Der dritte Mann
The Third Man (1949), GB Laufzeit 108 Minuten, FSK 12, Kriminalfilm, Thriller, Drama, Kinostart 06.01.1950
41 Bewertungen
Skala 0 bis 10
3092 Bewertungen
60 Kommentare
Keine
von Carol Reed, mit Joseph Cotten und Alida Valli
Mit seinem Thriller Der dritte Mann schuf Carol Reed 1949 einen zeitlosen Klassiker.
Wien, 1948: Der amerikanische Schriftsteller Holly Martins will in der besetzten Stadt seinen alten Freund Harry Lime besuchen. Aber am Tag seiner Ankunft wird Lime beerdigt. Von einem britischen Offizier erfährt Martins, dass Lime ein skrupelloser Schwarzhändler gewesen sei. Martins glaubt es nicht und stellt eigene Nachforschungen an. Limes Geliebte Anna, die aus dem russischen Sektor geflohen ist, hilft ihm dabei. Seine Suche nach der Wahrheit zieht Martins immer tiefer in einen gefährlichen Teufelskreis aus Betrug, Korruption und Mord. Schließlich führt ihn die Jagd nach dem “dritten Mann” in das unterirdische Kanalisationsnetz der Stadt.
Hintergrund & Infos zu Der dritte Mann
Robert Krasker, Carol Reeds Kameramann, wurde für seine kontrastreiche Arbeit 1951 sogar mit dem Oscar in der damals noch existierenden Kategorie Beste Schwarz-Weiß-Kamera ausgezeichnet.
Mehr Bilder (35) und Videos (3) zu Der dritte Mann
Cast & Crew
- Genre
- Film Noir, Mysterythriller, Thriller, Drama
- Zeit
- 1940er Jahre, Nachkriegszeit, Ostblock, Zweiter Weltkrieg
- Ort
- Wien, Wiener Prater
- Handlung
- Alte Freunde, Attentat, Bande, Berühmte Filmmusik, Besatzungsmacht, Besatzungszonen, Beste Freunde, Britische Armee, Café, Ermittler, Ermittlung, Flucht, Freundschaft, Friedhof, Hausmeister, Kampf auf Leben und Tod, Kanalisation, Klassiker, Krankenhaus, Labyrinth , Lebensgemeinschaft, Liebe, Männerfreundschaft, Okkupation, Oscargewinner, Penicillin , Recherche, Roman, Sarg, Schauspieler, Schauspielern, Schlägerei, Schmuggel, Schmuggler, Schreiben, Schriftsteller, Schwarzmarkt, Seelenverwandtschaft, Sowjetische Truppen, Tod eines Freundes, Tunnel, Unfall, Unfalltod, Verfolgungsjagd, Verrat, Vorgetäuschter Tod
- Stimmung
- Eigenwillig, Ernst, Spannend


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Kritiken (6) — Film: Der dritte Mann
SoulReaver: CinemaForever
Kommentar löschen»Oh, I still do believe in God, old man. I believe in God and Mercy and all that. But the dead are happier dead. They don't miss much here, poor devils.«
Carol Reed zieht uns mit »Der dritte Mann« ins Wien des Jahres 1949. Eine Zeit, in der Hoffnung zersprengt auf dem Boden vor sich hinvegetiert, die Dunkelheit regiert den Alltag, Finsternis umklammert jeden flüsternden Sonnenstrahl und die Stadt steht symbolisch für eine Welt, in der die Krater der Vergangenheit nicht nur oberflächlich abzusehen sind, diese Krater stecken auch in jedem Menschen, der die düsteren Straßen der österreichischen Bundeshauptstadt einst mit dem vertrauten Gefühl von Heimat assoziierte, von dem jetzt allerdings nur noch zerrüttete Erinnerungsfetzen vorhanden sind. Robert Kraskers preisgekrönte Kameraarbeit suggeriert und unterstützt diesen Eindruck: Das Leben in diesen Tagen ist aus den Fugen geraten, sowohl aus der pauschalisierten Gesellschaftssicht, als auch auf jeden zwischenmenschlichen Konflikt…
29 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten
DerDude_ Wed, 10 Apr 2013 16:04:55 -0000
Antwort löschenhttp://www.youtube.com/watch?v=2oEsWi88Qv0
SoulReaver Wed, 10 Apr 2013 16:05:38 -0000
Antwort löschenOhne Worte. Deswegen keine Erwähnung.
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Ben Kenobi Wed, 10 Apr 2013 19:48:04 -0000
Antwort löschen:)
SoulReaver Wed, 10 Apr 2013 20:56:00 -0000
Antwort löschen! :)
Kubrick_obscura: CinemaForever
Kommentar löschenDie Kamera ist nie in der Waage. Die Welt ist aus dem Lot geraten und Harry Limes macht schmutzige Geschäfte im geschwächten Wien. Carol Reed schuf einen europäischen Noir, einen Nachkriegsnoir, in dem einfach Alles auf dem Spiel steht. Europa als Seiltänzer, nach links und rechts kippend, konfrontiert mit der Frage: Wie soll es weitergehen? Folgen wir unserem Gewissen oder dem Geld?
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fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch
Kommentar löschenDer erstklassige Drehbuchautor Graham Greene hat eine spannende Geschichte mit prickelnden Dialogen verfasst, die sowohl ironischen Humor als auch eine gewisse ernüchterte Verzweiflung enthalten. Der versierte Kameramann Robert Krasker entwarf in den Ruinen von Wien ein expressionistisches Spiel von Licht und Schatten, das die Stimmung zusätzlich verstärkt. Die hervorragenden Darsteller verkörpern genüsslich die in dieser Schattenwelt verirrten Menschen. Regisseur Carol Reed fügte diese Elemente stilsicher zusammen.
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Dietmar Kesten: Filmmag.de
Kommentar löschen[...] „The Third Man“ ist ein Film, der absolut nichts von Überheblichkeit, Anmaßung oder Arroganz an sich hat, wie das bei vielen anderen Filmen dieser Zeit der Fall war. Er setzt sich aus Kristallen zusammen, aus dunklen, zerbrechlichen und traurigen. Er zerreißt den Schleier der bürgerlichen Moralität, und den eines strategischen Filmdenkens, das später in die offene Hollywoodmanie, Filme nach den Einspielergebnissen zu konzipieren, einmünden sollte. [...]
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Flibbo: Wie ist der Film?
Kommentar löschenCarol Reeds weltberühmter Klassiker ist ein ideal besetzter Noir-Thriller mit absolut kultiger Musik und toller Kulisse. Das zerbombte Wien der Nachkriegszeit wurde beeindruckend in Szene gesetzt. Die schönen Gebäude in Kontrast mit der kriegsbedingten Verwüstung und die Licht- und Schattenspiele schaffen eine spannende Atmosphäre. Die Erzählung beginnt wunderbar rasant und lässt dann etwas nach. Hollys bemühte Befragungen zur Lösung des rätselhaften Falls bilden den interessantesten Teil, denn dort wirkt die Spannung am stärksten. Als sich die Wahrheit um seinen Freund lange vor Schluss offenbart, geht ein Teil des Banns verloren. Zudem wird einiges offen gelassen, was man sich selbst zusammendenken muss. [...]
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movieminister Sat, 20 Aug 2011 20:14:34 -0000
Antwort löschenSich Dinge "zusammenzudenken" überfordert wohl den ein oder anderen Filmkritiker. Vielleicht sollte er sich in diesem Falle dann eher aufs Vormittagsprogramm beschränken.
Timo K.: Blockbuster Entertainment
Kommentar löschen[...] Legenden und Mythen ranken sich um den dritten Mann. Über einen Film noir, der schnell den Status eines Klassikers, ja, sogar als einer der besten Filme aller Zeiten intus haben sollte. Über eine „moderne Geschichte über den britischen Geheimdienst“, mit der die Zuschauer bei der Eröffnung des im Nachkriegs-Wien spielenden Streifens am 2. September 1949 im Londoner Plaza allerdings erst einmal recht wenig anfangen konnten. [...]
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Kommentare (54) — Film: Der dritte Mann
jeffcostello Wed, 08 May 2013 11:49:42 -0000
Kommentar löschenBereits im Prolog von "The Third Man", zeigt uns Carol Reed, dass die Menschen damals, in der vom Krieg geschwächten und verängstigten Welt doch voller Hoffnung waren, es waren "ganz brave Burschen", und unser Protgonist, der Amerikaner Holly Martins kommt "vergnügt wie eine Haubenlerche" im geteilten Wien an. Schnell jedoch zerstört Reed jeden Funken Hoffnung, er inszeniert das geteilte Wien als expressionistischen Albtraum, wo ein Menschenleben nichts Wert ist. Er dekonstruiert das kindlich naive Weltbild Holly Martins, der auf seiner Odyssee durch die Stadt mit der tristen Wirklichkeit konfrontiert wird.
Reed zeigt uns Menschen, die, ganz gleich welche Handlungsoption sie wählen, zwangsläufig zum Scheitern verurteilt sind.
Die genialen Bilder von Robert Krasker lassen die Kulisse des zerstörten Wien zu einem düsteren, beängstigenden Schattenreich werden, untermalt von der genialen Musik von Anton Karas, den Carol Reed durch eine glückliche Fügung in einer Gaststätte spielen hörte und ihn spontan engangierte.
"The Third Man" ist brillantes, pessimistisches Nachkrigskino, und vermutich der beste englische Film aller Zeiten.
bedenklich? 19 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 9 Antworten
Andy Dufresne Wed, 08 May 2013 12:06:46 -0000
Antwort löschenEin Film mit Alleinstellungsmerkmal, ein echtes Stück Geschichte!
kobbi88 Wed, 08 May 2013 12:40:21 -0000
Antwort löschenWarum geht der blöde Gefällt-Mir Button eigentlich nie, wenn man ihn braucht? Dann eben so: sehr schöner Kommentar, Jeff :)
kobbi88 Wed, 08 May 2013 12:40:46 -0000
Antwort löschenah, jetzt geht er ja doch ;)
jeffcostello Wed, 08 May 2013 12:49:31 -0000
Antwort löschen@Andy: Absolut!
@Kobbi: Vielen Dank! :)
Hfonda15 Wed, 08 May 2013 16:26:23 -0000
Antwort löschenSo ein Film hat eine ,,Lieblingsfilm" Nominierung so was von verdient! Schöner Kommentar!
jeffcostello Wed, 08 May 2013 16:52:57 -0000
Antwort löschenAuf jeden Fall! Danke! :)
kobbi88 Wed, 08 May 2013 16:57:44 -0000
Antwort löschenIch hab übrigens Jahre lang gelaubt, Carol Reed sei eine Frau!!! Mensch, wie kann man aber auch einen Mann Carol nennen.
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kobbi88 Wed, 08 May 2013 16:58:05 -0000
Antwort löschen*geglaubt
jeffcostello Wed, 08 May 2013 20:51:34 -0000
Antwort löschenDas kann einen aber auch in die irre führen :D
TimeInABottle Sat, 20 Apr 2013 14:28:15 -0000
Kommentar löschenVerdammt. zerreißendes. Ende.
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MrDepad Sat, 06 Apr 2013 20:58:55 -0000
Kommentar löschen"Der dritte Mann" ist ein Krimi von Carol Reed aus dem Jahr 1949, der heute als Klassiker gilt.
Der Schriftsteller Holly Martins reist in das vom 2. Weltkrieg gezeichnete Wien, welches in 4 Besatzungszonen geteilt ist. Sein alter Freund Harry Lime hat dort ein Job-Angebot für ihn. Recht bald wird Martins allerdings mitgeteilt, dass Lime durch einen Unfall ums Leben kam. Immer mehr Zweifel machen sich nach und nach bei Holly breit und so geht er den Spuren nach, um aufzuklären, ob Lime wirklich durch einen Unfall starb.
Regisseur Reed fängt das Nachkriegs-Wien in bedrückenden Bildern ein. Passend zur tristen Schwarz-Weiß-Optik bekommt man viele düstere, zerfallene oder trostlose Settings zu sehen. Nicht viel besser sind die Menschen in diesem Film, die von Misstrauen gezeichnet sind, während sich Verbrecher auf dem Schwarzmarkt immer mehr behaupten können. Dazu kommen strenge Polizei-Maßnahmen aufgrund der Zonenaufteilung. Mitten in dieser trostlosen Welt muss sich Martins zurechtfinden, der nicht mal die deutsche Sprache wirklich versteht.
Der Film nimmt früh Fahrt auf und es ist ziemlich spannend, wie Martins nach und nach neue Spuren erhält und diesen nachgeht, um das Rätsel um seinen verstorbenen Freund zu lösen. Joseph Cotten macht hierbei eine wirklich ausgezeichnete Figur in dieser Rolle. An einem gewissen Punkt nimmt der Film allerdings eine vor allem für Martins drastische Wendung, durch die er völlig neue Motive bekommt. Auch Orson Welles taucht dann ziemlich spät im Film auf und kann durch seine düstere Präsenz und gespitzte Dialoge punktet, mehr Screentime hätten ihm aber meiner Meinung nach noch besser getan. Am Ende schließt sich dann ein Kreis und es bleibt die schmerzhafte Erkenntnis, dass sich im Prinzip nichts verändern wird, nur weil eine kleine Geschichte von vielen ein Ende gefunden hat. Erwähnenswert ist übrigens noch die markante Musik des Films, die auf der Zither gespielt wurde und eigentlich gar nicht so richtig zu dem düsteren Stil passen will, genau deswegen aber so gut ist.
"Der dritte Mann" ist ein fesselnder Krimi-Thriller, der durch die eindringlichen Bilder und die ausgezeichneten Darsteller ein authentisches Portrait einer trostlosen Zeit zeichnet.
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Ben Kenobi Fri, 05 Apr 2013 19:24:03 -0000
Kommentar löschenEs scheint im Licht aktueller Ereignisse angebracht, mit einem Zitat des großartigen Roger Ebert zu beginnen: "I know that once you see Orson Welles appear in the doorway in 'The Third Man,' you will never forget his curious little smile." Und in der Tat, Orson Welles und sein einmaliges Minenspiel ist mit das Bemerkenswerteste an diesem Film. Was umso verwunderlicher scheint, wenn man bedenkt, dass Welles bei den mehr als sieben Wochen dauernden Dreharbeiten nur für knapp zwei Wochen anwesend war, und im Endprodukt wohl kaum länger als 15-20 Minuten zu sehen ist. Noch dazu spielt Welles einen Mann, der eigentlich tot sein sollte.
Aber alles auf Anfang. "The Third Man" erzählt die Geschichte von Holly Martins (Joseph Cotten), einem amerikanischen Autor von Western-Groschenromanen, der, einer Einladung seines alten Jugendfreundes Harry Lime (Orson Welles) folgend, nach Wien reist. Jedoch wird Martins kurz nach seiner Ankunft vom Unfalltod Limes informiert. Verwundert über einige Ungereimtheiten in der Beschreibung des Unfalls, beginnt Martins, eigene Nachforschungen anzustellen. Dabei trifft er auf Freunde, Bekannte und die Liebschaft Limes (Alida Valli als Anna Schmidt) und stellt schon bald fest, dass beim vermeintlichen Unfalltod einiges nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann. Schließlich entpuppt sich Martins' alter Freund als quicklebendiger Krimineller, und der Protagonist sieht sich zunehmend in einen Strudel aus Interessenkonflikten, Moralfragen und Loyalitäten hineingerissen: Wem vertraut er, wem glaubt er? Wem hilft er, wen verrät er?
Diese Handlung also bildet den Hintergrund für einen der großen Klassiker unter den Thrillern. Und ein packend erzählter Thriller ist "The Third Man" allemal: Die Dialoge tragen die Handlung, sind glaubwürdig, knackig und auf den Punkt. Das Szenenbild wechselt so häufig, dass selbst für heutige Schleudergang-Sehgewohnheiten keine Langeweile aufkommt. Und der Plot zeigt sich, durch seine Vielzahl an Charakteren mit ihrer individuellen Agenda, überraschend unvorhersehbar, aber nie unplausibel. Vor allem das große Finale im Kanalisationssystem der Stadt wirkt auch heute noch atemlos spannend.
Doch "The Third Man" ist mehr als nur ein gut gemachter Genrefilm. Ein Grund dafür ist wie gesagt die enorme Präsenz von Orson Welles. Selten bekommt man ihn zu Gesicht, aber wenn, dann ist es von entscheidender Bedeutung. Fast wirkt es, als sei Welles ein zu großer Schauspieler (oder Harry Lime ein zu großer Charakter), um sich in weniger bedeutsamen Szenen überhaupt auch nur zu zeigen. Tatsächlich wird dieser Eindruck bekräftigt durch die Tatsache, dass im Zuge der Dreharbeiten mehrere Doubles für Welles zum Einsatz kamen, da er selbst nur für so kurze Zeit zur Verfügung stand. So sieht man etwa in der zum allgemeinen Kulturgut gewordenen Szene, die den Schatten des fliehenden Harry Lime an einer Häuserwand zeigt, eigentlich den Schatten von Guy Hamilton (später u.a. Regisseur des 007-Streifens "Goldfinger"), der damals noch als Assistent für Regisseur Carol Reed arbeitete. Welles hingegen begnügt sich, so scheint es, mit jenen Szenen, in denen er seine schauspielerische Wirkmacht zu voller Entfaltung bringen kann: Ob das eingangs genannte wortlose Lächeln, das so lausbubenhaft wie tiefsinnig wirkt, ob sein selbstgerechter und -bewusster Auftritt auf dem Riesenrad, oder sein in Panik verzerrtes Gesicht während der Hetzjagd in der Kanalisation -- jede Szene mit Welles überzeugt, weil er wie kein anderer in der Lage ist, die innere Haltung seiner komplexen Figur nach außen zu transportieren und somit sichtbar zu machen, oftmals ohne Worte.
Politisch und gesellschaftlich erzählt der Film, wenn auch Drehbuchautor Graham Greene und Regisseur Carol Reed derartigen Zuschreibungen eher ablehnend gegenüber standen, auf subtile und unaufdringliche Weise von den Folgen eines verheerenden Krieges. Die offensichtlichen wirtschaftlichen und sozialen Probleme bilden dabei nur den Ausgangspunkt, an den die Häuserruinen der vormaligen Prunkstadt Wien im Hintergrund jedoch immer wieder mahnend erinnern. Diese Bilder, die allesamt vor Ort in Wien aufgenommen wurden (womit "The Third Man" eine der ersten britischen Großproduktionen ist, deren Hauptdreharbeiten komplett "on location" stattfanden), erlangen ihre Wirkung durch ihre Authentizität, durch die Tatsache, dass sie niemals kulissenhaft scheinen. Ein beklemmender Eindruck von der blanken Zerstörungsgewalt des Krieges, der hier vor wenigen Jahren noch tobte, durchzieht so den gesamten Film.
Aus dieser Ausgangslage des evidenten ökonomischen Elends nun entwickelt sich ein Netz aus Menschen, die dem moralischen Elend verfallen: Jeder nimmt, was er kriegen kann und verkauft, was zu verkaufen ist. Der Schwarzmarkt blüht, die Ordnungskräfte der alliierten Besatzung werden der Lage nicht Herr. Lebensmittel, Genussmittel und Medikamente werden zur Währung, selbst unter Leuten, die sich nicht auf ihre blanke Existenz zurückgeworfen sehen. An keiner Figur wird dieser moralische Verfall kristalliner als an Harry Lime: Nachdem er sich dem Handel mit gestrecktem Penicillin verschrieben hat, kümmert er sich weniger um die fatalen klinischen Folgen der Streckung, als um sein eigenes Wohlergehen. Die Schlüsselszene zu seinem Denken ist der Dialog zwischen ihm und Martins auf dem Riesenrad. Das Riesenrad auf dem Wiener Prater, einst Ausdruck purer, hedonistischer Lebensfreude, wirkt nun, unbelebt und inmitten eines zerbombten Stadtviertels, kalt und skeletthaft. Wie passend, dass Lime seinen alten Freund vor Fahrtbeginn informiert: "Kids used to ride this thing a lot in the old days. They haven't got the money nowadays, poor little devils." Doch teuflisch wirkt vor allem das Auftreten Harry Limes während der folgenden Fahrt. Selbstgerecht und ignorant gegenüber den moralischen und emotionalen Einwänden seines alten Freundes, zeigt er sich ohne jeden Willen zur Reflexion über sein Handeln, gibt offen zu, dass er in kriminelle Machenschaften verwickelt ist, dass er zudem noch seine Freundin an die Russen verraten hat, und eröffnet sogar die Möglichkeit, seinen unliebsam gewordenen Jugendfreund aus dem Weg zu schaffen. Erst gegen Ende der Szene schimmert ein tiefgreifender Zynismus durch, der womöglich als psychologische Ursache für die scheinbare Unmenschlichkeit Harry Limes' zu betrachten ist: "The dead are happier dead. They don't miss much here... poor devils", schließt Lime rhetorisch und inhaltlich den Kreis und bezieht sich auf eine Welt, die nicht mehr er-lebenswert scheint. Die Kameraarbeit von Robert Krasker (die man zurecht mit einem Oscar bedacht hat) verstärkt diesen Eindruck: Gleich der Welt, die aus dem Ruder geraten, die in Schieflage gelangt zu sein scheint, sind viele der Kameraeinstellungen drastisch angeschrägt.
Es sind dies und viele weitere Details, die "The Third Man" mit Sicherheit immer wieder sehenswert machen. Was mich darüber hinaus völlig begeistert, ist vor allem die außergewöhnliche, nur auf den ersten Blick paradoxe, Mélange aus entschiedener Zeitbezogenheit und universaler Zeitlosigkeit. Als beispielloses Dokument einer Epoche, die sich wie ein Vakuum über Europa gelegt hat, stellt der Film so basale wie bedeutsame Fragen über die menschliche Natur und das Zusammenleben in der Gesellschaft. Das Zitherspiel von Anton Karas und die Bombenkrater von Wien als Merkmale deutlichster lokaler und zeitlicher Identifikation treffen auf den Untergrund - den städtebaulichen, den kriminellen, den menschlichen -, wie er zu jeder Zeit und an jedem Ort zu finden war, ist und sein wird. In dieser Hinsicht wird "The Third Man" nie an Bedeutung verlieren. Verdammt gut.
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SoulReaver Fri, 05 Apr 2013 19:47:33 -0000
Antwort löschenVerdammt gut geschrieben.
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Martin Oberndorf Fri, 05 Apr 2013 20:15:18 -0000
Antwort löschenThis comment is... AWESOME!
Aber echt. That IS a tasty comment!
Das trifft's voll. Superfilm, der von mir auch mal eine Zweitsichtung verdienen würde.
Und ich find's schade, dass "mein" Wien nicht wie das im Film aussieht. Optisch.
Ben Kenobi Fri, 05 Apr 2013 22:37:42 -0000
Antwort löschenDanke Souli, danke Martin! :)
Der Film hat's mir aber auch wirklich angetan. Habe ihn vor ein paar Tagen gesehen und seitdem wächst und wächst er unaufhörlich... Könnte mittelfristig noch zu einem Lieblingsfilm mutieren.
@Martin: Ich habe irgendwo gelesen, dass sogar Filmtouren angeboten werden, bei denen man die Schauplätze abklappert. Sowas wäre bestimmt mal einen Blick wert, des Vergleichs wegen.
MaxN91 Mon, 04 Mar 2013 02:03:21 -0000
Kommentar löschenEs ist wieder Zeit für einen Klassiker und "Der Dritte Mann" gehört ganz sicher in diese Kategorie. Der Vertreter des Film Noir spielt in der Nachkriegszeit des im 2. Weltkriegs schwer getroffenen Wiens und fängt in einer unglaublichen Weise das dortige Zeitgeschehen ein. Das düstere Setting gepaart mit den schwarz/weißen Bildern vermittelt die perfekte Stimmung für den Film. Und so komme ich zum Inhalt von Der Dritte Mann: Gezeichnet vom 2. Weltkrieg hat sich Wien verändert und wird nun von den 4 Besatzungsmächten beherrscht. Kriminelle Händler treiben auf dem Schwarzmarkt ihr Unwesen und haben eine beträchtliche Macht in der Stadt, in der sie wie Ratten in der Kanalisation umherschleichen. Genau in diese Stadt wird der eher durchschnittlich erfolgreiche Schriftsteller Holly Martins (Joseph Cotton) bestellt, da ihm sein alter Freund Harry einen Job anbieten möchte. Holly ist ein Jedermann, der gerne mal einen hebt, aber sehr prinzipientreu ist. Als er ankommt, muss er mit entsetzen festellen, dass Harry bei einem Verkehrsunfall umgekommen ist und bereits beerdigt wird. Erst durch die Zeugenaussage des Portiers kommen Holly langsam Zweifel, denn ein mysteriöser dritter Mann war wohl bei dem Unfall zu Gange.
Die Geschichte kommt relativ schnell zu Potte und der Zuschauer befindet sich direkt in der stringenten Handlung. Leider verflacht die Story in der ersten Hälfte rapide, denn Regisseur Carol Reed tritt ordentlich auf die Bremse. Schade, für mich der einzig wirklich Kritikpunkt des Films! Natürlich braucht man aus heutiger Sicht seine Zeit um sich in die Geschichte einzufühlen, sobald man das allerdings erreicht hat erkennt man, dass der Film trotz seines düsteren Settings einige Momente zum Schmunzeln bereithält und so das Geschehen auflockert. Joseph Cotton trägt den Film und macht seine Sache ausgezeichnet. Bis, ja bis zu diesem einen Moment als das Licht in die dunkle Gasse fällt und Orson Welles auftritt. Obwohl er so wenig Screentime hat, beherrscht er jede Sekunde der Szenen in denen er auftritt, eine Aura die seines Gleichen sucht. Seine bösartig, aber fast philosophischen Lines sind einfach nur genial und als die "Ratte" dann entgültig in der Falle sitzt kann man die Angst fast selbst spüren. Für mich eine der besten Schauspielleistungen die ich jemals gesehen habe, v.a wenn man die kurze Screentime berücksichtigt. Der Score ist so paradox und dennoch so genial, denn die Zither untermalt den Film komplett, egal ob in freudigen oder traurigen Momenten. Der dritte Mann endet wie er begonnen hat, ob sich die Verhältnisse ändern oder nicht bleibt der Einschätzung des Zuschauers überlassen- ein perfektes, und irgendwie perfides Ende.
Fazit: "Der Dritte Mann" ist wahrlich ein Klassiker, mit einer besonders herausragenden Kamera, die das Zeitgeschehen perfekt einfängt und einem Score, der zuerst befremdlich aber dann vertraut scheint, wie das alte Wien selbst. Bestechend gute Schauspielleistungen machen den Film besonders intensiv, einzig im ersten Teil der Geschichte mag die Story nicht so wirklich Fahrt aufnehmen und stagniert zu lange. Gewöhnt man sich an den Humor und die Sehgewohnheiten der damaligen Zeit, wird man von "Der Dritte Mann" schlichtweg begeistert sein.
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brainchild Fri, 28 Dec 2012 15:50:45 -0000
Kommentar löschen'Der dritte Mann' — klingt nach Hitchcock, hat aber seinen ganz eigenen Stil. Im Guten wie leider auch im Schlechten, so muss ich hier verschiedene Gesichtspunkte einzeln analysieren.
1. Selten haben mich Kameraeinstellungen in einem Film so begeistert wie genervt. Robert Krasker, der einen Oscar für die Kinematografie gewann, ist fast durchgängig sehr nah dran an den Figuren, erschafft dadurch eine hohe Intensität und setzt sich gleichzeitig ab von der Vielzahl an damaligen Produktionen, die Long Shots den Vorzug vor Close-Ups gaben und dadurch oft zu sehr ans Theater erinnern. Ein paar Szenen (Riesenrad, Schattenmann, Kanalisation) graben sich regelrecht ins Gedächtnis ein. Leider war Regisseur Carol Reed aber anscheinend auch ein vehementer Verfechter der Dutch Angle. Da ich auf den Begriff das erste Mal im Zusammenhang mit dem Scientology-"Film" 'Battlefield Earth' gestoßen bin, könnte man mir möglicherweise Befangenheit attestieren. Aber auch so ist diese ständig schiefe Bildperspektive in meinen Augen einfach unglaublich anstrengend. Natürlich wird Reid sich dazu etwas gedacht haben, durch die omnipräsente Verwendung kann sich die gewünschte Wirkung (Verwirrung? Entfremdung?) aber kaum einstellen, dafür ist das Stilmittel in seiner Penetranz einfach viel zu ablenkend. Soll heißen: Weniger wäre mehr gewesen.
2. Die allgegenwärtige Zithermusik reiht sich gleich hinter der Dutch Angle ein in puncto "WTF". 'Der dritte Mann' ist ein spannender Film, zumindest könnte er das sein, gerade in Kombination mit den Close-Ups, wenn mich dieses beschwingte Gedudel nicht ständig in einen Woody-Allen-Film versetzen würde. Ich steh auf kontrastierenden Stilmitteleinsatz und cineastischer Overkill à la Hans Zimmer muss ja auch nicht immer sein, und in zwei, drei Szenen war das hier auch irgendwie sehr passend, aber den Großteil der Spielzeit fühlte ich mich einfach nur extremst irritiert.
3. Die Story: joa. Antiheld tappt die meiste Zeit ahnungslos im Dunkeln, wird des öfteren getwistet, bleibt aber letztlich trotz Femme fatale der Held. Die unmittelbare Wiener Nachkriegskulisse weckt Interesse, der Rest nicht so wirklich.
4. Orson Welles! Alter! ♥! Ich kenne bisher nur 'Citizen Kane', da war er natürlich großartig. Aber wie mühelos er hier in seinen wenigen Szenen zum Showstopper avanciert, mit subtilem Charisma, mit Verschlagenheit, letztlich auch mit blanker Angst, und dabei den Hauptdarsteller Joseph Cotten selbst für schwarz-weiß-Verhältnisse blass aussehen lässt, das ist einfach nur groß. Ich bin schon unglaublich gespannt auf weitere Rollen.
5. Das Ende ist toll. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verspoilern.
Summa summarum also nicht leicht, solche Eindrücke in einer Zahl zu bündeln. Gerne würde ich diesem Kunstwerk — das es zweifellos ist! — mehr Punkte geben, dafür fallen die negativen Aspekte für mich aber zu gravierend ins Gewicht. Vielleicht würde eine Zweitsichtung daran etwas ändern. Empfehlen würde ich 'Der dritte Mann' aber so oder so.
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Phryx Sat, 05 Jan 2013 17:40:50 -0000
Antwort löschenIch finde es immer stark wenn man einen Klassiker, noch dazu einen so hochgelobten kritisch beäugt und das auch noch im Angesicht der jeweiligen Zeit. Ich tu mir meist schwer damit, weil ich bei vielen Sachen denke dass man das so heute nicht bewerten kann weil man einfach zu sehr beeinflusst vom aktuellen Kino ist.
Hab ihn erst zur Hälfte gesehen. Dutch angle komm ich gut klar, Sithermusik geb ich dir recht.
BTW: Man sollte bei diesem Film eine Warnung raus geben ihn auf deutsch anzusehen. Die Hälfte der Dialoge gibt keinen Sinn...
brainchild Sat, 05 Jan 2013 18:52:28 -0000
Antwort löschenDanke :) Ich habe leider öfter so meine Probleme mit älteren Werken, was aber - wie du sagst - wohl eher an meinen Sehgewohnheiten liegt. Der hier ist dagegen vergleichsweise zeitlos inszeniert, umso ärgerlicher finde ich es, dass ich ihn trotzdem nur bedingt genießen konnte.
Hab ihn zwar auf deutsch gesehen (lief ja auf 3sat), die Dialoge waren mir zum Glück aber nicht so wichtig.
"Hab ihn erst zur Hälfte gesehen." - siehe Punkt 5 ;)
ukrainer Mon, 28 Jan 2013 21:18:27 -0000
Antwort löschenDeiner Kritik ist, meiner Ansicht nach, nichts mehr hinzuzufügen, daher erspare ich mir mal meine Kritik zu verfassen. :P
brainchild Mon, 28 Jan 2013 23:31:48 -0000
Antwort löschenWow, thx :)
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PeterGonzalo Thu, 28 Mar 2013 21:43:50 -0000
Antwort löschenDu kommst nicht aus Wien oder? Weil ich absolut nicht verstehen kann wie man nur die Musik des Filmes kritisieren kann :O Die Zither verleiht dem ganzen ein gewisses Extra, das gehört einfach zu Wien wie das Riesenrad oder der Stephansdom :)
brainchild Fri, 29 Mar 2013 10:58:20 -0000
Antwort löschenWar leider noch nie dort. Aber ich meine ja auch nicht, dass die Musik nicht zu Wien passt, sondern dass die Musik nicht in einen Film noir passt. Oder dass Wien nicht zum Film noir passt :P
Thomas479 Fri, 28 Dec 2012 11:18:25 -0000
Kommentar löschenEin absolut packender Film, der alles hat, was ein Klassiker braucht. Und auch wenn er bereits einige Jahre auf dem Buckel hat, hat er nichts von seinem Charme verloren.
Allein schon die Kulisse, Wien in der Nachkriegszeit, hat seinen ganz besonderen Reiz. Am berühmtesten ist natürlich die Verfolgungsjagd in der Kanalisation. Doch auch wenn die Kamera einfach nur durch die Gassen streift, bekommt man schon eine Gänsehaut. Auch die Szenen auf dem Riesenrad sind genial.
Man sollte etwas Geduld mitbringen, der Film entwickelt sich bedächtig, doch dann gibt es mittendrin einen überraschenden Kniff und alles wird auf den Kopf gestellt. Auf einmal nimmt der Film Fahrt auf und endet mit einem großen Finale.
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Andy Dufresne Thu, 27 Dec 2012 23:52:21 -0000
Kommentar löschenEin absolut einzigartiger Film.
Einzigartig wegen den Umständen, einzigartig wegen der Musik, einzigartig in seiner Sogwirkung und seiner erzählerischen Dichte.
Österreich im Allgemeinen und hier Wien im Speziellen, waren von 1945 bis 1955 in
4 Besatzungszonen eingeteilt.
Die innere Stadt Wiens war unter geteilter, internationaler Aufsicht.
Hier spielt "Der dritte Mann."
Gedreht 1949, also in dieser tatsächlich noch stattfindenden Besatzungszeit.
Und diesen Ausnahmestatus, diese Eimaligkeit, merkt man dem Film an, dieser Status macht ihn (unter anderem) so einzigartig.
Alles erscheint gefährlich und einsam, geprägt von Misstrauen, Ängsten und Zweifeln...
Niemand will etwas sehen oder hören, jeder und alles ist verdächtig...
Ein PERFEKTER Schauplatz für einen undurchsichtigen,doppelbödigen und hochspannenden Thriller um Schieberbanden, Freundschaft, Lügen, Verrat, Loyalität und Moral.
Einzigartig auch die (Oscargekrönten) Bilder , ganz einfach weil sie die zeitlich (kriegerisch ) bedingte Zerstörtheit und Angeschlagenheit Wiens als Sinnbild Europas einfangen, ein Land, ein Kontinent in Schutt und Asche, materiell, psychisch und physisch.
Eine Bevölkerung die vieles losgetreten hat, vieles entfesselte, aber auch vieles durchlitten hat und erdulden musste und weiterhin stoisch erduldet...
Verunsichert und ratlos, froh am Leben zu sein, aber doch völlig ohne Wissen um den weiteren Weg, befreit aber eben doch komplett eingesperrt,besetzt, verunsichert und ängstlich.
Einzigartig, ja wirklich herausragend auch die Filmmusik.
Anton Karras´ Zither , welche ausschließlichen den Film musisch unterlegt, wurde zur Legende und machte aus ihm einen reichen Mann.
Beides mehr als verdient, absolut zeitbezogen und doch zeitlos...
Dazu großartige Schauspieler.
Getragen wird der Film von Joseph Cotten als Holly Martins.
Den man bei seiner Suche nach der Wahrheit begleitet.
Ein (mehr oder weniger) unbewusstes Schlitzohr, immer lieber einen Whiskey zu viel als einen Whiskey zu wenig intus.
Dennoch mit hoher Moral, Integrität und Loyalität ausgestattet , ist er der Einzige dem man trauen kann, den man von Anfang an mag und der nichts verbirgt sondern eben das Veborgene lüften, herausfinden will.
Auch Trevor Howard, als Militär-Polizist Calloway ist perfekt besetzt.
Man wartet fast auf Szenen in denen er mitwirkt!
Dennoch: Der Star des Filmes ist ganz klar Orson Welles als Harry Lime.
Er taucht spät auf, er bleibt nicht lang,er überzeugt aber komplett.
Das Gespräch im Riesenrad ist fast schon philosophisch, es erreicht eine epische Dimension auf engstem Raum.
Dieser Raum wird dann, sinnbildlich für das Thema, die Umstände, die Einzigartigkeit, ins quasi Unendliche gedehnt als es in die Katakomben,Wiens Kanalsystem geht...
Hier zeigt Orson Welles in seiner Mimik und Gestik, in seinem Gesicht was es heißt wenn eine Ratte in die Enge getrieben wird, im wahrsten Sinne des Wortes.
Ich habe den Film jetzt zum dritten Mal gesehen und ihn (endlich!) von 9,5 auf 10 angehoben.
Ein derart einzigartiger Film verdient die Höchstwertung.
Und das jeder ihn wenigstens einmal anschaut.
Ich schreibe hier oft
"ein Film den man gesehen haben muss".
Beim "Dritten Mann" würde ich sogar behaupten das es eine echte Bildungslücke ist, ihn nicht gesehen zu haben...
Einer der 10 Filme, die Filme zu Filmen, zu Filmen machen...
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Filmkenner77 Sat, 29 Dec 2012 20:03:47 -0000
Antwort löschenEigentlich schade, dass Welles so wenig Screentime hat. Jede Szene mit ihm ist ein Genuss.
Andy Dufresne Sat, 29 Dec 2012 20:06:49 -0000
Antwort löschenAbsolut! Die Rolle des Harry Lime passt fast noch mehr zu ihm, zu seinem seinem Typ, wie es die des Charles Foster Cane tat!
RoosterCogburn Sun, 30 Dec 2012 18:16:32 -0000
Antwort löschenSo gut Orson Welles hier auch spielt, für mich brilliert der Film durch Joseph Cotten. Er ist hier in einer seiner besten Darstellungen zu sehen. Und verblasst hier einmal nicht neben Welles. Die beiden haben schon mehrfach zusammen gespielt - auf der Bühne und im Film. Neben "Shadow of a Doubt" und "Duel in the Sun" der wohl beste mit Joseph Cotten.
Andy Dufresne Mon, 31 Dec 2012 01:34:12 -0000
Antwort löschenIch schrieb ja auch: Cotten trägt den Film.
Und so ist es .
Welles ist DAS Schmankerl dazu...
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RoosterCogburn Mon, 31 Dec 2012 10:08:36 -0000
Antwort löschenSieh meine Antwort auf deinen Text als persönliche ergänzende Anmerkung. Nicht als Kritik an deinen Kommentar ;)
Andy Dufresne Mon, 31 Dec 2012 15:17:06 -0000
Antwort löschenSo sah ich es eh ;)
Freidenker Thu, 27 Dec 2012 22:26:56 -0000
Kommentar löschenAuch wen dieser Film schon über 60 Jahre alt ist,so gehört er für mich dennoch mit zu den besten Thrillern überhaupt.
Schon kurz nach seiner Ankunft bekommt Holly Martins die harte Nachricht Harry ist tot, von einem Auto überfahren. Doch die Zeugenaussagen widersprechen sich, und Martins kommt der Verdacht, dass Harrys Tod vielleicht kein Unfall gewesen sein könnte.
Er beginnt auf eigene Faust und gegen den Widerstand der Polizei und der Partner Harrys zu recherchieren und kommt einem schlimmen Verbrecher auf die Spur.
Das ganze ist eine wirklich klasse Story über Leben und Überleben im zerstörte Nachkriegswien,das schon fast ein wahres Zeitdokument über die damaligen Lage ist.
Das ganze ist dabei einfach meisterhaft von Carol Reed inszeniert worden,ich würde sogar sagen man hätte es damals nicht besser inszenieren können.
Alleine schon die Kulisse des damaligen Wien ist hervorragend und hat enorm viel Charme.
Dazu kommt eine hervorragende Kameraführung,tolle Licht und Schatten-Effekte und natürlich diese geniale Filmmusik von Anton Karas,hätte vor diesem Film nie gedacht das ein Zitherspiel zu einem Thriller passt,aber es passt und zwar sogar sehr gut.
Daneben ist der Film natürlich auch einfach hervorragend Besetzt,wobei hier nicht Hauptdarsteller Joseph Cotten das große Highlight ist,sondern Orson Welles,der zwar nur wenige Minuten zusehen ist aber dennoch einfach atemberaubend ist.
"Der dritte Mann" ist daher ein Klassiker den man sich immer wieder ansehen kann ohne das er langweilig wird.
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knusperzwieback Thu, 27 Dec 2012 19:32:38 -0000
Kommentar löschenDie ersten Minuten könnte man meinen das wird ein richtig schöner Filmnachmittag. Nach 30 Minuten wird aber so viel Fahr raus genommen dass es schon "etwas" langweilig wird. Blalba hier, unlogisches Handeln da und nach einer gefühlten 5 stündigen Verfolgungsjagd ist er dann zum Glück auch fast aus.
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MeisterQualle Thu, 03 May 2012 23:33:13 -0000
Kommentar löschenOrson Welles - MaauaAAUAaaa freeench.. champaign ( http://www.youtube.com/watch?v=o5LkDNu8bVU )
Wieso stellt am Ende seiner Geschichten immer eine moralische Frage über Leben und Tod an den Protagonisten ? Andauernt das gleiche. Trotzdem mag ich seine Geschichten, besonders die begleitenden Themen und Charakterzeichnungen abseits der Kriminalstorys. Könnt ich immerwieder lesen
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Brentano Mon, 07 May 2012 19:38:48 -0000
Antwort löschenDie "moralische Frage" wird eventuell gestellt, um Menschen indirekt auf den Tod zumindestens geistig vorzubereiten und ihnen anheim zu legen, schon mal darüber nachzudenken, ..!?
MeisterQualle Wed, 09 May 2012 00:31:49 -0000
Antwort löschenich habs anders empfunden.. was ganz normal is.
bei graham greene verstehe ich diese frage am ende als eine aufgezwungene aufforderung partei für etwas zu ergreifen ob man will oder nich und was ein konflikt zwischen rechtschaffenheit und mensch sein entsteht. für mich ist diese moralische frage hauptsächlich eine seltsame kritik. blabla...
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Brentano Wed, 09 May 2012 07:16:41 -0000
Antwort löschensicher manchen können das Leben auch dazu "nützen", vor diesen, dort gestellten Fragen (etwa aus der Instanz des exteriorisierten Über Ich's) auszuweichen und diese zu ignorieren, "sicher" ... aber?
MeisterQualle Thu, 10 May 2012 23:25:28 -0000
Antwort löschendiese fragen zu ignorieren und sich auf das eigene leben zu konzentrieren klingt nach ner schönen sache. das leid auf der welt ist zu maßlos, zu komplex als das meine ethik jedes missionieren und missioniert sein nachvollziehbar machen kann. das hat mir graham greene gesagt, aber auch keinen punkt hinter diese aussage gesetzt.
Kieke Thu, 19 Apr 2012 09:37:18 -0000
Kommentar löschenjoa... -ich hatte einfach mehr erwartet für ein ewig zitierten Klassiker ..
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TexasTomBoe Fri, 30 Mar 2012 00:49:08 -0000
Kommentar löschenWien wien nur du allein...
lebe jetzt schon 31 jahre in wien und hab die dritte mann tour noch nicht gemacht...
shame on me...
aber immerhin das denkmal vom karas per zufall entdeckt... geniales zitterspiel
film is sowieso ein klassiker und für mich, jeden wiener, natürlich schön anzusehen wie es damals ausgesehen/zugegangen is.
wien das zentrum europas und umschlagplatz für alle möglichen kriminellen wie agentischen? aktivitäten...
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Scotty2Hotty Sun, 19 Feb 2012 16:53:29 -0000
Kommentar löschenIch neige normalerweise nicht zum schwelgen aber..
was dieser Film nicht alles ist: ein Klassiker, ein Zeitdokument, ein hoch moralisches Werk und zugleich trocken humorvoll, ein Treffen von angloamerikanischem Film und dem alten "europäischen" Film, ein Film mit visionärem Einsatz von Licht und Schatten, ein Treffen von hochkarätigen Schauspielern (Orson Welles aber auch Schauspielern die noch den Großteil ihrer Rollen in Stummfilmen gedreht haben), ein Musterbeispiel für stimmige Filmmusik uvm..
Für mich einfach unerreicht!
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Canis Majoris Mon, 30 Jan 2012 04:04:38 -0000
Kommentar löschenDas teilzerstörte Nachkriegswien hat für mich sogar noch mehr Charme als das teils Starbucks-und-McDonalds-verseuchte Wien von heute.
Trotzdem ist Wien natürlich noch immer die schönste kleine Großstadt der Welt... :)
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Prechtl Mon, 30 Jan 2012 05:41:52 -0000
Antwort löschenWenn man mal die unfreundlichen Menschen außer Acht lässt aber ich glaube das ist in jeder Großstadt so ;)
TexasTomBoe Fri, 30 Mar 2012 00:43:40 -0000
Antwort löschen@precht: bullshit oida ;)
Manny Ray Mon, 16 Jan 2012 20:18:37 -0000
Kommentar löschenEin genialer und "moderner", nicht vorhersehbarer Film aus dem Jahre 1949! Außerdem eine lägendäre Filmmusik - Das Rezept für einen Topfilm.
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hoffman587 Fri, 23 Dec 2011 13:06:07 -0000
Kommentar löschenThe Third Man - Filmbewertung 2000
"Arbeiten sie zur Zeit an einem neuen Werk?" - "Ja, es heißt ´Der dritte Mann´." -"Ah, ein Roman, Mr. Martins." - "Eine Mordgeschichte, ich fange gerade an, ein Tatsachenbericht."-"Sind sie ein langsamer Arbeiter?" - "Nicht wenn es mich interessiert." - "Ist es nicht ein etwas gefährliches Unterfangen?" - "Ja." -"Eine Mischung aus Wahrheit und Dichtung."
Nun endlich meine persöhnliche 2000. Der Eintritt in eine neue Welt. Der Film, die Zahl, die nun mein Sozialverhalten änderte, weg von diesen eintönigen Einsen und deren Wirrungen, hin zu den fantastischen und imposanten Zweien, die einen förmlich anglänzen und dazu musste ein passender Film her. Einer dieser Filme, die man nie vergessen wird. Meilensteine der Filmgeschichte. Als großes Kino gefeiert und bis heute regelrecht einzigartig. So gesagt Klassiker der Extraklasse. Für mich ist "Der dritte Mann" von Carol Reed aus dem Jahre 1949 nach einer Erzählung von Graham Greene, der wiederum gemeinsam mit Reed am Drehbuch mitbeteiligt war, nach dessen Stoff Greene auch noch einen weiteren Roman verfasste, ein solcher Film.
Die Story weiß so natürlich anfangs zu faszinieren, Schauplatz hierbei: Wien. 1948, in der Nachkriegszeit, ein zerbombtes Wien. Die Handlung an sich sonst clever gestrickt, schlau erdacht und auch im zeitlichen Kontext interessant gehandhabt, um Freundschaft, Loyalität, Verrat und die gesellschaftlichen Zuständen bzw. Umstände dieser Zeit und die Frage nach Moral und Vertrauen: US-Autor Martins reist nach Wien, um dort seinen alten Freund Harry Lime ausfindet zu machen, der ihn eingeladen hatte. Doch der soll anscheinend tot sei, so bleibt nur noch das Begräbnis, und in kriminelle Machenschaften verstrickt worden sein. Doch Martins will sich damit nicht zufrieden geben, forscht nach und lüftet so das dunkle Geheimnis seines Freundes...
Mit einer Besetzung ausgestattet, bei der wohl von vorne bis hinten alles stimmt, so zunächst auch Joseph Cotton, als amerikanischer Autor Holly Martins, in echter Hochform. Somit vielleicht sogar eine seiner besten Performances, präzise gespielt und sogar sympathisch dabei. So sucht er nach dem Licht, das seinen Weg erleuchtet, auf der Suche nach der gefährlichen Wahrheit, damit sich der Nebel lichtet. Um es endlich zu wissen, was geschah. Cotton dabei stets präsent und überzeugend, neben ihm noch Alida Valli als Lime´s Freundin Anna, die Martins bei der Suche nach ihm behilflich ist, emotional und auch hier mit aller Energie gespielt. Und auch Trevor Howard weiß mit souveränen Spiel als Major Calloway der Militärpolizei zu glänzen, der versucht Martins davon zu überzeugen, dass hinter Lime doch ein Verbrecher steckte, doch der Schriftsteller bleibt sich lieber selbst treu und forscht so lieber vorher selbst nach der Wahrheit, so kann man den Gegensatz beider Figuren fast als Rivalen sehen, somit es fast als ein Duell zwischen Howard und Cotton bezeichnen. Im Gegensatz dazu kann man die Beziehung zwischen Lime und Anna sehen, als Liebende bzw. das Liebespaar. Und so ergänzt sich zum Rest der Besetzung (sonst auch fein ausgewählt) als Harry Lime der einzigartige Orson Welles alias der dritte Mann, trotz geringer Screentime, stets so präsent wie nie, sein Auftritt wohl mitunter das Highlight des Ganzen und gerade seine seltenes Auftreten im Film, macht es doch gerade genau diese Auftritte so außergewöhnlich und seine Figur anfangs mysteriös, man denke hierbei allein die gerade zu perfekt inszenierte Szene am Riesenrad, wieder nahe bei hintersinnigen Ansätzen, doch bleiben gerade diese Minuten besonders im Gedächtnis, somit unvergesslich und Welles wie sonst auch genial.
"Überlassen sie das den Fachleuten, hinter allem lauert der Tod." - "Ich werde sie in meinem Buch zitieren."
Hinter der Kamera, auf dem Regiestuhl Carol Reed. Seine Inszenierung lässt sich wohl am besten mit dem Wort grandios betiteln, gemächlich, trotzdem über die vollständige packend wie auch hochspannend bzw. faszinierend erzählt, mit sehr viel Liebe zum Detail, sehr exakte Arbeit somit fast schon perfektionistisch angelegt und auch in Hinsicht der zeitlichen Umstände interessant und tiefgründig gestaltet, die Ausweglosigkeit der Menschen, deren Situation, denn Wien war am Ende. Er steigert die Spannung seines Werkes konsequent bis zur abschließenden und fantastisch gemachten Verfolgung in den kalten und finsteren Abwässerkanälen Wiens, was dem Werk selbstredend noch die Krone aufsetzt, ich würde hier wohl das Wort perfekt, erneut, gebrauchen. Und auch mit Symbolik wird hantiert, ob das nun einzelne Verweise in bestimmten Dialogen sein mögen, diese dazu ausgezeichnet niedergeschrieben wurden sogar teilweise mit zynischem und hintersinnigen Grundton, oder anderweitig, alles sehr stimmig und fasziniert, ungemein. Die Kamera selbst liefert dabei hervorragend gefilmte Bilder ab, im Stile des deutschen Expressionismus, atmosphärisch dicht wie auch düster gehalten, auch hier fließt die Symbolik mit ein bzw. das Spiel mit den Schatten und der Beleuchtung, stilvoll und sonst natürlich wieder präzise gehandhabt und zudem noch größtenteils an Originalschauplätzen gedreht, welche selbstredend die großartige und fast unheimliche Atmosphäre noch unterstützen.
"Wer war ´der dritte Mann?" - "Mh, das sollte ich gar nicht trinken, ich mit meinem Magen."
Vergessen werden sollte dabei natürlich nicht ein weiteres Detail, welches vielleicht einer der Gründe ist, weshalb dieser Film (mal vom Klassikerstatus und allem Anderen, wie Welles abgesehen) noch heute als so unheimlich populär gilt, fast wie ein Mythos. Die Rede ist hierbei selbstverständlich von Anton Karas und unvergessenen und einmaligen ´Harry-Lime-Thema´, auf der Zither komponiert, eingängig, aber nicht minder genial. So gesagt ein echter Ohrwurm und ein weiteres bedeutendes Highlight des Films. Eine Melodie, die Filmgeschichte schrieb.
Letztlich möchte ich dann nur noch sagen, dass "Der dritte Mann" wohl zurecht, zu den großen Meilensteinen der Filmkunst zählt, somit in der Hinsicht ein absoluter Höhepunkt, denn hier stimmt alles, für mich jedenfalls, von der ersten Sekunden an Hochspannung, Atmosphäre, eine unverkennbare Melodie und exzellentes Schauspiel, gewürzt mit hintergründigen zeitlichen Aspekten. Eindeutig ein bedeutender und wie auch herausragender Vertreter des Film noir, trotz der Tatsache, dass er aus Großbritanien stammt. Einfach ein Meisterstück und ein würdiger 2000-Film, den ich hier bewertete.
"Denk daran, was Mussolini gesagt hat: In den dreißig Jahren unter den Borgias hat es nur Krieg gegeben, Terror, Mord und Blut, aber es gab Michelangelo, Leonardo da Vinci und die Renaissance. In der Schweiz herrschte brüderliche Liebe, fünfhundert Jahre Demokratie und Frieden. Und was haben wir davon? ... Die Kuckucksuhr!"...
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shadowhunting Fri, 23 Dec 2011 13:27:16 -0000
Antwort löschenGenial! Eine Kritik, die diesem Film wahrhaft würdig ist!
hoffman587 Fri, 23 Dec 2011 14:13:56 -0000
Antwort löschen@sevi: Danke, hab mein bestes versucht. :)
@shadowhunting: Auch hier wieder großen und vielen Dank, ist eine große Ehre für mich, dass du das sagst. :)
hoffman587 Fri, 23 Dec 2011 22:50:29 -0000
Antwort löschen@alanger: Wünsch ich dir auch. :)
Andy Dufresne Sun, 01 Jan 2012 19:36:31 -0000
Antwort löschenWirklich sehr fein gemacht Herr Hoffmann ;D
hoffman587 Sun, 01 Jan 2012 19:55:00 -0000
Antwort löschen@Andy: Danke sehr. Und noch schöner, ein Film unsererseits dem wir beide 10 gaben, was anderes geht dann woh kaum. ^^
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Andy Dufresne Sun, 01 Jan 2012 20:02:03 -0000
Antwort löschenNee,da geht wirklich nix anderes...;D
Joeyjoejoe17 Tue, 16 Apr 2013 18:20:41 -0000
Antwort löschenWelch Zufall. Der Film ist auch meine 2000. Bewertung.
Punsha Wed, 21 Dec 2011 18:36:22 -0000
Kommentar löschenSelbst nach 62 Jahren stellt DER DRITTE MANN immer noch einen überraschenden, komischen und überwiegend spannenden Film dar, der nebenbei noch das Wien der Nachkriegszeit nahezu perfekt dokumentiert. Nur Cotten als Hauptfigur erweist sich weniger als Glücksgriff und wirkt neben starken Nebendarstellern blass und ein wenig deplatziert, weshalb der Film besonders im zweiten Drittel um das Interesse seiner Zuschauer zu kämpfen hat. Doch diese kleine Schwäche wird mit dem ersten Auftritt von Welles gekonnt aufgefangen und durch brillantes Schauspiel und abwechslungsreichen Schauplätzen ebenso gut bis zum Ende fortgeführt.
Da besonders das Drehbuch einen sehr fortschrittlichen und zeitlosen Eindruck macht, ist DER DRITTE MANN besonders für Klassiker-Banausen als Einstieg empfehlenswert und stellt im Allgemeinen einen heute noch gelungenen Film noir dar, der sich vor moderneren Vertretern keinesfalls zu verstecken braucht.
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shadowhunting Tue, 20 Dec 2011 22:28:30 -0000
Kommentar löschenVienna, Donaumetropole und ewige Stadt der Künste und Monarchen...
Die gemütliche, aber zugleich ehrhabene Kulisse dieses alten ehrwürdigen Ortes zerstören weder zerbombte Patrizierhäuser, noch ungeklärte Mordgeschichten.
''Der dritte Mann'' aus dem Jahre 1949 demonstriert die Unzerstörbarkeit des Wiener Charmes, der allein durch Anton Karas Zither-Version als ''Theme of Harry Lime'' fröhlichen und unbesorgten Klang wiedergibt und ein lebendiges, aber auch konfuses Bild einer Stadt in Schutt und Asche präsentiert. Gespenstische Hintergassen werden prall gefüllten Theatern mit jubelnden Insassen gegenüber gestellt. Allein die zeitgenössische und originale Darstellung des Schauplatzes Wien lässt Carol Reeds regisseurisches Meisterwerk des Kriminalfilms als Diamant unter den Juwelen hervor leuchten. Der Wiener Prater beinahe menschenleer, dreht sich nahezu unheimlich im Herzen der Kaiserstadt, die gepflasterten Gassen ertönen schallend unter den Stiefeln des flüchtigen dritten Mannes und die Geröllwüsten poltern unter dem rennenden Schwarm der internationalen Polizei der Nachkriegszeit. Allein diese Authentizität von Ton und Bildern schafft eine packende Szenerie, die einerseits einen für den Kriminalfilm enorm wichtigen Spannungseffekt auslöst und andererseits eine wirklichkeitsorientierte Erscheinungsform der wirren Nachkriegsepoche aufzeigt. Die „εἰρωνεία eironeía“, auch bekannt als Verstellung bzw. Ironie ist der Wind in den Segeln dieses packenden Filmes. Seltsam komische Dialoge, absurde Situationen wie die Verklärung eines Autors von US-amerikanischen Groschenromanen und ein unheimlicher Knirps, der eine wilde Verfolgungsjagd auslöst... ''Der dritte Mann'' besitzt durchaus Merkmale des klassischen amerikanischen Film Noirs, besonders die exzellente kunstbegabte Arbeit von Kamera- und Tontechnik belegen diese Annahme. Die Erzählstruktur, die Merkmale der Charaktere und der Umgang mit hochbrisanten politischen Themen ist dagegen ''very british'', schwarz und ohne Rücksicht auf Verluste. Die kriminalen Inhalte erzeugen permanente Spannungseffekte und dynamische dauerhaft interessante Charaktere, welche übrigens ihre bestmöglichen Darsteller gefunden haben, die satirischen und ironischen Inhalte verdeutlichen dagegen eine energische und gewissermaßen unterhaltsame Entwicklung der Erzählung. Eine fiktive Verbrecherjagd im Stile „guter alter“ britischer Kriminalgeschichte vermischt sich mit humorvoller Unterhaltung ohne dabei den erforderlichen Ernst leichtfertig zu verspielen. Real existierende Wiener Altstadtkulisse wird im undurchsichtigen Schattenspiel des Schwarz-Weiß-Filmes mit stimmungsvoller Musik und flexibler Schauspielkunst taktvoll kombiniert, sodass kein Weg an der Huldigung dieses Meisterstückes vorbei führt.
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shadowhunting Tue, 20 Dec 2011 22:29:21 -0000
Antwort löschen*erhabene (hat sich doch einer eingemogelt...)
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hoffman587 Tue, 20 Dec 2011 22:39:24 -0000
Antwort löschenSchön, sogar schon heute bzw. schöner Kommentar. :)
shadowhunting Tue, 20 Dec 2011 22:42:39 -0000
Antwort löschenDanke dir ;)
koipokljuiko Tue, 20 Dec 2011 21:29:15 -0000
Kommentar löschenDas zerstörte Wien. Riesige Ruinen, die perfekte Bühne für verzerrte Schatten nächtlicher Rumtreiber, ob Luftballonverkäufer oder charismatischer Verbrecher. Persönliches wie politisches Drama, die Wunden sind noch offen und werden es auch bleiben. Die Kamera verliert sich in den endlosen Gängen, hypnotischen Treppen, weiten Marktplätzen. Licht und Schatten, Schwarz und Weiß: Entweder, man geht unter in der Nacht, oder man ist ausgeliefert. Dazu das Zither-Thema und Mussolini, das verschmitzt aufblitzende Gesicht des Welles im kurzen Lichtstrahl der Nacht, Verfolgungsjagden in metaphorisch abgründigen Abwasserkanälen. Klassiker. Meilenstein. Meisterwerk.
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