True Romance - Kritik

US 1993 Laufzeit 120 Minuten, FSK 18, Drama, Kriminalfilm, Road Movie, Thriller, Kinostart 27.01.1994

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    der cineast 19.04.2015, 21:50 Geändert 19.04.2015, 21:50

    Süß ist Patricia Arquette allemal, der Film anfangs sogar auch: Liebe muss immer im Kino beginnen. So weit, so gut. Dann kommen die lausigen Nebenfiguren. Super selbstironisch: Der schöne Brad Pitt als Kiffer und dann der schlimmste Zuhälter der Filmgeschichte: Gary Oldman hatte wirklich zu viel Coke auf dem Cock. Und dieses unerträglich postmoderne Gewäsch. Nach der intensiven und unvergesslichen Szene zwischen Walken und Hopper kommt aber leider auch nichts mehr. Bei TRUE ROMANCE ist irgendwie alles zu hipp, zu crazy, zu abgefahren. Und die Liebe zwischen einem von der Tarantel gestochenen Christian Slatter und der hübsch-naiven Arquette traut man auch keine Sekunde über den Weg.

    • 8

      "True Romance" macht Spaß, ist cool und nimmt sich vor allem selbst nicht zu ernst...und doch ist man am Ende nicht ganz zufrieden, weil einen der Gedanke nicht los lässt, wie genial der Film geworden wäre, wenn der Drehbuchautor auch noch die Regie übernommen hätte:-)

      Aber das ist natürlich Jammern auf hohem Niveau und wenn man diesen Gedanken ausblenden kann, bekommt man beste Unterhaltung geboten.

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      • 7 .5

        habe den Film nun das zweite mal geschaut, muss ehrlich sagen ich hatte den Film besser in Erinnerung.
        Die Geschichte ist eigentlich ganz gut (Drehbuch von Quentin Tarantino sehr gut), aber er hatte leider einige Längen und zwischendurch fand ich ihn sogar bisschen langweilig.
        Bin überzeugt, wenn Tarantino auch die Regie übernommen hätte wäre der noch besser geworden.

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        • 9
          Jorah 11.02.2015, 20:26 Geändert 11.02.2015, 22:03

          Anmerkung:
          Ich weiß, das ist eigentlich kein Tarantino-Film, aber er hat zumindest das Drehbuch dazu geschrieben und der Film ist in meinem Blu-Ray Boxset, so what?

          JORAH SCHAUT TARANTINO #2
          TRUE ROMANCE

          Ursprünglich schrieb Tarantino ein 500 Seiten starkes Drehbuch für ein riesiges Film-Epos namens "The Open Road". Da dieses aber von sämtlichen Studios abgelehnt wurde, wurde es später eingeteilt in Tony Scotts TRUE ROMANCE und den ziemlich abweichenden NATURAL BORN KILLERS von Oliver Stone. Dabei stellt TRUE ROMANCE gerade mal den ersten Akt des Drehbuchs dar, erzählt trotzdem eine in sich abgeschlossene und stimmige Geschichte.

          Im Mittelpunkt steht dabei der Kung-Fu-Film-Fan Clarence (Christian Slater in einer seiner ersten Rollen), der im Kino das Call Girl Alabama (Patricia Arquette) kennenlernt und sich prompt in sie verliebt. Blöd nur, dass Alabamas Zuhälter Drexl (genial gemimt von Gary Oldman) das gar nicht gefällt und die beiden sich so bald mit einem Koffer Kokain auf der Flucht vor der Mafia befinden...

          TRUE ROMANCE ist ein klassisches Roadmovie und stellt dabei eine Mischung zwischen berührender Liebesgeschichte und brutalem Thriller dar und man merkt sehr, dass das ganze aus der Feder von Tarantino stammt. Die Dialoge sind wie immer grenzgenial (berühmtestes Beispiel ist hier wohl das Gespräch zwischen Dennis Hopper und Christopher Walken) und auch der Gewaltpegel ist ordentlich, auch wenn es mir ein Rätsel warum gerade dieser Film von der FSK eine ab-18-Freigabe bekommen hat. Da gibt es deutlich brutalere Filme, gerade von Tarantino, die da gnädiger bewertet wurden.
          Der größte Pluspunkt von TRUE ROMANCE ist allerdings seine absolute coolheit ("You're so cool!"). Der Mix aus Action, Thrill und Warmherzigkeit entwickelt irgendwann einen Flow dem man sich nicht mehr entziehen kann und der Spaßfaktor ist so extrem hoch, dass man dem Film seine Länge von zwei Stunden gar nicht anmerkt.
          Man bekommt wilde Schießereien, den imaginären Elvis Presley und einen bis in die Nebenrollen top besetzten Cast (unter anderem Christopher Walken als sizilianischen Mafiosi, Brad Pitt als bekifften Zimmergenossen und James Gandolfini als das größte Arschloch im gesamten Film).

          AB HIER SPOILER

          Ursprünglich war eigentlich ein anderes Ende von Tarantino vorgesehen als im endgültigen Film. Clarence sollte die Schießerei im Hotel nicht überleben und Alabama macht sich schlussendlich alleine mit einem beleidigten(?) Monolog, in dem sie über ihren Ehegatten abkackt, auf den Weg.
          Ich bin froh, dass Tony Scott sich hier durchgesetzt hat.
          Mal abgesehen davon, dass dieses Ende komplett gegen Alabamas Charakter geht, zerstört es sämtliche Romantik. Wie Tarantino selbst sagte: dieses Ende hätte in seinen Film gepasst. Aber nicht in Scotts. Er hat dem Film eine besondere Art von Zauber verpasst, der dadurch komplett vernichtet worden wäre würde (Konjunktiv uargh!).
          Danke Tony Scott.

          4
          • 7 .5

            "True Romance"

            Ein verdammt cooler Film der unter Tarantinos Regie wohl zu einem großen Meisterwerk geworden wäre.
            Denn die Geschichte die uns hier über Clarence Worley erzählt wird, wirkt extrem autobiographisch, als wäre es der junge Tarantino der hier im Kino sitzen würde, sich reihenweise Kong Fu Filme ansieht und Elvis Presley verehrt.
            Die "Romance" des Films ist dann auch mehr als überzeugend geworden, wenn man dem Zuschauer ein unkonventionelles Pärchen par excellence bietet, dass einen Dreck auf Konventionen gibt und sicherlich den Vorstellungen von so manchem Filmfan entspricht.
            Die Geschichte überzeugt, durch ihre Eigenheiten und die Darsteller, wozu man einen starken Soundtrack hat, dass man verwundert ist, was für eine überzeugende True Romance Tarantino hier gesponnen hat.

            Doch was das Geschehen im restlichen Film angeht, macht den Streifen auf der einen Seite zwar abwechslungsreich und "besonders" aber unter der "konventionellen" Regie Scotts (glaube Tarantinos unchronologische Erzählung wäre hier passender gewesen und hätte das Gezeigte mehr abgerundet) irgendwo sehr unausgeglichen.
            Die Actionszenen sind zwar brutalst in Szene gesetzt und im starken Kontrast zu der anfänglichen Romanze, dass einen diese ungewohnte Mischung zwar Spaß macht aber zumindest mich ein wenig überforderte. Ich könnte nichtmal genau beschreiben, was es ist, aber unter Scott entwickelt sich nicht der richtige Tarantinoflow, der Streifen ist nicht so in sich geschlossen, wie ein "Reservoir Dogs" oder "Pulp Fiction".
            Bei einem solchen Film mit Szenen wie der "Sicilian Scene" oder der Ausgangslage des Paares das mit einer Tasche voll Koks nach L.A. will, weiß man halt, dass man sich in einem Tarantino Werk befindet und dass hier seine Regie fehlt, fällt hier eben doch negativ auf.

            Dieser (sehr persönliche) Eindruck drückt zwar ein wenig auf die Wertung aber durch viele schon genannte positive Punkte, viele tolle Ideen und letzten Endes durch die überragende(!!!) Riege der Nebendarsteller wo Christopher Walken, James Gandolfini, Dennis Hopper, Brad Pitt und Gary Oldman das Beste aus ihren Rollen rausholen, bekommt "True Romance" 7,5 Punkte, wenn auch das Gefühl bleibt, das hier mehr hätte drin sein können.

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            • 7 .5

              Seichtes kleines Filmchen über Liebe und andere Nebenwirkungen, das geprägt ist von seinen brillanten Darstellern und seinem tollen Drehbuch.
              Bei den Dialogen merkt man, dass hier Tarantino seinen unverwechselbaren Stempel mit aufgedrückt hat und man erkennt die klaren Parallelen zu Natural Born Killers, der auf der gleichen Story basiert.
              Dennoch unterscheiden sich die beiden Filmen unheimlich in der ganzen Machart und auch der Ausuferung voneinander.
              Während bei Natural Born Killers Schwerpunkte gesetzt werden, ist True Romance relativ schwammig und das ist auch mein einziger Kritikpunkt an dem Film.
              Normalerweise mag ich es, wenn ein Streifen kein Genre kennt und zwischen einzelnen Einstufungen springt.
              Ich liebe es, wenn sie unberechenbar sind, aber bei True Romance hat mich das irgendwie gestört.
              Zwischendurch handelt es sich um eine Romanze, dann wieder um einen Mafiafilm, dann wieder um einen Thriller, aber so richtig stimmig ist diese Mischung für mich nie.
              Davon abgesehen gibt es für mich jedoch nichts zu beanstanden, denn sonst harmoniert alles recht gut miteinander.
              Der Soundtrack ist grandios, die Schauspieler sind nicht nur namenhaft, sondern spielen auch dementsprechend, die Sprüche sitzen und die Action ist cool gemacht.
              Die Liebesgeschichte ist wunderschön, auch wenn sie komplett unkonventionell ist und sich ganz schön vom Mainstream abhebt.
              Normalerweise bleiben mir Filme, die in irgendeiner Form mit Tarantino zusammenhängen immer ewig im Gedächtnis, anders True Romanace, es fällt mir unheimlich schwer mich lange nach der Sichtung an den Film zu erinnern.
              Tony Scott´s Inszenierung ist für mich auf keinen Fall schwach, aber es gelingt ihm meiner Meinung nach nicht, die Komplexität des Drehbuchs, der Story, gleichmäßig einzufangen.
              Stattdessen sind einige Sequenzen in meinen Augen zu kurz geraten und andere wiederum zu lang, so dass ich oft unbefriedigt zurückbleibe.

              Unterm Strich betrachtet ist True Romance für mich trotzdem ein guter und empfehlenswerter Film, der sich zwar nicht in die Festplatte brennt, aber durch zielsichere Dialoge, tolle Darsteller und einem klasse Soundtrack überzeugen kann.

              10
              • 8

                Bittersüße Ballade aus Liebe, Blut, Waffen und Kokain.
                Die wahre, ehrliche und echte Liebe überwindet alle Widerstände.
                Da haben Koksdealer, Zuhälter, Mafiosi und Cops nicht die geringste Chance.
                Ist aber kein Wunder, wenn dein Mentor, der Geist des verstorbenen King of Rock´n-Roll persönlich ist.
                Clarence, und das von seinem Chef für Ihn engagierte Call-Girl Alabama, verlieben sich Hals über Kopf ineinander und heiraten direkt am nächsten Tag.
                Beim Versuch Alabama aus dem Milieu zu befreien fällt den Beiden zufällig ein Koffer voller Koks in die Hände, und von da an werden Sie von den unterschiedlichsten Interessenvertretern gejagt, bespitzelt, bedroht und verprügelt.
                Allein der Neben-Cast ist schon zum Niederknien.
                James Gandolfini, Christopher Walken, Dennis Hopper, Samuel L. Jackson, Val Kilmer, Brad Pitt, GaryOldman und weitere spätere Hollywood-Größen dürfen hier in Nebenrollen glänzen.
                Eine der grandiosesten Szenen bestreiten dann auch Walken und Hopper, in einem blutig endenden Rede-Duell.
                Witzig, hier Conchata Ferrell, (Charlies Haushälterin aus Two and a half man) als Schauspieler-Agentin zu erkennen.
                Patricia Arquette als Alabama ist zuckersüß und zum Verlieben, und Christian Slater kommt auch grundsymphatisch in der Rolle des anfangs etwas "nerdig" wirkenden, aber später sehr souveränen und toughen Clarence rüber.
                Man möchte Ihnen ein Happy-End gönnen.
                Dafür, dass "Natural Born Killers" auf dem gleichen Tarantino-Skript beruht, unterscheiden sich die beiden Filme im Ergebnis doch ganz enorm.
                Obwohl Beide, alleine schon durch die Dialoge, durchaus eine tarantinoeske Athmosphäre versprühen.

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                • 7
                  Dr.Hasenbein 28.01.2015, 20:13 Geändert 28.01.2015, 20:14

                  Ich bleibe dabei, True Romance hätte unter Tarantinos Regie ein viel besserer und wirklich geiler Film werden können.
                  Leider hat er ja das Drehbuch dazu (aufgeteilt) verkauft und Tony Scott und Oliver Stone haben sich der Geschichte angenommen und zwei klomplett unterschiedliche Filme daraus gemacht.
                  Beim direkten Vergleich muß ich auf jeden Fall sagen dass mir Oliver Stones "Natural Born Killers" von dem sich Tarantino ja distanziert deutlich besser gefallen hat.
                  Scott macht hier eigendlich nicht viel falsch, schafft es aber nicht ganz die von Tarantino vorgefährtigte Story so auf den Bildschirm zu zaubern wie es eben er selbst geschafft hätte.
                  Das Grundgerüst steht mit all seinen kleinen Feinheiten, und auch die Besetzungsliste liest sich wie die Creme de la Creme von Hollywood, aber irgendwie schafft es True Romance bei mir nicht voll und ganz zu überzeugen.
                  Und das obwohl ich es in regelmäßigen Abständen immer wieder versuche.
                  Zwar ist die letzte halbe Stunde sehr cool und gefällt mir wirklich sehr gut, davor gibt es aber einfach zu viel Leerlauf.
                  Wobei natürlich die Unterhaltung zwischen Hopper und Walken im Wohnwagen mega cool und die wohl beste Szene im gesamten Film ist.
                  Schlecht ist True Romance natürlich nicht, und in gewissen Abständen gucke ich ihn wie gesagt immer wieder gern, aber hier wäre auf jeden Fall auch mehr drin gewesen!
                  Vielleicht war Actionfilm Regisseur Tony Scott einfach der falsche Mann für einen solchen Film!

                  • 10

                    Ich liebe diesen Film! Die Besetzung, die Dialoge, die Filmmusik, die "Bonnie&Clyde" Handlung, das übertriebene.
                    Dieser Streifen ist zeitlose Kunst, durch und durch!

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                    • 6

                      Hauptsache übertriebene Action, Geballere und viel Blut. Wie der Film so eine hohe Wertung haben kann ist mir unverständlich. Aber das ist wohl eben, was die Menschen sehen wollen. Kein Wunder, dass nur noch Mist produziert wird.

                      • 8

                        (könnte man als Spoiler auffassen)

                        Wie er heimkommt, sich hinsetzt, "Ich hab ihn getötet" sagt und einen Hamburger isst. Priceless.

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                        • 6 .5

                          hätte Tarantino ihn doch selbst inszeniert...

                          • 9

                            Schon allein wegen des Dialog's zwischen Hopper und Walken fast schon ein must see, eine szene die man nie mehr vergisst

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                            • 6

                              An sich kein schlechter Film, aber wirklich umgehauen hat er mich nicht. Schade eigentlich, denn die Mischung aus Scott, Tarantino, Zimmer und dem prominenten Cast hätte mich eigentlich überzeugen müssen!? Wie heißt es so schön: Der Funke wollte wohl einfach nicht überspringen.

                              • 9
                                sachsenkrieger 25.12.2014, 22:27 Geändert 11.02.2015, 00:46

                                Achtung Spoiler

                                Weißt du, ich hab mir immer gesagt, wenn ich ´nen Typ knallen sollte ... ich meine wenn ich müsste ... wenn mein Leben davon abhängt ... dann würd´ ich Brad Pitt vögeln - sachsenkrieger

                                Braddie hat, wie etliche namhafte Kollegen eines gigantischen Schauspielerensembles, nur eine sehr kurze Rolle. Einen Vorteil genießt er aber gegenüber den meisten von ihnen, denn er überlebt anscheinend. Zum Cast zählen Hollywoodboliden wie Christopher Walken, Dennis Hopper oder James Gandolfini, die alle in diesem abgedrehten Gangsterstreifen über die wahre Liebe zur Höchstform auflaufen. Besonders das kurze Zusammenspiel zwischen Hopper und Walken hat fast schon eine hypnotische Wirkung.

                                Vielleicht hätte Quentin Tarantino lieber das Drehbuch zu RESERVOIR DOGS verkaufen sollen und dieses, aus dem neben TRUE Romance auch noch NATURAL BORN KILLERS entstand, behalten sollen. Er machte es umgekehrt. Aber wie meine Ma immer so schön sagte, wenn ich einer vergebenen Gelegenheit nachzutrauern gedachte: "Hätt´ der Hund nich´ geschissen, hätt´ er´n Hasen gekriegt." Tony Scott macht seine Sache hier auch ziemlich gut und liefert einen irre spannenden und saukomischen Streifen ab, der vor genialen Ideen nur so sprüht.

                                Die Story an sich ist aber auch schon eine unbestreitbare Glanzleistung, eine irrwitzige Mischung aus Gangsterfilm und Lovestory mit einer gehörigen Ladung Ironie, die auf die Zustände in Hollywood abgefeuert wird. Nur die reine, unverfälschte und wahre Liebe ist in der Lage, alle noch so auswegslosen Situationen mit einer schicksalshaften Leichtigkeit zu überwinden. Das Böse schlägt sich selbst mit seinen eigenen Waffen. Ein gar nicht so kleines Meisterwerk!

                                P.S.: Auch mein ewigwährender, unermesslicher Dank gilt dem guten "alten" Ben für den genialen Tipp ;)

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                                  huababuar 07.12.2014, 20:46 Geändert 08.12.2014, 01:23

                                  Dies ist ein Wichtelkommentar im Rahmen der Moviepilot-User-Wichtel-Aktion 2014 für meinen neuen MP-Buddy cellar_door und noch dazu sogar meine Wichtelpremiere. An dieser Stelle einen wunderschönen 2. Advent an dich cellar sowie allen anderen Moviepiloten da draußen und auch danke, dass ich durch dich endlich einmal die Gelegenheit dazu bekam, „True Romance“ zu sehen. Auch du, lieber Ben, seist hiermit noch einmal erwähnt. Diesen Streifen legst du mir ja schon seit Längerem ans Herz, wodurch meine Erwartungen nach all den Schwärmereien zugegebenermaßen immens waren. Aber naja, zu viel Geschwafel, hier mein leider etwas nüchterner, weil zeitlich eingeschränkter Beitrag zu einem, wie ich finde, sehr gelungenem Projekt, an dem ich fortan wohl des Öfteren teilnehmen werde. (Wer mit mir am 3. Advent wichteln möchte, kann gerne kommentieren :))

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                                  Clarence Worley (Christian Slater) und eine unbekannte Dame sitzen in einer etwas heruntergekommenen Kneipe:

                                  „Elvis sah irre aus. Glaub ja nicht, dass ich ´ne Tunte bin, bin ich nicht. Aber Elvis sah besser aus als viele Frauen – als die meisten jedenfalls. Weißt du, ich hab mir immer gesagt: Wenn ich je n’Typ knallen sollte – ich meine, wenn ich müsste und mein Leben davon abhängt – würde ich Elvis vögeln.“

                                  „Mit Elvis würde ich auch vögeln.“ […]

                                  „Also wir würden beide mit Elvis vögeln. Schön, auf jemanden zu stoßen, der die gleichen Interessen hat.“

                                  Der geneigte Filmkenner weiß von der ersten Minute an, wer hier für das Drehbuch verantwortlich sein muss: Quentin Tarantino. Hinter der Kamera stand mit Tony Scott allerdings ein ganz anderer. Was dabei herauskam? Eine recht „gewöhnlich“ inszenierte Thrill-Rom (nennt man das so? Eine Mischung aus Thriller und Romanze :D) mit einer klaren Tarantino-Handschrift, die sich nicht nur in den Dialogen von „True Romance“, sondern auch in der exzessiven Gewalt, aber ebenso der Story an sich widerspiegelt:

                                  Clarence Worley und Alabama Whitman (Patricia Arquette) sind keine gewöhnlichen Ehepartner, so viel sei verraten. Als Clarence eines Tages an einen Koffer Kokain kommt, wird das vorher noch so glückliche Pärchen plötzlich zur Zielscheibe von Polizei und Mafia. Mehr will ich zur Grundstory hier gar nicht verraten. Wie Ben und cellar mir schon sagten: Sie würden den Film gerne noch einmal das erste Mal ansehen können. Und jetzt verstehe ich auch warum. „True Romance“ wartet schon zu Beginn mit vielen überraschenden Wendungen auf. Da wäre es schade, wenn man durch eine etwas genauere Inhaltsangabe eventuell gespoilert wird.

                                  Wenn Scott und Tarantino für einen Film verantwortlich sind, muss folglich auch der Cast überirdisch besetzt sein. Erstaunlich: Die „ganz Großen“ sind eher in Nebenrollen vertreten: Dennis Hopper, Val Kilmer, Christopher Walken, Samuel L. Jackson, aber allen voran auch Gary Oldman als durchgeknallter Zuhälter, der mich vom Aussehen her etwas an Johnny Depp in „Fluch der Karibik“ erinnert hat, und Brad Pitt als notorisch dauerzugedröhnte Couch-Potato. Es verwundert nicht, dass diese genialen Schauspieler ihre Rollen perfekt auskosten. Hervorzuheben sei an dieser Stelle vor allem die Wohnwagen-Szene mit Walken als Mafiosi-Vertreter und Hopper als Vater von Clarance. Köstliche Minuten und wieder mal ein deutliches Anzeichen der Mitwirkung Tarantinos.

                                  Aber auch die beiden Hauptdarsteller Slater und Arquette, die ich wohl eher vögeln würde als Elvis Presley (scheiße, sah die heiß aus :D), überzeugen in ihren Figuren. Auch wenn das Dauergrinsen von Arquette mitunter anstrengend sein kann.

                                  Der dritte Meister seines Fachs HINTER der Kamera, der an „True Romance“ beteiligt war, ist Hans Zimmer. Für seine vortreffliche Musikauswahl ist er bekannt und auch hier hat er mich keineswegs enttäuscht. Der Score mutet oft so scheinbar deplatziert an, ist aber vielleicht sogar deswegen dermaßen genial und gut getroffen. Ein Motiv, das sich durch den ganzen Film zieht und das immer wieder für zufriedene Ohren meinerseits sorgt.

                                  Überhaupt ist „True Romance“ ein wahrer Film für die Sinne. Die Ohren sind befriedigt, durch Arquette und die gelungen eingefangenen Bilder von Detroit und LA sind es die Augen ebenso. Aufgrund der Lovestory ist fürs Herz natürlich auch etwas dabei. Und könnte man einen Film schmecken, wäre wohl auch unsere Zunge wohl auf: Denn Alabama hat geschmackstechnisch angeblich gewisse Ähnlichkeiten mit einem Pfirsich.

                                  Man muss einfach sagen: Dieser Streifen hat genau die richtige Mischung. Die richtige Mischung aus Kitsch, tarantioesker Brutalität und Spannung (alleine der Mexican standoff am Ende ist wohl der beste, den ich bis jetzt gesehen habe). Ein wenig mehr Einflüsse Tarantinos hätte Scott hier durchaus noch einfließen lassen können (unchronologische Erzählweise, abgedrehtere Charakterzeichnung etc.), aber das ist wohl nur ein zweifelhafter Versuch von mir etwas klein-karriertes am Film aussetzen zu können.

                                  Danke nochmal, lieber cellar für diesen tollen Filmtipp, hab/habt besinnliche Tage und denkt immer daran: „Sizilianer sind Ableger von Niggern.“ ;)

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                                  • 7 .5
                                    expendable87 26.11.2014, 14:32 Geändert 26.11.2014, 14:33

                                    'true romance' ist eine mitreißende, raffinierte und harte thriller-romanze mit einer angemessenen portion liebeskitsch und einer feindosierten prise humor!
                                    tony scotts schießwütige lovestory trägt unverkennbar die handschrift des meister-regisseurs quentin tarantino, welcher zum film das drehbuch schrieb, das regiezepter selbst aber leider nicht führte...dennoch lässt der hochkarätig besetzte und zwei stunden lang anhaltende kultstreifen keine langeweile aufkommen, was mit unter auch seinem fabelhaften cast zu verdanken ist, wobei mir gary oldman & christopher walken am meisten imponiert haben!
                                    der romantisch-blutige, von einem klasse soundtrack umrahmte gangster-trip wechselt gekonnt zwischen unterhaltsamen dialogen und wuchtiger action in klassischer tarantino-manier...ein wie im skript von quentin ursprünglich vorgesehenes ende hätte dem film, welcher von liebe, gewalt und 'elvis presley' ^^ handelt, noch einen halben punkt mehr beschert!
                                    True Romance!
                                    True Action!!
                                    True Fun!!!

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                                    • 7 .5
                                      Jack_Torrance 23.10.2014, 23:34 Geändert 05.03.2015, 15:37

                                      Es gibt sehr viel gutes andiesem Film. Die Schauspieler. Die Story. Die Dialoge. Was mir jedochüberhaupt nicht gefallen hat ist der Soundtrack... Die Titelmelodie ist einfach nur grässlich und unpassend.Ich denke wenn man hier auf einen coolen, rockigen 50er Soundtrack oder ähnliches, gesetzt hätte, wäre vieles besser geworden.
                                      Ansonsten merkt man dem Film einfach den Tarantino an. Die Story und die Dialoge sind typisch. Leider werde ich (als Tarantino-Fan) einfach das Gefühl nicht los, dass der Film besser geworden wäre wenn er ihn selbst gemacht hätte. Klar, der Film ist super, aber die Vorstellung reizt mich dann doch... ;)
                                      Das Beste am gesamten Film ist die Szene zwischen Hopper und Walken. Diese ist einfach nur göttlich. :D
                                      Alles in Allem, ist der Film gut. Vielleicht sogar sehr gut. Aber wenn ich den Film als ganzes betrachte, hätte ich mir einfach eine etwas flottere Inszenierung gewünscht. Der Film kommt, meiner Meinung nach, einfach daher, als das was er ist. Ein Tarantino, bei dem nicht Tarantino Regie geführt hat.

                                      • 10

                                        Hi Leute,

                                        LOVE IT, so much :). Um es mit den Worten von MP-Mitglied "Copa", dieses geniale Frühwerk von Tarantino und Tony Scott zu beschreiben.

                                        "Ich habe seit 1984 keinen Mann mehr getötet. Bis dieser Komiker aufgetaucht ist."

                                        Unvergessen die Szene mit Dennis Hopper und Christopher Walken in Sachen Sizilianisch-Maurische Ahnen-Geschichte oder die Sado-Maso Killer-Hotel-Szene zwischen Arquette und Gandolfini. Ich sag nur Ober-Affen-Titten-Hammer-Geil.

                                        Meister Bruce Lee in diversen Cameo Auftritte genau so wie der King of Rock. KINO-MAGIE pur.

                                        Mein Fazit: Auf Anhieb geliebt. Das schaffen nur wenige Filme!

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                                        • 10

                                          Durch Zufall von diesem Film erfahren vor ein paar Jahren, dann habe ich ihn gesehen und war total begeistert!
                                          Das Drehbuch von Quentin Tarantino, der Score von Hans Zimmer, der Cast inklusive seiner Gastauftritte, der Humor...einer der wenigen Filme wo ich nichts zu meckern habe, da einfach alles passt!
                                          Hoffentlich gibts irgendwann mal bei uns eine würdige Blu Ray Einzelveröffentlichung.

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                                          • "Sizilianer sind Ableger von Negern". Geilste Szene überhaupt!!!!! Für mich, das Beste, was Tarantino je geschrieben hat.... Wünschte, seine letzten beiden Filme würden nur annährend an "True Romance" herankommen. Und natürlich ein Lob an Hans Zimmer, der diese wunderschöne Filmmusik komponiert bzw geklaut hat! ;) >>> Carl ORF/Gassenhauer

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                                            • 10

                                              Es gibt vielleicht Filme, die größere Kunstwerke sind. Aber ehrlich: die Walken/Hopper Szene. Die Gandolfini/Arquette Szene (auch wenn's wehtut), die lovestory, die Cameos... wer dafür keine 10 Punkte gibt, wird Kino nie vetstehen...

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                                              • 9

                                                Meiner Meinung nach einer der besten Liebesfilme. Der absolute Magic Moment ist ja wohl die Szene in der Dennis Hopper bewusst Christopher Walken bzw die Sizilianer beleidigt.

                                                • 7

                                                  Mit Tarantinos Ende wäre es ne 8 geworden. So reicht's leider "nur" für 7.

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                                                  • 10

                                                    Im diesem Film ist einfach alles mit dabei, was einen 10 Punkte Film ausmacht!
                                                    Hatte den schon fast vergessen, und nun, nach nochmaligem Anschauen als Lieblingsfilm für absolut würdig empfunden :-)

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