Scarface - Kritik

Scarface

US · 1983 · Laufzeit 170 Minuten · FSK 18 · Kriminalfilm, Drama · Kinostart
Du
  • 5 .5

    Scarface (1983) von Brian De Palma (Regie) und Oliver Stone (Drehbuch) gilt als einer der ganz großen Gangsterfilme. Das kann ich leider nicht ganz nachvollziehen.

    Tony Montana (Al Pacino) ist ein kubanischer Einwanderer, der schnell in der Drogenmafia aufsteigt und immer mehr will. Zum Beispiel die Frau (Michelle Pfeiffer) seines Bosses Frank.

    Pacinos Schauspiel ist großartig, aber als Hauptfigur funktioniert Tony Montana meiner Meinung nach nicht. Er ist ein gewalttätiger, sexistischer, nicht sonderlich kluger, drogensüchtiger Psychopath. Als Charakter ist das interessant, aber als Hauptfigur? Er hat keinerlei ausgleichende, positive Charakterzüge, außer vielleicht dass er Kinder und seine Schwester mag, aber letzteres ist letztlich auch kein positiver Ausgleich. Wie soll man sich da in ihn reinversetzen. Er kommt auch anderen Charakteren in Dialogen nicht entgegen, weswegen ich nicht verstehe, wie er in Franks Gunst gelangt. Er ist einfach zu unsympathisch. Außerdem durchgeht er keine Entwicklung. Am Ende des Films ist er eigentlich immer noch genau so wie zu Beginn, na gut etwas unglücklicher.

    Der Film hat eindeutig seine Glanzmomente, einige sehr gute und spannende Szenen. Zum Beispiel haben mir die mit der Kettensäge, das Attentat auf Tony und seine Folgen, die beim Kartell in Kolumbien, die mit der Autobombe und das Finale sehr gefallen.
    Auch in Sachen Optik, Kamera und Atmosphäre weiß er zu überzeugen. Die Darstellung von Gewalt ist ebenfalls sehr stylisch. Ich würd ihn so gern mögen, aber...
    Mit fast drei Stunden ist er einfach zu lang für das was er erzählt. Einige Szenen führen zu nichts oder ziehen sich in die Länge. Hier hätte man im Schnitt noch etwas aufräumen müssen. Die Handlung ist ziemlich straight forward. Aufstieg -> Fall. Das ganze ist leider sehr vorhersehbar. Es gibt keinerlei Überraschung.
    Der Sideplot mit Michelle Pfeiffer endet etwas abrupt.

    Echt schade. Hätte man das ein oder andere rausgeschnitten könnte Scarface trotz unsympathischem Hauptcharakter. Der ikonische Status wundert mich ein wenig. Haben sich nicht mehr Leute gelangweilt?

    • 5 .5

      Extrem zäher Streifen mit ermüdend, hölzernen Dialogen. Einzig unterhaltend ist die Charakterdarstellung Pachinos , welche zeitweise aber auch zu drüber ist...

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      • 7 .5

        Oft als Kultfilm gennant. Mir ist dieser jedoch nicht so in Erinnerung geblieben.
        Sollte man aber sehen.

        • 10
          Khazad-dum 03.05.2018, 23:05 Geändert 03.05.2018, 23:08

          Ok Conjo s, ich sitze hier gerade mit meinem guten Freund, welcher Scarface genau so hart feiert, wie ich es tue. Wir haben uns gerade auf Netflix, aus jucks die neue Synchro gegeben (ca. 3 Minuten lang). Anschließend das Internet durchsucht, bezüglich der neuen Synchro, Fehlanzeige. Dann gingen wir über zu Moviepilot und gönnten uns 10 Seiten Kommentare. Mal abgesehen von den Dorftrotteln, welche den Film nicht verstanden haben und hier 5 Punkte geben, kann man drüber hinweg sehen. Plötzlich haben wir Kommentare mit 0-2 Punkte gefunden und uns den Inhalt dieser durchgelesen. "… euch begraben wir ihr Kakerlaken, ihr abgefuckten Mumien! " Meilenstein der Filmgeschichte!

          3
          • 9 .5

            Fazit: Mittlerweile hat "Scarface" keinen schlechten Ruf mehr und wurde als wichtiger Film für das Gangstergenre anerkannt. Das ist auch sehr gut so, denn es ist berechtigt. Das Drehbuch kann vollkommen überzeugen und besticht gerade durch seine Authentizität. Die Darsteller spielen sehr gut, aber allen voran ist Al Pacino einfach genial. Die Figurenzeichnung ist sehr gut gelungen, die Inszenierung absolut stark und die Atmosphäre ziemlich bitter. Der Unterhaltungswert ist sehr gut, kleine Längen sind zwar vorhanden, aber trotzdem langweilt man sich über die lange Laufzeit kein einziges Mal. Dazu kommt noch eine gute Portion Gewalt und ein stimmiger Score. Alleine für Tonys Abgang liebe ich diesen Film!

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            • 10

              ZDF kürzt die krassen Kokssszenen von Scarface

              vor ein paar tagen lief der Film tatsächlich nachts im Zdf. Ich dachte mir klar den guckste dir an haste ja schon seit 10 Jahren nicht mehr gesehen.
              Hab zwar die erste Stunde verpasst aber der geht ja 170 Minuten.
              Im letzten drittel des Films fährt sich Tony Montana ja unmengen von Koks ein.
              Alle diese Szenen wurden rausgeschnitten. Ich konnte es nicht fassen und dachte mir meinen Teil.....

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              • 8
                Filmsuechtiger: Filmsucht.org 15.03.2018, 17:11 Geändert 15.03.2018, 19:18

                [...] Schon das Original sorgte mit seiner Rasanz und der Gewaltdarstellung für Aufregung unter Zeitgenossen, doch De Palmas Adaption des Stoffes wurde noch in weitaus größerem Umfang als brutal und sogar gewaltverherrlichend gebrandmarkt. Allerdings unterscheidet sich der Gewaltgrad von Scarface nicht merklich von ähnlichen Produktionen - er wirkt lediglich aufgrund der kompetenten Inszenierung härter.

                Das beste Beispiel liefert die berühmt-berüchtigte Szene, in der ein Gangster von Konkurrenten in einer Apartmentdusche mit einer Motorsäge getötet wird. Was brutal klingt und sich auch so anfühlt, ist eigentlich eine Verbeugung De Palmas vor seinem Idol Alfred Hitchcock und dessem ikonografischen Duschmord in Psycho. Beide Sequenzen arbeiten auf eine ähnliche Weise und zeigen zu keiner Sekunde, wie das Mordinstrument den Körper des Opfers berührt - grafische Gewalt findet also gar nicht statt. In Psycho erzeugt erst der im Wortsinne messerscharfe Schnitt die Bilder im Kopf des Zuschauers, in Scarface bekräftigen das entsetzte Gesicht Pacinos und ein blutiger Duschvorhang das nicht sichtbare Geschehen. Durch den omnipräsenten Nihilismus und die harte Sprache der Gangster erhält De Palmas Werk einen agressiven, erbarmungslosen Tonfall; ein grausamer Film ist Scarface jedoch nicht.

                Auch am expressiven Schauspiel von Hauptdarsteller Al Pacino scheiden sich die Geister seit der Veröffentlichung, doch setzt Pacino wirklich auf konsequentes Overacting, weil er nicht subtiler spielen kann? Bei der Betrachtung sollte nicht vergessen werden, dass Tony Montana selbst ein Schauspieler ist, wie er selbst zu Beginn des Films zugibt: "I watch the guys like Humphrey Bogart, James Cagney. They, they teach me to talk. I like those guys." Montana, der nur mit der Kleidung auf seiner Haut in die Vereinigten Staaten immigriert, besitzt nichts außer seinem Ego. Es ist die einzige Waffe, die er ausspielen kann, um sich Vorteile zu verschaffen und sich gleichermaßen [...]

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                • 10

                  Absolut unnötig, noch irgendetwas zu diesem Film zu sagen.
                  Nachdem ich aber endlich die 163 Minuten-Version in die Hände bekommen habe, wurde zeitgleich die längst überflüssige Sichtung auf Englisch von mir in Angriff genommen und mal wieder war ich komplett geflashed.
                  Grade das Englisch mit dem Latino-Akzent kommt richtig geil.

                  Wenn es um Scarface geht bin ich ein Film-Nazi, der keinerlei Meinungsfreiheit duldet. Diesen Streifen zu kritisieren sollte ein Straftat sein und / oder den Besuch eines lateinamerikanischen Killerkommandos nach sich ziehen.

                  Und jedes mal hasse ich den hinterlistigen Pumpgun-Typen aufs Neue.

                  Mein Name ist El Turco66 und ich bin ein Scarface-Fanboy.

                  Schlicht und ergreifend ein episches Stück Kinogeschichte, ihr Putas.

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                  • 5

                    Ziemlich übertrieben,vor allem das Ende.Unzählige, schießen auf einen und kein einziger ist in der Lage,ihm einen tödlichen Schuss zu verpassen.Erst der,was hinter ihm kommt schafft dies.So was dämliches habe ich selten gesehen.Dank der guten Atmosphäre,ist er aber dann doch noch halbwegs erträglich.

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                    • 6

                      Al Pacino ist in meiner Skala der beliebtheit deutlich hinten auch wenn er für viele eine bedeutene Filmikone ist. Pacino stoßt mit seiner Darstellungen und dessen was er rüberbringt viel zu oft an meine Grenzen und besonders in Scarface geht mir dieser Machoverschnitt der sich langsam hocharbeitet und nebenbei sogut wie jedes Klischee aufgreift am meisten auf den Nerv. Wirklich abfällig tut das dem Narbengesicht sicher nicht den viele unterhaltsame Szenen kommen immer wieder gut durch, würde sich das ganze nur nicht dermaßen in die Länge ziehen und die Langeweile immer wieder auf mich einstürzen lassen.

                      6/10 P.

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                      • 8

                        Miami in den 80ern... einfach geil. Ocean Drive, heisse Mädels, dicke Schlitten, Hawai-Hemden, keine Wolken am Himmel. Der Film transportiert dieses Feeling eindrucksvoll auf die Leinwand. Dann die Disco-Szenen, pink, grell, laut... herrlich.
                        Optisch ein absoluter Augenschmaus. Man kriegt direkt Bock in den Flieger zu steigen. Oder besser mit der Zeitmaschine zurück in die 80er...
                        Ansonsten ein klassischer Gangsterfilm, sehr brutal, gute Charaktere, leider einige Längen... den absoluten Kultfaktor konnte ich zwar nie ganz verstehen, aber verdammt gut ist er allemal.
                        Und er ist fast wie eine Doku. Miami in den 80ern war wirklich schlimm. Tote jeden Tag. Trotz der Sonne, der Mädels, den Hawai-Hemden.
                        Scarface gehört schon zu den Filmen die jeder mal gesehen haben muß. Das steht fest.

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                        • 4 .5
                          J.F.Lannister 18.10.2017, 03:23 Geändert 18.10.2017, 04:02

                          Mit "Scarface" revolutionierte Brian De Palma das Gangsterfilmgenre, aus heutiger Sicht muss ich allerdings feststellen: Entweder habe ich mich aufgrund neuerer Gangsterfilme mittlerweile an diesem Stil sattgesehen oder diese Gangsterfilme fallen tatsächlich besser aus als "Scarface" selbst.

                          Brian De Palma erzählt in unfassbar langen 160 Minuten von einem kriminellen Kubaner in den USA, seinem Aufstieg vom Tellerwäscher zum Millionär und seinem anschießenden Fall. Warum muss der Film so aufgeblasen werden, wenn er sichauf seine Hauptfigur konzentriert und die Nebenfiguren nur als Actio-Reactio-Schemata in seinem Umfeld fungieren? Hier wird schließlich keine komplexe Familiengeschichte wie in "Der Pate" oder "Goodfellas" erzählt, was die Laufzeit rechtfertigen würde. 160 Minuten muss ich einem unsympathischen Arschloch beim Leben zusehen, von Al Pacino zwar meisterhaft gespielt, aber ich kann mir wahrlich etwas Spannenderes und Interessanteres vorstellen! Etwas fragwürdig wird es zudem, wenn Tony Montana zum Schluss einer Jesus-Figur gleich in seinen Tod stürzt und so von De Palma unweigerlich auf ein Podest gestellt wird.

                          Über die Jahre hinweg avancierte "Scarface" zum Kultfilm, die aufstrebende Hip-Hop-Szene der 80er- und 90er-Jahre machte sich Tony Montana zum Vorbild, Rockstar setzte dem Film mit ihrer GTA-Reihe schließlich ein Videospiel-Denkmal. Jeder von uns hat wahrscheinlich irgendwann einmal in einem GTA-Spiel sinnlos um sich geballert und Autos gestohlen, jedoch würde ich nur "GTA Online" als wirklich gelungenen Teil der Reihe bezeichnen. Hier steht im Gegensatz zu den anderen Spielen der Spaß mit Freunden und anderen menschlichen Mitspielern im Vordergrund.

                          Im Nachhinein kann man eigentlich nur froh sein, dass Harmony Korine und James Franco sich der Sache mit "Spring Breakers" annahmen und "Scarface", Tony Montana und der Popkultur satirisch den Spiegel vorhielten.

                          "I got Scarface. On repeat. Scarface on repeat! Constant, y'all!"

                          https://www.youtube.com/watch?v=kTt-2H5SntE

                          Dem Remake stehe ich aufgrunddessen sehr aufgeschlossen gegenüber, "Scarface" benötigt meiner Meinung nach dringend eine Frischzellenkur. David Ayer hätte das denke ich sehr gut hinbekommen. Wenn ich allerdings lesen muss, dass sich die Produzenten von Ayer getrennt haben, weil ihnen sein Skript zu düster ausgefallen ist, dann halten sich meine Hoffnungen auf ein überzeugendes Remake leider in Grenzen.

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                          • 7

                            Ja ist schon sehr brutal, obwohl Pacino groß aufspielt, die Musik kann man mögen , mir aber nicht so, Miami Stimmung großartig aufgefangen.

                            • 7

                              Da klebt mal wieder der unabwaschbare Stempel "Klassiker" drauf - und egal wie sehr ich den Film jetzt zerreisse, diesen Stempel wird er unweigerlich behalten. Na gut, seis drum, sei ihm gegönnt. Mir persönlich hat das blutige Gangsterepos nicht wirklich gefallen, ich fand es zu lang und zu brutal. Das einzige was mich wirklich bei der Stange gehalten hat ist die hervorragende Performance von Al Pacino und es ist durchaus witzig all die ganzen Stars ein paar Jahre jünger zu sehen - das wars aber auch schon. Was ich aber durchaus beeindruckend fand ist das bluttriefende finale Blutgericht auf das der Film unweigerlich hinausläuft - insbesondere in diesem Massaker läuft Pacino zu sagenhafter Bestform auf. Wenn also jemand einen Sinn für Klassiker und 2 1/2 Stunden Zeit hat kann er hier ja mal nen Blick riskieren
                              Fazit: Al Pacino in einer seiner besten Rollen - der Film selbst, ein brutales Gangsterepos gefällt mir aber trotzdem nicht so wirklich!

                              • 10

                                Ich weiß gar nicht, ob man bei Al Pacino überhaupt von einer Paraderolle sprechen kann. Der Mann hat so viele unglaubliche Rollen gespielt, dass man gar nicht von DER einen Paraderolle sprechen kann. Eine davon hat er auf jeden Fall in Brian De Palmas Meisterwerk Scarface verkörpert. Oliver Stone hat dazu noch das Drehbuch geschrieben. Natürlich ist Scarface, wie sollte es auch anders sein, einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Allein der Satz "Say Hello to my little Friend" ist weltweit bekannt und noch heute ist Scarface einer der besten Gangsterfilme aller Zeiten.

                                Tony Montana kommt aus Kuba als Flüchtling nach Florida. Viele dieser kubanischen Flüchtlinge sind schwere Straftäter. Tony möchte in den Staaten Fuß fassen. Allerdings als Gangster. So bekommt er auch schnell seinen ersten Mordauftrag und arbeitet sich vom kleinen Handlanger, bis zum großen Drogenboss nach oben. Doch auf dem Weg dahin geht er über viele Leichen und so etwas wie Skrupel kennt er nicht. Nicht mal vor seinen engsten Vertrauten.

                                Es ist wieder so ein Film, bei dem ich einfach nichts negatives finden kann. Der Film fühlt sich fast schon wie ein Scorsese Film an, weil er so brillant das Gangster Milieu beleuchtet, dass sich das Ganze total echt anfühlt. Der Soundtrack ist natürlich auch brillant und passt immer perfekt zu den Geschehnissen. Teilweise ist der Film unbeschreiblich brutal, weswegen er früher nicht mal eine FSK Freigabe hatte. In Scarface gibt es wirklich keinerlei Harmonie. Alles ist dreckig, korrupt und blutrünstig. So, wie man es von einem Gangster Epos erwarten darf.

                                Was Al Pacino beim Finale für eine Performance hinlegt ist im höchsten Maß überragend. Genau für solche Momente wurde der Begriff "One Man Show" erfunden. Aber nicht nur beim Finale, auch über den gesamten Film spielt Pacino Weltklasse. Er ist so überzeugend, dass ich richtig Angst vor Tony Montana bekam. Pacino verkörpert einen bösartigen, tyrannischen und psychopathischen Protagonisten, der wirklich keinerlei sympathische Züge inne hat und dennoch ist Montana eine beeindruckende Persönlichkeit. Scarface ist aber auch kein Film, in dem es irgendwelche Helden oder "nette" Menschen gibt. Jeder ist korrupt, mörderisch und bösartig. Der einzige, halbwegs sympathische Zeitgenosse war Manny, der großartig vom eher unbekannten Steven Bauer verkörpert wurde. Er hat zumindest eine nette Ausstrahlung und wirkt nicht in jeder einzelnen Sekunde angsteinflößend wie Tony. Die junge Michelle Pfeiffer beeindruckt mich auch jedes mal, vor allem mit was für einer Selbstverständlichkeit sie sich Tony entgegen stellt. Ein paar Gesichter dürfte der ein oder andere auch noch kennen, wie zum Beispiel F. Murray Abraham (Amadeus), Robert Loggia (Independence Day) oder Harris Yulin (Ghostbusters 2), die allesamt großartig aufspielen.

                                Fazit : Brillant, extrem brutal und beängstigend. Scarface ist ein weiterer Meilenstein der Filmgeschichte und Al Pacino, der zuvor schon zu den Besten gehörte, übertraf sich selbst nochmal um ein Vielfaches. Absolut unverständlich, dass der "Meister des Schreiens" hierfür keinen Oscar bekommen hat, denn mehr kann man für die begehrte Trophäe eigentlich nicht tun. Scarface ist ein Mafia-Meilenstein, der für mich durchaus mit dem Paten auf eine Stufe gestellt werden darf. Dieser Film gehört für mich zum "Pflichtprogramm" eines jeden Filmfans.

                                10/10

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                                • 8

                                  Wenn jemandem Scarface nicht gefällt, dem lege ich dringend nahe den Film im Originalton anzusehen. Scarface lebt von seinen Dialogen, deren Mundart und der stimmlichen Leistung von Al Pacino. Eigentlich bin ich niemand der behauptet, man müsse alle Filme im Original sehen, da deutsche Fassungen meist sehr gut sind. Aber der wahre Charme von Scarface liegt nun mal in der stimmlichen Darbietung seines Hauptdarstellers. Viele der Dialoge lassen sich auch gar nicht authentisch übersetzen, ohne viel von sich selbst einzubüßen. In der deutschen Fassung verliert sich viel von dem was diesen Film so großartig macht. Das soll man mir nun nicht einfach glauben sondern gefälligst selbst ausprobieren.

                                  "What you lookin' at? You all a bunch of fuckin' assholes. You know why? You don't have the guts to be what you wanna be? You need people like me. You need people like me so you can point your fuckin' fingers and say, "That's the bad guy." So... what that make you? Good? You're not good. You just know how to hide, how to lie. Me, I don't have that problem. Me, I always tell the truth. Even when I lie. So say good night to the bad guy!"

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                                    konkalit 31.05.2017, 00:53 Geändert 31.05.2017, 01:00

                                    >>"Versuch doch mal deinen Kopf in deinen Arsch zu stecken, dann siehst du ob er da rein passt"<< Eine flapsige Antwort Tonys zu unfreundlichen Kolumbianern die in ihrer simplen Schlagfertigkeit genauso wie der Film daher kommt. Vergessen sind all die guten Mafia-Ehre und Gangstermanieren eines ehrenwerten Dons. Pacinos brilliantes Schauspiel als Tony Montana lässt ihn in all seiner Brutalität, Arroganz, Vulgärsprache, Machogebahren und Machtgeilheit zum absoluten Gegenentwurf eines Michael Corleone und Sympathieträger werden. Sein Weg in die Sub und Popkultur als Idolbild des starken, unbeisegbaren, skrupellosen Drogenbosses Montana hält durchaus den Vergleich mit seinem realen Vorbild Escobar stand denn dieser wurde auch in seiner Heimat als Held gefeiert da er durchaus großzügig die arme Bevölkerung Kolumbiens unterstützte.

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                                      Malik 22.05.2017, 14:40 Geändert 22.05.2017, 14:44

                                      "Glaubst Du ich lege zwei Kinder und ne Frau um????

                                      Ich brauche so ne Scheisse in meinem Leben nicht!"

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                                      DePalmas aufwühlende Mixtur aus Einwandererdrama und klassischer Gangsterballade wurde nur allzu oft als das verkannt, was sie eigentlich ist:

                                      Eine Metapher auf die uralte Weisheit, dass Verbrechen sich am Ende nicht lohnt.

                                      Selbst der abgebrühte, brutale Montana erreicht schliesslich den Punkt, an dem sein letzter Rest Menschlichkeit und Ehre ihm angesichts der immer perverser werdenden Anforderungen seines Verbrecherdaseins Grenzen setzen.

                                      Mit zutiefst verhängnisvollen Folgen.

                                      Ob Alex deLarge, Hando oder eben Tony Montana.

                                      "Scarface" (1983) teilt bis heute das Schicksal mehr oder weniger berühmter Filmkollegen, dass er in seiner erzählerischen Intention von einem teilweise dummen Publikum vorsätzlich fehlinterpretiert wurde.

                                      Anstatt den skrupellosen aber ungeheuer energischen Schwerbrecher Tony zum Ausklang als den menschlichen Verlierer zu sehen, der er immer war wurde Pacinos bellende und geifernde Darstellung, der blutige Weg Montanas zu scheinbar unbegrenzter Macht, von nicht wenigen zum Kult stilisiert.

                                      Das kann man De Palmas Meisterwerk nun wirklich nicht vorwerfen.

                                      Und wer mit wacher Intelligenz, Vorstellungskraft und kritischem Geist Aufstieg und Fall des Tony Montana verfolgt wird mir mit Sicherheit darin beipflichten, dass "Scarface" vor Allem eines ist:

                                      Eine blutige, gewaltvolle Parabel auf menschliches Scheitern im Angesicht ohnmächtiger Gier.

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                                      • 8 .5

                                        nominiert für die goldene himbeere "schlechteste regie". sagt mehr über den preis aus, als über den film.

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                                          RoboMaus 05.04.2017, 21:52 Geändert 07.04.2017, 07:03

                                          So gut wie 'Der Pate' (1972)...........
                                          .............und konsequenterweise 5/10. Nach über dreißig Jahren musste ich endlich in Erfahrung bringen, was an diesem gefeierten Klassiker dran ist, doch die Überraschung blieb aus.

                                          Ich gebe es gerne zu: Mafiaepen und Gangsterballaden, üblicherweise im 2-3 Stunden XXL-Format, haben auf mich keine Wirkung. Das liegt zuvorderst an der ausgiebigen Charakter-, Beziehungs- und Milieubeleuchtung, die mit in die Länge gezogenen, häufig aggressiv geführten Unterhaltungen und lahmem Handlungsfortschritt präsentiert werden, wobei die zugrundeliegende Story auf einen Bierdeckel passt. Das hat für mich keinen Unterhaltungswert - es ist weder interessant, noch macht es Spass, Pachinos Ausführungen in zehnminütigen Dialogen oder gar Monologen (z.B. Szene im Privatbad) zuzuhören, während ansonsten NICHTS passiert. In einem Wort: langweilig.

                                          Die Redundanz der Handlung im heutigen Kino hat ihre Wurzeln in den Siebzigern und wurde mit Filmen wie 'Scarface' weitergeführt. Doch die Mehrheit scheint von dieser Machart beeindruckt und zückt Höchstnoten - da könnte man neidisch werden :)

                                          Es bleibt immerhin der Eindruck einer starken Leistung Pachinos als Charakterdarsteller, der es vom Kuba-Abschaum zum Drogenboss in Florida bringt, weil er skrupelloser ist als alle anderen, wonach er im Rausch der Macht durchdreht. Enttäuscht hat mich allerdings Michelle Pfeiffer in ihrer ersten größeren Rolle, worin sie blass, beinahe unsympathisch wirkt. Im Alter von 25 war sie noch weit entfernt von dem Charisma, das sie in Filmen Ende der 80er und danach ausstrahlt.

                                          Überraschend ist ansonsten nichts, dafür umso vorhersehbarer, und irgendwo hat man diese mageren Inhalte alle schon gesehen. Doch auf die Story kommt es hier nicht an......... leider, nur, mir schon.

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                                            Dr.Hasenbein 17.03.2017, 16:05 Geändert 17.03.2017, 20:13

                                            Bei Scarface ging es mir gestern nach einer sehr langen Pause in der ich den Film nicht gesehen habe wie neulich mit "Der Pate"!
                                            Vor zehn Jahren (oder länger) hätte ich dem Film bestimmt eine glatte 10 gegeben.
                                            Da habe ich den Film rauf und runter geguckt.
                                            Aber irgendwie wollte sich dieses Gefühl jetzt nicht so richtig einstellen.
                                            Klar weiß ich um seine Vorzüge, um die grandiose "over the top" Leistung von Al Pacino der in den 70ern, 80ern und 90ern echt heiß war und zu den absolut besten gehört hat, um die gute und grobe Regie von Brian De Palma oder um das gute Drehbuch von Oliver Stone.
                                            Und trotzdem fand ich es jetzt etwas langatmig, ja, teilweise (Schande über mein Haupt) sogar etwas langweilig.
                                            Insgesamt passiert im Mittelteil für eine 10er Wertung einfach zu wenig.
                                            Was nicht unbedingt (nur) auf die fehlende Action zurückzuführen ist,
                                            nein, auch Storytechnisch tritt der Film da irgendwie auf der Stelle.
                                            Da fehlt ihm bei 170 Minuten Spielzeit einfach die Dynamik die z.b Filme wie Casino oder Godfellas haben
                                            (ohne die Filme direkt miteinander vergleichen zu wollen),
                                            bei denen es einfach nie langweilig wird.
                                            Zum Ende hin fährt Scarface natürlich nochmal alles auf und wächst über sich selbst hinaus.
                                            Und fast hätte mich die letzte halbe Stunde wieder dazu verleitet eine höhere Punktzahl zu geben.
                                            Dafür hat mir aber in den schwächeren Momenten einfach das gewisse Etwas gefehlt.
                                            Naja, mal schauen wie es beim nächsten mal aussieht!

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                                              Das Finale unschlagbar :D

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                                                Showgod 18.02.2017, 01:47 Geändert 18.02.2017, 17:10

                                                Overacting habe ich irgendwo einmal gelesen. Mal unter uns, mit einem Berg Koks auf dem Tisch, wer wäre da nicht ein wenig aufgeregt?

                                                Tony Monatana will mehr mehr mehr noch mehr ja mehr vielmehr als nur Tellerwäscher sein. DIe erste Chance die sich ihm bietet ergreift er und von da an begleiten wir Tony der gerade aus seiner Heimat Kuba nach Amerika angekommen ist auf einer brutalen Reise nach ganz oben an die Spitze seines eigenen Drogenimperiums, den Bananen sind nicht der eigentliche Exportschlager aus Kolumbien für Tony.

                                                Montana kommt aus ''ärmsten Verhältnissen'' und nimmt sich alles was er will, und wie Mr. fkn Al Pacino 8-) das ganze spielt, nur so, ist er authentisch in seiner Rolle und liefert eine bombastisch fantastisch geile Performance ab. Davor zeigte er bereits im Paten /Hundstage/Serpico viele Facetten von seinem schauspielerischem Talent... hier lässt er die Sau raus, und es passt perfekt zu seinem Character.

                                                Push it to the Limit..... ist das Motto und einer der coolen Songs im Film... Gefährliches Motto, somit trotz des hammer Soundtracks der einen zum abtanzen bringt, wenn man ihn irgendwo hört (mir tatsächlich vor kurzem passiert ''Shes on fire''-Amy Holland), kein drogenverherrlichender-sondern ein Film der zum nachdenken anregt.

                                                Einer der besten Filme in denen die Illusion von Macht und die Realität der betäubenden Ohnmacht thematisiert wird, neben dem Traum ganz nach oben zu gelangen und das Risiko abzustürzen, wenn der Weg der falsche ist, die Ziele zu hoch sind und die eigentlichen Bedürfnisse total vernebelt durch Kokain in dem ganzem scheinbaren Glamour untergehen. Das ganze wird auf mehrern Ebenen dargestellt und somit ist Scarface auch für manch einen der von der Inhaltsangabe möglicherweise abgeschreckt wird, vielleicht doch sehenswert.

                                                ''Shes on fire and shes burning shes on fire fire fireeeeeeeeeeeeeeeeee'' krieg den Song nicht mehr aus dem Ohr gerade:)

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                                                • 6 .5

                                                  Schon soviel davon gehört und jetzt das erste mal gesehen. Ich weiß allerdings noch nicht so recht wie ich ihn einordnen soll. Zum einen ist da Al Pacino, der wirklich grandios aufspielt, zum anderen sind da aber auch Längen dabei, die es wirklich nicht gebraucht hätte. Ich hätte lieber mehr von seinem Aufstieg gesehen, da mir das viel zu schnell abgehandelt wurde. Ersten Job erfüllt, mit dem neuen Chef beim Essen gewesen und schwups der neue Star am Drogenkartellshimmel.
                                                  Die Synchro lässt an manchen Stellen leider auch stark zu wünschen übrig.
                                                  Für mich nicht der stärkste Gangsterfilm.

                                                  • 10

                                                    Grandios!! Ein Meisterwerk!!

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