Wer die Nachtigall stört - Kritik

US 1962
Laufzeit 129 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 28.06.1963

Kritiken (1) — Film: Wer die Nachtigall stört

Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Völlig zu Recht ein Klassiker, der Südstaaten-Romantik mit dem ganz normalen Alltagsrassismus kontrastiert und nebenbei eine archetypisch märchenhafte Geschichte über das Erwachsenwerden erzählt.

5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (24) — Film: Wer die Nachtigall stört

Kommentar schreiben
Sortierung

BobbyIII

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

"Books are useless! I only ever read one book, To Kill A Mockingbird, and it gave me absolutely no insight on how to kill mockingbirds! Sure it taught me not to judge a man by the color of his skin . . . but what good does that do me?"
Homer Simpson

"To Kill A Mockingbird", zusammen mit "In The Heat Of The Night" wahrscheinlich das Anti-Rassismus-Film-Plädoyer der 60er Jahre. Ungewöhnlich erzählt, durch die Sicht der Kinder, wird diesem emotional vielschichtigem Drama, auf den ersten Blick, eine gewisse Kinderfilm-Mentalität verliehen, die dem Thema ein wenig Härte nimmt. Dennoch ist es genau diese Vielschichtigkeit die den Film, zusammen mit einem DER Filmhelden der amerikanischen Filmgeschichte (Gregory Peck ganz groß in der Rolle des Atticus Finch), aber auch so ungemein traurige und schöne Momente beschert. Trotz der Zeitlosigkeit des Themas haben die Zeichen der Zeit aber ein wenig an der Inszenierung genagt. Die Kulisse der Vorstadt ist zwar grandios, die Szeneninszenierung an einigen Stellen aber durchaus kümmerlich. Dass die Buchvorlage bis heute ungemein umstritten in den Staaten ist, und das meist verbotene Buch in Schulen ist, ist bezeichnend für die Nachhaltigkeit die diese Geschichte bis heute hat. Der Film hat sie storymäßig auch. Inszeniertechnisch allerdings nicht durchgängig.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

ElMagico

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Eigentlich hatte ich mir den Film ganz anders vorgestellt. Ich erwartete ein packendes Rassismus-Drama, das ist "To kill a mocking bird" aber nur ganz selten. Vielmehr ist es die Geschichte des Geschwisterpaares Scout und Jem die, zusammen mit ihrem Freund, zum erstenmal in ihrem Leben die Ungerechtigkeit, Tiefe und Unberechenbarkeit des Lebens erfahren und ist somit mehr "Stand by me" als "12 angry men".
In jedweder Aussage die der Film trifft, und er hat einige inne, bleibt "To kill a mocking bird" sehr zart, sehr vorsichtig und sehr leise. Er prangert nichts an, er zeigt Ungerechtigkeiten auf, aber verurteilt nicht, sondern kehrt symbolisch vor seiner eigenen Tür. Und so bleibt die Gerichtsverhandlung um den wohl zu Unrecht verurteilten Schwarzen, der vom Vater der beiden Kinder verteidigt wird, doch nicht mehr als ein Nebenschauplatz. Denn der Handlungsstrang um den zurückgebliebenen Boo Radley, der nie das Haus verlässt und dadurch zum mystischen Wesen für die Kinder wird nimm fast mehr Platz ein, hat aber die selbe humanistische Aussage. In "To kill a mocking bird" gibt es jedoch eine Menge an Situationen und Momenten, die immer wieder auf den einen gemeinsamen Punkt kommen: Lernt die Menschen kennen, verurteilt sie nicht, man weiss doch nichts über sie und man sollte sich in seiner Urteilsfindung nicht auf Mythen, Geschichten und die Meinung anderer stützen, sondern nur auf das, was der Mensch ist. Doch gesagt, dies wird nie Plakativ oder Anbiedernd vermittelt, der Film verlässt kaum seinen zurückhaltenden Standpunkt. Er ist wie der strenge, aber liebevolle Blick einer Mutter, bei dem man als Kind bescheid weiss, ohne dass die Mutter noch ein Wort verlieren müsste.
Vielen wird der Film etwas zu romantisch-verklärt sein, denn er hat schon was vom Gut-Menschen in sich. Aber von Zeit zu Zeit mag ich so etwas und es wird im Falle von "To kill a mocking bird" einfach sehr schön verpackt, denn die Handlung um die 3 Kinder ist einfach wunderschön und Mary Badham als kleine Scout ist einfach hinreissend. Aber auch Gregory Peck brilliert in seiner Rolle, genau wie es das fast schon etwas zu düster gehaltene Setting tut, auch wenn der Film aus technischer Sicht doch sehr nüchtern, fast schon simpel umgesetzt wurde. Ja er drückt noch nicht mal auf die Tränendrüse, was ich ihm hoch anrechne.
Ein herzlicher Film, kein provozierender. Ein stiller, aber kein unwichtiger. Auch heutzutage nicht. Denn auch wenn die Welt heute eine andere ist....Vorurteile werden wir in 100 Jahren noch haben.

23 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Roka586

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Ein für die Auseinandersetzung mit dem Rassismus außerordentlich wichtiger Film. Die schauspielerischen Leistungen und die Handlung können auch heute überzeugen. Die Erzählweise aus Sicht der Kinder ist zudem eine interessante Idee. Leider ist die Handlung, wie z.B. die Beweisführung in der Gerichtsverhandlung, sehr einfach gestrickt und lässt so etwas an Spannung und Tiefgang vermissen.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

alinchen94

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Einer der wenigen Filme, der seiner Vorlage mehr als gerecht wird. Was daran liegen kann, dass zur Zeit der Entstehung andere Dinge im Vordergrund standen, als heute. Gregory Peck ist grandios in der Gerichtsszene und mit seinem Plädoyer setzte er nicht nur Maßstäbe für Schauspieler. Auch wenn in diesem Punkt das eigentliche Lob an die Autorin der Buchvorlage gehen sollte, kann man nicht bestreiten, dass seine Art des Vortragens ergreifend ist.
Meiner Meinung nach ist es schade, dass 'Wer die Nachtigall stört' mit der Zeit in Vergessenheit gerät, denn es ist ein schauspielerisches Meisterwerk, das zurecht mit dem Oscar geehrt wurde.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

george.taylor

Kommentar löschen
Bewertung3.5Schwach

Ich muss gestehen, ich habe, nachdem ich den Film gesehen habe, die überschwänglichen Kritiken nicht nachvollziehen können. Der Film plätscherte dahin. Es war (von den Bildern) ein schöner alter Film. Die Story konnte mich trotz des angenehmen Pecks nicht mitreissen, die Rassismus-Thematik aus Sicht der Kinder war ein schöner Ansatz aber nicht schön erzählt. Ein paar Lebensweisheiten hier, ein paar Streiche da.
Bleibt mir ein Rätsel.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

TexasTomBoe

Antwort löschen

du schreibst das gerne;)
3.5 selber text... solltest vielleicht gar nix schreiben!


george.taylor

Antwort löschen

3.5? Alles klar Texas Tante ;) Immer schön den Kopf auf und frei für andere Meinungen "als-für-wie-du".


cpt. chaos

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Endlich mal wieder ein richtig guter Film und dazu noch einer, den ich bislang noch nicht kannte!

Schande über mich!!!

Erwartet hatte ich eigentlich einen Justizthriller oder ein Gerichtsdrama, aber herauskam eine wunderschöne und zugleich gegen den Rassismus Stellung beziehende Erzählung, in der nicht nur Gregory Peck überzeugt, sondern eben auch die Kids, aus deren Sicht diese einzigartige Geschichte erzählt wird.
Garniert wurde dieses Werk mit einer hervorragenden Kameraarbeit (diese kleinen Kamerafahrten - einfach grandios!), einer erstklassigen musikalischen Untermalung und eben dieser tollen Erzählform (ich liebe Filme mit einer passend eingesetzten Off-Stimme).

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

summerwine-lee

Kommentar löschen

Auf meiner DVD steht 96 Minuten. Gibt es eine 30 Minuten längere Version des Filmes?

Kommentar gefällt mir 2 Antworten

dAJaro

Antwort löschen

Definitiv!


cpt. chaos

Antwort löschen

Auf meiner DVD ist eine Laufzeit von 93 Minuten vermerkt - tatsächlich lief er aber ne halbe Std. länger.

Normalerweise läuft das ja eher andersrum... ;o)))


guggenheim

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Schon wegen Gregory Pecks ausgezeichneter Darstellung ein mehr als sehenswerter Film. Atticus ist der Prototyp des progressiven, toleranten, liebevollen Vaters, der in seinen Erziehungsmethoden der Zeit voraus ist. Er ist seinen Kindern kein Herrscher, sondern nimmt sie ernst und vermittelt ihnen ein auf Werten, Moral und Ethik basierendes Welt- und Menschenbild, welches sie verinnerlicht haben, kennen sie doch keinen Rassismus (sie finden nichts dabei, sich während der Gerichtsverhandlung auf die Empore zu den Schwarzen zu stellen) und lernen im Zeitverlauf, dass Gerüchte und daraus resultierende Vorstellungen nicht der Wahrheit entsprechen müssen. Dass Vorlage und Film aus den 1960er Jahren stammen kann man sich kaum vorstellen, zeigt aber, dass es zu allen Zeiten Menschen gab, die fernab der allgemeinen Borniertheit Überzeugungen vertraten, die eigentlich selbstverständlich sein müssten.

Ein Klassiker, der an Aktualität nicht verliert und bis heute wichtig ist.

12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Lilly2006

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Absolut sehenswert!

Kommentar gefällt mir Antworten

annaberlin

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Sowohl der Roman als auch die Verfilmung sind erstklassig und tragen zum Verständnis der USA wesentlich bei. To Kill a Mockingbird ist ein exzellentes Beispiel für eine Romanverfilmung, wie sie sein sollte.

6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 4 Antworten

alanger

Antwort löschen

schön formuliert, :)

pro jahr gibts in USA ca. 1.000 000 einwanderer, ca. 50% illegal. du hast recht, aber alles ändert sich ständig und wie weiß man noch was die USA ist? ich war in den 90ern öfters dort und jetzt, heute wüsste ich nicht zu sagen was diese USA ist.

aber ich mag die sehr.


annaberlin

Antwort löschen

Stimmt hast recht. Dann erklärt der Film eben die weißen angelsächsischen Amis ;-)


doctorgonzo

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

"If you just learn a single trick, Scout, you'll get along a lot better with all kinds of folks. You never really understand a person until you consider things from his point of view, until you climb inside of his skin and walk around in it."

Ein einfacher Satz und doch so voller Sinn, Tiefe und Einsicht, dass man etwas vergleichbares heutzutage weitgehend vergeblich sucht.

Mulligans Romanverfilmung bleibt der Vorlage weitestgehend treu, inklusive der nicht ganz idealen Erzählweise aus Sicht des kleinen Mädchens, aber auch in den Charakterzeichnungen.
Fixstern dieses Filmes ist Gregory Peck in seiner wohl einprägsamsten Rolle des aufrechten und ehrlich moralischen Familienvaters und Anwalts.
Daneben glänzt auch Robert Duvall in seiner ersten Kinorolle.
Eine menschlich bewegende Abhandlung über den Rassimus des Zwischenkriegsamerika und den Wert und die Probleme ethischer Haltung.

Noch heute ist die Vorlage ein in den USA umstrittenes Buch, doch obwohl der Inhalt fast 1:1 übernommen wurde, ist der Film über jede Kontroverse erhaben, nicht zuletzt dank des bewegenden Spiels der Akteure und der toll umgesetzten Atmosphäre. Zusätzlich zeugt es aber auch von Mut, einen Film über ein solches Thema in den frühen 60ern überhaupt zu drehen.

Stark, aber nicht ohne die eine oder andere Länge. Trotzdem ein Zeitzeugnis filmischer Kunst. Nichts zum ständigen Ansehen, aber filmisch und moralisch hochwertig.
Die Figur des Atticus Finch ist laut American Film Institute der größte Held des amerikanischen Films.

9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

cannibal83

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Ein ausgezeichnetes Werk, mit einem überragenden Gregory Peck. Die eher ungewöhnliche Erzählung aus Sicht der Kinder ist jedoch ein etwas zweischneidiges Schwert. Einerseits gibt sie dem Film (auch heute noch) einen frischen Anstrich, andererseits ist die Erzählung manchmal auch ein Spannungstöter, wenn man z.B. auf neue Info's zum Verbrechen wartet, dafür allerdings nur Erstklässler beim Spielen oder Prügeln zusehen bekommt.

Ungeachtet dessen ein klasse Film, der mit so manchem großen Moment und einem tollen Ende beeindruckt.

7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Doomsday

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Emotional vielschichtiges Drama, dass durch seine ungewöhnliche Erzählart nicht nur filmisch interessant ist, sondern vor allem mitreisst. Da alle Darsteller ebenfalls auf höchstem Niveau agieren, ist dieses Werk jedem Filmliebhaber ans Herz zu legen.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Filmkenner77

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Ein Klassiker, wenngleich der Film aus Sicht der Kinder erzählt etwas gewöhnungsbedürftig ist.

Kommentar gefällt mir Antworten

Pantagruel

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

Welcher Übersetzer kam da denn auf die Idee aus: "To kill a Mockingbird ein "Wer die Nachtigall stört" zu machen? Mockingbird ist die amerikanische Spottdrossel, die auch in den Mythen der Schwarzen eine Rolle spielt. "...but never kill a mockingbird" sagt Atticus zu Jem, als der sich ein Luftgewehr wünscht. Eine Nachtigall kommt nirgends vor, doch hätte wohl dieses Meisterwerk, das von britischen Literaturkritikern in der Bedeutung noch vor die Bibel rückt, sonst diesen Erfolg in den deutschsprachigen Ländern gehabt? Jedenfalls habe ich zuerst diesen Film gesehen und dann das Buch gelesen und bekam einen Eindruck vom Rassismus im tiefen Süden der USA um 1930/40. Das war die Zeit in der Nelle Harper Lee in Monroeville, Alabama aufwuchs. Vielleicht Gregory Peck's bester Film auf jeden Fall gerade durch die Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe, durch die Warmherzigkeit und liebevolle Nähe ein Meisterwerk, das heute noch als das herausragende Buch gegen Rassismus gilt.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Tyler__Durden

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Wunderbare Adaption von Harper Lee's Vorlage mit einem wunderbaren Gregory Peck. Damals äußerst wichtig hat der Film bis heute nicht viel von seiner Anziehungskraft verloren. Ein Film der einen mit dem Gefühl der Hoffnung zurück lässt und natürlich vor allem ein Film der zeigt wie wichtig es ist auf seinen Vater zu hören.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Nahtigall

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Einfach ein toller Film. Schnörkelos und einfach erzählt. Ein Meisterwerk

Kommentar gefällt mir Antworten

Rezerwat

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Harper Lee einziges Buch:

Damals und Heute:

ABSOLUT GENIAL !!!

Kommentar gefällt mir Antworten

willy50

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Ansehen ! Robert Duvall besonders beindruckend in seiner ersten größeren Rolle.

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Tobias

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Vielleicht DIE Rolle von Gregory Peck. Ein wunderbar humanistisches Smalltown-Kammerspiel, in dem es um Anstand, Integrität und persönlichen Mut geht. Erzählt aus der Sicht des sechsjährigen Mädchens Scout. Völlig zu Recht ist die Buchvorlage von Harper Lee, ausgezeichnet mit dem Pulitzer-Preis, Pflichtlektüre in jedem Englischkurs. Die Rolle des altklugen kleinen Dill soll angeblich an Truman Capote angelehnt sein, der ein Kinderfreund von Harper Lee war und ihr in den Sommerferien regelmäßig auf die Nerven ging. Es gibt sogar Gerüchte, dass Teile des Romans aus seiner Feder stammen. Zeitloser Klassiker, der nachhaltig berührt.

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Kommentar schreiben

Deine Meinung zum Film Wer die Nachtigall stört

noch nicht bewertet