Jan Böhmermann sagt Teilnahme an Grimme-Preisverleihung ab

Neo Magazin Royale
© ZDF
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In der Haut von Jan Böhmermann möchte man derzeit wohl nicht unbedingt stecken. Die Staatsanwaltschaft in Mainz ermittelt gegen den Satiriker und Fernsehmoderator wegen des möglichen Straftatbestands der Beleidigung. Grund dafür ist sein Schmähgedicht auf den türkischen Präsidenten Erdoğan, das er in seinem Neo Magazin Royale zum Besten gab. Aufgrund der aktuellen Situation sagte Böhmermann nun seine Teilnahme an der heutigen Grimme-Preisverleihung ab. Auf seiner Facebook-Seite war zu lesen:
Ich fühle mich erschüttert in allem, an das ich je geglaubt habe.
Mein Team von der Bildundtonfabrik und ich bitten um Verständnis, dass wir heute Abend nicht in Marl feiern können.

Für seinen Varoufake - eine weitere Aktion des Neo Magazin Royale - war Böhmermann bereits Anfang März als Empfänger eines der diesjährigen Grimme-Preise benannt worden.

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Jan Böhmermann reagierte mit seinem Schmähgedicht auf die Debatte um einen Beitrag der ARD-Sendung Extra 3, die mit ihrem Song Erdowie, Erdowo, Erdogan (in Anlehnung an Nenas Hit Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann) für Furore sorgte. Daraufhin wurde der deutsche Botschafter in der Türkei einbestellt. Jan Böhmermanns Gedicht ist jedoch noch einmal eine ganze Ecke schärfer im Ton. Nach eigener Aussage hatte er die Grenzen der Satire in Deutschland aufzeigen wollen, indem er mit dem Gedicht zeigte, was nicht unter Satire falle. Dies könnte ihm tatsächlich gelungen sein, wenn vielleicht auch anders als erwartet.

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