Bad Boys 3 - Das muss die Fortsetzung besser als der furchtbare Vorgänger machen

Die "Bad Boys" Martin Lawrence und Will Smith
© Sony Pictures
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You want it darker, we kill the flame.

Wir hatten es schon fast nicht mehr für möglich gehalten, doch nun passiert es tatsächlich: Bad Boys for Life kommt. Wie in dieser Woche niemand Geringeres als Will Smith verkündete, sind die Kameras zur Action-Fortsetzung nach zahlreichen Turbulenzen rund um die lange geplante Produktion endlich angelaufen. Zwar sind mit Will Smith und Martin Lawrence die beiden Zugpferde aus den ersten Teilen wieder mit an Bord und auch schon grobe Details zur Handlung des Sequels durchgesickert, doch was genau uns bei Bad Boys for Life erwartet, ist trotzdem gar nicht mal so leicht vorherzusagen. Wir untersuchen nachfolgend, welche Erwartungshaltung angebracht sein könnte und formulieren auch Hoffnungen an den kommenden Reißer.

Ohne Michael Bay muss sich die Bad Boys-Reihe neu (er)finden

Die offensichtlichste und auch spannendste Neuerung für das Bad Boys-Franchise ist der Wechsel auf dem Regiestuhl. Blockbuster-Tycoon Michael Bay zeichnete für Teil eins und Teil zwei verantwortlich, nun folgen auf ihn mit Adil El Arbi und Bilall Fallah zwei weitaus weniger bekannte Namen, die vor einer großen Herausforderung stehen. Bad Boys und Bad Boys II warten auf dem Papier beide mit einer genretypischen Geschichte auf, unterscheiden sich in einigen Punkten aber doch fundamental. Für das neu angeheuerte Regie-Duo gilt es jetzt umso mehr, ein breites Publikum davon zu überzeugen, dass ein weiterer Beitrag zum Franchise nach all den Jahren überhaupt noch Sinn ergeben kann. Dem Vorhaben dürften allerdings gewisse Grenzen gesetzt sein.

Wie die Bad Boys-Reihe übers Ziel hinaus schoss

Der erste Bad Boys-Film begeistert seine Fans als rasanter Copthriller, der - getragen von knackigen Dialogen, fulminanter Action und der Chemie zwischen seinen Darstellern - mit beiden Beinen fest in 1990er Jahren steht. Besagte Mischung macht seinen ganzen Charme aus und funktioniert eigentlich auch heute noch. Der Nachfolger hingegen kommt mit seiner digitalen Hochglanzoptik vergleichsweise poliert daher, allerdings täuscht dieser formale Eindruck. Mit zahlreichen Szenen nämlich überbietet die Fortsetzung das Original um ein Vielfaches - zumindest in Sachen Exzentrik, die fließend ins Geschmacklose abdriftet.

Ins Gedächtnis brennt sich bei Bad Boys II etwa neben der Bay-typischen Inszenierung von Schusswechseln der multiple Einsatz von Leichen, was in einer Szene gipfelt, in der die wohlgeformten nackten Brüste einer Toten als Gafferobjekt ausgestellt werden. Jener Moment ist sogar auf mehreren Ebenen Ausdruck eines im Allgemeinen sehr zweifelhaften Weltbildes des Sequels von 2003, für das unter anderem Peter Travers vom Rolling Stone klare Worte findet:

Bad Boys II hat alles. Alles Laute, Dumme, Gewalttätige, Sexistische, Rassistische, Frauenfeindliche und Homophobe, das Produzent Jerry Bruckheimer und Regisseur Michael Bay sich ausdenken konnten, um es auf die Leinwand zu kotzen.

Einen Film wie Bad Boys II kann es heute nicht mehr geben

Ob ein Film wie Bad Boys II in dieser Form auch 16 Jahre später grünes Licht von einem großen Studio erhalten würde, erscheint insbesondere angesichts dem fortwährenden Einfluss der MeToo-Bewegung äußerst fraglich. Daher können wir davon ausgehen, dass Bilall Fallah und Adil El Arbi das Humorverständnis Michael Bays radikal abstreifen werden, um neue Wege zu finden, die Zuschauer zu unterhalten. Die Tatsache, dass der Titel Bad Boys For Life direkten Bezug auf ein Zitat aus Bad Boys II nimmt, muss dem freilich nicht entgegenstehen.

So kann Bad Boys For Life ein Erfolg werden

Für das belgische Regie-Gespann bietet sich tonal eine Orientierung an dem originalen Bad Boys an, denn über echte Buddy-Cop-Nostalgie kann ihr Bad Boys For Life auf jeden Fall erfolgreich sein und eine Menge Spaß machen. Zu gerne wollen wir glauben, dass die Protagonisten Mike Lowrey (Smith) und Marcus Burnett (Lawrence) noch immer dasselbe schlagkräftige Duo mit flotten Sprüchen auf den Lippen bilden.

Für kleine Streitereien zwischen den beiden darf natürlich nach wie vor Platz sein, denn in der Vergangenheit waren es gerade auch Konflikte, die die beiden am Ende noch enger zusammengeschweißt haben. Denken wir nur an die Romanze zwischen Mike und Marcus' Schwester Syd, die die Männerfreundschaft in Bad Boys II auf eine harte Probe stellte. Möglich wäre daneben auch, das fortgeschrittene Alter der Helden in Bad Boys For Life ironisch zu thematisieren - genauso, wie es bereits die Lethal Weapon-Reihe machte.

Für genügend Action dürfte sowieso wieder gesorgt sein. Dies legt schon die erste Inhaltsangabe zur kommenden Fortsetzung nahe, wonach es ein Drogenbaron (gespielt von Jacob Scipio) auf das Leben von Mike abgesehen hat. Wie er sich aus der brenzligen Situation hinausmanövriert, erfahren wir nach aktuellem Stand ab dem 16.01.2020, wenn Bad Boys For Life in den deutschen Kinos startet.

Was erhofft ihr euch von Bad Boys For Life mit Will Smith und Martin Lawrence?

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