mutter und den 2 Söhnen.
                                            Die Eltern vertreten zwei komplett gegensätzliche Weltanschauungen, nämlich glaubt die Mutter an die Seele, die Harmonie und innere Kraft, und fühlt mit ihrem Herzen, während der Vater erfolgsorientiert, rational und taktisch agiert, und sich somit von seinem Verstand leiten lässt. Die Söhne erfahren freilich durch die Eltern eine Prägung, in welchem Ausmaß auch immer.
                                            Diese grundsätzlich interessante Grundidee wird nicht als Geschichte, sondern als Aneinanderreihung alltäglicher Szenen dargestellt.
                                            Leider, muss ich sagen, passt dieses Element nicht unbedingt in den Film, der alleine durch Bildsprache mehr erreichen könnte.
                                            Denn wo er noch über weite Strecken unheimlichen Eindruck auf den Zuschauer hinterlässt, und ihn, obwohl er zu keiner Zeit verbal kommuniziert, dazu zwingt, aktiv mitzuerleben - mit der Berauschung stellen sich automatisch auch die philosophischen Ansätze, denn im Betrachter wird etwas ausgelöst - wird er während seiner wirklich filmischen und narrativen Szenen leider fast schon banalisiert.
                                            Denn so besonders wirkt er nicht mehr, wenn er sich erstmal konventioneller Mittel wie Charakteren, Dialogen oder Interaktion bedient, da man hierdurch auch ganz klare Sympathien aufbauen kann.
                                            Ich meine, wie sollen Aufnahmen einer Landschaft, einer Explosion oder eines Gebäudes als Identifikationsfiguren dienen? Eben, es geht nicht - der Zuseher ist Teil des Erlebnisses, und ist selbst die Hauptperson. Hat man nun aber die Charaktere und das Geschehen hinzugefügt, so wird der Zuschauer lediglich zum passiven Betrachter und ist nicht mehr aktiver Bestandteil des Films.
                                            Man kann sich mehr oder weniger zurücklehnen, und ihn wie jedes andere cineastische Werk betrachten.

                                            Ich persönlich empfinde es so, dass der wirklich erzählerische Teil, der Spielfilmteil, dem unkommentiert dokumentarischen, der in meinen Augen der weitaus bessere ist, im Wege steht.
                                            Ich bin mir jedoch sicher, dass viele das genau umgekehrt sehen werden.
                                            Somit bleibt "The Tree of Life" ein toller Film, und ist zu Teilen ein Meisterwerk, als Gesamtwerk kommt er jedoch nicht so hoch hinaus, wie er könnte.

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                                              Andiko78 21.10.2014, 16:37 Geändert 07.01.2015, 23:47

                                              Der eine liebt ihn, der andere hasst ihn. Ich gehöre zur Kategorie 1. Wenige Filme spalten die Gemüter so wie Tree of Life. Alleine schon die Entstehung des Universums und im Hintergrund "Lacrimosa" lässt ein förmlich zerfließen. Dann diese intelligente Auseinandersetzung mit dem Vater-Mutter-Konflikt, den jeder Mensch bewusst oder unbewusst hat. Und der unverarbeitete Verlust des Bruders, die Frage nach dem Sein, der eigenen Stellung im Universum. Traumhafte Bilder, stimmiger Soundtrack und eine gute schauspielerische Leistung von allen Akteuren. Terrence Malick hat all sein Wissen und Erfahrung in diesen Film gelegt. Einziger Wermutstropfen ist das Ende, welches vielleicht doch etwas zuviel Erlösungsspektakel ist. Aber sonst ist der Film einfach nur schön.

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                                                verwirrt + fasziniert = wow!

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                                                  Als ich "The Tree of Life" zum ersten Mal gesehen habe, war ich enttäuscht und verwirrt - Jessica Chastain und Brad Pitt zeigen zwar, wie gut sie schauspielern können, die Kameraführung fand ich beeindruckend und die Bilder zwar schön, aber merkwürdig und unzusammenhängend. Das Ende hat mich völlig überfordert, ich habe die Voice-overs einfach nicht begriffen und weder Sinn noch Tiefe in dem Film erkannt.

                                                  Jahre später habe ich dem Film eine zweite Chance gegeben. In der Zeit hat sich vieles in meinem Leben verändert - ein geliebter Mensch ist gestorben und meine Faszination für den Weltraum, für Philosophie, für "die großen Fragen der Menschheit", für unkonventionelle Erzählweisen von Storys (bin nebenbei Autor) und künstlerisch wertvolle Filme wie "2001 - A Space Odyssey" ist regelrecht explodiert.

                                                  Und plötzlich hat "The Tree of Life" mir das Herz gebrochen. Es gibt ganz wenige Filme, die es geschafft haben, mich zum Weinen zu bringen - spontan fällt mir jetzt nur "Dead Poets Society" ein.

                                                  Man muss wissen, was einen bei Terrence Malick erwartet. Christopher Nolan und David Fincher sagten in einem Interview, bei ihm sei es wie bei Kubrick oder Hitchcock - der visuelle Stil, die eingefangenen Bilder, stehen in einer untrennbaren Beziehung zu der erzählten Geschichte bzw. dem Gefühl, das der Film beim Zuseher hervorrufen will.

                                                  Jessica Chastain hat die Dreharbeiten als sehr ungewöhnlich, spontan und offen beschrieben - ich finde es zum Beispiel interessant zu wissen, dass die Jungschauspieler nie das Drehbuch gelesen haben - und dass sich die Szene, in der der Schmetterling auf Chastains Fingern landet, (wie so viele andere) rein zufällig ergeben hat. Von den visuellen Effekten weiß ich, dass für die Weltraumszenen mit echten Flüssigkeiten und Farbstoffen experimentiert wurde, und dass Douglas Trumbull (2001, Blade Runner) dafür zuständig war. Aber ich glaube nicht, dass ich mir jemals ein komplettes Making of ansehen werde - das würde nur die Illusion zerstören. Erwähnenswert sind jedoch noch die beeindruckende Kameraführung (Stichwort Steadicam) und der gelungene, zu jeder Zeit stimmige Soundtrack.

                                                  Ich denke, dass "The Tree of Life" ein Film ist, zu dem man entweder eine emotionale Verbindung hat, oder eben nicht. Er ist voller Philosophie, Metaphern und unbeantworteten Fragen um den Sinn unserer Existenz und wohl ein sehr persönliches Werk für Malick, der damit hauptsächlich ausdrücken will, dass wir alle Erlösung finden können, und dass es zwei Wege durch das Leben gibt - "nature" und "grace", die er in den Naturaufnahmen ausdrückt, und auch auch in den unterschiedlichen Lebenseinstellungen und Erziehungsmethoden von Jacks Mutter (sie steht für "grace") und Vater (er steht für "nature") wiederspiegelt - zwei Lebenseinstellungen, die in Jack miteinander ringen, seit er ein Kind ist.

                                                  Natürlich könnte man den Film an dieser Stelle zu Tode analysieren und Szene für Szene hinterfragen, aber ich belasse es dabei, denn jeder sollte für sich nach seiner Bedeutung suchen. Dass manche absolut nichts mit dem Film anfangen können, verstehe ich gut, weil es mir selbst so gegangen ist. Und wenn man den Film nicht auf einer gewissen emotionalen Ebene sieht, kann man ihm einiges vorwerfen und viel kritisieren. Der einzige Vorwurf, den ich jedoch nicht verstehe, ist dass der Film nicht tiefgründig genug sei. Alleine der Titel "The Tree of Life" / "Der Baum des Lebens" ist ein Motiv, das man in unzähligen Kulturen und Glaubensrichtungen findet, und mit dem wir alle etwas verbinden können.

                                                  Für mich ist "The Tree of Life" mehr als ein Film - er ist ein mutiges, unkonventionelles Kunstwerk, eine Hymne auf das Universum und auf das Leben, ein Hoffnungsschimmer auf Erlösung, ein berührender, atemberaubend schöner Traum.

                                                  "Help each other. Love everyone. Every leaf. Every ray of light. Forgive." - Mrs. O'Brien (Jessica Chastain)

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                                                    Für "The Tree of Life" nahm sich Terrence Malick wieder einige Jahre Zeit, allein 3 Jahre verbrachte er nur im Schneideraum.
                                                    Es ist erneut ein Mammutwerk, das Malick dem Zuschauer bietet. Der Regisseur hat viel zu erzählen, aber noch viel mehr zu zeigen. Genauso wie die einzigartige, faszinierende Kameraarbeit von Emmanuel Lubezki, der hier eine seiner besten Leistungen überhaupt abliefert, kreist Malick um verschiedene tiefschürfende Themengebiete.
                                                    Überwiegend aus der Perspektive von Jack, einem Architekten, der mit sich selbst im Unklaren ist, spannt der Regisseur erzählerisch einen Bogen rund um die Entstehung allen Lebens, Glaubensfragen, menschliche Konflikte, familiäre Wurzeln oder das Gleichgewicht zwischen Entscheidung und Vorherbestimmung.
                                                    In Verbindung mit der meisterhaft ausgearbeiteten, assoziativ-meditativen Schnittfolge und den einmaligen Bildern von Lubezki nähert sich Malick dem Wesen einer texanischen Familie in den 50er-Jahren an. Genauso fragmentarisch und fetzenhaft wie die Erinnerungsstücke von Jack bietet der Regisseur dem Zuschauer lediglich Eindrücke und lose wirkende Szenensprünge, die er selbst zu einem Bild formen darf.
                                                    Mutig scheut Malick ebenfalls keine inszenatorischen Grenzen und fädelt mitten in die Handlung eine fantastisch aussehende Passage ein, in der er seine eigene Version des Urknalls sowie der Entstehung von Planeten und Lebensformen präsentiert.
                                                    Im Kern geht es aber um die Kindheitserinnerungen von Jack, wie er mit seinen Brüdern aufwächst, wie die Jungs liebevoll und zärtlich von der Mutter aufgezogen werden, aber auch wie sie unter der strengen, autoritären Hand des Vaters (grandios von Brad Pitt gespielt) leiden. Dabei fällt es dem erwachsenen Jack schwer, ein Fazit über sein Leben zu ziehen, seine eigenen Hintergründe einordnen zu können und letztendlich zu verstehen, welche Entscheidungen und Einflüsse ihn zu dem Mann gemacht haben, der er schließlich wurde.
                                                    Aus diesem unkonventionellen Erzählfluss, der aus konkreten Rückblenden, träumerischen Erinnerungsfragmenten, Perspektivwechseln sowie den markanten, tiefgründigen Monologen und teilweise eingestreuten religiösen Zitaten besteht, formt sich ein thematisch tonnenschweres Werk, welches zusammen mit der faszinierenden Inszenierungs- sowie Schnittvorgehensweise und den authentischen Darstellern eine spezielle, einzigartige Seherfahrung formt, die bewusst spaltet.
                                                    Mit "The Tree of Life" schuf Regisseur Terrence Malick, der ohnehin noch nie für leichte Kost bekannt war, so ziemlich seinen kontroversten Film. Die Themenvielfalt, zusammen mit der genialen Inszenierung und der ambitionierten, philosophischen Betrachtungsweise seiner vielschichtigen, oftmals fragmentarischen Erzählung ergibt ein faszinierendes, polarisierendes Werk, welches jeder Zuschauer anders auffassen und verarbeiten wird.

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