Jurassic World 2: Der größte Twist hat mit dem Indoraptor nichts zu tun

Jurassic World: Das gefallene Königreich - Trailer Teaser Run (Deutsch) HD
0:15
Jurassic World 2: Das gefallene KönigreichAbspielen
© Universal
Jurassic World 2: Das gefallene Königreich
12.06.2018 - 08:50 UhrVor 4 Monaten aktualisiert
2
2
Der neue Indoraptor beschäftigte die Fan-Gemüter im Vorfeld von Jurassic World 2: Das gefallene Königreich, doch ein Twist drängt die Dinosaurier-Reihe in eine kontroverse Richtung.

Achtung, Spoiler zu Jurassic World 2: Der Indoraptor ist der Star von Jurassic World 2: Das gefallene Königreich, ob er nun auf einem Dach den Mond anheult wie ein Werwolf oder in die Kamera grinst, bevor er einen Unsympathen verspeist. Kleiner und schnittiger als der Indominus rex, macht er die Idee der Dino-Hydriden, die seit dem Soft-Reboot Jurassic World die Reihe dominieren, bekömmlich. Der größte Twist von Jurassic World 2 gehörte aber nicht dem gepimpten Manta in Dino-Form, sondern einem kleinen Mädchen. Im Folgenden wollen wir uns Maisie Lockwood zuwenden, die zunächst in der Tradition der kindlichen Dino-Nerds steht, wie sie schon Jurassic Park vor 25 Jahren bevölkerten. Doch Maisie umgibt ein Geheimnis, dessen Auflösung vielleicht nicht wahnsinnig überraschend ist. Seine Konsequenzen können die Jurassic World-Filme jedoch in eine neue Richtung lenken. Aber wollen wir diese sehen?

Jurassic World 2 führt das Klonen von Menschen in die Reihe ein

Isabella Sermon gibt in Jurassic World 2 ihr Filmdebüt als Maisie Lockwood. Uns wird das neugierige Mädchen beim ersten Besuch von Claire (Bryce Dallas Howard) im Lockwood-Anwesen vorgestellt. Sie sei die Enkelin von Benjamin Lockwood (James Cromwell). Allerdings habe sie ihre früh verstorbene Mutter nie kennengelernt. Stattdessen wird sie von Haushälterin Iris (Geraldine Chaplin) aufgezogen. So die offizielle Geschichte. Passend zu dem Gothic-Horror-Setting, in das sich das Lockwood-Anwesen in der zweiten Hälfte von Jurassic World 2 verwandelt, verbirgt die Familie jedoch ein dunkles Geheimnis, von dem Maisie nichts ahnt. Warum darf sie das Foto ihrer Mutter nicht sehen? Der an nostalgischen Reboots geschulte Zuschauer wird zunächst vermuten, es handele sich um eine alte Figur aus der Reihe. Doch bei genauerem Nachdenken kommt keine in Frage und das aus gutem Grund.

Isabella Sermon als Maisie am Set von Jurassic World 2

Kurz nachdem Lockwood von seinem gierigen Helfer Eli Mills (Rafe Spall) ermordet wird, schleicht sich Maisie in das Zimmer und findet das Foto, das endlich ihre Herkunft preisgeben soll. Statt ihrer Mutter zeigt es jedoch ein Mädchen, das genauso aussieht wie sie und daneben eine Jahrzehnte jüngere Iris. Später buchstabiert Eli die Sache aus: Maisie ist ein Klon. Lockwood hatte den Tod seiner Tochter nicht verwunden und sie neu erschaffen. Das war der Grund, warum seine Partnerschaft mit Jurassic Park-Gründer John Hammond auseinanderbrach. Lockwood hat eine Grenze überschritten, die selbst Hammond heilig war. Er hat einen Menschen geklont.

Das Klonen von Menschen ist eines der schwerwiegendsten neuen Elemente, das die Reboot-Reihe in das Jurassic Park-Franchise eingeführt hat. Es liegt eigentlich nahe, immerhin sind in der Serie seit dem ersten Dino aus dem Reagenzglas Jahrzehnte vergangen. Mit dem Klonen von Menschen bewegt sich das Jurassic Park-Franchise weiter Richtung Science-Fiction als je zuvor und das eher so nebenbei. In Jurassic World 2 ist Maisies Twist schließlich nur eine Plot-Wendung, die die Weichen für eine viel wichtigere Entwicklung stellt: Maisie erkennt sich in den eingesperrten und von der Auslöschung bedrohten Dinosauriern wieder und lässt sie per Knopfdruck frei. Eine bahnbrechende neue Richtung für die Dino-Reihe wird so eigentlich nicht inszeniert. Gleichzeitig wäre es seltsam, wenn der Klon-Twist in Jurassic World 3 einfach so hingenommen und nicht weiterentwickelt wird.

Was bedeutet der Klon-Twist für Jurassic World 3?

Nehmen wir also an, dass die Klon-Story mehr ist als ein fadenscheiniges Drehbuch-Sprungbrett zur Befreiung der Dinos. Dann könnte die Grenzüberschreitung Lockwoods den Grundstein für eine der bizarrsten Ideen aus dem Jurassic Park-Umfeld legen. 2004, elf Jahre vor dem Kinostart von Jurassic World, wurde bereits an dem damals noch Jurassic Park 4 betitelten Sequel der Reihe gearbeitet. In einem Drehbuchentwurf von John Sayles, der damals ins Internet gelangte, ist von einem Labor in den Schweizer Alpen die Rede, in denen Hybride aus Menschen und Dinosauriern gebastelt werden. Jurassic Park trifft darin auf Die Insel des Dr. Moreau. In dem Drehbuch wird eine neue Figur namens Nick Harris angeheuert, um die Mensch-Dino-Soldaten zu zähmen und zu trainieren. In einem späteren Entwurf gibt es gar einen "Raptorman" und Konzeptkunst zeigt uns, wie der ausgesehen hätte. Als das Drehbuch seinen Weg ins Internet fand, zog es vor allem Spott auf sich, ebenso wie die Entwürfe der Mensch-Dinosaurier.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt. Du kannst ihn dir mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Twitter Inhalte zulassenMehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Die Figur des Nick erinnert jedoch durchaus an Chris Pratts Dino-Trainer Owen aus Jurassic World und das Element der militarisierten Dinosaurier hat seinen Weg sowohl in Jurassic World als auch in Jurassic World 2 gefunden. Da Colin Trevorrow und Derek Connelly für die Drehbücher von allen drei Teilen verantwortlich sind, ist es denkbar, dass sie das Motiv der Dinosaurier als Waffen in Teil 3 zu seiner Vollendung führen. Die könnte mit menschlicher DNA zustande gebracht werden. Lockwoods Tat könnte diesen nächsten Schritt der entgleisenden Gen-Experimente vorbereiten, dessen Ergebnis sich früher oder später gegen ihre Schöpfer richtet (so geschieht es in jenem Drehbuch für Jurassic Park 4).

Immerhin werden, wenn nicht der Indoraptor, so doch einige Dinosaurier in alle Welt verschifft, bevor im Lockwood-Anwesen die fleischfressende Hölle losbricht. Variierende Aussagen der Macher deuten an, dass Jurassic World 3 die Dino-Hybride hinter sich lassen wird und/oder es ein "Wissenschafts-Thriller" wird. Mensch-Dino-Mischwesen, die in den Kampf ziehen, können sich bis zum Kinostart am 10.06.2021 jedenfalls noch in das Drehbuch schleichen.

Je weniger DNA-Experimente in Jurassic World 3 desto besser

Eine Loslösung von dem Hybrid-Wettrüsten, das das Franchise seit Jurassic World betreibt, wäre für Teil 3 jedenfalls wünschenswert. Die Entscheidung für Dino-Menschen oder ähnliche Experimente wäre gerade nach Ansicht von Das gefallene Königreich ein Schritt in die falsche Richtung. Dessen aufregendste Momente sind schließlich jene, in denen die Urzeitwesen den schwächlichen kleinen Menschen das Fürchten lehren. Braucht es da wirklich noch Dinos mit Menschen-DNA?

Hoffen wir also auf das Beste. Hoffen wir, dass der Twist um den Klon Maisie nur eine hanebüchene Drehbuch-Wendung ist, die ein Grundproblem des Finales lösen soll: Claire und Owen sollen gleichzeitig halbwegs verantwortungsvoll aussehen und sympathisch. Eine Tötung aller Dinosaurier in dem Lockwood-Anwesen hätte die Helden in eine düstere Ecke gedrängt, für die sie nicht geschrieben wurden (spannend wäre sie). So hat der Film seinen Kuchen und isst ihn gleichzeitig, wie man im Englischen so viel eleganter sagt. Die Dinosaurier sind frei, aber das Klonkind ist schuld.

Was sagt ihr zu dem Klon-Twist in Jurassic World 2: Das gefallene Königreich?

Das könnte dich auch interessieren

Angebote zum Thema

Kommentare

Aktuelle News