Game of Thrones - 6. Staffel, 5. Folge im Recap

Game of Thrones
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Game of Thrones
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"It's true we had a gentleman's agreement, but unfortunately, I am no gentleman."

Jeden einzelnen Flashback dieser 6. Staffel von Game of Thrones habe ich gierig aufgesaugt, jede Kostprobe Mythologie verschlungen. Als Bran kurz vor dem Betreten des Tower of Joy in die Gegenwart zurückgezogen wird, habe sicher nicht nur ich enttäuscht auf meinen imaginären Weirwood-Wurzel-Sessel eingehauen. Seit Beginn der HBO-Fantasy-Serie hören wir von den Jahren und Jahrhunderten vor Brans Sturz aus dem Turm und nach 5 Staffeln konnten wir sie endlich auch sehen. Damit finden wir uns zu Anfang der 5. Folge The Door in der selben Position wie Bran (Isaac Hempstead-Wright) wieder und wünschen am Ende vielleicht ebenfalls, uns hätte die Genügsamkeit angetrieben, nicht die Gier nach mehr. Die von Jack Bender inszenierte Episode The Door ist eine der besten Folgen in der mittlerweile langen Game of Thrones-Geschichte und wie Benders Lost-Klassiker The Constant verknüpft sie Vergangenheit und Gegenwart, gebündelt in einer tragischen Figur: Hodor.

Halt das Tor!
Irgendwann werden wir vielleicht erfahren, was denn nun im Tower of Joy passierte, als Ned seiner Schwester Lyanna zu Hilfe eilte. Eines der größten Geheimnisse der Game of Thrones-Mythologie diente in der 1. Hälfte der 6. Staffel jedoch als clevere Finte, die den Zuschauer relativ unvorbereitet geradewegs in eine der unvergesslichen Szenen der Serie schlittern ließ. Wer ist die Mutter von Jon Snow? Ist Jon ein Targaryen? Ist er der in Prophezeiungen versprochene Prinz? Mit der Offenbarung über Hodors Ursprung verschiebt sich der Fokus von den großangelegten Spekulationen über das Schicksal der Sieben Königreiche sinnigerweise auf einen Menschen, der eigentlich keine Rolle im Kampf um die Zukunft dieser Welt spielt. Hodor mauserte sich mit seinem beschränkten Vokabular und der einfühlsamen Darstellung von Kristian Nairn zu einer der beliebteren Figuren der Serie. In seiner Funktion als Träger Brans bleibt er allerdings ein passiver Begleiter, der Stalljunge, der die Lords im Hof von Winterfell in Abenteuer ziehen sieht, und schließlich sogar ein Gefäß für Brans Geist. Hodor ist ein Untertan und wie viele Randfiguren in Game of Thrones kostet ihn die Gier seines Herrn das Leben.


Bran zeigt sich in Sachen Flashbacks unersättlich, doch der Zauberlehrling überschätzt seine Kräfte. Nachdem er gelernt hat, dass die Children of the Forest für die Schöpfung ihrer blauäugigen Nachbarn verantwortlich zeichnen, versucht er, sich heimlich in die Vergangenheit zu schleichen und landet vor den Füßen des Night's King, der ihn "markiert", allerdings nicht mit einer blitzförmigen Narbe auf der Stirn. Ziemlich überstürzt wirkt das Auftauchen der Eiszombie-Armee, dafür gelingt es der zwischen den Zeitebenen springenden Sequenz, die Waage zu halten zwischen aufregender Action und steigendem emotionalen Wegzoll, als Meera (Ellie Kendrick) nach dem Tod der Dreiäugigen Krähe (Max von Sydow mit immerhin mehr Spielzeit als in Star Wars 7) mit Bran aus der Weirwood-Höhle flieht und Hodor zurückbleibt, um an der Tür für sie Zeit zu schinden. "Hold the Door!" bzw. "Halt das Tor!" schreit sie mantraartig in einer der schwierigeren Herausforderungen für die deutsche Synchro von Game of Thrones.

Die volle Tragik von Hodors Tod zwischen den grabschenden und zerfleischenden Knochenfingern der Zombies zeigt sich in der mustergültig inszenierten Parallelmontage zwischen einem jungen Wylis, der verstörenderweise Meeras Stimme hört, und dem grauhaarigen Hodor im hohen Norden. Jack Bender, von nun an offizieller Zeitreise-Maester unter den TV-Regisseuren, zieht in Zusammenarbeit mit Editor Crispin Green Schnitt für Schnitt die Spannung an und sorgt gleichzeitig für Orientierung in einer theoretisch überfordernden Situation, in der zum Beispiel das Wargen des aus der Zukunft hineinplatzenden Bran nur schwer zu visualisieren ist. Brans Dummheit sorgt für den Tod der Dreiäugigen Krähe, der verbliebenen Kinder des Waldes und Hodors. Doch während sich der zweisilbige Fan-Liebling in der Gegenwart heroisch für seinen Freund und Herrn Bran opfert, fällt dessen zufällige Manipulation der Vergangenheit noch gravierender aus. Bran hat letztendlich Hodors Tod zu verantworten und auch sein Leben. Dazu Bran-Darsteller Isaac Hempstead-Wright:


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