F.W. Murnau
Beteiligt an 12 Filmen
F.W. Murnau war ein wichtiger deutscher Regisseur der Stummfilmzeit. Vor allem durch seine Filme ‘Nosferatu’ (1922) und ‘Der letzte Mann’ (1924) erlangte Murnau weltweite Bekanntheit.
Leben und WerkFriedrich Wilhelm Murnau wird am 28. Dezember 1888 als Friedrich Wilhelm Plumpe in Bielefeld/Ostwestfalen geboren. Er wächst in einer wohlhabenden, bürgerlichen Familie auf und studiert Philologie und Kunstgeschichte in Berlin und Heidelberg.
Durch einen Zufall wird Plumpe von dem Regisseur Max Reinhardt entdeckt, der ihm den Besuch an seiner Schauspielschule ermöglicht. Zu dieser Zeit nimmt er den Künstlernamen Friedrich Wilhelm Murnau (nach dem Ort Murnau am Staffelsee) an und distanziert sich von seinen Eltern, die weder sein Theaterschaffen noch seine Homosexualität akzeptieren können.
Nach dem Ersten Weltkrieg kehrt Murnau 1919 nach Berlin zurück und arbeitet als Regisseur und es entstehen seine ersten Filme: Der Knabe in Blau (1919), Satanas (1919), Der Bucklige und die Tänzerin (1920) und Der Januskopf (1920). Letzterer ist eine Variante des Dr. Jekyll&Mr. Hyde-Motivs und beschert Murnau den Durchbruch.
Der berühmteste Film aus dieser Zeit ist aber Nosferatu (1922) frei nach dem Roman ‘Dracula’ von Bram Stokers. Nosferatu begründete das Genre der Vampirfilm 1924 produziert Murnau im Auftrag der UFA Filmproduktion GmbH-Filme den Film Der letzte Mann und schließt 1926 mit den beiden Tartüff (nach Molière) und Faust seine Deutschland-Filme ab. In den drei letzten Filmen wirkte jeweils Emil Jannings in der Hauptrolle mit.
In Hollywood fällt es Murnau schwer an seine Erfolge in Deutschland anzuknüpfen. Zunächst entsteht Sonnenaufgang – Lied von zwei Menschen (1927) nach der Erzählung ‘Die Reise nach Tilsit’ von Hermann Sudermann. Der Film gewinnt bei der allerersten Oscar-Verleihung 1927 drei Oscars. Bis zu seinem Tod 1931 entstehen drei weitere Filme Vier Teufel (1928), City Girl (1930) und Tabu (1931).
Friedrich Wilhelm Murnau stirbt am 11. März 1931 in Santa Barbara, Kalifornien bei einem Verkehrsunfall neben seinem Freund.
StilF.W. Murnau s Werk zeigt besonders die dunkle, dämonenhafte Seite des Expressionismus, die er mithilfe von Zauberern, Vampiren und Geistern verdeutlicht. Auf diese Weise provoziert er das Grauen vor dem Unheimlichen und spielt so mit den Ängsten der Zuschauer. Hier bezieht er sich auf die Traditionen Georges Méliès und legt selbst den Grundstein für den späteren Vampirfilmfilm. Dieser Ansatz ist bereits in Der Januskopf (1920) zu erkennen und schließlich in Nosferatu (1922) perfektioniert.
Neben den stark stilisierten, dämonischen Figuren, lässt Murnau auch die Darsteller mit einer speziellen, vom Theater inspirierten, Gestik und Mimik spielen und unterstützt diese Effekte noch mit einer speziellen Verwendung von Licht und Schatten.
Andere Stilmittel sind verzerrende Bauten, künstlich wirkende Kulissen, ungewöhnliche Perspektiven, sowie besondere Schnitte und Montagen (z.B. Zeitraffer).
Weiterführende Informationen
Expressionismus
Weiterführende Literatur
Eric Rohmer: Murnaus Faustfilm. Analyse und szenisches Protokoll. München/Wien 1980. [Frz. Orig. 1977.]
Lotte H. Eisner: Friedrich Wilhelm Murnau. Überarb., erw. und autoris. Neuausg. Kommunales Kino Frankfurt/M. Hrsg.: Hilmar Hoffmann und Walter Schobert. Frankfurt a.M. 1979.
Klaus Kreimeier (Hrsg.): Friedrich Wilhelm Murnau 1888-1988. Ausstellungskatalog. Bielefeld 1988.
Friedrich Wilhelm Murnau. Hrsg.: Peter Jansen, Wolfram Schütte. Mit Beiträgen von Fritz Göttler, Frieda Grafe, Wolfgang Jacobsen, Enno Patalas, Gerhard Ullman. München/Wien 1990. (Reihe Film 43.)
Fred Gehler / Ullrich Kasten: Friedrich Wilhelm Murnau. Berlin-Ost 1990.
Luciano Berriatúa: Los proverbios Chinos de F. W. Murnau. (2 vol. Etapa Alemana, 1990; Etapa Americana, 1990-1992) Filmoteca Españolo. Madrid 1990.
Alexandra Jacobson: F. W. Murnau: Ein Sohn der roten Erde. In: Frank Bell, Alexandra Jacobson, Rosa Schumacher: Pioniere, Tüftler, Illusionen. Kino in Bielefeld. Bielefeld 1995.
Weitere Informationen im Internet
Murnau-Stiftung
Friedrich Wilhelm Murnau bei der Wikipedia (dt.)
Biographie beim Deutschen Historischen Museum
Murnau-Forum
Quellen
Faulstich. Filmgeschichte. Paderborn: Wilhelm Fink, 2005. S. 74f.
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