Licht und digitale Techniken bei Benjamin Button

Benjamin Button
© Warner Bros
Benjamin Button

In den 1920er Jahren kommt ein Mann als über 80-jähriger Greis auf die Welt und wird immer jünger. Was sich wie ein einfacher Satz ließ, ist als Umsetzung auf der Leinwand nicht so einfach. Mehrere Jahre wurde das Projekt Der seltsame Fall des Benjamin Button immer wieder hinausgeschoben, weil die technische Entwicklung noch nicht so weit war, um die zahlreichen Bild-Ideen des David Fincher umzusetzen.

Rein physisch halfen den Hauptdarsteller Brad Pitt digitale Techniken, die ihm die Darstellung des Benjamin durch alle Lebensabschnitte erleichtern sollten. Der für die visuellen Effekte verantwortliche Eric Barba, der schon lange mit David Fincher zusammenarbeitet, bildete ein Team mit dem Oscar-preisgekrönten Make-up-Designer Greg Cannom, der die Masken schuf, die den Alterungs- und Verjüngungsprozess über den ganzen Film hinweg unterstützen.

Digitale Bilder sind – relativ unauffällig – ständig im Film präsent, wobei man bei den gewaltigen Panoramen mit großer Liebe zum Detail vorging. “David Finchers Kamerastil erinnert an das, wofür David Lean berühmt war: überwältigend epische Einstellungen, die einen Ort und eine Zeit definieren”, sagt Produzent Frank Marshall in einem Interview. “Dass uns der Film so sehr berührt, ist auf David Finchers sehr effektive Verwendung der Kamera als Beobachter zurückzuführen. Er möchte, dass wir Zuschauer teilhaben an der Charakterstudie, also gestaltet er die Kamerabilder sehr bewusst und sehr ruhig. Dieser Film hat keine schnellen Schnitte und spontanen hektischen Kamerabewegungen nötig.”

“Wir gestalten die Aufnahmen so naturalistisch wie nur möglich”, meinte Kameramann Claudio Miranda. “Wir überlegten, woher das Licht wohl kommen mag, und entweder übernahmen wir es aus den natürlichen Gegebenheiten, oder wir versuchten es für unsere Zwecke zu modifizieren. In manchen Einstellungen sind ein paar Glühbirnen die einzige Beleuchtung. Meist wird dabei getrickst, indem man eine Glühbirne filmt, sie aber herunterdimmt, damit sie nicht zu sehr strahlt, um sie dann heimlich durch eine andere Lichtquelle außerhalb des Kamerawinkels zu ergänzen. Doch ich fand es diesmal genau richtig so, wie es war.”

Die Lichtquellen verändern sich, als die Epochen sich überlappen und einander abwechseln. “Der technische Fortschritt wird sichtbar – von Kerzen über Gaslampen bis zu klaren Glühbirnen und schließlich Leuchtröhren”, erklärt David Fincher diese Herangehensweise. “Wir haben auch Filmscheinwerfer eingesetzt, aber selten. Meist haben wir mit digitalen Kameras gedreht, um solche Lichtquellen zu verwenden und schneller arbeiten zu können.”

Quelle: Mit Material von Warner Bros.

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