Erste Glass-Kritiken: Das Split-Sequel ist "sehenswert, aber enttäuschend"

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Nachdem es mit M. Night Shyamalan Karriere zuletzt wieder bergauf ging, waren wir äußerst gespannt auf sein neuestes Werk Glass. Nicht zuletzt, weil es die Handlungsstränge und Figuren der Vorgängerfilme Unbreakable - Unzerbrechlich und Split zusammenführt. Glass soll das ewig dominierende Superhelden-Genre endlich einmal so richtig auf den Kopf stellen und damit eine erfrischende Alternative zu den Filmen von Marvel und DC schaffen. Doch jetzt werden die ersten Kritikerstimmen laut und sie singen ein ganz anderes Lied.

Glass lässt jegliche Unbreakable-Cleverness vermissen

Eigentlich hat Shyamalan genug Vorarbeit geleistet, um eine solide Grundlage für nervenaufreibende Superhelden- und Bösewichtstreffen zu schaffen. Doch all das Potenzial, sei es die Figurenkonstellation oder die Prämisse der knallharten Realität von Superhelden, wurde offenbar nicht ausgeschöpft.

Chris Nashawaty von Entertainment Weekly glaubt, Shyamalan wisse nicht, was er mit der von ihm selbst geschaffenen Welt anfangen soll: "Statt seine zwei Vorgängerfilme zu nutzen, um etwas Tiefschürfendes, Bedeutungsvolles zu schaffen, fühlt sich [Glass] an, als wäre mehr verlorengegangen als dazugekommen." Auch für Nick De Semlyen von Empire gehen die klugen Nuancen aus Unbreakable völlig verloren, die Moral des Skripts sei "plump" und verbreite "[Shyamalans] Ideen durch wenig geschickte Dialoge".

Generell scheint es, als hätte der Regisseur und Drehbuchautor einfach nicht verstanden, wie sich seine Ideen in einen guten Spannungsbogen verwandeln lassen. Zwar loben manche die wenigen fulminanten Momente des Films, doch die Kritik an den unnötigen Längen des Films überwiegt.

Für Monica Castillo von The Wrap bremst die Besserwisserei des Skripts den Film massiv aus: "Glass ist ein ziemlicher Mischmasch aus expositionsgefüllten, langweiligen Momenten und pedantischen Dialogen. Shyamalan [...] schüttet sein Comic-Wissen auf Kosten von Charakterentwicklung aus und geht sogar so weit, zu erklären, was ein Showdown ist."

Varietys Owen Gleiberman stimmt in diesen Chor mit ein und beklagt, dass Glass die "unheilsschwangere Pop-Poesie" seines Vorgängers in "überdeutliche Blockbuster-Prosa" verwandle. Er findet Glass "sehenswert, aber auch enttäuschend." John DeForce vom Hollywood Reporter hegt sogar leise Befürchtungen, wir könnten es hier mit dem Start eines "Shyamalaniverse" zu tun haben.

Die einzige Stärke von Glass sind die Schauspieler

Der Kritikerkonsens ist relativ ernüchternd, doch ein paar Lichtblicke gibt es dennoch. Denn eigentlich ist das Herztrio von Glass ein grandioses: Samuel L. Jackson als titelgebender Mr. Glass, Bruce Willis als David Dunn und James McAvoy als das Biest bieten genug Material für eine explosive Chemie.

Das schreibt auch Monica Castillo in ihrer Kritik für The Wrap: "Immerhin faszinieren die drei Hauptdarsteller nach wie vor. Willis' [...] zurückhaltendes, gealtertes Alter Ego ist ein schönes Gegengewicht zur überwältigenden Energie in McAvoys Performance. Selbst, wenn er die Bühne mit Veteranen wie Willis und Jackson teilen muss, wirkt seine Fähigkeit, rasend schnell Akzente, Tonlage, Gesichtsausdruck und Haltung zu wechseln, Wunder in Shyamalans langen Einstellungen." Chris Nashawaty geht sogar noch weiter. Ihm zufolge sei McAvoy "das einzige, was dem Film Leben einhaucht".

Die große Mehrheit der Kritiker ist nicht gerade befriedigt von Glass, der ein so cleveres Finale hätte sein können und stattdessen vollgepackt ist mit selbstgefälligen Ergüssen. Ein paar Highlights scheint es zu geben, besonders, wenn James McAvoy sein inneres Biest von der Kette lässt, doch den wenigsten hat der Film gegeben, was sie sich erhofft hatten. Ab dem 17.01.2019 könnt ihr euch in den deutschen Kinos eure eigene Meinung bilden.

Was erhofft ihr euch von M. Night Shyamalans Glass?

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