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Das wird kein großer Spaß

Michael Haneke inszeniert Flashmob

28.05.2014 - 10:36 UhrVor 7 Jahren aktualisiert
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Ob sie wohl auch im Flashmob dabei sind? Am Set von Liebe
© X-Filme
Ob sie wohl auch im Flashmob dabei sind? Am Set von Liebe
Der wohl unerbittlichste Mahner des gegenwärtigen Kinos bereitet seine nächste Lehrstunde vor: In Flashmob möchte der Liebe-Regisseur Michael Haneke anhand weltweit vernetzter Schicksale “die brüchige Relation zwischen Medium und Realität” erkunden.

Michael Haneke ist ja bekannt dafür, nicht nur den Finger in die Wunden der modernen Gesellschaft zu legen, sondern ihn genüsslich hineinzustecken und seelenruhig in ihnen herumzubohren, nachdem er zuvor noch etwas Salz darauf gestreut hat. Während er sich mit Liebe zuletzt den Schrecknissen des Alterns im gegenwärtigen Paris widmete, und in Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte vom Trauma der Kindheit in einem protestantischen Dorf vor dem Ersten Weltkrieg erzählte, ist sein nächstes Projekt ganz am Puls der Zeit angesiedelt: Wie Film Comment berichtet, nimmt Michael Haneke im Sommer einen Film namens Flashmob in Angriff.

Inhaltlich ist bisher leider noch nichts bekannt, was über das Erwartbare hinausgehen würde: Der Film wird in einem Flashmob gipfeln, dessen Mitglieder sich zuvor über das Internet kennen gelernt haben. Spielen soll das Werk teilweise in den USA und Haneke möchte anhand der Geschichten seiner Charaktere “die brüchige Relation zwischen Medium und Realität” erkunden, wie die Kleine Zeitung bereits 2011 vermeldete. Die Tiroler Tageszeitung weist in diesem Zusammenhang auf ein Interview von 2012 hin, in dem Haneke noch einschränkte “In meinem Film wird auch das Internet irgendwie vorkommen. Aber es ist sicher kein Film, der sich zum Ziel gesetzt hat, das Internet erschöpfend zu behandeln.”

Mehr: Michael Haneke lehnt Film mit Brad Pitt ab

Von der Struktur her könnte Flashmob also ähnlich wie Hanekes Code: unbekannt angelegt sein, in dem er ebenfalls unterschiedliche Schicksale miteinander verknüpfte. Den Gefahren unreflektierter Mediennutzung hatte sich Michael Haneke bereits 1992 in seinem ersten Kinofilm Benny’s Video gewidmet. Angesichts dessen sollten wir wohl nicht damit rechnen, dass Flashmob in einer tanzenden und singenden Explosion der Lebensfreude enden wird, sondern dürften eher mit einer Auferstehung des guten alten Die-ins rechnen. Laut Kurier hat Haneke das Drehbuch zwar schon fertig gestellt, eine Besetzung oder einen Kinostarttermin hat Flashmob bisher jedoch noch nicht.

Freut ihr euch auf frische Medienkritik von Michael Haneke in Flashmob?

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