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Australier streichen L.A. Zombie aus dem Festival Programm

21.07.2010 - 13:00 Uhr
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Bruce LaBruce hat ein Faible für schwule Zombies
© Bruce LaBruce
Bruce LaBruce hat ein Faible für schwule Zombies
Schwule Zombies sind wohl zu viel für die australische Zensurbehörde. Der kanadische Gay-Horrorfilm L.A.Zombies darf nicht beim Melbourne International Film Festivals laufen. Regisseur Bruce LaBruce freut sich über die kostenlose Werbung.

Am 5. August feiert L.A. Zombie vom kanadischen Regisseur Bruce La Bruce im Rahmen des Locarno Film Festivals in der Schweiz seine Weltpremiere. Eine Woche später hätte er beim Melbourne International Film Festival laufen sollen, doch daraus wird jetzt wohl nichts mehr. Das Australien Classification Board war schockiert und hat L.A. Zombie aus dem Programm gestrichen. Ein Blick auf die Story des “Gay Zombie Porn-Films” lässt erahnen warum.

L.A. Zombie erzählt die Geschichte eines außerirdischen Zombies – gespielt vom französischen Gay-Pornostar Francois Saga – der durch die Straßen Los Angeles zieht und den Toten zu neuem Leben verhilft. Wie er das allerdings macht, das hat dann letzten Endes die Zensurbehörde auf den Plan gerufen. Es sei nur so viel gesagt: Die Lesbian Vampire Killers sind im Vergleich harmlose Messdiener.

Skandal-Regisseur Bruce La Bruce darf sich nun anhören, sein Film würde die Grenzen des guten Geschmacks überschreiten. Dabei haben die schockierten Kritiker nur die softe Variante von L.A. Zombie gesehen, aus der die expliziten Darstellungen von Geschlechtsteilen und Sex rausgeschnitten wurden. Die Hardcore Version wird pünktlich zu Halloween erscheinen, wenn die Festival-Saison zu Ende ist.

Wirklich traurig ist Bruce La Bruce über die kostenlose Publicity aber nicht: “Ich habe als erstes gedacht: Eureka”, sagte er dem Sydney Morning Herald gegenüber. “Solche Behörden werden nie verstehen, dass, je mehr sie einen solchen Film vertuschen wollen, desto mehr Leute sich dafür interessieren. Das gibt mir ein Profil, das ich gestern noch nicht hatte.”

Der Veranstalter des Film Festivals, Richard Moore hingegen, hält die Zensur für übertrieben: “Bruce LaBruce’s Darstellung von Sex und Gewalt ist zwar anstößig, aber vor dem Hintergrund des Festivals ist es schon eine Bevormundung, die Leute nicht selbst entscheiden zu lassen, was sie sehen wollen.”

Der letzte Film von Bruce La Bruce mit schwulen Zombies hieß Otto; or Up with Dead People und feierte 2008 auf dem Sundance Film Festival Premiere. L.A. Zombie ist jetzt der erste Film seit sieben Jahren, den die australische Zensurbehörde aus dem Programm nehmen ließ. 2003 hatte es Ken Park von Larry Clark erwischt.

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