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Management mit Worthülsen in Work Hard - Play Hard

08.04.2014 - 17:02 UhrVor 7 Jahren aktualisiert
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Work Hard - Play Hard
© Film Kino Text
Work Hard - Play Hard
ZDF.kultur zeigt heute abend um 21:50 den Dokumentarfilm Work Hard – Play Hard. Der handelt vom Optimierungsstreben in unserer Arbeitswelt, von nonterritorialen Arbeitsplätzen, Challenges, Teambildung und in erster Linie der Ressource Mensch.

Heutzutage richtet man in Büros sogenannte Meeting oder Coffee Points ein, an denen sich Arbeitskollegen “zufällig” treffen und miteinander sprechen können. Dafür dürfen die Arbeitnehmer aber keine persönlichen Gegenstände mehr an ihrem Arbeitsplatz positionieren. Der gehört nämlich nicht mehr ihnen allein, die Workstations sind jetzt nonterritorial. Probleme gibt es nicht, nur Challenges. Die Farbe Braun erinnert zu sehr ans eigene Zuhause (warum auch immer, ich kenne niemanden, der braune Wände hat), Orange bringt anscheinend aber die Mitarbeiter auf Hochtouren. Generell soll niemand merken, dass er gerade arbeitet. Deshalb heißt die Pförtnerin auch nicht mehr Pförtnerin, sie wünscht einem aber viel Spaß, alle gehen zu Teambildungs-Seminaren in den Hochseilgarten und sind danach schön im Flow.

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Klingt gruselig? Ist es auch. Willkommen in der Sprache und Welt der Prozessoptimierer und des Change Managements. ZDF.kultur zeigt heute Abend den Film Work Hard – Play Hard. Die Dokumentation von Carmen Losmann widmet sich der Arbeitswelt und ihren skurrilen Auswüchsen. Dabei braucht der erste Langfilm von Regisseurin Losmann nicht einmal einen kritischen Kommentar zu dem Geschehen, die Beteiligten führen sich alle selbst vor. Wir erleben Personaler, die mit Human Capital hantieren, Architekten, die Büros aufmöbeln und jede Menge Optimierungen im Challengebereich. Die Working Stations unterliegen den Firmenphilosophien und im Assessment Center trumpfen die Manager von morgen auf.

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In diesem Horrorfilm der etwas anderen Art fallen die Worthülsen im Sekundentakt. Ansonsten bedient sich Work Hard – Play Hard eines sehr ruhigen Tons; lange Kamerafahrten durch stille Bürogänge dominieren das Bild und tragen zur beklemmenden Atmosphäre bei. Als Zuschauer fragen wir uns immer wieder, wie die Menschen im Film dazu gebracht werden konnten, so offen so fürchterliche Dinge preiszugeben. Das wirklich Unheimliche an der Sache ist wohl, dass diesen Menschen nicht klar zu sein scheint, wie ihr Verhalten und somit sie auch als Person auf Außenstehende wirken. Wer heute Abend also noch nicht bedrückt genug aus dem Büro kommt, der möge sich Work Hard – Play Hard ansehen.

Was? Work Hard – Play Hard
Wo? zdf.kultur
Wann? 21:50 Uhr

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