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Warum sich 4k Ultra HD Blu-Rays nicht durchgesetzt haben

Sony und die 4K Ultra HD Blu-Ray

22.05.2020 - 00:00 UhrVor 5 Monaten aktualisiert
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Bild zu Sony und die 4K Ultra HD Blu-Ray
© Pixabay
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Relativ still und leise kamen die erste 4K-Blu-Ray-Player auf den Markt und auch die ersten entsprechenden Discs. Alles sah "wie immer" bei einem neuen Format aus: Die Auswahl ist klein und die Geräte sind teuer, aber mit der Zeit wird sich das sicherlich geben. Das mag bei den Playern noch zutreffen, 4K-Blu-Rays sind aber nicht nur teuer, sondern eher exorbitant teuer. Fast 30 Euro kostete so eine schwarze Blu-Ray, also gut das doppelte von aktuellen Blu-Ray-Neuerscheinungen. Das ist einfach viel zu viel. Maximal 16-20 Euro wären in Ordnung gewesen, so ist das Ganze von vorne herein zum Scheitern verurteilt gewesen. Klar, Pressemeldungen haben von einem erfolgreichen Start der 4K-Blu-Ray gesprochen, aber was sollten sie auch anderes machen.

Bei der Einführung der DVD und der Blu-Ray hatte der Filmenthusiast keine Wahl: Wollte er einen Film in der zum jeweiligen Zeitpunkt besten Qualität, musste er wohl oder übel den teuren Preis der aktuellen Systeme schlucken - jetzt war das anders. Die 4K-Blu-Ray hatte von Anfang an eine große Konkurrenz: Streaming. Anders ausgedrückt: Wer 4K-Filme schauen wollte, war auf die Blu-Ray nicht zwangsläufig angewiesen, sondern hatte bereits mit Amazon Prime, Netflix & Co genügend Alternativen.

Was aber letztendlich der größte Fehler bei der Vermarktung der 4K-Blu-Ray gewesen sein dürfte, war das falsche Verhalten von Sony. Als Filmstudio UND Hardware-Anbieter (Fernseher und Player) sollte keine Firma ein größeres Interesse an einer raschen Verbreitung des neuen Blu-Ray-Formats haben - das Handeln ging aber eher in die andere Richtung und suggerierte zumindest, dass der 4K-Blue Ray keine große Chance eingeräumt werden würde. Mit Einführung der Playstation 3 im Jahr 2006 hatte Sony noch maßgeblich zur Verbreitung der Blu-Ray beigetragen: Jeder Playstation 3-Käufer bekam gleichzeitig einen technisch guten Blu-Ray-Player quasi "geschenkt" und diese Tatsache hatte großen Anteil am Siegeszug der Blu-Ray. Umso unverständlicher war es, warum Sony dieses Erfolgsbeispiel 2016 mit der neuen Playstation 4 nicht wiederholen wollte. Die Wörter "4K" bzw. "UltraHD" wurden dauernd mit der neuen Konsolenversion in Verbindung gebracht (ob zurecht ist eine andere Frage) und praktisch jeder hatte bei der Präsentation damit gerechnet, dass daher auch ein 4K-Laufwerk für Blu-Rays verbaut werden würde - dem war aber nicht so. Sony hat wohl lieber ein paar Euros (dürfte ein niedriger zweistelliger Betrag pro Konsole sein) sparen wollen, anstatt das neue Blu-Ray-Format, welches ansonsten von der japanischen Firma dauernd unterstützt wird, in den Markt zu drücken. Meiner Meinung nach ein ganz großer Fehler. Es ist nicht mal sicher, ob die Rechnung überhaupt aufgegangen ist: Es könnte durchaus der ein oder andere Käufer wegen des fehlenden 4K-Laufwerks abgeschreckt worden sein...

Daher bleibt nur zu sagen: Mach's gut, "4K Ultra HD Blu-Ray". Wir werden Dich nicht vermissen...

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