Michael Winterbottom

Beteiligt an 22 Filmen

Britischer Independent-Regiesseur, der schon zweimal bei der Berlinale ausgezeichnet wurde.

Leben und Werk

Winterbottom absolvierte erst ein Studium an der renommierten Oxford University, um anschliessend auf die Filmschule nach Bristol zu wechseln.

Seine erste Station im Medienbereich war der Sender ‘Thames Television’, für die er auch seine ersten Dokumentationen (über Ingmar Bergman) drehte. Nach einigen TV-Movies nahm seine vielbeachtete Karriere an Fahrt auf:

Er drehte 1997 die Geschichte des Kriegsreporters Michael Nicholson Welcome To Sarajevo mit Woody Harrelson und Stephen Dillane. Der Film wurde als äußerst authentisch gelobt und wurde bei den Filmfestspielen in Cannes im Wettbewerb gezeigt.

Seine Werke kamen auch in der Folge sehr gut bei den Kritikern an und so wurden Wonderland (1999) und die Doku 24 Hour Party People über das Manchester Musik-Label Factory Records ebenfalls für die Goldene Palme in Cannes nominiert.

Seine ersten Preise gewann Winterbottom jedoch in Deutschland: Sein Flüchtlingsdrama In this World (2003) gewann den Goldenen Bären für den besten Film bei der Berlinale und er erhielt den Silbernen Bären für seine Regie von Road To Guantanamo im Jahr 2006, der dort Uraufgeführt wurde.

Ein Jahr zuvor sorgte er mit seiner umstrittenen Liebesgeschichte 9 Songs für großes Aufsehen, die die Beziehung der beiden Protagonisten beinahe pornografisch darstellt. 2007 lief sein Film Ein mutiger Weg mit Angelina Jolie in der Hauptrolle auf dem Festival de Cannes außer Konkurrenz. Das Politdrama stellt die wahre Geschichte der Mariane Pearl nach, deren Mann, der Journalist Daniel Pearl, 2002 in Pakistan von Extremisten enthauptet worden war.

PrivatlebenMichael Winterbottom hat zwei Töchter mit seiner Ex-Frau, der Autorin Sabrina Broadbent.

Weitere Informationen:

Essay über Winterbottoms Arbeit auf sensesofcinema.com
Interview zum Film Wonderland auf djfl.de
Biographie zu Michael Winterbottom
auf film-zeit.de

Quellen
Michael Winterbottom in der Wikipedia (engl.=
Michael Winterbottom auf djfl.de


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1 Kommentare

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Muffin Man

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Wikipedia.com zu "Pornographic film": "Many predicted that frank depictions of sex onscreen would soon become commonplace, but culture soon shifted to the more conservative side and that fantasy never came true. William Rotsler expressed this in 1973, "Erotic films are here to stay. Eventually they will simply merge into the mainstream of motion pictures and disappear as a labeled sub-division. Nothing can stop this.""

Und Winterbottom über "9 Songs": "One of the starting points of 9 Songs was: why do films NOT show sex? So many films are love stories, so why not show a love story through two people making love? Why is it that you avoid two people making love when you do a love story? It seems perverse."

Winterbottom verschmelzt also Pornographisches und Liebesfilm und erfüllt auf eine Weise die Ideen von eben der Verschmelzung von Erotik- und Mainstreamfilm. Er selbst sagt aber: "It's not porn! You watch a porn movie and then you watch this, it's obviously not porn."
Für mich ist das Ansichtssache. In einem Horrorfilm gibt es Merkmale, aufgrund derer man ihn als Horrorfilm klassifizieren kann, beim pornographischen Film dasselbe (explizite Sexdarstellungen zum Beispiel). Für mich ist Winterbottoms Aussage eine Verallgemeinerung des Begriffs "Porno", die aber teilweise durch die ziemlich separierte Industrie selbstverschuldet ist. Es gibt mittlerweile hunderttausende billige, schlechte Pornos, die wirklich ohne jeden künstlerischen Anspruch heruntergedreht werden und besonders im Internet weite Verbreitung finden.
Aber was ist mit den guten Pornos? Die mit Atmosphäre, Charme, Geschichte? Meiner Ansicht nach gehen sie unter, auch weil explizite Erotik im Film ein solches Tabu zu sein scheint (anders als expliziter Mord und Totschlag).
Ist "9 Songs" ein Porno? Für mich schon, warum auch nicht? Pornographie als Genre, in dem verschiedene Subgenres angesiedelt sind, wie Pornokomödien oder Pornodramas.
Warum ist das überhaupt ein solches Tabu? In Actionfilmen wird geschossen, in Horrorfilmen gemeuchelt, in Pornos gebumst. Fragwürdiges, Schlechtes gibt es überall. Frauenfeindlichkeit in Pornos? Sicher ein Thema, aber "die Antwort auf schlechte Pornos sind nicht keine Pornos, sondern bessere Pornos." (Annie Sprinkle).

Das meine vielleicht naiven, unwissenden, nichtverstehenden Gedanken zum Thema, hier nicht besonders kohärent vorgeführt, aber das erscheint mir so schwer.
Das Interview steht übrigens hier: http://www.bbc.co.uk/films/2005/03/03/michael_winterbottom_9_songs_interview.shtml

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janissl

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Der Unterschied zwischen expliziter Erotik und explizitem Mord und Totschlag ist aber, daß das eine echt und das andere lediglich Fiktion ist.
Es gab ja mittlerweile einige Versuche echten Sex in Spielfilme einzubauen, hat aber meiner Meinung nach nie funktioniert. Ich kann natürlich nur die männliche Perspektive nachvollziehen und ich neige dazu den Akt, wenn er explizit (um dieses Wort ein drittes mal zu verwenden) gezeigt wird von der eigentlichen Geschichte unabhängig wahrzunehmen und somit verliert er, wenn er überhaupt irgendeine dramaturgische Funktion haben soll, grundsätzlich seine Wirkung und lenkt eher ab.


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