[...] Brillant, wie Hitchcock sich die Möglichkeiten des Farbfilms zunutze macht und mit kleinen Tricks verstörende Bilder erzeugt, deren Wirkung von der Musik noch verdoppelt wird. Der großartige, zum Teil hypnotisch-beklemmende Score von Bernard Herrmann (Mitte der 50er bis Mitte der 60er Hitchcocks Stammkomponist) trägt eine nicht zu unterschätzende Verantwortung für die atmosphärische Dichte, die sich durch den ganzen Film zieht. [...]
Auch wenn er etwas schwer in die Gänge kommt aus heutiger Sicht, lohnt sich Film alleine wegen Jimmy Stewarts Darstellung. Sein Charakter erscheint höchst ambivalent und fasziniert durch seine unheimliche Besessenheit. Die Farbdramaturgie und Bernard Hermans hypnotischer Score bleiben noch lange im Gedächnis.
Für heutige Verhältnisse absolut schlecht, nichtssagend und auch nicht überraschend, für damalige Verhältnisse sicherlich gut, wie alle Hitchcock Filme doch, der Film ist für mich einfach nur langweilig.
Was hat das mit elektronisch zu tun? Der Film war einfach viel zu langatmig und einfach nur nervtötend. Weiß jetzt nicht wie du auf elektronsich kommst oO?
Ich finde es absolut beschämend was du hier von dir lässt, nur weil ich deinen Lieblingsfilm nicht gut finde, kannst du keine Rückschlüsse auf meine Filmpräferenzen ziehen. Für mich ist der Film eben langweilig, sicherlich zu der Zeit wo der Film erschien, war er wohl wie alle Hitchcock Filme spitze. Doch wenn ich ihn mir heute anschaue schlafe ich fast nur ein, weil einfach nichts passiert, aber das ist meine Meinung und du solltest wenigsten so kulant sein und das akzeptieren und nicht wie ein kleines Kind protestieren!
Ich hätte mir schon eine nähere Erklärung deiner Meinung erhofft. Ich hab ihn jetzt auch endlich gesehen und ich kann dir keineswegs zustimmen. Trotz der ruhigen Momente gibt es etliche Szenen, die einen noch wach kriegen können (siehe die Traumszene ;)).
Naja, um Ortega Lorre etwas beizupflichten: Es ist schon etwas happig zu sagen, dass ein Film nur in der jeweiligen Zeit überzeugen kann. Gerade das machen diese älteren Filme auch aus, dass sie die Zeit überstehen und wirklich auch in modernen Zeiten überzeugen können. Aber ich will nur diese Ansicht kritisieren. Deinen Geschmack über den Film lass ich dir ;)
Ich hab auch so einen Kandidaten, der mich angeödet hat: "Der Dritte Mann" :D "Vertigo" hingegen war wirklich gut und atmosphärisch =)
Kann Ortega Lorre nur zustimmen, so was soll ein Kritiker sein?
Ich meine deinen Geschmack in allen ehren, man muss ja nicht jeden Klassiker mögen aber dann so was wie "nichtssagend" los zulassen ist nicht mehr Lachhaft sondern einfach nur Traurig.
„Es ist so als ob ich durch einen Korridor laufen würde und wenn ich am Ende ankomme ist dort nichts als Dunkelheit und wenn ich in die Dunkelheit eintauche werde ich sterben. WTF?!?!“
Zeit ist kostbar und Herr Hitchcock hat sie zu genüge, wie es scheint, um sie willkürlich aus dem Fenster rauswerfen zu können oder eher gesagt mit ihr einen Film zu kreieren der mit nichts als warmer Luft gefüllt ist. Vertigo wird auch gerne mal, aus verschieden Ecken, als Klassiker bezeichnet (???). Völlig unverständlich, für mich, da Vertigo heutzutage kein bisschen funktioniert wie er es vielleicht früher mal tat. Spannung verspürte ich zu keiner Sekunde, das Interesse war dann eigentlich auch schon nach 20 endlos erscheinenden Minuten verflogen aber ich blieb standhaft. Nur um kurz darauf mit überflüssigen und nervigen Dialogen entschädigt zu werden die in Belanglosigkeit gipfeln, die wie Rasiermesser die Kehle runterbrettern, schmerzen und auf die ich letztendlich auch hätte verzichten können. Lieber eine nett anzusehende, wortkarge Stadtrundfahrt in San Francisco (was der Film ohnehin schon zur Hälfte ist) anstatt Dialoge ertragen zu müssen, bei denen man sich wünscht lieber gleich begraben im Sarg zu liegen, um heimlich, still und leise zu verrotten. Stets mit freudiger Gewissheit im Hinterkopf: Zum Glück nutze ich meine Zeit jetzt sinnvoll! Hoffnung hat auch noch der vielversprechende Cast erweckt, wurde aber wieder sofort zerschlagen da diese Liebesgeschichte, die von Stewart und Novak präsentiert wird, einfach nur steif, kalt und künstlich wirkt. Sinnentleertes Geplänkel im Background, leere Schmachtblicke und zwanghafte Umarmungen erzeugen kein Gefühl der Leidenschaft sondern das Verlangen sich mal selbst in der Nähe der Golden Gate Bridge in die Tiefe zu stürzen, in der Hoffnung das alles einfach nicht mehr mitansehen zu müssen. Die Darstellungen für sich sind genauso enttäuschend, agiert Stewart doch sehr extrem und übertrieben am Ende und Novak wirkt sowieso die gesamte Zeit über wie ein ausgestopftes Tier oder ein antiker Kronleuchter. Sieht nett aus, hätte man gerne mal in der Wohnung stehen oder so, taugt aber halt zu nix. Wenigstens darf die Gute ein paar mal das zeitliche segnen und das damit verbundene Ableben ist doch sehr amusing. Ein kleines Wunder möchte man meinen, nach der ganzen tristen Zeit die man nun verschwendet hat. Das Ende wird genauso lieblos, ja schon lachhaft abgehandelt wie der ganze Rest, Anzeichen einer Komödie sind vorhanden, lachhafte Momente bietet der Film ohnehin seit Anbeginn hin und wieder. Die Geschichte mag zwar an sich nett erscheinen, wird aber auf unvorteilhafteste Art und Weise präsentiert, das Todesurteil für den kompletten Film. Die überzeugenden Komponenten lassen sich an den Fingern abzählen, sind es doch leider nur Kamera und Ausstattung die vollends überzeugen. Schade eigentlich. Nach den zwei grandiosen Filmen Psycho und Rear Window erscheint mir dieser Film wie eine triste Beerdigung für die Hoffnung, die man stets hatte. Die Hoffnung auf Besserung. Stattdessen wird man im Regen stehen gelassen, zusammen mit einer gehörigen Portion Eitelkeit und überdramatisierten Nichtigkeiten denen man keinerlei Beachtung schenken will. Etwas das ich nicht noch einmal erleben möchte und keinerlei Freude bereitet. Wo ich großen Abstand halten will. Dessen unerträgliche Leere mir einfach nur verhasst ist. Gleichgültigkeit!
Nenene, das sind zwei Paar Schuhe. Trotz meiner persönlichen Haltung kann ich mich an einer überzeugend und nachvollziehbaren Kritik mit entgegengesetzter Ansicht amüsieren.^^
Ach du, da gibt's nicht zu parieren. Erstens entbehrt deine Aussage jeglicher Grundlage, zweitens gibst du selbst doch meist nur Sülze von dir und drittens ist es ja ganz toll, einen derart stupiden Text zu einem absolut unbestrittenen Meisterwerk zu mögen, welches man selbst (traurigerweise) noch gar nicht gesehen hat. :)
Ich verstehe halt einfach nicht; warum man Hitchcock immer an PSYCHO benchmarken muss. Wer seine Filme allein der Spannung wegen schaut, hat weder den Regisseur noch seine Arbeiten wirklich verstanden. Auch PSYCHO nicht.
Und Du bist dir sicher das ich Vertigo nicht kenne, nur weil ich ihn nicht bewertet habe? Deine Aussagen (Asia) entbehrten schon immer jeglicher Grundlage. Schön den Ball flach halten. Bruder.
:)
@ Hitmanski: Naja, der Großteil seiner Filme lebt schon von Spannung und vor allem Suspense. Für mich macht da VERTIGO aber auch gar keine Ausnahme, ich finde den absolut hypnotisierend und hochspannend!
So sehr ich deine Kritiken sonst auch schätze, muss ich Le Samourai insofern recht geben, dass dir bei der hier jegliche Grundlage fehlt. Kann die Argumentation (wenn vorhanden) leider nicht wirklich nachvollziehen. Vielleicht liegt das aber nur daran, dass Vertigo mMn der beste Hitchcock ist.
Nachdem ich den Film vor knapp einem Jahr gesehen hatte, gefiel er mir überhaupt nicht. Da ich jedoch ein großer Hitchcock-Fan bin, wollte ich ihn nochmal eine Chance geben. Und was soll ich sagen: Ich bin total begeistert!
Es beginnt schon vielversprechend mit der Titelsequenz, die bereits sehr mysteriös und düster auf den Zuschauer einwirkt. Kombiniert mit Bernhard Hermanns Score: Ein wahrer Hochgenuss.
Der Vertigo-"Effekt" ist eine eine beeindruckende Technik, die es schafft einem die Höhenangst, die unsere Hauptfigur fühlt, nahe zu bringen.
Total eingenommen war ich dann als James Stewarts Charakter Scottie, die mysteriöse Madeleine verfolgt. Ich schätze es waren beinahe 10 Minuten, in denen kein einziges Wort gesprochen wird und doch schafft es Hitchcock uns neue Informationen über die Geschehnisse zu geben und Suspense zu erzeugen.
Im weiteren Verlauf dominieren die großartigen Leistungen von Stewart und Novak und sorgen dafür, dass der -zugegebenermaßen gekünstelte- Plot denoch glaubwürdig ist.
Die Unvorsehrbarkeit ist eine der größten Stärken des Films und deshalb bietet der 1. Sturz vorm Turm noch eine lange Nachwirkung, die erst mal verdaut werden muss.
Scotties Schuldkomplex und Melancholie führen dann zu einer interessanter Albtraumszene, die für heutige Standards teilweise albern wirkt, jedoch interessante Einblicke in Scotties Psyche gibt, was für mich vorrangig ist.
Im weiteren Verlauf beschäftigt sich "Vertigo" mit ScottiesObsession und sorgt mit einer geschickt geplanten Enthüllung (Garvins Frau fiel vom Turm) sowie Judys Brief für ein besseres Verständnis in der Liebesbeziehung zwischen Scottie und Judy Aufgrund der gegebenen Informationen sind wir uns nun bewusst, dass Judys Liebe zu ihm wahr ist, während er nur versucht ein Ebenbild von Maddy zu erschaffen.
Das Ende ist sehr abprubt und wird vielen sicher nicht gefallen, diskussionwürdig und reich an Bedeutung ist es jedenfalls.
Ich müsste wirklich lügen, aber "Vertigo" scheint mir aus visueller Sicht Hitchcocks bester Film zu sein. Die Aufnahmen sind einfach wunderschön, viele davon würde sich hervorragend an der Wand machen und vor allem die Arbeit mit Licht und Schatten unterstreicht die Thematik des Films immer wieder.
Ich weiß wirklich nicht warum er mir beim ersten Mal nicht gefiel, obwohl ich vermute dass es mit mit den "schwierigen Themen" zusammenhängt, die angesprochen werden Obsession, Anhängen an der Vergangenheit, Einsamkeit, Schuld. Kein Film, den man sich gerne mal nach einem stressigen Tag ansieht und wohl auch Hitchcocks unzugänglichster Film. Sobald man sich allerdings darauf einlässt, wird man mit einen faszinierenden, hochspannenden Portrait eines Mannes belohnt, der nicht nur auf hohen Türmen die Kontrolle über sich selbst verliert.
Guter Film in dem Kim Novak den guten Jimmy glatt an die Wand spielt.
Die Story in gewohnter Hitchcock-Art, d.h. wenn man seine Filme kennt, so ist die Handlung von Vertigo leider arg vorhersehbar.
Guter Film, aber ganz bestimmt nicht einer der Besten, auch nicht einer der besten von Hitchcock.
Allein für das Nun-aber-schnell-Ende gibts Punktabzüge und auch für die völlig deplazierte Miss Ellie
Vertigo – lat. für Schwindel. Schwindelig, dass kann einem bei Vertigo sicherlich werden. Schon zu Beginn im Intro, welches durch seltsame drehende Figuren verschiedener Art gekennzeichnet ist, aber auch im weiteren Film, vor allem dann, wenn man wie „Scottie“ Ferguson so seine Probleme mit der Höhe hat. Auch manch verwirrender Moment kann hierzu zusätzlich beitragen, wobei dabei auch schnell die Frage aufkommt, ob einem eher vor Verwirrung schwindelig wird oder man hier schlichtweg angeschwindelt wird. „Vertigo“ zeigt, wie ein vermeintlich eigenartiger Filmtitel doch in vielschichtiger Art und Weise den dahinterliegenden Film überzeugend charakterisieren kann.
Doch trotz allem: dieser Hitchcock hat mich nicht überzeugt. Die mysteriösen Ansätze hatten durchaus etwas, aber Spannung und wirklich dauerhafte Überraschungsmomente habe ich hier vermisst. Zu Beginn schafft es Hitchcock hier sicherlich noch, eine mysteriöse und damit verbundene spannende Handlung rund um eine besessene junge Frau zu stricken, der sich ein unter Höhenangst leidender Detektiv annehmen soll. Doch irgendwann wurde mir dieses zu vorhersehbar, zu einfach.
„Vertigo“ ist bei weitem kein schlechter Film. Aber wenn mich bei einem Hitchcock-Film selbst der penetrante Score des sonst großartigen Bernard Herrmann nervt, dann hat ein Film es schwer. Dazu kommt hier auch noch eine Charakterisierung der Hitchcock-typischen „edler Gentleman trifft naive Blondine“-Beziehung, die extremer, stereotyper, platter wirkt, als man dieses sonst gewohnt ist.
„Vertigo“ ist sicherlich in vielen Teilen ein gewagtes und auch teilweise gelungenes Experiment des Mannes, der hier nach wenigen Minuten durch das Bild huscht. Leider ist „Vertigo“ für mich aber auch ein Thriller, der sich durch seine fehlende Spannung, seine Vorhersehbarkeit, seine Platituden kennzeichnet.
Vielleicht hat Vertigos eigentliche Bedeutung sich mir nicht erschlossen, vielleicht hatte ich auch falsche Erwartungen angesichts der Namen und der Vorhersage von 8,5. Aber letztendlich hat „Vertigo“ vor allem eines: Er hat mich (leider) enttäuscht.
Mein erster Hitchcock. A bit confusing sometimes. Tolle Darsteller, mann war James Steward großartig und Kim Novak, wo ich erst dachte die würde jetzt etwas hinterherhinken, hat ebenfalls mitgehalten, klasse. Toller Score von Bernard Herrmann, der mich schon vor kurzem mit seinem wunderbaren „Taxi Driver“ Soundtrack begeistert hat. Und ne Story gab es auch, irgendwas ganz Abgedrehtes und was für ein ähm Ende. Aber es war irgendwie stimmig, Darsteller sehr gut und irgendwie auch fesselnd, von daher geht der Film auch absolut in Ordnung, weiß nicht ob das jetzt typisch Hitchcock ist, für ne naja, solide Story und nur eigentlich 2 Darsteller hat mich der Film über die Stunden schon gut unterhalten.
Waaas? Erst einen Hitchcock? Da muss aber dringend was nachgeholt werden:
Psycho, Cocktail für eine Leiche, Vögel, Fenstre zum Hof, Bei Anruf: Mord und Der unsichtbare Dritte!
Ich geb dir eine Woche Zeit. Bis dahin musst du die Liste abgearbeitet haben :D
Immerhin. ;) Jaja, du meinst wohl eher 1 Jahr, dann könnte ich das eventuell schaffen. Danke für die Tipps, alles notiert, ich guck was sich machen lässt. Wie schätzt du "Vertigo" ein, ich meine sowohl im Hinblick auf Hitchcock als auch im Vergleich zu den genannten Filmen?
Ich muss dir beichten, Vertigo hab Ich noch vor mir ^^ Ich hab nur die aufgezählten plus einigen unbekannteren gesehen.
Aber so für den Anfang würd ich dir Vögel oder Psycho empfehlen, mit denen kann man kaum was falsch machen :) Und kleiner Geheimtipp, "Im Schatten des Zweifels" ist Hitchcocks persönlicher Lieblingsfilm (von seinen eigenen).
Ahja, Nachtrag zur obigen Aufzählung: Über den Dächern von Nizza.
Du hast keine Ahnung was das jetzt für einen Druck aufbaut, ich neige durchaus dazu einfach mal was Falsch zu machen. ;) Passt, ich hoffe mir gefällt einer davon etwas besser, wobei "Vertigo" an sich absolut sehenswert war, bin gespannt wie du den finden wirst. :)
Das tut mir leid :D Also ein bisschen spezifischer: Wenn du auf spannende und nervenauftreibende Psychothriller stehst: Psycho. Wenn du auf atmosphärischen Tiergrusel stehst: Vögel. ^^ Wobei man einem Hitchcock immer seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenken muss, sonst "wirkt" er nicht (is halt bei mir so)
Ach, da bin ich zuversichtlich, ich habe bisher jedem seiner Filme mind 8 Punkte gegeben ;)
Du hast keine Ahnung, ich bin ein sehr vorsichtiger Erstbewerter. Mal gucken, die zwei lass ich jetzt mal eher hinten und guck den Rest an. Is zumindest ein guter Weg ein paar ältere Klassiker zu gucken, da hab ich absolut keinen Durchblick. :) Danke für die Infos. :)
Gehört trotz des innovativen Vertigo-Effekts und einer teilweise geradezu avantgardistischen Kameraarbeit nicht zu Hitchcocks besten Arbeiten. Kim Novak ist schlicht keine Grace Kelly, James Stewart nicht in Bestform, die Story zu konstruiert, das Drehbuch nicht so spannend wie man es gewohnt ist. Filmhistorisch sicher ein Meilenstein, allerdings hat der Film die Zeit nicht so bravourös überdauern können wie zum Beispiel "Das Fenster zum Hof" oder "Bei Anruf Mord".
'Vertigo' aus dem Jahre 1958 von Meisterregisseur Hitchcock zählt zu recht zu den größten und besten Film-Klassikern aller Zeiten. Denn Hitchcock inszeniert einen Film, den der Zuschauer im Laufe seines Lebens immer mit anderen Sichtweisen aufnehmen kann und so nie losgelassen wird.
Der ehemalige Polizist Scottie Ferguson glaubt, aufgrund seiner Akrophobie, schuld an dem Tod eines Kollegen zu sein. Deswegen ist er nur noch als Privatdetektiv zu Werke. Als er die unter Paranoia leidende Madeleine überwachen soll, gerät sein Job schnell aus den Fugen. Er verliebt sich in Madeleine nachdem er sie aus der Bucht von San Francisco gerettet hat. Doch bei einem Ausflug besteigt sie einen Turm und stürzt in tödliche in die Tiefe. Doch damit noch lang nicht genug: Wenig später begegnet Scottie einer Frau, die Madeleine äußert ähnlich sieht…
In 'Vertigo' stimmt einfach alles. Kamera, Schnitt und Musik sind grandios. Vor allem die geniale Kameraarbeit von Robert Burks fängt großartige Bilder vom San Francisco der 50er Jahre ein. Ebenso der punktgenaue Schnitt von George Tomasini und der bedrückende Score von Bernard Herrmann machen 'Vertigo' zu einem Zeitlosen Klassiker der einmaligen Sorte.
Wie gesagt, in 'Vertigo' fehlt es an nichts. So auch nicht an schauspielerischen Leistungen. Die männliche Hauptrolle übernimmt der große und unvergessene James Stewart, einer der besten Schauspieler aller Zeiten. Er spielt den von Höhenangst geplagten Detektiv Scottie Ferguson, der im Laufe des Films eine immer schmerzhaftere und zerreißende innere Wandlung durchlebt. Stewart bringt eine seiner besten Leistungen und treibt sein grandioses Schauspiel auf die Spitze. Auch Kim Novak als Madeline Elster und Judy Barton in der Scottie Madeleine erkennen will bringt ein extrem starke Leistung und fährt vor allem in der zweiten Hälfte des Films auf und muss sich vor James Stewart in keinster Weise verstecken.
Hitchcock, ein Meister seines Fachs, inszeniert 'Vertigo' mit einer unglaublichen Brillanz wie man sie von Hitchcock gewohnt ist. Der Film beginnt direkt mit einer tollen Szene, in der Scottie in einer Verfolgungsjagd über den Dächern von San Francisco abrutscht und zusehen muss wie ein Polizei-Kollege in den Tod stürzt. Danach nimmt Hitchcock den Fuß vom Gas und nimmt sich Zeit für seine Charaktere. Das dürfte für manche vielleicht langatmig sein, doch die Zeit benötigen die Charakter nun mal um ihnen die nötige Tiefe zu verleihen. 'Vertigo' lädt zu den verschiedensten Interpretationen und Analysen ein. Denn wie wir schon in '12 Monkeys' gesagt bekamen: Vertigo verändert sich nicht, nur der Zuschauer verändert sich und wird den Film immer wieder mit anderen Augen sehen. Hitchcock bleibt seinem Suspense-Image nicht im herkömmlichen Sinne treu. Er lässt die Bombe schon viel früher Platzen und richtet die Spannung so in eine ganz andere Richtung: Wie wird der gerade aus der Psychiatrie entlassene Scottie, nach dem Sturz seiner geliebten, auf Judy reagieren und wie wird er die Wahrheit aufdecken und verkraften. Denn Scottie ist einem erschreckenden Komplott verstrickt gewesen, den man so nicht erahnen konnte. Hitchcock geht auf den verletzten Charakter von Scottie ein. Denn Scottie ist nach dem Tod seines Kollegen ein gebrochener Mann. Nicht nur seine Höhenangst macht ihm zu schaffen, sondern auch die Schuldgefühle die ihn in Depressionen getrieben haben. Doch als er die blonde Schönheit Madeleine, die er eigentlich nur Beschatten sollte, kennenlernt scheint alles in eine bessere Richtung zu laufen. Jedenfalls für eine kurze Zeit. Denn Madeleine stürzt in die Tiefe und Scottie durchlebt wie schon bei dem Tod seines Kollegen eine grausame Zeit, natürlich noch schmerzhafter. Er gibt sich auch an dem Tod die Schuld, da er ihr wegen seiner Höhenangst nicht hinterher eilen konnte. Als er Judy Barton kennenlernt, traut er seinen Augen nicht. Sie sieht Madeleine verblüffend ähnlich und Scottie kann nicht von ihr lassen. In einer der stärksten und intensivsten Szenen, in der er Judy die gleiche Kleidung wie Madeleine gekauft hat und sie gezwungen hat sich die Haare genauso wie Madeleine zu machen, kommt Judy aus dem Badezimmer und steht in einem Flimmern vor Scottie und erscheint wie eine Gestalt aus einer anderen Welt. Der Zuschauer kennt bereits die Wahrheit und es trotzdem unglaublich Spannend zuzusehen, wie Scottie dem ganzen nach und nach auf die Schliche kommt. Hitchcock's Film durchzieht durchgehend ein unheimlicher Schleier der eine der besten Atmosphären überhaupt erzeugt und in einem der besten Finale der Filmgeschichte mit einem Knall endet. Man kann Ängste besiegen, doch Herzschmerz setzt sich fest. 'Vertigo' ist vieles: mysteriös, unheimlich, optimistisch und durch und durch pessimistisch, aber vor allem ist 'Vertigo' ein genialer Film, der zu Unrecht zu seiner Zeit mit Missachtung bestraft wurde.
Fazit: 'Vertigo' ist wieder einer der Hitchcock-Filme, die man nicht vergessen wird und der den Zuschauer noch lange verfolgt und nachdenken lässt. Ob es Hitchcock's bester Film ist, ist relativ. In jedem Fall ist es einer der besten und einmaligsten Filme aller Zeiten. Das liegt an der genialen Inszenierung, der tollen Kameraarbeit, den fantastischen Schauspielern, der bedrückenden Atmosphäre und dem großartigen Drehbuch. Ein Film, der das Wort Klassiker verdient und im Leben nicht nur einmal gesehen werden sollte.
naja,nun mal nicht übertreiben... sowohl Hitchcock als auch Stewart haben schon weit Besseres abgeliefert.... aber zum Glück sind die Geschmäcker ja verschieden :-)
Ich gehe davon aus, dass ich mir mit dieser Bewertung und dem dazugehörigen Kommentar, keine Freunde mache, soll mir aber Schnuppe sein.
"Vertigo - Aus dem Reich der Toten" ist für mich ein klarer Fall von überbewerteter Nostalgie, und Wertschätzung von, für damalige Verhältnisse, "Revolutionärer Filmkunst". Für mich macht beides keinen guten Film aus, außerdem unterhält mich ein Film nicht, nur weil er vor 60 Jahren das "Non plus ultra" darstellte. Aus diesem Grund hat mich dieser "Verschwörungsthriller" nur gelangweilt und genervt. Die Schauspieler zogen ihr Overacting die gesamte Spielzeit durch und doch wirkte alles hölzern und nicht wirklich nachvollziehbar. Der Plot selber hat mich soviel bewegt wie der Papstbesuch und auch sonst kann ich dem Film nichts positives abgewinnen.
Natürlich sind in meinen 3 Punkten die obligatorischen "Nostalgiepluspunkte" enthalten, für mehr hat es dann trotzdem nicht gereicht.
Ist doch alles Quatsch! :)
Ich fand den stilvoll inszenierten Selbstmord wirklich wunderbar.Wenn das keine Kunst ist, du Banause, dann weiss ich auch nicht :D
In der Welt der Haarpomade und Haarknoten, der Welt der Anzüge, Hüte und Kleider, Gentlemen, Ladys und Drinks, den 50er Jahren, nimmt uns Meisterregisseur Alfred Hitchkock mit auf die Reise in eine Welt der prachtvollen Szenerie, in der jede einzelne Szene einem Gemälde entsprungen zu sein scheint, in der Schauspieler noch Schauspieler sind, eine Welt der prunkvollen Kulissen, in der die Sehenswürdigkeiten der Stadt San Francisco, die das ganze Erlebnis noch pompöser erscheinen lassen, gekonnt für das brilliante Schauspiel der Darsteller eingesetzt worden sind und oftmals sogar als dritter Akteur zu agieren scheinen. In dieser Welt zeigt uns Alfred Hitchkock einen atmosphärischen Thriller mit viel Gefühl, Romantik, einer Brise Kitsch und einer gehörigen Portion Spannung, einen Film der den Ausdruck "Film" noch allzu sehr verdient hat, dessen klassische Musik das Geschehen perfekt untermalt und gleichzeitig vorantreibt und der uns einmal mehr zeigt, dass Mr. Hitchkock nach wie vor nicht umsonst den Titel 'Master of Suspense' inne hat.
Je mehr Filme ich von Hitchcock sehe, desto trauriger bin ich, dass ich seine Kunststücke nicht schon viel früher entdeckt habe. "Vertigo" stellt hier keine Ausnahme da.
Der in Ruhestand gegangene Polizeibeamte "Scottie" (James Stewart) bekommt von seinem ehemaligen Collegekollegen Gavin Elster (Tom Helmore) die Aufgabe, dessen Frau Madeleine (Kim Novak) zu beschatten. Doch schon bald ist klar, dass dieser Auftrag alles andere als gewöhnlich ist. Denn irgendetwas stimmt nicht mit Madeleine. Angeblich hat - laut besorgtem Ehemann - eine Tote von ihr Besitz ergriffen.
Und ab diesen Zeitpunkt zog mich der Film schlagartig in seinen Bann. Faszinierend, wenn die Persönlichkeitsspaltung eines Menschen auf so gekonnte Art und Weise präsentiert wird wie hier. Hitchcock baut eine ungemeine Spannung auf, wenn Madeleine von "Scottie" genaustens unter die Lupe genommen wird. Sie sucht zielorientiert Orte auf, die scheinbar in einem gewissen Kontext zueinander stehen. Doch ist zunächst nicht ersichtlich, was so eigenartig an dieser Frau sein soll. Diese Tatsache macht den Film jedoch ungeheuer fesselnd. Stets ist man als Zuschauer dazu geneigt, mit "Scottie" zusammen nach Anhaltspunkten zu suchen und beobachtet intensiv mit. Doch neben dieser toll inszenierten Verfolgungsgeschichte ist es auch die Beziehung zwischen dem Jäger und der Gejagten, die eine recht imposante und außergewöhnliche Entwicklung erfährt. Verehrung, Begierde, Leidenschaft, Täuschung und Hinterlist spielen hier eine maßgebliche Rolle.
Die Ereignisse nehmen mit der Zeit schließlich immer bizarrere Formen an. Sie spitzen sich zu und leben von ihren unerwarteten Wendungen. "Vertigo" ist ebenso ein Film, in dem die Auflösungen elegant und angenehm serviert werden, ohne dabei ins Lächerliche abzudriften. Häppchenweise bringt Hitchcock Licht ins Dunkel. Aus den anfänglichen Irritationen entsteht letztlich schlüssige Klarheit.
James Stewart und Kim Novak spielen ihre Rollen wirklich großartig. Besonders letztere vermochte es bei mir - mit ihrer sinnlichen Art - einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Der Regisseur schien wirklich ein gutes Händchen zu haben, was die Damenwahl anbelangt.
Überwältigend ist es, wie Hitchcock seinen Film präsentiert. Man merkt schnell, dass seine Perspektiven und Fahrten der Kamera äußerst durchdacht sind. Auch das Spiel mit Licht und Schatten beherrscht er wie kein Zweiter. Wenn sich Personen im Halbschatten tummeln oder nur ihre Silhouette zu sehen ist, dann wird die ohnehin schon unheimliche Atmosphäre enorm gesteigert. Das gefiel mir bereits in "Psycho" und "Das Fenster zum Hof".
Hitchcock spielt hier mit dem Zuschauer. Er packt ihn regelrecht an den Schultern und lässt ihn erst wieder los, wenn das Ende unverhofft einsetzt. Großartiger Film unter meisterlicher Regie! Ein echter Hitchcock eben!
Mein absoluter Lieblings-Hitchcock! Schwindelerregend gut, extrem kreativ, gefühlvoll, einfallsreich und spannend, hat Hitch hier einen äußerst faszinierenden, stimmungsvollen Streifen abgeliefert, der vom großartigen, in Verbindung mit den Bildern geradezu hypnotisierend wirkenden Score Bernard Herrmanns perfekt untermalt wird. "Vertigo" erzählt eine anspruchsvolle, psychologisch interessante Geschichte über das Leben und den Tod, Liebe und Angst, ohne dabei jedoch auf Spannung und einen hohen Unterhaltungsfaktor zu verzichten. Die dabei enstehende Atmosphäre ist sehr einnehmend und absolut einzigartig. Sogleich wird man geradezu in den Film hineingezogen, möchte dem Protagonisten auf seiner surrealen Reise unbedingt beistehen, was natürlich unter anderem auch den herausragenden, sehr sympathischen Darstellern zu verdanken ist.
Alfred Hitchcock hat hier einfach alles richtig gemacht und den Streifen wirklich brillant in Szene gesetzt, wodurch dieser bizarr und doch zugleich mit einer selten gesehenen Leichtigkeit daherkommende Film kurzweilig, unterhaltsam, und zudem sehr persönlich wirkt. "Vertigo" ist ein echter Klassiker, der wohl nie, wirklich niemals, alt wird. Atemberaubend und überwältigend. Ein wahres Meisterwerk!
"Vertigo - Aus dem Reich der Toten", ein vielversprechender Titel, der nicht zu viel verrät und gut zum Film passt. Für mich ein halbwegs abgerundeter "guter" Film, mit einer sympathischen Hauptfigur und einer ganz netten Geschichte. Zwar wurden einige Stellen durch die Musikuntermalung über-dramatisiert, aber das war nicht allzu störend. Störend dagegen ist das der Film eine Romanze sein soll. Wenn diese ganze Liebelei schon mit Betrug, Lügen und dem Ausspannen der Ehefrau des Freundes anfängt, würde ich dies nicht als romantisch bezeichnen. Gerade im letzten Drittel sieht man nur einen verwirrten Scottie der eine Puppe so einkleidet und frisiert, dass sie aussieht wie seine Traumfrau...aber auch da kann man ein Auge zudrücken, denn die Liebe kennt ja bekanntlich keine Grenzen. Das Ende war dann aber doch sehr enttäuschend. Nicht, dass ich ein Fan von Happy Ends wäre, aber der liebe Hitchcock hätte sich da schon mehr einfallen lassen können, als einer Nonne die Schuld in die Schuhe zu schieben um einen Schlusspunkt zu setzen.
Könnte man in 0.1-Schritten bewerten würde ich ihm eine 6.8 geben, denn wirklich "Sehenswert" finde ich ihn nun nicht. Vielleicht bin ich auch einfach zu jung oder zu blöd um die Genialität hinter diesem Film zu erkennen, die von vielen so angepriesen wird.
Wie auch immer, aufgerundet ergibt das trotzdem eine 7..
Alfred Hitchcocks ''Psycho'' ist der Höhepunkt seiner weltberühmten Suspense, ''Vertigo'' ist dagegen der Höhepunkt seiner Kreativität, erzählerischen Stärke, Charakterbildung und ein expressionistisches Feuerwerk aus herausragenden Aufnahmen, aussagekräftigen Bildern aus verschiedenen Kameraperspektiven und einer speziellen Stilrichtung aus abstrakten Kunstwerken und seltenen Farbsequenzen. Hitchcocks Vermögen neben einer erstklassigen komplexen Narration, eine seltsam faszinierende Ästhetik beizumischen, die eine besonders wirksame Ausstrahlung vermittelt, in der selbst die Vielzahl ungewöhnlicher Bildausschnitte und Farbaufnahmen der Stadt San Francisco bedeutsam erscheinen und jedes eingefangene Panorama einer Illustration bzw. einer ganzen Gemäldegalerie gleichkommt. Es ist schwierig ein Werk wie ''Vertigo'' in wenigen Worten zu beschreiben, denn besonders der visuelle Bereich ist nur über die direkten Gefühle mit dem Geschehen nachvollziehbar und nachempfindbar. Die Gedanken, Gefühle und versteckten Nachrichten und Mitteilungen kommen erst durch die einzigartigen Bilder zur vollständigen Entfaltung und begleiten die Erzählung im Einklang mit meisterhafter Harmonie und dem Rythmus zwischen gleichmütiger Ruhe und aufbrausender Panik. Gepaart mit einem Thriller, einer ganz eigenen Hausmarke und Stilrichtung, ist diese Vielfalt aus schöner entspannenden Musik und grandiosen Geflechten aus Umrissen und Farben ein Meisterwerk bestehend aus Ideenreichtum, Schöpferkraft und genialer Fantasie. Brilliant und fesselnd erzählt, kommt die Struktur des Films erst im aufwendigen Finale heimlich zum Vorschein und die bis ins kleinste Detail perfektionierte Geschichte zum dramatischen Ausklang, mit einem gebührenden offenen Ende, welches idealerweise das kommende Schicksal unaufgelöst lässt. Nicht nur James Stewart begegnet in seiner Rolle als John Ferguson akrophobisch gesehen einer bizarren Spirale, sondern auch der Zuschauer wird in den erbarmungslosen Strudel des Vertigo-Effekts hinein gelassen und begegnet dort Protagonisten, die geplagt von inneren Konflikten einer unglaublichen Obsession zu Füßen liegen, in der die ewige Suche nach Glück, Entlastung, Freiheit und Liebe den undurchsichtigen Hauptcharakteren keine Chance überlässt den Teufelskreis zu bannen. Eine niemals endende Kollision zwischen Kabale und Zuneigung, packend inszeniert und exzellent dargestellt.
Danke dir!
Seinem speziellen Stil ist Hitchcock in Vertigo natürlich treu geblieben, zumal Vertigo ja auch zu seinen früheren Werken gehört, aber in Vertigo entsteht ein Flair, der in seinen anderen Werken nicht vorzufinden ist. Inhaltlich einfach ein einzigartiges Meisterwerk.
Filmhistorisch sicherlich sehr bedeutend, für die Jugend von heute jedoch gelegentlich etwas altbacken. Trotzdem unterhält der Hitchcock-Klassiker wunderbar, die Wendungen sind Spannend, die Darstellungen stimmig, nur das Ende ist etwas abrupt.
Für mich der beste Film aller Zeiten und auch der beste Film von Hitchcock. Jedoch schade, dass er kein Oscar bei der Verleihung 1959 gewonnen hat. Meiner Meinung nach hätte "Vertigo-Aus dem Reich der Toten" ein Oscar für:Bester Film, beste Regie, bester Hauptdarsteller und beste Nebendarstellerin gewinnen sollen.
Aber immer hin ist "Vertigo" bei dem American Film Institute auf Platz 9. von 100 gewählt worden.
Die Umsetzung des Films gefällt mir sehr gut. Vor allem die Darstellung des idyllischen San Fransicos der 50er Jahre. Vertigo gehört definitiv zu meinen Lieblingsfilmen von Alfred Hitchcock, nicht zuletzt wegen dem wiedermal glänzenden James Stewart.
Ich bin wohl einer der grössten Hitchcock Fans, hab ich doch schon an die 35 Filme von Ihm gesehen. Doch ausgerechnet einer seiner bekanntesten Filme fand ich nicht gelungen. Schuld daran ist die 80-minütige Einleitung, die mich zu keinem Zeitpunkt gefesselt hat. Doch als treuer Fan habe ich durchgehalten und wurde noch mit 40min wahrem Hitchcock belohnt.
Akrophobie und Liebe als Illusion: Hitchcock schwingt sich immer weiter hinauf. Selbstverständlich ist das alles wieder erstklassig erzählt und in Szene gesetzt, aber teilweise auch eindeutig zu langatmig und kitschig. Denn so spannend die Geschichte auch sein mag: Ohne scheinbar endloses Kleidertesten und überlanges Autofahren wäre sicherlich mehr drin gewesen. So schwebt "Vertigo" irgendwo im Mittelfeld der Hitchcocks und kann nie ganz die Klasse der Meisterwerke des Altmeisters erreichen.
Vertigo - Aus dem Reich der Toten - Kritik
US 1958 Laufzeit 128 Minuten, FSK 12, Thriller, Drama, Kinostart 03.02.1959
Kritiken (5) — Film: Vertigo - Aus dem Reich der Toten
Hisayasu S: DAS MANIFEST.COM
Kommentar löschenDie absolute Ultrakunst!
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
Mr Vincent Vega 2011/11/13 23:49:33
Antwort löschenPlagiat!
Hisayasu S 2011/11/14 00:53:59
Antwort löschenPlagiiert werden nur die Besten!
Mr Vincent Vega: Fünf Filmfreunde, gamona, D...
Kommentar löschenWahrscheinlich der beste Film, der je gedreht wurde.
18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Flibbo: wieistderfilm.de
Kommentar löschen[...] Brillant, wie Hitchcock sich die Möglichkeiten des Farbfilms zunutze macht und mit kleinen Tricks verstörende Bilder erzeugt, deren Wirkung von der Musik noch verdoppelt wird. Der großartige, zum Teil hypnotisch-beklemmende Score von Bernard Herrmann (Mitte der 50er bis Mitte der 60er Hitchcocks Stammkomponist) trägt eine nicht zu unterschätzende Verantwortung für die atmosphärische Dichte, die sich durch den ganzen Film zieht. [...]
Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde
Kommentar löschenAuch wenn er etwas schwer in die Gänge kommt aus heutiger Sicht, lohnt sich Film alleine wegen Jimmy Stewarts Darstellung. Sein Charakter erscheint höchst ambivalent und fasziniert durch seine unheimliche Besessenheit. Die Farbdramaturgie und Bernard Hermans hypnotischer Score bleiben noch lange im Gedächnis.
4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Evie: www.inderzange.de
Kommentar löschenFür heutige Verhältnisse absolut schlecht, nichtssagend und auch nicht überraschend, für damalige Verhältnisse sicherlich gut, wie alle Hitchcock Filme doch, der Film ist für mich einfach nur langweilig.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten
patcharisma 2009/11/12 03:50:55
Antwort löschenDer Evie kann eh sagen was er will, für ihn würde ich meine Seele verkaufen...
Evie 2010/01/05 23:35:50
Antwort löschenWas hat das mit elektronisch zu tun? Der Film war einfach viel zu langatmig und einfach nur nervtötend. Weiß jetzt nicht wie du auf elektronsich kommst oO?
Evie 2010/01/12 11:23:58
Antwort löschenIch finde es absolut beschämend was du hier von dir lässt, nur weil ich deinen Lieblingsfilm nicht gut finde, kannst du keine Rückschlüsse auf meine Filmpräferenzen ziehen. Für mich ist der Film eben langweilig, sicherlich zu der Zeit wo der Film erschien, war er wohl wie alle Hitchcock Filme spitze. Doch wenn ich ihn mir heute anschaue schlafe ich fast nur ein, weil einfach nichts passiert, aber das ist meine Meinung und du solltest wenigsten so kulant sein und das akzeptieren und nicht wie ein kleines Kind protestieren!
Khitos 2010/03/12 01:36:54
Antwort löschenIch hätte mir schon eine nähere Erklärung deiner Meinung erhofft. Ich hab ihn jetzt auch endlich gesehen und ich kann dir keineswegs zustimmen. Trotz der ruhigen Momente gibt es etliche Szenen, die einen noch wach kriegen können (siehe die Traumszene ;)).
Naja, um Ortega Lorre etwas beizupflichten: Es ist schon etwas happig zu sagen, dass ein Film nur in der jeweiligen Zeit überzeugen kann. Gerade das machen diese älteren Filme auch aus, dass sie die Zeit überstehen und wirklich auch in modernen Zeiten überzeugen können. Aber ich will nur diese Ansicht kritisieren. Deinen Geschmack über den Film lass ich dir ;)
Ich hab auch so einen Kandidaten, der mich angeödet hat: "Der Dritte Mann" :D "Vertigo" hingegen war wirklich gut und atmosphärisch =)
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Tyler__Durden 2010/03/20 19:16:45
Antwort löschenKann Ortega Lorre nur zustimmen, so was soll ein Kritiker sein?
Ich meine deinen Geschmack in allen ehren, man muss ja nicht jeden Klassiker mögen aber dann so was wie "nichtssagend" los zulassen ist nicht mehr Lachhaft sondern einfach nur Traurig.
Mr Vincent Vega 2012/01/04 18:46:52
Antwort löschenKompetenzfaktor Nullplus.
Kommentare (58) — Film: Vertigo - Aus dem Reich der Toten
Kommentar schreibenJohnnyKee 2012/01/04 14:07:14
Kommentar löschen„Es ist so als ob ich durch einen Korridor laufen würde und wenn ich am Ende ankomme ist dort nichts als Dunkelheit und wenn ich in die Dunkelheit eintauche werde ich sterben. WTF?!?!“
Zeit ist kostbar und Herr Hitchcock hat sie zu genüge, wie es scheint, um sie willkürlich aus dem Fenster rauswerfen zu können oder eher gesagt mit ihr einen Film zu kreieren der mit nichts als warmer Luft gefüllt ist. Vertigo wird auch gerne mal, aus verschieden Ecken, als Klassiker bezeichnet (???). Völlig unverständlich, für mich, da Vertigo heutzutage kein bisschen funktioniert wie er es vielleicht früher mal tat. Spannung verspürte ich zu keiner Sekunde, das Interesse war dann eigentlich auch schon nach 20 endlos erscheinenden Minuten verflogen aber ich blieb standhaft. Nur um kurz darauf mit überflüssigen und nervigen Dialogen entschädigt zu werden die in Belanglosigkeit gipfeln, die wie Rasiermesser die Kehle runterbrettern, schmerzen und auf die ich letztendlich auch hätte verzichten können. Lieber eine nett anzusehende, wortkarge Stadtrundfahrt in San Francisco (was der Film ohnehin schon zur Hälfte ist) anstatt Dialoge ertragen zu müssen, bei denen man sich wünscht lieber gleich begraben im Sarg zu liegen, um heimlich, still und leise zu verrotten. Stets mit freudiger Gewissheit im Hinterkopf: Zum Glück nutze ich meine Zeit jetzt sinnvoll! Hoffnung hat auch noch der vielversprechende Cast erweckt, wurde aber wieder sofort zerschlagen da diese Liebesgeschichte, die von Stewart und Novak präsentiert wird, einfach nur steif, kalt und künstlich wirkt. Sinnentleertes Geplänkel im Background, leere Schmachtblicke und zwanghafte Umarmungen erzeugen kein Gefühl der Leidenschaft sondern das Verlangen sich mal selbst in der Nähe der Golden Gate Bridge in die Tiefe zu stürzen, in der Hoffnung das alles einfach nicht mehr mitansehen zu müssen. Die Darstellungen für sich sind genauso enttäuschend, agiert Stewart doch sehr extrem und übertrieben am Ende und Novak wirkt sowieso die gesamte Zeit über wie ein ausgestopftes Tier oder ein antiker Kronleuchter. Sieht nett aus, hätte man gerne mal in der Wohnung stehen oder so, taugt aber halt zu nix. Wenigstens darf die Gute ein paar mal das zeitliche segnen und das damit verbundene Ableben ist doch sehr amusing. Ein kleines Wunder möchte man meinen, nach der ganzen tristen Zeit die man nun verschwendet hat. Das Ende wird genauso lieblos, ja schon lachhaft abgehandelt wie der ganze Rest, Anzeichen einer Komödie sind vorhanden, lachhafte Momente bietet der Film ohnehin seit Anbeginn hin und wieder. Die Geschichte mag zwar an sich nett erscheinen, wird aber auf unvorteilhafteste Art und Weise präsentiert, das Todesurteil für den kompletten Film. Die überzeugenden Komponenten lassen sich an den Fingern abzählen, sind es doch leider nur Kamera und Ausstattung die vollends überzeugen. Schade eigentlich. Nach den zwei grandiosen Filmen Psycho und Rear Window erscheint mir dieser Film wie eine triste Beerdigung für die Hoffnung, die man stets hatte. Die Hoffnung auf Besserung. Stattdessen wird man im Regen stehen gelassen, zusammen mit einer gehörigen Portion Eitelkeit und überdramatisierten Nichtigkeiten denen man keinerlei Beachtung schenken will. Etwas das ich nicht noch einmal erleben möchte und keinerlei Freude bereitet. Wo ich großen Abstand halten will. Dessen unerträgliche Leere mir einfach nur verhasst ist. Gleichgültigkeit!
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seven 2012/01/04 14:15:01
Antwort löschenVorzüglich geschrieben! ;D
JohnnyKee 2012/01/04 14:20:03
Antwort löschenAber auch nur weil du ihn noch nicht gesehen hast....^^
SoulReaver 2012/01/04 14:21:09
Antwort löschenWäre ich deiner Meinung würde ich sagen: TOLL GESCHRIEBEN. Da ich 'Vertigo' liebe muss ich sagen: Du bist blöd :(
seven 2012/01/04 14:23:19
Antwort löschenNenene, das sind zwei Paar Schuhe. Trotz meiner persönlichen Haltung kann ich mich an einer überzeugend und nachvollziehbaren Kritik mit entgegengesetzter Ansicht amüsieren.^^
JohnnyKee 2012/01/04 14:25:41
Antwort löschenSouly: Da ich Vertigo leider nicht mag muss ich sagen: Das stimmt nicht :)
Sev: Na dann is ja jut^^
Punsha 2012/01/04 14:30:29
Antwort löschenLeider noch nicht gesehen, aber jetzt will ich es umso mehr. :)
JohnnyKee 2012/01/04 14:35:17
Antwort löschenWar jetzt nicht ganz das was ich erreichen wollte... ;)
Le Samourai 2012/01/04 14:47:19
Antwort löschenSoeben hat sich mir der Magen umgedreht.
der cineast 2012/01/04 15:14:01
Antwort löschenGut Johnny. !
Le Samourai 2012/01/04 15:20:43
Antwort löschenOha, Team Geschmacksverirrung komplett. ;)
JohnnyKee 2012/01/04 15:27:59
Antwort löschen@cineast: :D
@Samourai: Mahlzeit!^^
Mr Vincent Vega 2012/01/04 18:10:49
Antwort löschenDer beste Film, der je gedreht wurde.
Timo K. 2012/01/04 18:26:49
Antwort löschenFür die Jugend ist das natürlich nichts. :D
Le Samourai 2012/01/04 20:08:41
Antwort löschenNa dann hoffen wir mal, dass mit dem Alter die Weisheit noch kommt! :)
der cineast 2012/01/04 20:49:10
Antwort löschenUnd bei dir haben wir aufgehört zu warten....:)
Le Samourai 2012/01/04 20:55:11
Antwort löschenHohoho
der cineast 2012/01/04 21:30:14
Antwort löschenVoll schlagfertig pariert.
patcharisma 2012/01/04 21:43:05
Antwort löschenFunny, funny!
Hitmanski 2012/01/04 22:01:08
Antwort löschen:'-( :'-( :'-(
Le Samourai 2012/01/04 22:01:40
Antwort löschenAch du, da gibt's nicht zu parieren. Erstens entbehrt deine Aussage jeglicher Grundlage, zweitens gibst du selbst doch meist nur Sülze von dir und drittens ist es ja ganz toll, einen derart stupiden Text zu einem absolut unbestrittenen Meisterwerk zu mögen, welches man selbst (traurigerweise) noch gar nicht gesehen hat. :)
Le Samourai 2012/01/04 22:12:17
Antwort löschenNicht weinen, Bruder! :)
Hitmanski 2012/01/04 22:52:30
Antwort löschenIch verstehe halt einfach nicht; warum man Hitchcock immer an PSYCHO benchmarken muss. Wer seine Filme allein der Spannung wegen schaut, hat weder den Regisseur noch seine Arbeiten wirklich verstanden. Auch PSYCHO nicht.
der cineast 2012/01/04 23:12:38
Antwort löschenUnd Du bist dir sicher das ich Vertigo nicht kenne, nur weil ich ihn nicht bewertet habe? Deine Aussagen (Asia) entbehrten schon immer jeglicher Grundlage. Schön den Ball flach halten. Bruder.
:)
Le Samourai 2012/01/04 23:30:58
Antwort löschenAsia...Argento?
@ Hitmanski: Naja, der Großteil seiner Filme lebt schon von Spannung und vor allem Suspense. Für mich macht da VERTIGO aber auch gar keine Ausnahme, ich finde den absolut hypnotisierend und hochspannend!
Hitmanski 2012/01/04 23:38:35
Antwort löschenFinde Hitchcocks Subtexte meist (noch) spannender als Suspense. Aber ja: VERTIGO ist in beiden Disziplinen meisterhaft :)
Le Samourai 2012/01/04 23:41:04
Antwort löschenDas steht außer Frage!
Mr Vincent Vega 2012/01/04 23:45:11
Antwort löschenLe Samourai hat Recht, der cineast Unrecht.
Le Samourai 2012/01/04 23:48:44
Antwort löschen<3
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bahcsas 2012/01/05 04:03:02
Antwort löschenIch bestätige hiermit Mr. Vincent Vegas Urteil. Der Fall ist damit abgeschlossen. ;)
vPidschv 2012/01/05 13:11:25
Antwort löschenSo sehr ich deine Kritiken sonst auch schätze, muss ich Le Samourai insofern recht geben, dass dir bei der hier jegliche Grundlage fehlt. Kann die Argumentation (wenn vorhanden) leider nicht wirklich nachvollziehen. Vielleicht liegt das aber nur daran, dass Vertigo mMn der beste Hitchcock ist.
Pyro 91 2011/12/28 14:11:03
Kommentar löschenNachdem ich den Film vor knapp einem Jahr gesehen hatte, gefiel er mir überhaupt nicht. Da ich jedoch ein großer Hitchcock-Fan bin, wollte ich ihn nochmal eine Chance geben. Und was soll ich sagen: Ich bin total begeistert!
Es beginnt schon vielversprechend mit der Titelsequenz, die bereits sehr mysteriös und düster auf den Zuschauer einwirkt. Kombiniert mit Bernhard Hermanns Score: Ein wahrer Hochgenuss.
Der Vertigo-"Effekt" ist eine eine beeindruckende Technik, die es schafft einem die Höhenangst, die unsere Hauptfigur fühlt, nahe zu bringen.
Total eingenommen war ich dann als James Stewarts Charakter Scottie, die mysteriöse Madeleine verfolgt. Ich schätze es waren beinahe 10 Minuten, in denen kein einziges Wort gesprochen wird und doch schafft es Hitchcock uns neue Informationen über die Geschehnisse zu geben und Suspense zu erzeugen.
Im weiteren Verlauf dominieren die großartigen Leistungen von Stewart und Novak und sorgen dafür, dass der -zugegebenermaßen gekünstelte- Plot denoch glaubwürdig ist.
Die Unvorsehrbarkeit ist eine der größten Stärken des Films und deshalb bietet der 1. Sturz vorm Turm noch eine lange Nachwirkung, die erst mal verdaut werden muss.
Scotties Schuldkomplex und Melancholie führen dann zu einer interessanter Albtraumszene, die für heutige Standards teilweise albern wirkt, jedoch interessante Einblicke in Scotties Psyche gibt, was für mich vorrangig ist.
Im weiteren Verlauf beschäftigt sich "Vertigo" mit ScottiesObsession und sorgt mit einer geschickt geplanten Enthüllung (Garvins Frau fiel vom Turm) sowie Judys Brief für ein besseres Verständnis in der Liebesbeziehung zwischen Scottie und Judy Aufgrund der gegebenen Informationen sind wir uns nun bewusst, dass Judys Liebe zu ihm wahr ist, während er nur versucht ein Ebenbild von Maddy zu erschaffen.
Das Ende ist sehr abprubt und wird vielen sicher nicht gefallen, diskussionwürdig und reich an Bedeutung ist es jedenfalls.
Ich müsste wirklich lügen, aber "Vertigo" scheint mir aus visueller Sicht Hitchcocks bester Film zu sein. Die Aufnahmen sind einfach wunderschön, viele davon würde sich hervorragend an der Wand machen und vor allem die Arbeit mit Licht und Schatten unterstreicht die Thematik des Films immer wieder.
Ich weiß wirklich nicht warum er mir beim ersten Mal nicht gefiel, obwohl ich vermute dass es mit mit den "schwierigen Themen" zusammenhängt, die angesprochen werden Obsession, Anhängen an der Vergangenheit, Einsamkeit, Schuld. Kein Film, den man sich gerne mal nach einem stressigen Tag ansieht und wohl auch Hitchcocks unzugänglichster Film. Sobald man sich allerdings darauf einlässt, wird man mit einen faszinierenden, hochspannenden Portrait eines Mannes belohnt, der nicht nur auf hohen Türmen die Kontrolle über sich selbst verliert.
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Teezy123 2011/12/17 10:01:16
Kommentar löschenGuter Film in dem Kim Novak den guten Jimmy glatt an die Wand spielt.
Die Story in gewohnter Hitchcock-Art, d.h. wenn man seine Filme kennt, so ist die Handlung von Vertigo leider arg vorhersehbar.
Guter Film, aber ganz bestimmt nicht einer der Besten, auch nicht einer der besten von Hitchcock.
Allein für das Nun-aber-schnell-Ende gibts Punktabzüge und auch für die völlig deplazierte Miss Ellie
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kronenhummer 2011/12/10 09:34:47
Kommentar löschenVertigo – lat. für Schwindel. Schwindelig, dass kann einem bei Vertigo sicherlich werden. Schon zu Beginn im Intro, welches durch seltsame drehende Figuren verschiedener Art gekennzeichnet ist, aber auch im weiteren Film, vor allem dann, wenn man wie „Scottie“ Ferguson so seine Probleme mit der Höhe hat. Auch manch verwirrender Moment kann hierzu zusätzlich beitragen, wobei dabei auch schnell die Frage aufkommt, ob einem eher vor Verwirrung schwindelig wird oder man hier schlichtweg angeschwindelt wird. „Vertigo“ zeigt, wie ein vermeintlich eigenartiger Filmtitel doch in vielschichtiger Art und Weise den dahinterliegenden Film überzeugend charakterisieren kann.
Doch trotz allem: dieser Hitchcock hat mich nicht überzeugt. Die mysteriösen Ansätze hatten durchaus etwas, aber Spannung und wirklich dauerhafte Überraschungsmomente habe ich hier vermisst. Zu Beginn schafft es Hitchcock hier sicherlich noch, eine mysteriöse und damit verbundene spannende Handlung rund um eine besessene junge Frau zu stricken, der sich ein unter Höhenangst leidender Detektiv annehmen soll. Doch irgendwann wurde mir dieses zu vorhersehbar, zu einfach.
„Vertigo“ ist bei weitem kein schlechter Film. Aber wenn mich bei einem Hitchcock-Film selbst der penetrante Score des sonst großartigen Bernard Herrmann nervt, dann hat ein Film es schwer. Dazu kommt hier auch noch eine Charakterisierung der Hitchcock-typischen „edler Gentleman trifft naive Blondine“-Beziehung, die extremer, stereotyper, platter wirkt, als man dieses sonst gewohnt ist.
„Vertigo“ ist sicherlich in vielen Teilen ein gewagtes und auch teilweise gelungenes Experiment des Mannes, der hier nach wenigen Minuten durch das Bild huscht. Leider ist „Vertigo“ für mich aber auch ein Thriller, der sich durch seine fehlende Spannung, seine Vorhersehbarkeit, seine Platituden kennzeichnet.
Vielleicht hat Vertigos eigentliche Bedeutung sich mir nicht erschlossen, vielleicht hatte ich auch falsche Erwartungen angesichts der Namen und der Vorhersage von 8,5. Aber letztendlich hat „Vertigo“ vor allem eines: Er hat mich (leider) enttäuscht.
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Weltensegler 2011/11/27 23:10:26
Kommentar löschenMein erster Hitchcock. A bit confusing sometimes. Tolle Darsteller, mann war James Steward großartig und Kim Novak, wo ich erst dachte die würde jetzt etwas hinterherhinken, hat ebenfalls mitgehalten, klasse. Toller Score von Bernard Herrmann, der mich schon vor kurzem mit seinem wunderbaren „Taxi Driver“ Soundtrack begeistert hat. Und ne Story gab es auch, irgendwas ganz Abgedrehtes und was für ein ähm Ende. Aber es war irgendwie stimmig, Darsteller sehr gut und irgendwie auch fesselnd, von daher geht der Film auch absolut in Ordnung, weiß nicht ob das jetzt typisch Hitchcock ist, für ne naja, solide Story und nur eigentlich 2 Darsteller hat mich der Film über die Stunden schon gut unterhalten.
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J4KOB 2011/11/27 23:26:10
Antwort löschenWaaas? Erst einen Hitchcock? Da muss aber dringend was nachgeholt werden:
Psycho, Cocktail für eine Leiche, Vögel, Fenstre zum Hof, Bei Anruf: Mord und Der unsichtbare Dritte!
Ich geb dir eine Woche Zeit. Bis dahin musst du die Liste abgearbeitet haben :D
Weltensegler 2011/11/27 23:30:55
Antwort löschenImmerhin. ;) Jaja, du meinst wohl eher 1 Jahr, dann könnte ich das eventuell schaffen. Danke für die Tipps, alles notiert, ich guck was sich machen lässt. Wie schätzt du "Vertigo" ein, ich meine sowohl im Hinblick auf Hitchcock als auch im Vergleich zu den genannten Filmen?
J4KOB 2011/11/27 23:36:38
Antwort löschenIch muss dir beichten, Vertigo hab Ich noch vor mir ^^ Ich hab nur die aufgezählten plus einigen unbekannteren gesehen.
Aber so für den Anfang würd ich dir Vögel oder Psycho empfehlen, mit denen kann man kaum was falsch machen :) Und kleiner Geheimtipp, "Im Schatten des Zweifels" ist Hitchcocks persönlicher Lieblingsfilm (von seinen eigenen).
Ahja, Nachtrag zur obigen Aufzählung: Über den Dächern von Nizza.
Weltensegler 2011/11/27 23:41:07
Antwort löschenDu hast keine Ahnung was das jetzt für einen Druck aufbaut, ich neige durchaus dazu einfach mal was Falsch zu machen. ;) Passt, ich hoffe mir gefällt einer davon etwas besser, wobei "Vertigo" an sich absolut sehenswert war, bin gespannt wie du den finden wirst. :)
J4KOB 2011/11/27 23:46:32
Antwort löschenDas tut mir leid :D Also ein bisschen spezifischer: Wenn du auf spannende und nervenauftreibende Psychothriller stehst: Psycho. Wenn du auf atmosphärischen Tiergrusel stehst: Vögel. ^^ Wobei man einem Hitchcock immer seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenken muss, sonst "wirkt" er nicht (is halt bei mir so)
Ach, da bin ich zuversichtlich, ich habe bisher jedem seiner Filme mind 8 Punkte gegeben ;)
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Weltensegler 2011/11/27 23:50:32
Antwort löschenDu hast keine Ahnung, ich bin ein sehr vorsichtiger Erstbewerter. Mal gucken, die zwei lass ich jetzt mal eher hinten und guck den Rest an. Is zumindest ein guter Weg ein paar ältere Klassiker zu gucken, da hab ich absolut keinen Durchblick. :) Danke für die Infos. :)
J4KOB 2011/11/27 23:53:16
Antwort löschenAlles klar :D Sehr gerne :)
kamerakind 2011/11/06 21:34:12
Kommentar löschenGehört trotz des innovativen Vertigo-Effekts und einer teilweise geradezu avantgardistischen Kameraarbeit nicht zu Hitchcocks besten Arbeiten. Kim Novak ist schlicht keine Grace Kelly, James Stewart nicht in Bestform, die Story zu konstruiert, das Drehbuch nicht so spannend wie man es gewohnt ist. Filmhistorisch sicher ein Meilenstein, allerdings hat der Film die Zeit nicht so bravourös überdauern können wie zum Beispiel "Das Fenster zum Hof" oder "Bei Anruf Mord".
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SoulReaver 2011/10/15 22:04:39
Kommentar löschen'Vertigo' aus dem Jahre 1958 von Meisterregisseur Hitchcock zählt zu recht zu den größten und besten Film-Klassikern aller Zeiten. Denn Hitchcock inszeniert einen Film, den der Zuschauer im Laufe seines Lebens immer mit anderen Sichtweisen aufnehmen kann und so nie losgelassen wird.
Der ehemalige Polizist Scottie Ferguson glaubt, aufgrund seiner Akrophobie, schuld an dem Tod eines Kollegen zu sein. Deswegen ist er nur noch als Privatdetektiv zu Werke. Als er die unter Paranoia leidende Madeleine überwachen soll, gerät sein Job schnell aus den Fugen. Er verliebt sich in Madeleine nachdem er sie aus der Bucht von San Francisco gerettet hat. Doch bei einem Ausflug besteigt sie einen Turm und stürzt in tödliche in die Tiefe. Doch damit noch lang nicht genug: Wenig später begegnet Scottie einer Frau, die Madeleine äußert ähnlich sieht…
In 'Vertigo' stimmt einfach alles. Kamera, Schnitt und Musik sind grandios. Vor allem die geniale Kameraarbeit von Robert Burks fängt großartige Bilder vom San Francisco der 50er Jahre ein. Ebenso der punktgenaue Schnitt von George Tomasini und der bedrückende Score von Bernard Herrmann machen 'Vertigo' zu einem Zeitlosen Klassiker der einmaligen Sorte.
Wie gesagt, in 'Vertigo' fehlt es an nichts. So auch nicht an schauspielerischen Leistungen. Die männliche Hauptrolle übernimmt der große und unvergessene James Stewart, einer der besten Schauspieler aller Zeiten. Er spielt den von Höhenangst geplagten Detektiv Scottie Ferguson, der im Laufe des Films eine immer schmerzhaftere und zerreißende innere Wandlung durchlebt. Stewart bringt eine seiner besten Leistungen und treibt sein grandioses Schauspiel auf die Spitze. Auch Kim Novak als Madeline Elster und Judy Barton in der Scottie Madeleine erkennen will bringt ein extrem starke Leistung und fährt vor allem in der zweiten Hälfte des Films auf und muss sich vor James Stewart in keinster Weise verstecken.
Hitchcock, ein Meister seines Fachs, inszeniert 'Vertigo' mit einer unglaublichen Brillanz wie man sie von Hitchcock gewohnt ist. Der Film beginnt direkt mit einer tollen Szene, in der Scottie in einer Verfolgungsjagd über den Dächern von San Francisco abrutscht und zusehen muss wie ein Polizei-Kollege in den Tod stürzt. Danach nimmt Hitchcock den Fuß vom Gas und nimmt sich Zeit für seine Charaktere. Das dürfte für manche vielleicht langatmig sein, doch die Zeit benötigen die Charakter nun mal um ihnen die nötige Tiefe zu verleihen. 'Vertigo' lädt zu den verschiedensten Interpretationen und Analysen ein. Denn wie wir schon in '12 Monkeys' gesagt bekamen: Vertigo verändert sich nicht, nur der Zuschauer verändert sich und wird den Film immer wieder mit anderen Augen sehen. Hitchcock bleibt seinem Suspense-Image nicht im herkömmlichen Sinne treu. Er lässt die Bombe schon viel früher Platzen und richtet die Spannung so in eine ganz andere Richtung: Wie wird der gerade aus der Psychiatrie entlassene Scottie, nach dem Sturz seiner geliebten, auf Judy reagieren und wie wird er die Wahrheit aufdecken und verkraften. Denn Scottie ist einem erschreckenden Komplott verstrickt gewesen, den man so nicht erahnen konnte. Hitchcock geht auf den verletzten Charakter von Scottie ein. Denn Scottie ist nach dem Tod seines Kollegen ein gebrochener Mann. Nicht nur seine Höhenangst macht ihm zu schaffen, sondern auch die Schuldgefühle die ihn in Depressionen getrieben haben. Doch als er die blonde Schönheit Madeleine, die er eigentlich nur Beschatten sollte, kennenlernt scheint alles in eine bessere Richtung zu laufen. Jedenfalls für eine kurze Zeit. Denn Madeleine stürzt in die Tiefe und Scottie durchlebt wie schon bei dem Tod seines Kollegen eine grausame Zeit, natürlich noch schmerzhafter. Er gibt sich auch an dem Tod die Schuld, da er ihr wegen seiner Höhenangst nicht hinterher eilen konnte. Als er Judy Barton kennenlernt, traut er seinen Augen nicht. Sie sieht Madeleine verblüffend ähnlich und Scottie kann nicht von ihr lassen. In einer der stärksten und intensivsten Szenen, in der er Judy die gleiche Kleidung wie Madeleine gekauft hat und sie gezwungen hat sich die Haare genauso wie Madeleine zu machen, kommt Judy aus dem Badezimmer und steht in einem Flimmern vor Scottie und erscheint wie eine Gestalt aus einer anderen Welt. Der Zuschauer kennt bereits die Wahrheit und es trotzdem unglaublich Spannend zuzusehen, wie Scottie dem ganzen nach und nach auf die Schliche kommt. Hitchcock's Film durchzieht durchgehend ein unheimlicher Schleier der eine der besten Atmosphären überhaupt erzeugt und in einem der besten Finale der Filmgeschichte mit einem Knall endet. Man kann Ängste besiegen, doch Herzschmerz setzt sich fest. 'Vertigo' ist vieles: mysteriös, unheimlich, optimistisch und durch und durch pessimistisch, aber vor allem ist 'Vertigo' ein genialer Film, der zu Unrecht zu seiner Zeit mit Missachtung bestraft wurde.
Fazit: 'Vertigo' ist wieder einer der Hitchcock-Filme, die man nicht vergessen wird und der den Zuschauer noch lange verfolgt und nachdenken lässt. Ob es Hitchcock's bester Film ist, ist relativ. In jedem Fall ist es einer der besten und einmaligsten Filme aller Zeiten. Das liegt an der genialen Inszenierung, der tollen Kameraarbeit, den fantastischen Schauspielern, der bedrückenden Atmosphäre und dem großartigen Drehbuch. Ein Film, der das Wort Klassiker verdient und im Leben nicht nur einmal gesehen werden sollte.
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Dani95 2011/10/17 23:42:00
Antwort löschenKlingt eigentlich ziemlich interessant! :)
AberHallo88 2011/10/27 15:07:03
Antwort löschenDu hast es drauf :P
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Teezy123 2011/12/17 10:03:10
Antwort löschennaja,nun mal nicht übertreiben... sowohl Hitchcock als auch Stewart haben schon weit Besseres abgeliefert.... aber zum Glück sind die Geschmäcker ja verschieden :-)
SoulReaver 2011/12/17 16:49:10
Antwort löschenJap, zum Glück is das deine Meinung.
KASAKA 2011/10/09 20:04:52
Kommentar löschenIch gehe davon aus, dass ich mir mit dieser Bewertung und dem dazugehörigen Kommentar, keine Freunde mache, soll mir aber Schnuppe sein.
"Vertigo - Aus dem Reich der Toten" ist für mich ein klarer Fall von überbewerteter Nostalgie, und Wertschätzung von, für damalige Verhältnisse, "Revolutionärer Filmkunst". Für mich macht beides keinen guten Film aus, außerdem unterhält mich ein Film nicht, nur weil er vor 60 Jahren das "Non plus ultra" darstellte. Aus diesem Grund hat mich dieser "Verschwörungsthriller" nur gelangweilt und genervt. Die Schauspieler zogen ihr Overacting die gesamte Spielzeit durch und doch wirkte alles hölzern und nicht wirklich nachvollziehbar. Der Plot selber hat mich soviel bewegt wie der Papstbesuch und auch sonst kann ich dem Film nichts positives abgewinnen.
Natürlich sind in meinen 3 Punkten die obligatorischen "Nostalgiepluspunkte" enthalten, für mehr hat es dann trotzdem nicht gereicht.
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mad02 2011/10/09 20:08:30
Antwort löschenIst doch alles Quatsch! :)
Ich fand den stilvoll inszenierten Selbstmord wirklich wunderbar.Wenn das keine Kunst ist, du Banause, dann weiss ich auch nicht :D
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KASAKA 2011/10/09 20:19:05
Antwort löschenDu Saftnase! Einfach meinen Einwurf zu Taxidermia kopieren und dich damit als gebildet und weltoffen präsentieren? Na das kann ich leiden :D
Teezy123 2011/12/17 10:03:56
Antwort löschenKuinst lässt sich eh kaum definieren und liegt im Sinne eines jeden einzelnen Betrachters :-)
Vincent_Vega 2011/09/30 17:17:30
Kommentar löschenIn der Welt der Haarpomade und Haarknoten, der Welt der Anzüge, Hüte und Kleider, Gentlemen, Ladys und Drinks, den 50er Jahren, nimmt uns Meisterregisseur Alfred Hitchkock mit auf die Reise in eine Welt der prachtvollen Szenerie, in der jede einzelne Szene einem Gemälde entsprungen zu sein scheint, in der Schauspieler noch Schauspieler sind, eine Welt der prunkvollen Kulissen, in der die Sehenswürdigkeiten der Stadt San Francisco, die das ganze Erlebnis noch pompöser erscheinen lassen, gekonnt für das brilliante Schauspiel der Darsteller eingesetzt worden sind und oftmals sogar als dritter Akteur zu agieren scheinen. In dieser Welt zeigt uns Alfred Hitchkock einen atmosphärischen Thriller mit viel Gefühl, Romantik, einer Brise Kitsch und einer gehörigen Portion Spannung, einen Film der den Ausdruck "Film" noch allzu sehr verdient hat, dessen klassische Musik das Geschehen perfekt untermalt und gleichzeitig vorantreibt und der uns einmal mehr zeigt, dass Mr. Hitchkock nach wie vor nicht umsonst den Titel 'Master of Suspense' inne hat.
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Joxcus 2011/09/29 17:55:37
Kommentar löschenJe mehr Filme ich von Hitchcock sehe, desto trauriger bin ich, dass ich seine Kunststücke nicht schon viel früher entdeckt habe. "Vertigo" stellt hier keine Ausnahme da.
Der in Ruhestand gegangene Polizeibeamte "Scottie" (James Stewart) bekommt von seinem ehemaligen Collegekollegen Gavin Elster (Tom Helmore) die Aufgabe, dessen Frau Madeleine (Kim Novak) zu beschatten. Doch schon bald ist klar, dass dieser Auftrag alles andere als gewöhnlich ist. Denn irgendetwas stimmt nicht mit Madeleine. Angeblich hat - laut besorgtem Ehemann - eine Tote von ihr Besitz ergriffen.
Und ab diesen Zeitpunkt zog mich der Film schlagartig in seinen Bann. Faszinierend, wenn die Persönlichkeitsspaltung eines Menschen auf so gekonnte Art und Weise präsentiert wird wie hier. Hitchcock baut eine ungemeine Spannung auf, wenn Madeleine von "Scottie" genaustens unter die Lupe genommen wird. Sie sucht zielorientiert Orte auf, die scheinbar in einem gewissen Kontext zueinander stehen. Doch ist zunächst nicht ersichtlich, was so eigenartig an dieser Frau sein soll. Diese Tatsache macht den Film jedoch ungeheuer fesselnd. Stets ist man als Zuschauer dazu geneigt, mit "Scottie" zusammen nach Anhaltspunkten zu suchen und beobachtet intensiv mit. Doch neben dieser toll inszenierten Verfolgungsgeschichte ist es auch die Beziehung zwischen dem Jäger und der Gejagten, die eine recht imposante und außergewöhnliche Entwicklung erfährt. Verehrung, Begierde, Leidenschaft, Täuschung und Hinterlist spielen hier eine maßgebliche Rolle.
Die Ereignisse nehmen mit der Zeit schließlich immer bizarrere Formen an. Sie spitzen sich zu und leben von ihren unerwarteten Wendungen. "Vertigo" ist ebenso ein Film, in dem die Auflösungen elegant und angenehm serviert werden, ohne dabei ins Lächerliche abzudriften. Häppchenweise bringt Hitchcock Licht ins Dunkel. Aus den anfänglichen Irritationen entsteht letztlich schlüssige Klarheit.
James Stewart und Kim Novak spielen ihre Rollen wirklich großartig. Besonders letztere vermochte es bei mir - mit ihrer sinnlichen Art - einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Der Regisseur schien wirklich ein gutes Händchen zu haben, was die Damenwahl anbelangt.
Überwältigend ist es, wie Hitchcock seinen Film präsentiert. Man merkt schnell, dass seine Perspektiven und Fahrten der Kamera äußerst durchdacht sind. Auch das Spiel mit Licht und Schatten beherrscht er wie kein Zweiter. Wenn sich Personen im Halbschatten tummeln oder nur ihre Silhouette zu sehen ist, dann wird die ohnehin schon unheimliche Atmosphäre enorm gesteigert. Das gefiel mir bereits in "Psycho" und "Das Fenster zum Hof".
Hitchcock spielt hier mit dem Zuschauer. Er packt ihn regelrecht an den Schultern und lässt ihn erst wieder los, wenn das Ende unverhofft einsetzt. Großartiger Film unter meisterlicher Regie! Ein echter Hitchcock eben!
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Mr. Pink 2011/08/29 16:13:43
Kommentar löschenMein absoluter Lieblings-Hitchcock! Schwindelerregend gut, extrem kreativ, gefühlvoll, einfallsreich und spannend, hat Hitch hier einen äußerst faszinierenden, stimmungsvollen Streifen abgeliefert, der vom großartigen, in Verbindung mit den Bildern geradezu hypnotisierend wirkenden Score Bernard Herrmanns perfekt untermalt wird. "Vertigo" erzählt eine anspruchsvolle, psychologisch interessante Geschichte über das Leben und den Tod, Liebe und Angst, ohne dabei jedoch auf Spannung und einen hohen Unterhaltungsfaktor zu verzichten. Die dabei enstehende Atmosphäre ist sehr einnehmend und absolut einzigartig. Sogleich wird man geradezu in den Film hineingezogen, möchte dem Protagonisten auf seiner surrealen Reise unbedingt beistehen, was natürlich unter anderem auch den herausragenden, sehr sympathischen Darstellern zu verdanken ist.
Alfred Hitchcock hat hier einfach alles richtig gemacht und den Streifen wirklich brillant in Szene gesetzt, wodurch dieser bizarr und doch zugleich mit einer selten gesehenen Leichtigkeit daherkommende Film kurzweilig, unterhaltsam, und zudem sehr persönlich wirkt. "Vertigo" ist ein echter Klassiker, der wohl nie, wirklich niemals, alt wird. Atemberaubend und überwältigend. Ein wahres Meisterwerk!
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Kieke 2011/08/16 23:27:10
Kommentar löschenHitchcock eben...
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Beny 2011/08/16 17:31:01
Kommentar löschen"Vertigo - Aus dem Reich der Toten", ein vielversprechender Titel, der nicht zu viel verrät und gut zum Film passt. Für mich ein halbwegs abgerundeter "guter" Film, mit einer sympathischen Hauptfigur und einer ganz netten Geschichte. Zwar wurden einige Stellen durch die Musikuntermalung über-dramatisiert, aber das war nicht allzu störend. Störend dagegen ist das der Film eine Romanze sein soll. Wenn diese ganze Liebelei schon mit Betrug, Lügen und dem Ausspannen der Ehefrau des Freundes anfängt, würde ich dies nicht als romantisch bezeichnen. Gerade im letzten Drittel sieht man nur einen verwirrten Scottie der eine Puppe so einkleidet und frisiert, dass sie aussieht wie seine Traumfrau...aber auch da kann man ein Auge zudrücken, denn die Liebe kennt ja bekanntlich keine Grenzen. Das Ende war dann aber doch sehr enttäuschend. Nicht, dass ich ein Fan von Happy Ends wäre, aber der liebe Hitchcock hätte sich da schon mehr einfallen lassen können, als einer Nonne die Schuld in die Schuhe zu schieben um einen Schlusspunkt zu setzen.
Könnte man in 0.1-Schritten bewerten würde ich ihm eine 6.8 geben, denn wirklich "Sehenswert" finde ich ihn nun nicht. Vielleicht bin ich auch einfach zu jung oder zu blöd um die Genialität hinter diesem Film zu erkennen, die von vielen so angepriesen wird.
Wie auch immer, aufgerundet ergibt das trotzdem eine 7..
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shadowhunting 2011/07/23 14:01:15
Kommentar löschenAlfred Hitchcocks ''Psycho'' ist der Höhepunkt seiner weltberühmten Suspense, ''Vertigo'' ist dagegen der Höhepunkt seiner Kreativität, erzählerischen Stärke, Charakterbildung und ein expressionistisches Feuerwerk aus herausragenden Aufnahmen, aussagekräftigen Bildern aus verschiedenen Kameraperspektiven und einer speziellen Stilrichtung aus abstrakten Kunstwerken und seltenen Farbsequenzen. Hitchcocks Vermögen neben einer erstklassigen komplexen Narration, eine seltsam faszinierende Ästhetik beizumischen, die eine besonders wirksame Ausstrahlung vermittelt, in der selbst die Vielzahl ungewöhnlicher Bildausschnitte und Farbaufnahmen der Stadt San Francisco bedeutsam erscheinen und jedes eingefangene Panorama einer Illustration bzw. einer ganzen Gemäldegalerie gleichkommt. Es ist schwierig ein Werk wie ''Vertigo'' in wenigen Worten zu beschreiben, denn besonders der visuelle Bereich ist nur über die direkten Gefühle mit dem Geschehen nachvollziehbar und nachempfindbar. Die Gedanken, Gefühle und versteckten Nachrichten und Mitteilungen kommen erst durch die einzigartigen Bilder zur vollständigen Entfaltung und begleiten die Erzählung im Einklang mit meisterhafter Harmonie und dem Rythmus zwischen gleichmütiger Ruhe und aufbrausender Panik. Gepaart mit einem Thriller, einer ganz eigenen Hausmarke und Stilrichtung, ist diese Vielfalt aus schöner entspannenden Musik und grandiosen Geflechten aus Umrissen und Farben ein Meisterwerk bestehend aus Ideenreichtum, Schöpferkraft und genialer Fantasie. Brilliant und fesselnd erzählt, kommt die Struktur des Films erst im aufwendigen Finale heimlich zum Vorschein und die bis ins kleinste Detail perfektionierte Geschichte zum dramatischen Ausklang, mit einem gebührenden offenen Ende, welches idealerweise das kommende Schicksal unaufgelöst lässt. Nicht nur James Stewart begegnet in seiner Rolle als John Ferguson akrophobisch gesehen einer bizarren Spirale, sondern auch der Zuschauer wird in den erbarmungslosen Strudel des Vertigo-Effekts hinein gelassen und begegnet dort Protagonisten, die geplagt von inneren Konflikten einer unglaublichen Obsession zu Füßen liegen, in der die ewige Suche nach Glück, Entlastung, Freiheit und Liebe den undurchsichtigen Hauptcharakteren keine Chance überlässt den Teufelskreis zu bannen. Eine niemals endende Kollision zwischen Kabale und Zuneigung, packend inszeniert und exzellent dargestellt.
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Andy Dufresne 2011/07/24 06:44:51
Antwort löschenStarker Kommentar,zu einem nur von Hitchkock (so) zu machendem Film (trägt extrem stark seine Handschrift,glaube ich...)!
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shadowhunting 2011/07/24 19:14:48
Antwort löschenDanke dir!
Seinem speziellen Stil ist Hitchcock in Vertigo natürlich treu geblieben, zumal Vertigo ja auch zu seinen früheren Werken gehört, aber in Vertigo entsteht ein Flair, der in seinen anderen Werken nicht vorzufinden ist. Inhaltlich einfach ein einzigartiges Meisterwerk.
Andy Dufresne 2011/07/24 22:06:42
Antwort löschenso ist es.
Marti DiBergi 2011/05/09 19:19:51
Kommentar löschenFilmhistorisch sicherlich sehr bedeutend, für die Jugend von heute jedoch gelegentlich etwas altbacken. Trotzdem unterhält der Hitchcock-Klassiker wunderbar, die Wendungen sind Spannend, die Darstellungen stimmig, nur das Ende ist etwas abrupt.
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Chihiro Ogino 2011/05/08 10:16:38
Kommentar löschenFür mich der beste Film aller Zeiten und auch der beste Film von Hitchcock. Jedoch schade, dass er kein Oscar bei der Verleihung 1959 gewonnen hat. Meiner Meinung nach hätte "Vertigo-Aus dem Reich der Toten" ein Oscar für:Bester Film, beste Regie, bester Hauptdarsteller und beste Nebendarstellerin gewinnen sollen.
Aber immer hin ist "Vertigo" bei dem American Film Institute auf Platz 9. von 100 gewählt worden.
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JannikM 2011/03/10 15:48:13
Kommentar löschenDie Umsetzung des Films gefällt mir sehr gut. Vor allem die Darstellung des idyllischen San Fransicos der 50er Jahre. Vertigo gehört definitiv zu meinen Lieblingsfilmen von Alfred Hitchcock, nicht zuletzt wegen dem wiedermal glänzenden James Stewart.
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Flunsi 2011/03/06 16:55:54
Kommentar löschenIch bin wohl einer der grössten Hitchcock Fans, hab ich doch schon an die 35 Filme von Ihm gesehen. Doch ausgerechnet einer seiner bekanntesten Filme fand ich nicht gelungen. Schuld daran ist die 80-minütige Einleitung, die mich zu keinem Zeitpunkt gefesselt hat. Doch als treuer Fan habe ich durchgehalten und wurde noch mit 40min wahrem Hitchcock belohnt.
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Teezy123 2011/12/17 10:05:27
Antwort löschenso siehts aus
tantemilli 2011/03/04 19:47:24
Kommentar löschenhopper in jedem bild! ich wär gern da...
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Georg Z. 2011/02/07 20:06:35
Kommentar löschenAkrophobie und Liebe als Illusion: Hitchcock schwingt sich immer weiter hinauf. Selbstverständlich ist das alles wieder erstklassig erzählt und in Szene gesetzt, aber teilweise auch eindeutig zu langatmig und kitschig. Denn so spannend die Geschichte auch sein mag: Ohne scheinbar endloses Kleidertesten und überlanges Autofahren wäre sicherlich mehr drin gewesen. So schwebt "Vertigo" irgendwo im Mittelfeld der Hitchcocks und kann nie ganz die Klasse der Meisterwerke des Altmeisters erreichen.
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