True Romance

True Romance (1993), US Laufzeit 120 Minuten, FSK 18, Drama, Kriminalfilm, Road Movie, Thriller, Kinostart 27.01.1994


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von Tony Scott, mit Christian Slater und Patricia Arquette

Clarence feiert seinen Geburtstag – allein im Kino. Doch dann setzt sich die sexy Blondine Alabama neben ihn, und keine 24 Stunden später sind die beiden verheiratet. Dass Alabama als Callgirl anschafft, stört Clarence wenig. Kurzerhand legt er Alabamas brutalen Zuhälter um. Und mit dem zufällig erbeuteten Rauschgiftgeld machen sich die beiden auf Hochzeitsreise – im Schlepptau Mafia, Polizei und die Leibwächter eines ziemlich angepissten Filmproduzenten.

Als Clarence Worley seinen Geburtstag im Kino feiert, wo er sich ein Sony Chiba Triple-Feature anschaut, lernt er zufällig die attraktive und etwas durchgeknallte Alabama kennen. Sie kommen sich näher und entdecken, dass sie die gleichen Interessen teilen, nämlich Kung-Fu Filme, Comics und Elvis. Der Abend endet für beide in einer heißen Liebesnacht. Kurz danach gesteht Alabama Clarence jedoch unter Tränen, dass sie in Wirklichkeit ein Callgirl ist und von Clarences Chef als Geburtstagsgeschenk für ihn engagiert wurde. Clarence lässt sich jedoch von Alabamas Geständnis nicht beirren, da er sich unsterblich in sie verliebt hat. Da Alabama ihn ebenso liebt, beschließen beide, noch am nächsten Tag zu heiraten.

Allerdings steht dem jungen Glück noch etwas im Wege: Alabamas ehemaliger Zuhälter Drexl Spivey. Nach einem imaginären Gespräch mit seinem Idol Elvis, beschließt Clarence, dessen Rat zu folgen und Drexl zu töten. Unter dem Vorwand, ihre Sachen abholen zu wollen, lässt er sich von Alabama dessen Adresse geben.

Er findet den Zuhälter in dessen Nachtclub und es kommt zu einem Streit zwischen beiden. Nachdem Clarence zusammengeschlagen wurde, nimmt sich Drexl dessen Führerschein und erhält so seine Adresse. Er befiehlt seinem Bodyguard Marty, die Wohnung aufzusuchen und Alabama zu holen. In diesem Augenblick zückt Clarence eine versteckte Pistole und erschießt die Beiden. Bevor er den Club verlässt, nimmt er noch einen Koffer mit, von dem er glaubt, er gehöre Alabama. Zuhause stellen Clarence und Alabama zu ihrer Überraschung fest, dass der Koffer voll mit Kokain ist.

Sie beschließen, die Drogen in Hollywood zu verkaufen. Auf ihrem Weg dorthin besuchen sie jedoch erst einmal Clarences Vater, Clifford, einem ehemaligen Polizisten, der wegen Alkoholismus seinen Job verloren hat und nun in einem heruntergekommenen Wohnwagen haust. Er soll seine alten Kontakte nutzen, um herauszufinden, ob die Polizei seinen Sohn im Visier hat. Clifford kann ihn jedoch beruhigen, da die Polizei von einem Verbrechen der Drogenmafia ausgeht. Clarence erzählt seinem Vater, dass er zusammen mit seiner Frau auf den Weg nach Hollywood ist und schreibt ihm die Adresse seines Freundes Dick Ritchie auf, den er dort aufsuchen möchte.

Kurze Zeit später erscheint jedoch der Mafiaboss Vincenzo Coccotti mit seinen Männern in Cliffords Wohnwagen. Sie haben Clarences Führerschein bei Drexls Leiche gefunden und sind nun auf der Suche nach dem Kokain. Als trotz der Folter durch Coccottis Männer, Clifford den Aufenthaltsort seines Sohnes nicht verrät, wird er von dem Mafiaboss erschossen. Allerdings findet einer seiner Männer den Zettel mit der Adresse in Hollywood.

Inzwischen haben Clarence und Alabama dessen Freund Dick getroffen, der zusammen mit seinem dauerbekifften Freund Floyd in einer armseligen Wohnung lebt und von einer großen Hollywood-Karriere träumt. Zusammen planen sie, das Kokain an den bekannten Filmproduzenten Lee Donowitz zu verkaufen und arrangieren ein Treffen mit dessen Berater Elliot Bliter. Dieser schlägt Clarence vor, sich in drei Tagen mit ihm und Donowitz in einem Hotel zu treffen, um den Deal durchzuführen.

Währenddessen taucht Virgil, einer von Coccottis Killern, in Dicks Wohnung auf. Über den ahnungslosen und wieder einmal zugekifften Floyd erhält er die Adresse des Hotels, in dem Clarence und Alabama untergekommen sind. Als Alabama alleine in das Hotelzimmer zurückkehrt, weil Clarence unterwegs ist, um Hamburger zu holen, wird sie bereits von Virgil erwartet und brutal zusammengeschlagen. Nur durch Glück schafft es Alabama, Virgil zu töten.

In der Zwischenzeit wird Elliot in seinem Porsche von der Polizei wegen überhöhter Geschwindigkeit angehalten. Während sich die Polizisten dem Auto nähern, versucht er verzweifelt, bei seiner Begleiterin ein Kokainpäckchen zu verstecken. Als diese sich jedoch weigert, kommt es zu einem Handgemenge, wobei das Päckchen platzt und Elliot komplett mit Kokain vollgestaubt wird. Da ihn die Polizei nun in der Hand hat, erklärt er sich bereit, Lee Donowitz an sie auszuliefern.

Als Elliot später zum vereinbarten Treffen erscheint, trägt er ein verstecktes Abhörmikrofon bei sich. Während Donowitz und Clarence in die Verhandlungen einsteigen, kann die Polizei in einem Nachbarzimmer jedes Wort mitverfolgen. Als sie genug gehört haben, beschließen die Polizisten, Lees Suite zu stürmen. Schwer bewaffnet stehen sich Polizei und Lees Bodyguards gegenüber und fordern sich gegenseitig auf, die Waffen fallen zu lassen. Da erscheinen plötzlich auch noch Mafiakiller im Zimmer, die wieder einmal über Floyd von dem Treffen erfahren haben. Die Situation eskaliert und es kommt zu einer wüsten Schießerei (Mexican Standoff), bei der Clarence ein Auge weggeschossen wird. Alabama schafft es jedoch, sich und ihren schwerverletzten Mann zu retten. In der allgemeinen Konfusion schaffen sie es, unerkannt zu fliehen.

Der Film endet mit einer Einstellung, in der man Alabama und Clarence, zusammen mit ihrem Sohn Elvis, am Strand spielen sieht.

Produktionsnotizen

True Romance war ursprünglich nur die erste Hälfte eines weitaus längeren Drehbuchs, das erste Filmdrehbuch von Quentin Tarantino überhaupt. Um Geld für seinen Film Reservoir Dogs zu beschaffen, trennte er das Drehbuch und verkaufte beide Hälften. Aus der ersten Hälfte wurde True Romance, die zweite Hälfte diente als Originaldrehbuch für Natural Born Killers von Oliver Stone. Tarantino verglich diese beiden Drehbücher einmal in einem Interview mit alten Freundinnen, die er zwar liebt, aber nicht so sehr, als dass er sie heiraten würde. Im Gegensatz zu True Romance, lehnte er jedoch die späteren Skriptänderungen und die komplette Verfilmung von Natural Born Killers ab, obwohl er durchaus einige Stilelemente des Films in seinen späteren Werken verwendete. Auch heute noch sind viele Kritiker der Meinung, Tarantinos Originaldrehbuch sei weitaus besser gewesen.

Tony Scott ließ das Drehbuch für True Romance nochmals überarbeiten und ordnete die, wie bei Tarantino üblich, nichtlinearen Sequenzen in eine lineare Handlung. Aufgrund der zahlreichen Charaktere, Dialoge und Handlungen, hielt er diese Vorgehensweise für die bessere.

Scott hatte die Möglichkeit, auf eine große Anzahl bekannter Schauspieler zurückgreifen zu können. So kann True Romance für einen Film mit relativ niedrigem Budget, bis in die kleinsten Nebenrollen, mit einem beinahe unglaublichen Cast aufwarten. Scott nutzte diese Möglichkeiten, indem er zahlreichen Schauspielern die Möglichkeit zur Improvisation gab. So sollen Gary Oldman und Brad Pitt nahezu durchgehend improvisiert haben. Unklar hierbei ist allerdings die so beliebte und in Fankreisen so berühmte „Sicilian Scene“ zwischen Christopher Walken und Dennis Hopper. Während Walken behauptete, die Drehbuchvorlage sei so fantastisch gewesen, dass sie es nicht gewagt hätten, sich von ihr zu lösen, sagte Hopper, ein Großteil sei spontan improvisiert worden.

Auch wenn True Romance verständlicherweise nicht gerade ein Kassenschlager wurde, so entwickelte er sich doch recht schnell zu einem Kultfilm. Trotz der Skriptänderungen, hat der Film, auch unter Tarantino-Fans, einen sehr hohen Stellenwert. Viele Kritiker behaupten sogar, diese Änderungen und Scotts eigener Stil hätten den Film sogar sehr gut getan. Allerdings gibt es auch heute noch zahlreiche Debatten, ob der Film unter einem Regisseur Tarantino nicht doch noch etwas besser geworden wäre.

Wissenswertes

• Quentin Tarrantino verkaufte das Skript, um Reservoir Dogs finanzieren zu können.
• Das Drehbuch zu True Romance war ursprünglich weitaus umfangreicher. Der zweite Teil wurde später für Natural Born Killers verwendet.
• Im Film wird 225 mal „Fuck“ gesagt.
• Quentine Tarantino wollte Robert Forster für die Rolle des Mafiabosses Cocotti.
• Die Rolle des ständig zugekifften Floyd, der niemals die Couch verlässt, wurde wesentlich von Brad Pitts Ideen geprägt.
• Im Film kommen 21 Menschen ums Leben. Alle werden erschossen.
• Das Kleinkind in der Schlusseinstellung, ist der vierjährige Sohn von Patricia Arquette.
• Die Rolle von Val Kilmer wird im Abspann nur als Mentor bezeichnet, um Rechtsstreitigkeiten aus dem Weg zu gehen.
• Val Kilmer musste jeden Tag 8 Stunden in der Maske verbringen, um wie Elvis auszusehen. Glücklicherweise hatte er nur zwei Drehtage.
• Val Kilmer hätte lieber die Rolle des Clarence gespielt.
• Auf den Charakter der Alabama, wird noch in einem anderen Tarantino-Film eingegangen. In Reservoir Dogs erkundigt sich Mr. White nach Alabama.
• Ursprünglich sollte Alabamas Rolle in Reservoir Dogs weitaus umfangreicher gestaltet werden.
• Im Tarantinos Originalskript war vorgesehen, dass Clarence während der Schiesserei am Ende des Films stirbt. Alabama sollte als Witwe zurückbleiben und eine kriminelle Karriere als Partnerin von Mr. White beginnen.
• Regisseur Scott schickte Val Kilmer sämtliche Filme und Songs von Elvis Presley, um sich für seine Rolle vorzubereiten.
• Sowohl in True Romance, wie auch in Pulp Fiction und From Dusk Till Dawn, werden Kahuna Burger erwähnt. An allen drei Filmen war Tarantino als Drehbuchautor oder Regisseur beteiligt.
• Schauspieler Sean Penn bewertete die „Sizilianische Szene“ zwischen Dennis Hopper und Christopher Walken euphorisch mit den Worten: “The best pop-culture scene ever shot…”
• Die Figur des Clarence soll starke autobiographische Züge von Tarantino selbst haben.
• Clarence arbeitet in einem Comicladen, Tarantino in einem Videoladen. In beiden Fällen hieß ihr Chef Lance.
• Patricia Arquettes Off-Stimme am Anfang des Films erinnert stark an die Anfangssequenz von Badlands (1973). Auch die Musik von Hans Zimmer weist deutliche Parallelen zu Badlands auf.

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails True Romance
Genre
Heist-Krimi, Mafiafilm, Polizeifilm, Road Movie, Thriller, Liebesfilm
Zeit
1990er Jahre, Gegenwart
Ort
Beverly Hills, Detroit , Hollywood, Los Angeles , Vereinigte Staaten von Amerika
Handlung
Alkoholiker, Amoral, Amour Fou, Brutalität, Callgirl, Dieb, Drogen, Drogenboss, Drogendealer, Drogenhandel, Drogenmafia, Drogenmissbrauch, Durchbrennen, Elvis Presley, Exekution, Falle, Filmproduzent, Flucht, Folter, Gewalt, Gewehr, Held, Illusion, Italo-Amerikaner, Kiffen, Kokain, Krimineller, Kultfilm, Leiche, Liebe, Liebe auf den ersten Blick, Liebe gegen alle Widerstände, Liebespaar, Mafia, Maschinenpistole, Mexikanisches Unentschieden, Mord, Mut, Mörder, Pistole, Polizist, Prostituierte, Prostitution, Reise, Romantik, Romanze, Schauspieler, Schießerei, Schuss in den Kopf, Schusswaffe, Schusswechsel, Schusswunde, Schönheit, Vater-Sohn-Beziehung, Verbrechen, Verfolgung, Verlieben, Verlust des Vaters, Zuhälter, Zyniker, Überwachung
Stimmung
Aufregend, Hart, Romantisch, Spannend, Verstörend, Witzig
Zielgruppe
Männerfilm, Über 18 (Anzügliche Sprache), Über 18 (Gewalt)
Tag
Kultfilm
Verleiher
United International Pictures GmbH
Produktionsfirma
August Entertainment, Morgan Creek Productions

Kritiken (10) & Kommentare (168) zu True Romance

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