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Kino » Sundance-Festival

The Killer Inside Me schockiert mit Gewalt

Veröffentlicht am 27.01.2010, 16:00

Michael Winterbottoms neuer Film The Killer Inside Me löste auf dem Sundance-Festival heftige Reaktionen aus: Die im Film realistisch dargestellte Gewalt schockiert das Publikum.

Jessica Alba in The Killer Inside Me - Bild 2734866 Jessica Alba in The Killer Inside Me © obsessedwithfilm.com

Im neuen Film The Killer Inside Me von Michael Winterbottom geht es brutal zu. Casey Affleck spielt einen scheinbar sympathischen Hilfssheriff, hinter dessen menschenfreundlicher Fassade ein schreckliches Geheimnis steckt: Sein Innerstes wird dominiert von Gewalt und Sadismus. Er führt, natürlich ohne das Wissen seiner Freundin (Kate Hudson) eine Beziehung zu einer Prostituierten (Jessica Alba), an der er seine Gewaltfantasien auslebt (wir berichteten). Im Film sieht das Publikum, wie Casey Affleck Jessica Alba fast zu Tode prügelt – für einige Zuschauer des Sundance Festival, auf dem der Film seine Premiere feierte, offenbar zu viel.

Als Michael Winterbottom sich nach der Vorführung den Fragen der Zuschauer stellen wollte, rief eine Frau in seine Richtung „Ekelhaft!“ und verließ daraufhin den Saal. Auch viele andere Zuschauer waren von der im Film explizit und realistisch dargestellten Gewalt schockiert und angewidert.

Ob die Gewalt in The Killer Inside Me, der auf dem gleichnamigen Roman von Jim Thompson basiert, reiner Selbstzweck ist oder als Element der Handlung oder Botschaft des Films notwendig ist, darüber gibt es verschiedene Meinungen:

Demetrious Matheou vom Guardian schreibt: „Zusammen mit Grifters vom ebenfalls britischen Stephen Frears ist dies eine der besten [Adaptionen eines Thompson-Romans]“ und lobt besonders den „überragend besetzten“ Casey Affleck. Für ihn hat Michael Winterbottom einen „stylischen“ Film gedreht, der „visuell anders ist, als alles, was er zuvor gemacht hat.“

Anders sieht es zum Beispiel Jay A. Fernandez von Reuters: „Funktioniert die Gewalt im Kontext der tiefgründigeren Erkundung der Psyche eines Charakters oder der gesamten Gesellschaft? Oder wird sie in einem Vakuum gezeigt, ohne einen Kontext, um dem Zuschauer eine Bedeutung zu vermitteln […]? Eher letzteres.“

Anne Thompson von indiewire.com erkennt in The Killer Inside Me durchaus Qualitäten: „[Jessica Alba] ist ziemlich gut in dem Film; dasselbe gilt für Casey Affleck als der verstörende Mann, der die Menschen, die er liebt, attackiert.“ Darüber hinaus sei The Killer Inside Me „elegant gemacht“. Sie sieht allerdings die Gefahr, dass die Reaktion des Sundance-Publikums die kommerziellen Aussichten für den Film verschlechtern könnte.

Michael Winterbottom selbst entschuldigt die im Film dargestellte Gewalt damit, dass der Film „nicht die reale Welt“ sei: „Es ist eher eine Parallel-Version der realen Welt…Ich war von dieser Welt eingenommen.“ Darüber hinaus gebe es, neben der Brutalität, in The Killer Inside Me auch „eine Menge Zärtlichkeit“.

Ob das deutsche Publikum ähnlich heftige Reaktionen zeigen wird, werden wir wohl im nächsten Monat erfahren: Seine Deutschland-Premiere feiert The Killer Inside Me im Rahmen der Berlinale. Ein regulärer Starttermin ist allerdings noch nicht bekannt.

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HerrLehmann (Sebastian Moitzheim)

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Kommentare

über The Killer Inside Me schockiert mit Gewalt

guggenheim

Da muss man sich erst mal ein Bild machen, ob die Gewalt zur Effekthascherei missbraucht wurde oder stilistisches Mittel ist.
Der Cast ist auf jeden Fall schon mal klasse... Ist vorgemerkt...

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kom4

Das erinnert mich irgendwie an die sehr herzhaft geführte Diskussion von "Der Antichrist"... Sozusagen Teil 2.

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EllHomer

Tja, mit der Realität kommt nicht jeder klar. Die Meisten schauen bei diesem Thema halt lieber weg.
Jedenfalls bin ich jetzt neugierig und irgendwann werde ich mir selbst ein Bild davon machen :)

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BeHelmet

Es ist immer wieder dieselbe Leier. JEDER Mensch ist, in die "richtige" Situation gebracht, zu Gewalt an anderen fähig. Ob man sich dem nun durch einen Film aussetzen will oder nicht. Wen so etwas zu tief trifft, der hält sich davon fern, und Punkt.
Gewalt als stilistisches Mittel einzusetzen kann doch (möglicherweise) auch nur Effekthascherei sein?

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