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Love is to Die

Wir schauen True Blood - Staffel 7, Folge 9

19.08.2014 - 08:50 UhrVor 6 Jahren aktualisiert
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Jessica und James beim Palavern
© HBO
Jessica und James beim Palavern
In der letzten Folge vor dem Finale setzt True Blood den Fokus auf die Aussprache zwischen den Charakteren. Erst am Ende von Love is to Die geht es wieder ans Eingemachte.

Wie es der Episodentitel schon vermuten lässt, wird sich in Love is to Die eher auf die zwischenmenschlichen Beziehungen konzentriert, statt auf eine (finalwürdige) Handlung. Dabei nimmt Bills Entscheidung und die folglichen Konsequenzen für seine Freunde einen Großteil der Screentime in Anspruch. Aber auch der lange verschollen geglaubte Sam taucht in der vorletzten Folge der finalen Staffel noch einmal auf. Und für alle, die sich vor einer gefühls- und kommunikationslastigen Episode fürchten, gebe ich jedoch einen Rat mit: Haltet bis zum Ende durch. Denn dann erwartet euch die wohl brillanteste Sex-Szene seit Menschengedenken.

Was passiert: Bills (Stephen Moyer) Entscheidung ist gefallen. Der ehemalige Super-Vampir  und Blutsauger-König von Louisiana wählt den wahren Tod statt Sarah Newlins (Anna Camp) rettende Kehle. Da können selbst die Überredungskünste von Jessica (Deborah Ann Woll) und Eric (Alexander Skarsgård) und ein paar heftige Schläge ins Gesicht von Sookie (Anna Paquin) nichts weiter bewirken. Um dem kommenden Schmerz Herr zu werden, bittet Jess ihren Schöpfer, sie wenigstens von ihrem gemeinsamen Band zu erlösen, was Bill schließlich auch mit ein paar liebevollen, letzten Worten macht. Pam (Kristin Bauer), die genau weiß, wie sich ein solcher Verlust anfühlt, nimmt den Rotschopf in die Arme, während sich Eric Sookie annimmt und Bill das Weite sucht.

Sam muss sich mit solchen Problemen künftig nicht mehr herumschlagen, denn er und seine hochschwangere Freundin Nicole kehren Bon Temps für immer den Rücken. Dass sein jahrelanger Arbeitskollege Lafayette nun mit Jessicas Ex James herum turtelt, bekommt der zurück getretene Bürgermeister gar nicht mehr mit. Auch nicht, dass Jess in einem Anflug von höchstem Egoismus Hoyt von ihrer gemeinsamen Vergangenheit erzählt und damit die Beziehung zwischen ihm und Blondie Bridget zerstört. Doch die weiß sich eigentlich auch ganz gut zu helfen. Statt in einem Meer aus Tränen zu versinken, will sie sich von Jason trösten lassen, der seinerseits wiederum das Schlimmste ahnt. Doch erstaunlicherweise ist Jason ganz brav und tauscht mit seiner neuen, vorerst platonischen Freundin lediglich ein paar Gedanken aus. Jess ist hingegen diejenige, die mit Hoyt ihre Liebe neu entflammen lässt.

Zurück im Fangtasia vertreibt sich Pam die Zeit damit, einer hysterischen Sarah Newlin einen neuen, alten Look zu verpassen. Frisch erblondet, aber immer noch in Ketten, wartet der selbst ernannte Messias zusammen mit den Yakuza auf die Rückkehr von Eric, der sich wiederum die Zeit mit Fangbanger Ginger vertreibt. Nach der wohl genialsten, aber pfahl-losesten Sexszene aller Zeiten, bekommen wir anschließend den größten Pfahl seit langem zu sehen. Denn die Yakuza haben Pam in ihre Gewalt gebracht und drohen, selbige mit einem riesigem Holzpflock zu durchbohren, wenn Eric nicht die wahre Identität und den Aufenthaltsort von Sookie preisgibt. Er rettet seinen ehemaligen Schützling und beschließt, Mr. Gus und seinen Gefolgsleuten entgegen zu kommen.

Die Hoffnung bleibt

Den Großteil der Folge verbringen die Charaktere mit klärenden Gesprächen, Entschuldigungen und allerhand Geschwafel, so dass der Zuschauer sich unwillkürlich fragen muss, ob er hier eine Fantasyserie schaut oder einer Paartherapie beiwohnt. Zum Schluss möchte True Blood eben noch mit all seinen (überlebenden) Figuren den verdienten Frieden schließen, doch merkt die Serie dabei anscheinend nicht, dass es irgendwie gar nichts mehr zu erzählen gibt. Love is to Die fühlt sich an diesem Punkt so gar nicht wie ein Finale an, denn es passiert schlichtweg nichts finalwürdiges, besser gesagt nichts interessantes. Zugegeben wirken die Aussprachen und Geständnisse der Figuren an einigen Stellen tatsächlich ehrlich und gefühlvoll, beispielsweise wenn Bill seinen Schützling Jessica von ihrem innigen Band erlöst oder wenn Arlene auf verständnisvolle Weise Sookie aufzumuntern versucht. Doch das genügt leider noch lange nicht, um die Episode vor dem Serienfinale zu füllen. Erst gegen Ende der neunten Folge wird das Tempo wieder etwas erhöht und eine Portion waschechter True Blood-Charme hervor gekramt. Was jedoch bleibt, ist ein fader Beigeschmack und die Hoffnung, dass die allerletzten 60 Minuten True Blood wenigstens einen Teil der drögen siebten Staffel wieder gut machen können.

Team Ginger: Diese Ginger ist schon eine Nummer für sich. Der Vampir-Groupie kennt Pam und Eric schon viele Jahre und vergöttert vor allem letzteren seit je her. Für die Blutsauger ging das naive Fangirl mehr als nur einmal durch die Hölle, da sie quasi jedes Mal auf Abruf bereit stand, wenn sich im Fangtasia Stress anbahnte. Als loyale Mitarbeiterin (und Freundin?) tat Ginger stets wie geheißen und wurde dabei von den beiden Vampiren immer wie der letzte Dreck behandelt. Nun, in der vorletzten Folge der gesamten Serie, sollten diese Anstrengungen schließlich Früchte tragen. Denn Eric sprach endlich die lang ersehnten Worte: You and I are finally gonna fuck. Und es war tatsächlich eine der herrlichsten Sex-Szenen im gesamtem True Blood-Universum. Die gute Ginger legte ihren eigenen Vampir-Highspeed-Modus ein, schrie sich innerhalb von wenigen Sekunden auf Erics Schoß in Ekstase, während selbiger noch nicht einmal dazu kam, seine Hose auszuziehen. Am Ende lag eine sich vor Glück windende Ginger auf dem Boden und ein entgeisterter Eric erhob sich (ein letztes Mal) völlig verdattert von seinem Thron. Danke, Ginger.

Zitat des Tages: El Gago I need to removo... huh, fuck it. (Fast, Pam)

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