Von Train to Busan zum MCU: Alle reißen sich um den koreanischen Bud Spencer

Ma Dong-seok alias Don Lee in The Gangster, the Cop, the Devil
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Ma Dong-seok alias Don Lee in The Gangster, the Cop, the Devil
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the gaffer Jenny Jecke
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Stellvertretende Chefredakteurin bei Moviepilot, schreibt am liebsten über Game of Thrones und Filme, die in Hongkonger Nudel-Restaurants spielen.

Zombies haben ihn berühmt gemacht, bald trifft er auf waschechte Marvel-Superhelden. Der Südkoreaner Ma Dong-seok zählt seit Train to Busan zu den Shooting Stars seines Landes und stößt in The Eternals zum Marvel Cinematic Universe.

Bei den Filmfestspielen in Cannes hat der stämmige Star mit dem anglisierten Namen Don Lee seinen neuen Thriller The Gangster, the Cop, the Devil vorgestellt, in dem er das tut, was er am besten kann: Unsere Herzen gewinnen, während er Backpfeifen verteilt wie andere Schulterklopfer.

The Gangster, the Cop, the Devil ist ein hervorragendes Beispiel dafür, warum sich Marvel Studios und Regisseurin Chloe Zhao ausgerechnet Ma Dong-seok für The Eternals geangelt haben. Ma hat sich zum Superstar eines der lukrativsten Märkte des MCU gemausert, aber das ist nicht der einzige Grund.

Drei Dinge, die ihr über Eternals-Star Ma Dong-seok wissen solltet:

  • Vor seiner Schauspielkarriere hat Ma Dong-seok unter dem Namen Don Lee MMA-Kämpfer trainiert.
  • Berühmt wurde er durch den Zombiethriller Train to Busan.
  • Sylvester Stallone produziert ein Remake von The Gangster, the Cop, the Devil mit Ma Dong-seok in derselben Rolle.
  • Alle Infos zum Festival Cannes 2019 in der Übersicht.

Ma Dong-seok alias Don Lee: Der Eternals-Star spielt in Cannes einen Gangster

2016 saß ich an einem milden Abend in einem Kino mit der Statik eines Zirkuszelts, um Train to Busan zu sehen. Drei Jahre später fand ich mich im selben Kino in Cannes wieder für The Gangster, the Cop, the Devil. Beide Filme liefen im Rahmen der Mitternachts-Screenings im Festival, als knackige Unterhaltung außerhalb des Wettbewerbs.

Nur geht Ma Dong-seok im unhandlich betitelten The Gangster, the Cop, the Devil nicht auf infizierte Zombies los, um seine Familie zu beschützen. Stattdessen spielt er in dem Film, der momentan auf Platz 1 der Kino-Charts in Südkorea steht, einen Gangster, der sich auf der Jagd nach einem Serienkiller mit einem Cop zusammen tut. So viel zum Titel ...

Beim Schauen des leider nur oberflächlich kompetenten Thrillers beschlich mich das Gefühl, ihn schon gesehen zu haben. Nur hieß er damals The Outlaws und lief beim Festival des phantastischen Films im spanischen Sitges. Auch in dem Hit von 2017 spielte Ma Dong-seok mit und haute reihenweise Gangstern eine runter.

The Outlaws basierte wie auch sein neuster Film auf einer wahren Geschichte und sammelte mit Ma Dong-seok als Cop über 50 Millionen Dollar an den koreanischen Kinokassen ein.

Im Cannes-Film verbünden sich Cop und Gangster gegen den Teufel

Stampfte er damals in einen Bandenkrieg, steht der baldige Marvel-Star in The Gangster, the Cop, the Devil nun auf der anderen Seite des Gesetzes. Nachdem sein Gangsterboss eines Abends von einem Fremden beinahe niedergestochen wird, geht er eine ungewöhnliche Koalition ein.

Zusammen mit einem Cop (Kim Mu-yeol) setzt er die Manpower seines Bande auf die Spur des Serienkillers (Kim Sung-kyu) an, der seine Opfer in orgasmischen Ausbrüchen mit dem Messer tötet. Warum der beim ersten Blick auf den wuchtigen Körper von Ma Dong-seok nicht davongerannt ist, wird leider nicht erklärt.

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Dieser Körper dominiert natürlich die Leinwandpräsenz von Ma Dong-seok bzw. Don Lee. In Train to Busan stemmten sich seine breiten Schultern und das massige Kreuz gegen Horden von Zombies. In The Outlaws und The Gangster, the Cop, the Devil muss er mit gesunden Leibern vorliebnehmen, die er mit bloßen Händen (oder einer Tür) plattmacht.

Ma Dong-seok weiß, wie man diesen Körper vor der Kamera ausfüllt. Das ist der Unterschied zwischen The Rock oder Arnold Schwarzenegger und den Wrestlern oder Bodybuildern, die ihre Fußspitzen ohne Erfolg vor eine Kamera gesetzt haben.

Wenn Ma in eine Lagerhalle voller Gegner tritt, dann mit der breitbeinigen Haltung des Besitzers - dieser Halle und der (noch unversehrten) Arme, Beine und Brustkörbe auf ihrem Betonboden. Ma Dong-seok strahlt nämlich eine unbezwingbare Selbstsicherheit aus.

Verteilt er in einer Kampfszene Tritte oder holt sein mächtiger Arm zum Schwung aus, dann in einer Mischung aus Pflicht und Hobby, zwischen Chiropraktiker und Ringer. Er muss keine Leute vermöbeln, um seiner selbst so sicher zu sein, aber schaden tut's auch nicht gerade.

Bald bei Marvel: Eine Mischung aus Bud Spencer und Sylvester Stallone

Ma Dong-seok hat sich mit dieser Mischung aus Bud Spencer-Klatschen und Sylvester Stallone-Ernst in kürzester Zeit zum bodenständigen Helden des südkoreanischen Kinos gemausert. Dank seiner Train to Busan-Herkunft dürfte er manchen internationalen Zuschauern bekannt vorkommen und des Englischen ist er auch mächtig.

Zudem hat sich Südkorea zu einem der wichtigsten Märkte für Marvel-Filme entwickelt. In drei Ländern außerhalb der USA spielte Avengers: Endgame über 100 Millionen Dollar ein: China, Großbritannien und Südkorea. Gedreht wurde auf der koreanischen Halbinsel mehrmals (siehe Black Panther) und die frühe Verpflichtung von Ma Dong-seok für The Eternals verspricht eine natürlichere Integration der koreanischen Stars als es bei den chinesischen Kollegen in Iron Man 3 der Fall war. Oder hoffen wir es zumindest.

In The Gangster, the Cop, the Devil zeigt sich derweil hervorragend, wie elastisch das eigentlich simple Image von Ma Dong-seok sein kann. Mas Unterweltboss trägt eine goldene Pilotenbrille und glänzende Anzüge, die er bei jeder Bewegung seines Bizeps zu sprengen droht. Es ist das Kostüm eines Emporkömmlings. Über der Haut von Ma Dong-seok zeigt es einen Mann aus kleinen Verhältnissen, der seinen Stolz auf den erarbeiteten Reichtum zeigt. Er hat sich dieses Kostüm verdient.

So gut wie jeder andere Schauspieler würde in der Rolle des Gangsters als sadistischer Brutalo rüberkommen, der in einer Szene einem Handlanger mit bloßer Hand zwei Zähne aus dem Oberkiefer bricht. Bei ihm wirkt es wie ein notwendiges Übel. Wir akzeptieren es, weil Ma Dong-seok einer von den Guten ist, auch als Gangster und auch in so einem mittelmäßigen Film, der von der Energie eines Train to Busan weit entfernt ist.

Was ich The Gangster, the Cop, the Devil wirklich übel nehme: Ma Dong-seok hat wegen diesem Film eine Rolle in John Wick 3 abgelehnt.

Habt ihr Train to Busan gesehen? Was haltet ihr von Ma Dong-seok?

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