Der erstklassige Drehbuchautor Graham Greene hat eine spannende Geschichte mit prickelnden Dialogen verfasst, die sowohl ironischen Humor als auch eine gewisse ernüchterte Verzweiflung enthalten. Der versierte Kameramann Robert Krasker entwarf in den Ruinen von Wien ein expressionistisches Spiel von Licht und Schatten, das die Stimmung zusätzlich verstärkt. Die hervorragenden Darsteller verkörpern genüsslich die in dieser Schattenwelt verirrten Menschen. Regisseur Carol Reed fügte diese Elemente stilsicher zusammen.
[...] „The Third Man“ ist ein Film, der absolut nichts von Überheblichkeit, Anmaßung oder Arroganz an sich hat, wie das bei vielen anderen Filmen dieser Zeit der Fall war. Er setzt sich aus Kristallen zusammen, aus dunklen, zerbrechlichen und traurigen. Er zerreißt den Schleier der bürgerlichen Moralität, und den eines strategischen Filmdenkens, das später in die offene Hollywoodmanie, Filme nach den Einspielergebnissen zu konzipieren, einmünden sollte. [...]
Carol Reeds weltberühmter Klassiker ist ein ideal besetzter Noir-Thriller mit absolut kultiger Musik und toller Kulisse. Das zerbombte Wien der Nachkriegszeit wurde beeindruckend in Szene gesetzt. Die schönen Gebäude in Kontrast mit der kriegsbedingten Verwüstung und die Licht- und Schattenspiele schaffen eine spannende Atmosphäre. Die Erzählung beginnt wunderbar rasant und lässt dann etwas nach. Hollys bemühte Befragungen zur Lösung des rätselhaften Falls bilden den interessantesten Teil, denn dort wirkt die Spannung am stärksten. Als sich die Wahrheit um seinen Freund lange vor Schluss offenbart, geht ein Teil des Banns verloren. Zudem wird einiges offen gelassen, was man sich selbst zusammendenken muss. [...]
Sich Dinge "zusammenzudenken" überfordert wohl den ein oder anderen Filmkritiker. Vielleicht sollte er sich in diesem Falle dann eher aufs Vormittagsprogramm beschränken.
[...] Legenden und Mythen ranken sich um den dritten Mann. Über einen Film noir, der schnell den Status eines Klassikers, ja, sogar als einer der besten Filme aller Zeiten intus haben sollte. Über eine „moderne Geschichte über den britischen Geheimdienst“, mit der die Zuschauer bei der Eröffnung des im Nachkriegs-Wien spielenden Streifens am 2. September 1949 im Londoner Plaza allerdings erst einmal recht wenig anfangen konnten. [...]
Die Kamera ist nie in der Waage. Die Welt ist aus dem Lot geraten und Harry Limes macht schmutzige Geschäfte im geschwächten Wien. Carol Reed schuf einen europäischen Noir, einen Nachkriegsnoir, in dem einfach Alles auf dem Spiel steht. Europa als Seiltänzer, nach links und rechts kippend, konfrontiert mit der Frage: Wie soll es weitergehen? Folgen wir unserem Gewissen oder dem Geld?
"Arbeiten sie zur Zeit an einem neuen Werk?" - "Ja, es heißt ´Der dritte Mann´." -"Ah, ein Roman, Mr. Martins." - "Eine Mordgeschichte, ich fange gerade an, ein Tatsachenbericht."-"Sind sie ein langsamer Arbeiter?" - "Nicht wenn es mich interessiert." - "Ist es nicht ein etwas gefährliches Unterfangen?" - "Ja." -"Eine Mischung aus Wahrheit und Dichtung."
Nun endlich meine persöhnliche 2000. Der Eintritt in eine neue Welt. Der Film, die Zahl, die nun mein Sozialverhalten änderte, weg von diesen eintönigen Einsen und deren Wirrungen, hin zu den fantastischen und imposanten Zweien, die einen förmlich anglänzen und dazu musste ein passender Film her. Einer dieser Filme, die man nie vergessen wird. Meilensteine der Filmgeschichte. Als großes Kino gefeiert und bis heute regelrecht einzigartig. So gesagt Klassiker der Extraklasse. Für mich ist "Der dritte Mann" von Carol Reed aus dem Jahre 1949 nach einer Erzählung von Graham Greene, der wiederum gemeinsam mit Reed am Drehbuch mitbeteiligt war, nach dessen Stoff Greene auch noch einen weiteren Roman verfasste, ein solcher Film.
Die Story weiß so natürlich anfangs zu faszinieren, Schauplatz hierbei: Wien. 1948, in der Nachkriegszeit, ein zerbombtes Wien. Die Handlung an sich sonst clever gestrickt, schlau erdacht und auch im zeitlichen Kontext interessant gehandhabt, um Freundschaft, Loyalität, Verrat und die gesellschaftlichen Zuständen bzw. Umstände dieser Zeit und die Frage nach Moral und Vertrauen: US-Autor Martins reist nach Wien, um dort seinen alten Freund Harry Lime ausfindet zu machen, der ihn eingeladen hatte. Doch der soll anscheinend tot sei, so bleibt nur noch das Begräbnis, und in kriminelle Machenschaften verstrickt worden sein. Doch Martins will sich damit nicht zufrieden geben, forscht nach und lüftet so das dunkle Geheimnis seines Freundes...
Mit einer Besetzung ausgestattet, bei der wohl von vorne bis hinten alles stimmt, so zunächst auch Joseph Cotton, als amerikanischer Autor Holly Martins, in echter Hochform. Somit vielleicht sogar eine seiner besten Performances, präzise gespielt und sogar sympathisch dabei. So sucht er nach dem Licht, das seinen Weg erleuchtet, auf der Suche nach der gefährlichen Wahrheit, damit sich der Nebel lichtet. Um es endlich zu wissen, was geschah. Cotton dabei stets präsent und überzeugend, neben ihm noch Alida Valli als Lime´s Freundin Anna, die Martins bei der Suche nach ihm behilflich ist, emotional und auch hier mit aller Energie gespielt. Und auch Trevor Howard weiß mit souveränen Spiel als Major Calloway der Militärpolizei zu glänzen, der versucht Martins davon zu überzeugen, dass hinter Lime doch ein Verbrecher steckte, doch der Schriftsteller bleibt sich lieber selbst treu und forscht so lieber vorher selbst nach der Wahrheit, so kann man den Gegensatz beider Figuren fast als Rivalen sehen, somit es fast als ein Duell zwischen Howard und Cotton bezeichnen. Im Gegensatz dazu kann man die Beziehung zwischen Lime und Anna sehen, als Liebende bzw. das Liebespaar. Und so ergänzt sich zum Rest der Besetzung (sonst auch fein ausgewählt) als Harry Lime der einzigartige Orson Welles alias der dritte Mann, trotz geringer Screentime, stets so präsent wie nie, sein Auftritt wohl mitunter das Highlight des Ganzen und gerade seine seltenes Auftreten im Film, macht es doch gerade genau diese Auftritte so außergewöhnlich und seine Figur anfangs mysteriös, man denke hierbei allein die gerade zu perfekt inszenierte Szene am Riesenrad, wieder nahe bei hintersinnigen Ansätzen, doch bleiben gerade diese Minuten besonders im Gedächtnis, somit unvergesslich und Welles wie sonst auch genial.
"Überlassen sie das den Fachleuten, hinter allem lauert der Tod." - "Ich werde sie in meinem Buch zitieren."
Hinter der Kamera, auf dem Regiestuhl Carol Reed. Seine Inszenierung lässt sich wohl am besten mit dem Wort grandios betiteln, gemächlich, trotzdem über die vollständige packend wie auch hochspannend bzw. faszinierend erzählt, mit sehr viel Liebe zum Detail, sehr exakte Arbeit somit fast schon perfektionistisch angelegt und auch in Hinsicht der zeitlichen Umstände interessant und tiefgründig gestaltet, die Ausweglosigkeit der Menschen, deren Situation, denn Wien war am Ende. Er steigert die Spannung seines Werkes konsequent bis zur abschließenden und fantastisch gemachten Verfolgung in den kalten und finsteren Abwässerkanälen Wiens, was dem Werk selbstredend noch die Krone aufsetzt, ich würde hier wohl das Wort perfekt, erneut, gebrauchen. Und auch mit Symbolik wird hantiert, ob das nun einzelne Verweise in bestimmten Dialogen sein mögen, diese dazu ausgezeichnet niedergeschrieben wurden sogar teilweise mit zynischem und hintersinnigen Grundton, oder anderweitig, alles sehr stimmig und fasziniert, ungemein. Die Kamera selbst liefert dabei hervorragend gefilmte Bilder ab, im Stile des deutschen Expressionismus, atmosphärisch dicht wie auch düster gehalten, auch hier fließt die Symbolik mit ein bzw. das Spiel mit den Schatten und der Beleuchtung, stilvoll und sonst natürlich wieder präzise gehandhabt und zudem noch größtenteils an Originalschauplätzen gedreht, welche selbstredend die großartige und fast unheimliche Atmosphäre noch unterstützen.
"Wer war ´der dritte Mann?" - "Mh, das sollte ich gar nicht trinken, ich mit meinem Magen."
Vergessen werden sollte dabei natürlich nicht ein weiteres Detail, welches vielleicht einer der Gründe ist, weshalb dieser Film (mal vom Klassikerstatus und allem Anderen, wie Welles abgesehen) noch heute als so unheimlich populär gilt, fast wie ein Mythos. Die Rede ist hierbei selbstverständlich von Anton Karas und unvergessenen und einmaligen ´Harry-Lime-Thema´, auf der Zither komponiert, eingängig, aber nicht minder genial. So gesagt ein echter Ohrwurm und ein weiteres bedeutendes Highlight des Films. Eine Melodie, die Filmgeschichte schrieb.
Letztlich möchte ich dann nur noch sagen, dass "Der dritte Mann" wohl zurecht, zu den großen Meilensteinen der Filmkunst zählt, somit in der Hinsicht ein absoluter Höhepunkt, denn hier stimmt alles, für mich jedenfalls, von der ersten Sekunden an Hochspannung, Atmosphäre, eine unverkennbare Melodie und exzellentes Schauspiel, gewürzt mit hintergründigen zeitlichen Aspekten. Eindeutig ein bedeutender und wie auch herausragender Vertreter des Film noir, trotz der Tatsache, dass er aus Großbritanien stammt. Einfach ein Meisterstück und ein würdiger 2000-Film, den ich hier bewertete.
"Denk daran, was Mussolini gesagt hat: In den dreißig Jahren unter den Borgias hat es nur Krieg gegeben, Terror, Mord und Blut, aber es gab Michelangelo, Leonardo da Vinci und die Renaissance. In der Schweiz herrschte brüderliche Liebe, fünfhundert Jahre Demokratie und Frieden. Und was haben wir davon? ... Die Kuckucksuhr!"...
@sevi: Danke, hab mein bestes versucht. :)
@shadowhunting: Auch hier wieder großen und vielen Dank, ist eine große Ehre für mich, dass du das sagst. :)
Selbst nach 62 Jahren stellt DER DRITTE MANN immer noch einen überraschenden, komischen und überwiegend spannenden Film dar, der nebenbei noch das Wien der Nachkriegszeit nahezu perfekt dokumentiert. Nur Cotten als Hauptfigur erweist sich weniger als Glücksgriff und wirkt neben starken Nebendarstellern blass und ein wenig deplatziert, weshalb der Film besonders im zweiten Drittel um das Interesse seiner Zuschauer zu kämpfen hat. Doch diese kleine Schwäche wird mit dem ersten Auftritt von Welles gekonnt aufgefangen und durch brillantes Schauspiel und abwechslungsreichen Schauplätzen ebenso gut bis zum Ende fortgeführt.
Da besonders das Drehbuch einen sehr fortschrittlichen und zeitlosen Eindruck macht, ist DER DRITTE MANN besonders für Klassiker-Banausen als Einstieg empfehlenswert und stellt im Allgemeinen einen heute noch gelungenen Film noir dar, der sich vor moderneren Vertretern keinesfalls zu verstecken braucht.
Im Jahre 1949 entstand der Film "Der dritte Mann". Im Jahre 2011 schaute sich der seltsame Typ mit dem Pseudonym Jack_Torrance diesen Film an.
Was hält dieser Typ nun von diesem Film. Nun, folgendes fiel ihm beim Sehen auf: So zeitlos kann Kino sein, meine Damen und Herren. Carol Reed wurde von ihm bisher nicht beachtet, Orson Welles auch nicht und Joseph Cotten auch nicht. Aus diesem Grund schämt sich der seltsame Typ. Normale Typen schämen sich, wenn man ihnen in der Öffentlichkeit die Hose runterzieht. Jack Torrance aka der seltsame Typ schämt sich, weil er solcherlei Filmgrößen bisher unbeachtet ließ.
In seiner Kindheit hat dieser seltsame Typ zu viel Spongebob Schwammkopf geguckt. Aus diesem Grund fühlte er sich beim Hören der Zither-Klänge zu sehr an den albernen Schwamm erinnert. Auch deshalb, weil er in der Kindheit sehr gerne "Spongebob Schwammkopf - Schlacht um Bikini Bottom" auf der PlayStation gespielt hat. Aber der seltsame Typ driftet ab. Das tut er zu oft.
Jednfalls hält dieser seltsame Typ sowohl die Regie, als auch das Drehbuch und natürlich auch die Schauspieler exzellent.
Exzellent - ein Wort, das perfekt zum Film passt.
Ein seltsamer Typ - der mit mir zu assoziieren ist.
Vienna, Donaumetropole und ewige Stadt der Künste und Monarchen...
Die gemütliche, aber zugleich ehrhabene Kulisse dieses alten ehrwürdigen Ortes zerstören weder zerbombte Patrizierhäuser, noch ungeklärte Mordgeschichten.
''Der dritte Mann'' aus dem Jahre 1949 demonstriert die Unzerstörbarkeit des Wiener Charmes, der allein durch Anton Karas Zither-Version als ''Theme of Harry Lime'' fröhlichen und unbesorgten Klang wiedergibt und ein lebendiges, aber auch konfuses Bild einer Stadt in Schutt und Asche präsentiert. Gespenstische Hintergassen werden prall gefüllten Theatern mit jubelnden Insassen gegenüber gestellt. Allein die zeitgenössische und originale Darstellung des Schauplatzes Wien lässt Carol Reeds regisseurisches Meisterwerk des Kriminalfilms als Diamant unter den Juwelen hervor leuchten. Der Wiener Prater beinahe menschenleer, dreht sich nahezu unheimlich im Herzen der Kaiserstadt, die gepflasterten Gassen ertönen schallend unter den Stiefeln des flüchtigen dritten Mannes und die Geröllwüsten poltern unter dem rennenden Schwarm der internationalen Polizei der Nachkriegszeit. Allein diese Authentizität von Ton und Bildern schafft eine packende Szenerie, die einerseits einen für den Kriminalfilm enorm wichtigen Spannungseffekt auslöst und andererseits eine wirklichkeitsorientierte Erscheinungsform der wirren Nachkriegsepoche aufzeigt. Die „εἰρωνεία eironeía“, auch bekannt als Verstellung bzw. Ironie ist der Wind in den Segeln dieses packenden Filmes. Seltsam komische Dialoge, absurde Situationen wie die Verklärung eines Autors von US-amerikanischen Groschenromanen und ein unheimlicher Knirps, der eine wilde Verfolgungsjagd auslöst... ''Der dritte Mann'' besitzt durchaus Merkmale des klassischen amerikanischen Film Noirs, besonders die exzellente kunstbegabte Arbeit von Kamera- und Tontechnik belegen diese Annahme. Die Erzählstruktur, die Merkmale der Charaktere und der Umgang mit hochbrisanten politischen Themen ist dagegen ''very british'', schwarz und ohne Rücksicht auf Verluste. Die kriminalen Inhalte erzeugen permanente Spannungseffekte und dynamische dauerhaft interessante Charaktere, welche übrigens ihre bestmöglichen Darsteller gefunden haben, die satirischen und ironischen Inhalte verdeutlichen dagegen eine energische und gewissermaßen unterhaltsame Entwicklung der Erzählung. Eine fiktive Verbrecherjagd im Stile „guter alter“ britischer Kriminalgeschichte vermischt sich mit humorvoller Unterhaltung ohne dabei den erforderlichen Ernst leichtfertig zu verspielen. Real existierende Wiener Altstadtkulisse wird im undurchsichtigen Schattenspiel des Schwarz-Weiß-Filmes mit stimmungsvoller Musik und flexibler Schauspielkunst taktvoll kombiniert, sodass kein Weg an der Huldigung dieses Meisterstückes vorbei führt.
Das zerstörte Wien. Riesige Ruinen, die perfekte Bühne für verzerrte Schatten nächtlicher Rumtreiber, ob Luftballonverkäufer oder charismatischer Verbrecher. Persönliches wie politisches Drama, die Wunden sind noch offen und werden es auch bleiben. Die Kamera verliert sich in den endlosen Gängen, hypnotischen Treppen, weiten Marktplätzen. Licht und Schatten, Schwarz und Weiß: Entweder, man geht unter in der Nacht, oder man ist ausgeliefert. Dazu das Zither-Thema und Mussolini, das verschmitzt aufblitzende Gesicht des Welles im kurzen Lichtstrahl der Nacht, Verfolgungsjagden in metaphorisch abgründigen Abwasserkanälen. Klassiker. Meilenstein. Meisterwerk.
Carol Reeds "Der dritte Mann" sieht man sein Alter kaum an. Eine ruhige, mit tollen Suspensemomenten gespickte Kriminalgeschichte, die im besetzten Wien der Nachkriegszeit spielt. Die Suche nach dem dritten Mann ist zwar gemächlich, kann aber vor allem während den nächtlichen Verfolgungsjagden auf den Straßen von Wien und in der Kanalisation punkten. Wenn man dabei noch diese superbe Zither-Filmmusik hat, diese großartigen Spiele mit den Schatten und einen Orson Welles, dem man in seinen kurzen Auftritten sein großes Talent ansieht, dann darf sich ein Film zurecht Klassiker nennen. Der einzige Wermutstropfen sind vielleicht die zu vielen Gespräche zwischen Holly Martins und Anna Schmidt. Dann und wann drehen sich die beiden zu sehr im Kreis und finden kein Ende, so dass doch die oder andere Länge entsteht. Doch wird man durch die oben genannten Punkte vollauf entschädigt, vor allem die Jagd zum Ende in der Kanalisation ist wirklich großes Kino. Beeindruckend.
Gewiss ein Film mit Charme, guter Musikunterlegung und traumhaften, kunstvollen Bildern Wiens und vor allem Szenen für die Ewigkeit. Der Film war bestimmt Vorbild für sämtliche sehenswerte oder geniale Filme der Gegenwart. Doch die Umsetzung der Geschichte enttäuscht, da wäre mehr drin gewesen. Dazu kommen auch noch einige Längen. Schade!
Einzigartig wegen den Umständen,einzigartig wegen der Musik,einzigartig in seiner Sogwirkung und seiner erzählerischen Dichte.
Österreich im Allgemeinen und hier Wien im Speziellen,waren von 1945 bis 1955 in
4 Besatzungszonen eingeteilt,die innere Stadt Wiens war unter geteitelter,internationaler Aufsicht.Hier spielt der dritte Mann,gedreht 1949, also in dieser tatsächlich noch stattfindenden Besatzungszeit und diesen Ausnahmestatus merkt man dem Film an,dieser Status macht ihn (unter anderem) so einzigartig.
Alles erscheint gefährlich und einsam,geprägt von Mißtrauen,Ängsten und Zweifeln...
Niemand will etwas sehen oder hören,jeder und alles ist verdächtig...
Ein PERFEKTER Schauplatz für einen undurchsichtigen,doppelbödigen und hochspannenden Thriller um Schieberbanden,Freundschaft,Lügen,Verrat,Loyalität und Moral.
Einzigartig auch die (Oscargekrönten) Bilder ,ganz einfach weil sie die zeitlich (kriegerisch ) bedingte Zerstörtheit und Angeschlagenheit Wiens als Sinnbild Europas einfangen,ein Land,ein Kontinent in Schutt und Asche,materiell,psychisch und physisch.Eine Bevölkerung die vieles losgetreten hat,vieles entfesselte, aber auch durchlitt und erduldete.Verunsichert und ratlos,froh am Leben zu sein aber ohne Wissen um den weiteren Weg, befreit aber eben doch eingesperrt und besetzt.
Einzigartig, ja wirklich herrausragend auch die Filmmusik. Anton Karras´ Zither ,welche ausschließlichen den Film musisch unterlegt, wurde zur Legende und machte aus ihm einen reichen Mann. Beides mehr als verdient, absolut zeitbezogen und doch zeitlos...
Dazu großartige Schauspieler. Getragen wird der Film von Joseph Cotten als Holly Martins ,den man bei seiner Suche nach der Wahrheit begleitet. Ein Schlitzohr,immer lieber einen Whiskey zu viel als einen zuwenig intus. Dennoch mit hoher Moral,Integrität und Loyalität ausgestattet , ist er der Einzige dem man trauen kann,den man von Anfang an mag und der nichts verbirgt sondern eben das Veborgene lüften will.
Auch Trevor Howard, als Militär-Polizist Calloway ist perfekt besetzt,man wartet fast auf Szenen in denen er mitwirkt.
Dennoch: Der Star des Filmes ist ganz klar Orson Welles als Harry Lime.
Er taucht spät auf, er bleibt nicht lang,er überzeugt aber komplett. Das Gespräch im Riesenrad ist fast schon philosophisch, es erreicht eine epische Dimension auf engstem Raum. Dieser Raum wird dann, sinnbildlich für das Thema,die Umstände,die Einzigartigkeit,ins quasi Unendliche gedehnt als es in die Katakomben,Wiens Kanalsystem geht...
Hier zeigt Orson Welles in seiner Mimik und Gestik, in seinem Gesicht was es heißt wenn eine Ratte in die Enge getrieben wird, im wahrsten Sinne des Wortes.
Ich habe den Film jetzt zum zweiten Mal ( im Abstand von 2-3 Jahren) gesehen und ihn von 9,5 auf 10 angehoben.Ein derart einzigartiger Film verdient die Höchswertung.
Und das jeder ihn wenigstens einmal anschaut.
Ich schreibe hier oft "ein Film den man gesehen haben muss". Beim Dritten Mann würde ich sogar behaupten das es eine echte Bildungslücke ist,ihn nicht gesehen zu haben. Auch hier:Im wahrsten Sinne des Wortes...
Der dritte Mann hat unbestritten eine wunderbare Musik, einen unterspielenden Hauptcharakter und ein schön durchleuchtetes Wien. Das alles ist wunderbar temporeich, unfassbar poetisch in seiner Schlusseinstellung, aber die Geschichte ist im Kontext der Zeit wohl äußerst politisch, aber mich angefasst hat sie nicht. Zu kalt ist alles. Zu unwirklich schön. Ich verneige mich vor dieser Filmkunst, aber anfassen tut sie mich nicht.
"The Third Man", klassischer Kriminalfilm mit spannendem Finale.
Carol Reed schuf mit "The Third Man" einen Klassiker und besetzte ihn perfekt. Joseph Cotten ist der wahre Charmeur und fällt dem Zuschauer sofort sympathisch auf. Auch Alida Valli ist gerne gesehen. Besonders herausstechen tut jedoch Orson Welles, der wirklich brillant ist.
Die Musik ist einfach gehalten, jedoch passt sie perfekt ins Szenenbild.
"The Third Man" ist interessant, jedoch lässt er in der Mitte etwas nach und verliert an Spannung. Erst zum Finale steigert Reed wieder den Nervenkitzel und lässt den Zuschauer auf dem Sofa zappeln.
"The Third Man", ein typischer Klassiker mit fabelhaftem Schauspiel Ensemble.
Ja ich weis^^
Bandrix sagt oft, dass meine Kommentare oft so klingen, dass die Bewertung besser hätte sein müssen. Leider kann ich hier an dieser Stelle aber nicht mehr Punkte geben. :(
Schauspielerisch war er echt top, doch auch ein wenig zäh.
Muss ich ihm zustimmen und ich liebe das Ding allein schon wegen Welles, dem Gänsehaut-Score und der technisch perfekten Umsetzung^^(was jetzt keinesfalls irgendwie aufdringlich gemeint ist)
Ich liebe solche Filme einfach:D
:)
Nein, nein, das ist nicht aufdringlich^^
Ich mag lieber die Schnulzenklassiker mit Hepburn und Doris Day. Aber naja ich bin so Thriller-verwöhnt, da kann so ein alter Film bei mir nicht mehr mithalten. Finde ich schade :(
Aber es gibt noch solche Klassiker, die mich von Anfang bis Ende fesseln. Frag aber bitte jetzt nicht welcher. Grad im Moment fällt mir keiner ein :$
Freundschaft oder Allgemeinwohl, friedliche Demokratie oder kulturelle Höchstleistungen? Im Nachkriegs-Wien wandern nicht nur die dunklen Schatten der Vergangenheit durch die Zeichen des vorangegangenen Schreckens. Nein, allerlei Fremde bevölkern und besetzen die Stadt und versuchen die verborgenen Schlupfwinkel der Regelwidrigen auszuheben. Denn zwischen den Trümmern ist es die Selbstbereicherung die sich sämtlicher Moral oder gar tiefer Freundschaft entgegenstellt, und damit allerlei Spielraum für Verachtung oder verwirrende Neuorientierung übrig lässt. Zertrümmerte Originalschauplätze und vergnügliche Zitherklänge versprechen dabei den nötigen, gegensätzlichen Hintergrund, um den schwierigen Aufbau, zwischen moralischem Neustart und vielfältigen Lebensauffassungen, in seiner ganzen Zerrissenheit darzustellen.
Carol Reed thematisiert in seinem auf der Vorlage Graham Greenes beruhenden Thriller „The Third Man“ aus dem Jahre 1949 die Diskrepanz zwischen freundschaftlicher und gesellschaftlicher Verpflichtung vor dem Hintergrund des zerbombten Wien.
Der Verfasser von Abenteuerromanen Holly Martins (Joseph Cotten) folgt der Einladung seines Freundes aus früheren Tagen Harry Lime (Orson Welles) in das zerstörte, in vier Sektoren aufgeteilte Nachkriegs- Wien. Doch bereits kurz nach seiner Ankunft erhält Martins die Auskunft, dass Harry bei einem Autounfall ums Leben gekommen sei. Außerdem erfährt der Schriftsteller von Calloway (Trevor Howard), einem Major der britischen Militärpolizei, dass Lime ein berühmt- berüchtigter Krimineller, dem nachgesagt wird, er habe illegal mit gestrecktem Penicillin gehandelt, gewesen sei. Nach und nach erkundet Martins Harrys zwielichtiges Umfeld und lernt auch dessen Geliebte Anna Schmidt (Alida Valli), eine Tschechin, die sich mit gefälschten Papieren in Wien aufhält, kennen. Martins verliebt sich hoffnungslos in die Schönheit und nachdem er ihr eines Nachts einen Besuch erstattet hat, erblickt er in einer Gasse zufällig den quicklebendigen Harry Lime, welcher ihn und Anna offensichtlich den Abend über beobachtet hat…
Carol Reed, der seine Karriere als Theaterschauspieler begonnen hatte, bis er schließlich seinen Weg auf den Regiestuhl fand, bezeugt am Anfang von „The Third Man“ seine Vorliebe für Dokumentationen, indem er dem „Hauptfilm“ eine Situierung voranstellt und die widrigen Lebensbedingungen im vom Krieg völlig zerstörten Wien beschreibt. Dieser dokumentarische, dem neorealistischen Kino verwandte Duktus ist kennzeichnend für die wohl berühmteste Regiearbeit des Briten, da fast ausschließlich an Originalschauplätzen gedreht wurde und der Film aus diesem Grund nach wie vor als Zeitdokument interessant ist.
Doch auch weit darüber hinaus ist „The Third Man“ von nahezu einzigartiger filmischer Qualität: Das von Graham Greene verfasste Drehbuch konstituiert einen durchgehenden Spannungsbogen, welcher in dem von Reed grandios in Szene gesetzten Finale in der Wiener Kanalisation seinen Höhepunkt findet. Die ungemein schwarzhumorigen, zuweilen zynischen Dialoge sind ebenfalls der Arbeit Greenes zu verdanken. Hinzu kommt die Detailverliebtheit Reeds, der den Film mit zahlreichen Raffinessen spickt, die zum Teil erst nach mehrmaligen Sichtungen ins Auge fallen- beispielsweise ist es ausgerechnet jene Katze, die angeblich nur Harry geliebt habe, die Martins eines Nachts auf seinen früheren Freund aufmerksam macht und somit das Aufeinandertreffen der beiden herbeiführt.
Auf Grund dieses unermesslichen inszenatorischen Einfallsreichtums warf man dem Film im Verlauf seiner Rezeptionsgeschichte vor, er sei allzu metaphorisch beladen und symbolträchtig. Diesem Vorwurf ist allerdings zu entgegnen, dass Reed es versteht, jene Sinnbilder- etwa das der bereits erwähnten Katze- als konkrete Handlungselemente und -momente in den Film zu integrieren, welche es zu interpretieren im Ermessen des Zuschauers liegt. Insofern funktioniert „The Third Man“ auf zwei Ebenen: einerseits handelt es sich um einen mustergültigen Thriller, dem man andererseits (oder zugleich) existenzialistische Tendenzen zuschreiben kann.
Des Weiteren lautet eine interessante Frage, inwiefern man Reeds Werk dem (Sub-) Genre des „Film noir“ zuordnen kann. Dagegen spricht vor allem die ungewöhnliche Situierung und die Tatsache, dass es sich bei „The Third Man“ um eine britische Produktion handelt, wohingegen die meisten „Noires“ der „klassischen Phase“ aus Hollywood stammen. Abgesehen davon, dass der Film zeitlich gesehen in die Blütezeit jener „klassischen Phase“- die späten 1940er Jahre- fällt, ist anzumerken, dass der meisterhafte, stilprägende Umgang mit Licht-/ Schatteneffekten (Kamera: Robert Krasker) und auf Ebene der Handlung die „Femme fatale“ Anna Schmidt keinesfalls lediglich die Voraussetzungen eines typischen „Film noir“ erfüllen, sondern diese vielmehr definieren!
So kann man in Bezug auf Reeds Opus magnum von einem „Klassiker“ im besten Sinne sprechen, der auf Grund seiner filmischen- und nicht zuletzt auch schauspielerischen- Qualität zu den einflussreichsten Werken des europäischen Nachkriegskinos zählt und der es auch heute noch vermag, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen.
Klasse Text! Im September werde ich in Wien endlich mal ins Dritte-Mann-Museum gehen... (Kleine Anmerkung: Der Film beruht nicht auf einem Roman. »The Third Man« war das erste und einzige Originaldrehbuch von Graham Greene. Die von ihm zuvor als Treatment verfaßte Erzählung (»It was never written to be read but only to be seen.«) wurde erst nach dem Erfolg des Films veröffentlicht.)
@Joe: Ein Besuch des Museums war einst im Rahmen der Studienfahrt meines ehem. LK geplant, wurde allerdings (zu meinem Leidwesen) abgesagt, da der Film für nur wenig Begeisterung unter meinen ehem. Mitschülern sorgte (man hat auf einer solchen Fahrt auch zugegebenermaßen anderes im Sinn^^). Berichte doch mal, ob sich ein Besuch lohnt. :)
Hier wie versprochen ein Kurzbericht vom Besuch des »Dritten Mann«-Museums: Es handelt sich nicht um ein klassisches Museum, sondern eher um eine Mischung aus einem Installationskunstwerk und der etwas volkshochschulhaften Aufbereitung einer manischen Sammlung zum Thema, verteilt auf drei Ladenlokale in der Nähe des Naschmarktes. Die Sammler haben alles zusammengerafft, dessen sie habhaft werden konnten: Filmprogramme, Aushangfotos, Plakate, Schallplatten, VHSen, DVDs – jeweils aus so vielen Ländern wie möglich. Dazu gibt es Drehbuchentwürfe und diverse Schriftstücke, einen Zwei-Minuten-Ausschnitt mit ratterndem Projektor, einen Extra-Raum mit Devotionalien aus dem Wien der Nachkriegszeit sowie die Rekonstruktion eines Hinterstübchens aus Anton Karas' Heurigen-Lokal »Zum dritten Mann«. Die Wände sind dicht behängt, und es macht schon Spaß zu schmökern – wissenschaftliche Aufbereitung oder fundierte Hintergrundinformation darf der Fan allerdings nicht erwarten. Insgesamt eingeschränkt empfehlenswert... :)
Der dritte Mann - Kritik
GB 1949 Laufzeit 108 Minuten, FSK 12, Thriller, Kriminalfilm, Kinostart 06.01.1950
Kritiken (4) — Film: Der dritte Mann
fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch
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Dietmar Kesten: Filmmag.de
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Flibbo: wieistderfilm.de
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movieminister 2011/08/20 22:14:34
Antwort löschenSich Dinge "zusammenzudenken" überfordert wohl den ein oder anderen Filmkritiker. Vielleicht sollte er sich in diesem Falle dann eher aufs Vormittagsprogramm beschränken.
Timo K.: Blockbuster Entertainment
Kommentar löschen[...] Legenden und Mythen ranken sich um den dritten Mann. Über einen Film noir, der schnell den Status eines Klassikers, ja, sogar als einer der besten Filme aller Zeiten intus haben sollte. Über eine „moderne Geschichte über den britischen Geheimdienst“, mit der die Zuschauer bei der Eröffnung des im Nachkriegs-Wien spielenden Streifens am 2. September 1949 im Londoner Plaza allerdings erst einmal recht wenig anfangen konnten. [...]
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Kommentare (49) — Film: Der dritte Mann
Kommentar schreibenCanis Majoris 2012/01/30 05:04:38
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Trotzdem ist Wien natürlich noch immer die schönste kleine Großstadt der Welt... :)
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Prechtl 2012/01/30 06:41:52
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Kubrick_obscura 2012/01/18 19:55:33
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Manny Ray 2012/01/16 21:18:37
Kommentar löschenEin genialer und "moderner", nicht vorhersehbarer Film aus dem Jahre 1949! Außerdem eine lägendäre Filmmusik - Das Rezept für einen Topfilm.
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hoffman587 2011/12/23 14:06:07
Kommentar löschenThe Third Man - Filmbewertung 2000
"Arbeiten sie zur Zeit an einem neuen Werk?" - "Ja, es heißt ´Der dritte Mann´." -"Ah, ein Roman, Mr. Martins." - "Eine Mordgeschichte, ich fange gerade an, ein Tatsachenbericht."-"Sind sie ein langsamer Arbeiter?" - "Nicht wenn es mich interessiert." - "Ist es nicht ein etwas gefährliches Unterfangen?" - "Ja." -"Eine Mischung aus Wahrheit und Dichtung."
Nun endlich meine persöhnliche 2000. Der Eintritt in eine neue Welt. Der Film, die Zahl, die nun mein Sozialverhalten änderte, weg von diesen eintönigen Einsen und deren Wirrungen, hin zu den fantastischen und imposanten Zweien, die einen förmlich anglänzen und dazu musste ein passender Film her. Einer dieser Filme, die man nie vergessen wird. Meilensteine der Filmgeschichte. Als großes Kino gefeiert und bis heute regelrecht einzigartig. So gesagt Klassiker der Extraklasse. Für mich ist "Der dritte Mann" von Carol Reed aus dem Jahre 1949 nach einer Erzählung von Graham Greene, der wiederum gemeinsam mit Reed am Drehbuch mitbeteiligt war, nach dessen Stoff Greene auch noch einen weiteren Roman verfasste, ein solcher Film.
Die Story weiß so natürlich anfangs zu faszinieren, Schauplatz hierbei: Wien. 1948, in der Nachkriegszeit, ein zerbombtes Wien. Die Handlung an sich sonst clever gestrickt, schlau erdacht und auch im zeitlichen Kontext interessant gehandhabt, um Freundschaft, Loyalität, Verrat und die gesellschaftlichen Zuständen bzw. Umstände dieser Zeit und die Frage nach Moral und Vertrauen: US-Autor Martins reist nach Wien, um dort seinen alten Freund Harry Lime ausfindet zu machen, der ihn eingeladen hatte. Doch der soll anscheinend tot sei, so bleibt nur noch das Begräbnis, und in kriminelle Machenschaften verstrickt worden sein. Doch Martins will sich damit nicht zufrieden geben, forscht nach und lüftet so das dunkle Geheimnis seines Freundes...
Mit einer Besetzung ausgestattet, bei der wohl von vorne bis hinten alles stimmt, so zunächst auch Joseph Cotton, als amerikanischer Autor Holly Martins, in echter Hochform. Somit vielleicht sogar eine seiner besten Performances, präzise gespielt und sogar sympathisch dabei. So sucht er nach dem Licht, das seinen Weg erleuchtet, auf der Suche nach der gefährlichen Wahrheit, damit sich der Nebel lichtet. Um es endlich zu wissen, was geschah. Cotton dabei stets präsent und überzeugend, neben ihm noch Alida Valli als Lime´s Freundin Anna, die Martins bei der Suche nach ihm behilflich ist, emotional und auch hier mit aller Energie gespielt. Und auch Trevor Howard weiß mit souveränen Spiel als Major Calloway der Militärpolizei zu glänzen, der versucht Martins davon zu überzeugen, dass hinter Lime doch ein Verbrecher steckte, doch der Schriftsteller bleibt sich lieber selbst treu und forscht so lieber vorher selbst nach der Wahrheit, so kann man den Gegensatz beider Figuren fast als Rivalen sehen, somit es fast als ein Duell zwischen Howard und Cotton bezeichnen. Im Gegensatz dazu kann man die Beziehung zwischen Lime und Anna sehen, als Liebende bzw. das Liebespaar. Und so ergänzt sich zum Rest der Besetzung (sonst auch fein ausgewählt) als Harry Lime der einzigartige Orson Welles alias der dritte Mann, trotz geringer Screentime, stets so präsent wie nie, sein Auftritt wohl mitunter das Highlight des Ganzen und gerade seine seltenes Auftreten im Film, macht es doch gerade genau diese Auftritte so außergewöhnlich und seine Figur anfangs mysteriös, man denke hierbei allein die gerade zu perfekt inszenierte Szene am Riesenrad, wieder nahe bei hintersinnigen Ansätzen, doch bleiben gerade diese Minuten besonders im Gedächtnis, somit unvergesslich und Welles wie sonst auch genial.
"Überlassen sie das den Fachleuten, hinter allem lauert der Tod." - "Ich werde sie in meinem Buch zitieren."
Hinter der Kamera, auf dem Regiestuhl Carol Reed. Seine Inszenierung lässt sich wohl am besten mit dem Wort grandios betiteln, gemächlich, trotzdem über die vollständige packend wie auch hochspannend bzw. faszinierend erzählt, mit sehr viel Liebe zum Detail, sehr exakte Arbeit somit fast schon perfektionistisch angelegt und auch in Hinsicht der zeitlichen Umstände interessant und tiefgründig gestaltet, die Ausweglosigkeit der Menschen, deren Situation, denn Wien war am Ende. Er steigert die Spannung seines Werkes konsequent bis zur abschließenden und fantastisch gemachten Verfolgung in den kalten und finsteren Abwässerkanälen Wiens, was dem Werk selbstredend noch die Krone aufsetzt, ich würde hier wohl das Wort perfekt, erneut, gebrauchen. Und auch mit Symbolik wird hantiert, ob das nun einzelne Verweise in bestimmten Dialogen sein mögen, diese dazu ausgezeichnet niedergeschrieben wurden sogar teilweise mit zynischem und hintersinnigen Grundton, oder anderweitig, alles sehr stimmig und fasziniert, ungemein. Die Kamera selbst liefert dabei hervorragend gefilmte Bilder ab, im Stile des deutschen Expressionismus, atmosphärisch dicht wie auch düster gehalten, auch hier fließt die Symbolik mit ein bzw. das Spiel mit den Schatten und der Beleuchtung, stilvoll und sonst natürlich wieder präzise gehandhabt und zudem noch größtenteils an Originalschauplätzen gedreht, welche selbstredend die großartige und fast unheimliche Atmosphäre noch unterstützen.
"Wer war ´der dritte Mann?" - "Mh, das sollte ich gar nicht trinken, ich mit meinem Magen."
Vergessen werden sollte dabei natürlich nicht ein weiteres Detail, welches vielleicht einer der Gründe ist, weshalb dieser Film (mal vom Klassikerstatus und allem Anderen, wie Welles abgesehen) noch heute als so unheimlich populär gilt, fast wie ein Mythos. Die Rede ist hierbei selbstverständlich von Anton Karas und unvergessenen und einmaligen ´Harry-Lime-Thema´, auf der Zither komponiert, eingängig, aber nicht minder genial. So gesagt ein echter Ohrwurm und ein weiteres bedeutendes Highlight des Films. Eine Melodie, die Filmgeschichte schrieb.
Letztlich möchte ich dann nur noch sagen, dass "Der dritte Mann" wohl zurecht, zu den großen Meilensteinen der Filmkunst zählt, somit in der Hinsicht ein absoluter Höhepunkt, denn hier stimmt alles, für mich jedenfalls, von der ersten Sekunden an Hochspannung, Atmosphäre, eine unverkennbare Melodie und exzellentes Schauspiel, gewürzt mit hintergründigen zeitlichen Aspekten. Eindeutig ein bedeutender und wie auch herausragender Vertreter des Film noir, trotz der Tatsache, dass er aus Großbritanien stammt. Einfach ein Meisterstück und ein würdiger 2000-Film, den ich hier bewertete.
"Denk daran, was Mussolini gesagt hat: In den dreißig Jahren unter den Borgias hat es nur Krieg gegeben, Terror, Mord und Blut, aber es gab Michelangelo, Leonardo da Vinci und die Renaissance. In der Schweiz herrschte brüderliche Liebe, fünfhundert Jahre Demokratie und Frieden. Und was haben wir davon? ... Die Kuckucksuhr!"...
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seven 2011/12/23 14:11:08
Antwort löschenHab den Film nicht gesehen, aber ich denke trotzdem mal: Sehr würdiger Kommentar dazu, Hoffi! :)
shadowhunting 2011/12/23 14:27:16
Antwort löschenGenial! Eine Kritik, die diesem Film wahrhaft würdig ist!
hoffman587 2011/12/23 15:13:56
Antwort löschen@sevi: Danke, hab mein bestes versucht. :)
@shadowhunting: Auch hier wieder großen und vielen Dank, ist eine große Ehre für mich, dass du das sagst. :)
alanger 2011/12/23 22:19:17
Antwort löschenschöne weihnacht.
hoffman587 2011/12/23 23:50:29
Antwort löschen@alanger: Wünsch ich dir auch. :)
Andy Dufresne 2012/01/01 20:36:31
Antwort löschenWirklich sehr fein gemacht Herr Hoffmann ;D
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hoffman587 2012/01/01 20:55:00
Antwort löschen@Andy: Danke sehr. Und noch schöner, ein Film unsererseits dem wir beide 10 gaben, was anderes geht dann woh kaum. ^^
Andy Dufresne 2012/01/01 21:02:03
Antwort löschenNee,da geht wirklich nix anderes...;D
Punsha 2011/12/21 19:36:22
Kommentar löschenSelbst nach 62 Jahren stellt DER DRITTE MANN immer noch einen überraschenden, komischen und überwiegend spannenden Film dar, der nebenbei noch das Wien der Nachkriegszeit nahezu perfekt dokumentiert. Nur Cotten als Hauptfigur erweist sich weniger als Glücksgriff und wirkt neben starken Nebendarstellern blass und ein wenig deplatziert, weshalb der Film besonders im zweiten Drittel um das Interesse seiner Zuschauer zu kämpfen hat. Doch diese kleine Schwäche wird mit dem ersten Auftritt von Welles gekonnt aufgefangen und durch brillantes Schauspiel und abwechslungsreichen Schauplätzen ebenso gut bis zum Ende fortgeführt.
Da besonders das Drehbuch einen sehr fortschrittlichen und zeitlosen Eindruck macht, ist DER DRITTE MANN besonders für Klassiker-Banausen als Einstieg empfehlenswert und stellt im Allgemeinen einen heute noch gelungenen Film noir dar, der sich vor moderneren Vertretern keinesfalls zu verstecken braucht.
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Jack_Torrance 2011/12/21 11:20:10
Kommentar löschenIm Jahre 1949 entstand der Film "Der dritte Mann". Im Jahre 2011 schaute sich der seltsame Typ mit dem Pseudonym Jack_Torrance diesen Film an.
Was hält dieser Typ nun von diesem Film. Nun, folgendes fiel ihm beim Sehen auf: So zeitlos kann Kino sein, meine Damen und Herren. Carol Reed wurde von ihm bisher nicht beachtet, Orson Welles auch nicht und Joseph Cotten auch nicht. Aus diesem Grund schämt sich der seltsame Typ. Normale Typen schämen sich, wenn man ihnen in der Öffentlichkeit die Hose runterzieht. Jack Torrance aka der seltsame Typ schämt sich, weil er solcherlei Filmgrößen bisher unbeachtet ließ.
In seiner Kindheit hat dieser seltsame Typ zu viel Spongebob Schwammkopf geguckt. Aus diesem Grund fühlte er sich beim Hören der Zither-Klänge zu sehr an den albernen Schwamm erinnert. Auch deshalb, weil er in der Kindheit sehr gerne "Spongebob Schwammkopf - Schlacht um Bikini Bottom" auf der PlayStation gespielt hat. Aber der seltsame Typ driftet ab. Das tut er zu oft.
Jednfalls hält dieser seltsame Typ sowohl die Regie, als auch das Drehbuch und natürlich auch die Schauspieler exzellent.
Exzellent - ein Wort, das perfekt zum Film passt.
Ein seltsamer Typ - der mit mir zu assoziieren ist.
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Ripley1 2011/12/21 12:20:03
Antwort löschenDu hast ja dein Leben noch vor dir...
Jack_Torrance 2011/12/21 12:36:10
Antwort löschenCineastische Erfahrungen ebenfalls...
Ripley1 2011/12/21 13:02:28
Antwort löschenAch, ich werd ganz nostalgisch...
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FilmFreeza 2011/12/21 17:13:37
Antwort löschensehr schön geschrieben :)
Jack_Torrance 2011/12/22 11:02:27
Antwort löschenDanke schön :)
shadowhunting 2011/12/20 23:28:30
Kommentar löschenVienna, Donaumetropole und ewige Stadt der Künste und Monarchen...
Die gemütliche, aber zugleich ehrhabene Kulisse dieses alten ehrwürdigen Ortes zerstören weder zerbombte Patrizierhäuser, noch ungeklärte Mordgeschichten.
''Der dritte Mann'' aus dem Jahre 1949 demonstriert die Unzerstörbarkeit des Wiener Charmes, der allein durch Anton Karas Zither-Version als ''Theme of Harry Lime'' fröhlichen und unbesorgten Klang wiedergibt und ein lebendiges, aber auch konfuses Bild einer Stadt in Schutt und Asche präsentiert. Gespenstische Hintergassen werden prall gefüllten Theatern mit jubelnden Insassen gegenüber gestellt. Allein die zeitgenössische und originale Darstellung des Schauplatzes Wien lässt Carol Reeds regisseurisches Meisterwerk des Kriminalfilms als Diamant unter den Juwelen hervor leuchten. Der Wiener Prater beinahe menschenleer, dreht sich nahezu unheimlich im Herzen der Kaiserstadt, die gepflasterten Gassen ertönen schallend unter den Stiefeln des flüchtigen dritten Mannes und die Geröllwüsten poltern unter dem rennenden Schwarm der internationalen Polizei der Nachkriegszeit. Allein diese Authentizität von Ton und Bildern schafft eine packende Szenerie, die einerseits einen für den Kriminalfilm enorm wichtigen Spannungseffekt auslöst und andererseits eine wirklichkeitsorientierte Erscheinungsform der wirren Nachkriegsepoche aufzeigt. Die „εἰρωνεία eironeía“, auch bekannt als Verstellung bzw. Ironie ist der Wind in den Segeln dieses packenden Filmes. Seltsam komische Dialoge, absurde Situationen wie die Verklärung eines Autors von US-amerikanischen Groschenromanen und ein unheimlicher Knirps, der eine wilde Verfolgungsjagd auslöst... ''Der dritte Mann'' besitzt durchaus Merkmale des klassischen amerikanischen Film Noirs, besonders die exzellente kunstbegabte Arbeit von Kamera- und Tontechnik belegen diese Annahme. Die Erzählstruktur, die Merkmale der Charaktere und der Umgang mit hochbrisanten politischen Themen ist dagegen ''very british'', schwarz und ohne Rücksicht auf Verluste. Die kriminalen Inhalte erzeugen permanente Spannungseffekte und dynamische dauerhaft interessante Charaktere, welche übrigens ihre bestmöglichen Darsteller gefunden haben, die satirischen und ironischen Inhalte verdeutlichen dagegen eine energische und gewissermaßen unterhaltsame Entwicklung der Erzählung. Eine fiktive Verbrecherjagd im Stile „guter alter“ britischer Kriminalgeschichte vermischt sich mit humorvoller Unterhaltung ohne dabei den erforderlichen Ernst leichtfertig zu verspielen. Real existierende Wiener Altstadtkulisse wird im undurchsichtigen Schattenspiel des Schwarz-Weiß-Filmes mit stimmungsvoller Musik und flexibler Schauspielkunst taktvoll kombiniert, sodass kein Weg an der Huldigung dieses Meisterstückes vorbei führt.
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shadowhunting 2011/12/20 23:29:21
Antwort löschen*erhabene (hat sich doch einer eingemogelt...)
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hoffman587 2011/12/20 23:39:24
Antwort löschenSchön, sogar schon heute bzw. schöner Kommentar. :)
shadowhunting 2011/12/20 23:42:39
Antwort löschenDanke dir ;)
koipokljuiko 2011/12/20 22:29:15
Kommentar löschenDas zerstörte Wien. Riesige Ruinen, die perfekte Bühne für verzerrte Schatten nächtlicher Rumtreiber, ob Luftballonverkäufer oder charismatischer Verbrecher. Persönliches wie politisches Drama, die Wunden sind noch offen und werden es auch bleiben. Die Kamera verliert sich in den endlosen Gängen, hypnotischen Treppen, weiten Marktplätzen. Licht und Schatten, Schwarz und Weiß: Entweder, man geht unter in der Nacht, oder man ist ausgeliefert. Dazu das Zither-Thema und Mussolini, das verschmitzt aufblitzende Gesicht des Welles im kurzen Lichtstrahl der Nacht, Verfolgungsjagden in metaphorisch abgründigen Abwasserkanälen. Klassiker. Meilenstein. Meisterwerk.
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Kris 2011/12/10 13:07:16
Kommentar löschen"We should have dug deeper than a grave." Noch immer spannend.
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stefan!!! 2011/11/22 11:09:10
Kommentar löschenÖSTERREICH!!! =D
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Reload 2011/10/31 14:46:56
Kommentar löschenCarol Reeds "Der dritte Mann" sieht man sein Alter kaum an. Eine ruhige, mit tollen Suspensemomenten gespickte Kriminalgeschichte, die im besetzten Wien der Nachkriegszeit spielt. Die Suche nach dem dritten Mann ist zwar gemächlich, kann aber vor allem während den nächtlichen Verfolgungsjagden auf den Straßen von Wien und in der Kanalisation punkten. Wenn man dabei noch diese superbe Zither-Filmmusik hat, diese großartigen Spiele mit den Schatten und einen Orson Welles, dem man in seinen kurzen Auftritten sein großes Talent ansieht, dann darf sich ein Film zurecht Klassiker nennen. Der einzige Wermutstropfen sind vielleicht die zu vielen Gespräche zwischen Holly Martins und Anna Schmidt. Dann und wann drehen sich die beiden zu sehr im Kreis und finden kein Ende, so dass doch die oder andere Länge entsteht. Doch wird man durch die oben genannten Punkte vollauf entschädigt, vor allem die Jagd zum Ende in der Kanalisation ist wirklich großes Kino. Beeindruckend.
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MesmythCore 2011/10/31 01:14:03
Kommentar löschenGewiss ein Film mit Charme, guter Musikunterlegung und traumhaften, kunstvollen Bildern Wiens und vor allem Szenen für die Ewigkeit. Der Film war bestimmt Vorbild für sämtliche sehenswerte oder geniale Filme der Gegenwart. Doch die Umsetzung der Geschichte enttäuscht, da wäre mehr drin gewesen. Dazu kommen auch noch einige Längen. Schade!
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based_god 2011/10/11 19:32:59
Kommentar löschenVom technischen her hat mich der Film vollständig überzeugt (er ist 60 Jahre alt!!!) – von der Story her nicht wirklich...
Sollte man mal gesehen haben, gebe ihm demnächst nochmals eine Chance...
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Andy Dufresne 2011/10/06 18:30:17
Kommentar löschenEin absolut einzigartiger Film.
Einzigartig wegen den Umständen,einzigartig wegen der Musik,einzigartig in seiner Sogwirkung und seiner erzählerischen Dichte.
Österreich im Allgemeinen und hier Wien im Speziellen,waren von 1945 bis 1955 in
4 Besatzungszonen eingeteilt,die innere Stadt Wiens war unter geteitelter,internationaler Aufsicht.Hier spielt der dritte Mann,gedreht 1949, also in dieser tatsächlich noch stattfindenden Besatzungszeit und diesen Ausnahmestatus merkt man dem Film an,dieser Status macht ihn (unter anderem) so einzigartig.
Alles erscheint gefährlich und einsam,geprägt von Mißtrauen,Ängsten und Zweifeln...
Niemand will etwas sehen oder hören,jeder und alles ist verdächtig...
Ein PERFEKTER Schauplatz für einen undurchsichtigen,doppelbödigen und hochspannenden Thriller um Schieberbanden,Freundschaft,Lügen,Verrat,Loyalität und Moral.
Einzigartig auch die (Oscargekrönten) Bilder ,ganz einfach weil sie die zeitlich (kriegerisch ) bedingte Zerstörtheit und Angeschlagenheit Wiens als Sinnbild Europas einfangen,ein Land,ein Kontinent in Schutt und Asche,materiell,psychisch und physisch.Eine Bevölkerung die vieles losgetreten hat,vieles entfesselte, aber auch durchlitt und erduldete.Verunsichert und ratlos,froh am Leben zu sein aber ohne Wissen um den weiteren Weg, befreit aber eben doch eingesperrt und besetzt.
Einzigartig, ja wirklich herrausragend auch die Filmmusik. Anton Karras´ Zither ,welche ausschließlichen den Film musisch unterlegt, wurde zur Legende und machte aus ihm einen reichen Mann. Beides mehr als verdient, absolut zeitbezogen und doch zeitlos...
Dazu großartige Schauspieler. Getragen wird der Film von Joseph Cotten als Holly Martins ,den man bei seiner Suche nach der Wahrheit begleitet. Ein Schlitzohr,immer lieber einen Whiskey zu viel als einen zuwenig intus. Dennoch mit hoher Moral,Integrität und Loyalität ausgestattet , ist er der Einzige dem man trauen kann,den man von Anfang an mag und der nichts verbirgt sondern eben das Veborgene lüften will.
Auch Trevor Howard, als Militär-Polizist Calloway ist perfekt besetzt,man wartet fast auf Szenen in denen er mitwirkt.
Dennoch: Der Star des Filmes ist ganz klar Orson Welles als Harry Lime.
Er taucht spät auf, er bleibt nicht lang,er überzeugt aber komplett. Das Gespräch im Riesenrad ist fast schon philosophisch, es erreicht eine epische Dimension auf engstem Raum. Dieser Raum wird dann, sinnbildlich für das Thema,die Umstände,die Einzigartigkeit,ins quasi Unendliche gedehnt als es in die Katakomben,Wiens Kanalsystem geht...
Hier zeigt Orson Welles in seiner Mimik und Gestik, in seinem Gesicht was es heißt wenn eine Ratte in die Enge getrieben wird, im wahrsten Sinne des Wortes.
Ich habe den Film jetzt zum zweiten Mal ( im Abstand von 2-3 Jahren) gesehen und ihn von 9,5 auf 10 angehoben.Ein derart einzigartiger Film verdient die Höchswertung.
Und das jeder ihn wenigstens einmal anschaut.
Ich schreibe hier oft "ein Film den man gesehen haben muss". Beim Dritten Mann würde ich sogar behaupten das es eine echte Bildungslücke ist,ihn nicht gesehen zu haben. Auch hier:Im wahrsten Sinne des Wortes...
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der cineast 2011/10/05 17:53:47
Kommentar löschenDer dritte Mann hat unbestritten eine wunderbare Musik, einen unterspielenden Hauptcharakter und ein schön durchleuchtetes Wien. Das alles ist wunderbar temporeich, unfassbar poetisch in seiner Schlusseinstellung, aber die Geschichte ist im Kontext der Zeit wohl äußerst politisch, aber mich angefasst hat sie nicht. Zu kalt ist alles. Zu unwirklich schön. Ich verneige mich vor dieser Filmkunst, aber anfassen tut sie mich nicht.
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Le Samourai 2011/10/05 21:08:30
Antwort löschenSchade schade, aber wundert mich irgendwie nicht :)
der cineast 2011/10/06 00:08:53
Antwort löschen:)
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Oceanic6 2011/10/08 01:55:36
Antwort löschenWundert mich auch nicht ;)
der cineast 2011/10/09 17:41:29
Antwort löschen:)
*frenzy_punk<3 2011/09/26 21:03:01
Kommentar löschen"The Third Man", klassischer Kriminalfilm mit spannendem Finale.
Carol Reed schuf mit "The Third Man" einen Klassiker und besetzte ihn perfekt. Joseph Cotten ist der wahre Charmeur und fällt dem Zuschauer sofort sympathisch auf. Auch Alida Valli ist gerne gesehen. Besonders herausstechen tut jedoch Orson Welles, der wirklich brillant ist.
Die Musik ist einfach gehalten, jedoch passt sie perfekt ins Szenenbild.
"The Third Man" ist interessant, jedoch lässt er in der Mitte etwas nach und verliert an Spannung. Erst zum Finale steigert Reed wieder den Nervenkitzel und lässt den Zuschauer auf dem Sofa zappeln.
"The Third Man", ein typischer Klassiker mit fabelhaftem Schauspiel Ensemble.
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hoffman587 2011/09/26 21:05:46
Antwort löschenDafür ist die Wertung arg niedrig^^
Also für die SchlusstheseXD
*frenzy_punk<3 2011/09/26 21:15:30
Antwort löschenJa ich weis^^
Bandrix sagt oft, dass meine Kommentare oft so klingen, dass die Bewertung besser hätte sein müssen. Leider kann ich hier an dieser Stelle aber nicht mehr Punkte geben. :(
Schauspielerisch war er echt top, doch auch ein wenig zäh.
hoffman587 2011/09/26 21:21:03
Antwort löschenMuss ich ihm zustimmen und ich liebe das Ding allein schon wegen Welles, dem Gänsehaut-Score und der technisch perfekten Umsetzung^^(was jetzt keinesfalls irgendwie aufdringlich gemeint ist)
Ich liebe solche Filme einfach:D
*frenzy_punk<3 2011/09/26 21:27:02
Antwort löschen:)
Nein, nein, das ist nicht aufdringlich^^
Ich mag lieber die Schnulzenklassiker mit Hepburn und Doris Day. Aber naja ich bin so Thriller-verwöhnt, da kann so ein alter Film bei mir nicht mehr mithalten. Finde ich schade :(
Aber es gibt noch solche Klassiker, die mich von Anfang bis Ende fesseln. Frag aber bitte jetzt nicht welcher. Grad im Moment fällt mir keiner ein :$
hoffman587 2011/09/26 21:32:17
Antwort löschenGut, dass du es erwähnt hast, sons hätte ich es wirklich gefragtXD
*frenzy_punk<3 2011/09/26 21:37:28
Antwort löschen:D siehst du .. das wusste ich^^
hoffman587 2011/09/26 21:38:05
Antwort löschenBist anscheinend eine Hellseherin...^^...gruselig...^^
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Bandrix 2011/09/26 22:17:06
Antwort löschenJa ja ja, wie war das noch mal mit dem niedrig bewerten? ;)
*frenzy_punk<3 2011/10/21 16:44:29
Antwort löschen*pfeif
Pygar 2011/09/13 08:47:40
Kommentar löschenFreundschaft oder Allgemeinwohl, friedliche Demokratie oder kulturelle Höchstleistungen? Im Nachkriegs-Wien wandern nicht nur die dunklen Schatten der Vergangenheit durch die Zeichen des vorangegangenen Schreckens. Nein, allerlei Fremde bevölkern und besetzen die Stadt und versuchen die verborgenen Schlupfwinkel der Regelwidrigen auszuheben. Denn zwischen den Trümmern ist es die Selbstbereicherung die sich sämtlicher Moral oder gar tiefer Freundschaft entgegenstellt, und damit allerlei Spielraum für Verachtung oder verwirrende Neuorientierung übrig lässt. Zertrümmerte Originalschauplätze und vergnügliche Zitherklänge versprechen dabei den nötigen, gegensätzlichen Hintergrund, um den schwierigen Aufbau, zwischen moralischem Neustart und vielfältigen Lebensauffassungen, in seiner ganzen Zerrissenheit darzustellen.
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Andy Dufresne 2011/09/13 17:03:40
Antwort löschenGefällt mir Button will nicht...Schön beschrieben!
Pygar 2011/09/13 17:08:00
Antwort löschenDanke. :)
movieminister 2011/08/20 22:07:16
Kommentar löschenKlassiker! In allen Disziplinen eine 10. Sich fürs Kino interessieren und diesen Film nicht zu kennen, ist wie Lieben wollen ohne ein Herz zu haben.
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filmfan90 2011/08/10 00:32:20
Kommentar löschenCarol Reed thematisiert in seinem auf der Vorlage Graham Greenes beruhenden Thriller „The Third Man“ aus dem Jahre 1949 die Diskrepanz zwischen freundschaftlicher und gesellschaftlicher Verpflichtung vor dem Hintergrund des zerbombten Wien.
Der Verfasser von Abenteuerromanen Holly Martins (Joseph Cotten) folgt der Einladung seines Freundes aus früheren Tagen Harry Lime (Orson Welles) in das zerstörte, in vier Sektoren aufgeteilte Nachkriegs- Wien. Doch bereits kurz nach seiner Ankunft erhält Martins die Auskunft, dass Harry bei einem Autounfall ums Leben gekommen sei. Außerdem erfährt der Schriftsteller von Calloway (Trevor Howard), einem Major der britischen Militärpolizei, dass Lime ein berühmt- berüchtigter Krimineller, dem nachgesagt wird, er habe illegal mit gestrecktem Penicillin gehandelt, gewesen sei. Nach und nach erkundet Martins Harrys zwielichtiges Umfeld und lernt auch dessen Geliebte Anna Schmidt (Alida Valli), eine Tschechin, die sich mit gefälschten Papieren in Wien aufhält, kennen. Martins verliebt sich hoffnungslos in die Schönheit und nachdem er ihr eines Nachts einen Besuch erstattet hat, erblickt er in einer Gasse zufällig den quicklebendigen Harry Lime, welcher ihn und Anna offensichtlich den Abend über beobachtet hat…
Carol Reed, der seine Karriere als Theaterschauspieler begonnen hatte, bis er schließlich seinen Weg auf den Regiestuhl fand, bezeugt am Anfang von „The Third Man“ seine Vorliebe für Dokumentationen, indem er dem „Hauptfilm“ eine Situierung voranstellt und die widrigen Lebensbedingungen im vom Krieg völlig zerstörten Wien beschreibt. Dieser dokumentarische, dem neorealistischen Kino verwandte Duktus ist kennzeichnend für die wohl berühmteste Regiearbeit des Briten, da fast ausschließlich an Originalschauplätzen gedreht wurde und der Film aus diesem Grund nach wie vor als Zeitdokument interessant ist.
Doch auch weit darüber hinaus ist „The Third Man“ von nahezu einzigartiger filmischer Qualität: Das von Graham Greene verfasste Drehbuch konstituiert einen durchgehenden Spannungsbogen, welcher in dem von Reed grandios in Szene gesetzten Finale in der Wiener Kanalisation seinen Höhepunkt findet. Die ungemein schwarzhumorigen, zuweilen zynischen Dialoge sind ebenfalls der Arbeit Greenes zu verdanken. Hinzu kommt die Detailverliebtheit Reeds, der den Film mit zahlreichen Raffinessen spickt, die zum Teil erst nach mehrmaligen Sichtungen ins Auge fallen- beispielsweise ist es ausgerechnet jene Katze, die angeblich nur Harry geliebt habe, die Martins eines Nachts auf seinen früheren Freund aufmerksam macht und somit das Aufeinandertreffen der beiden herbeiführt.
Auf Grund dieses unermesslichen inszenatorischen Einfallsreichtums warf man dem Film im Verlauf seiner Rezeptionsgeschichte vor, er sei allzu metaphorisch beladen und symbolträchtig. Diesem Vorwurf ist allerdings zu entgegnen, dass Reed es versteht, jene Sinnbilder- etwa das der bereits erwähnten Katze- als konkrete Handlungselemente und -momente in den Film zu integrieren, welche es zu interpretieren im Ermessen des Zuschauers liegt. Insofern funktioniert „The Third Man“ auf zwei Ebenen: einerseits handelt es sich um einen mustergültigen Thriller, dem man andererseits (oder zugleich) existenzialistische Tendenzen zuschreiben kann.
Des Weiteren lautet eine interessante Frage, inwiefern man Reeds Werk dem (Sub-) Genre des „Film noir“ zuordnen kann. Dagegen spricht vor allem die ungewöhnliche Situierung und die Tatsache, dass es sich bei „The Third Man“ um eine britische Produktion handelt, wohingegen die meisten „Noires“ der „klassischen Phase“ aus Hollywood stammen. Abgesehen davon, dass der Film zeitlich gesehen in die Blütezeit jener „klassischen Phase“- die späten 1940er Jahre- fällt, ist anzumerken, dass der meisterhafte, stilprägende Umgang mit Licht-/ Schatteneffekten (Kamera: Robert Krasker) und auf Ebene der Handlung die „Femme fatale“ Anna Schmidt keinesfalls lediglich die Voraussetzungen eines typischen „Film noir“ erfüllen, sondern diese vielmehr definieren!
So kann man in Bezug auf Reeds Opus magnum von einem „Klassiker“ im besten Sinne sprechen, der auf Grund seiner filmischen- und nicht zuletzt auch schauspielerischen- Qualität zu den einflussreichsten Werken des europäischen Nachkriegskinos zählt und der es auch heute noch vermag, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen.
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Joe Gillis 2011/08/10 08:44:51
Antwort löschenKlasse Text! Im September werde ich in Wien endlich mal ins Dritte-Mann-Museum gehen... (Kleine Anmerkung: Der Film beruht nicht auf einem Roman. »The Third Man« war das erste und einzige Originaldrehbuch von Graham Greene. Die von ihm zuvor als Treatment verfaßte Erzählung (»It was never written to be read but only to be seen.«) wurde erst nach dem Erfolg des Films veröffentlicht.)
filmfan90 2011/08/10 13:25:22
Antwort löschenVielen Dank euch beiden!
@Joe: Ein Besuch des Museums war einst im Rahmen der Studienfahrt meines ehem. LK geplant, wurde allerdings (zu meinem Leidwesen) abgesagt, da der Film für nur wenig Begeisterung unter meinen ehem. Mitschülern sorgte (man hat auf einer solchen Fahrt auch zugegebenermaßen anderes im Sinn^^). Berichte doch mal, ob sich ein Besuch lohnt. :)
PS: Das mit dem Roman wurde korrigiert. ;)
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Joe Gillis 2011/09/26 16:41:22
Antwort löschenHier wie versprochen ein Kurzbericht vom Besuch des »Dritten Mann«-Museums: Es handelt sich nicht um ein klassisches Museum, sondern eher um eine Mischung aus einem Installationskunstwerk und der etwas volkshochschulhaften Aufbereitung einer manischen Sammlung zum Thema, verteilt auf drei Ladenlokale in der Nähe des Naschmarktes. Die Sammler haben alles zusammengerafft, dessen sie habhaft werden konnten: Filmprogramme, Aushangfotos, Plakate, Schallplatten, VHSen, DVDs – jeweils aus so vielen Ländern wie möglich. Dazu gibt es Drehbuchentwürfe und diverse Schriftstücke, einen Zwei-Minuten-Ausschnitt mit ratterndem Projektor, einen Extra-Raum mit Devotionalien aus dem Wien der Nachkriegszeit sowie die Rekonstruktion eines Hinterstübchens aus Anton Karas' Heurigen-Lokal »Zum dritten Mann«. Die Wände sind dicht behängt, und es macht schon Spaß zu schmökern – wissenschaftliche Aufbereitung oder fundierte Hintergrundinformation darf der Fan allerdings nicht erwarten. Insgesamt eingeschränkt empfehlenswert... :)
filmfan90 2011/09/30 15:29:23
Antwort löschenDanke für die Rückmeldung! :)
Man darf den Besuch wohl leider nicht mit allzu großen Erwartungen angehen...
La Bardot 2011/08/02 19:53:57
Kommentar löschen"Der dritte Mann" ist ein absoluter Hattrick - 10.0 für den Film, das Buch und die Filmmusik
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