Vom TV zum Kino

Michelle Williams - Indie Queen der großen Gefühle

Michelle Williams in Take this Waltz.
© KOOL Film
Michelle Williams in Take this Waltz.

Michelle Williams hat in ihrer inzwischen fast zwanzig Jahre umfassenden Karriere schon viele Rollen übernommen. Darunter waren von einer Teenie TV-Serie über Splatterhorror bis zum stillen Independentfilm fast alle Genres vertreten. Mit ihrem großen Durchbruch bot sich ihr die Gelegenheit, vor allem anspruchsvolle Rollen wahrzunehmen, die ihren Ruf als herausragende Schauspielerin begründen. In diesem Monat starten ihre beiden neuesten Filme Die fantastische Welt von Oz und Take This Waltz in den deutschen Kinos. Wir nehmen das zum Anlass, ihr ein Porträt zu widmen.

Den Anfang ihrer Schauspielkarriere markiert ihre Hauptrolle in Lassie 1994. Ein knappes Jahr später macht Michelle Williams mit fünfzehn Jahren ihren Schulabschluss und lässt sich gerichtlich für mündig erklären, um in Los Angeles ihre Schauspielkarriere richtig angehen zu können. Nach kleinen Nebenrollen in verschiedenen Fernsehserien und TV-Filmen ergattert sie auch Rollen in Horrorfilmen wie Species von Roger Donaldson und Halloween H20: 20 Jahre später von Steve Miner. Der Durchbruch gelingt ihr jedoch nicht durch Splatterhorror, sondern 1998 mit der Serie Dawsons Creek. Darin dreht sich alles um die Beziehungen und Freundschaften von vier Teenagern des Städtchen Capeside. In ihrer Rolle der Jen Lindley zeigt Michelle Williams schon ihr großes Talent für dramatische Rollen. Noch während der Serie nimmt sie Rollen in kleineren Independentproduktionen an, darunter Prozac Nation – Mein Leben mit der Psychopille neben Christina Ricci und State of Mind mit Ryan Gosling.

Nach dem Ende der Serie 2003 steht die junge Schauspielerin unter anderem auf dem Williamstown Theater Festival neben Jessica Chastain auf der Bühne, blieb aber auch weiterhin dem Independentfilm treu. Kurz darauf folgt ihr großer Durchbruch im Filmgeschäft. In Brokeback Mountain von Ang Lee spielt sie an der Seite ihres späteren Lebensgefährten Heath Ledger dessen Frau. Die versucht verzweifelt im Amerika der 1960er Jahre, mit der Homosexualität ihres Mannes fertig zu werden. Für ihre feinfühlige und eindringliche Darstellung wird sie für den Oscar und den Golden Globe als Beste Nebendarstellerin nominiert.

Im Jahr darauf spielt sie neben Paul Giamatti in einem weiteren Independentdrama The Hawk Is Dying. 2007 verkörpert sie an der Seite von Cate Blanchett das Model Coco Rivington in dem Musikfilmdrama I’m Not There von Todd Haynes. Nach der Trennung und dem Tod von Heath Ledger hat sie sich in die Arbeit gestürzt. In den folgenden zwei Jahren dreht sie acht Filme, darunter auch Blue Valentine, in dem sie wieder neben Ryan Gosling vor der Kamera steht. Ihr gefühlvolles und eindringliches Spiel in dem Drama um das Ende einer Ehe, ebenso wie ihre Darstellung der Ikone Marilyn Monroe in My Week with Marilyn bringen ihr Oscar- und Golden Globe-Nominierungen. Für letzteren erhält sie den Golden Globe dann auch.

Michelle Williams sucht immer wieder nach schauspielerischen Herausforderungen, was ihre Rollenauswahl auch so vielseitig macht. Sie bleibt nicht in einem bestimmten Genre, sondern wechselt scheinbar spielend von Drama zu Komödie. Dabei hat sie ein Händchen für ruhige und anspruchsvolle Charaktere und eine Vorliebe für Independentfilme. Diese Vielseitigkeit zeigt sie auch bei ihren neuesten Projekten. In der Independentdramödie Take This Waltz spielt sie eine verheiratete Frau, die sich nach fünf Jahren Ehe neu verliebt und eine schwerwiegende Entscheidung treffen muss. Auch hier beweist sie wieder ihre große Stärke, stillen Charakteren Tiefe zu verleihen. Im Disney-Spektakel Die fantastische Welt von Oz geht sie neue Wege und wagt den Schritt ins Blockbuster-Kino. Mit ihrer eindringlichen Darstellung der Hexe Glinda porträtiert sie einen geerdeten Charakter in einem Fantasieland und schafft so einen Ruhepol im bunten Effektfeuerwerk.

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