Der Dunkle Turm - Warum ich mich auf die Stephen King-Adaption freue

Der Dunkle Turm mit Idris Elba
© Sony Pictures
Der Dunkle Turm mit Idris Elba
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Die Verfilmung Der Dunkle Turm von Stephen Kings achtbändigem Romanzyklus kommt nach Jahren des Wartens am 10.08.2017 endlich in die Kinos. Fast 10 Jahre lang erstreckte sich die Projektphase der Verfilmung. Während zuerst J.J. Abrams und dann Ron Howard das Regie-Ruder übernehmen sollten, wurde schließlich der dänische Regisseur und Drehbuchautor Nikolaj Arcel mit der Umsetzung beauftragt. In der vergangenen Woche startete das Fantasy-Epos in den USA und erhielt von vielen Kritikern durchwachsene Bewertungen. Als Fan der Buchreihe freue ich mich dennoch mehr als euphorisch auf Der Dunkle Turm.

Der Dunkle-Turm-Zyklus ist nicht nur Kings umfangreichstes, sondern auch seiner Ansicht nach sein wichtigstes Werk. Die Romane in eine Genre-Schublade zu stecken, ist fast unmöglich, denn die Mischung aus Der Herr der Ringe und Zwei glorreiche Halunken verbindet Western, Action, Fantasy und Horror zu einer homogenen und fesselnden Masse. Vollgepackt mit einer reichhaltigen Mythologie von Licht und Dunkel, Parallelwelten und -dimensionen ist es ein schier unmögliches Unterfangen, der Vorlage gerecht zu werden. Nicht ohne Grunde wurde Kings Mammutwerk jahrelang als unverfilmbar beschrieben. Und tatsächlich scheinen die Macher die ideale Lösung gefunden zu haben: Der Dunkle Turm ist keine direkte Verfilmung der Bücher.

Euch erwartet eine eigenständige Geschichte

Achtung, Spoiler zum Ende der Roman-Reihe: Wenn ein Buch verfilmt wird, ertönt häufig ein lautes Stöhnen von Fans der Vorlage, die sich an schlecht oder falsch umgesetzten Details aufhängen. Dies umgeht Der Dunkle Turm ganz einfach, indem er sich von der Buchvorlage loslöst. Die komplexe Handlung und die zahlreichen Charaktere könnten gar nicht angemessen in einen Film gepackt werden. Stattdessen versetzt der Film die Hauptfiguren Roland, Jake und den Mann in Schwarz in einen alternativen Ablauf der epischen Geschichte. In der Auflösung des siebten Bandes stellt sich nämlich heraus, dass der Revolvermann Roland in einer Zeitschleife steckt und seinem mehrere Romane umfassenden Abenteuer wahrscheinlich schon etliche gleiche vorausgegangen sind. So wird er am Ende der Geschichte erneut an den Anfang transportiert, ohne Erinnerung an alle Geschehnisse zuvor.

Im Der Dunkle Turm-Film wird sich jedoch einiges für Roland ändern. Dieses Mal trägt er das magische Horn des Eld bei sich, welches essenziell für den Durchbruch der Endlosschleife und der Rettung des Dunklen Turms ist. Leider wird in dem Kinofilm Rolands mehrköpfige Schicksalsgemeinschaft nicht auftauchen. So wird lediglich der kleine Junge Jake, welcher über telepathische Kräfte (das Shining lässt grüßen) verfügt, an Rolands Seite sein. Durch den Auslass des Ka-Tets kann die Geschichte zuerst die Beziehung zwischen Roland und Jake in den Fokus rücken, bevor in möglichen Fortsetzungen der Rest der Bande dazustößt. Spoiler Ende.

Freude auf große Darsteller

Ein weiterer Grund, warum ich von der Verfilmung schon im Vorfeld überzeugt bin, ist die Wahl der Hauptdarsteller. Auch wenn sich einige Fans wohl erst an die neue Hautfarbe des Revolvermannes gewöhnen müssen (in Illustrationen und Comics wurde er stets als weiß dargestellt), ist der britische Schauspieler Idris Elba eine großartige Wahl für den rachedurstigen und vom Krieg gezeichneten Schützen. Mit der Besetzung von Oscar-Preisträger Matthew McConaughey als sein finsterer Gegenspieler Walter habe ich von Seiten der Schauspieler volles Vertrauen, dass sie ihre Figurenvorbilder überzeugend auf die Leinwand bringen könnten.

Querverweise sind das Salz in der Suppe

Achtung, Spoiler zur Roman-Reihe: Der Dunkle Turm wird oft als Stephen Kings Lebenswerk beschrieben. Die Welt, die er erschaffen hat, kreuzt sich mit vielen seiner anderen Werke in einer Art Stephen King Universe. So wurde auch schon in einem Clip verraten, dass die beliebten Querverweise auf andere Stephen King-Geschichten auch ihren Weg in die Verfilmung finden werden. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass der Schriftsteller-Meister selbst einen Auftritt in Der Dunkle Turm bekommt. Denn bereits im siebten Band der Romanvorlage wurde Stephen King ein Teil der Handlung und war für den tragischen Tod eines Hauptcharakters mitverantwortlich. Auch wenn es sich nicht um eine Eins-zu-eins-Umsetzung der Bücher handelt, so freue ich mich schon auf die vielen Anspielungen und Verweise auf die umfangreiche Mythologie der Abenteuer des Revolvermanns in Mittwelt und der Fundamentalen Welt. Alleine, um zu sehen, wie Roland mit seinen Sprachfloskeln aus seiner mystischen Welt im modernen New York zurechtkommt, lohnt sich ein Kinobesuch. Spoiler Ende.

Nachdem Der Dunkle Turm nach dem ersten Wochenende mit einem Einspielergebnis von 19,5 Millionen Dollar die US-Kinocharts anführt, kann ich nur hoffen, dass das Fantasy-Abenteuer auch international ordentliche Besucherzahlen aufweisen kann. Denn damit würden sich die Chancen für die Umsetzung einer geplanten TV-Serie, die sich kanonisch an die Ereignisse aus Rolands Vorgeschichten halten würde, sowie eine Fortführung der Filmreihe erhöhen. Es wäre für Stephen King-Fans umso tragischer, wenn die Leinwandadaption der beliebten Saga keinen Abschluss finden würde. Aber die Fans der Saga wissen sich ja schon seit Jahren in Geduld zu üben.

Werdet ihr euch Der Dunkle Turm anschauen?

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