Star Wars 7 von George Lucas: Diese abgefahrene Version des Films werden wir niemals sehen

Star Wars 7: Das Erwachen der Macht
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Star Wars 7: Das Erwachen der Macht
01.02.2021 - 08:20 UhrVor 6 Monaten aktualisiert
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Wie hätte George Lucas' Version von Star Wars 7 ausgesehen? Wir haben uns auf Spurensuche begeben und viele Unterschiede, aber auch einige Parallelen zu Das Erwachen der Macht ausfindig gemacht.

Inzwischen ist die neue Star Wars-Trilogie komplett: Unter dem Dach von Disney sind in den vergangenen Jahren die Episoden 7, 8 und 9 entstanden, allerdings ohne die Beteiligung von Star Wars-Schöpfer George Lucas. Bevor dieser seine Firma Lucasfilm an Disney verkaufte, fertigte er eigene Entwürfe für die Sequel-Trilogie an. Wir verraten die überraschenden Unterschiede und Parallelen.

Star Wars: So hätte George Lucas' Episode 7 ausgesehen

Natürlich gibt es kein komplettes Drehbuch, das uns alle Geheimnisse über George Lucas' Version von Star Wars 7: Das Erwachen der Macht verrät. Wir wissen nicht einmal, welchen Titel der Film getragen hätte. In den vergangenen Jahren sind dennoch einige Infos zu den ursprünglichen Plänen durchgesickert. Besonders spannend ist: Die grundlegendsten Züge der Geschichte haben sich nie verändert.

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Von Anfang sollte sich Episode 7 (und die nachfolgenden zwei Teile der Sequel-Trilogie) um eine junge Frau und ihren Weg zur Jedi drehen. In seinem ersten Entwurf skizzierte Lucas die Figur als 14-Jährige und nannte sie Taryn. Später folgten Namen wie Thea und Winkie. Auch das Alter veränderte sich. J.J. Abrams arbeitete mit einer ähnlichen Figur weiter, die er Kira nannte. Aus Kira wurde schließlich Rey.

Hier könnt ihr den Trailer zu Star Wars 7: Das Erwachen der Macht schauen:

Star Wars 7: Das Erwachen der Macht - Trailer (Deutsch) HD
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George Lucas hätte ebenfalls die Held*innen der Originaltrilogie zurückgebracht. Bei der Star Wars Celebration 2012 setzte er sich mit Carrie Fisher und Mark Hamill zusammen, um sie in seine Pläne einzuweihen. Harrison Ford kontaktierte er per Telefon. Hätten Fisher, Hamill und Ford abgesagt, hätte Lucas ihre Rollen aus dem Drehbuch geschrieben. Nach ihren Zusagen deuteten sich folgende Charakter-Arcs an.

  • Leia Organa: In Episode 7 wäre Leia in dem Wiederaufbau der Republik involviert gewesen, die sie am Ende als Oberste Kanzlerin angeführt hätte. Zudem hätte sie ihre Machtfähigkeiten vollständig entwickelt. Sie wäre die Auserwählte gewesen.
  • Han Solo: Über Han Solos Rolle ist am wenigsten bekannt. Nachdem Harrison Ford sich bereits bei Episode 6 dafür einsetzte, dass seine Figur stirbt, soll ihm Lucas versprochen haben, dass Han die Ereignisse von Episode 7 nicht überlebt.
  • Luke Skywalker: Der einst mächtige Jedi hätte sich aufgrund eines traumatischen Ereignisses an einem einsamen Ort versteckt. Dort hätte er wie Colonel Kurtz in Apocalypse Now gehaust. In Episode 8 wäre Luke auch bei Lucas gestorben.

Ein erster Entwurf der Colonel Kurtz-Version von Luke Skywalker:

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Star Wars: George Lucas und die Midi-Chlorianer

Bis an diesen Punkt lassen sich viele vertraute Elemente in Lucas' Version von Episode 7 entdecken, die wir so (oder zumindest in Variation) auch in den Filmen von J.J. Abrams und Rian Johnson gesehen haben. Darüber hinaus hätte Lucas aber einen völlig anderen Fokus gesetzt. Seine Entwürfe beschäftigten sich intensiv mit der Bedeutung der Midi-Chlorianer fürs Star Wars-Universum.

  • Was sind Midi-Chlorianer? In Episode 1 erfahren wir, dass es sich bei Midi-Chlorianern und mikroskopisch kleine Lebensformen mit hoher Intelligenz handelt. Diese verstecken sich in den Zellen eines jeden Lebewesens und ermöglichen den Umgang mit der Macht.
Qui-Gon erklärt Anakin die Midi-Chlorianer in Episode 1

Neben den Midi-Chlorianern war Lucas außerdem fasziniert von den Whills, die sich bis in seine ersten Krieg der Sterne-Konzepte zurückverfolgen lassen. In den bisherigen Star Wars-Filmen und -Serien sind sie allerdings nur als Randnotiz aufgetreten. In einem Gespräch mit James Cameron  schilderte George Lucas vor drei Jahren seine Whills-Pläne wie folgt:

[Die nächsten drei Star Wars-Filme] hätten sich mit einer mikrobiotischen Welt befasst. Aber es gibt diese Welt von Wesen, die anders funktionieren als wir. Ich nenne sie die Whills. Und die Whills sind diejenigen, die das Universum eigentlich kontrollieren. Sie ernähren sich von der Macht.

Dazu ergänzte er:

Früher habe ich immer gesagt, das bedeutet, dass wir nur Autos und Fahrzeuge sind, in denen die Whills herumfahren können. Wir sind Gefäße für sie. Und die Midi-Chlorianer fungieren als Leitung. Die Midi-Chlorianer sind diejenigen, die mit den Whills kommunizieren. Die Whills sind, im allgemeinen Sinne, die Macht.

Das klingt deutlich abstrakter als die Geschichte der jetzigen Sequel-Trilogie. George Lucas hätte sich für seine Fortsetzungen aber nicht nur in den unergründlichen Geheimnissen der Macht verloren. In dem Behind-the-Scenes-Buch Das Star Wars Archiv: 1999-2005 * geht George Lucas im Interview mit Autor Paul Duncan auf weitere konkrete Ideen ein.

Die große Star Wars-Rückkehr von Darth Maul in Episode 7

Als großen Bösewicht hätte Lucas im Rahmen von Episode 7 niemand Geringeren als Darth Maul zurückgebracht. Der Zusammenbruch des Imperiums hätte in der weit entfernten Galaxis ein Machtvakuum hinterlassen, sodass sich kriminelle Organisationen ausbreiten und an Einfluss gewinnen konnten. Maul hätte eine dieser Organisationen angeführt.

  • Wie wäre Darth Mauls Rückkehr möglich gewesen? Ähnlich wie in The Clone Wars und Star Wars Rebels hätten wir den einstigen Sith zuerst mit kybernetischen und später mit metallenen Beinen gesehen.

Wie Lucas erklärt, wäre dem alternden Maul in der Sequel-Trilogie die Rolle des "Paten der Unterwelt" zugekommen. Darüber hinaus sollte der Oberbösewicht die aus der Comicreihe Star Wars: Legacy bekannte Schurkin Darth Talon als Schülerin trainieren.

Darth Maul in Solo: A Star Wars Story

Die hinterbliebenen Stormtrooper hätten sich derweil zu einer eigenen militanten Organisation zusammengeschlossen und erneut gegen die Republik gestellt. "Der Wiederaufbau ist deutlich schwerer, als eine Rebellion zu starten oder Krieg zu führen", erklärt Lucas seine Motivation in Das Star Wars Archiv: 1999-2005.

Auch Lucas wollte die Star Wars-Trilogien zusammenführen

George Lucas wollte den Bogen zum Beginn der Saga schlagen. Nicht nur die Integration von Darth Maul und der Midi-Chlorianer entpuppt sich als direkte Verbindung zu Episode 1. Auch thematisch schließt der Gedanke des Wiederaufbaus konsequent an die Ereignisse der vorherigen Trilogien an, die vom Niedergang der Demokratie über den Aufstieg des Imperiums bis hin zur Rebellion im Sternenkrieg erzählten.

Was Lucas abseits des politischen Rahmens wichtig war: Das Motiv mehrerer Generationen, die durch eine große Geschichte und einen zentralen Konflikt verbunden sind. Eine Trilogie über die Eltern, eine Trilogie über die Kinder und eine Trilogie über die Enkelkinder - jede Figur wird mit der Frage konfrontiert, für welche Seite der Macht sie sich entscheidet. Einiges davon steckt auch in Star Wars 7 und Sequel-Trilogie, die wir bekommen haben.

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