Neuer Film über Eva Perón

Seltsamer Totenkult um Präsidentengattin Evita

Eva Perón und Dr. Pedro Ara
© By Francisco Bolsíco, E.F.C.A. (AGN), via Wikimedia Commons
Eva Perón und Dr. Pedro Ara

Alle Fans des lateinamerikanischen Kinos können sich freuen, denn mit Evita wartet ein besonderes Schmankerl mit Stars der Szene auf das Publikum. Wer auf jede Menge Gesang und Tanz wie im Musical Evita hofft, muss enttäuscht werden, denn im neuen Werk des argentinischen Regisseurs Pablo Agüero ist nichts dergleichen zu erwarten. Wie Variety heute berichtet, stehen bereits einige Darsteller des Casts fest. Unter anderem kann sich der geneigte Zuschauer an der Anwesenheit von Gael García Bernal erfreuen, der bereits in Filmen wie Die Reise des jungen Che, Science of Sleep – Anleitung zum Träumen und Briefe an Julia vor der Kamera stand. Die Präsidentengattin Eva Perón wird von Mía Maestro verkörpert, die der Zuschauerschaft möglicherweise aus Filmen wie Frida und Twilight 4: Breaking Dawn – Biss zum Ende der Nacht – Teil 2 bekannt ist.

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Inhaltlich wird sich der Film um die 25 Jahre andauernde Reise des Leichnams von Evita drehen. Noch im Tod war die Gattin vom argentinischen Präsidenten Juan Perón ein Symbol für Freiheit und Gerechtigkeit und wurde dafür vom Volk verehrt. Die Militärs, die den Präsidenten 1955 stürzten, fürchteten diese Anziehungskraft, die die Tote zu einer Gefahr für das neue Regime machte. Da sie den Leichnam nicht zerstören wollten, schafften sie ihn außer Landes und eröffneten damit ein über zwei Jahrzehnte andauerndes, mehr als makaberes Versteckspiel.

Gael García Bernal wird einen hochrangigen Militär namens Admiral Emilio Eduardo Massera spielen, der als einer der Hauptfiguren in den blutigen Krieg zwischen Staatsgewalt und Regimekritikern verstrickt ist. Mía Maestro kommt die etwas zweifelhafte Ehre zu, den Leichnam der Evita zu spielen. Zur Zeit macht der Regisseur Pablo Agüero bei den Filmfestspielen in Cannes auf sein Projekt aufmerksam, um dort Geldgeber zu finden. In einem Kommentar zum Projekt sagte er, dass er zeigen wolle, was die Person Evita ausgelöst habe. Er spricht von der massiven Revolte gegen die Ungerechtigkeit des Kapitalismus und die anschließende unverhältnismäßig brutale Revolte, die die Stimme der Präsidentengattin und ihres Volkes jedoch nie zum Verstummen bringen konnte. Die Arbeit an dem Projekt beginnt voraussichtlich Anfang 2014.

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