Animations-Stopp

Studio Ghibli-Legende Hayao Miyazaki geht in Rente

02.09.2013 - 09:27 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
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The Wind Rises
© Toho Company
The Wind Rises
Der japanische Animationsfilm-Regisseur Hayao Miyazaki ließ beim diesjährigen Filmfestival in Venedig verkünden, dass es sich bei seinem aktuellen Werk The Wind Rises um seinen letzten Film handeln wird. Die wohlverdiente Rente ruft ihn zu sich.

Nicht jeder Tag kann mit einer guten Nachricht beginnen. Der japanische Animationsfilm-Regisseur und Manga-Zeichner Hayao Miyazaki geht in Rente. Sein aktuelles Werk Wie der Wind sich hebt lief gestern beim Filmfestival in Venedig. Dies nahm der 72-jährige Künstler als Anlass, seinen Rücktritt vom Filmemachen zu verkünden zu lassen. Kôji Hoshino, Präsident von Miyazakis Produktionsfirma teilte mit: „Miyazaki hat sich dazu entschieden, dass Kaze Tachinu (The Wind Rises) sein letzter Film sein wird, und jetzt wird er in den Ruhestand gehen“, zitiert die New York Times. Weitere Einzelheiten sollen kommende Woche in Tokyo mitgeteilt werden. Wenn es sich jemand verdient hat, seine Pension zu genießen, dann wohl der Schöpfer von so zauberhaften Werken wie Prinzessin Mononoke, Das wandelnde Schloss und Chihiros Reise ins Zauberland, welcher 2003 den Oscar für den Besten fremdsprachigen Film erhielt.

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Miyazakis Drama The Wind Rises bekam einmal mehr äußerst positive Kritiken vom westlichen Publikum, doch in der Heimat und in Südkorea musste der Filmemacher dafür heftige Kritik einstecken. Der Film handelt von dem Flugzeugkonstrukteur und Visinär Jiro Horikoshi, der den Zero Fighter aus dem Zweiten Weltkrieg entworfen hat. Eigentlich wollte Jiro bloß ein Wunderwerk erschaffen, doch später kam es zum traurigen Einsatz der Maschine bei der Luftattacke von Japan auf Pearl Harbour. Kritikerstimmen in Südkorea warfen Miyazaki die Verharmlosung des Krieges vor, während aus Japan regelrechte Hasstiraden auf ihn einprasselten (wir berichteten).

Warum Studio Ghibli-Maestro Miyazaki The Wind Rises gedreht hat, erzählt er der JapanRealtime: “Meine Frau und meine Crew fragten mich: ‘Warum willst du eine Geschichte machen über einen Mann, der Waffen für den Krieg hergestellt hat?’ Und ich dachte, sie hätten recht. Aber eines Tages hörte ich, wie Horikoshi einmal gemeint hat: ‘Alles was ich wollte, war etwas Schönes zu erschaffen.’ Und ich wusste, ich hatte mein Thema gefunden.” In Japan hat The Wind Rises in sechs Wochen bereits über 80 Millionen US-Dollar eingespielt.

Anstatt nun Trübsal zu blasen, verratet uns doch, welcher euer Lieblingsfilm von Miyazaki ist.

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