Alles Gute zum 35.

Chris Pratt - Auf dem Weg in den Hollywood-Olymp

Chris Pratt in Jurassic World, Guardians of the Galaxy & Lieferheld
© Universal/Disney/Constantin Film
Chris Pratt in Jurassic World, Guardians of the Galaxy & Lieferheld

“Das letzte Mal als ich in Hawaii war, lebte ich in einem Wohnwagen. Jetzt komme ich dorthin zurück, um Jurassic World zu drehen”, meint Chris Pratt zu Jimmy Fallon und schlägt lachend die Hände ineinander, als er eigentlich über The Lego Movie sprechen sollte. In dem animierten Abenteuer, das dieses Jahr weltweit an den Kinokassen punktete, leiht er Protagonist Emmet seine klare Stimme. Dieser Emmet ist ein ganz gewöhnlicher Durchschnittstyp, ein everyday normal guy, der mit Herz, Humor und Risikobereitschaft etwas Großes erschafft – beste Voraussetzungen also für eine Identifikationsfigur, die gerne angenommen und gehypt wird. Emmets Entwicklung vom Dutzendgesicht zum Superstar der Legowelt ist natürlich eine schöne Parabel auf die bisherige Schauspiel-Karriere von Pratt, wobei sein Durchbruch zum Weltstar noch nicht geschrieben steht. Grund zum Gratulieren gibt es jedoch, denn Pratt wird heute 35 Jahre alt und wir blicken auf seinen geebneten, ja beinahe betonierten Weg in Richtung Hollywood-Olymp.

Einmal Hawaii-Hollywood und zurück
Auf Hawaii jobbte Chris Pratt vor einiger Zeit in einem Restaurant der Forrest Gump-inspirierten Bubba Gump Shrimp Company und servierte Leuten Meeresfrüchte. Dort wurde er auch entdeckt und ergatterte seine erste (Haupt-)Rolle in der Horrorkomödie Cursed Part 3. Teen Choice Award-Nominierungen für die Familienserie Everwood und kleinere Rollen in einigen unterdurchschnittlichen Komödien folgten. Immerhin traf er am Set von Take Me Home Tonight seine heutige Ehefrau und Mutter seines Sohnes – Scary Movie-Star Anna Faris. Den schauspielerisch ernstzunehmenderen Pfad schlug Chris Pratt – wie auch Jonah Hill, der ebenfalls in The Lego Movie zu hören ist – mit dem Baseball-Drama Die Kunst zu gewinnen – Moneyball ein. Bis dahin war der ehemalige Verkäufer, der unschuldigen Amerikanern zwischen Tür und Angel unnötige Dinge andrehte, stets mit einem Wohlstandsbäuchlein und rundlichem Gesicht anzutreffen. “Ich war immer schon ein wenig bequem. Ich esse gerne”, meint Pratt zu Conan, “Ich bin eher mehr der Fettsack.”

Und doch hat das 1,88 Meter große Plappermaul Disziplin, wenn eine gute Rolle es erfordert. Für seinen Baseballspieler-Part in Moneyball und jenen als Navy-SEAL mit Bin Laden-Tötungsorder in Zero Dark Thirty trainierte er sich fit, wobei er zwischendurch für seine gemütliche Rolle in Parks and Recreation immer wieder zunehmen musste. Heute kommt Chris Pratt wieder ganz sportlich und äußerst schneidig daher, wie es sich für einen potenziellen Marvel-Superstar gehört. Die müssen natürlich sexy sein. Der neue Marvel-Streich Guardians of the Galaxy startet im August in den deutschen Kinos. Und wer den Charme von Mr. Iron Man Robert Downey Jr., das skandinavische Aussehen von Thor-Darsteller Chris Hemsworth und die Muskeln von Captain America vereint, ist bei der Super(helden)-Manufaktur bestens aufgehoben. Chris Evans lässt Pratts naturgegebene Lässigkeit vermissen, dem Hulk fehlt die Menschlichkeit und Jeremy Renner die Albernheit, um wirklich herauszustechen. Chris Pratt könnte zum neuen Aushängeschild des Marvel Cinematic Universe werden, zumal er sich nicht in die Avengers-Boyband einfügen muss, sondern die Guardians ihre ganz eigene Geschichte schreiben, bei der Pratt noch dazu der einzig “Normale”, also der einzige Mensch in einem kuriosen Alien-Team der Guardians ist.

Auf den Leib geschneidert
Für diesen ersten Blockbuster-Lead vor der Kamera in Guardians of the Galaxy als Star-Lord aka Peter Quill muss Chris Pratt nicht einmal seine Komfortzone des natürlichen und sympathischen Kindskopfs und Klassenclowns verlassen, die er sich unter anderem in fünf Jahren des The Office-Spin-offs Parks and Recreation als anfänglich semi-ambitionierter Schuhputzer aufgebaut hat. Als Star-Lord darf er das Kind im Manne herauskehren, zitiert ihn Fandango: “Er ist wie ein Kind im Erwachsenenkörper. Und ich mag es, dass er einen schlechten Sinn für Angeberei hat. Tief drin ist er einsam und verzweifelt. Aber andererseits stolziert er herum, als wär er groß und stark und ich glaube nicht, dass er gute Arbeit leistet, jeden davon zu überzeugen, dass er nicht bloß ein verschreckter Junge ist.” Für solch eine Rolle bringt Chris Pratt vielleicht genau die richtige Menge an kindischem Benehmen, Sixpack und Normalo-Ausstrahlung mit.

Anders als so manche in Belanglosigkeit schwimmende Franchise-Anführer wie Chris Pine (Star Trek) und Sam Worthington (Kampf der Titanen, Avatar), einem Naturtalent in seiner Ausdruckslosigkeit, und all den schmächtigen Jünglingen wie Elijah Wood, Daniel Radcliffe und Tobey Maguire, die ihr Bubi-Image nicht oder nur schwer loswurden, strotzt Chris Pratt in seinen Interviews und Filmrollen nur so vor Lebenslust und Neugierde. Keine Rolle ist ihm zu blöd, sei das nun gut oder schlecht. Und sollte Guardians of the Galaxy nicht für einen begehrten Strandplatz unter der heißen Hollywood-Sonne reichen, dann wartet ja in einem Jahr bereits die Reise zurück nach Hawaii, wo ihm zwar keine sprechenden Bäume, Waschbären und grüne Sexbomben zur Seite stehen, dafür aber jede Menge Dinosaurier.

Was wünscht ihr Chris Pratt zum 35. Geburtstag?

moviepilot Team
sciencefiction Andrea Wöger
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