Jetzt bei Netflix: Will Smith hätte eine seiner besten Sci-Fi-Rollen fast nicht gespielt & der Grund ist furchtbar

Independence Day - Trailer (Englisch)
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© 20th Century Fox/Netflix
Will Smiths erster richtig großer Erfolg war Independence Day
07.07.2021 - 12:04 UhrVor 3 Monaten aktualisiert
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Will Smith hätte die Rolle in dem Science-Fiction-Kracher Independence Day, der bei Netflix verfügbar ist, fast nicht bekommen. Die Entscheidung des Studios musste geradezu erzwungen werden.

Wenn ihr an Independence Day denkt, denkt ihr wahrscheinlich als erstes an Will Smith. An die die Sieges-Zigarre etwa oder den ikonisch-lässigen "Willkommen auf der Erde"-Spruch. Obwohl erst mit einem erfolgreichen Überraschungs-Hit (Bad Boys) und einer sehr erfolgreichen Sitcom (Prince of Bel-Air) ausgestattet, riss Smith den Millionen-Blockbuster an sich.

Er überstrahlte mit seinem Charisma Stars wie Jeff Goldblum und Bill Pullman. Will Smith war ein absoluter Glücksgriff für die Produktion. Und fast hätten die Verantwortlichen daneben gegriffen.

Indepedence Day zum Jubiläum bei Netflix: Warum Will Smith abgelehnt wurde

25 Jahre ist der Sci-Fi-Blockuster aus dem Jahr 1996 seit letztem Wochenende alt. Der Hollywood Reporter  zeichnet in einem großen Interview mit vielen Beteiligten die Entstehungsgeschichte nach. Dabei kommt heraus, wie sehr sich das Studio 20th Century Fox gegen die Besetzung von Will Smith als Kampfpilot Steven Hiller sträubte.

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Die Gründe klingen selbst für diese Zeit Mitte der Neunziger extrem verbohrt. Doch vor allem geben sie uns einen guten Eindruck vom unverhohlenen Rassismus in den Chefetagen der Hollywoodstudios.

Regisseur Roland Emmerich hatte sich früh auf das Duo Will Smith und Jeff Goldblum festgelegt, erklärt er. Sie sollten den Film tragen. Doch "das Studio sagte, 'Nein, wir mögen Will Smith nicht. Er ist noch nicht erprobt. Er funktioniert nicht in den internationalen Märkten.'"

Warum? Warum sollte ein junger, aufstrebender Schauspieler wie Will Smith den globalen Erfolg eines Blockbusters bremsen? Produzent Dean Devlin erzählt die Geschichte weiter und kommt zu den Details: Dem offenen Rassismus der Studiobosse.

Sie sagten, 'Wenn du einen Schwarzen in dieser Rolle besetzt, wirst du das ausländische Einspielergebnis töten.'

Tatsächlich gingen damals prestigeträchtige Hauptrollen (wenn überhaupt) an afroamerikanische Schauspieler wie Morgan Freeman oder Denzel Washington.

Devlin und Emmerich setzten sich für den jungen Smith ein. Devlin:

Wir sagten, 'Nun, in diesem Film geht es um Weltraum-Aliens. Der wird international gut laufen.' Es war ein großer Krieg, und Roland hat wirklich eine Lanze für Smith gebrochen — und letztlich haben wir den Krieg gewonnen.'

Emmerich bluffte und drohte, den Film mit einem anderen Studio zu drehen, wenn er Jeff Goldblum und Will Smith nicht bekäme. "'Leute von Universal rufen mich jeden Tag an, also gebt mir diese beiden Schauspieler oder ich gehe dahin.' Ich glaube nicht, dass das möglich gewesen wäre, aber es war eine großartige Drohung."

Warum die Science-Fiction-Action in Independence Day ohne Will Smith nicht funktionieren würde

Wie falsch die namenlosen Studiobosse von 20th Century mit ihrer Einschätzung lagen, zeigten Will Smiths goldene Jahre bald nach dem Alien-Spektakel: Von 2002 mit Men in Black 2 bis 2008 mit Hancock brachte er 8 Filme nacheinander ins Kino, die allesamt die 100 Millionen US-Dollar-Marke knackten. Das schaffte sonst niemand.

Emmerichs Anstrengungen sollten sich auch für seinen Film auszahlen — Smith rettete den extrem erfolgreichen Independence Day (817 Millionen Dollar weltweites Einspiel) womöglich vor einem Flop. Smith balancierte mit seinem Comedy-Talent und seinem Gespür für Timing den teilweise schweren Pathos des Blockbusters aus.

Ohne eine Will Smith-Figur wäre dieser Film wohl schwer erträglich gewesen. Einer Will Smith-Figur nimmt man es einfach ab, wenn sie mit einem trockenen Faustschlag ein dahergelaufenes Alien K.O. schlägt. Stars wie Will Smith geben gigantischen Blockbustern Bodenhaftung.

Der Darsteller, Roland Emmerich und Dea Devlin schufen mit Independence Day zudem einen Präzedenzfall, der die systematische Diskriminierung afroamerikanischer Schauspieler:innen in Hollywood — wenn auch nur langsam und längst nicht überall — aufweichte.

In den 50 erfolgreichsten Filmen der 1990er spielen nur vier afroamerikanische Schauspieler:innen eine Hauptrolle, zwei davon hatte Will Smith inne: Independence Day und Men in Black. Dazu kommen Bodyguard mit Whitney Houston und Sieben mit Morgan Freeman. Zwei Jahre nach Independence Day erschien dann etwa Blade mit Wesley Snipes in den Kinos.

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Doch vor wenigen Jahren galt der Marvel-Film Black Panther mit seinem größtenteils schwarzen Cast und seinem weltweiten Milliardeneinspiel wieder als Sensation. Noch immer also hegt Hollywood Vorbehalte gegen schwarze Darsteller:innen, die stets aufs Neue widerlegt werden müssen. Der Krieg gegen Diskriminierung, den Roland Emmerich anspricht: Er besteht aus immer neuen Schlachten um nur scheinbar erreichte Ziele.

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Könnt ihr euch Independence Day auch nicht ohne Will Smith vorstellen?

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