In Sharp Objects überzeugt euch Amy Adams von ihrer düsteren Seite

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Schon der erste Trailer zur 8-teiligen Miniserie Sharp Objects versprach uns eine spannende Thriller-Serie mit hohem Staraufgebot und viel Potential, die uns über den Sommer begleitet. Denn die Serie kann sich kaum vor berühmten Beteiligten retten. Big Little Lies-Regisseur Jean-Marc Vallée inszenierte alle Episoden, Buffy-Produzentin Marti Noxon rief die Serie gemeinsam mit Blumhouse ins Leben und auch der Cast kann sich sehen lassen. Für Hauptdarstellerin Amy Adams ist Sharp Objects ihr erstes großes Serienprojekt. Ob sie und vor allem die Serie überzeugen kann, verraten wir euch in unserem Serien-Check.

Eine Reporterin wird in Sharp Objects von ihrer Vergangenheit eingeholt

Genauer betrachtet spielt Sharp Objects auf zwei verschiedenen Zeitebenen. In der Gegenwart lernen wir die Reporterin Camille Preaker (Amy Adams) kennen, die anscheinend gerade aus einer psychiatrischen Therapie entlassen wurde und nun von ihrem Chef (Miguel Sandoval) einen neuen Auftrag erhält. Ausgerechnet in ihre Heimatstadt Wind Gap im US-Bundesstaat Missouri soll Camille zurückkehren, um in den Morden an zwei jungen Mädchen zu recherchieren. Also macht sich Camille mit einem Lunchpaket voller Alkohol, Zigaretten und verdrängter Erinnerungen auf in die Südstaaten-Kleinstadt und wir ahnen schnell, dass sie noch so einiges aufzuarbeiten hat.

Gleichzeitig erleben wir immer wieder Rückblicke in Camilles Vergangenheit. Als junges Mädchen (Es-Darstellerin Sophia Lillis) verbrachte sie ihre Tage damit, sich gemeinsam mit ihrer Schwester Marian (Lulu Wilson) vor ihrer immer perfekten und den Spott der Leute fürchtenden Mutter Adora (Patricia Clarkson) zu verstecken, die Camille auch in der Gegenwart mit ihrer Missgunst quält. Das könnte vor allem daran liegen, dass Camille bei Marian war, als diese nach einem mysteriösen Anfall plötzlich und noch viel zu jung starb.

Sharp Objects zieht den Zuschauer sofort in den Bann

Die Geschichte von Sharp Objects kommt nicht von ungefähr. Die Miniserie basiert auf dem Debütroman der US-Autorin Gillian Flynn, die bereits die Vorlagen zu den Film-Adaptionen Gone Girl - Das perfekte Opfer (2014) und Dark Places (2015) lieferte. Gerade durch den Erfolg von Gone Girl wissen wir, wie eindringlich und spannend Flynns Geschichten sind. Auch die Story von Sharp Objects ist dabei keine Ausnahme. Oberflächlich wird zwar ein Serienmörder gesucht, tauchen wir aber tiefer in die Materie ein, steht eine toxische Mutter-Tochter-Beziehung im Zentrum, die mit Gewalt und Selbstzerstörung einhergeht. Regisseur Jean-Marc Vallée, der bereits die oscarprämierten Filme Dallas Buyers Club und Wild sowie die HBO-Serie Big Little Lies inszenierte, bringt diese Thematik auf den Bildschirm und zieht uns damit sofort in den Bann der Serie.

Plötzlich ist es nicht mehr nur die Suche nach dem Serienkiller, die uns interessiert, es ist alles an Sharp Objects, jedes noch so kleine Detail, das in der 1. Episode Vanish angedeutet und dessen Auflösung wahrscheinlich über die sieben weiteren Folgen noch offen bleiben wird. Uns interessiert, warum Marian gestorben ist und was das genau in Camille und ihrer Mutter Adora ausgelöst hat. Charaktere wie Detective Richard Willis (Chris Messina), Adoras alte Bekannte Jackie O'Neill (Elizabeth Perkins) sowie Camilles Halbschwester Amma (Eliza Scanlen) - die vor ihrer Mutter das perfekte Mädchen mimt, sich aber hinter ihrem Rücken Rollschuhe und Hotpants überstreift und sich mit ihren Freunden in der Stadt herumtreibt - geben uns ebenfalls Rätsel auf. Dabei ist schon die 1. Episode von Sharp Objects von Anfang bis Ende fesselnd, und das, obwohl Flynns Roman nur über 254 Seiten verfügt und hier auf 8 Episoden gestreckt wird.

Amy Adams zeigt sich in Sharp Objects von einer anderen Seite

Sharp Objects steht und fällt außerdem mit seiner Hauptfigur und ihrer Darstellerin. Camille Preaker ist Gillian Flynns erste Heldin und enthält umso mehr Mysterien. Nachdem Amy Adams als rasende Reporterin Lois Lane im DC-Universum ebenfalls bereits eine Journalistin spielte, zeigt sie sich in Sharp Objects von einer anderen, düsteren Seite. Stille Wasser sind tief, bei Camille trifft dieses Sprichwort definitiv zu. Ihre Flashbacks sind dabei mit einer solch emotionalen Intensität inszeniert und verschwimmen regelrecht mit der Gegenwart, dass sie fast wichtiger erscheinen als der Haupt-Handlungsstrang der Serie. Der Alkoholismus, die Narben, der immer gleiche Song, den sie auf einem zerstörten iPod im Auto hört - an Camille gibt es noch so viele Geheimnisse zu entdecken, dass wir es kaum erwarten können, weiterzuschauen.

Sobald wir in der Mitte des Serienauftakts Adora kennenlernen, lässt sich ein Großteil von Camilles Persönlichkeit auf ihre gefühlskalte Mutter zurückführen. Patricia Clarksons gewaltiges Schauspiel lässt sich in der 1. Episode von Sharp Objects bisher nur erahnen. Im weiteren Verlauf der Serie werden wir wohl auch noch tiefer in ihre Gemütswelt eintauchen. Vanish ist auf jeden Fall ein Auftakt, der sich sehen lässt und uns auf die restliche Serie vorbereitet. Auch Serienbegeisterte, die das Buch bereits kennen, dürften hier nicht enttäuscht werden.

Die 1. Staffel von Sharp Objects feierte am 08.07.2018 auf HBO ihre Premiere, umfasst insgesamt acht Episoden. In Deutschland ist die Serie seit dem 09.07.2018 bei Sky Ticket zu sehen. Als Grundlage für diesen Serien-Check diente die erste Episode.

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