The Night Lands

Wir schauen Game of Thrones - Staffel 2, Folge 2

Arya und Gendry in The Night Lands
© HBO
Arya und Gendry in The Night Lands

Düster geht es zu in der zweiten Episode der zweiten Staffel von Game of Thrones. The Night Lands lautet passend der Titel und wie jede Woche gibt es hier eine Rekapitulation der Ereignisse und ihrer potenziellen Folgen. Nachdem The North Remembers letzte Woche die wichtigsten Zutaten der kommenden Staffel auf dem dramaturgischen Reißbrett versammelt hatte, macht sich Episode 2 daran, tiefer in die feudalen Hierarchien der Sieben Königreiche und darüber hinaus vorzudringen. Heraus kam eine Episode, die sich ganz auf ihre Figuren konzentriert, sich am Ende allerdings zu stark auf einen dünnen Cliffhanger verlässt. Vor Spoilern sei gewarnt.

Was passiert: Zwar verzichtet diese Episode von Game of Thrones auf Robb, Winterfell, Joffrey und Renly Barratheon. Dafür betreten wir mit Theon Greyjoy erstmals dessen Heimat, die Iron Islands. Theon soll seinen Vater Balon für Robbs Seite gewinnen. Doch Balon Greyjoy, der schon einmal ohne Erfolg gegen König Robert rebelliert hatte und seinen Sohn Theon als Geisel nach Winterfell schicken musste, ist zu stolz. Balon hat seine eigenen Pläne, in denen Theon nur eine marginale Rolle spielt. Währenddessen ermittelt Tyrion in King’s Landing, wer den Mord an König Roberts Bastarden in Auftrag gegeben hat. Er hat Cersei im Visier, findet aber heraus, dass Joffrey dahintersteckt. Dessen Schergen stoßen beinahe auf Gendry, der mit Arya gen Norden reist. Schön auch wie Gendry erfährt, dass Arya eine Lady ist und sich aufregt, dass er vor ihr gepinkelt hat.

Im Norden sieht Jon den Wald vor lauter Bäumen nicht und endet die Episode in einem aufgezwungenen Cliffhanger. Der weicht zwar stark vom Buch ab, macht andererseits aber Sinn, da die Folge im wesentlichen daraus besteht, dass die Beteiligten Pläne schmieden. Achja: Dany steht in der Wüste. Immerhin bekommt sie von den anderen feindlich gesinnten Normadenstämmen den abgehackten Kopf eines ihrer Kundschafter als Präsent. Eine Khalesi mit Macht wird von ihnen nicht akzeptiert.

Der Kampf um die Macht: Denken andere in dieser Phase von Game of Thrones scharf darüber nach, wie sie die Macht in den Sieben Königreichen an sich reißen oder was zum Teufel Craster mit seinen neugeborenen Jungs macht (Tipp: Er opfert sie den White Walkern, um von diesen nicht behelligt zu werden), übernimmt Tyrion den aktiven Part. In der letzten Folge betrat er ein King’s Landing, in dem Cersei, Joffrey, Varys und Littlefinger die tatsächliche Macht inne haben. Das will Tyrion ändern. Die wichtigste Handlung: Er schickt den Emporkömmling Janos Slynt, Kommandant der Stadtwache (Spitzname: Gold Cloaks), in den Norden und übergibt den Posten an seinen Söldner Bronn. Damit hat Tyrion mehrere Tausend Soldaten unter Kontrolle.

Bezeichnend ist, dass Tyrion die Willkürherrschaft seiner Verwandtschaft ablehnt. Es scheint, als hätte er jahrelang den sarkastischen Kommentator gegeben, um sich und seiner Familie nun endlich zu beweisen, wie richtig regiert wird. Eine der wichtigste Themen von Staffel 2 dürfte die Antwort auf die Frage sein, ob eine gerechte(re) Herrschaft auf Westeros überhaupt von Erfolg gekrönt sein kann. The Night Lands offenbart außerdem Tyrions größte Schwäche: Die Prostituierte Shae, mit der Varys, in einer Geste dreister Drohung gegenüber Tyrion, gemütlich plaudert. Varys ist ein Mitwisser, aber wird er die Information für oder gegen Tyrion verwenden?

Die Blut- und Titten-Szene des Tages: Stannis braucht einen Sohn, um seinen Anspruch auf den Thron zu stärken. Melisandre verspricht ihm genau das, als die beiden Game of Thrones auf dem Tisch, der gleichzeitig eine Karte von Westeros ist, eine der besseren Sexszenen bescheren. Besser, weil ihre wenig subtile Symbolkraft im Kontext der Handlung Sinn macht. Selbiges trifft auf die Littlefinger-Episode zu, in der er in seinem Bordell die Kunden beobachtet. Sie verdeutlicht seine Methoden, die Quelle seines Wissens, seiner Macht. Die anschließende Szene mit der trauernden Prostituierten Ros wirkt dadurch umso bedrohlicher (“I hate bad investments.”). Wirklich überflüssig war in dieser Episode nur Theons Frühsport. Wir wissen, dass er alles anmacht, das ihm über den Weg läuft und wir wissen, dass Frauen in dieser Gesellschaft nicht viel wert sind. In diesem Zusammenhang aussagekräftiger ist Theons Treffen mit seinem Vater und seiner Schwester Yara: “She can’t lead an attack.” “Why not?” “You’re a woman.”

Der Harry Potter-Gedächtnispreis: Jon Snow geht in einem Akt dummer Neugier allein in den Wald, um zu erfahren, was wir alle längst wissen.

Zitat des Tages: “The storms come and go. The big fish eat the little fish and I keep on paddling.” (Varys)

Tyrion Lannister, Awesome Guy: Das Treffen mit Janos Slynt ist wichtig für Tyrions Machtausbau, aber auch sehr komisch: “I’m not questioning your honor, Lord Janos, I’m denying its existence.” Über die Wall: “I found it surprisingly beautiful in a brutal, horribly uncomfortable sort of way.”

moviepilot Team
the gaffer Jenny Jecke
folgen
du folgst
entfolgen
"It's true we had a gentleman's agreement, but unfortunately, I am no gentleman."
Deine Meinung zum Artikel Wir schauen Game of Thrones - Staffel 2, Folge 2