Tödliches Kommando - The Hurt Locker - Kritik

US 2008
Laufzeit 131 Minuten, FSK 16, Thriller, Historienfilm, Kinostart 13.08.2009

Kritiken (24) — Film: Tödliches Kommando - The Hurt Locker

Fricki76: Asianfilmweb.de

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

"The Hurt Locker" ist ein Kriegsdrama, das sich explizit nicht der Gewalt um der Action willen bedient, sondern um dem Zuschauer den Schrecken des Kriegs nahe zu bringen. Diese Floskel klingt zwar abgedroschen, bei "The Hurt Locker" passt sie aber einfach. Ich kann mich zudem nicht erinnern, schon einmal einen ähnlich spannenden Kriegsfilm gesehen zu haben und ich bin mir sicher, daß die Längen, die der Film in manchen Szenen hat, bewusst so gewählt sind, um die nervenzerreissende (grandiose) Spannung noch mehr auszureizen. Die Atmosphäre im Irak-Krieg scheint beinahe zum Greifen echt und wenn ich jetzt nochmal den Oscar-Wettbewerb von vor einem Jahr anschaue, muss ich sagen: Avatar mag vielleicht tolleres Bombast-Kino sein, mit einer beeindruckenden Optik. Aber "Tödliches Kommando" war im direkten Vergleich auf jeden Fall der bessere Film.

5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

doctorgonzo

Antwort löschen

Die letzten beiden Sätze sind nicht zu bestreiten...


Ulrich Behrens

Kommentar löschen
10.0Lieblingsfilm

Im Unterschied etwa zu Ridley Scotts "Black Hawk Down", der den Anspruch erhob, dem Zuschauer den Schrecken des Krieges ganz nahe zu bringen – ein Ding der Unmöglichkeit für alle, die keinen Krieg selbst miterlebt haben –, steht "The Hurt Locker" jedoch für etwas anderes. Sicher, die Szene, in der ein Junge, der zuvor den amerikanischen Soldaten DVDs verkaufte, als lebende Bombe gefunden wird, ist grauenhaft genug. Aber, wie gesagt, darum geht es nicht primär in "The Hurt Locker". Bigelow zeigt uns Menschen, die in einem weitgehend abgeschlossenen Raum unterschiedlich reagieren. Während Sergeant Sanborn vor allem auf die Sicherheit seiner Leute bedacht ist und jedes unnötige Risiko vermeiden will – während Specialist Eldridge die Situation in diesem Raum kaum aushalten kann und nur weg will –, verhält sich James ganz anders. James ist süchtig. Er betrachtet sich nicht so sehr als Minenräumer, Bombenentschärfer. James liebt dieses Risiko,…

Kritik im Original 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

Redapple

Antwort löschen

@stimps0n zu Deinem Video: Es ist ja nicht so, dass der Protagonist im Film nicht für sein leichtsinniges und riskantes Verhalten kritisiert wird, er bringt dadurch sogar einen Kollegen in Lebensgefahr.
Die Soldaten im Video haben den Film einfach zu oberflächlich geschaut und die Kernaussage nicht erkannt.


Brascon

Antwort löschen

Warum erzählst du von einer Sucht, die James besitzt?
Ich glaube, dass er zuhause auch wenn ihm noch so grausame Dinge passieren, nicht willkommen ist. Er ist in den Krieg gegangen und seine "Frau" hat ihn gefragt ob er das Gemüse schneiden kann. Jede normale Familie oder Beziehung verhält sich im Normalfall anders.
Nein - ich denke er hat einfach nichts mehr zu verlieren außer sein eigenes Leben. Er hat den Bezug zum Leben, zum lieben etc. aufgegeben und versucht nun wenigstens in EINER Sache gut zu sein. Das ist das Bombenentschärfen.


Flibbo: wieistderfilm.de

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

Geschrieben von einem Mann, der miterlebt hat, was der Film zeigt; verfilmt von einer Frau, die im Genre des Thrillers zu Hause ist, erfüllt „The Hurt Locker“ wohl die wichtigsten Voraussetzungen für ein packendes Kriegsdrama. Der Film ist auf dokumentarisches Flair bedacht und lässt offensichtlich patriotische und politische Gesten konsequent weg, wodurch eine hohe Authentizität erzielt wird. Der hohe Preis dafür ist zunächst ein recht anstrengender Kamerastil (Oscarnominierung hin oder her) sowie vor allem der Wegfall einer wirklichen Handlung, da man im Prinzip zwei Stunden lang einer Gruppe von Soldaten einfach nur über die Schulter schaut, während sie ihre Männlichkeit ausleben, sich Ängsten stellen und nebenbei ihren Platz im Leben suchen. Aus seiner Nüchternheit schöpft der Film Kraft, allerdings auch Teilnahmslosigkeit seitens eines nicht unwesentlichen Teils des Publikums. [...]

Kritik im Original 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

[...] Bigelow läßt sich extrem viel Zeit für die Entwicklung ihrer Szenen, sei es beim Entschärfen einer Autobombe, während auf den Häuserdächern die Irakis zuschauen und mit der Videokamera mitfilmen, oder beim Scharfschützen-Duell in der staubigen Wüste. Die Stimmung ist ruhig und angespannt, und immer wieder lauert aus dem Hinterhalt der Tod, schlägt fast zufällig und beliebig zu. Das epische Erzähltempo führt zu über 130 Minuten Spielzeit, die aber bis zum Ende packend inszeniert sind. [...]

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

ChristiansFoyer: http://christiansfoyer.de/

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

[...]In seiner Tätigkeit als Journalist war Autor Mark Boal tatsächlich mit einem Bombenentschärfungskommando im Irak unterwegs, war pro Tag bei zehn bis fünfzehn Einsätzen dabei und unmittelbarer, als es „The Hurt Locker“ gelingt, hätten seine Erfahrungen kaum vermittelt und wiedergegeben werden können. Kathryn Bigelow und die Arbeit ihrer Crew wird dem Anspruch Boals, den wahren Alltag der Soldaten im Krisengebiet zu zeigen, absolut gerecht. „The Hurt Locker“ ist ein rauer, so schockierender wie faszinierender Einblick in eine Zwischenwelt aus Überlebenswillen und Todesmut, durch die man aufgrund der kompletten Abwesenheit einer wirklich so zu bezeichnenden Geschichte geradezu brutal geschleift wird, was den Abstand zum Geschehen aber umso schonungsloser reduziert. Bis man mit James durch den Staub kriecht und an seiner Seite die Entscheidung treffen muss, welchen Draht es zu kappen gilt. Jeden Tag auf ein Neues.[...]

Kritik im Original 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Synopsis: zeitgeist Print & Online

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Trotz schwülstigem Patriotismus: Dieser Film weiß zu fesseln. Handlungstechnisch thematisiert er das eher "Nebensächliche" eines Kriegsgeschehens wie etwa die Häuserkampfe, vor allem aber das Bombenentschärfen. Symbolisch passend: Im Mittelpunkt stehen drei Darsteller, die sonst eher Nebenrollen ausfüllen (bekannte Namen wie Guy Pearce, David Morse oder Ralph Fiennes treten dafür unter "ferner liefen" auf). Hautnah und eindrücklich vermittelt der Streifen die Aussichtslosigkeit von Militäreinsätzen, die für manchen jedoch auch die letzte Zuflucht bieten.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten

stimps0n

Antwort löschen

keine ahnung wie ihr darauf kommt. ich bin weitestgehend unpolitisch... aber nun gut, wenn diese blätter ähnliches geschrieben haben, dann freut es mich, dass auch andere das ding auf ihrem hals benutzt haben, um 1+1 zusammenzuzählen... denkt ihr wirklich es ist ein antikriegsfilm? denkt ihr wirklich durch diesen film gehen weniger amis in die armee? denkt ihr wirklich die oscar-jury steht nicht unter massiven einfluss von wem auch immer?


alanger

Antwort löschen

gähn...


Mr Vincent Vega: Fünf Filmfreunde, gamona, D...

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

[...] Folgerichtig konzentriert sich Bigelow auf die Erlebnis- und Wahrnehmungsebene ihrer Figuren, ohne zu konkretisieren, Stellung zu beziehen oder ideologische Sichtweisen in ihren Blick zu mischen. Gerade durch diesen inszenatorischen Verzicht ist ihr mit “The Hurt Locker” natürlich dennoch ein enorm politischer Film geglückt: So widersprüchlich und irrational die Aktionen ihrer Soldaten dem Zuschauer erscheinen müssen, so eindrucksvoll verortet der Film sie in einem komplexen Gewebe aus körperlichen Grenzerfahrungen und seelischen Narben. [...]

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Mit Cop- und Gangsteraction machte sich Kathryn Bigalow in den Neunzigern einen Namen als erfolgreichste Frau in einem männerdominierten Genre. Mit TÖDLICHES KOMMANDO meldet sie sich nun nach sechsjähriger Abstinenz zurück und beweist, dass sie nach wie vor zu den besten ihres Fachs gehört. Mit schnellen Schnitten, eindrucksvollen Bildern, die unter die Haut gehen und einer intensiven Soundkulisse drehte sie einen klassischen Actioner, bei dem erfreulicherweise auch das Hirn nicht auf der Strecke bleibt.
Das Drehbuch verfasste Mark Boal, der als Journalist in das Kriegsgebiet reiste und seine Erfahrungen bereits in VALLEY OF ELAH höchst kritisch, wenn auch wesentlich stiller, verarbeitete. Aus Boals Berichten inszenierte Bigalow einen extrem spannenden, atemlosen Actioner, bei dem die Lust am Thrill mit einem Entsetzen über die dargestellte Realität Hand-in-Hand geht.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kaltduscher: MoviezKult.de

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

[...] was Bigelow letztlich abliefert, ist eine der größten Überraschungen des mageren Kinosommers. Sie inszeniert geradlinige Action, die das minimalistische Budget schnell vergessen macht und die Zuschauer von der ersten Sekunde an fesselt. Schon alleine die Entschärfungsszenen, die natürlich einen großen und wichtigen Teil des Films einnehmen, sind ein Highlight. [...]

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Sascha Westphal: epd-Film, Die Welt Sascha Westphal: epd-Film, Die Welt

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Die Sucht nach Adrenalin, nach dem einzigartigen Rausch, den der moderne Mensch in den Stahlgewittern des Krieges erleben kann, prägt den ganzen Film. Kathryn Bigelow verzichtet auf jeglichen Kommentar zu den Ereignissen im Irak, dafür zeigt sie in aller Deutlichkeit, wie der Krieg die Menschen, die in ihm kämpfen, für immer verändert.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

Kommentar löschen
10.0Herausragend

Bigelow verbindet ganz Gegensätzliches zu herausragendem Kino: Einerseits ist ihr Film die dokumentarisch präzise Beobachtung eines nervenzerreißenden, harten Alltags unter Lebensgefahr, zugleich arbeitet gerade diese Akkuratesse den Wahnsinn dieses Teils des Lebens heraus, das, auch wenn wir das gern verdrängen, auch ein Teil unseres Lebens ist. Ohne sie einfach zu reproduzieren, macht Bigelow auch die Faszination dieses Ausnahmezustands spürbar, lässt verstehen, warum es immer wieder junge Männer zum freiwilligen Kriegseinsatz zieht.

Das alles inszeniert Bigelow mit vielen Anklängen an ihre früheren Filme, an den Vampirfilm "Near Dark", der auch von Charakteren handelte, die fürs zivile Leben nicht mehr taugen. An "Strange Days", jenen so großartigen, wie großartig unterschätzten Science-Fiction über die Sucht nach Grenzerfahrungen. Mit Anklängen auch an das Zombie-Kino, an Paranoia-Filme und nicht zuletzt an den Western. Man muss hier immer wieder an John Ford, Anthony Mann, und Sam Peckinpah und deren Helden denken – just watch it! Die Faszination dieser Regisseurin für Männerwelten ist in jeder Sekunde unbedingt spürbar - wie überhaupt der Vorrang, den sie dem Faszinierenden, Flirrenden, Unklaren vor dem Eindeutigen, Wertenden gibt, vor der Selbstbeschränkung durch eigene Annahmen und Vorurteile.

Ihre Verdammung des Irakkriegs, ihre Forderung nach Truppenrückzug beschränkt diese Regisseurin auf Interviews und Pressekonferenzen, ihr Film verzichtet dagegen auf Thesen und Predigten und ergreift nur Partei für einzelne Menschen. In ihm geht es gewissermaßen gar nicht um Politik - aber genau das ist politisch! Weil es für die Soldaten im Irak auch nicht um Politik geht, sondern ums Überleben.

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Es ist ein dreckiger Job, aber irgendjemand muss ihn wohl erledigen: Die Beseitigung von Bomben und Minen im Irak, die von religiösen Fanatikern gelegt werden und als tödliche Fallen sowohl für die US-Soldaten gedacht sind, sich aber auch gegen das eigene Volk richten. Als der Vorgesetzte von Sergeant JT Sanborn (Anthony Mackie) und Owen Eldridge (Brian Geraghty) bei solch einem Einsatz von einem Sprengsatz zerfetzt wird, bekommen die Bombenräumer einen neuen Chef: Staff Sergeant William James (Jeremy Renner). Der ist so ganz anders als sein Vorgänger: Er ist ein Einzelkämpfer, der die Gefahr liebt, sich gerne über Regeln hinwegsetzt, auf diese Weise aber nicht nur sich, sondern auch sein Team in tödliche Gefahr bringt.
Nachdem es um Regisseurin Kathryn Bigelow nach Filmen wie „Gefährliche Brandung“ und „Strange Days“ aus der ersten Hälfte der 1990er Jahre still wurde, meldet sie sich nun mit einem Donnerschlag zurück. Mit einfachen, aber höchst effektiven Mitteln…

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr... Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr...

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Staff Sergeant William James ist bei allem zur Schau gestelltem Wagemut weder Jason Bourne noch James Bond, so sehr er sich das auch wünschen würde. Im Grunde weiß er nur zu gut, in welchem Albtraum er sich eigentlich befindet. Die meisten Iraker sehen in ihm und seinen Kameraden feindliche Besatzer. Diese aus Sicht der USA nur wenig ermutigende Realität greift The Hurt Locker auf, wobei der Film die Aussage weiter fasst und seine durchaus militär-kritische Haltung nicht auf den Konflikt im Irak beschränkt wissen will. Für Bigelow ist es nach sechs Jahren der kreativen Pause – zumindest als Regisseurin einer Kinoproduktion – ein gelungenes Comeback im vertrauten Action-Fach. Sie liefert den Beweis, dass das Genre weit mehr als stumpfsinnige Materialschlachten und Explosions-Kaskaden hervorbringen kann.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Und die Meister-Action-Regisseurin Kathryn Bigelow setzt mit immensem handwerklichen Können die Beschränkung um in atemnehmende Konzentration. Der Film ist eine im Countdown heruntergezählte Kette bedrohlicher Situationen, mit kurzen zwischenmenschlichen Intermezzi, die die Handelnden knapp, aber so präzise konturieren, dass sie uns als Sympathieträger mit in die Lebensgefahr ziehen. Bigelow verweigert das Bombardement des Zuschauers mit hoch fragmentierten Bildern und sourround-getuneten Tönen, wie man es aus dem zeitgenössischen Blockbuster-Kino kennt. Klar entwirft sie ihre Bedrohungsräume. Gekonnt gesetzt ist jeder einzelne Blickwechsel und Schnitt. Die Perspektive wechselt fluide, aber niemals beliebig. Die Blicke der Kamera tasten einen Raum ab, dem in der Intensität dieses Abtastens Atmosphäre erwächst. Rasche Schnitte, die Handkamera, der gelegentliche Umschnitt auf die Subjektive mit dem Atem im Schutzanzug als Begleitgeräusch: all das suggeriert sehr filigran die Omnipräsenz von Ungewissheit. (Er herrscht in diesem Film ein atemberaubender Mangel an Plumpheit.)

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

The Hurt Locker ist vielleicht der bisher härteste Spielfilm über den Irakkrieg. Das liegt daran, dass er dessen Erschütterungen in einem sehr direkten Sinn untersucht. Der Krieg wird hier vor allem als körperliche Anspannung spürbar, als Thrill, dem sich Männer wissentlich aussetzen, weil er wie eine Intensivierung der Gegenwart funktioniert. Mehrere Male wiederholt der Film ein ganz ähnliches Szenario: eine Bombe, versteckt im Auto oder unter Steinen; im Zentrum US-Soldaten, die sich vorsichtig und nervös annähern - und auf den Rängen irakische Zuseher, von denen jeder den tödlichen Auslöser in der Hand halten könnte.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

[...]Kathryn Bigelow gelingt es somit, tief in die Lebenswelt der Soldaten abzutauchen, und ein Bild zu zeichnen, dass der Realität zumindest in Bezug auf die Alltagserfahrung – obschon natürlich filmisch zugespitzt - recht nahe kommen dürfte. Wenn sich Staff Sergeant James an der Entschärfung mehrere Sprengsätze versucht und seine Kameraden die Umgebung absichern, so können sie zwischen all den Irakern, die sich an den umliegenden Gebäuden versammeln, Freund und Feind nur schwer von einander unterscheiden. Was dieses Bild vermitteln will, ist dann auch mitnichten die amerikanisch-propagandistische Botschaft, dass alle Iraker Terroristen sind, sondern ist viel mehr Metapher für das Dilemma, in dem sich der Soldat auf der Straße befindet. Der eben nicht weiß, ob etwa der fünfzehnjährige Junge vor ihm auf der Straße einen Sprengsatz unter der Zeitung trägt, oder eben nicht. Während TÖDLICHES KOMMANDO auf der Ebene der täglichen Erfahrungswelten der Soldaten also durchaus funktioniert, gilt das für die zweite Ebene, mit der sich der Film offensichtlich beschäftigen möchte, nur eingeschränkt.[...]

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

GrammatonCleric: Equilibrium, X-RATED, DAS M...

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Es ist nichts Besonderes, dass politische Ereignisse, speziell Kriege, das Kino beeinflussen. Während seit 2003 der Krieg der Koalitionstruppen unter Führung der Amerikaner im Irak tobt, sprossen Filme über diese sowohl militärische, als auch kulturelle und religiöse Auseinandersetzung wie Pilze aus dem Boden. Meist waren es die jungen Soldaten, um die sich alles drehte, ihre Emotionen, Verluste und ihren Alltag. Ein Actionfilm wurde selten daraus, das Drama mit den obligatorischen Kriegsszenen dominierte und dominiert bis heute. Kathryn Bigelow nimmt sich das setting im Irak um einen Actionfilm zu drehen. Zumindest primär. Statt einer ganzen Kompanie zu folgen beschränkt sie sich auf gerade mal drei dramatis peronae, die einem Bombenräumkommando angehören und für dessen Spezi Staff Sergeant James (Jeremy Renner) das alles nur ein einziges großes Machoabenteuer darstellt. Egal wie groß die Bombe, wie kurz der Timer, wie groß der Druck, er hat stets noch einen coolen Spruch auf den Lippen, der Tod kümmert ihn scheinbar kaum.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

J. Buttgereit: epd-Film, TIP Berlin, ray, ...

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Frau Bigelow hat die dicksten Eier von Hollywood.

6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Sm0K1ngGnu

Kommentar löschen
4.0Uninteressant

The Hurt Locker ist ein ziemlich langatmiger Film in dem ab und zu mal eine Bombe entschärft wird und manchmal sogar eine explodiert. Hui!
Ein Actionfilm ist es ganz sicher nicht, auch wenn der Trailer das ein bisschen behaupten möchte. In erster Linie geht es darum, was die Soldaten empfinden, wenn sie jeden Tag mit dem Tod konfrontiert werden. Es gibt leider keine wirkliche Story, es werden einfach ab und zu Bomben entschärft, ein Oberbösewicht, ein Drahtzieher hinter all den Anschlägen hätte vielleicht für einen Spannungsbogen von Anfang bis Ende führen können, so tröpfelt der Film nur vor sich hin und eine Steigerung ist nicht zu erkennen.

Die Schauspieler (besonders die gut besetzten Nebenrollen: Guy Pearce, Evangeline Lilly, Ralph Fiennes, David Morse) bringen ein paar Pluspunkte, Jeremy Renner (aus der zu Unrecht nach 1 Staffel abgesetzten Serie The Unusuals) weiß in seiner ersten Hauptrolle von sich zu überzeugen.

Wer einen Antikriegsfilm mit Action sehen möchte, guckt sich lieber Platoon oder meinetwegen auch Jarhead an.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

TheCorey: MovieMaze

Kommentar löschen
4.5Uninteressant

Ohne Frage ist Kathryn Bigelow die Regisseurin im Action-Thriller-Fach schlechthin. Auch wenn sie seit „Strange Days“ nichts sonderlich überzeugendes mehr abgeliefert hat. In ihrem neuen Film „The Hurt Locker“ zeigt Bigelow, dass sie ihre technischen Fertigkeiten nicht verlernt hat. Die Portraitierung eines Munitionsräumdienstes im besetzten Irak ist gelungen photographiert und spannend erzählt. Dumm nur, dass der Film Randall Wallaces „We Were Soldiers“ wie einen Antikriegsfilm wirken lässt, in seiner chauvinistischen Darstellung der US-Streitkräfte. Da kann man kaum so viel essen, wie man kotzen möchte.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

janissl

Antwort löschen

Sorry, aber ich versteh das nicht. Findest Du den Film jetzt doof, weil er ein Antikriegsfilm sein will??? Und wenn, warum ist das so schlimm? Ich hab den Film noch nicht gesehen, aber das ist so ne Kritik, die einem garnichts bringt!


fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

«The Hurt Locker» ist eine teilweise packende Betrachtung, teilweise aber auch überladene Analyse des Zustands von Soldaten im Krieg.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Roger Ebert: Chicago Sun Times Roger Ebert: Chicago Sun Times

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

The Hurt Locker ist ein großartiger Film, ein intelligenter Film, ein Film so eindeutig, dass wir genau wissen, wer die Figuren sind, wo sie sind und was sie warum tun. Die Kameraarbeit arbeitet der Geschichte zu. Bigelow weiß, dass man keine Spannung aufbauen kann, wenn die einzelnen Einstellungen nur ein oder zwei Sekunden dauern. Und so kann man auch keine Geschichte erzählen - jedenfalls keine wie das Mysterium eines Mannes wie James, der süchtig danach zu sein scheint, sein Leben zu riskieren. Ein führender Anwerter auf einen Oscar.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Lukas Foerster: taz / cargo / perlentaucher...

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Der Form nach ist das, was Bigelow abliefert, dennoch Hollywoodkino und zwar im besten Sinne klassisches.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

sushi25: movie-fan.de

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

Der Film zeigt den Krieg im Irak aus einem anderen Blickwinkel und einem wirklich explosivem Beruf. Die Episoden im Film sind spannend, wenn auch etwas der Leitfaden fehlt.

Gernekino für die Jungs.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten


Kommentare (171) — Film: Tödliches Kommando - The Hurt Locker

Kommentar schreiben
Sortierung

1000Mindhunter

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Top aktuell, nervenzerreissend und zermürbend. Der Film handelt von einem Bombenräumkommando in bagdad das durch ihren gefahrsuchenden neuen Vorgesetzten mit der zeit in noch grössere Gefahr als sie sonst schon sind gerät. Der Film schildert alles sehr eindrücklich und macht das gefühl der angst greifbahr nahe. Der Film von Kathryn Bigelow ist vieleicht einer der wichtigsten Filme unserer Zeit.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

ElitePilot

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

Absolut spannend ;)

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

k2

Kommentar löschen
Bewertung5.5Geht so

Achtung Spoiler!
Dieser Film möchte objektiv und ohne Partei zu ergreifen die Wirren eines asymmetrisch geführten Krieges aufzeigen, was ihm auch bis zu einem gewissen Grad gelingt.
Gut unterhalten habe ich mich aber nicht gefühlt.
Vieles wirkt irgendwie hölzern und nicht recht durchdacht.
Schon ganz am Anfang bei der 1. Bombenentschärfung habe ich mich über den Film geärgert und gefragt, warum der Terrorist die Bombe erst so spät zündet und dann auch noch so so auffällig, daß ihn die Soldaten sofort erwischen, anstatt heimlich aus sicherer Entfernung.
Oder die Szene wo die Hauptfigur mal eben so, als wäre es das selbstverständlichste übehaupt, sich in Kampfhose von der Truppe absetzt und durch den Moloch Baghdad durchschlägt zum Haus, in dem vermeintlich der kleine Junge wohnt und dann, als wäre es lockerer Spaziergang im Park, wieder zum Camp zurückkehrt.
Auch dieses Scharfschützen-Duell in der Wüste... wieso lassen die sich darauf ein anstatt z.B. Luftunterstützung anzufordern?
Die Hauptfigur gefiel mir von Anfang an nicht so recht.
Mal ist er der Draufgänger, der ohne Schutzanzug die Bomben entschärft, mal der fürsorgliche Ersatzvater für den kleinen irakischen Jungen, dann auf einmal schickt er plötzlich ohne Not seine Leute in eine gefährliche Situation,... Das gibt alles irgendwie kein stimmiges Bild ab.
Gefallen haben mir nur wenige Szenen, z.B. die mit dem Iraker mit dem Bombengürtel.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

tiktok

Antwort löschen

Ich habe die Botschaft des Films etwas anders verstanden. Der Krieg hat diesen Menschen so kaputt gemacht, dass er in der normalen Welt nicht mehr zurecht kommt. Und obwohl er zuhause seine Familie hat, an der er hängt, geht er wieder zurück, weil er sich dort weniger fehl am Platz fühlt. Gleichzeitig ist er aber auch durch den Krieg selbst so desilussioniert, dass er diese ganzen lebensgefährlichen und "unlogischen" Aktionen veranstaltet und sich in Gefahr bringt.
Der Mann ist ein Psychopath, hat sich aber die meiste Zeit im Griff indem er das Leid des Krieges ausblendet und verdrängt oder wegsperrt wie im Titel des Films.


Donnos

Antwort löschen

Wahrscheinlich ist das tatsächlich die "richtige" Botschaft. Also ganz frei von Ironie. Bei mir hats leider ein anderes Schlussbild ergeben, ich hoffe, die meisten anderen Zuschauer sind aber zu deinem Ergebnis gekommen. Ich fürchte nur, dafür hätte der Film bzw. der schwierige Hauptcharakter sich mehr in die Richtung äußern müssen oder es hätte eine genauere Fremdcharakterisierung erfolgen müssen. Aber vielen dank für deine Impression, wirklich erhellend!


Punsha

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Keine großen Schießereien, kein offenes Gefecht, keine altklugen Sprüche. Wozu auch?
Bigelow stellt dem Zuschauer die grauenvolle Realität dar, anstatt sie zu erklären. Jeder der Figuren hat seine Probleme, keiner hat die Weisheit mit Löffeln gegessen, hilflos sind sie alle ihrer Bestimmung ausgeliefert und müssen irgendwie das beste draus machen. Vor allem aber heißt das, dass man sich gegenseitig vertrauen muss und sich jeder auf den anderen verlassen kann. Was macht man also, wenn der führende Sergeant aus der Reihe tanzt und nur weil er das Risiko liebt, leichtfertig das Leben seiner Soldaten gefährdet? Anfangs vermutet man, dass dieser Konflikt innerhalb des Teams die Handlung in THE HURT LOCKER bis zum Ende bestimmt. Doch da Bigelow vom Bild des waghalsigen und egoistischen Charakters der Hauptfigur zunehmends abweicht und stattdessen einen vielschichtigeren Menschen kreiert, wird diese Auseinandersetzung nicht konsequent zu Ende geführt, was der Spannung aber keinesfalls schadet. Im Gegensatz zur Situation im Vietnamkrieg, bestimmen im Irak Bombenanschläge den Alltag und um dies zu verhindern, ist die so genannte "Einheit Bravo" im Konfliktherd stationiert. Dieses immerwährende Gefühl, dass in jedem Moment eine Bombe explodieren könnte, wird sehr deutlich und fabelhaft auf den Zuschauer übertragen, der vor dem schier lautlosen Fernseher gespannt auf den großen Knall wartet.
THE HURT LOCKER ist ein (Anti-)Kriegsfilm der etwas anderen Art: Still, erbarmungslos und ohne jegliche Wertung und wird nicht zuletzt durch eine unheimliche Authentizität und einen starken Jeremy Renner sehr sehr sehenswert.

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

LaSunnylein

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Sehr guter Film mit unglaublich guten schauspielerischen Leistungen. Allen voran wirklich Oscar-Stark ist Jeremy Renner, den ich schon bei meinem Kommi zu " Mission: Impossible - Phantom Protokoll " hochgelobt habe. Den Oscar hätte er tatsächlich verdient.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

cpt. chaos

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Der bei der Oscar-Verleihung 2010 für die große Überraschung sorgende sechsfache Trophäen-Abräumer, legt ein äußerst rasantes Tempo vor, dass er allerdings leider nicht so ganz aufrecht erhalten kann, womit ich hierbei aber auf verhältnismäßig hohem Niveau klage.
Die Story ist zwar recht oberflächlich gehalten und die Charaktere hätten für meinen Geschmack deutlich mehr zusätzliche Tiefe vertragen können, aber die Umsetzung, die schauspielerischen Darbietungen und eben die exzellente Kameraarbeit, heben das Kriegsdrama von der breiten Masse ab.

4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

RoosterCogburn

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der Autor hat erlebt was der Film zu zeigen versucht. Die Regisseurin versucht sich hier in einem Genre in dem sie eigentlich nicht zuhause ist. Aber das Projekt ist letzendlich gelungen. Bigelow läßt sich extrem viel Zeit für die Entwicklung ihrer Szenen. Die Stimmung ist ruhig und angespannt und immer wieder lauert aus dem Hinterhalt der Tod, schlägt fast zufällig und beliebig zu. Das Erzähltempo ist trotz Überlänge immer packend und hält mich bei der Stange.
"The Hurt Locker" ist ein Kriegsdrama, das sich nicht der Gewalt wegen der Action bedient, sondern um dem Zuschauer den Schrecken des Kriegs nahe zu bringen. Klingt abgedroschen? Ist aber so!

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Jeppers Creep

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Sehr toller Film, mit toller Abwechslung und er isz spannend bis zum Schluss !

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

martin89

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Der Film zeigt die Arbeit einer US-Bombenräumungs-Crew im Irakkrieg (~2003). Durch die sehr guten schauspielerischen Leistungen der drei Crew-Mitglieder und den hervorragenden Schnitt entsteht eine packende Atmosphäre. Der Film zeigt die Wahnwitzigkeit der militärischen Einsätze. Störend sind nur einige Szenen, die dem Film nichts geben oder zu lang geraten sind, wie die Raufereien in der Kaserne und ein nächtlicher Alleingang des Hauptdarstellers. Diese vergeudete Zeit hätte ich lieber am Ende drauf gepackt, als es um die Folgen des Soldatseins für den Einzelnen ging. Ich hätte gerne mehr von den Leben der Crew-Mitglieder in den USA gesehen.

Wenn diese beiden Wünsche vom Autoren und der Regisseurin erfüllt worden wären, wäre ich sogar bereit gewesen diesen Film als Full Metal Jacket oder Platoon der 00er-Jahre zu bezeichnen.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Joxcus

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

"The Hurt Locker" gehört zweifelsfrei zu den gelungenen Anti-Kriegsdramen. Beleuchtet wird hier ein amerikanisches Einsatzkommando im heutigen Irak, das im Großen und Ganzen die Aufgabe hat, den Bombenexperten William James (Jeremy Renner) Rückendeckung zu geben, während er zu den Todesstellen geht und für die Entschärfung sorgt. Doch James verhält sich anders als sein Vorgänger Matt Thompson (Guy Pearce). James ist leichtfertig, eigensinnig und todesmutig bei seinem Vorgehen. Und auch eine große Coolness trägt er bei sich. Roboter, die Gefahrenzonen untersuchen, lehnt James ab. Ganz spontan zieht er auch mal seinen massiven Schutzanzug aus und legt sein Funkgerät nieder, während er seine Arbeit verrichtet. Und das macht den Film äußerst interessant. Denn dadurch kommen häufige Konfliktsituationen mit seinen Kameraden zustande, die von Wahnsinn und Unruhe geprägt sind.

Auch die Charaktere können unterschiedlicher nicht sein. Sanborn (Anthony Mackie) etwa ist der Aufrichtige und Gewissenhafte, Eldridge (Brian Geraghty) dagegen wirkt eher unerfahren und ängstlich. Im Verlaufe des Films lernen wir aber auch andere Seiten von James kennen. Denn er hat eine harte Schale mit weichen Kern: Einerseits ist er unbeliebt, weil wir u.a. niemals wissen, ob er in gewissen Situationen die Kontrolle verliert oder nicht. Anderseits ist er hilfsbereit, indem er Eldridge beim Reinigen des Magazins unterstützt oder Sanborn zuerst mit seinem Getränk versorgt. Ein sehr zwiegespaltener Typ mit heroischen Qualitäten, der durchaus Symphatiepunkte bei uns sammeln kann. Die Charakterzeichnung würde ich im Allgemeinen als äußerst gelungen bezeichnen.

"The Hurt Locker" ist sehr realistisch in Szene gesetzt. Durch die beeindruckenden Handkameraufnahmen werden wir noch tiefer ins Geschehen gezogen. An jeder Ecke scheint der Tod zu lauern. Es lässt sich schwer ausmachen, wer die Aufständischen unter den Einwohnern sind. Die Szenen, als Männer, Frauen und Kinder auf den Balkonen stehen und verschwiegen dabei zusehen, wie James, Sanborn und Eldrige in Extremssituationen agieren, ist angsteinflössend aber ebenso hochaktuell. Der Film geht dabei soweit, das wir den Staub förmlich schmecken können und uns in den engen Gassen, in denen streunende Katzen humpeln, umherirren.

Der Streifen hat eine starke Auftakt- wie Schlussszene und spannungsgeladene Augenblicke dazwischen. Szenen, in denen potenzielle Feinde mit viel Geduld von dem US-Team beobachtet werden, sind solche Augenblicke. Die Sequenz, als James nach seinem Irakeinsatz lange im Kaufhaus vor unzähligen Cornflakesverpackungen steht und nicht weiß wie ihm geschieht, ist große Klasse. "The Hurt Locker" ist ein Film, der zum nachdenken bewegt und uns Einblicke über die schlimmen Zustände im heutigen Irak wirklichkeitsnah präsentiert. Ein Film, der uns zeigt, was der Krieg mit der menschlichen Psyche anstellen kann und wie ungerecht die Machtverhältnisse auf der Welt sind (Stichwort: Cornflakes).

"The Hurt Locker" braucht sich aber auch von der Action her nicht bei Genrekollegen verstecken: Explosionen, Feuersalven und Hubschrauber kommen nicht zu kurz und geben einen abwechslungreichen Mix zu den ruhigeren Momenten. Stark ist die erste Detonation, die gekonnt mit Slow Motion und Bildkompositionen spielt. Die Darstellerriege ist überzeugend. Besonders Jeremy Renner macht als gebrochender Antiheld eine gute Figur. Allerdings haben große Namen wie Ralph Fiennes, Guy Pearce und David Morse wirklich sehr wenig Screentime. Liebhaber von Filmen wie "Black Hawk Down" oder "Saving Private Ryan" können aber defintiv ein Auge auf "The Hurt Locker" werfen.

"Was ist die beste Methode, um so ein beschissenes Ding zu entschärfen?" - "So, dass man nicht stirbt, Sir!"

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

jedi37

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Eindeutig einer der besten (Anti-) Kriegsfilme über das Thema Irak! Jeremy Renner ist spitze. Verdienter Außenseiter-Gewinner bei den Oscars.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Ichundso

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Intro eines Kommentars: Informationen über Menschen, die jeden Film wie diesen als Propaganda der USA abstempeln:
Diese Menschen glauben, dass sie eine differenzierte und eigenständige Meinung haben, dass sie selbstständig denken. Dabei ist jemand, der hinter allem, was irgendwie nach USA riecht und von offizieller Stelle bestätigt ist, eine riesige Verschwörung inklusive Propaganda wittert, genauso stupide wie der, der alles was so in Regierungserklärungen drinsteht, einfach glaubt.
Internationale Politik ist eine komplizierte Sache und es ist zwar einfach, alles was man irgendwie nicht mag, als Lüge abzustempeln, aber es ist nicht durchdacht und sicher auch nicht klug.

The Hurt Locker ist genauso sehr Propaganda wie Full Metal Jacket. Ich fühlte mich sogar einige Male an die zweite Hälfte von Kubricks Klassiker erinnert, insbesondere in der Nerven zerfressenden und fast schon übertrieben langen Heckenschützenszene, in der die Soldaten zwanzig Minuten lang nichts tun als hinter eine Düne auszuharren und auf das Fenster eines weit entfernten Hauses zu schießen. In dieser Szene offenbart sich die Lage des Krieges dort auf erschreckende Weise.

Autor Mark Boal war selbst schon im Irak und man merkt dem Film seine Sachkenntnis und gelungene Authenzität ständig an. Zwischenzeitlich fühlt man sich wie in einer verfilmten Dokumentation oder Autobiographie. Regisseurin Kathryn Bigelow schafft eine beklemmende Atmosphäre der Ungewissheit, in der an jeder möglichen Stelle eine Bombe hochgehen könnte. Und sie zeigt, wie das Privatleben eines Bombenentschärfers im Irak vom Krieg vollkommen verdrängt werden kann.

Denn am Ende ist The Hurt Locker ein Film über Menschen. Kein Film über den Krieg, sondern über die Figuren im Krieg. Die allesamt großartig agierenden Schauspieler verleihen den Charakteren eine für einen Militärfilm ungewöhnliche Vielschichtigkeit, jeder Charakter ist gut geschrieben und mehr als einmal findet das Duell nicht auf der Straße, sondern in den Köpfen statt.

Bombenentschärfer William James ist sein Leben allmählich so egal, dass er sich dem reinen Risiko hingibt und Schwierigkeiten hat, sich Normalität überhaupt noch vorzustellen. Der Krieg wird Normalität. Eine Sucht.

5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Sheeeeep

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Nun hab ich endlich auch den oscarprämierten Film von Kathryn Bigelow gesehen, der wahrscheinlich in den USA weniger an den Kinokassen eingenommen hat als "Awaddar" (Wortlaut Schwarzenegger) schon vor seinem Start im Vorverkauf.
Der Film besticht durch seine Einfachheit. Damit sind keine simplen gestrickten Charaktere oder die schlechte Story gemeint, sondern Bigelow hält einfach mal mit der Kamera drauf. Keine dramatische Musik, keine hektischen Schnitte, die Entschärfungsszenen sind richtig lang geraten. Doch nicht falsch verstehen, Langeweile kommt überhaupt nicht auf. Eher im Gegenteil, die Szenen sind so nervenzerreißend spannend, seit langem habe ich mal wieder so bei einem Film mit gefiebert. Schauspielerisch gibt es auch nicht zu bemängeln, ein kleiner Auftritt von Guy Pearce und vor allem Jeremy Renner, der endlich mal sein ganzes Potenzial zeigen kann, trumpfen hier ganz groß auf. Die Thematik, dass es für die Soldaten schwer ist den Schrecken des Krieges zu verarbeiten und überwinden, ist nicht neu. Es gab schon Filme darüber und es wird in Zukunft sicher auch wieder welche geben. Doch die Geschichte rund um den Adrenalin-Junkie Sgt. James und sein Team ist so eindrucksvoll geschildert worden, dass man dem Film sehr viel abgewinnen kann.
Ob 'The Hurt Locker' den Oscar verdient hat lasse ich jetzt mal außen vor, doch im Zweikampf mit dem Blockbuster von Cameron hat er doch eindeutig den längeren.

(... positiven Nachgeschmack)

20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

jollyroger

Antwort löschen

/ signed


stuforcedyou

Antwort löschen

Ich schließe mich dem Präsi an .:.


marcowski

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Versetzt den Zuschauer schonungslos in den Soldatenalltag im Irak nach dem Krieg. Ironisch, kritisch und gerade noch authentisch genug.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Der Boernd

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

super film

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Dead_Eye_Dodo

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Also wirklich liebe Juroren, gab es da nichts oscarwerteres? Hurt Locker ist zwar lockere Freitag-Abend-Unterhaltung, aber nun beim besten Willen kein Meisterwerk. Klischeecharaktere á la "Die Amis halten durch, die Amis sind stark im fremden Land, wir schaffen alles" machen von Anfang an ein wenig die Hoffnung auf großes Kino kaputt und spätestens ab der gekünzelten Söldner-Szene entzieht sich der Film auch dem letzten Rest an Glaubwürdigkeit. Einzig der interessante Hauptcharakter zieht den Karren wieder ein wenig aus dem Dreck, auch wenn er natürlich der größte Rambo Durchhalter von allen ist. Dodos Fazit: Lieber 6x Jarhead als 1x Hurt Locker.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

nöls

Antwort löschen

Naja, als lockere Freitag-Abend-Unterhaltung würde ich den jetzt nicht bezeichnen, du scheinst den mit Black Hawk Down zu verwechseln


Dead_Eye_Dodo

Antwort löschen

Ganz ehrlich: Die beiden spielen für mich irgendwie in einer Liga. B H D habe ich mir auch mal angeschaut weil mein Freundeskreis so begeistert von dem war. Seh ich auch nix drin, in dem Film. Ging mir hier beim Hurt Locker genauso. Irgendwann kommt die Moralkeule (Body Bomb, Familienvater) und dann noch schnell die Wendung, dass der Draufgänger ja auch nen Sohn hat... ach lassen wir das. Für mich keiner der "Besten Filme des Jahres".


I_have_seen

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Der Film "Tödliches Kommando" hat 2-3 "atmosphärisch reizvolle Momente" und das war’s eigentlich; tja ... irgendwie ist das schon (zu) wenig "Unterhaltung" für über 2-Stunden-Film.

Künstlerisch wie Schauspielerisch kann der Film dem Genre nichts hinzufügen. Dies zu bemängeln wäre allerdings unfair, weil die Regie wohl bewusst einen "realtypischen" Filmstil in Vordergrund gestellt hat. Etwaige Punkte mag ich deswegen nicht "abziehen", aber vergeben kann man eben auch keine, so sehe ich das.

Und was wird "inhaltlich" geboten? Im Wesentlichen 3 verschiedene Soldatentypen die zusammen tagtäglich sich in Todesgefahr begeben müssen um Ihre Aufgabe zu erfüllen, nämlich: Bomben entschärfen. Der Film hat im engeren Sinne also zudem keine Handlung. Gezeigt wird Soldatenalltag mehr oder weniger "pur" der natürlich speziell ist. Die Todesgefahr führt bei den unterschiedlichen Typen zu (offensichtlichen) Konflikten die das Wesen der US-Soldaten markieren. Die Achtsamkeit und Sorge füreinander erscheint hier anders als in einem gewöhnlichen "Kriegsfilm/-drama", sie erscheint nicht als eine "überladene" und "umfassende" Kameradschaft, was dem Film eine zusätzliche "unangenehme/trübsinnige" Seite verleiht (ein Positiver Punkt!). Die Soldaten "arbeiten" zusammen obgleich sie voneinander wenig persönliches Wissen. Vieles bleibt zwischenmenschlich anscheinend unklar und unverständlich, das Hinterfragen bringt nichts. Und ich merke, das auch meine Fragen die im Film nicht gestellt werden, wie: "Was sollen die Bomben-Irrsinn bezwecken? Wer/Was steckt hinter den Anschlagen? Wem gelten die Bomben? Den US-Soldaten? Allen? Aber wieso, denn?"

Die Antwort (die ich mir gebe ist): Es hat keinen Sinn darüber nachzudenken! Ist das der Sinn des Films? Keine Ahnung ich werd' über den Film jedenfalls nicht mehr nachdenken müssen. Ich bin allerdings schon der Meinung, dass gute Filme solche sind die zum nachdenken oder mindestens zum innehalten anregen. Das ist hier, und bei mir, nicht der Fall.

Fazit: "Tödliches Kommando" ist kein guter Film. Enttäuscht bin ich aber auch nicht. Der Film ist insgesamt ein wenig zu lang für so wenig Inhalt.

Im Übrigen mag ich das Genre deswegen auch nicht so gern, es ist in seiner "erzählerischen Möglichkeiten" begrenzt und mittlerweile tausendfach erzählt. Gesehen hab' ich den Film aufgrund der überwiegend sehr guten Bewertung.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Nicolas R.

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

"Ein außergewöhnlicher Kriegsfilm mit teilweise fast dokumentarischem Charakter, dabei aber hoch spannend und über weite Strecken actiongeladen."
So könnte es in einer Kurzkritik heißen.

OK, es ist kein lupenreiner Antikriegsfilm, so wie "Der schmale Grat", "Full Metal Jacket" oder "Die durch die Hölle gehen"; dafür sind zu viele Schauwerte drin und einige etwas zu markige Sprüche der Akteure.
Wobei, kommt nicht gerade das der Realität des Krieges am nächsten?
Wenn man den diversen Reportagen über amerikanische Soldaten, die nach Afghanistan oder in den Irak zogen Glauben schenken darf, so sind ja tatsächlich Machismo und die Faszination, die aus Kriegsfilmen bezogen wird, Faktoren, die junge Männer – und vielleicht auch Frauen – wie die Lemminge offenen Auges ins Verderben ziehen lassen.

Aber, um es kurz zu machen: Kathleen Bigelow ist hier nach langer Zeit mal wieder ein sehr guter Film gelungen, der dem Genre ein wichtiges und eigenständiges Werk hinzufügt. Wem "Jarhead" zu langweilig war, "Black Hawk Down" dafür zu oberflächlich, der findet hier genau das richtige Mittelmaß zwischen realitätsnaher Kriegsschilderung und guter Action, die dem brisanten Thema voll gerecht wird. Dass es hierfür diverse Oscars geben musste, stand außer Zweifel.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

filmfreak23

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Ich würde diesen Film nicht als reinen Kriegsfilm betrachten, sondern eher als eine Art Kriegs/Thriller.
Es gibt Szenen im Film, da zerreist es einen förmlich vor Spannung.
Man könnte ihn fast als Dokumentation betrachten, denn der ganze Film ist so realsitisch inszeniert, dass man sich fühlt als wäre man live dabei.
Sicher, andere Kriegsfilme wie Der Soldat James Ryan oder Black Hawk down sind ebenfalls sehr realistisch aber bei The Hurt Locker ist dieses gewisse Mittendrin-Gefühl einfach am stärksten.
Aber in diesem Film geht es nicht außschließlich um den Irakkrieg, sondern auch um die Gemeinschaft in der Gruppe, um die privaten Probleme der Soldaten.

Fest steht, nach Buried lebendig begraben und The hurt Locker würde ich fast mein ganzes Hab und Gut aufgeben (Außer meiner Filme und dem Fernseher versteht sich) um nicht in den Irak zu müssen.
Gott sei Dank wurde der Wehrdienst abgeschafft!

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

BigH

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Okay, man soll ja nicht alles glauben, was so auf DVD-Covern geschrieben steht. Aber mal im Ernst: "Einer der besten Kriegsfilme aller Zeiten" (Cinema). "So realistisch und brutal wie 'Black Hawk Down'" (TV-Spielfilm)... haben die Herrschaften in den zitierten Redaktionen denselben Film wie ich gesehen? Sicher, der Film hat seine starken Momente (das Scharfschützen-Duell in der Wüste ist z.B. sehr spannend), aber alles in allem wüßte ich jetzt nicht, was "The Hurt Locker" so großartig, so herausragend machen soll. Die Geschichte zieht sich zum Teil viel zu sehr in die Länge, hat wenig Höhepunkte oder Überraschungen. Natürlich ist der Film nicht als Action-Spektakel angelegt, das ist mir schon klar. Aber wenn ich mir im Vergleich z.B. "Jarhead" anschaue, der auch so gut wie keine ausgewiesenen Kriegsszenen hat und es dennoch schafft, den Irrsinn des Krieges zu illustrieren, dann stinkt "The Hurt Locker" doch ziemlich ab.

Als erklärter "Avatar"-Basher hat es mich natürlich tierisch gefreut, daß "The Hurt Locker" den Digitalschlümpfen seinerzeit die wichtigsten Oscars weggeschnappt hat. Unabhängig davon frage ich mich aber schon, ob die Flut der Auszeichnungen, die über den Film und Kathryn Bigelow niedergegangen ist, nicht vielleicht doch ein wenig übertrieben war. Bester Film? Beste Regie? Bestes Originaldrehbuch? Never ever...!

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kommentar schreiben

Deine Meinung zum Film Tödliches Kommando - The Hurt Locker

noch nicht bewertet