Die düsteren Bilder, die Folman für seine Geschichte findet, reißen mit, wirken aber nicht gleichzeitig so abstoßend, dass man sich vom Geschehen auf dem Bildschirm distanziert. Die Geschichte selbst ist dabei ungewöhnlich episodisch aufgebaut, indem sich Folman in Gesprächen mit einer Psychologin, einem Reporter und verschiedenen ehemaligen Kameraden nach und nach an den Krieg erinnert, bis schließlich auch die Erinnerung an das Massaker zurück kommt. WALTZ WITH BASHIR ist nicht einseitig, verharmlost nichts, auch nicht die israelische Beteiligung den den Gräueln des Krieges, schlägt schließlich gar die Brücke nach Auschwitz und wirkt nicht einmal dabei unnötig übertrieben, denn das Grauen, das Folman in so bemerkenswerter Form einfängt, wirkt ungeheuer lebendig.
Ari Folman war 1982 als israelischer Soldat im Libanon stationiert, und Zeuge des Massakers von Sabra und Schatila in dem christlich-libanesische Milizen eine bis heute nicht eindeutig geklärte Anzahl von Palästinensern ermordeten. „Waltz with Bashir“ ist somit sowohl autobiographisch, als auch dokumentarischen Charakters, ist gleichzeitig aber auch ein Trickfilm. Die Frage, ob die gezeichneten Bilder nicht das dokumentarische Ansinnen konterkarieren, ist in diesem Zusammenhang eine Frage, die durchaus ihre Berechtigung hat. Gleichzeitig unterstreichen diese künstlichen Bilder aber auch die Subjektivität von Erinnerungen. Und so dreht sich „Waltz with Bashir“ konsequenterweise auch um den Versuch Ari Folmans, sich seine eigenen Erinnerungen an das damals Erlebte wieder ins Gedächtnis zu rufen. Wie so oft, geht es auch in diesem Fall um Verantwortung, Schuld und Sühne. Hätten die israelischen Truppen nicht eingreifen müssen, als sie das Morden bemerkten? Der Film schlägt…
Ari Folman war 1982 als israelischer Soldat im Libanon stationiert, und Zeuge des Massakers von Sabra und Schatila in dem christlich-libanesische Milizen eine bis heute nicht eindeutig geklärte Anzahl von Palästinensern ermordeten. „Waltz with Bashir“ ist somit sowohl autobiographisch, als auch dokumentarischen Charakters, ist gleichzeitig aber auch ein Trickfilm. Die Frage, ob die gezeichneten Bilder nicht das dokumentarische Ansinnen konterkarieren, ist in diesem Zusammenhang eine Frage, die durchaus ihre Berechtigung hat. Gleichzeitig unterstreichen diese künstlichen Bilder aber auch die Subjektivität von Erinnerungen. Und so dreht sich „Waltz with Bashir“ konsequenterweise auch um den Versuch Ari Folmans, sich seine eigenen Erinnerungen an das damals Erlebte wieder ins Gedächtnis zu rufen. Wie so oft, geht es auch in diesem Fall um Verantwortung, Schuld und Sühne. Hätten die israelischen Truppen nicht eingreifen müssen, als sie das Morden bemerkten? Der Film schlägt ziemlich schnell den Bogen nach Auschwitz: Hätten nicht gerade die Israelis intervenieren müssen, um diesen offensichtlichem Massenmord an Frauen, Alten und Kindern Einhalt zu gebieten? „Waltz with Bashir“ gibt auf diese Frage keine klare Antwort, sondern lässt immer wieder einzelne Stimmen der damals in Beirut stationierten Soldaten erklingen. Wie es im inneren dieser Menschen heute vielleicht aussieht, davon vermittelt der Film ein eindringliches Bild. In seinen eindrucksvollen Bilderwelten hat „Waltz with Bashir“ seine unbestrittenen Stärken, vermag zu überzeugen. Dem Anspruch einer Dokumentation hingegen hält Folmans Regiearbeit jedoch nicht stand. Die Bilder sind zu künstlich, wirken abstrakt, nicht natürlich – wie könnten sie auch? Natürlich, in gewisser Weise bietet der Zeichentrick dem Betrachter auch Schutz. Zwar nivellieren die Bilder die gezeigten Gewalttaten nicht, doch sie nehmen ihnen die Schärfe, vor allem aber auch jegliche Historizität. Am Ende des Films schließlich, als Folman sein Gedächtnis wiedergefunden hat, wird dem Betrachter dieser Schutz genommen. Der Film endet mit realen Aufnahmen von den Folgen des Massakers und dem Leid der Zivilbevölkerung. Dieser abrupte Wechsel ist ein Schock, und verfehlt seine drastische Wirkung nicht, zeigt sich doch ein weiteres Mal das Versagen der menschlichen Zivilisation.
Was mit Alpträumen und Halluzinationen beginnt, wird immer konkreter - bis am Schluss eine 50-sekündige Archivsequenz völlig unvermittelt mitten ins Mark trifft, indem sie zu den realen Opfern des Massakers umschwenkt. Stilistischer Bruch und nachhaltiger Schlusspunkt eines Films, der ob seiner Machart nicht nur als einer der ungewöhnlichsten des Jahres 2008 in Erinnerung bleibt.
Das Ergebnis ist nicht nur vom Thema her, sondern auch von der Machart her überwältigend. Die (alp-)traumhaften Bilder von kläffenden Hunden, goldigen Stränden oder Hinterhalten in Strassenschluchten brennen sich in das Gedächtnis ein. Dabei wird auch die Unverlässlichkeit der Erinnerung thematisiert. So erzählt ein Kollege von einem Experiment, bei dem Personen zehn Bilder aus ihrer Kindheit gezeigt werden. Neun der Bilder sind echt, eines davon eine Collage. 80 Prozent der Versuchspersonen «erinnern» sich sofort auch an die gefälschte Szene, die übrigen 20 Prozent «erinnern» sich nach einer Weile ebenfalls daran. So kann auch «Waltz With Bashir» – noch deutlicher als «reale» Dokumentarfilme – nur als Annäherung an die wirklichen Vorfälle verstanden werden.
[...] Folman erzählt die Geschichte als visuelles Erlebnis: jede Szene hat neue optische Einfälle und Arrangements. Viele Szenen sehen aus wie ein nachkolorierter Realfilm. Das Spiel mit Licht, Farbe, fliegendem Wechsel zwischen realfilmartigen Szenen und comichafter Überzeichnung ist immer wieder überraschend.[...]
Politisch ist der Film, besonders auf die israelische Situation bezogen, sehr mutig. Er wendet sich auch klar gegen übliche Machart von Dokumentarfilmen, in denen man – man denke etwa zuletzt an Errol Morris' Dokumentation "Standard Operating Procedure".
Trotz der Distanz, die die animierten Bilder also schaffen, fühlt man sich förmlich in das Geschehen hineingezogen. Wenn am Ende reale Bilder von den Leichenbergen in Sabra und Schatila zu sehen sind, dann ist dies lediglich eine letzte Rückversicherung, dass wir in den letzten knapp anderthalb Stunden keinen perversen Albtraum gesehen haben, sondern nichts anderes als die zutiefst artifiziellen und erschreckend glaubhaften, bis an den Rand des Erträglichen verdichteten Bilder des Krieges, die niemanden mehr loslassen.
Realität und Fiktion verschwimmen nicht einfach. Indem die verschiedenen Reflexionsebenen nach Art der "Graphic Novel" in einem einheitlichen Zeichenstil auf eine Stufe gestellt werden, sehen wir die Welt durch Folmans Augen. Was hat er in Nähe der Lager damals gesehen? Was nicht? Er will keine Wirklichkeit vorgaukeln. Sondern sein "dissoziatives Erinnern" veranschaulichen. ... So einzigartig Folmans Film wirkt, steht er doch auch für einen Trend: die Suche nach neuen Formen im fast verwaisten Bereich zwischen eskapistischer Fiktion und Reality-Wahn, das fröhliche Experiment mit den Formaten.
Ein ungewöhnlicher Film, eine Kriegsdokumentation als Zeichentrickfilm, eine Spurensuche, die zu den Massakern von Sabra und Schatila führt - aber keine Schuldigen sucht, sondern Wahrheit, falls das möglich ist. Ein Film, der unsere Sehgewohnheiten unterläuft, die Distanz zu den Kriegsbildern der Nachrichten aufhebt und uns öffnet wie eine Muschel, um uns am Ende ganz wehrlos und offen den Realbildern des Massakers zu überlassen. Ein Film, der etwas zu sagen hat, der Respekt vor seinen Protagonisten und der Geschichte hat und ein Film, der eine künstlerische Vision umgesetzt hat, damit wir die Welt so sehen konnten, wie wir sie noch nie gesehen haben. [Mehr im Podcast]
Basierend auf realen Interviews und Ereignissen, ist WALTZ WITH BASHIR der erste animierte Dokumentarfilm in Spielfilmlänge. Regisseur, Autor und Produzent Ari Folman hat die Reise in seine Vergangenheit - eine Reise in die Jugendkultur der 80er Jahre und das West-Beirut während des ersten Libanonkrieges...
Ein Zeichentrickfilm als Dokumentation? Das erscheint dem nüchternen Verstand als Unmöglichkeit oder als Scherz im Abspann eines Pixar-Zeichentrickfilms. Doch in „Waltz with Bashir“ zeigt sich in dunklen Zeichnungen ein Grauen aus den Kriegen im Libanon, das wohlmöglich in dieser Kunstform erträglicher daherkommt. Auf jeden Fall verstecken die Täter und Zeugen des Massakers in den Palästinenser-Lagern Sabrah und Shatila ihre Aussagen hinter den Farbschichten. Eine Methode, die sicherlich nicht zufällig auch bei der israelischen Dokumentation „Z32“ angewandt wird.
Zwei Freunde treffen sich des Nachts am Hafen in einer Bar. Filmregisseur Ari Folman hört sich an wie ihm ein Freund von einem wiederkehrenden Albtraum erzählt. Doch der Bezug auf Folman selbst will sich diesem nicht erschließen. Ob er sich denn gar nicht mehr an den Libanonkrieg 1982 erinnere, wird Folman gefragt. Zwar weiß Folman, dass er als Zwanzigjähriger damals Bestandteil der israelischen Streitkräfte war, jedoch hat er jede Erinnerung an den Krieg ausgeblendet. Doch wieso? Folman beginnt sich selbst zu fragen, was der Katalysator für seine Verdrängung gewesen sein könnte. Allerdings kommt er von selbst nicht darauf, kann die Mosaikstückchen nicht zusammenklauben. Daher macht er sich auf die Suche nach ehemaligen Kameraden, die gemeinsam mit ihm in Beirut gedient haben. Speziell sein alter Schulfreund und ein ihm Unbekannter – beide sind Teil der einzigen Erinnerung, die Folman noch besitzt. Doch auch der Freund, welcher sich inzwischen nach Holland abgesetzt hat, kann oder will Folman nicht weiterhelfen. Aber der Regisseur gibt nicht auf. In Einzelgesprächen mit ehemaligen Freunden, die ebenfalls gedient haben, sowie Therapeuten und Journalisten fügt er dem blutigen Bild von eins immer neue Bilder hinzu, bis sich ihm am Ende das große Ganze offenbart. Und Folman merkt, dass man zwar seine Vergangenheit vergessen kann, aber die Vergangenheit einen selber nicht vergisst.
Ein gezeichneter Dokumentarfilm, das ist auch die logische Folge des nun zehn Jahre dauernden Siegeszuges der Grafic Novel, an dessen Anfang die Frage stand: Kann man ernste Dinge mit einer so unernsten Methode wie dem Comic schildern? ... Auch "Waltz with Bashir" zehrt von dieser Spannung.
Folman lässt die Szenen zwischen Traum und Wirklichkeit changieren, manchmal überlagern sich mehrere Zeiten. All das ist äußerst vielschichtig gestaltet. Politisch geht der Film jedoch über eine Traumabewältigung der persönlichen Art nur in der Weise hinaus, als er sich an der Rolle der israelischen Armee beim Massaker abarbeitet.
Ein sehr sehr guter film mit einer traurigen botschaft. Wie können menschen zu etwas fähig sein und warum gibt es immer wieder Menchen die bei so etwas wegschauen?
Danke an Arte dass Sie nicht wie die anderen Sender nur noch Verdummungmatarial ausstrahlen.
Es gibt ganz wenige Animationsfilme mit einer politischen Botschaft. Dieser geht noch einen Schritt weiter und klagt an. Israel wird angeklagt wegen eines Völkermordes an den Palästinensern. Die Bilder sind so verblüffend gut gezeichnet, dass man manchmal glaubt die reale Wirklichkeit zu sehen. (Man sieht sogar den Atem der Figuren bei einem Winterspaziergang). Es gibt schnelle Kameraschwenks und Zooms. Die Animation kann übertreiben und damit das Wesentliche sichtbar machen. Das reicht von Männerfantasien (Pornos oder eine nackte Schönheit, auf der man im Wasser davontreibt) bis hin zu grauenhaften Bildern von Leichenbergen und Tierkadavern. Da kann dann auch schon mal ein Gewehr zur Gitarre werden. Einstellungen und Schnitte sind wie bei echten Filmen.
Inhaltlich sucht ein traumatisierter Soldat seine verloren gegangenen Erinnerungen aus dem Libanonkrieg. Der Titel ist ein Euphemismus für einen sich im Kugelhagel bewegenden Soldaten. Das sieht fast wie ein Tanz aus. Dann macht der Film einen überraschenden gedanklichen Schlenker: das zerbombte, von Leichen übersäte Lager wird mit Auschwitz verglichen. Beides als Völkermord bezeichnet. Hier wie dort gibt/gab es Zuschauer, die die Gräueltaten wortlos beobachteten. Und auch die verantwortlichen Politiker und Militärs der Israelis Begin und Sharon erscheinen im Bild. Eine erschütternde Schlussfolgerung, die dann noch durch echte Dokumentaraufnahmen untermauert wird. Schaurig schön aber beeindruckend wichtig!
Ein moderner, halb Kriegs-, halb Dokumentarfilm über ein Massaker in Beirut, an dieses sich der Hauptprotagonist nicht mehr erinnern kann. Er begibt sich auf die Suche nach Erinnerungsstücken und setzt die Geschichte langsam wieder zusammen. Und was er sieht ist schrecklich – eine Gewaltorgie, die seinesgleichen sucht. Die Musik ist toll und der Zeichenstil auch. Trotzdem ist "Waltz with Bashir" nur etwas für hartgesottene.
Und mal wieder hat mir arte einen Abend gerettet! Vielen dank, für das Senden, solch toller Filme!
Eins habe ich an diesem TV-Abend festgestellt: ich habe eigentlich keinerlei Ahnung, welche Grausamkeiten im nahen Osten passiert sind. Da besteht Nachholbedarf und "Waltz with Bashir" gibt genug Anreiz sich da mal zu belesen.
Eine inhaltlich sehr gute, dichte und sehr gut animierte Dokumentation, die den Wahnwitz des Aufeinandertreffens von Krieg und Ausnahmealltag gut skizziert. Beklemmend aber lohnenswert!
Dieser Film, in seiner zeichentricktechnischen Genialität, in seiner dokumentarischen Neutralität ist ein Zeugnis der Grausamkeit unserer Art. So unglaublich ist die Auflösung, wie können jene, denen durch die Nazis solche Gräueltaten zugefügt worden, selbst so etwas zulassen?
Prolog
Sechsundzwanzig schwarze Schatten
hetzen durch die dunkle Nacht,
Und es scheint als hätt‘ von innen
Feuer Zorn zu Tag‘ gebracht.
Alle rennen, streben sie,
durch die Straßen, durch die Stadt,
Hin zum einen den sie suchen
der die Last zu tragen hat.
Hauptteil
Kämpfer, voll von Furcht und Reue,
will kein Menschenmörder sein,
Schießt er auf das Tier stattdessen,
lädt sich auf die schwere Pein.
Zwanzig Jahr‘, dann weckt es ihn,
Schuld sitzt ihm im Nacken tief,
Hunde aßen ihm die Seele,
rissen sich drum als er schlief.
Was Waltz with Bashir von Dramen mit ähnlichem Thema unterscheidet ist, neben dem markanten Comicstil, vor allem auch die einzigartige Erzählweise. Zeitlich wechseln sich hier die Kriegserfahrungen der Charaktere mit den langen Gesprächen über eben jene Geschehnisse ab. So ist es dem Film möglich, die gerade gezeigten, oft traumatischen Szenen, direkt in den Dialogen zu verarbeiten und dem Zuschauer so einen Einblick ins Innere der ehemaligen Soldaten zu gewähren. Eine einzigartige Grundlage für ein so unvorstellbar schwieriges Thema.
Er versichert ‚Keine Sorge –
Flashbacks hab‘ ich keine mehr‘,
Wahrheit sitzt nicht selten tiefer,
alle Worte scheinen leer.
Auszudrücken nicht im Stande,
was geschah an jenem Tag,
Und es trennen sich die Pfade,
als das Meer im Sturme lag.
Ruhige See. Entblößte Leiber,
steigen aus dem Nass empor,
Und der Himmel, hell erleuchtet,
gibt den Kämpfern Wege vor.
Kaltes Grau erfüllt die Gasse,
Schmerzen, Leiden, und bald sind,
Alle Schreie frei von Hoffnung,
Mutter sucht verlor´nes Kind.
Oft spielt zudem die Frage eine Rolle ob, bzw wie man denn mit einer solchen Vergangenheit überhaupt umgehen kann. Als Ari Folman sich beispielsweise von einem alten Freund ein Experiment darlegen lässt, bei welchem Probanden gefälschte Familienfotos vorgelegt werden, wird erläutert, wie uns unser Gedächtnis oft in die Irre führt und die Wahrheit sich mehr und mehr verflüchtigt. Doch der Protagonist besucht weitere seiner alten Kumpanen und vervollständigt so die lückenhaften Erinnerungen. Oft mit entsetzlichen Erkenntnissen.
Immer weiter, auf der Suche,
Alles das vergessen schien,
tritt allmählich aus den Schatten,
was verloren wird gelieh´n.
Eine unbekannte Schönheit,
naht heran aus blauer Front,
ist erfüllt von Stolz und Grazie,
zeigt mir auf, den Horizont.
Blitz erdrosselt ew’ge Stille,
Feuer bricht durch dunklen Rauch,
Und ich sehe, voll Ensetzen,
Freund, er geht in Flammen auf.
Die Dramaturgie erweist sich als erstklassig, Erzählstränge gehen nahtlos ineinander über und der Film nimmt den Betrachter an der Hand, wenn er von einem Extrem ins Nächste führt, unterlegt von dezenten Streichern oder treibenden, elektronischen Bässen. Beides bleibt dank Max Richters unfehlbarer Routine noch lange im Ohr hängen.
Ohne Pause wird gefeuert,
schießen, beten, wie im Takt,
Lautes Dröhnen füllt die Stille,
schließlich folgt der letzte Akt.
Tod wird sich bald aufgeladen,
und gebracht zum heil’gen Schein
der die Körper schluckt wie Wasser,
nur zurücklässt Erde, rein.
Überwiegend dunkle Farben, kaum heitere Gesichter und unerträgliche Gewalt. Eine endlose Schwere scheint den Film stets zu begleiten. Der Comiclook kann über die Tragik des Gezeigten nicht hinwegtäuschen, vermittelt er doch viele Szenen erschreckend real. Bald wird klar, dass die Aufarbeitung des Themas nicht nur die Vergangenheit einer einzigen Person, sondern vielmehr die Tragödie eines ganzen Volkes widerspiegelt.
Ein Fels in der Brandung,
wird letzte Instanz,
und vor mir das Wasser,
verschlingt mich jetzt ganz.
Im Rausch der Patronen,
das Blut schon gerinnt,
und Schatten bedecken,
ein regloses Kind.
Die Linse umhüllt mich,
der Vorhang bleibt dicht,
Die Hände, sie zittern,
die Deckung zerbricht.
Der blutrote Vorhang,
zu Boden er fällt,
die einst stolzen Tiere,
vom Grauen entstellt.
Was zudem auffällt ist das immer wiederkehrende Motiv des Unterbrechens, das Zerreißen der Stille. Fast als wären die Soldaten nie vollkommen in Sicherheit, als könnte hinter der nächsten Ecke schon eine weiteres Blutbad auf sie warten. Und genau diese Ahnung, diese Furcht, bewahrheitet sich nur allzu oft
Town full of strangers,
passing along,
And voices, they tell me,
‘It’s not a Lovesong!’
Die Gefechte sind ein ums andere Mal intensiv und vermitteln einen Eindruck von der Aussichtslosigkeit vieler Situationen. Doch es geht nicht darum Action oder gar Explosionen in den Vordergrund zu rücken, es sind immer menschliche und emotionale Abgründe, die durch das Kanonenfeuer und die Blutlachen aufgezeigt werden.
Zischen kündigt im Gefechte,
schon das bald’ge Chaos an,
Geister drängen sich am Rande,
wer am Besten sehen kann.
Alte, Frauen, Zivilisten,
werden dort verschleppt, verhört,
und ermordet ohne Zögern,
Niemand der das Schauspiel stört.
Aus der Ferne überblicken
Sie das Chaos ohne Paus‘.
Zwei gemeinsam in der Hausung,
Nur ein einz’ger kommt heraus.
Hände die ins Leere greifen,
die nur fordern einen Grund,
und auf Antwort hoffen ewig,
den verschlossen bleibt sein Mund.
Epilog
Mit der letzten Szene eskaliert die Situation, der Zuschauer wird konfrontiert mit den plötzlichen Realaufnahmen aus den Straßen Shatilas. Doch dieser gewollte Stilbruch erlöst nicht. Er erdrückt und lässt den Atem stocken. Lässt keinen Zweifel mehr zurück, für niemanden. Eine lange Aufnahme eines ermordeten Kindes, mitten in den Trümmern, brennt sich vor das innere Auge. Der Abspann läuft, doch das Bild bleibt. Kein Abschalten, kein Wegdrehen oder Augen verschließen. Das Bild bleibt.
Atemlos kam bald die Stille.
Lautlos fielen in den Sand,
all die Tränen. Und ganz sachte
schwärzt die Dämmerung das Land.
Was soll ich von diesem Film halten? Als Film, als rein fiktionales Kunstwerk, ist dieser Film eine klare 10. doch die Grundlage des Films, die rein subjektiven Gedanken eines Menschens während des Bürgerkriegs, entbehrt jeder Authenzität. Warum bedient sich der Regisseur ausgerechnet eines so heiklen Themas, dessen eigene Erfahrungen er zu einer Dokumentation erhebt??
Die filmischen Stilmittel, das Comic, die Musik sind grandios umgesetzt. Dies alles verblasst in einer fast schon antiisraelischen Propaganda. Die Vorredner, die meinte, dieser Film sei kein Kriegsfilm wie jeder andere, haben nur bedingt recht. Ja, auch in diesem Film werden die Hintergründe nicht beleuchtet und nur aus rein subjektiver Perspektive erzählt. Dieser Film aber stellt die Erfahrungen eines Mannes als unumstößliche Wahrheit dar. Der kleine aber feine Unterschied besteht also in der Bezeichnung Dokumentation, die keine ist.
Und jetzt freue mich auf das fröhliche gehate :)
durch die Deklaration der Dokumentation und der Zuhilfenahme von unterstützenden Aussagen. Es wird keine Debatte geführt, sondern eine Wahrheit umschrieben und versucht zu beweisen. Durch die drastische Bildersprache, besonders mit dem Wechsel zu realen Bildern am Schluss, wird hier eine Message verbreitet, die die des Regisseurs entspricht, jedoch keineswegs der tatsächlichen Realität.
Dadurch, dass man sein Werk als Dokumentation deklariert, erschafft man doch nicht zwangsläufig eine unumstößliche Wahrheit. Dann würde man ja auch in Moores Werken so etwas wie wirkliche Wahrheit entdecken...
Sehr gute Bemerkung! Deswegen lehne ich Moores "Werke" auch ab! Dokumentationen, die eine verkürzte Wahrheit darstellen, sind schlechte Dokumentationen. Ob es jetzt um Dresden 1945, die amerikanische Gesellschaft oder den Libanon-Krieg geht, solange hier keine Ausleuchtung der Geschehnisse stattfindet, ist ein Film darüber schlecht.
Jede Doku stellt eine verkürzte, eine beschnittene Wahrheit dar, weil man das Geschehene nicht erneut in Echtzeit ablaufen lassen kann. Mit dem Experiment haben sich schon zahlreiche Physiker befasst.
Das habe ich ja auch nicht abgestritten. Lediglich, dass die präsentierte "Wahrheit", gerade bei diesem heiklem Thema, nicht mal ansatzweise einer vernünftigen Beleuchtung unterzogen worden ist. Im Gegenteil wird ausschließlich einseitig berichtet, womit diese Dokumentation zu einer Propaganda verkommt.
Ich verlange keine Berichterstattung in Echtzeit, wohl aber zumindest eine kritische Gegenstimme, die den Zuschauer zum Nachdenken animiert. Ist das zuviel verlangt?
Durch die offensichtliche Subjektivität der Berichte kann der Zuschauer durchaus erkennen, womit er es hier zu tun hat. Ein Grundmaß an Mündigkeit mag schon sein. Für mich ist das hier nicht anders als Ollie Stones Vietnameindrücke, nur mit noch mehr Subjektivität.
Ich glaube wir sind an dem Punkt angekommen, an dem jeder seine Position ausgelegt hat und verteidigt. Meiner Meinung nach wäre dieser Film ein glatte 10 ohne den dokumentarischen Anspruch. Wenn das für dich kein Problem darstellt, rege ich mich darüber nicht auf.
(Btw: Olliver Stones Filme sind auch zumeist von einem ekelerregenden Antiamerikanismus durchzogen, aber das nur nebenbei)
"Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen" [Platon]
Waltz With Bashir.
Ein Kriegsfilm.
Einer von Tausenden. Und doch steht er irgendwie ganz alleine.
Waltz With Bashir ist der ungewöhnlichste Film, den ich je gesehen habe. Nicht nur, dass er der erste animierte Dokumentarfilm in Spielfilmlänge ist, nein, es ist auch diese archaische, hypnotische Intensität, die fantastische und packende Visualisierung der Erlebnisse von Regisseur, Autor und Produzent Ari Folman, die diesen Film so unwiderstehlich machen.
Dieser Film ist ein Kunstwerk aus unvergesslichen Bildern und erschütternden Ereignissen. Besonders die letzten Minuten sind ein Schlag in die Magengrube. Man sieht klagende, weinende Frauen inmitten ihrer toten Söhne, Männer, Väter. Nur diese Echt-Aufnahmen, keine Kommentare. Dies ist auch nicht nötig, man muss einfach nur hinsehen, auch wenn meine Augen nicht begreifen konnten, was sie sahen.
Ein kühnes Werk mit sowohl filmischer als auch politischer Bedeutung.
Sehr eindrucksvoll animierter und mit einem tollen Soundtrack unterlegter Dokumentarfilm über den Schrecken des Libanonkrieges, bestehend aus den Erlebnissen des Regisseurs Ari Folman...
eine autobiografie die glaubhaft die schemenhaften erinnerungen des autors wiedergibt inszeniert als comic-verfilmung. sehr realistische darstellung der israelis. ich kenne selbst einige und sie sprechen tatsächlich in dieser art und weise über all die schlimmen ereignisse die sich im lauf der geschichte zugetragen haben. stets sehr bedacht und immer in den gedanken wühlend nach erinnerungen, die man lieber nicht haben möchte... immer mit ein bißchen trauer in der stimme. die comic-darstellung wirkt sehr ausgefeilt und ist für den zuschauer sehr anspruchsvoll. macht sehr nachdenklich und gibt einer thematik gewicht, über die heute leider viel zu selten gesprochen wird. fehler auf israelischer seite...
Zuerst war ich Skeptisch, ob ein zeichentrickfilm animation eine ernste Atmosphäre herstellen kann, der diesen tragischen ereignis auch wenn nur minimal hevorrufen kann, und ausdruck verleit.
Ich bin begeistert, bis zur letzten Minute ist es doch sehr spannend, zum schluss hätt ich mir etwas mehr gewünscht, die letzten echten szenen bewegen einen doch sehr.
Man kann glaub ich, ohne übertrieben zu wirken, sagen, dass >Waltz with Bashir< einer der wohler ergreifensten und ungewöhnlichsten Kriegsfilme überhaupt ist.
1. Optik
Der Animationsstil ist interessant und Comichaft. Zwar nicht immer überzeugend, aber dafür werden extrem brachiale und sureale Szenen inszeniert, die einen wirklich fesseln und mit ihrer Botschaft auch erreichen. Hinzu kommen noch diverse Farbschattierungen und erschüttender Kampfszenen.
2. Sound
Ein größtenteils elektronischer, antreibender und äußerst intensiver Soundtrack, der mit zu den besten zählt, die ich je gehört habe. Er harmoniert so ungeheuer perfekt mit den Szenen, dass das Gesamtergebnis dazu verleitet, dass man vor diesem Perfektionismus einfach auf die Knie gehen muss. Auch die Lieder, die aus israelisch gesungen werden, sind nicht schlecht - sofern man auf die Untertitel achtet.
3. Inhalt
Der Regiesseur >Ari Folman< verarbeitet hier eigene Kriegserfahrungen und somit sind hier alle Ereignisse und Personen echt, trotz der speziellen Optik. Es ist somit eher eine Dokumentation und was für eine! Hier werden die politischen Begebenheiten während des Libanonkrieges einfach zur Seite geschoben und man konzentriert sich einfach nur auf die Erlebnissen und Erfahrungen der Soldaten von damals, bis zu dem Massakern von Sabra und Shatila, die den Regiesseur besonders in ihren Bann gezogen haben.
Psychlogisch ist der Film enorm interessant und erschütternd und auch die Botschaft und die sowohl lachhafte und auch traurige Ironie die hinter vielen Ereignissen von damals steckt werden perfekt behandelt. Außerdem wird auch gezeigt wie absurd es manchmal in einem Krieg zugeht.
Auch erfreulich ist, dass es hier weder Ptriotismus oder irgendwelche Gloriefizierungen gibt.
Tja, und nun kommen wir zum zentralen Aspekt Films: Den Massakern in den Flüchtlingslagern und ab hier kann sich sogar >Schindlers Liste< etwas abschneiden und die Endbilder lassen einen nur noch stumm und still zurück.
4. Fazit
>Waltz with Bashir< ist wie ein Orkan, der mit ungeheurer Wucht über euch hinwegbrandet.
Nie wurde Krieg auf solch eine Art und Weide dargestellt und nach dem Sehen bin ich durchaus ins Grüblen gekommen.
Der Film ist ganz einfach einzigartig und auf eine finstere Art fazinierend.
Waltz with Bashir ist eine sehr interessante Darstellung der subjektiven Erfahrungen bzw. Erinnerungen eines Krieges. Diese post-war Thematik ist in Filmen nicht besonders häufig und daher besonders interessant. Optisch ist der Film zwar insgesamt gewöhnungsbedürftig, an einigen Stellen aber durchaus sehr beeindruckend. Über seine knapp 90 Minuten Lauflänge ist der Film stets interessant und auch schockierend. Ich persönlich habe das Ende vorausgeahnt, empfand es aber nicht unbedingt als die eleganteste Lösung, wobei ich den gezeigten Bildern nicht ihre Härte und Kraft streitig machen möchte.
Insgesamt ist Waltz with Bashir ein sehr interessantes Projekt, das Optisch ansprechend und thematisch ungewöhnlich ist, daher aber umso sehenswerter ist.
Waltz with Bashir - Kritik
FR/IL/DE 2008 Laufzeit 90 Minuten, FSK 12, Dokumentarfilm, Historienfilm, Animationsfilm, Kinostart 06.11.2008
Kritiken (14) — Film: Waltz with Bashir
Dr. Borstel: Of Bastards And Dwarves
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Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...
Kommentar löschenAri Folman war 1982 als israelischer Soldat im Libanon stationiert, und Zeuge des Massakers von Sabra und Schatila in dem christlich-libanesische Milizen eine bis heute nicht eindeutig geklärte Anzahl von Palästinensern ermordeten. „Waltz with Bashir“ ist somit sowohl autobiographisch, als auch dokumentarischen Charakters, ist gleichzeitig aber auch ein Trickfilm. Die Frage, ob die gezeichneten Bilder nicht das dokumentarische Ansinnen konterkarieren, ist in diesem Zusammenhang eine Frage, die durchaus ihre Berechtigung hat. Gleichzeitig unterstreichen diese künstlichen Bilder aber auch die Subjektivität von Erinnerungen. Und so dreht sich „Waltz with Bashir“ konsequenterweise auch um den Versuch Ari Folmans, sich seine eigenen Erinnerungen an das damals Erlebte wieder ins Gedächtnis zu rufen. Wie so oft, geht es auch in diesem Fall um Verantwortung, Schuld und Sühne. Hätten die israelischen Truppen nicht eingreifen müssen, als sie das Morden bemerkten? Der Film schlägt…
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Patrick Wurster: www.indiskretion-ehrensache...
Kommentar löschenWas mit Alpträumen und Halluzinationen beginnt, wird immer konkreter - bis am Schluss eine 50-sekündige Archivsequenz völlig unvermittelt mitten ins Mark trifft, indem sie zu den realen Opfern des Massakers umschwenkt. Stilistischer Bruch und nachhaltiger Schlusspunkt eines Films, der ob seiner Machart nicht nur als einer der ungewöhnlichsten des Jahres 2008 in Erinnerung bleibt.
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fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch
Kommentar löschenDas Ergebnis ist nicht nur vom Thema her, sondern auch von der Machart her überwältigend. Die (alp-)traumhaften Bilder von kläffenden Hunden, goldigen Stränden oder Hinterhalten in Strassenschluchten brennen sich in das Gedächtnis ein. Dabei wird auch die Unverlässlichkeit der Erinnerung thematisiert. So erzählt ein Kollege von einem Experiment, bei dem Personen zehn Bilder aus ihrer Kindheit gezeigt werden. Neun der Bilder sind echt, eines davon eine Collage. 80 Prozent der Versuchspersonen «erinnern» sich sofort auch an die gefälschte Szene, die übrigen 20 Prozent «erinnern» sich nach einer Weile ebenfalls daran. So kann auch «Waltz With Bashir» – noch deutlicher als «reale» Dokumentarfilme – nur als Annäherung an die wirklichen Vorfälle verstanden werden.
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Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage
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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de
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Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter
Kommentar löschenRealität und Fiktion verschwimmen nicht einfach. Indem die verschiedenen Reflexionsebenen nach Art der "Graphic Novel" in einem einheitlichen Zeichenstil auf eine Stufe gestellt werden, sehen wir die Welt durch Folmans Augen. Was hat er in Nähe der Lager damals gesehen? Was nicht? Er will keine Wirklichkeit vorgaukeln. Sondern sein "dissoziatives Erinnern" veranschaulichen. ... So einzigartig Folmans Film wirkt, steht er doch auch für einen Trend: die Suche nach neuen Formen im fast verwaisten Bereich zwischen eskapistischer Fiktion und Reality-Wahn, das fröhliche Experiment mit den Formaten.
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Corsovilla: SchönerDenken
Kommentar löschenEin ungewöhnlicher Film, eine Kriegsdokumentation als Zeichentrickfilm, eine Spurensuche, die zu den Massakern von Sabra und Schatila führt - aber keine Schuldigen sucht, sondern Wahrheit, falls das möglich ist. Ein Film, der unsere Sehgewohnheiten unterläuft, die Distanz zu den Kriegsbildern der Nachrichten aufhebt und uns öffnet wie eine Muschel, um uns am Ende ganz wehrlos und offen den Realbildern des Massakers zu überlassen. Ein Film, der etwas zu sagen hat, der Respekt vor seinen Protagonisten und der Geschichte hat und ein Film, der eine künstlerische Vision umgesetzt hat, damit wir die Welt so sehen konnten, wie wir sie noch nie gesehen haben. [Mehr im Podcast]
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Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...
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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs
Kommentar löschenEin Zeichentrickfilm als Dokumentation? Das erscheint dem nüchternen Verstand als Unmöglichkeit oder als Scherz im Abspann eines Pixar-Zeichentrickfilms. Doch in „Waltz with Bashir“ zeigt sich in dunklen Zeichnungen ein Grauen aus den Kriegen im Libanon, das wohlmöglich in dieser Kunstform erträglicher daherkommt. Auf jeden Fall verstecken die Täter und Zeugen des Massakers in den Palästinenser-Lagern Sabrah und Shatila ihre Aussagen hinter den Farbschichten. Eine Methode, die sicherlich nicht zufällig auch bei der israelischen Dokumentation „Z32“ angewandt wird.
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TheCorey: MovieMaze
Kommentar löschenZwei Freunde treffen sich des Nachts am Hafen in einer Bar. Filmregisseur Ari Folman hört sich an wie ihm ein Freund von einem wiederkehrenden Albtraum erzählt. Doch der Bezug auf Folman selbst will sich diesem nicht erschließen. Ob er sich denn gar nicht mehr an den Libanonkrieg 1982 erinnere, wird Folman gefragt. Zwar weiß Folman, dass er als Zwanzigjähriger damals Bestandteil der israelischen Streitkräfte war, jedoch hat er jede Erinnerung an den Krieg ausgeblendet. Doch wieso? Folman beginnt sich selbst zu fragen, was der Katalysator für seine Verdrängung gewesen sein könnte. Allerdings kommt er von selbst nicht darauf, kann die Mosaikstückchen nicht zusammenklauben. Daher macht er sich auf die Suche nach ehemaligen Kameraden, die gemeinsam mit ihm in Beirut gedient haben. Speziell sein alter Schulfreund und ein ihm Unbekannter – beide sind Teil der einzigen Erinnerung, die Folman noch besitzt. Doch auch der Freund, welcher sich inzwischen nach Holland abgesetzt hat, kann oder will Folman nicht weiterhelfen. Aber der Regisseur gibt nicht auf. In Einzelgesprächen mit ehemaligen Freunden, die ebenfalls gedient haben, sowie Therapeuten und Journalisten fügt er dem blutigen Bild von eins immer neue Bilder hinzu, bis sich ihm am Ende das große Ganze offenbart. Und Folman merkt, dass man zwar seine Vergangenheit vergessen kann, aber die Vergangenheit einen selber nicht vergisst.
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Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...
Kommentar löschenEin gezeichneter Dokumentarfilm, das ist auch die logische Folge des nun zehn Jahre dauernden Siegeszuges der Grafic Novel, an dessen Anfang die Frage stand: Kann man ernste Dinge mit einer so unernsten Methode wie dem Comic schildern? ... Auch "Waltz with Bashir" zehrt von dieser Spannung.
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D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard
Kommentar löschenFolman lässt die Szenen zwischen Traum und Wirklichkeit changieren, manchmal überlagern sich mehrere Zeiten. All das ist äußerst vielschichtig gestaltet. Politisch geht der Film jedoch über eine Traumabewältigung der persönlichen Art nur in der Weise hinaus, als er sich an der Rolle der israelischen Armee beim Massaker abarbeitet.
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Kommentare (108) — Film: Waltz with Bashir
Kommentar schreibensiXer 2012/02/01 00:10:05
Kommentar löschenEin sehr sehr guter film mit einer traurigen botschaft. Wie können menschen zu etwas fähig sein und warum gibt es immer wieder Menchen die bei so etwas wegschauen?
Danke an Arte dass Sie nicht wie die anderen Sender nur noch Verdummungmatarial ausstrahlen.
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Hagen Hagen 2012/01/29 22:44:49
Kommentar löschenEin trauriges Meisterwerk.
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8martin 2012/01/26 16:12:00
Kommentar löschenEs gibt ganz wenige Animationsfilme mit einer politischen Botschaft. Dieser geht noch einen Schritt weiter und klagt an. Israel wird angeklagt wegen eines Völkermordes an den Palästinensern. Die Bilder sind so verblüffend gut gezeichnet, dass man manchmal glaubt die reale Wirklichkeit zu sehen. (Man sieht sogar den Atem der Figuren bei einem Winterspaziergang). Es gibt schnelle Kameraschwenks und Zooms. Die Animation kann übertreiben und damit das Wesentliche sichtbar machen. Das reicht von Männerfantasien (Pornos oder eine nackte Schönheit, auf der man im Wasser davontreibt) bis hin zu grauenhaften Bildern von Leichenbergen und Tierkadavern. Da kann dann auch schon mal ein Gewehr zur Gitarre werden. Einstellungen und Schnitte sind wie bei echten Filmen.
Inhaltlich sucht ein traumatisierter Soldat seine verloren gegangenen Erinnerungen aus dem Libanonkrieg. Der Titel ist ein Euphemismus für einen sich im Kugelhagel bewegenden Soldaten. Das sieht fast wie ein Tanz aus. Dann macht der Film einen überraschenden gedanklichen Schlenker: das zerbombte, von Leichen übersäte Lager wird mit Auschwitz verglichen. Beides als Völkermord bezeichnet. Hier wie dort gibt/gab es Zuschauer, die die Gräueltaten wortlos beobachteten. Und auch die verantwortlichen Politiker und Militärs der Israelis Begin und Sharon erscheinen im Bild. Eine erschütternde Schlussfolgerung, die dann noch durch echte Dokumentaraufnahmen untermauert wird. Schaurig schön aber beeindruckend wichtig!
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based_god 2012/01/26 14:53:48
Kommentar löschenTeil 2 des arte-Trickfilmabends
Ein moderner, halb Kriegs-, halb Dokumentarfilm über ein Massaker in Beirut, an dieses sich der Hauptprotagonist nicht mehr erinnern kann. Er begibt sich auf die Suche nach Erinnerungsstücken und setzt die Geschichte langsam wieder zusammen. Und was er sieht ist schrecklich – eine Gewaltorgie, die seinesgleichen sucht. Die Musik ist toll und der Zeichenstil auch. Trotzdem ist "Waltz with Bashir" nur etwas für hartgesottene.
Und mal wieder hat mir arte einen Abend gerettet! Vielen dank, für das Senden, solch toller Filme!
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AgentGuhl86 2012/01/25 23:47:00
Kommentar löschenEins habe ich an diesem TV-Abend festgestellt: ich habe eigentlich keinerlei Ahnung, welche Grausamkeiten im nahen Osten passiert sind. Da besteht Nachholbedarf und "Waltz with Bashir" gibt genug Anreiz sich da mal zu belesen.
Eine inhaltlich sehr gute, dichte und sehr gut animierte Dokumentation, die den Wahnwitz des Aufeinandertreffens von Krieg und Ausnahmealltag gut skizziert. Beklemmend aber lohnenswert!
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jedi37 2012/01/25 23:15:21
Kommentar löschenDieser Film, in seiner zeichentricktechnischen Genialität, in seiner dokumentarischen Neutralität ist ein Zeugnis der Grausamkeit unserer Art. So unglaublich ist die Auflösung, wie können jene, denen durch die Nazis solche Gräueltaten zugefügt worden, selbst so etwas zulassen?
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jimmey11 2012/01/20 16:37:22
Kommentar löschenProlog
Sechsundzwanzig schwarze Schatten
hetzen durch die dunkle Nacht,
Und es scheint als hätt‘ von innen
Feuer Zorn zu Tag‘ gebracht.
Alle rennen, streben sie,
durch die Straßen, durch die Stadt,
Hin zum einen den sie suchen
der die Last zu tragen hat.
Hauptteil
Kämpfer, voll von Furcht und Reue,
will kein Menschenmörder sein,
Schießt er auf das Tier stattdessen,
lädt sich auf die schwere Pein.
Zwanzig Jahr‘, dann weckt es ihn,
Schuld sitzt ihm im Nacken tief,
Hunde aßen ihm die Seele,
rissen sich drum als er schlief.
Was Waltz with Bashir von Dramen mit ähnlichem Thema unterscheidet ist, neben dem markanten Comicstil, vor allem auch die einzigartige Erzählweise. Zeitlich wechseln sich hier die Kriegserfahrungen der Charaktere mit den langen Gesprächen über eben jene Geschehnisse ab. So ist es dem Film möglich, die gerade gezeigten, oft traumatischen Szenen, direkt in den Dialogen zu verarbeiten und dem Zuschauer so einen Einblick ins Innere der ehemaligen Soldaten zu gewähren. Eine einzigartige Grundlage für ein so unvorstellbar schwieriges Thema.
Er versichert ‚Keine Sorge –
Flashbacks hab‘ ich keine mehr‘,
Wahrheit sitzt nicht selten tiefer,
alle Worte scheinen leer.
Auszudrücken nicht im Stande,
was geschah an jenem Tag,
Und es trennen sich die Pfade,
als das Meer im Sturme lag.
Ruhige See. Entblößte Leiber,
steigen aus dem Nass empor,
Und der Himmel, hell erleuchtet,
gibt den Kämpfern Wege vor.
Kaltes Grau erfüllt die Gasse,
Schmerzen, Leiden, und bald sind,
Alle Schreie frei von Hoffnung,
Mutter sucht verlor´nes Kind.
Oft spielt zudem die Frage eine Rolle ob, bzw wie man denn mit einer solchen Vergangenheit überhaupt umgehen kann. Als Ari Folman sich beispielsweise von einem alten Freund ein Experiment darlegen lässt, bei welchem Probanden gefälschte Familienfotos vorgelegt werden, wird erläutert, wie uns unser Gedächtnis oft in die Irre führt und die Wahrheit sich mehr und mehr verflüchtigt. Doch der Protagonist besucht weitere seiner alten Kumpanen und vervollständigt so die lückenhaften Erinnerungen. Oft mit entsetzlichen Erkenntnissen.
Immer weiter, auf der Suche,
Alles das vergessen schien,
tritt allmählich aus den Schatten,
was verloren wird gelieh´n.
Eine unbekannte Schönheit,
naht heran aus blauer Front,
ist erfüllt von Stolz und Grazie,
zeigt mir auf, den Horizont.
Blitz erdrosselt ew’ge Stille,
Feuer bricht durch dunklen Rauch,
Und ich sehe, voll Ensetzen,
Freund, er geht in Flammen auf.
Die Dramaturgie erweist sich als erstklassig, Erzählstränge gehen nahtlos ineinander über und der Film nimmt den Betrachter an der Hand, wenn er von einem Extrem ins Nächste führt, unterlegt von dezenten Streichern oder treibenden, elektronischen Bässen. Beides bleibt dank Max Richters unfehlbarer Routine noch lange im Ohr hängen.
Ohne Pause wird gefeuert,
schießen, beten, wie im Takt,
Lautes Dröhnen füllt die Stille,
schließlich folgt der letzte Akt.
Tod wird sich bald aufgeladen,
und gebracht zum heil’gen Schein
der die Körper schluckt wie Wasser,
nur zurücklässt Erde, rein.
Überwiegend dunkle Farben, kaum heitere Gesichter und unerträgliche Gewalt. Eine endlose Schwere scheint den Film stets zu begleiten. Der Comiclook kann über die Tragik des Gezeigten nicht hinwegtäuschen, vermittelt er doch viele Szenen erschreckend real. Bald wird klar, dass die Aufarbeitung des Themas nicht nur die Vergangenheit einer einzigen Person, sondern vielmehr die Tragödie eines ganzen Volkes widerspiegelt.
Ein Fels in der Brandung,
wird letzte Instanz,
und vor mir das Wasser,
verschlingt mich jetzt ganz.
Im Rausch der Patronen,
das Blut schon gerinnt,
und Schatten bedecken,
ein regloses Kind.
Die Linse umhüllt mich,
der Vorhang bleibt dicht,
Die Hände, sie zittern,
die Deckung zerbricht.
Der blutrote Vorhang,
zu Boden er fällt,
die einst stolzen Tiere,
vom Grauen entstellt.
Was zudem auffällt ist das immer wiederkehrende Motiv des Unterbrechens, das Zerreißen der Stille. Fast als wären die Soldaten nie vollkommen in Sicherheit, als könnte hinter der nächsten Ecke schon eine weiteres Blutbad auf sie warten. Und genau diese Ahnung, diese Furcht, bewahrheitet sich nur allzu oft
Town full of strangers,
passing along,
And voices, they tell me,
‘It’s not a Lovesong!’
Die Gefechte sind ein ums andere Mal intensiv und vermitteln einen Eindruck von der Aussichtslosigkeit vieler Situationen. Doch es geht nicht darum Action oder gar Explosionen in den Vordergrund zu rücken, es sind immer menschliche und emotionale Abgründe, die durch das Kanonenfeuer und die Blutlachen aufgezeigt werden.
Zischen kündigt im Gefechte,
schon das bald’ge Chaos an,
Geister drängen sich am Rande,
wer am Besten sehen kann.
Alte, Frauen, Zivilisten,
werden dort verschleppt, verhört,
und ermordet ohne Zögern,
Niemand der das Schauspiel stört.
Aus der Ferne überblicken
Sie das Chaos ohne Paus‘.
Zwei gemeinsam in der Hausung,
Nur ein einz’ger kommt heraus.
Hände die ins Leere greifen,
die nur fordern einen Grund,
und auf Antwort hoffen ewig,
den verschlossen bleibt sein Mund.
Epilog
Mit der letzten Szene eskaliert die Situation, der Zuschauer wird konfrontiert mit den plötzlichen Realaufnahmen aus den Straßen Shatilas. Doch dieser gewollte Stilbruch erlöst nicht. Er erdrückt und lässt den Atem stocken. Lässt keinen Zweifel mehr zurück, für niemanden. Eine lange Aufnahme eines ermordeten Kindes, mitten in den Trümmern, brennt sich vor das innere Auge. Der Abspann läuft, doch das Bild bleibt. Kein Abschalten, kein Wegdrehen oder Augen verschließen. Das Bild bleibt.
Atemlos kam bald die Stille.
Lautlos fielen in den Sand,
all die Tränen. Und ganz sachte
schwärzt die Dämmerung das Land.
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Martin Tetrahydroc 2011/12/09 16:57:52
Kommentar löschenWas soll ich von diesem Film halten? Als Film, als rein fiktionales Kunstwerk, ist dieser Film eine klare 10. doch die Grundlage des Films, die rein subjektiven Gedanken eines Menschens während des Bürgerkriegs, entbehrt jeder Authenzität. Warum bedient sich der Regisseur ausgerechnet eines so heiklen Themas, dessen eigene Erfahrungen er zu einer Dokumentation erhebt??
Die filmischen Stilmittel, das Comic, die Musik sind grandios umgesetzt. Dies alles verblasst in einer fast schon antiisraelischen Propaganda. Die Vorredner, die meinte, dieser Film sei kein Kriegsfilm wie jeder andere, haben nur bedingt recht. Ja, auch in diesem Film werden die Hintergründe nicht beleuchtet und nur aus rein subjektiver Perspektive erzählt. Dieser Film aber stellt die Erfahrungen eines Mannes als unumstößliche Wahrheit dar. Der kleine aber feine Unterschied besteht also in der Bezeichnung Dokumentation, die keine ist.
Und jetzt freue mich auf das fröhliche gehate :)
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doctorgonzo 2011/12/09 17:06:42
Antwort löschenGut soweit, jetzt möchte ich nur noch wissen, inwieweit Du belegen kannst, dass der Macher seine Erfahrungen als unumstößliche Wahrheit präsentiert.
Martin Tetrahydroc 2011/12/10 23:20:58
Antwort löschendurch die Deklaration der Dokumentation und der Zuhilfenahme von unterstützenden Aussagen. Es wird keine Debatte geführt, sondern eine Wahrheit umschrieben und versucht zu beweisen. Durch die drastische Bildersprache, besonders mit dem Wechsel zu realen Bildern am Schluss, wird hier eine Message verbreitet, die die des Regisseurs entspricht, jedoch keineswegs der tatsächlichen Realität.
doctorgonzo 2011/12/10 23:54:35
Antwort löschenDadurch, dass man sein Werk als Dokumentation deklariert, erschafft man doch nicht zwangsläufig eine unumstößliche Wahrheit. Dann würde man ja auch in Moores Werken so etwas wie wirkliche Wahrheit entdecken...
Martin Tetrahydroc 2011/12/11 22:29:11
Antwort löschenSehr gute Bemerkung! Deswegen lehne ich Moores "Werke" auch ab! Dokumentationen, die eine verkürzte Wahrheit darstellen, sind schlechte Dokumentationen. Ob es jetzt um Dresden 1945, die amerikanische Gesellschaft oder den Libanon-Krieg geht, solange hier keine Ausleuchtung der Geschehnisse stattfindet, ist ein Film darüber schlecht.
doctorgonzo 2011/12/12 00:42:09
Antwort löschenJede Doku stellt eine verkürzte, eine beschnittene Wahrheit dar, weil man das Geschehene nicht erneut in Echtzeit ablaufen lassen kann. Mit dem Experiment haben sich schon zahlreiche Physiker befasst.
Martin Tetrahydroc 2011/12/13 23:53:47
Antwort löschenDas habe ich ja auch nicht abgestritten. Lediglich, dass die präsentierte "Wahrheit", gerade bei diesem heiklem Thema, nicht mal ansatzweise einer vernünftigen Beleuchtung unterzogen worden ist. Im Gegenteil wird ausschließlich einseitig berichtet, womit diese Dokumentation zu einer Propaganda verkommt.
Ich verlange keine Berichterstattung in Echtzeit, wohl aber zumindest eine kritische Gegenstimme, die den Zuschauer zum Nachdenken animiert. Ist das zuviel verlangt?
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doctorgonzo 2011/12/14 00:15:54
Antwort löschenDurch die offensichtliche Subjektivität der Berichte kann der Zuschauer durchaus erkennen, womit er es hier zu tun hat. Ein Grundmaß an Mündigkeit mag schon sein. Für mich ist das hier nicht anders als Ollie Stones Vietnameindrücke, nur mit noch mehr Subjektivität.
Martin Tetrahydroc 2011/12/16 13:43:31
Antwort löschenIch glaube wir sind an dem Punkt angekommen, an dem jeder seine Position ausgelegt hat und verteidigt. Meiner Meinung nach wäre dieser Film ein glatte 10 ohne den dokumentarischen Anspruch. Wenn das für dich kein Problem darstellt, rege ich mich darüber nicht auf.
(Btw: Olliver Stones Filme sind auch zumeist von einem ekelerregenden Antiamerikanismus durchzogen, aber das nur nebenbei)
MasterZ 2011/12/01 20:43:02
Kommentar löschensehr gut und kreativ gemachter Film der wirklich Überzeugt
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movieman111 2011/11/12 00:00:15
Kommentar löschenEin fantastischer Film der fast schon spielerisch veranschaulicht was Angst und Hass in der richtigen Mischung anrichten können...
und das es im Krieg immer die falschen trifft.
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La Bardot 2011/10/10 16:58:28
Kommentar löschen"Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen" [Platon]
Waltz With Bashir.
Ein Kriegsfilm.
Einer von Tausenden. Und doch steht er irgendwie ganz alleine.
Waltz With Bashir ist der ungewöhnlichste Film, den ich je gesehen habe. Nicht nur, dass er der erste animierte Dokumentarfilm in Spielfilmlänge ist, nein, es ist auch diese archaische, hypnotische Intensität, die fantastische und packende Visualisierung der Erlebnisse von Regisseur, Autor und Produzent Ari Folman, die diesen Film so unwiderstehlich machen.
Dieser Film ist ein Kunstwerk aus unvergesslichen Bildern und erschütternden Ereignissen. Besonders die letzten Minuten sind ein Schlag in die Magengrube. Man sieht klagende, weinende Frauen inmitten ihrer toten Söhne, Männer, Väter. Nur diese Echt-Aufnahmen, keine Kommentare. Dies ist auch nicht nötig, man muss einfach nur hinsehen, auch wenn meine Augen nicht begreifen konnten, was sie sahen.
Ein kühnes Werk mit sowohl filmischer als auch politischer Bedeutung.
Waltz With Bashir ist eine absolute Perle.
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abalahamma 2011/10/05 15:06:24
Kommentar löschenAnklagend, mutig, schockierend
eine ende mit gänsehaut.
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König Leonidas 2011/09/08 08:27:00
Kommentar löschenSehr eindrucksvoll animierter und mit einem tollen Soundtrack unterlegter Dokumentarfilm über den Schrecken des Libanonkrieges, bestehend aus den Erlebnissen des Regisseurs Ari Folman...
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Pardus 2011/09/04 23:57:17
Kommentar löscheneine autobiografie die glaubhaft die schemenhaften erinnerungen des autors wiedergibt inszeniert als comic-verfilmung. sehr realistische darstellung der israelis. ich kenne selbst einige und sie sprechen tatsächlich in dieser art und weise über all die schlimmen ereignisse die sich im lauf der geschichte zugetragen haben. stets sehr bedacht und immer in den gedanken wühlend nach erinnerungen, die man lieber nicht haben möchte... immer mit ein bißchen trauer in der stimme. die comic-darstellung wirkt sehr ausgefeilt und ist für den zuschauer sehr anspruchsvoll. macht sehr nachdenklich und gibt einer thematik gewicht, über die heute leider viel zu selten gesprochen wird. fehler auf israelischer seite...
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Williwunda 2011/08/20 03:52:15
Kommentar löschenDer Anti-Kriegsfilm der mich bisher am meisten beeindruckt hat.
Es ist definitiv die Zeit wert, diese kleine Perle zu gucken.
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seniorem 2011/08/04 12:43:01
Kommentar löschenBrother will kill brother
Spilling blood across the land
Killing for religion
Something I don't understand
Fools like me, who cross the sea
And come to foreign lands
Ask the sheep, for their beliefs
Do you kill on God's command?
A country that's divided
Surely will not stand
My past erased, no more disgrace
No foolish naive stand
The end is near, it's crystal clear
Part of the master plan
Don't look now to Israel
It might be in your homelands
Dave Mustaine (Megadeth)
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magic-dream 2011/07/31 01:44:04
Kommentar löschenZuerst war ich Skeptisch, ob ein zeichentrickfilm animation eine ernste Atmosphäre herstellen kann, der diesen tragischen ereignis auch wenn nur minimal hevorrufen kann, und ausdruck verleit.
Ich bin begeistert, bis zur letzten Minute ist es doch sehr spannend, zum schluss hätt ich mir etwas mehr gewünscht, die letzten echten szenen bewegen einen doch sehr.
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Selcarnor 2011/07/26 09:52:24
Kommentar löschenMan kann glaub ich, ohne übertrieben zu wirken, sagen, dass >Waltz with Bashir< einer der wohler ergreifensten und ungewöhnlichsten Kriegsfilme überhaupt ist.
1. Optik
Der Animationsstil ist interessant und Comichaft. Zwar nicht immer überzeugend, aber dafür werden extrem brachiale und sureale Szenen inszeniert, die einen wirklich fesseln und mit ihrer Botschaft auch erreichen. Hinzu kommen noch diverse Farbschattierungen und erschüttender Kampfszenen.
2. Sound
Ein größtenteils elektronischer, antreibender und äußerst intensiver Soundtrack, der mit zu den besten zählt, die ich je gehört habe. Er harmoniert so ungeheuer perfekt mit den Szenen, dass das Gesamtergebnis dazu verleitet, dass man vor diesem Perfektionismus einfach auf die Knie gehen muss. Auch die Lieder, die aus israelisch gesungen werden, sind nicht schlecht - sofern man auf die Untertitel achtet.
3. Inhalt
Der Regiesseur >Ari Folman< verarbeitet hier eigene Kriegserfahrungen und somit sind hier alle Ereignisse und Personen echt, trotz der speziellen Optik. Es ist somit eher eine Dokumentation und was für eine! Hier werden die politischen Begebenheiten während des Libanonkrieges einfach zur Seite geschoben und man konzentriert sich einfach nur auf die Erlebnissen und Erfahrungen der Soldaten von damals, bis zu dem Massakern von Sabra und Shatila, die den Regiesseur besonders in ihren Bann gezogen haben.
Psychlogisch ist der Film enorm interessant und erschütternd und auch die Botschaft und die sowohl lachhafte und auch traurige Ironie die hinter vielen Ereignissen von damals steckt werden perfekt behandelt. Außerdem wird auch gezeigt wie absurd es manchmal in einem Krieg zugeht.
Auch erfreulich ist, dass es hier weder Ptriotismus oder irgendwelche Gloriefizierungen gibt.
Tja, und nun kommen wir zum zentralen Aspekt Films: Den Massakern in den Flüchtlingslagern und ab hier kann sich sogar >Schindlers Liste< etwas abschneiden und die Endbilder lassen einen nur noch stumm und still zurück.
4. Fazit
>Waltz with Bashir< ist wie ein Orkan, der mit ungeheurer Wucht über euch hinwegbrandet.
Nie wurde Krieg auf solch eine Art und Weide dargestellt und nach dem Sehen bin ich durchaus ins Grüblen gekommen.
Der Film ist ganz einfach einzigartig und auf eine finstere Art fazinierend.
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ash-williams 2011/07/10 23:26:16
Kommentar löschenWaltz with Bashir ist eine sehr interessante Darstellung der subjektiven Erfahrungen bzw. Erinnerungen eines Krieges. Diese post-war Thematik ist in Filmen nicht besonders häufig und daher besonders interessant. Optisch ist der Film zwar insgesamt gewöhnungsbedürftig, an einigen Stellen aber durchaus sehr beeindruckend. Über seine knapp 90 Minuten Lauflänge ist der Film stets interessant und auch schockierend. Ich persönlich habe das Ende vorausgeahnt, empfand es aber nicht unbedingt als die eleganteste Lösung, wobei ich den gezeigten Bildern nicht ihre Härte und Kraft streitig machen möchte.
Insgesamt ist Waltz with Bashir ein sehr interessantes Projekt, das Optisch ansprechend und thematisch ungewöhnlich ist, daher aber umso sehenswerter ist.
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BibbelDiBubb 2011/06/10 13:47:59
Kommentar löschenTrotz der Zeichentrickoptik einer der ehrlichsten, erschütterndsten, poetischsten und aufwühlendsten Kriegsfilme überhaupt.
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