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Wir schauen Breaking Bad - Staffel 5, Folge 12

Pfizze (Sven Pfizenmaier), Veröffentlicht am 04.09.2013, 08:50

Es ist wieder so weit. Breaking Bad befindet sich auf der Zielgeraden und ist vor Spannung kaum noch auszuhalten. Lasst uns zusammen diese schwere Zeit überstehen.

Rabid Dog Rabid Dog © AMC

Diesmal fiel mir das frühere Aufstehen zwecks Breaking Bad -Sichtung leichter als sonst. Denn nachdem Vince Gilligan und seine Schreiberlinge mir vergangene Woche einen Herzstiillstand nach dem Nächsten einjagten, wurde diese Woche schon vor Beginn der aktuellen Folge Rabid Dog reichlich Adrenalin ausgeschüttet. Und, oh mein Gott, was war das wieder für eine Folge!

Was ist passiert?
Wie erwartet hat Jesse (Aaron Paul) nicht die Bude von Walt (Bryan Cranston) angezündet, sondern wurde im letzten Moment von – wie sollte es anders sein – Hank (Dean Norris) gestoppt und mit zu ihm nach Hause genommen. Während Walter also mit seiner Familie zur Sicherheit erst einmal in ein Hotel zieht, hat die Geschichte mit der Ricin-Zigarette Jesse nun tatsächlich so weit gebracht, mit Hank gemeinsam gegen Heisenberg vorzugehen, was vor wenigen Folgen noch undenkbar erschien. Ganz klassisch verkabelt er den verängstigten Jesse, um sein Gespräch mit Walt abzuhören und aufzuzeichnen. Jesses Paranoia gewinnt jedoch die Oberhand, sodass es zu keinem Treffen kommt, was alle Beteiligten noch weiter in Bedrängnis bringt.

I am not in danger!
Was für eine Eröffnungssequenz! Es ist nicht nur ein Augenschmaus, wenn die Kamera auf dem Boden liegt und den im bedrohlichen Licht badenden Türknauf filmt, während Walter sich dem Schlafzimmer langsam nähert, um zu überprüfen, ob Jesse sich darin versteckt. Dass er es nicht tut, ist eigentlich von Beginn an klar, trotzdem erreicht die Szene eine ungeahnte Intensität, denn wenn Heisenberg eine Schusswaffe in die Hand nimmt, dann nur weil er keinen anderen Ausweg sieht. Falls der unwahrscheinlich Fall eintritt, dass Jesse sich doch hinter Tür versteckt, dann wird es kein schönes Ende nehmen. Der Moment, in dem klar wird, dass dem natürlich nicht so ist, ist ebenso schön wie beängstigend: Jesse scheint einen besseren Weg gefunden zu haben, Walter weh zu tun, als sein Haus niederzubrennen. Doch alles halb so schlimm, denn was darauf folgt, löste bei mir eine herzerwärmende Mischung aus Nostalgie und Optimismus für die kommenden Folgen aus.

Obwohl Jesse es ganz offensichtlich verdammt nochmal ernst meint mit dieser Heisenberg-suchen-und-zerstören-Sache, tut Walt fast schon auf eine niedliche Art und Weise alles, um ihn vor den Augen anderer nicht in einem zu schlechten Licht dastehen zu lassen. Seiner Familie tischt er eine solch haarsträubende Lüge auf, dass er sie nicht einmal selbst vortragen kann, ohne dass ich mich vor meinem Bildschirm fremdschämen musste. Es war sicher nicht das erste Mal, dass Skyler (Anna Gunn) seine Lüge problemlos durschaute, aber selten schien sie so sehr zu erzürnen, dass sie sich tatsächlich dagegen aussprechen muss. Wie genau sie sich ausspricht, ließ wohl jedem Rücken Zuhause einen kalten Schauer hinunterlaufen. “After everything we’ve done, you can’t just talk to that person .. We’ve come this far. What’s one more?” So kalt diese Aussage auch klingt, wirklich verübeln kann ich ihr jedoch nicht, die Figur umbringen zu wollen, die mir in den letzten Jahren so sehr ans Herz gewachsen ist. Schließlich wurde Walt nie müde ihr zu erzählen, dass er all die Dinge rund um seine Crystal Meth-Geschichte nur zum Wohle der Familie getan hat. Nur für die Familie. Nicht um die persönliche Gier nacht Macht zu stillen. Nunja, dass die Familie bald vollständig massakriert werden könnte, ist eine durchaus nachvollziehbare Befürchtung von Skyler und somit eine vollkommen berechtigte Frage. Was macht schon einer mehr aus? Walt hatte Jesse ohnehin in jüngerer Vergangenheit nicht so behandelt, als sehe er in ihm etwas anderes, als “einen mehr”.

Und trotzdem spricht er sich felsenfest dagegen aus. Walter setzt sich aktiv und aufrichtig für Jesse ein. Ich fühlte mich für einen Augenblick in die schönsten Zeiten von Breaking Bad versetzt: Die Momente, in denen Walt und Jesse ihre kleinen Zankereien um tote Drogenbosse, Freundinnen und vergiftete Kinder unter den Teppich kehren konnten und einfach nur wieder leidenschaftlich Crystal Meth gekocht haben. Als die selbe Überzeugung und gewisse Loyalität Jesse gegenüber auch Saul entgegenschlägt, entfacht für einen kurzen Moment sogar ein Funke Hoffnung. Vielleicht wird es ja doch noch was mit den beiden? Vielleicht schaffen sie es auch, diesen riesigen Berg Schmutz zu beseitigen und die ganze Geschichte genau so zu beenden, wie sie angefangen hat: gemeinsam. Dementsprechend kann ich mir auch nicht vorstellen, dass Walter Todd am Ende der Folge angerufen hat, um Jesse umbringen zu lassen. Ich will es nicht glauben.

Heisenberg auf den Fersen
Hank währenddessen entwickelt sich in meine Augen zu einem richtigen Unsympath. Ich verstehe ja, dass er mit Leib und Seele hinter der Vernichtung der Drogenorganisationen steht und grundsätzlich ist die Verteidigung des Gesetzes natürlich nichts Negatives, allerdings entwickelt er sich immer mehr zu einer DEA-Version von Heisenberg. Bloß nicht so clever, wie Jesse richtig anmerkt. Denn auch wenn Hank zweifellos mit der selben Willenskraft und Überzeugung vorgeht wie sein drogenkochender Gegenspieler, wirkt Hanks ungeduldiges Handeln stets überstürzt, bemüht und undurchdacht. Mit dem Kopf durch die Wand und ohne Rücksicht auf Verluste zwingt er Jesse den Auftrag durchzuführen, als er ihm aus den Auto schubst, um das Gespräch mit Walter zu suchen. Hank ist zu sehr von Heisenberg besessen und zu sehr auf sein Ziel fokussiert, als dass er in irgendeiner Weise gut durchdachte Pläne aufstellen könnte. Ob das lange gut geht, ist fraglich.


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HailTheKing

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Würde man in Breaking Bad, abgesehen von den Flashforwards, mehr mit der Zeit arbeiten( Bsp.: Jesse will das Haus abfackeln, cut Gegegenwart: Walt steht allein im Haus mit der Knarre, cut Hank steht zitternd mit der Knarre vor Jesse, welcher den Benzinkanister in der Hand hat), dann, aber nur dann wäre das alles noch wesentlich besser, als es jetzt schon ohne hin ist. Da wurde, glaube ich, Potenzial verschenkt, wenn ich nicht wüsste, dass es Absicht ist es relativ linear zu erzählen. Allein die Vorstellung,rein subjektiv betrachtet, ist so geil. Eventuell auch gewisse Szenen episodenmäßig zu erzählen (LA Crash-mäßig) wäre so genial. Aber nichtsdestotrotz meine, neben Sopranos und The Wire, Lieblingsserie.

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filmfreak180

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Die aktuelle Folge war mal wieder sehr gut, auch wenn sie das hohe Tempo der letzten Folge nicht halten konnte. Aber die Folge hatte einen anderen Zweck: Sie hat den Weg gelegt für die Eskalation, die uns jetzt in den nächsten (1-2) Folgen erwarten wird. Besonders die Folge "Ozymandias" wird wohl den "Fall von Heisenberg" thematisieren und genau das wird wohl auch der Wundepunkt von Walter sein, den Jesse jetzt wohl ausnutzen wird (sollte er bis dahin nicht schon umgebracht wurden sein^^).

Insgesamt ist die Entwicklung der Charaktere echt heftig, wie uns Folge 5.12 nochmal vor Augen führt. Skyler ist mitlerweile echt total gefühlskalt. Wie sie ihren Mann mal soeben vorschlägt, Jesse umzubringen, um sicherzustellen, dass die Familie "in Sicherheit leben kann". Interessant ist, dass Skyler, wie damals Mike, Walt vorschlägt, "keine Halben Sachen" mehr zu machen (Half Measures). Damals, als Mike den Vorschlag machte, Jesse beiseite zu schaffen, hat Walt sich für Jesses Seite entschieden und damit auch sein eigenes Leben gefährdet. Doch von da an ging Walt keine Kompromisse mehr ein. Er vergiftet einen kleinen Jungen oder gibt mal soeben den Tod von 10 Gefängnisinsassen in Auftrag. Jetzt steht Walt vor einer der schwersten Entscheidung, die er je treffen musste: Jesse nach "Belize" zu schicken. Doch Jesse war schon immer Walts Konstante und gehörte praktisch zur Familie. Walt denkt, er könne mit Jesse über die Sache reden, doch dafür ist es wohl zu spät, was sich auch Walt am Ende eingestehen muss...

Auch heftig fand ich, wie kompromisslos Hank ist. Er würde mal soeben den Tod von Jesse in Kauf nehmen, nur um seinen Schwager Walt endlich hinter Gitter zu bringen.

Interessant fand ich auch, dass es diesmal zwei parallel laufende Handlungsstränge gab, die dann am Ende aufeinandertraffen. Ziemlich untypisch für Breaking Bad.

Auch wenn ich die Folge etwas vorhersehbar fand (ich habe mir schon fast gedacht, dass Hank der jenige ist, der Jesse davon abhält, das Haus der Whites anzuzünden), war sie dennoch gut gelungen. Ich freue mich jedenfalls jetzt schon auf die nächste Folge ;-).

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Maltin

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nun musst du mir aber mal den "wunden punkt" näherbringen, den du ausmachst. da komm ich nicht ganz dahinter.


filmfreak180

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Ich hab den Punkt gemeint, an dem Walt nicht mehr so unantastbar sein wird, wie er es bisher immer war. Walt war allem und jedem immer drei Schritte voraus, egal wie brenzlich die Situation auch war. Das hat sich in der aktuellen Folge geändert, weshalb das Walts Wundepunkt war, den ich ausgemacht hatte ;-).


ossi29

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Klasse fand ich diesmal zu Beginn, wie Walt seine Lüge aufbaut und mit dem Kanister zwischen den Müleimer hin und hergeht..wieder typische unterschwellige Panik^^

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bestseimon

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Einfach nur noch der Wahnsinn. Will jetzt auch gar nicht spekulieren wie es weiter geht, sondern lasse mich viel lieber von dieser genialen Serie überraschen. Das Geschehen geht einem schon deutlich an die Nieren, man weiß gar nicht mehr für wen man halten soll.

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alex023

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Team Jesse!


ProjectChaos

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überragende Folge.
Kann`s nicht oft genug sagen: Die Serie ist das Beste was für TV je gedreht wurde....mit Abstand.

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nilswachter

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signed.


HopeWithinChaos

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Jesse ist ein unzuverlässiger, impulsiver Vollidiot, der bereits vor 2 Staffeln aus dem Weg hätte geräumt werden müssen.
Mich nervt er schon lange und sollte er sterben, weine ich ihm bestimmt keine Träne hinterher.
Wäre Jesse nicht gewesen, könnte Walter auch noch schön weiterhin für Gus kochen und alles wäre gut.

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WhityWeissmann

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Nö, dann wurde Gale für Gus kochen (oder vielleicht schon wieder der übernächste, wer weiß).


benjamin.domnick

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Wieder ne super Folge, ich frage mich nur eins: Wie kommt es das Gomez auf einmal Bescheid weiß? Ich dachte Hank kann/will niemanden bei der DEA das mit sich und seinem Schwager erzählen!?

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benjamin.domnick

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Hm. So kann es sein. Fand es eben nur komisch, dass es dazu keine Erklärung gab. Denn soweit ich mich erinnere war in der voran gegangenen Folge die Szene, das Gomez in Hanks Büro kommt und fragt was los sei und Hank ihn abgeblockt hat...
Und darauf folgte dann einfach die Tatsache, dass Gomez bei Hank zu Hause hockt und es so ausschaut, als wüsste er alles schon seit Jahren.

Das Hank Gomez am meisten von allen DEA-Agenten vertraut glaube ich auch, mich verwundert eben nur das man auf die Erklärung verzichtet. Aber vllt ist die Szene dem Schnitt zum Opfer gefallen.


Maltin

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Ja, die Erklärung müssen wir uns selbst geben. In dem Fall ist das vielleicht tatsächlich eine etwas "dünne" Storyline.


maximilian.ebker

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Verräter!

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nilswachter

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Ich wollt hier auch noch die phänomenale Kameraführung erwähnen. Einige Perspektiven sind schlicht der Wahnsinn.

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nilswachter

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Diese Sendung wird kein gutes Ende nehmen - zumindest nicht für die Protagonisten. Dass Gilligan ein Finale sondergleichen präsentieren wird, steht für mich ausser Zweifel. Ich hoffe allerdings, dass Jesse überleben wird. Walt befindet sich so knietief im Sündenpfuhl, dass seine Erlösung unwahrscheinlich scheint. Doch wir sprechen hier von Breaking Bad, wo nichts ist, wie man denkt, geschweige denn erwartet. Es bleibt unerträglich spannend.

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Murray

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Sehr interessant auch als Marie Jesse den Kaffe gibt. Auf der Tasse steht "DEA". Nimmt man nun den Henkel hinzu ergibt das "Dead".
Zufall? Nicht bei Gilligan.

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Maltin

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oha. wo endet feinfühlige detailsuche und wo beginnt interpretationswahnsinn? gut, dass die antwort niemand weiß. xD


Murray

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Könnte natürlich auch überinterpetiert sein aber wäre auch keine Seltenheit bei BB.

@ der Bärtige: Keine Angst Walter wird Jesse retten bevor dieser von Todd gekillt wird. In den Szenen welche in der Zukunft spielen trägt Walter nämlich dieselbe Jacke wie Todd jetzt gerade.
Meine Prognose lautet also: Der Onkel von Todd findet Jesse. Todd, welcher darauf hofft zu Jesse #2 zu werden, will diesen hinrichten. Walter ist anwesend um noch ein letztes Mal mit Jesse zu reden. Kurz bevor Todd abdrückt empfindet Walter Mitleid für seinen ehemaligen Freund, woraufhin er Todd samt Onkel erschießt.
(Entschuldigt den grauenhaften Satzbau.)


OptimusZuhi

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In der Situation als klar war, dass es nur um den Fall geht und Menschenleben nicht wichtig sind, fand ich die Serie noch besser! Walter ist sehr böse geworden und kann einiges nicht gut machen, dennoch sind die meisten Menschen gleich, wenn es um Ihren Erfolg geht! Hank hat bewiesen, dass er genau so ein eiskalter motherfucker wie Walt ist, sieht in Jesse nur ein Objekt, dass Ihn ans Ziel bringen soll! Das macht ihn für mich kein bisschen besser als Walt es ist! Ich war echt abgerückt von Walt und gab Hank recht, dass er so sauer ist und er nur gutes will, aber denkste....Und schon wieder hoffe ich, dass die Serie nicht endet=(

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mrvans26

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Mega gut einfach nur...

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NotTooOldForThisShit

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Der Schnitt wo die Rückblende mit Hank kam, als Jesse das Haus abbrennen wollte war in der folge einfach der Hammer. Sehr einfallsreicher Schnitt und toller Überraschungsmoment.

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Bloodhoven

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ich weiss ja nicht, wie die anderen das sehen, aber Skyler wird mir von Folge zu folge schon seit Ende der zweiten Staffel immer unsympathischer... Beginnend mit ihrer Reaktion damals, als sie erfährt, was ihr mann getan hat bis jetzt frage ich mich immer häufiger, wieso diese Frau überhaupt Walter geheiratet hat.... Und von da an habe ich zumindest immer das gefühl, das sie walter gegenüber eine Erwartungshaltung entwickelt hat, die scheinbar ihrer ansicht nach völlig selbstverständlich ist... Kurzum, Skyler ist die art Mensch, die ich am liebsten erwürgen würde :D

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Bloodhoven

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also ich kann das nur dementieren. in den meisten fällen stimmt das definitiv nicht^^. Und ich bin gottfroh das ich bis heute nicht die "ehre" hatte so eine hysterische dame kennenzulernen. Ich glaube, bei so einem menschen würde ich irgendwann tatsächlich Mord in erwägung ziehen :D


ShayaNova

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man wäre zumindest geneigt, ein auge zuzudrücken und dabei weg zu sehen ;)


Skylord

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Breakingn Bad schauen hat sich zu einer qualvollen Sucht entwickelt. Ich kann nicht aufhören jede Folge an zu sehen aber wenn ich eine Folge sehe will ich einfach
nur damit aufhören.

Zum einen wünche ich mir nichts anderes als das alle glücklich werden andererseits wäre ich dann enttäuscht, weil es einfach unrealistisch wäre.

Das andere was absolut grauenhaft zur Zeit ist, die Serie war noch nie so spannend und gleichzeitig hatte jede einzelne Folge solche Länge. Es gibt kaum wirllich schnelle, spannende Sequenzen. Die Kamera ist ruhig (abgesehen von Ausnahmen wie der "Hausverbrennung").

Breaking Bad ist für mich zur Zeit auf jeden Fall pure Folter.

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Nas

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Gerade das alles wirklich so verdammt nah an der Realität ist macht für mich BB einzigartig. Wenn ich das z.B. mit Dexter vergleiche, in der kaum eine Folge ohne einen "Zufällig-passiert-das-genau-jetzt" Moment auskommt, macht das für mich diesen Reiz der Serie aus. Und ich meine nicht einmal das da Physikalisch alles logisch ist, sondern eher wie sich Charaktere verhalten, wo sie welche Emotionen zeigen, das z.B. auch Heisenberg Fehler macht und Macken hat (-> Dexter kann und weiß alles, zudem hat er den Zufallsmoment immer auf seiner Seite). Ich möchte hier auch keine andere Serie schlecht reden, sondern nur sagen, warum BB sich in meinem Falle von anderen Serien abhebt.


Marcelinho

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Auch wenn Jesse ziemlich impulsiv und oft unbedacht handelt, ist er momentan der einzige Charakter den ich wirklich mag und der kein totales Arschloch ist. Hank wird denke ich bald das Zeitliche segnen, er ist der ganzen Sache einfach nicht gewachsen und das merkt man immer wieder.
Von Skylar bin ich momentan auch ziemlich bedient, aber nicht falsch verstehen, die finalen Folgen sind bisher absolut großartig und die Charaktere entwickeln sich letztlich einfach so wie es auch logisch ist.

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Kallekowsky

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Man kann nur immer wieder verblüfft den Kopf schütteln, führt man sich vor Augen, was Walt mit seiner Umgebung zu tun vermag. Vom Lungenkrebs, der ihn einst befiel, hat er sich selbst zum Krebsgeschwür entwickelt, dass alles und jeden befällt und korrumpiert. Breaking Bad bezieht sich nicht länger nurmehr auf Walter White, sondern auf jede nun in Stellung gebrachte Partei.

Der eigentlich so aufrichtige Hank spielt nun abseits der Regeln und nimmt menschliche Verluste gern in Kauf, wenn er damit bloß Ego und Stolz erhalten kann. Jesses Gefühle scheinen eine Grenze überschritten zu haben, in der Walts Familie zum gelegenen Angriffspunkt für eigene Rachesehnsüchte ist. Skylers Motive mögen ehrenwerter erscheinen, geht es ihr vordergründig darum, die Familie zu schützen, doch ist auch sie an einen Punkt angelangt, wo das Geld und die damit verbundene Sicherheit zu jedem erdenklichen Preis zu verteidigen ist. Und selbst Marie gesteht ihrem Therapeuten, dass ihr der Gedanke an Rache gut tut.

Einzig der naive Walt Jr. liebt seinen Vater noch aufrichtig, unwissend, wie dunkel es in Wahrheit um ihn geworden ist.

Wir sehen heruntergerissene Masken. Offengelegte Eigenschaften angesichts einer Extremsituation um Leben und Tod, in der wir alle zu Monstern werden. All das zeigt mir, dass keiner der Charaktere edler ist, als der andere. Sie alle haben ihre Motive und sind gewillt, alles dafür zu tun. Die einzige Frage ist: Wie weit sind die Figuren bereit, zu gehen, um ihr Ziel zu erreichen?

Glaubt man der Moral der Serie, dass jeder für seine Taten einstehen muss, kann Breaking Bad nur mit dem erschütternsten Finale enden: Nobody wins.

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Kallekowsky

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Zitat der Folge: "You two guys are just guys. OK. Mr. White – he's the devil. He is smarter than you, he is luckier than you. Whatever you think is supposed to happen, I'm telling you, the exact, reverse opposite of that is going to happen." - Jesse

Breaking Bad Bekenntnisse:
Skyler - "We've come this far. For us. What's one more?"
Jesse - "Next time, I’m gonna get you where you really live."
Hank - "Pinkman gets killed, and we get it all on tape."
Marie - "Don’t worry, I wouldn’t hurt anybody. I just… It just feels good to think about it."

Allein Walt versucht das Unvermeidliche zu verhindern: "You're full of colorful metaphors, aren't you, Saul? Belize, Old Yeller. Just brimming with advice. Do not float that idea again."


Maltin

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sehr schön geschrieben.
zu so einem apokalyptischen finale habe ich mir auch schon gedanken gemacht. weiß nicht, ob es das schlechteste wäre. in jedem fall muss es fatal enden, für wen auch immer.


Maltin

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Mir fällt es schwer irgendwelche Highlights herauszusehen (wie zum Beispiel Hanks Auftritt in 5x9). Hier waren mit Marie bei Psychiater Dave, Skyler im Hotel zu Walt, Jesse im White-Haus, Hank mit Gomez beim Jesse-Verhör, Saul im Auto mit Walt und sowieso Walt beim verzweifelten Versuch die Benzin-Nummer zu erklären, durchweg alle Szenen und Charakter wieder in Topform.
Diese Folge ordne ich immer noch ein als eine, in der sich die Figuren auf dem Schachbrett für den endgültigen Angriff weiterhin sortieren, nur wechseln Schwarz und Weiß hier so oft ihre Verbündeten, dass einem schwindelig werden kann. In den letzten vier Folgen (Oh mein Gott!) muss so Großes passieren, dass ich eine Voraussage einfach nicht treffen kann. Das bietet einerseits höchste Anspannung, andererseits die Gefahr der Enttäuschung eines dann doch nicht so großen Serienendes?! An Letzteres mag ich nicht denken und hege auch berechtigte Hoffnungen, dass die Autoren dort ebenso hervorragende Arbeit leisten werden wie die gesamte Serie über.

@Pharazon: Es wird groß! ;)

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NewZooYorker

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Grandiose Folge, tolles Review. Nur der Schluss (SPOILER) der Folge war leider wieder sehr konstruiert, gerade Jesse sollte wissen, dass Walter niemals irgend nen Killer da hin stellen würde.

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Kallekowsky

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Finde ich wiederrum garnicht. Jesse, der ohnehin schon total paranoid ist, weil er mit einem Mordanschlag Walts gegen ihn rechnet, hat sich ein paar Stunden vorher noch das Hirn zugekokst und kann die Situation verständlicherweise nicht mehr klar beurteilen. Ich mochte diese Ironie eigentlich sogar, da Jesse kurz vorher noch manifestiert, dass niemand eine Chance gegen Walt hat, nicht zuletzt, weil er einfach mehr Glück hat, als seine Gegenspieler. Aber gerade durch das Unglück, dass der etwas zwielichtige Typ auf dem Platz steht, spitzt sich die Lage für alle Beteiligten und somit auch für Walt erneut zu, obwohl dieser offensichtlich mit aufrichtigen Absichten zum Treffpunkt kam. Denn wie Hank schon feststellte, scheint Walt allein noch etwas für Jesse übrig zu haben, während ihm alle anderen zu dessen Beseitigung raten.


NewZooYorker

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Das mag ja stimmen, aber Jesse kennt Walt doch wie kein anderer. Und gerade wo er weiß, wie klug Walt ist find ich das sehr komisch, dass sich Jesse von einem Mann, den jeder sehen kann, der sich in einer Menschenmenge befindet, beeinflussen lässt. Das mit der Ironie mag richtig sein, sogar eigentlich nett gemacht. Nur am Tisch sagt Jesse auch er ist der "Teufel" und klüger als Hank und sein Partner. Und dann denkt er, Walter würde einen Killer mitten auf der Straße hinstellen? Beim besten Willen, selbst mit 10 Ladungen Kokain darf Jesse doch nicht so naiv sein. Erst recht nicht, wenn er vorher sogar Walter's Genie erkennt.