Während Abschlussarbeiten anderer Fachgebiete gerne mit den verschwurbeltsten Titeln daherkommen, hält sich Sebastian Stern bei seinem an der Münchner HFF entstandenen Diplomfilm kurz. „Die Hummel“ hat er die Verlierer-Tragikomödie genannt, deren Figuren wie die Insekten zwar zu schwer sein sollen, um zu fliegen, es im Unwissen über die Gesetze der Aerodynamik aber dennoch zustande bringen. Sterns Drehbuch lebt von den Pausen, die es auch erlauben, den Protagonisten zwischen ihren Dialogen beim Nachdenken zuzuschauen. Für seine subtile Studie des Scheiterns wurde er 2010 mit einem „Bayerischen Filmpreis“ in der Kategorie „Beste Nachwuchsregie“ ausgezeichnet. Weil er sich lakonisch-melancholischem Humor ebenso bemächtigen kann wie beißendem Sarkasmus. Und mit seiner Metapher ergründet, dass das (wissenschaftlich widerlegte) Hummel-Paradoxon beim Menschen durchaus temporäre Geltung besitzt.
Die Figurenzeichnung von Stern, der auch das Drehbuch geschrieben hat, ist liebevoll. Er macht sich über seine Figuren nicht lustig. Seine Alltagsbeobachtungen sind genau; Stern versucht, Abziehbilder zu meiden. Gelacht wird hier meist auf Augenhöhe und allenfalls augenzwinkernd über die Figuren.
jürgen tonkel gibt hier einen gescheiterten gernegroß, der sich sein eigenes versagen nicht eingestehen will. in einem schneeballsystem versucht er mit dem verkauf von dubiosen schönheitspillchen zu retten, was zu retten ist. pluspunkte für herrn tonkel als schauspieler und den titel des films und punktabzug fürs ende – schon wieder. leider muss ich auch den scheiß bayrischen dialekt monieren, da der bei mir leichtes kopfweh auslöste
Dann nimm doch einfach ne Aspirin. Ich freue mich jedenfalls, wenn wieder mal ein bayrischer Mundart-Film auch die (meisten) Leute nördlich des "Weisswurscht-Äquators" begeistert.
Die Hummel - Kritik
DE 2010 Laufzeit 87 Minuten, FSK 0, Komödie, Kinostart 26.08.2010
Kritiken (2) — Film: Die Hummel
Patrick Wurster: www.indiskretion-ehrensache...
Kommentar löschenWährend Abschlussarbeiten anderer Fachgebiete gerne mit den verschwurbeltsten Titeln daherkommen, hält sich Sebastian Stern bei seinem an der Münchner HFF entstandenen Diplomfilm kurz. „Die Hummel“ hat er die Verlierer-Tragikomödie genannt, deren Figuren wie die Insekten zwar zu schwer sein sollen, um zu fliegen, es im Unwissen über die Gesetze der Aerodynamik aber dennoch zustande bringen. Sterns Drehbuch lebt von den Pausen, die es auch erlauben, den Protagonisten zwischen ihren Dialogen beim Nachdenken zuzuschauen. Für seine subtile Studie des Scheiterns wurde er 2010 mit einem „Bayerischen Filmpreis“ in der Kategorie „Beste Nachwuchsregie“ ausgezeichnet. Weil er sich lakonisch-melancholischem Humor ebenso bemächtigen kann wie beißendem Sarkasmus. Und mit seiner Metapher ergründet, dass das (wissenschaftlich widerlegte) Hummel-Paradoxon beim Menschen durchaus temporäre Geltung besitzt.
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Julia Teichmann: film-dienst Julia Teichmann: film-dienst
Kommentar löschenDie Figurenzeichnung von Stern, der auch das Drehbuch geschrieben hat, ist liebevoll. Er macht sich über seine Figuren nicht lustig. Seine Alltagsbeobachtungen sind genau; Stern versucht, Abziehbilder zu meiden. Gelacht wird hier meist auf Augenhöhe und allenfalls augenzwinkernd über die Figuren.
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Kommentare (3) — Film: Die Hummel
Kommentar schreibenDer Boernd 2011/05/16 21:02:35
Kommentar löschenjürgen tonkel gibt hier einen gescheiterten gernegroß, der sich sein eigenes versagen nicht eingestehen will. in einem schneeballsystem versucht er mit dem verkauf von dubiosen schönheitspillchen zu retten, was zu retten ist. pluspunkte für herrn tonkel als schauspieler und den titel des films und punktabzug fürs ende – schon wieder. leider muss ich auch den scheiß bayrischen dialekt monieren, da der bei mir leichtes kopfweh auslöste
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DocSnyder08/15 2011/05/22 14:46:25
Antwort löschenDann nimm doch einfach ne Aspirin. Ich freue mich jedenfalls, wenn wieder mal ein bayrischer Mundart-Film auch die (meisten) Leute nördlich des "Weisswurscht-Äquators" begeistert.
Der Boernd 2011/05/22 17:17:22
Antwort löschengibt noch schlimmere dialekte, stimmt.
Jasmine Yeah 2010/09/28 17:40:18
Kommentar löschencool und lustig!!!
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MrMo 2010/08/06 18:11:40
Kommentar löschenTonkel ist klasse, auf jedenfall gemerkt!
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