Community

Z: The Beginning of Everything - Pilot-Check der Zelda Fitzgerald-Serie

Christina Ricci als ZeldaAbspielen
© Amazon
Christina Ricci als Zelda
29.01.2017 - 08:50 UhrVor 3 Jahren aktualisiert
0
0
Christina Ricci wird in Z: The Beginning of Everything zur Muse F. Scott Fitzgeralds. Wir haben uns einen ersten Eindruck der biografischen Amazon-Serie über Zelda Fitzgerald verschafft.

Z: The Beginning of Everything dreht sich nicht um den Ausbruch einer Zombie-Apokalypse und der Suche nach dem Patienten Null. Das Biopic in Serienform widmet sich Zelda Sayre Fitzgerald, Schriftstellerin und Ehefrau des berühmten Literaten F. Scott Fitzgerald. Zelda galt ihrerzeit als der Inbegriff des "Flapper Girls", jener flatterhaften jungen Mädchen, die in den 1920er Jahren Korsett und veraltete Vorstellungen von Moral und Benehmen abstreiften, um in kurzen Röcken in Jazzclubs zu tanzen, Whiskey zu trinken und Zigaretten zu rauchen. 1900 wurde sie in Alabama geboren, wo sie als 18-Jährige den Soldaten F. Scott Fitzgerald kennenlernt, der später als Schriftsteller und Autor von The Great Gatsby berühmt werden wird. Die Beziehung der beiden Freigeister war leidenschaftlich, exzessiv, inspirierend, desaströs und endete mit Zeldas vermehrten Psychiatrie-Aufenthalten. In einer Klinik starb sie 1948 einen tragischen Flammentod. In den Roaring Twenties galten die Fitzgeralds als schillerndes Promi-Paar, das zwischen New York und Paris von sich reden machte.

Das Vermächtnis des It-Girls Zelda Fitzgerald ist bis heute in der Popkultur zu finden. Nintendos Spiele-Klassiker The Legend of Zelda soll nach der großen Dame benannt worden sein. Ihre Zitate inspirierten unter anderem die Pet Shop Boys zu einem Song. Gleich zwei große Hollywood-Produktionen wollen das Leben der Künstlerin, die immer zu sehr im Schatten ihres berühmten Mannes stand, auf die große Leinwand bringen. The Beautiful and the Damned und Zelda befinden sich parallel in Arbeit. Mit Scarlett Johansson und Jennifer Lawrence werden zwei gefragte Stars unserer Zeit die historische Persönlichkeit verkörpern. Amazon Prime wird zum Vorreiter und widmet der legendären Zelda nun eine zehnteilige Serie, die vom Autorinnen-Duo Dawn Prestwich und Nicole Yorkin (Für alle Fälle Amy, The Killing) nach Vorlage von Therese Anne Fowlers biografischem Roman Z: A Novel Of Zelda Fitzgerald entwickelt wurde. Christina Ricci spielt Zelda Sayre Fitzgerald und fungiert als Produzentin.

Die Serie, der Titel Z: The Beginning of Everything lässt es vermutet, widmet sich dem ersten Kapitel der Beziehung der Fitzgeralds. Die junge Liebe wird nach einigen Startschwierigkeiten wachsen, Konfliktpotenzial deutet sich allerdings zur Genüge an. Im Piloten ist Zelda meilenweit entfernt von der funkelnden, verheißungsvollen Metropole New York. Im schwülen Montgomery fühlt sich die junge Frau eingeengt. Die alten Traditionen der stolzen Südstaaten und die Sprösslinge des altehrwürdigen Geldadels langweilen Zelda. Sie träumt von einem freieren Leben, schafft sich Freiräume, wann immer es ihr passt. Sie setzt sich über jede Regel hinweg, fürchtet weder elterliche Strafe noch das Getratsche der Leute. Sie ist starrköpfig, temperamentvoll und vertritt ohne Rücksicht auf Verluste ihre eigene Meinung. Ihrem gestrengen Vater (David Straithairn) ist ihr ausschweifender Lebensstil ein Dorn im Auge. Ihre verständnisvolle Mutter (Kristine Nielsen) erweist sich als Komplizin, die zwar auf das Tragen von Korsett und Strümpfen beharrt, ihrer Tochter aber dennoch Nachts aus dem Fenster hilft, damit sie ungesehen zu einem Tanz verschwinden kann. Andere Frauen beäugen sie argwöhnisch, alle Männer sind ihr verfallen. F. Scott Fitzgerald (Gavin Stenhouse, der nach der Pilotfolge durch David Hoflin ersetzt wurde) ergeht es nicht anders, als er sie als Ballerina tanzen sieht.


Christina Ricci, die als Kind mit Meerjungfrauen küssen besser bekannt wurde und oft in düsteren Rollen zu sehen war (Sleepy Hollow, Buffalo '66, Die Addams Family) zeigt Zelda Fitzgerald als starke Persönlichkeit, die trotz aller Koketterie nicht als naives Mädchen wahrgenommen wird (die Tatsache, dass Ricci selbst die 18 seit langem überschritten hat, ist der selbstbewussten Erscheinung der Zelda zuträglich). Small Talk und Statussymbole öden sie an, sie ist belesen, führt philosophische Diskussionen und schreibt selbst. In F. Scott Fitzgerald erkennt sie einen Gefährten, der ihre Leidenschaften teilt. Es ist kein Geheimnis, dass er sehr von sich und seinem Schaffen überzeugt war. Erste narzisstische Züge des angehenden Schriftstellers zeigen sich in der knapp halbstündigen Pilotfolge bereits. Dennoch verdeutlicht der Auftakt der biografischen Serie, dass es ganz klar um Zelda, nicht um das Paar Fitzgerald geht. Sie selbst tritt als Erzählerin ihrer eigenen Geschichte auf.

Noch weiß Zelda nicht, dass Scott ihre Fahrkarte nach New York sein wird und dass ihr hedonistischer Lebensstil beide zu Grunde richten wird. Wir jedoch schon. Die Pilotepisode stellt eine charakterstarke Zelda vor, deren Entwicklung zur Schriftstellerin und glamourösen Party-Ikone wir gespannt weiterverfolgen wollen. Die Pilotepisode feierte bereits am 05.11.2015 im Rahmen von Amazons Pilot-Season ihre Premiere. Alle zehn Folgen von Z: The Beginning of Everything sind seit dem 27.01.2017 auf Amazon Prime abrufbar. Am 03.03.2017 folgt die deutsche Synchronfassung.

Das könnte dich auch interessieren

Angebote zum Thema

Kommentare

Aktuelle News