Welcome to the Tombs

Wir schauen The Walking Dead – Staffel 3, Episode 16

02.04.2013 - 08:50 UhrVor 4 Jahren aktualisiert
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Überlebt Rick die letzte Konfrontation mit dem Governor?
© AMC
Überlebt Rick die letzte Konfrontation mit dem Governor?
Die dritte Staffel von The Walking Dead hat mit Welcome to the Tombs ihr – als furioses und schockierendes Finale versprochenes – Ende gefunden. Doch konnte der vorerst letzte Ausflug in die Welt der Zombie-Apokalypse tatsächlich überzeugen?

Letzte Woche stimmte mich This Sorrowful Life hinsichtlich des groß angekündigten Finales der dritten Staffel von The Walking Dead optimistisch. Obwohl die Episode nur schleppend in die Gänge gekommen war, mauserte sie sich nach der Halbzeit zum spannenden Eintrag in die Serien-Historie und punktete zum Schluss sogar mit dem konsequenten Tod einer wichtigen Figur: Merle (Michael Rooker) durfte, nachdem er sich für die richtige Seite entschieden hatte und den Governor (David Morrissey) endgültig das Handwerk legen wollte, mit Pauken und Trompeten ins Gras beißen. Zwar ging dieser Plan nicht ganz auf – doch wenn ich ehrlich bin, war in den letzten Sekunden – als Daryl (Norman Reedus) seinen Bruder als erbärmlichen, herumlungernden Beißer erkannte – pure Gänsehaut garantiert. Ein kleiner Hauch von Vorfreude auf den Abschluss der aktuellen Runde war also gegeben und seitens AMC sollte sowieso ein schockierendes Staffelfinale alles vorher Gesehene in den Schatten stellen. Die Frage ist nur, inwieweit Welcome to the Tombs dieses Versprechen tatsächlich einlöst.

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Was gibt’s Neues aus der Zombies-Apokalypse
Als im Oktober vergangenen Jahres Seed seine Premiere feierte, hielt ich die erste Einstellung der dritten Season mit folgenden Worten fest: Die Kamera fährt langsam – schon fast erhaben – aus dem Auge eines Zombies heraus. Auch Regisseur Ernest R. Dickerson eröffnet das letzte Kapitel mit eben jener Draufsicht auf ein, vom Wahnsinn durchtriebenes, Sehorgan. Dieses Mal sorgt jedoch der funkelnde, zornige sowie unberechenbare Blick des Governors für ein unbehagliches Gefühl. Aufgeputscht durch seine Rage, hält er einen Monolog des absoluten Größenwahns und drischt gleichzeitig unbarmherzig auf Milton (Dallas Roberts) ein. Aufgrund seines zweifelhaften sowie verräterischen Handelns ist dieser – genauso wie Andrea (Laurie Holden) – bei Woodburys Tyrann in Ungnade gefallen und soll nun die ehemals Geliebte des Governors erledigen oder er selbst wandelt fortan als Untoter durch die Gegend. You kill or you die heißt das Ultimatum, gegen das sich Milton zu wehren versucht, bis sein Schicksal besiegelt ist: Ein Messerstich beendet das Gerangel zwischen ihm und dem Governor, der seine ehemaligen Handlanger schließlich gemeinsam mit Andrea alleine und auf ihr Ableben warten lässt, denn wenn er sich in einen Beißer verwandelt, sterben sie beide.

Unterdessen herrscht im Gefängnis Aufbruchstimmung, jeder packt sein Hab und Gut zusammen und die Ruhe vor dem Sturm gewährt Rick (Andrew Lincoln) Möglichkeit zur Versöhnung mit Michonne (Danai Gurira). Es herrscht eine gedrückte Stimmung, Unsicherheit prägt die Lage und die gesamte Belegschaft zweifelt an ihrer Chance, den bevorstehenden Krieg zu überleben. Kein Wunder, denn währenddessen hetzt der Governor in Woodbury seine Hunde sowie Wölfe los, marschiert zum letzten Bollwerk der Gruppe und kaum erfreut sich Welcome to the Tombs seiner viertelstündigen Laufzeit, eröffnen die feindlichen Parteien das Feuer. Ausgestattet mit Trucks, einer rPrivatarmee sowie seinem erschreckenden Realitätsverlust, durchbricht der Governor die Mauern, stürmt den Gebäudekomplex und findet schließlich nichts weiter vor als eine aufgeschlagene sowie markierte Bibelstelle: And shall come forth; they that have done good, unto the resurrection of life; and they that have done evil, unto the resurrection of damnation. Schließlich gerät er mit seiner Truppe in den von Rick und Co. vorbereiteten Hinterhalt – was folgt, ist die schlagartige Flucht seiner Gefolgschaft. Somit entpuppt sich die heiß erwartete Schlacht ums Gefängnis beinahe als enttäuschende Farce, denn abgesehen von peitschenden Gewehr-Salven und dem pulsierenden Score von Bear McCreary, der das Geschehen wie immer nervenaufreibend vorantreibt, bietet dieser lang erwartete Höhepunkt reichlich wenig Highlights.

Die schockierende Tat des Gevernors erfolgt erst, als ihm seine Männer und Frauen die Gehorsamkeit kündigen. An dieser Stelle dreht er vollkommen durch und mäht in seinem Wahn die eigenen Leute nieder, als wären sie nur eine Horde lebensunwürdiger Kreaturen, die auf der Schlachtbank ihr erbärmliches Dasein fristen. Als Rick, Daryl und Michonne später den verheerenden Spuren des Monsters folgen und schließlich ebenfalls den Ort des Massakers entdecken, hat sich dieser jedoch mit den letzten zwei seiner verbliebenen Vertrauten aus dem Staub gemacht. Dementsprechend führt Rick seinen kleinen Stoßtrupp nach Woodbury, um Andrea aus den Fängen des Tyrannen zu bewahren – doch zu spät: Milton hat mittlerweile die Mutation zum Beißer vollzogen und die, hilflos in der Foltervorrichtung gefesselte, Andrea zwischen Hals und Schulter gebissen. In Gegenwart ihrer Freunde wählt sie jedoch nicht den Weg, der ihrer Schwester Amy (Emma Bell) in Wildfire vorherbestimmt war, sondern nimmt sich selbst das Leben, um die ansonsten unabwendbare Verwandlung in ein untotes Geschöpf zu vermeiden.

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