Peinliche Änderung: Disney+ versteckt nackte Haut in Kultfilm

14.04.2020 - 12:45 UhrVor 12 Monaten aktualisiert
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© 20th Century Fox/Disney
Splash
Für Disney+ wurde die Kultkomödie Splash mit Tom Hanks nachträglich bearbeitet. Die Maßnahme selbst und ihre Durchführung wirken ziemlich lächerlich. Seht hier die Bilder.

Disney hat offenbar für seinen Streamingdienst Disney+ die Komödie Splash - Jungfrau am Haken aus Gründen der Familienfreundlichkeit beschnitten. Wir können euch einige "Beweisfotos" vorlegen, in denen unerwünschte Nacktheit nachträglich und nicht wirklich subtil mit bizarrer animierter Körperbehaarung bepflanzt wurde. Aber warum macht sich Disney überhaupt die Mühe?

Disney+ ändert Nacktszenen in Splash mit Tom Hanks: Das ist passiert

In Splash wechselt Daryl Hannah als Madison zwischen zwei Erscheinungen: An Land tritt sie als Mensch auf, bei Berührung mit Wasser wächst ihr die Schwanzflosse über den Unterleib. Nacktszenen bleiben da natürlich nicht aus. Immer wieder flitzt Daryl Hannah auf der Suche nach ihrer von Tom Hanks gespielten großen Liebe entblößt über Strände und andere wassernahe Locations.

Die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale, also das, woran sich Disney stört, sind entweder gar nicht erst im Bild oder werden von Hannahs langer Haarmähne bedeckt.

Veränderte Szenen bei Disney+: Das künstliche Haar sieht lächerlich aus

Das Problem: Die Haare reichen nicht aus, um auch Hannahs Hinterteil zu verschleiern. Rote Lichter in der Familienfreundlichkeitsabteilung bei Disney, Einsatz der schnellen Eingreiftruppe für Nacktheitsnotfälle ("Dafür haben wir trainiert!"). Das ist das Ergebnis:

Zusätzlicher Pelz in Splash

Das ohnehin bis übers Steißbein reichende Haupthaar wurde zusätzlich verlängert. Das klingt simpel, wirklich natürlich sieht die Pelzfrisur aber nicht aus, zumal die die Animations-Studios von Disney ja besonders stolz sind auf die detaillierten und präzisen Nachbildungen von Haaren, etwa in Rapunzel - Neu verföhnt. Bei Splash kam diese Expertise offensichtlich nicht zum Einsatz.

Die digitalen Hair-Extensions in der Disney+-Version haben eine andere Farbe als der Rest der Haare, wirken weicher und irgendwie losgelöst vom Rest des Schopfes. Das Bild oben erweckt insgesamt eher den Eindruck, als würde Daryl Hannah eines dieser wuscheligen Sofakissen am Steißbein kleben.

Entdeckt hat die Änderung diese Twitter-Nutzerin:

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Das ist aber längst nicht die einzige für Disney+ "angepasste" Szene in Splash, wie andere US-Newsseiten  inzwischen herausfanden. In einer unter der Freiheitsstatue gedrehten Szene verzichtete Disney auf "Pelztechnologie" und verfremdete die entsprechenden Stellen mit einem Weichzeichner.

Verwischter Hintern in Splash bei Disney+

Nacktheit gibt es bei Disney+ nicht

Nein, Nacktheit gibt es bei Disney+ nicht. Steigt der Hulk in Thor 3 splittfasernackt aus dem Whirlpool, wendet sich Chris Hemsworth verstört von den sicher mächtigen und bestimmt auch sehr grünen Genitalien ab und spricht mit entrücktem Blick von Bildern, die er nie wieder aus dem Kopf kriegen wird (und die auch bei den Zuschauern unweigerlich im Kopf erscheinen, nebenbei bemerkt).

Beim nächsten Schnitt trägt Hulk ein Handtuch. Alles im grünen (sorry) Bereich. Disney unterbindet solche Splash-Vorfälle schon im Moment des Drehs. Aber was ist mit Filmen, die Disney nicht selber in Auftrag gegeben und nicht entsprechend überwacht und gefiltert hat?

Splash ist kein Disney-Film

Splash - Jungfrau am Haken ist einer jener Filme, die über den Kauf des Studios 20th Century Fox im Disney+-Katalog landeten. Die harmlose Liebes-Fantasy-Komödie ist trotz sporadischer Nacktheit kaum sexuell aufgeladen, erhielt in den USA aufgrund der Nacktszenen (wir sprechen hier wirklich nur von hin und wieder aufblitzenden nackten Hinterteilen, nichts Besonderes oder auch nur im entferntesten Anstößiges) aber ein PG-13-Rating, was einer deutschen FSK 12 entspricht.

Den rigorosen Disney-Richtlinien war aber wohl auch das noch zuviel. Schon vor dem Start des Streams bei Disney+ blendet der Streamingdienst diesen Hinweis ein:

Dieser Film wurde gegenüber seiner ursprünglichen Version modifiziert. Er wurde redaktionell überbearbeitet.

Es ist ein Hinweis, den ihr vielleicht aus Flugzeugen kennt, wo Filme mit "anstößigen" Sequenzen ebenfalls für die Auswertung angepasst werden.

Dieses Vorgehen von Disney ruft selbst in den prüderen USA belustigte Reaktionen hervor. Es passt jedoch zum familienfreundlichen Erscheinungsbild des Streamingdienstes, dass Disney konsequent auch auf seine Inhalte durchdrückt. Sogar vor nachträglichen Änderungen schreckt das Unternehmen wohl nicht zurück. Disney selbst hat sich zu der Maßnahme noch nicht geäußert.

Podcast zu Disney+: Lohnt sich der Streaming-Dienst?

Im Moviepilot-Podcast Streamgestöber - auch bei Spotify  - prüfen wir den neuen Streaming-Dienst Disney+ für euch:

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Wie viel kostet Disney+? Kann ich den Account teilen? Welche Filme und Serien lohnen sich abseits der großen Star Wars- und Marvel-Inseln und was gucken wir selbst als erstes? Andrea, Jenny und Hendrik beantworten alle eure Fragen.

Was haltet ihr von der Bearbeitung von Splash?

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