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Neues The Thing-Remake: Die Ablehnung ist völlig unbegründet

The Thing - Trailer (Englisch)
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© Universal Pictures
The Thing
30.01.2020 - 17:30 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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Aus der Erzählung, auf der die beiden The-Thing-Filme sowie ein Prequel basieren, soll erneut ein Film entstehen. Das Internet reagiert ablehnend, doch das ist vorschnell.

John Carpenters Das Ding aus einer anderen Welt sei perfekt, man solle den Stoff bloß unangetastet lassen, ehe sich noch einmal so ein Unglück wie mit dem 2011er-Prequel ereignet! So tun viele empört ihre Meinung kund, nachdem kürzlich die Meldung die Runde machte, dass Frozen Hell entstehen soll.

Der Film soll auf der um einen guten Seitenbatzen erweiterten Erzählung Who Goes There? von Science-Fiction-Autor John W. Campbell Jr. basieren, die sich bereits die früheren The Thing-Filme zum Vorbild nahmen.

Doch abgesehen davon, dass John Carpenters Kult-Klassiker selbst ja auch ein Remake des gleichnamigen Streifens von Howard Hawks ist, wird hier reflexartig auf eine Neuadaption geflucht, das sich im besten Fall sogar als eine echte Chance für die heutige Kinolandschaft herausstellen könnte.

Die Kritik fußt überwiegend auf zwei Befürchtungen:

Neuer The Thing-Film: Wird die Alien-Substanz toterklärt?

Die 42 Extra-Seiten der Ursprungsgeschichte, die nach Ewigkeiten überraschend wieder das Tageslicht erblickten, sollen u. a. "neue Hintergründe" beinhalten. Fans fürchten nun, der mysteriöse extraterrestrische Organismus würde durch einen erweiterten Background seine Faszination einbüßen.

Ein Teil der Crew aus John Carpenters Das Ding aus einer anderen Welt

Eine nachvollziehbare und richtige Sorge. Nur: Bisher ist gar nicht klar, welcher Natur diese ominösen zusätzlichen Hintergründe sein werden. Es ist nämlich ebenso wahrscheinlich, dass hier eine ausgefeiltere Figurenzeichnung gemeint ist.

Und ein Quäntchen mehr Charaktertiefe würde den Kameraden in der klaustrophobisch engen Forschungsstation gar nicht schlecht zu Gesicht stehen. Je besser man die Figuren kennt, desto mehr fiebert man mit. Deshalb: Vielleicht einfach abwarten, was sich hinter den diffusen Extra-Inhalten tatsächlich verbirgt, statt sofort das Schlimmste zu befürchten.

Neuer The Thing-Film: Verhunzen Computereffekte den Film?

Die wohl größte Sorge der Fans rührt daher, dass die schlechte Erinnerung an The Thing von 2011 noch so frisch ist. Dem in Ungnade gefallenen Prequel zur Carpenter-Version mangelte es nicht nur an Originalität, sondern auch an der Faszination der praktischen Effekte, welche den Film zu einem zeitlosen Augenschmaus machen.

Die Effekte aus dem Prequel The Thing

Tatsächlich hatte der viel gescholtene Streifen anfangs sogar beeindruckende handgemachte Effekte, die quasi in letzter Minute aber durch wenig überzeugendes CGI ersetzt wurden.

Diese kapitale Fehlentscheidung wurde im Nachhinein viel diskutiert. Genau das dürfte den Leuten von Blumhouse (Get Out) und Universal, die Frozen Hell auf die Beine stellen, aber mehr als nur bewusst sein. Es ist bekannt, dass ein weiterer seelenloser CGI-Schnellschuss nun erst recht zum Scheitern verurteilt wäre. Deshalb ist das kein Fehler, der ein zweites Mal gemacht werden wird.

Ein The Thing-Remake für eine bessere Zukunft des Horror-Genres

Insofern lässt dieser letzte Punkt sogar hoffen und schürt Vorfreude: Punktet Frozen Hell nämlich mit durch kunstfertige Werkarbeit entstandene Effekte, wird das für Aufsehen sorgen und mit etwas Glück sogar dazu führen, dass in der Folge auch andere Filme des Horror- und Sci-Fi-Genres wieder auf die gute alte Analog-Tricktechnik zurückgreifen. Ja, der anhaltende CGI-Trend könnte im Extremfall sogar gebrochen werden.

Warum also nicht das nächste The Thing als Chance für das Kino sehen, statt es prompt zu verteufeln? Das kann man schließlich immer noch, wenn der Film da ist.

Glaubt ihr, dass Frozen Hell gelingen kann, oder seht ihr schwarz für die The Thing-Neuverfilmung?

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