Tödliches Kommando - The Hurt Locker - Kritik

US 2008 Laufzeit 131 Minuten, FSK 16, Drama, Thriller, Actionfilm, Kinostart 13.08.2009

Kommentare zu Tödliches Kommando - The Hurt Locker

  • 8
    Banner90 28.09.2014, 13:32

    Wow, dieser Film ist wirklich gelungen und kann sich durchaus in die Reihe von "realistischen" sowie kritischen Kriegsfilmen à la "Black Hawk Down"oder "Jarehead-Willkommen im Dreck" einreihen.
    Schon die Kameraführung, die an einen Dokumentarfilm erinnert, versetzt den Zuschauer mitten ins Geschehen hinein. Man fiebert mit, man bekommt hautnah die drückende Bedrohlichkeit eines jeden Einsatzes mit, welche Schwierigkeit die Soldaten vor Ort im Irak hatten/haben(wer ist Freund, wer Feind und was liegt dazwischen) und die psychologischen Probleme im Auslandseinsatz.
    Überrascht hat mich vor allem Jeremy Renner, der bewiesen hat, dass ein richtiger Schauspieler in ihm steckt. Am Anfang wirkt seine Figur auf mich wie ein reiner Psychopath, der sich weder um Konsequenzen noch Risiken schert oder auch nur ansatzweise dazu in der Lage ist, emotional auf seine Mitmenschen einzugehen. Im Laufe des Films kristallisiert sich dann aber immer weiter heraus, was für ein Mensch er ist, wie der Krieg ihn verändert hat und wie viel menschliche Schwäche trotz allem noch in ihm steckt.
    Das Ende, als er sich entscheidet, Frau(naja, fast-Frau) und Kind erneut zurückzulassen, um zu der einzigen Sache die er noch liebt(Krieg) zurückzukehren, ist kein Happy End, was an sich bei mir schon viele Pluspunkte einheimst.
    Überragend, bitte mehr davon!

    • 6
      BenAffenleck 21.09.2014, 19:27

      THE HURT LOCKER hat mich erst jetzt bei der zweiten Sichtung mit genommen. Zu hoch und auch falsch waren einst die Erwartungen an diesen mit 6 Oscars ausgezeichneten Antikriegsfilm.

      Was man hier nicht bekommt, ist viel Action oder ein auf Gefühlsduseleien gebürsteter Patriotenkracher. THE HURT LOCKER lebt von dem “Ungewissen ritt auf der Bombe” und den 3 verschiedenen Hauptcharakteren. Jeremy Renner liefert hier wirklich eine großartige Leistung ab, vor allem zu Ende hin wird sein Spiel immer intensiver.

      Fazit: Etwas zu lang, trotzdem sehr spannendes und im Doku Stil gefilmtes Antikriegsdrama. Werde ich nicht zum letzten Mal gesehen haben.

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      • 7 .5
        PuertoRican 28.08.2014, 00:28

        Die Kamera versucht einen von Anfang an davon zu überzeugen, dass dies eine Dokumentation ist. Dadurch wird versucht eine noch realistischere Situation zu kreieren. Ich finde in vielen Stellen kam dies auch durch, lag dann aber mehr an den Schauspielern, als an dem rumgewackel der Kamera. Ich finde, dass hier ist mal wieder ein Kriegsfilm. Nicht sonderlich krass im Sinne dessen, dass mich die Story wirklich berührt hätte. Traurigerweise bin ich schon so abgestumpft, dass mir Filme mit Thema Krieg wirklich nicht mehr viel abgewinnen können. Ich finde hier fehlt der innovative Ansatz. Man sollte aufhören diese Filme so realistisch wie möglich zu gestalten. Man sollte Anfangen die Geschichten in der Fiktion zu zeigen um eine Botschaft kreieren zu können. Auch wenn The Hurt Locker den Realismus nahezu perfekt kopiert hat. Ich glaube diese Ansicht ist auch einfach eine ziemlich persönliche Meinung von mir. Dennoch finde ich, sollte ich mich auf jeden Fall wahrheitsgetreu dazu äußern. Kein Film den ich mir immerwieder anschauen würde, aber absolut in Ordnung

        • 10
          HonkeyDonkeyTonkMan 17.08.2014, 13:18

          Mit "The Hurt Locker" hat Kathryn Bigelow ein wahres Meisterwerk geboren.

          Movie überzeugt von der ersten, bis zur letzten Minute, in Sachen Spannung, Dramatik, Action und schauspielerischen Glanzleistungen/Sound/Dialoge.
          Mir ist es unbegreiflich, wieso manche "Kritiker" dem Film eine fehlende Handlung andichten. Nunja, bei manchen Wertungen wundert einem eigentlich garnichts mehr.

          Die Handlung:
          Eine Gruppe von Bombenentschärfern der U.S. Army vollrichtet im Irak ihre äußerst gefährliche Arbeit.
          Dies gelingt manchmal recht gut, manchmal eher weniger positiv.
          J. Renner's beste Rolle überhaupt!

          Bigelow hat als weibliche Regiesseurin beste Arbeit geleistet, indem sie in direktem Kontakt und mit hilfreicher Unterstützung des Militär's dieses Werk schuf.
          Sie wurde bestens beraten, hat eine sehr gute Darstellerauswahl getroffen, dementsprechend ist ihr und der Crew "THL" prima geglückt.
          Lediglich die Filmlänge, hätte man etwas zügeln können, was aber nicht so schlimm ist.

          Fazit:
          Einer meiner filmischen Lieblinge mit der Irak Thematik.
          Sehr überzeugend, ohne übertriebenen Patriotismus.
          So soll es sein.

          Und noch was, wer antisympathien für die Amerikaner empfindet, sollte tunlichst keine US Produktionen mehr sichten. Es gibt auch noch genug andere Filmnationen, deren Werke man (zurecht) beschmutzen kann.

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          • 9 .5
            Martyman 11.08.2014, 19:51

            Kaum ein Kriegsfilm ist so realistisch wie dieses Meisterwerk von Kathryn Bigelow. Kein Oscar zu wenig!
            Überragende Darstellerleistungen, tolle Kameraführung, schicker Soundtrack und sehr eindringlicher Film - top!

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            • 9
              Klaathu 15.07.2014, 20:55

              Ich möchte gar nicht so viel schreiben. Ausser das The Hurt Locker einer der besten Antikriegsfilme der letzten Jahre ist. Mehr gibt es auch nicht zu sagen.

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              • 8 .5
                Velly 15.06.2014, 19:10

                *The Hurt Locker*
                (Inspiriert durch den gleichnamigen Film von Kathryn Bigelow)

                Musik und Stimmen tönen aus offenen Autos und die Luft flimmert über dem Asphalt. Es ist bereits viel zu heiß an diesem Samstagvormittag irgendwo in Albuquerque. Die Leute um ihn herum bewegen sich träge, als wateten sie durch eine zähe Masse. Ihre Gesichter sind rot und in den Klüften zwischen ihren Brauen wuchern Anstrengung und Gereiztheit.
                In den Scheiben der Autos wird das Spiegelbild der Sonne zum gleißenden Schmerz.
                Er steigt aus dem Wagen und geht um ihn herum. Das Rattern von Einkaufswagen übertönt die Musik. Er öffnet die Hecktür seines Jeeps und…

                .

                …nimmt seine Werkzeugtasche heraus. Die Sonne brennt gnadenlos vom Himmel herab. Die Luft ist so trocken, wie der Staub zu ihren Füßen.
                „Weißt du, was mich hier richtig anpisst?“ Specialist Owen Eldrige kaut auf seinem Zahnstocher, als hielte er sich für die Reinkarnation von Jimmy Dean und blinzelt verschmitzt gegen die Helligkeit. Aber in Wills Kopf verschwimmt Eldriges Gerede zu einem monotonen Brei. Seine Aufmerksamkeit liegt woanders. Zweihundertfünfzig Meter entfernt. Im Kofferraum eines alten, zerbeulten Toyotas.
                „Anzug, James.“ Sergeant Sanborns Stimme gleicht einem grimmigen Bellen und Will kann nicht entscheiden, ob es eine Frage oder ein Befehl ist. So nickt er nur und lässt sich von seinem Kollegen in den unförmigen Schutzanzug helfen.
                Als er den Helm aufsetzt, das Visier nach unten klappt und Sanborn ihm den schweren, steifen Kragen hochklappt, wird er von der Außenwelt abgeschnitten.
                Als hätte jemand mit chirurgischer Präzision die Nabelschnur durchtrennt, die ihn mit dieser Welt verbindet.
                Visier runter. Kragen hoch. Ruhe. Es gibt nur noch ihn und den Kofferraum des alten Toyotas und Nervenenden unter Strom.
                Er schaltet den Funk in seinem Helm ein und geht…

                .

                …über den Parkplatz auf die große einladende Eingangstür des Walmarts zu. Er hat es nicht eilig, aber er schlendert auch nicht. Die Hitze beeindruckt ihn nicht sonderlich.
                Die Menschen schieben ihre Einkaufswagen vor sich her, als seien es Waffen und ihre Papiertüten tragen sie wie Kriegsbeute.
                Die Schiebetüren öffnen und schließen sich unablässig und ihr „shhht… shhht“ klingt wie ein tückisches Locken.
                Er betritt den Supermarkt und die kalte Luft umspült ihn wie Wasser, während das beständige Piepen…

                .

                …aus dem Kofferraum des Wagens sein Bewusstsein bündelt. Der rote blinkende Timer auf dem Zünder zwinkert ihm aufreizend zu und in seinen Fingern beginnt es zu kribbeln.
                Hier und jetzt, auf einer staubigen Straße im Irak, am geöffneten Kofferraum eines zerbeulten Japaners… hier und jetzt. Ein Moment. Eine Entscheidung. Leben. Tod.
                Gibt es Augenblicke, in denen man stärker vom Leben durchflutet wird, als die, die die letzten sein könnten? Hier und jetzt. Eine einzige Entscheidung. Leben oder Tod.
                Seine Finger sind völlig ruhig, als sie die Zange aus dem Werkzeuggürtel ziehen. Kein Zittern, kein Zögern. Er ist völlig wach. Hier und jetzt. Eine Entscheidung.
                Er streckt den Arm aus…

                .

                …und lässt ihn wieder sinken. Das Regal, vor dem er steht, schreit ihn in dutzenden Farben an. Meter um Meter um Meter. Cornflakes. Er ist wie benommen. Rote Packungen, gelbe, blaue… Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages. Bunte Hähne, Tiger mit breitem Grinsen, Flakes ohne Zucker, mit Zucker, Vollkorn, besonders crunchy mit Erdnüssen, Honig… Glück in Tüten, teuer, billig, billiger, klein, groß, Supersize.
                Und dann fließt diese Vielfalt ineinander. Wird grau, durchscheinend, wertlos.
                Hundert Varianten und keine einzige davon ist von Bedeutung. Der Überfluss ermüdet ihn. Er kann keine Entscheidung treffen… er will keine Entscheidung treffen!
                Ein Paar neben ihm streitet sich. Sie will Zucker, er will Honig.
                Will schließt die Augen und beißt die Zähne aufeinander, um nicht zu schreien. Sein Kiefer schmerzt und seine Faust ballt…

                .

                …und öffnet sich wieder. Ein tiefer Atemzug. Seine Rechte mit der Zange ist noch immer ruhig, wie auch sein Atem. Die Stimme aus dem Kopfhörer verschwimmt. Das Gewicht des Anzugs verschwindet, die drückende Hitze vergeht. Es gibt nur noch ihn und das Leben, das durch seine Adern pulsiert.
                Hier und jetzt. Ein Moment. Eine Entscheidung. Leben. Tod.

                Er kappt den roten Draht.

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                • 8
                  CKIDOW 29.04.2014, 01:06

                  Wer Filme "macht", macht "Kunst".

                  Der Regisseur schafft es, die Spannung sehr sehr lange aufrecht zu erhalten, den Nervenkitzel des Zuschauers hat er in der Hand. Es wird wieder aufgelöst und irgendwann beginnt wieder die sehr lange Spannung. Ich habe keine Ahnung von Kriegseinsätzen aber ich glaube der Regisseur schafft es, den Nervenwahnsinn der Einsätze hier in einer Weise dem Zuschauer etwas näher zu bringen. Und zwar so, dass man am Ende mit reichlich Resumé, Teil an einem Rausch war.
                  Und deswegen zeichnet der Film keine vollständigen Bilder der Charaktere und besitzt auch keinen Spannungsbogen. Er haucht Dir den Rausch subtil um Deinen Verstand bis der Film endet und man sich eingesteht... "endlich vorbei".

                  Das Ende hat mich zuerst enttäuscht, aber nach langem Nachdenken, zeigt es doch eigentlich genau das, was wir alle NICHT sehen wollen.

                  Persönlich muss dieser Film nicht ausgezeichnet werden aber er ist schon sehr aufwühlend.

                  Negative Kritik gibt's von mir für den "Puff"-Gang. Das war der Langweiligste Teil und wurde mit einem Hollywood-Spruch beendet. Sehr schlechte Umsetzung.

                  Fazit: schwerer Tobak, aufwühlend, so muss es sein!

                  Gruß

                  CKIDOW

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                  • 7
                    Friedsas 15.04.2014, 23:24

                    Die zwei Wörter die wohl diesen Film am besten beschreibt sind wohl: Pretty Intense! Der Film folgt eigentlich keinen roten Faden sondern springt von Spannungsmoment zu Spannungsmoment das kann einigen Leuten sehr gefallen ich fand es ganz okay.

                    Die schauspielerischen Leistungen sind allesamt grandios und besonders Jeremy Renner trumpft stark auf. Die Kameraführung ist gewöhnungsbedürftig aber trotzdem genial!

                    Der Film war jetzt für mich nicht der große Wurf aber trotzdem sehr sehenswert.

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                    • 9 .5
                      KingLee 13.04.2014, 14:40

                      Ich bin begeistert..und Sprachlos...und das bin ich selten....Dieser film haut mich aus den Socken ....So eine Atmosphäre und Dichte Spannung und trotz dem Sooo Cool und lässig hab ich selten gesehen.....Geiler Scheiss....Und Dieser Jeremy Renner....Gott wie cool dieser Typ ist.....
                      Fazit:Geiler Film...Hart,Schonungslos,Krass..schockierend und verdammt geil....Meine Top 3 der Kriegfilme....Applaus Applaus Herr Renner.

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                      • 7 .5
                        sachsenkrieger 11.03.2014, 23:16

                        Ein wirklich spannender Film, bei dem allerdings nie ganz das Gefühl verschwindet, das es sich doch irgendwie um einen Propaganda-Film der US-Streitkräfte handelt. Fast schablonenhaft sind die drei Charaktere angelegt. Der Erste liebt die Vorschriften, der Zweite ignoriert sie und der Dritte ist eigentlich nur aus Versehen zur falschen Zeit am falschen Ort.

                        Jetzt sitze ich hier und habe eine Schreibblockade. Also kurz und gut: Atmosphärisch dicht und keine Minute langweilig, aber trotz der sechs! Oscars nicht das erwartete Meisterwerk.

                        GOOD NIGHT AND GOOD LUCK!

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                        • 4 .5
                          RoboMaus 04.02.2014, 19:15

                          Ein Film, der keine Story hat, muss dafür auf anderer Linie umso mehr überzeugen. Sicher wird das hin und wieder spannend. Aber ein doku-artiger Wackelkamera-Plot, der die Einsätze einer Bombenentschärfer-Einheit im Irak aneinanderreiht, ist einfach zu wenig um gut zu unterhalten und über zwei Stunden nicht langatmig zu werden. Was will ich denn im Kino? Mich über den heroischen Einsatz amerikanischer Bombenentschärfer informieren und an der Glorifizierung dieser Einheiten teilhaben? Mitnichten, das überlassen wir doch besser den Amerikanern, die den Streifen dann zum Zeichen ihrer tiefen Verbundenheit mit Oscars überhäufen dürfen.

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                            filmfuzzy 04.02.2014, 19:08

                            Die amerikanische Filmzeitschrift Variety sagt über sie: „Kathryn Bigelow ist eine kühne und talentierte Filmemacherin, die entschlossen ist, die Grenzen zu sprengen, in denen weibliche Regisseure arbeiten”. Das schlug sich in Filmen wie (1990)“ Blue Steel“, „Gefährliche Brandung“ (1991) und in ihrem letzten Kinofilm aus dem Jahre 2002 „K-19: K19-Showdown in der Tiefe“ nieder.

                            Zwischendurch arbeitet sie immer wieder erfolgreich für das Fernsehen. Jetzt hat sie sich wieder einmal an einen brisanten Stoff für das Kino gewagt. Drehbuchautor und Mitproduzent Mark Boal reiste als eingebetteter Journalist mit einem Bombenentschärfungskommando durch Bagdad.

                            Er lebte bei den Truppen und begleitete sie auf ihren täglichen Einsätzen. Diese unmittelbaren Erfahrungen waren die Inspiration für das Drehbuch zu „TÖDLICHES KOMMANDO“, das er kurz nach seiner Rückkehr aus dem Irak zusammen mit Kathryn Bigelow entwickelt.

                            Sie üben einen der gefährlichsten Berufe aus die man sich denken kann. Bombenentschärfer beim Militär und das in einer der gefährlichsten Gegenden der Welt, in Bagdad. Sergeant William James (Jeremy Renner), Geheimdienstmann J.T.Sanborn (Anthony Mackie) und der Scharfschütze Owen Eldrige (Brian Geraghty). Kreuz und quer streifen die Männer durch die Stadt. Dorthin, wo dünne Kabel unter Schutt und Geröll Hinweise auf lebensgefährliche Bomben geben.

                            James kann den Sprengkörper entschärfen, nur um alsbald festzustellen, dass an derselben Strippe noch sieben weitere hängen. Die nächste Aufgabe lauert in einem verboten abgestellten Auto mit einer Ladung Bomben im Kofferraum. In der brütenden Hitze nimmt James das Auto auseinander, um den in der Scheibenwischeranlage versteckten Zünder zu finden.

                            Jeder Tag bringt neue unbekannte Gefahren und Situationen für die Truppe. Das scheint Sergeant James wenig zu kümmern. Wie ein Cowboy im Wilden Westen mutet er bisweilen an, und entsprechend schockiert sind Sanborn und Eldridge über sein Verhalten, das ihnen wie eine leichtfertige Missachtung militärischer Regeln und Sicherheitsmaßnahmen erscheint.

                            Noch wenige Tage müssen sie überstehen, dann kommt turnusmäßig die Ablösung nach Hause. Doch James hat Probleme, wenn er zuhause bei seiner Frau und Sohn ist. Mit dem Alltag kommt er nicht zurecht. Bald darauf sieht man wie Oberfeldwebel William James im Irak wieder aus einem Militärflugzeug steigt. Noch 365 Tage bis zur turnusmäßigen Ablöse.

                            Kathryn Bigelow dringt mit ihrem packend realistischen Porträt einer Elite-Mannschaft von Bomben-Entschärfern tief ein in eine Lebenswelt am Limit menschlicher Belastbarkeit. TÖDLICHES KOMMANDO ist Adrenalin-Kino pur: rasanter Nervenkitzel in spektakulär wirklichkeitsnahen Bildern.

                            124 Minuten - Ein Film, der wieder einmal die Sinnlosigkeit des Krieges zeigt. Nicht für zarte Gemüter.

                            • 7 .5
                              philipp.warnke 21.01.2014, 21:44

                              Die Tatsache, dass der Film teils episodenartig aufgebaut ist, tut der Atmosphäre keinen Abbruch, im Gegenteil. Realistische und lebensnahe Figuren und so krasse Spannung machen den Film wirklich zum Erlebnis. Seine Stärken werden wunderbar ausgespielt, denn am meisten kann der Film wirklich bei diesen Nerven zerfetzenden Stellen mit dem Bombenentschärfen punkten.
                              Klar wird nochmal die Thematik um die Hölle im Krieg aufgegriffen, aber das hat man schon in anderen Filmen besser gesehen.
                              Trotzdem echt spannender Aspekt des Krieges großartig Beleuchtet und das dank der besten Jeremy Renner Performance bisher (Na gut, in "The Town" war er auch echt gut).

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                                makemyday 16.01.2014, 17:33

                                mehrere einsätze, bemüht realistisch erzählt und recht spannend gemacht. besonders fällt auf, daß die musiken, falls vorhanden, sehr dezent unterlegt sind (gefällt).

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                                  brucelee76 16.01.2014, 13:11

                                  Hallo zusammen,

                                  oh Mann oh Mann, diese kriegsgeilen Amis gehen mir dermaßen auf den Sack, das gibt es gar nicht.
                                  Was habt Ihr verdammt nochmal im Irak zu suchen. Außer Erdöl und ein paar verzweifelte Selbstmord Bombenleger gibt es dort gar nichts. Aber ja die Weltpolizei USA, zeigt uns mal wieder wie toll und human die US-Army ist. Mit ihren ach so tollen und Ultra modernen Anti-Bomben-Anzüge, die auf Patrouille ein paar missratene Terrorbuben entschärfen wollen. Liebe Amis ihr verwechselt da etwas, nicht die Hardcore-Terroristen sind die Aggressoren, SONDERN IHR SEID ES!!!

                                  Für mich ein Skandal das dieser Pro-US-Kriegsfilm den Oscar als bester Film gewonnen hat.

                                  Mein Fazit: Miss Bigelow, auch dieser Soldatenfilm ging in die Hose. Es wird in keinster weise Selbstkritik ausgeübt. Im Gegenteil, die den ganzen Schlamassel eingebrockt haben verschlimmern die Lage nur noch. Die Gier nach Erdöl wird euch noch teuer zu stehen kommen. In diesem Sinne Friede, Puste und Eierkuchen.

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                                    Alex.de.Large 15.01.2014, 03:10

                                    Wenn dein Körper täglich das Adrenalin durch deine Adern gepumpt hat.
                                    Wenn dir der Tod, teils hämisch grinsend, teils anerkennend nickend, monatelang, täglich, stündlich über die Schulter geguckt hat.
                                    Wenn du Alles gesehen hast, was Menschen einander anzutun in der Lage sind.
                                    Wenn du Heute nicht weisst, ob du oder einer deiner Freunde Morgen noch leben wird.
                                    Wenn du dich in den Gassen des verfeindeten Landes besser auskennst, als im heimischen Supermarkt.
                                    Dann.
                                    Ja dann.
                                    Kannst du dann wirklich noch ernsthaft zwischen verschiedenen Corn-Flakes-Sorten auswählen?
                                    Kannst du die selbstverständliche Sicherheit der täglichen Routine noch genießen?
                                    Kannst du unbefangen mit deinem kleinen, unschuldigen Sohn spielen?
                                    Kannst du deine Frau noch lieben?
                                    Spürst du dich noch, wenn du weisst, daß dir nichts passieren kann?
                                    Oder bist du süchtig geworden?
                                    Bist du zum Kriegs-Junkie geworden?.
                                    Du kannst nicht mehr leben, ohne deine Sterblichkeit immer wieder vor Augen zu haben?
                                    Den Moment nur deshalb spüren zu können, weil es der Letzte sein könnte?
                                    Für dich ist die Normalität zu einem dumpfen Alptraum geworden, der dich durch seine emotionale Trivialität abschreckt.
                                    Die Todesangst ist zu einem größeren Gefühl geworden, als es die Liebe jemals sein könnte.
                                    Du gehst zurück in die Hölle, weil dir der Himmel zu profan geworden ist.
                                    Und der Tod sitzt zufrieden grinsend auf deiner Schulter und denkt sich:

                                    ^^"Ein neuer Droog. Fine-fine-fine."^^

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                                      MrMo 13.11.2013, 23:46

                                      der film ist nervig.

                                      noch viel schlimmer ist, dass er aber bei der oscarverleihung 2010 alles abgeräumt hat. ich war so schockiert und mir wurde bewusst, dass solche preisverleihungen absolut nichtssagend sind, genau wie der friedensnobelpreis.

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                                        countcount 20.10.2013, 19:14

                                        The Hurt Locker ist auf ganzer Länge sehr spannend und super inszeniert. Das ganze kommt sehr authentisch daher, weswegen man sich sehr gut in die Lage der 3 Protagonisten hineinversetzen und bei ihren Einsätzen mitfiebern kann.

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                                          Laserdance 13.10.2013, 04:32

                                          Braucht ein Film Handlung?
                                          Offenbar nicht. wenn man sich The Hurt Locker ansieht.

                                          Braucht ein Film einen Kameramann. Nö, man kann auch dem 4 jährigen Sohn die Digicam in die Hand drücken. Dann hat man The Hurtlocker.

                                          Und einen Oscar.

                                          Sorry der Film geht bei mir ja nun gar nicht.

                                          Ein Film ist ein Optisches. Und die Kamera Arbeit ist ein wesentliches optisches Mittel um was zu transportieren. Wenn mir nun das optische Mittel nicht gefällt, kann die Story so genial sein, wie sie will. Wenn ich mich den ganzen Film über die Kamera Arbeit ärgere, ärgere ich mich eben. Da spielt es auch keine Rolle, ob sich andere da weniger ärgern.

                                          Das ist wie eine CD die zwar eigentlich gute Musik hat aber furchtbar klingt. Dann hat die Musik keine Chance, weil Musik ein Akustisches Medium ist und das Gefallen hat Primär mit dem Klang zu tun. Ich kann ja nicht bewerten, wie die CD wäre wenn sie Super klingt. Oder um beim Film zu bleiben, wie er wäre, wenn die Kamera nicht so wäre, wie sie ist.

                                          näm­lich scheiße.

                                          The Hurt Locker TKO

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                                            sharingwithoutschere 17.09.2013, 16:18

                                            Wow, eine brilliant gemeisterte Gradwanderung, die Frau Bigelow hier vollführt hat. Wirklich fantastisch! Ihr gelingt es auf sehr faire Weise einen sehr aufschlussreichen, aber zu gleich auch sehr spannenden und sogar inspirierenden Film vorzulegen. Und durch die intelligente Machart eliminiert sie schlichtweg nebenbei - ganz lässig - jegliche Angriffspunkte, die aufkommen könnten, wenn man einen Kriegsfilm/Antikriegsfilm dreht, von vornherein. Sodass etwas sehr Gutes geschieht: ich, als Zuschauer befasse mich garnicht unbedingt mit all den "typischen" Konflikten, die sonst oft bei Filmen mit jenem Thema entstehen und oft enstanden sind, sondern ich tauche ein, gehe mit, fühle mit, distanziere mich - ich betrachte und entscheide selber und werde nicht belehrt oder sehe mich satt an geiler Action. Dennoch, wie gesagt lässig. Auch jemand der bloß einen Actionstreifen mit Thrill sehen will, wird hier bedient - wobei ich persönlich sowieso keine Erwartungen hatte. Wirklich hammer, der Film! :) und dabei noch sau-cool (!) und das, obwohl er Respekt zollt und auch nicht verschweigt, all das Leid. Ja und das ist wirklich nicht leicht, diese Kombination, daher Gradwanderung! Ich ziehe meinen Hut vor Ihnen, Frau Bigelow!

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                                              JuLe.Oida 04.09.2013, 21:49

                                              Kriegsdrama im Stiel von Black Hawk Down!
                                              Die 6 Oscars hat er verdient, jedoch mehr Action und Düsterheit hätte man machen können.
                                              Trotzdem: gute 9,0!

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                                                Florian Albrecht 21.08.2013, 14:28

                                                Tödliches Kommando – The Hurt Locker

                                                Ich lasse mich ja gern eines Besseren belehren und irgendwie kam das Interesse auf diesen Film zu schauen dem ich unberechtigter Weiße mit schweren Vorurteilen begegnet bin, ausgelöst durch Trailer, Deutschen Titel und Deutschen DVD Text.

                                                The Hurt Locker erzählt eine Geschichte über die US-Soldaten/Spezialisten im Irakkrieg.
                                                Er macht das ohne Anflug von Patriotismus, ohne Tränendrüse und ohne irgendwelche Heldenstilisierung. Menschen bei der Arbeit, so kam es mir vor. Eine gefährliche Arbeit. Und trotzdem können sie über Ängste und Gefühle reden.
                                                Man hat das Gefühl die Soldaten sind greifbar und mit was für Schrecken sie zu tun haben.

                                                Der Film ist superspannend, zeichnet ein reales Bild der Abscheulichkeit Krieg.
                                                Das hat mich so beeindruckt das meine Vorurteile sich in Luft aufgelöst haben.
                                                Er verzichtet auf Schwarz-weiß Malerei und setzt seinen Protagonisten einer Bedrohung aus, die immer spürbar, aber nie sichtbar ist.
                                                Eine große Klasse des Films.

                                                Und anders als Filme wie Apokalypse Now, Platoon oder Der Soldat James Ryan, nutzt er nicht Grausamkeiten und Zeigefingermentalität sondern wirkt wie etwas das du real greifen kannst. Auch mag ich seine Aktualität, die er nimmt um eine Geschichte zu erzählen, die nichts mit Heroen etc zu tun hat.

                                                Doch auch zu meckern hab ich.
                                                Das Ende des Films hat mir gar nicht gefallen. Man hätte nach dem Dialog im Humvee abblenden können. Diesen Schnipsel, wie er kurz zu Hause ist und dann doch wieder kommt, finde mich generisch, zu gewollt. Und dadurch büßt der Film ein wenig ein.

                                                Ein zweiter Kritikpunkt ist, dass der Film an einer Stelle ausbricht. Und zwar als die Hauptfigur eine kleine „Soloshow“ abzieht und die Hintermänner sucht, die den Jungen in eine Körperbombe verwandelt haben. Ich fand, da es hier wie ein gewöhnlicher Agententhriller wirkte und so gar nicht in den Film passte.

                                                Mein dritter und größter Kritikpunkt ist diese vermedailte Handkamera. Es gibt zu viele Stellen wo mir das Gewackel tierisch auf die Nerven ging. An anderen Stellen war sie ok, da nur dezent, aber so häufig nervig hab ich sie selten gesehen und das tut dem Film weh, da er wirklich schöne Bilder bietet.

                                                Man kann The Hurt Locker als viellt. momentan einzigen Anti-Kriegsfilm über den Irakkrieg bezeichnen und darf sich herausragender Gesellschaft erfreuen.

                                                Ein toller Film der mich überzeugt und Vorurteile ausgelöscht hat.

                                                cheers

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                                                  Fudibru 19.08.2013, 23:44

                                                  6 Oscars für diesen langweiligen Film, es tut mir Leid, ich war geschockt in der Oscar-Nacht! Dieses inszenierte Kopf an Kopf Rennen mit James Cameron und seiner Ex Kathryn Bigelow war echt furchtbar! Ich finde dieser Film hat keinen einzigen Oscar verdient. Da wurde sehr auf den amerikanischen Patriotismus gesetzt in der Jury.... der Film kam in den Kinos nämlich gar nicht gut an. Klar bekommt man durch diesen Film einen Einblick in den harten Alltag der amerikanischen Soldaten und klar ist es sicherlich nicht leicht.... bla bla bla.... aber dennoch rechtfertigt es keine 6 Oscars. Lieber Forrest Gump schauen, der ist sehr unterhaltsam und hat seine 6 Oscars auf jeden Fall verdient!

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                                                    Lydia Huxley 11.08.2013, 20:30

                                                    [ACHTUNG: SPOILER]

                                                    Erstmal Danke an Mr. Jason Born für die Empfehlung! :) Ein wirklich mehr als sehenswerter Film, der mir mal wieder bewusst gemacht hat, was Soldaten so alles leisten müssen, ganz abgesehen von den Einsätzen von denen wir in der Heimat sowie so nie erfahren werden. Schade, dass uns Guy Pearce schon so zeitig verlassen musste. Hätte ihn gern noch länger in dieser Rolle gesehen. Aber dann kam ja der gute Jeremy Renner als Ersatzmann - tolle schauspielerische Leistung! Ich war an seiner Seite und hielt jedes Mal den Atem an, wenn er den Sand von einem Stück Metall wegwischte und an irgendein Kabel rumzerrte. An Spannung mangelt es definitiv nicht. Lediglich die wackelige Kamera hat mich einige Male missgestimmt. Dagegen waren diese Close-Ups stilistisch absolut perfekt um die Stimmung des Films rüber zubringen - wie die Katze, die auf drei Beinen über die Straße läuft, oder die Patronenhülse, die in den Sand fällt und ganz besonders bei der Explosion am Anfang, wie sich durch die Druckwelle die Steine vom Boden heben - einige Momente der Beklommenheit bevor man wieder in der Realität zurückkehrt. Diese Atmosphäre bestimmt den ganzen Film. Jede Minute ist ruhelos in dieser feindseligen Umgebung. Auch wenn ich die Risikobereitschaft von Will nicht nachvollziehen kann, spürte man doch immer seine Rastlosigkeit, mein Mund war trocken wenn seiner es war und dann gibt der Typ auch noch seine Capri-Sonne ab ;) Er brauchte das Adrenalin einfach und deshalb war er auch so gut, in dem was er tat. Und dann... Einsatzende - er ist wieder zu Hause bei seiner Freundin, die er eigentlich nicht liebt, bei seinem Kind, mit dem er eigentlich nicht viel anfangen kann. Denn alles an was er denkt, ist der Einsatz da draußen. Schlüsselszene ist als Will vor dem Cornflakesregal im Supermarkt steht und einem das Ausmaß der Belanglosigkeit klar wird, die unsere Konsumgesellschaft prägt. Er kehrt zurück in den Irak, zurück im Dienst wo er wieder er selbst sein kann. Und plötzlich versteht man doch, wofür er dieses Risiko auf sich nimmt.
                                                    Fazit: beklemmend, unruhig und mit beeindruckenden Bildern!

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