The Wilds bei Amazon Prime: Die neue Insel-Serie ist ein düsterer Mix aus Lost und Euphoria

Sci-Fi-Action mit Dredd bei Amazon Prime
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Sci-Fi-Action mit Dredd bei Amazon Prime
14.12.2020 - 10:18 UhrVor 9 Monaten aktualisiert
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Amazon Prime bringt mit The Wilds eine Survival-Serie an den Start und lässt neun junge Frauen auf eine Insel crashen. Was wie Lost beginnt, wird zum düsteren Teenager-Kampf.

Mit seiner ersten eigenen Young Adult-Serie trifft Amazon Prime einen Nerv. In The Wilds stürzen neun Teenagerinnen auf einer Insel ab. Doch was erst an Lost erinnert, schlägt schon bald viel ernstere und dringlichere Töne an. Nicht die Insel ist das Problem, sondern die Traumata der Mädchen.

Teenager-Thriller: Mit The Wilds stößt Amazon in Netflix' Spezialgebiet vor

Netflix ist die Königin der Teenie-Serien unter den Streaming-Diensten. Mit Vielfalt vor und hinter der Kamera, Ideenreichtum und Genre-Mischungen brachte Netflix bereits Hits wie Sex Education, Elite, Tote Mädchen lügen nicht und mehr hervor. Amazon prescht mit dem Survival-Thriller The Wilds gleich in die Vollen.

Macht euch einen Eindruck von Amazons The Wilds im Trailer:

The Wilds - Trailer (Deutsch) HD
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In The Wilds stürzen neun unterschiedliche Teenagerinnen auf dem Weg zu einem Retreat in Hawaii mit dem Flugzeug ab. Unter ihnen: zwei beste Freundinnen, zwei entfremdete Schwestern, zwei unterschiedliche Schulkolleginnen. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: Sie haben definitiv mehr Ballast als Gepäck dabei.

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Dass die Mädchen überleben (oder zumindest einige von ihnen) wird gleich zu Beginn enthüllt. Ganz im Stil von Lost widmet sich nämlich jede Folge einer anderen Hauptdarstellerin. Wobei wir gleich von Beginn wild in den Zeitebenen herumspringen.

  • Die drei Zeitebenen: Wir sehen das bittere Leben der Figuren vor dem Absturz, ihre aufreibende Zeit auf der Insel und ihr Verhör von zwei Agenten direkt nach ihrer Rettung.

Was wir auch von Folge 1 an in Sarah Streichers (Marvel's Daredevil) Serie wissen: Der Absturz war kein Zufall. Der Überlebenskampf wird beobachtet. Und hier enden die Parallelen mit Lost.

The Wilds wird zunehmend düsterer wie Euphoria und Tote Mädchen lügen nicht

Dieser Artikel beruht auf der Erfahrung der ersten vier von zehn Folgen The Wilds. Wie sich die Serie weiterentwickelt, ist relativ unklar. Doch nach vier Folgen will ich dringend wissen, was mit den jungen Frauen passiert, was sie bereits vor ihrem Absturz psychisch so zugerichtet hat und ob ihre Eltern in dieser Verschwörung mit drin stecken.

The Wilds

Die erste Folge ist jedoch gleich die schwächste. Das solltet ihr wissen, denn danach geht es bergauf und die Figuren werden mit jeder Minute interessanter. Der Einstieg in The Wilds ist leider ziemlich plump. Wir lernen neun Stereotypen von jungen Frauen kennen und pathetisches Voice Over erklärt uns die brutale Welt der amerikanischen Jugend:

Es gab Drama [auf der Insel], aber eine junge Teenagerin zu sein - das war die wahre Hölle auf Erden.

Mit jeder weiteren Folge geht The Wilds jedoch wie die HBO-Ausnahmeserie Euphoria oder Netflix' Sex Education gegen diese selbst erschaffenen Stereotypen vor. The Wilds ist ein Statement gegen Schubladendenken und gegen das Kategorisieren von Frauen-Typen. Nach und nach schälen sich dunkle Geheimnisse, Traumata und vereitelte Lebensträume heraus.

The Wilds bei Amazon Prime: Der Schrecken ist nicht die Insel, sondern Alltag

Wie in Tote Mädchen lügen nicht geht jede Teenagerin durch ihre ganz persönliche Hölle. Ein Mädchen, das ihren Lebenstraum nicht verwirklichen kann und ihren Körper malträtiert, ein Mädchen mit Wutproblemen, das ihre Freundin dadurch verliert, ein Mädchen, das wegen einer Lüge ihrem Liebhaber eine Straftat anlastet.

The Wilds

Die neun Schauspielerinnen meistern diese Aufgabe gut bis hervorragend. Dahingegen wirkt der Thriller-Aspekt rund um den Absturz auf der Insel beinahe unnötig und überflüssig.

  • Tipp: Die 1. Folge The Wilds könnte vom 11. bis 25. Dezember sogar ohne Prime-Abo auf Amazons Kanälen auf YouTube, Twitter, Instagram und Facebook streamen.

Diese jungen Frauen hat ihr Alltag kaputtgemacht, mit dem kein Flugzeugabsturz mithalten kann. Ihre Leben sind vernichtende Urteile über die Unmöglichkeit, alles richtig und es allen recht zu machen, unter dem Druck der Eltern, der Geldnot, der Kirche und der Leisungsgesellschaft.

Amazons The Wilds mischt diesen Horror eines erdrückenden Lebens in jungen Jahren mit einem Flugzeugabsturz, der an Lost erinnert, düsteren Teenager-Welten und feministischen Botschaften. Wer sich über die 1. Folge hinwegrettet, wird mit traurigen Wahrheiten belohnt.

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The Wilds bei Amazon Prime: Gebt ihr der Serie ein Chance?

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