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Was sagen die Kritiker zu... Elser?

Elser - Er hätte die Welt verändert
© NFP / Tobis
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Mit Elser - Er hätte die Welt verändert wendet sich Regisseur Oliver Hirschbiegel (Der Untergang) wieder einmal der Zeit des Nationalsozialismus zu. In seinem neuen Film geht es allerdings nicht um die Führungsriege des Regimes, sondern er widmet sich dem fast vergessenem Widerstandskämpfer Georg Elser. Bereits Klaus Maria Brandauer widmete eben jenem Mann 1989 mit Georg Elser - Einer aus Deutschland ein filmisches Denkmal. Elsers Bombenattentat auf Adolf Hitler scheiterte 1939 und hatte für ihn grausame Konsequenzen. Seine Wandlung vom einfachen Mann hin zum Attentäter und Gefangenem des Regimes wird in Elser - Er hätte die Welt verändert nacherzählt.

Der Film beginnt mit Georg Elser (Christian Friedel), welcher die Bombe im Münchner Bürgerbräukeller deponiert. Dort soll Adolf Hitler an diesem Tag eine Rede halten. Doch das Attentat schlägt fehl, die Bombe detoniert 13 Minuten nachdem Hitler das Gebäude verlassen hat. Georg Elser wird auf seiner Flucht geschnappt und gefoltert, um seine Komplizen zu verraten. In Flashbacks erfährt der Zuschauer dabei, was Elser zu seiner Tat bewogen hat und wie sein Leben vor der Zeit des Nationalsozialismus aussah. Anfangs reagiert Elser noch mit Spott auf seine Peiniger Arthur Nebe (Burghart Klaußner) und Heinrich Müller (Johann von Bülow), doch die Tortur wird immer schlimmer.

Was sagen die Kritiker zu... Elser?

Jay Weissberg von Variety ist vom Film nicht begeistert:

[...] Das banale Script, kombiniert mit sensationsheischenden Momenten [...] ergeben den selben lahmen Annäherungsversuch an ein historisches Ereignis anstatt echte, nicht manipulierte Emotionen [...].
David Rooney vom Hollywood Reporter sieht die Länge des Films als Problem, ist aber ansonsten angetan:
[...] Was die technische Seite betrifft, ist Hirschbiegel in Topform. [...] Aber '13 Minutes' [engl. Titel, Anm.d.Red.) hätte sich ein Beispiel an seinem Titel nehmen und weniger ausschweifend sein sollen. Der Film ist gut gespielt und zieht den Zuschauer in seinen Bann, lässt jedoch keinen Raum für Subtext, da alles in aller Breite erzählt wird [...].

Gregor Torinus von Spielfilm findet die Härte des Films angemessen und lobt die schonungslose Darstellung:

[...] Die Frage nach möglichen Mittätern wird im Prinzip relativ schnell geklärt. Trotzdem bleibt die Situation hochspannend, da sich zunehmend ein perfides Tauziehen zwischen den drei Hauptakteuren entwickelt. [...] So entspinnt sich ein fatales Psychodrama, dessen seelische Härte und Grausamkeit sich auch in der - gerade für einen deutschen Film - extrem schonungslosen Darstellung der Foltermethoden und der entsprechenden Auswirkungen zeigt.

Joachim Kurz von kino-zeit sieht Christian Friedel als Lichtblick:

Dass bei einer dann doch recht stattlichen Laufzeit von fast zwei Stunden die psychologische Entwicklung Elsers vom überzeugten Pazifisten zum Attentäter allerdings nicht schlüssig und fast nur aus den persönlichen Lebensumständen abgeleitet wird, enttäuscht bei aller Sorgfalt der historischen Rekonstruktion des Falles doch ein wenig, auch wenn vor allem Christian Friedel als Elser und Burghart Klaussner die gefällig-konventionelle Inszenierung zumindest teilweise vergessen lassen.

Benjamin Moldenhauer vom Spiegel ist auch weitestgehend überzeugt:

Regisseur Oliver Hirschbiegel ist mit "Elser - Er hätte die Welt verändert", [...] überraschenderweise ein sehr stimmiger Film gelungen. [...] [Elser] knüpft an die amerikanische Tradition des Biopics an, das ein einzelnes Schicksal zum Anlass nimmt, um Grundsätzliches zu erzählen. [...] Wie bereits in seinem Kinodebüt "Das Experiment" findet Hirschbiegel beklemmende Bilder für die Empathielosigkeit auch der Mitläufer. [...] "Elser - Er hätte die Welt verändert" konstruiert weder das Bild einer verführten Nation, noch versucht der Film, einen guten Deutschen als exemplarische Figur hinzustellen. Unmissverständlich macht er klar, dass Elser die Ausnahme gewesen ist.

Das Fazit zu Elser:

Elser - Er hätte die Welt verändert ruft bei den Kritikern gemischte Gefühle hervor. Lob bekommt der neue Film von Oliver Hirschbiegel vor allem für die darstellerischen Leistung des Hauptdarstellers Christian Friedel, welcher Elser mit Bravour auf die Leinwand bringt. An Hirschbiegels Inszenierung scheiden sich die Geister allerdings ein wenig. Optisch macht der Film viel her, aber was die Erzählweise angeht, sind sich die Kritiker nicht einig. Für Geschichtsinteressierte und Freunde des deutschen Kinos ist Elser wahrscheinlich einen Blick wert. Ansonsten vielleicht auch in der Heimkinovariante ausreichend.

Werdet ihr euch Elser - Er hätte die Welt verändert im Kino ansehen?

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