Léon - Der Profi - Kritik

Léon

US/FR · 1994 · Laufzeit 106 Minuten · FSK 16 · Drama, Thriller · Kinostart
Du
  • 10

    jetzt beim sichten wurde mir wieder klar....ich brauch ein cooles t shirt vom film

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    • 7 .5
      fabian.ehrmantraut 01.09.2018, 02:31 Geändert 01.09.2018, 02:32

      Die drei Hauptdarsteller Natalie Portman, Jean Reno und Gary Oldman liefern so dermaßen ab, dass es fast nicht zu gleuben ist. Selbst wenn die Story und der Film außenrum schlecht oder langweilig wären, was sie nicht sind, müsste man sich das allein schon wegen der Darstellerleistungen ansehen.

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        Heute geht es wieder um einen Film, den ich zu meinen ultimativen Lieblingsfilmen zähle und der für mich schlicht und ergreifend perfekt ist. Hier bekommen wir alles geboten, was ein Meisterwerk haben muss : Grandiose Darsteller, eine packende Story, brillant inszenierte Actionszenen, einen einzigartigen Soundtrack und hochgradig emotionale Momente. Und dieser Film ist die Geburtsstunde für eine der besten Schauspielerinnen aller Zeiten : Natalie Portman. Eigentlich verwunderlich, dass der Film nicht bei den Oscar abgeräumt hat, denn er erzählt eine mitreißende Geschichte über die einzigartige Bindung zwischen einem Killer und einem kleinen Mädchen.

        Leon lebt in einer kleinen Wohnung, in einem verfallenden Haus. Eigentlich lebt er ein sehr bescheidenes Leben. Er trinkt gerne Milch, schaut sich im Kino gerne Filmklassiker an und sein bester Freund ist eine Zimmerpflanze. Allerdings hat er einen ungewöhnlichen Beruf : Er ist ein Auftragskiller. Allerdings lautet seine oberste Regel : Keine Frauen und keine Kinder. Er ist in seinem Job brillant und jede Aufgabe führt er in Perfektion aus. Bis er eines Tages einen riesigen Fehler begeht : Er öffnet einem kleinen Mädchen die Tür und rettet sie vor korrupten Cops. Und damit ändert sich Leons Leben schlagartig.

        Egal welche Szene ich nehmen würde, jede einzelne ist brillant. Es ist einer dieser Filme, die man nach kürzester Zeit mitsprechen kann, weil sich jede kleine Stelle blitzartig ins Gehirn fest meiselt. Leon der Profi brilliert durch eine intensive Story, die unter die Haut geht und mit unseren Gefühlen spielt, denn er schafft es, dass wir mit einem Mörder sympathisieren und die Cops verteufeln. Dieser Film überzeugt auch mit einem gigantischen Score und jeder einzelne Sound passt perfekt zum Bild. Obwohl der Film auch Action bietet, überzeugt er vor allem durch die wahnsinnig gut geschriebenen Dialoge und der überragenden Atmosphäre. Das Finale ist dann das Sahnehäubchen auf diesem Meisterwerk und spätestens wenn der Song Shape of my Heart von Sting ertönt, ist es um einen geschehen.

        Bei wem soll ich bloß anfangen zu loben? Der französische Schauspieler Jean Reno war schon vorher immer wieder positiv in Erscheinung getreten, aber in Leon der Profi liefert er das erste mal eine oscarreife Darstellung ab, weil er in allen Emotionen unglaublich überzeugend spielt. Man nimmt ihm diese Rolle total ab und besonders in einem emotionalen Dialog berührt er jedes mal mein Herz. Die beste schauspielerische Leistung liefert allerdings Gary Oldman als psychisch kranker Cop ab. So verdient sein Oscar für seine grandiose Verkörperung als Winston Churchill auch war, für diese Rolle hätte er bereits einen Oscar kriegen müssen. Er verkörpert einen der furchteinflößendsten Charaktere, den ich jemals in einem Film gesehen habe und egal wann er auftaucht, jedes mal schlottern mir die Knie. Natalie Portman liefert bereits im Kindesalter eine überragende Leistung ab, die ebenfalls oscarreif ist. Bei so viel Herzblut und Leidenschaft, die Portman in der Rolle als Mathilda darbietet, ist es nicht verwunderlich, dass aus ihr eine der besten Schauspielerinnen der Welt wurde.

        Fazit : Emotional, packend und in allen Facetten perfekt inszeniert. Leon der Profi wird für mich immer zu den besten Filmen aller Zeiten gehören. Der Film ist in jeder Szene perfekt, bietet das höchste, was Schauspielkunst bieten kann und hat ein überragendes Ende, welches man nicht mehr vergisst. Die Musik ist authentisch und stilvoll und die Actionszenen sind bodenständig und brillant. Wer Leon der Profi noch nie gesehen hat, muss das dringend nachholen, denn er gehört meiner Meinung nach zum Pflichtprogramm eines jeden Filmfans. Es kann für mich da nur die Höchstnote die geben.

        10/10

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        • 8

          Luc Bessons 90er Jahre Klassiker erzählt auf einfühlsame Weise die Geschichte eines Mannes, der im Herzen Kind geblieben ist und eines Mädchens, das viel zu schnell erwachsen werden musste. Unter tragischen Umständen kreuzen sich die Wege des Profikillers Léon mit der von ihrer Familie vernachlässigten Mathilda. Dies ist der Beginn einer der wohl ungewöhnlichsten Freundschaften, die je über die große Leinwand flimmerte.

          Hoch fliegt die Kamera zu Beginn über New York, das selten so europäisch aussah wie hier, und taucht anschließend mitten in die Lebenswelt Léons und Mathildas hinein. Das "ehrenwerte" Haus, das sie bewohnen, ist ein Hort der Gewalt und des Drogenhandels. Wer hier lebt, verschließt gerne Augen und Ohren davor, was nebenan vor sich gehen mag. So verwundert es nicht, dass die 12 Jährige Mathilda, die unter solchen Bedingungen groß wird, für ihr Alter erstaunlich abgebrüht erscheint. Während ihr eigener Vater seiner Rolle als fürsorglicher Versorger nicht gerecht wird, stößt sie bei der Suche nach Ersatz auf den mysteriösen Nachbarn, der sich hinter runden Sonnengläsern und einer Fassade der Gefühlskälte versteckt.

          Der Auftragsmörder Léon scheint zunächst nicht annähernd in das Profil des liebevollen Vaterersatzes zu passen. Nach und nach offenbart sich jedoch hinter den Mauern, die er um sich errichtet hat, eine emotionale, eine verletzliche Seite. Die Freundschaft der Beiden mutet zunächst wie eine bloße Zweckgemeinschaft an. Léon bewahrt das Mädchen vor dem sicheren Tod durch den skrupellosen Stansfield, der, obwohl mit staatlichem Segen agierend, eher wie ein gewissenloser Gangsterboss, denn als rechtschaffener Gesetzeshüter daherkommt. Im Gegenzug bringt das Mädchen Léon, der zwar ein Meister seines Fachs ist, ansonsten jedoch nur über wenig Bildung verfügt, Lesen und Schreiben bei. Schon bald erwächst aus diesem einfachen Deal jedoch eine innige Zuneigung. Während Mathilda sich mit lolitahaftem Charme an den reichlich überrumpelten Profikiller bindet, er ihr sein blutiges Handwerk lehrt und sie schließlich zu einer modernen “Bonny und Clyde" Variante werden, fiebert man gespannt dem nächsten Auftritt des Antagonisten entgegen, der sich zwischenzeitlich etwas rar macht. Sobald Stansfield allerdings erneut die Bühne betritt, gewinnt "Léon" zusätzlich an Spannung und Dynamik.

          Bessons Film besitzt ein unglaublich starkes Gespür für seine Figuren. Ihre Entwicklung ist jederzeit nachzuempfinden, all ihre Regungen sind hervorragend in Szene gesetzt. Neben seinem großen Dramaanteil ist "Léon" jedoch auch ein exzellenter Actionfilm von gesunder Härte und enormen Realismus, der mit einem mal schwelgerischen, mal vorpreschenden Score unterlegt ist.

          Getragen wird der Film dabei von einem großartigen Darstellertrio. Jean Reno verkörpert glaubhaft den etwas gutgläubigen Léon, der sich bei Bedarf in eine eiskalte Killermaschine verwandeln kann. An seiner Seite brilliert die junge Natalie Portman, die ihn neckisch umgarnt, ihre sexuellen Reize gekonnt ausspielt und schließlich das Herz des schweigsamen Mannes zu erwärmen weiß. Gary Oldman indes stellt auch hier wieder seine außergewöhnliche Wandlungsfähigkeit unter Beweis. Wer erlebt hat, was für gutherzige Charaktere dieser Mann spielen kann, wird kaum vermuten, dass es sich um den selben Schauspieler handelt, der hier den (welch Ironie!) pillensüchtigen Drogenfahnder gibt, für den das Morden nur den nächsten Rausch bedeutet.

          Kurz und gut - dieser Film hat seinen Klassikerstatus vollkommen zurecht inne. Zwar mag die bleihaltige Vater-Tochter-Beziehung mit vielen sexuellen Andeutungen aus heutiger Sicht vielleicht nicht mehr ganz so überraschend oder gar schockierend wie bei Erscheinen sein, dank starker Regie und ebenso starken Darstellern funktioniert diese einnehmende Gangsterballade jedoch noch immer ausgezeichnet.

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          • 9

            Top.
            ..."Keine Frauen, keine Kinder!".

            • 10
              intemporel 10.07.2018, 17:58 Geändert 10.07.2018, 18:04

              Was für ein Film.
              Meine Lieblingszene bis heute:
              Mathilda steht vor der Tür von Leon, Leon öffnet zaghaft die Tür
              ... und es werde Licht.

              Sting - Shape of My Heart (End Theme)
              https://www.youtube.com/watch?v=QK-Z1K67uaA

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              • 5
                Realizator 06.07.2018, 19:52 Geändert 06.07.2018, 19:52

                Der Film war damals ganz in Ordnung. Heute ist es ein bisschen doof

                • 8 .5

                  Léon - Der Profi
                  Definitiv ein Klassiker!
                  Die schauspielerische Leistung ist großartig und gut Besetzt! Jean Reno als Held liefert eine seiner besten Rollen! Gary Oldman ist als Bösewicht furchterregend und beweist einmal mehr, was für ein großartiger Schauspieler er ist. Natalie Portman ist auch mit ihrem sehr jungen Alter exzellent und bringt einen zum Weinen!
                  Die Geschichte ist wundervoll und nie langweilig oder schlecht.
                  Die Kameraführung ist für die damalige Zeit großartig.
                  Das Setting perfekt gewählt.
                  Einfach ein Klassiker, den jeder mindestens einmal in seinem Leben gesehen haben sollte!!!

                  • 9

                    top!

                    • Tres bien.

                      • 9 .5

                        So alle 4 bis 5 Jahre schaue ich mir diesen Film an. Warum? Weil er ein Meisterwerk ist, ein Film wie ihn Quentin Tarantino bestimmt gern einmal drehen würde - es aber in dieser Stringenz nie hinbekommen wird. Die 0,5 Punkte, die an den 10 fehlen, hat übrigens Jean Reno zu verantworten - in der ersten halben Stunde kaufe ich ihm nicht alle Gefühlsregungen ab ... danach steigert er sich allerdings enorm. Und Natalie Portman? Unglaublich, was dieser Teenager hier abliefert! Ich möchte nicht spoilern, könnte ja immerhin sein, dass es da draußen jemanden gibt, die/der diesen Film noch nicht gesehen hat. Falls ja, unbedingt nachholen! Spannung pur, Emotionen en gros, Kino at it's best. Absolute Empfehlung!

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                        • 10

                          Der Film ist einfach nicht wegzudenken. Hat mich damals sofort gefesselt. Selten so eine perfekte Balance aus emotionaler Geschichte und spannend inszenierter Darstellung gesehen. Kaum wieder erreicht.

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                          • 9

                            Was für ein Meisterwerk den hier Luc Besson geschaffen hat. Jean Reno mit seinen absoluten Höhepunkt seiner Karriere, der zugleich auch sein Durchbruch in Hollywood war.
                            Die 3 Hauptdarsteller Oldman, Portman und Reno sind hier das absolute Highlight, allein Oldman mimt hier einen Bösewicht für die Ewigkeit. Bei mir ist er unter den Top 3 Bösewicht Performances .
                            Sehr stimmig mit einem perfekten Ende, hätte aber auch gern ein anderes Ende gesehen.

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                            • 10

                              top

                              • 10
                                Sylar81 25.03.2018, 22:35 Geändert 25.03.2018, 23:16

                                Wenn ich an Jean Reno denk, denk ich immer an diesen Film.
                                Mit Natalie Portman ist es das selbe.

                                In diesem Film stimmt einfach alles vom Anfang bis hin zum Ende.
                                Man Fiebert am Anfang mit und denkt sich, mach doch einfach diese beschissene Tür auf und man Atmet dann einfach nur durch. Dann leidet man mit und hofft das beide irgendwie es schaffen um dann am Ende traurig da zu sitzen und man merkt wie eine riesige Gänsehaut den Körper überschwemmt durch die Endmusik und das immer wieder aufs neue obwohl man es kennt.

                                Für mich einer der ganz wenigen Filme die eine 10 bekommen.

                                Vermisse echt solche art Filme. Dieses Superhelden und SGI filme nerven mich langsam.

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                                • 8

                                  Nicht besser als Van Dammes “Leon“ aber auch sehr gut.

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                                  • 9

                                    Für mich ein Meisterwerk! Von der ersten bis zur letzten Sekunde ein grandioser Film. Jean Reno und Gary Oldman in ihren wahrscheinlich besten Rollen.
                                    Auch, wenn ich sagen muss, dass ich die Leistung von Gary Oldman sogar noch besser finde, als die von Jean Reno. Aber allgemein ist der Cast sehr gut gewählt. Top-Film!

                                    • 8 .5

                                      Ein Mädchen das mit ansehen muss, wie ihre Familie von einem korrupten Polizisten ermordet wird und danach bei einem Nachbar, der ein Profi Killer ist, zuflucht sucht. Tolle Musik, eine tolle junge Natalie Portman, hervorragender Jean Reno und ein grandioser Gary Oldmann. Abzug gibts, weil der Film anfangs manchmal etwas langatmig wirkt, wer hier jedoch als Zuschauer Geduld bewahrt wird wirklich eine Augenweide als Film zu sehen bekommen.

                                      Empfehlenswert

                                      • 8 .5

                                        Es kommt häufig vor daß einem bestimmten Schauspieler eine Rolle speziell auf den Leib geschneidert wird – in dem Fall war es Luc Besson der seinem alten Freund Jean Reno dieses Rollengeschenk machte. Jean Reno alleine ist der ganze Film wert da er seine Rolle mit Tiefe und allen vielseitigen Schichten zeigt – im Kampf eine präzise, furchtlose Killermaschine, im Alltag ein wortkarger, vom Leid gezeichneter Einzelgänger der für das Leben nicht viel übrig hat – solche Figuren gab es schon häufig auf der Leinwand, aber selten so eindrucksvoll. Ebenso verblüffend ist Natalie Portman in ihrem Leinwanddebüt als das wahrscheinlich frühreifste Gör der Filmgeschichte – dem Gegenüber steht Standardfiesling Gary Oldman der seine Bösewichtparade um ein weiteres Scheusal erweitert, dabei auch unentwegt dumme Sprüche reißt („Warum hast du ihn erschossen?“ „Der hat meinen Anzug versaut!“) ohne das der Film flach wird. Die Killer / Kind Beziehung ist alles in allem ein geschlossenes, todernstes Drama mit schmerzhaftem Ende. Wer Action will muß ein wenig zurückstecken: abgesehen vom heftigen Auftakt wirds erst beim gigantischen Showdown in dem sich Leon mit einer ganzen Polizeistaffel anlegt richtig heftig – aber da werden dann keine Wünsche offen gelassen. Eines ist aber zu beachten: wenn man diesen Film sieht sollte man darauf achten daß es die 20 Minuten längere „Directors Cut“ Fassung ist – da bekommt die für mich und meinen ehemaligen Mathe-Tischnachbarn Adam zum Kult gewordene „Ring Trick“ Szene mehr Sinn.Fazit: Brachiale Action und ein todernstes Drama perfekt verschmolzen, getragen von fantastischen Darstellern

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                                        • 9 .5

                                          https://www.youtube.com/watch?v=WNWr7d1dNSA
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                                          Unterlegt mit Musik der zauberhaft-einmaligen Björk und ihrem Hit "Venus as a Boy", welcher als Hintergrundsong tatsächlich auch kurz im Film vorkommt, feiere ich unter Verwendung dieses Tribute-Zusammenschnitts den Umstand, dass "Léon - Der Profi" endlich bei >They Shoot Pictures, Don't They? Die 1000 größten Filme aller Zeiten< aufgenommen wurde. Macht ihr mit? ;)

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                                          Ausführlicherer Text:
                                          https://www.moviepilot.de/liste/they-shoot-pictures-don-t-they-laut-kritikern-die-1000-besten-filme-der-welt-balticinemaniac/comments/1797570

                                          TSPDT-Liste:
                                          https://www.moviepilot.de/liste/they-shoot-pictures-don-t-they-laut-kritikern-die-1000-besten-filme-der-welt-balticinemaniac

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                                          • 7 .5

                                            Sehr schöner Film! ;)

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                                            • 8 .5
                                              Kritiker56 22.01.2018, 20:27 Geändert 22.01.2018, 20:29

                                              Ich hatte den Film damals schon kurz nach der erscheinen auf Video gesehen, aber ich hatte ihn nach der langen Zeit falsch in Erinnerung, oder mein Filmgeschmack hat sich seitdem geändert. Auf jeden Fall habe ich mich heute noch einmal an ihn herangewagt und die Bewertung nach oben korigiert.
                                              Man sollte nie den Fehler machen, den Film zu hinterfragen, er hat zu viele Logiklöcher und natürlich bildet keiner eine 12jährige zur Killerin aus.
                                              Auf jeden Fall zog der Film mich in seinen Bann, man merkte sofort, dass hier kein Amerikaner die Regie übernahm, die ganze Drehweise ist einfach anders.
                                              Die Leistung von der jungen Natalie Portman fand ich gleich zu Beginn schon sehr beeindruckend. Jean Reno macht seine Sache ganz gut, aber mimische Höchstleistungen darf man von ihm einfach nicht erwarten, auch wenn ich persönlich seine Filme mag. Da hat mir Gary Oldman in der fiesen COP-Rolle schon besser gefallen.
                                              Für mich war aber auch der Soundtrack maßgebend, daß ich bis am Ende bei der Stange blieb. Ich habe die 30minütige längere Directors Cut Fassung gesehen, die von den Fans auch empfohlen wird. Vielleicht ist sie ja tatsächlich besser, als die damalige Fassung, die ich vor über 20 Jahren mal sah. Mich hat Leon beeindruckt und kann ihn wärmstens empfehlen.

                                              • 10

                                                SPOILER

                                                Perfektes Schauspiel.
                                                Für welchen Film ich Luc Besson liebe? Für „Im Rausch der Tiefe“ (Le Grand Bleu, 1988), für „Nikita“ (Nikita, 1990), für „Das fünfte Element“ (Le Cinquieme Element, 1997) und für „Johanna von Orleans“ (The Messenger: The Story of Joan of Arc, 1999). Alle diese Filme zeugen von einem großartigen visuellen Verständnis und werden doch für immer im Schatten des Filmes stehen, den er 1994 vollendete: „Leon-Der Profi“ (Leon). Dieser Film gehört nun schon über zwanzig Jahre meinen ewigen Favoriten an und ich sehe keinen Grund, dass sich das jemals ändern wird. Ist dieser Film perfekt? Nein, da wird man andere Beispiele finden. Aber für mich ist er es, und schön, dass ich mit dieser Meinung nicht allein dastehe. Ich erinnere mich, als „Leon“ damals ins Kino kam, gab es durchaus lobende Erwähnungen, aber auch vernichtende Urteile der Kritik: Zu unrealistisch sei die Darstellung einer Zwölfjährigen, die an dem Mörder ihrer Familie Rache nehmen wolle; Nathalie Portman mache ihre Sache nicht schlecht, aber könne gegen diese Schwäche des Drehbuchs nicht anspielen. Sicher, Tatum O´Neill macht ihre Sache sehr gut in „Papermoon“(Paper Moon, 1973), auch Jodie Foster spielt ganz eindringlich in „Taxi Driver“ (Taxi Driver, 1974) und Kirsten Dunst ist wirklich erstaunlich souverän in „Interview mit einem Vampir“ (Interview with the Vampire, 1994). Aber hier und jetzt stelle ich folgende These auf: Nathalie Portmans Darstellung der kleinen Mathilda Lando ist die beste Leistung einer Schauspielerin diesen Alters. Die Zeit gibt mir in gewisser Weise schon recht: Längst ist der Film Kult und schon seit vielen Jahren ein Klassiker, und das ganz gewiss nicht zuletzt wegen der lupenrein grandiosen Performance Portmans.
                                                Leon, der von Jean Reno gespielt wird, ist ein Auftragskiller in New York und wird zu Beginn des Films durch den Spion seiner Tür Zeuge an einem Massaker: In der Nachbarwohnung rottet Gary Oldman als korrupter Drogenfahnder Norman Stansfield die Familie Mathildas aus, weil ihr Vater unterschlagenes Drogengeld nicht zahlen konnte. Mathilda selbst ist einkaufen gegangen, kommt nun die Treppe hoch, sieht aus dem Augenwinkel, was geschehen ist, und geht gleich an ihrer Wohnung vorbei - auf die Haustür Leons zu. Sie klingelt, Leon lässt sie nach einigem Zögern eintreten, und von diesem Moment an werden die beiden sich nicht wieder loslassen. Schnell findet Mathilda heraus, was Leons Job ist, und wird ihn bitten, ihr das Töten beizubringen, damit sie Rache für ihren kleinen Bruder nehmen könne (dem einzigen, der ihr aus der Familie etwas bedeutet hat), sie im Gegenzug werde ihm Lesen und Schreiben beibringen und ihm im Haushalt helfen. Leon willigt ein. So moralisch fragwürdig dieses Abkommen natürlich ist, genauso subtil aber wird es gezeichnet: Langsam und Schritt für Schritt kommen die beiden sich näher. Sie leben und lachen zusammen, organisieren ihren Alltag und Leon wird zum ersten Mal spüren, wie schön es ist, für jemanden da zu sein und Mathilda erfahren, respektvoll behandelt zu werden. Wenn Mathilda auf dem Dach eines Hochhauses schließlich das Schießen übt, mit Farbpatronen selbstverständlich, sind wir schon längst Komplizen der beiden und stellen auch das nicht mehr in Frage.
                                                Für die Eltern von Nathalie Portman war das Drehbuch ein Schock. Aus über tausend Mädchen hatte Luc Besson sie ausgewählt, beim Casting war sie elfeinhalb Jahre alt. Besson setzte sich mit den Eltern zusammen, diskutierte mit ihnen, was im Drehbuch bleiben, aber auch, was nicht unbedingt gedreht werden musste. Dass zum Beispiel Portman im Film raucht, ist wichtig, weil der positive Einfluss Leons auf Mathilda seinen Ausdruck finden muss: Für ihn gibt sie es auf. An der Figur des unzerstörbaren Leon reizte Besson, ihren wunden Punkt zu finden. Und wenn Leon von einem Auftrag nach Hause kommt und er zum ersten Mal im Film eine blutige Wunde davonträgt, wissen wir, was Besson als seine Schwäche ausfindig gemacht hatte: das zwölfjährige Mädchen Mathilda. Sie macht ihn schwach, weil die Liebe zu ihr zum ersten Mal in ihm etwas aus- und auflöst.
                                                Auch gibt es einen sexuellen Unterton in der Beziehung zwischen den beiden, der aber immer den richtigen Klang findet. Die pubertierende Mathilda reizt Leon zwar, der aber zeigt sich eher überrascht und überfordert, sexuelle Gefühle scheinen ihm fremd zu sein. Die Liebe, die er für Mathilda spürt, ist wie die zu einem eigenen Kind. Es ist also kein Film über eine verbotene, sondern ein Film über die Kraft der Liebe: Während sie Mathilda stark macht, macht sie Leon schwach. Aber über diese Schwäche legt sich immer auch eine Poesie.
                                                Kommen wir zum Finale von „Leon" und hier im Besonderen zum Schauspiel Portmans. Kennen Ihr das: Eine handwerkliche Ahnung zu haben, wie eine Schauspielerin oder ein Schauspieler etwas spielt? Das Gefühl zu haben: Ja, da habe ich eine Idee, wie man das spielen könnte? Hier aber bleibe ich rat- und sprachlos zurück und staune noch schnell, bevor die Bewunderung einsetzt.
                                                Mathilda und Leon werden von Norman Stansfield (längere Klammer: Hier ist es wirklich an der Zeit, Gary Oldman zu loben. Er macht Stansfield zu einem der widerlichsten, krankhaftesten Bösewichtern der Filmgeschichte. Für Besson war es Liebe auf den ersten Blick. Sie gingen gemeinsam essen und setzten laut Besson den Vertrag auf einem Papiertischtuch auf. Oldman hatte zu diesem Zeitpunkt keine einzige Zeile vom Drehbuch gelesen.) in die Ecke gedrängt, denn längst hat er begriffen, dass die beiden eine Gefahr für ihn sind. So treibt er eine Hundertschaft Polizisten herbei und kesselt Mathilda und Leon in ihrer Wohnung ein. Leon tötet einen nach dem anderen, für Mathilda gibt es aber schließlich nur noch den Lüftungsschacht als Ausweg. Leon ist zu groß für diesen Schacht. Er hebt Mathilda in das Loch und die begreift plötzlich, dass es ein Abschied wird: „Leon, it´s not big enough for you, it´s barely big enough for me“, sagt sie unter Tränen und will Leon nicht verlassen. Leon kann sie beruhigen, sagt ihr, wie sehr er ihr danke für alles, was sie getan habe, für alles, was sie für ihn sei: „You gave me a taste of life!“ Im Gegenschnitt bereiten die Polizisten in Zeitlupe den Großangriff mit einem Arsenal an Waffen vor. „I love you, Mathilda.“ „I Love you, too, Leon.“ Und dann verschwindet Mathilda in dem Schacht - sie wird Leon nicht mehr wiedersehen. Leon zieht sich kurz darauf die Uniform eines toten Polizisten über, versucht sich, mittlerweile schwer verletzt, aus dem Gebäude zu retten, Stansfield aber erkennt und erschießt ihn. Leon drückt den über ihm stehenden Stansfield mit letzter Kraft den gezogenen Ring einer Handgranate in die Hand. „This is from...Mathilda.“ Beide finden in der Explosion den Tod. Mathilda gelingt die Flucht, sie wird in einem Heim aufwachsen.
                                                Johnny Depp wird folgendes Zitat zugesprochen: „Sollte ich jemals einmal perfekt spielen, ich würde sofort aufhören mit der Schauspielerei.“ Genau dann, wenn Portman „Leon, it´s not big enough for you“ sagt, sehen wir solch einen perfekten Moment. Hoffen wir also, Nathalie Portman hat sich das Finale von „Leon“ niemals angeschaut.

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                                                  Selten war ich so begeistert.Der Film hat alles was ich mir von einem guten Streifen wünsche.Humor(Restaurant Szene-Directors Cut),Begeisterung,Spannung,tolle Freundschaft.Einfach alles.In den Neunzigern,sind in der Tat die besten Filme entstanden.
                                                  Heute findet man solche Perlen fast gar nicht mehr.
                                                  Leon der Profi,ist ein Film,den man als Filmfan, so wie ich es einer bin,gesehen haben muss.
                                                  Unbedingt den gut zwanzig Minuten längeren Directors Cut ansehen.
                                                  Da wird nämlich die emotionale Bindung,zwischen Leon und Matilda ausführlicher und emotionaler dargestellt.

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                                                    Auch wenn das Wort ausgelutscht klingt, dieser Film ist ein Meisterwerk.
                                                    Nach längerer Zeit mal wieder geschaut und der ging runter wie Butter.
                                                    Legt sofort richtig los und hat so viele geniale Stellen. Herausragende Arbeit der Regie und Darsteller. Das einzige, womit ich seit Jahren nicht so warm werde ist die Figur Mathilda. In einigen Szenen finde ich sie leider nervig.

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