Durch den nahezu zeitgleich gestarteten Coen-Langeweiler "No Country For Old Men" zu Unrecht an den Kinokassen ins Abseits gedrängt, erfährt Andersons Film nachwievor zu selten die ihm zustehende Würdigung: "There Will Be Blood" ist ein Meisterwerk, ein Film, der nahtlos an die großen Epen des letzten Jahrhunders anknüpfen kann, und mit seinem Dualismus aus inhaltlicher Komplexität und formaler Schlichtheit auch die Konkurrenz berühmter Bühnendramen nicht zu scheuen braucht.
Angefangen bei einer langen, nahezu wortlosen Introsequenz als Reminiszenz an die Werke Leones oder anderer Spätwestern, über zahlreiche symbolträchtige Motive bis hin zum düsteren Schlusspunkt - Anderson zelebriert jedes einzelne seiner Bilder in all ihrer Schönheit oder Tristesse, stets untermalt von einer atemberaubenden Soundkulisse.
Diese in die Breite angelegte Inszenierung ist so ruhig und hypnotisch, wie sie schleppend…
"When ambition meets faith" -
Durch den nahezu zeitgleich gestarteten Coen-Langeweiler "No Country For Old Men" zu Unrecht an den Kinokassen ins Abseits gedrängt, erfährt Andersons Film nachwievor zu selten die ihm zustehende Würdigung: "There Will Be Blood" ist ein Meisterwerk, ein Film, der nahtlos an die großen Epen des letzten Jahrhunders anknüpfen kann, und mit seinem Dualismus aus inhaltlicher Komplexität und formaler Schlichtheit auch die Konkurrenz berühmter Bühnendramen nicht zu scheuen braucht.
Angefangen bei einer langen, nahezu wortlosen Introsequenz als Reminiszenz an die Werke Leones oder anderer Spätwestern, über zahlreiche symbolträchtige Motive bis hin zum düsteren Schlusspunkt - Anderson zelebriert jedes einzelne seiner Bilder in all ihrer Schönheit oder Tristesse, stets untermalt von einer atemberaubenden Soundkulisse.
Diese in die Breite angelegte Inszenierung ist so ruhig und hypnotisch, wie sie schleppend ist, und manch einer mag deshalb in Versuchung sein, dem zweieinhalbstündigen Epos eine gewisse Trägheit und Monotonie vorzuwerfen.
Ein Urteil, wie es falscher nicht sein könnte: Hinter seiner staubig-spröden Fassade verbirgt sich einer der intelligentesten Plots der letzten Jahre: Obwohl "There Will Be Blood" mit seiner Thematik um Glauben und Öl dabei in gewisser Weise evoziert, die Parallele zur amerikanischen Tagespolitik der Ära Bush zu ziehen, so verschließt er sich doch deutlich einem Vorgehen, ihn einzig auf diese Prämisse herunterzubrechen und zu instrumentalisieren: Der Werdegang von Daniel Day-Lewis ist in erster Linie eine reduzierte Parabel über die menschlichen Emotionen wie Gier, Ehrgeiz und Missgunst - erst an zweiter Stelle offenbaren sich die historischen und politischen Lesarten des Werkes, welches neben den oben bereits genannten Verweisen zur Außenpolitik auch etliche Rückschlüsse auf die amerikanische Geschichte um 1900, oder globaler: die Geschichte des Kapitalismus, zulässt.
Anderson beschränkt sich in seiner Erzählung hierbei auf wenige Personen, und zentriert den Fortgang der Geschichte nahezu vollständig auf seinen Hauptprotagonisten. Die Bürde, die Daniel Day-Lewis damit stemmen musste, war groß, aber er meistert sie mit Bravour: Dass ihm oftmals vorgeworfene Overacting ist keines, vielmehr passt es sich nahtlos in das inszenatorische Gesamtkonzept ein, welches auch in den Dialogen oftmals näher an der Bühne, denn an der Leinwand ist.
Lewis forsches Auftreten vermittelt zu jeder Zeit exakt die Stärke und den Willen, den es benötigt, um den Werdegang des Selfmade-Man glaubhaft verankern zu können.
Der restliche Cast weiß durchweg zu überzeugen, hat aber mit Ausnahme von Paul Dano als fanatischer Dorfpfarrer nahezu keine Gelegenheit, um sich aus dem übermächtigen Schatten des Hauptcharakters heraus zu spielen.
Kurzum: Mit großer Wahrscheinlichkeit kein Film, in den man sich verlieben kann - aber wer sich bisher auf der Suche nach der Quintessenz des modernen Kinos befand: "There Will Be Blood" ist ein Wink mit dem Zaunpfahl - denn Andersons Ölmagnaten-Epos ist mit großer Wahrscheinlichkeit DER beste Film des letzten Jahrzehnts.
Findest du den Film gut oder nur gut herrausgearbeitet. Es kommt so rüber als müsse man den Film sehen weil er die Quintessenz des modernen Kinos ist und nicht weil er gut ist ;) XDD
Aber ne 10 von dir kommt nicht oft, deswegen schaue ich ihn mir auch an, aber ich hoffe das es nicht wie No Country fpr old men ist , denn bei dem bin ich noch nie über die erste halbe Stunde gekommen ;))
Ich würde ihn klar trennen von meinen Lieblingsfilmen.
Ich glaube aber auch nicht, dass es ein Film ist, der in erster Linie unterhalten möchte, sondern einer, der etwas zu erzählen hat - und das macht er auf nahezu unvergleichbare Art und Weise. "There will..." ist langsam, ruhig und erinnert mich wirklich relativ stark an Leones "Lied vom Tod" - wenn du dich mit dem Tempo anfreunden kannst, dann ist er auf jeden Fall einen Versuch wert :)
"No Country..." mag ich auch kein Stück, aber das geht mir ja oft so bei den Coen-Filmen^^
Buuuuhh! (auf deine Aussage zu No Country for Old Men bezogen)
Aber ansonsten ein schöner Kommentar, der in mir das Verlangen weckt, endlich mal "There will be Blood" zu sehen.
Jetzt mal die Sache mit der "Quintessenz des modernen Kinos" weggelassen muss ich dir in einer Sache widersprechen. Was Lewis hier macht ist definitiv Overacting. Nur genau das ist der Punkt. So eine Figur wie Daniel Plainview kann man nicht und sollte man nicht subtil spielen das nimmt den enormen "larger than Life" Effekt. Deshalb ist seine Performance welche nun wirklich des öfteren über die strengen schlägt, perfekt gewählt von ihm. So sehe ich das jedenfalls. Sonst natürlich Zustimmung meiner seits, der Film ist ganz große klasse.
Ich weiß, worauf du hinaus willst. Sicherlich kann man sein Spiel als Overacting bezeichnen; für mich klingt der Begriff aufgrund seiner sonstigen Verwendung aber zu negativ codiert, als dass ich ihn in diesem Kontext einsetzen würde: Lewis spielt intensiv, oftmals exaltiert - rutscht aber trotzdem niemals in die Lächerlichkeit ab, die man ja zumeist mit dem Begriff verbindet. Dass diese Art der Interpretation nötig ist, da bin ich sowieso voll bei dir.
(nur spielt Anderson mit seinem Auftakt eher auf einen deiner Hassfilme an, als auf einen Leone^^ und überhaupt gibt es zahlreiche weitere Kubrick-Referenzen zu entdecken)
Ja, ein paar Verweise auf Kubrick hab ich wohl entdecken können, ebenso wie ich mir einbilde, ein paar Anspielungen auf Peckinpah gefunden zu haben. Aber ich beschränke mich lieber auf die Sachen, bei denen ich mir sicher bin - Kubricks Œuvre zählt ja eher zu deinen Schwerpunkten ;)
Sowieso - wurde gestern anhand wissenschaftlicher Definition ja zweifelsfrei bewiesen :D
Bisher würde ich die Parallelen weniger auf einzelne Szenen, als auf den gesamten Grundtenor sehen: Die Abkehr vom typischen Westernhelden, hin zu den moralisch sehr ambivalenten Figuren - ähnelt mMn sehr stark dem Vorgehen von Peckinpah in seinen Spätwestern. Für Einzelheiten vertröste ich dich mal auf später; vielleicht fällt mir im Laufe des Abends noch was ein^^
Ein Meisterwerk - definitv
Der beste Film des vergangenen Jahrzehnts - wahrscheinlich nicht
Dennoch eine sehr gefällige, um nicht zu sagen großartige, Kritik, auch wenn der Seitenhieb bezüglich "No Country for old men" ein unrechtmäßiger Tiefschlag war^^
"Kurzum: Mit großer Wahrscheinlichkeit kein Film, in den man sich verlieben kann - aber wer sich bisher auf der Suche nach der Quintessenz des modernen Kinos befand: "There Will Be Blood" ist ein Wink mit dem Zaunpfahl - denn Andersons Ölmagnaten-Epos ist mit großer Wahrscheinlichkeit DER beste Film des letzten Jahrzehnts."
Sollte es nicht heißen: "Dualismus aus formaler Komplexität und inhaltlicher Schlichtheit"? :P
Wirklich gut geschrieben, aber wo ist denn der versprochene Werdegang? Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass Plainview eine Entwicklung durchmacht - für mich ist er eine zwar hervorragend gespielte Figur, aber im Endeffekt eine reine Karikatur.
Der Vorwurf der inhaltlichen Schlichtheit taucht zugegebenermaßen relativ oft in Reviews auf - aber so ganz nachvollziehen kann ich ihn nicht: Alleine die Tatsache, dass man quasi drei nahezu gleichberechtigte Lesarten auf die Handlung anwenden kann, finde ich sehr faszinierend, und erhebt "There will..." weit über den Standard.
Den Werdegang, den ich im Review angesprochen hatte, bezog sich eher auf den äußerlichen Werdegang, sprich seinen finanziellen Aufstieg, der verbunden ist mit allerlei Emotionen.
Sicherlich ist Plainview (und auch sein klerikales Pendant) dabei an manchen Stellen einer Karikatur ähnlich, aber ich finde schon, dass man seinen Zerfall zu jeder Zeit nachvollziehen kann: Viele Anzeichen seiner Herrschsucht und seiner Misanthropie zeigen sich ja bereits zu Beginn, und verdichten sich im weiteren Verlauf des Filmes nur noch. Eine Entwicklung, die man wohl am ehesten im Umgang bzw. der zunehmenden Entfremdung von seinem Sohn betrachten kann.
Von mir aus drei Lesarten, aber besonders aussagekräftig sind diese auch wieder nicht, finde ich - in ihrer Aussage bleibt die Prämisse für mich zu simpel für den Aufwand, mit dem sie einem präsentiert wird. Klar, das Thema ist universell und allgemein gültig, auf den verschiedensten Ebenen, aber von dieser inszenatorischen sowie schauspielerischen Größe kann man mMn wirklich mehr erwarten als ein paar altbekannte Weisheiten.
Für mich ist der Werdegang etwas zu schlicht dargestell - der Mensch Plainview blitzt in vllt. einer-zwei Szenen auf (beim Unfall von seinem Sohn bsp.), ansonsten sehen wir, wie aus einem kühl-ambitionierten Mann ein besessener Mann wird. Und das Ende - so wuchtig es auch ist - wirkt für mich wie Style-over-Substance, viel Kultpotenzial, aber erstaunlich wenig sagend, ich weiß noch, wie ich nach der ersten Sichtung mit dem Gedanken "War's das? Oo" zurückblieb.
Aber gut, vielleicht werde ich den Film nach einer dritten Sichtung (die bestimmt irgendwann folgen wird) anders sehen...
THERE WILL BE BLOOD ist kein schlechter Film; er ist Andersons bester Film seit BOOGIE NIGHTS, und er streckt seine Finger mit ehrlicher Leidenschaft nach wahrer Größe aus. Aber er kann sie nicht erreichen, weil er auf tönernen Füßen steht: Seine Schönheit ist hohl.
[...]Es sind jene ersten 6 Minuten, die diesen Film einleiten, die in den Protagnoisten von "There will be Blood" einführen und dabei schon so unendlich viel über seinen Charakter verraten. Mit atemloser Spannung folgen die Augen des Rezipienten diesen Bildern, die bis auf die ersten Sekunden bar jeglicher Ablenkung sind. Kein Wort, keine Musik, nichts ist weiter wichtig, in den Momenten in denen die Kamera auf Daniel Plainview fällt. Ein dramaturgischer Kunstgriff, keinesfalls neu, aber effektiv, wie er in der knapp zwanzigminütigen Raubsequenz von Jules Dassins „Du rififi chez les hommes“ kultiviert wurde, nämlich die Erzeugung von Spannung allein durch die Kraft der Bilder, sowie den anfallenden Geräuschen der Umgebung. Und so ist am Ende dieser knapp sechs minütigen Sequenz schon viel ausgesagt, ohne dass ein einzelner Satz gesprochen wurde: „There will be Blood“ , jene Phrase ist, dass ist seit dem Moment, als Plainview das erste mal für seine Beute geblutet hat, keine leere Drohung, sondern unvermeidliche Konsequenz und somit essentieller Bestandteil der Geschichte, die Paul Thomas Anderson in den folgenden 158 Minuten zu erzählen hat. Eine Parabel über den Aufstieg der USA, über den Fall zweier Männer, von der Gier nach Reichtum, dem Versagen der Menschlichkeit, von der gefährlichen und verführerischen Macht universeller Ideologien. Anderson ist, etwaige Kenner seines Meisterwerkes „Magnolia“ werden dies bestätigen können, einer jener Regisseure, die Kino nicht arbeiten, sondern gestalten und so ist gerade auch „There will be blood“ geradezu pragmatisches Exempel für einen Film, in welchem großartige handwerkliche Inszenierung, sprich die Komposition der Bilder und Töne, auf eine gleichfalls große Erzählung treffen.[...]
“There Will Be Blood” - das mit 2 Oscars ausgezeichnete Öl-Drama gilt bei vielen Kritikern als ein neues Meisterwerk der Filmkunst des neuen Jahrtausends. Andere wiederum halten dagegen und kritisieren zum Beispiel, dass Regisseur Paul Thomas Anderson bewusst ein solches Meisterwerk mit allen Mitteln heraufbeschwören wollte und bei diesem Versuch kläglich scheiterte. Gestern konnte ich mir mit der Sichtung des Dramas ein eigenes Bild machen. Eins vorweg: zu kritisieren habe ich in meiner Review zu “There Will Be Blood” fast gar nichts.
Gott, hab ich mich gelangweilt. Wat ne Wucht wie Day Lewis bei mir eingeschlagen ist. einfach mieses Acting. Das perfide ist, je komplexer die Story wurde, desto schlechter wurde sie Insziniert. es wurde von Minute zu Minute unerträglicher. naja, vielleicht etwas für geistig minderbemittelte, die in so etwas die Erfüllung sehen.
8 Oscar-Nominierungen, ein Silberner Bär auf der Berlinale… mit großen Erwartungen habe ich mir diesen Favoriten der diesjährigen Academa-Awards angesehen. Und diese Erwartungen wurden zwar erfüllt, aber…
Die Story: Daniel Plainview verdient sich seinen Lebensunterhalt mit einer kleinen Silbermine. Eines Tages stößt er bei seinen Arbeiten auf Erdöl und leckt – wie der Filmtitel vermuten lässt – Blut. Er wittert im Erdöl-Business das große Geschäft und eignet sich nach und nach immer mehr Land an. Auf seinem Weg zum reichen Öl-Baron handelt er skrupellos: er zieht arme Farmer über den Tisch und gibt sogar seinen Sohn in ein Internat, nachdem dieser durch einen Unfall zu einer Belastung geworden ist.
Paul Anderson gelang eines der großartigen Lebens-Dramen, aus deren Bildern Urkräfte strahlen. Wie in “Days of Heaven”, wie in “Citizen Kane” oder wie in George Stevens Öl-Drama “Giganten” mit James Dean und Elizabeth Taylor. Die Kamera fixiert kraftvolle Kompositionen, die zeitweise an die Kunstinstallationen eines Matthew Barney erinnern, fährt sie langsam ab und in sie hinein. Der Soundtrack von Radiohead-Gitarrist Jonny Greenwood wirkt mal mechanisch, mal nur organisch vibrierend ebenso eigen unvergleichlich, wie der gesamte Film. Daniel Day-Lewis spielt wieder sensationell-
PT Andersons ambitioniertes Epos um einen Öltycoon, der seinem Streben nach Reichtum und Anerkennung alles unterordnet, ist zwar optisch gelungen und wirkt faktisch gut recherchiert es fehlen aber interessante, überraschende dramaturgischen Wendungen und Nebenfiguren, die der Ein-Mann-Show von Daniel Day-Lewis Paroli bieten können. Man wünscht sich mehr jener Abwechslungen, wie sie z.B. die Coen Brüder in ihrem aktuellen Werk ‚No Country For Old Men' liefern. Bei zu langen 158 Minuten hat man daher Mühe das Interesse an ‚There Will Be Blood' konstant wach zu halten.
[Der Regisseur] hat mit "There Will Be Blood" wieder ein beeindruckendes Epos geschaffen, in dem es um Schuld, Menschlichkeit und die Bedeutung von Familie geht, voller großartiger Bilder, mit altmodisch langen Szenen - und Raum für Stille: In der ersten Viertelstunde fällt kein Wort. Und Daniel Day-Lewis' ausdrucksstarke One-Man-Show ist so beeindruckend, dass man sogar mit dem Ekel Plainview leidet, als die Dinge aus dem Ruder laufen.
Die Fähigkeit “There will be blood” wirklich zu mögen wird wohl bei jedem Zuschauer sehr stark davon abhängen, inwieweit er sich mit dem völlig überzogenen und mehrfach die Grenze zur Karikatur überschreitenden Spiel des Hauptdarstellers anfreunden kann.
Daniel Day Lewis grimmassiert ab der ersten Sekunde, rollt die Augen, lüpft die üppigen Augenbrauen und spricht mit einer Stimme die mich mehr als einmal an Hans-Dieter Hüsch als Erzähler von “Väter der Klamotte” erinnerte. Eine gepresst, forciert raue Stimme, die nie eine Sekunde natürlich klingt und Plainview durchgängig wie die Schurkenbesetzung eines Charlie Chaplin-Films oder eines drittklassigen Boulevard-Theaters wirken lässt. Das er sich nicht noch am Schlips zutzelt oder den Ganovenschnurrbart zwirbelt ist eigentlich alles.
Anderson gelingt das, was Martin Scorsese mit "Gangs of New York" nicht wirklich gelang, nämlich einen modernen Mythos zu erzählen, eine Fabel über den in Amerika untrennbaren Zusammenhang von Barbarei und Zivilisation. Andersons Film handelt weniger von Fakten als von der Psychologie des Fortschritts, mit welcher der amerikanische Westen kolonisiert und verwandelt wurde - er handelt von einem Menschentypus, den Nietzsche "Übermensch" genannt hatte - und Plainview ist in jeder Hinsicht kein Einzelfall, sondern eine repräsentative Figur.
Hier setzt Daniel Day-Lewis zum konzentrierten Großangriff auf den Darsteller-Oskar an. Und Paul Dano auf den Nebendarsteller-Oskar. Und die Landschaft verschwindet zugunsten eines unzusammenhängenden Nebeneinanders von Szenen, die nur auf den Effekt hinprogrammiert erscheinen. Und der Haupteffekt soll eben der Oskargewinn Day Lewis' sein. Und der Nebeneffekt wahrscheinlich irgendein Kommentar zur Verstrickung von Religion, Amerika und Kapitalismus. Doch sobald dieser Kommentar sich von der Landschaft und den Löchern in der Erde löst, wird er zur bloßen Behauptung, die ihren einzigen Halt im exzentrischen Schauspiel der Figuren findet. Und also eigentlich gar keinen.
Das mehrfach oscar-nominierte Werk des Magnolia-Regisseurs beeindruckt in vielerlei Hinsicht und es erscheint schwer, so kurz nach der Vorstellung schon über den Film nachdenken zu müssen. Ein episch angelegter Film, der an Vorbilder wie Citizen Kane erinnert. Vor allem Andersons Wahl der Einstellungen ist absolut fabelhaft, filmisch ist das Werk eine Offenbarung. Leichte Probleme hatte ich mit dem religiösen Gegenpart zur Figur des Ölbaronen und Jungschauspieler Paul Dano. Dieser ist zwar verdammt stark, aber wegen der tatsächlich grandiosen Performance von Daniel Day-Lewis immer noch zu schwach, um in der großen Abschlussszene wirklich gegenhalten zu können. Diese ist dennoch großartig gelungen, ebenso wie der Film. Ein opulentes Werk, das jede Oscar-Nominierung verdient hat.
Einer der wenigen Filme der letzten Jahre, bei dem der Soundtrack genau das macht, was er machen soll. Nämlich:
-Atmosphäre erzeugen und
-Emotionen hervorrufen.
Es ist kein zweistündiges Hintergrundgedudel oder Musik, die in der einen Seite rein und aus der anderen wieder herauskommt, ohne einen Zwischenstop einzulegen.
Nein, das was Jonny Greenwood da gezaubert hat, ist einfach roh und böse. Es passt also perfekt zur Stimmung des Films und zu seinem Hauptdarsteller (beste Leistung im neuen Millenium).
„Ich sehe immer das Schlechte in den Menschen, Henry. Ich muss mich nicht erst völlig in sie vertiefen um sie zu durchschauen. Ich vermehre meinen Hass über die Jahre, Stückchen für Stückchen.“
Paul Thomas Anderson zählt inzwischen zu den besten und vielversprechendsten Regisseuren der jüngeren Filmgeschichte. Mit 'Boogie Nights' von 1997 machte Anderson zum ersten Mal so richtig auf sich aufmerksam. Zwei Jahre später lieferte er mit 'Magnolia' den Beweis dafür ab, das er mehr als nur ein Talent ist. Anderson ist ein Meister und könnte schnell zu den besten Regisseuren überhaupt zählen. 2002 folgte Punch-Drunk-Love, leider konnte dieser nicht mit den beiden ersten Meisterleistungen mithalten. Nun wurde es still um Anderson. 5 Jahre hörte und sah man nichts von ihm, bis sein neues Werk vor den Türen stand: 'There Will Be Blood'. Die Erwartungen waren hoch, Anderson musste seinen eigentlich perfekten Ruf wieder neu aufpolieren und Anderson polierte ihn auf Hochglanz. Denn 'There Will Be Blood' ist vielleicht nicht nur Andersons bester Film, sondern zählt auch ohne weiteres zu den besten Filmen aller Zeiten.
Daniel Plainwiew versucht Ende des 19. Jahrhunderts sein Glück als Schürfer auf der Suche nach Silber, doch er entdeckt bei der harten Arbeit eines Tage eine Ölquelle. Für den nur auf Profit eingestellten Einzelgänger erschließt sich eine neue Obsession und schon bald beginnt er seine Arbeit im Ölgeschäft. Durch Rückhaltlosigkeit, Betrug und harte eigene Arbeit wächst er zu einem schwerreichen Ölbaron auf. Sein Sohn H.W. dagegen verliert sein Gehör bei einem Unfall an der Ölpumpe. Im Laufe der Jahre wächst Daniels Vermögen und mit ihm sein grenzenloser Hass auf die Menschen.
'There Will Be Blood' ist absolut bildgewaltig und wuchtig. Die Oscar prämierte Kameraarbeit von Robert Elswit fängt einige der eindrucksvollsten Aufnahmen der trockenen Weiten und der Arbeiten an den Ölquellen überhaupt ein. Aber 'There Will Be Blood' verfügt neben seinen grandiosen Bildern auch einen mehr als eindringlichen und verstörenden Soundtrack von Johnny Greenwood. Immer wieder poltert das hypnotische Dröhnen durch die Boxen und prügelt auf den Zuschauer ein. Neben dieser brachialen Untermalung wird auf klassische Musik von Brahms gesetzt. Musik und Bilder befinden sich in erschreckendem Einklang und sorgen für eine der dichtesten, aber auch unangenehmsten Atmosphären überhaupt.
Jetzt das wahre Highlight des Films: Die Schauspieler, oder besser gesagt, der Hauptdarsteller. Mit dem bereits mit Preisen überschütteten Daniel Day-Lewis hat sich Paul Thomas Anderson einen der besten und wandlungsfähigsten Schauspieler überhaupt ausgesucht. Und die Rechnung geht natürlich auf. Was Day-Lewis hier abliefert ist kein Schauspiel mehr. Day-Lewis lebt diese Rolle, er wird zu Daniel Plainview mit jedem Atemzug. Dass Day-Lewis ein grandioser Schauspieler ist, dürfte den meisten ja bekannt sein, doch irgendwie hat er leider immer noch nicht den Stand erreicht den er sich längst verdient hätte. Für seine Darstellung in 'There Will Be Blood' sollte sich das ändern, denn Day-Lewis spielt hier mit einer Präzision die nicht nur einmal angsteinflößend wirkt. Zum Glück ist die Academy 2008 nicht auf den Kopf gefallen und übergab Daniel Day-Lewis vollkommen und ohne Zweifel zu Recht den Oscar für den besten Darsteller. Neben ihm glänzt aber auch Paul Dano. Dano spielt den jungen Priester Eli Sunday der sich im Laufe der Geschichte immer mehr Entwickelt und das wahre Gesicht von Plainview früh erkennt. Auch Dano verfügt über erstaunlichen Facettenreichtum und wird von Day-Lewis nicht wirklich gegen die Wand gespielt, mithalten kann Dano mit ihm aber noch nicht. Des Weiteren überzeugt auch Kinderdarsteller Dillon Frasier als Daniel Plainviews Sohn H.W.
Anderson begibt sich mit 'There Will Be Blood' raus aus Los Angeles, raus aus der Großstadt und findet sich in die karge Einöde der 19. Jahrhunderts wieder. Wir sehen Daniel Plainview der sich als Schürfer versucht und sich trotz Einsturz der Mine und folgendem Beinbruch bis in die nächste Stadt kämpft. Getrieben von seiner Gier. Doch das war nur der Anfang und er stößt auf Öl. Gier steht ihm wieder in den Augen geschrieben. Nach dem nächsten Unfall in der Ölgrube macht sich Daniel mit H.W. auf dem Weg in die Stadt, auf der Suche nach Ölquellen. Als er das Land der Sunday-Familie kauft nimmt das Chaos seinen Lauf und nur Eli Sunday scheint zu begreifen was für ein Mann Daniel Plainview wirklich ist.
Daniel Plainview wird uns völlig Identitätslos vorgestellt. Wir wissen nicht woher er kommt und was ihn eigentlich ausmacht. Wir sehen ihn nur als Arbeitstier, immer weiter und immer mehr. Doch nachdem Plainview einen gewissen Rang durch seine Ölbohrungen erlangt hat, offenbart sich dem Zuschauer Stück für Stück die wahre Fratze. Denn er ist ein vollkommen gewissenloser Mensch. So gewissenslos, das er ohne zu zögern seinen tauben Sohn wegjagt, ohne auch nur einen Blick hinter ihm herzuwerfen. Er ist gnadenlos. So gnadenlos, dass er jedem Menschen der sich ihm in den Weg stellt oder auch seine Meinung nicht teilt mit seinem Zorn bestrafen wird. Nachdem er einmal von der Macht die ihm geschenkt wurde gekostet hat ist er nicht mehr zu sättigen. Jedem anderen Menschen der sich auch nur als Konkurrent Darstellt, und wenn es sogar wieder der eigene Sohn ist, wünscht er den Tod. Hier bleibt ganz besonders der letzte Dialog zwischen den beiden im Gedächtnis. Mit der eigentlich völlig offensichtlichen Wendung die aber doch so nachhaltig wirkt dass es den Zuschauer unglaublich bestürzt und schockiert. Plainview brauchte sein Kind, aber nicht weil er es liebt. Er braucht es um von einem netten Gesicht neben ihm zu profitieren. Er muss sympathisch auf die anderen Menschen wirken die er über den Tisch ziehen will. Familie ist ein Fremdwort für ihn. Er hasst die Menschen, jeden einzelnen. Die Momente der Wärme, zum Beispiel die Zugfahrt in der H.W. ein Baby ist und Daniel den Schnurrbart streichelt, waren alle nur Fassade? Alles Vorgetäuscht? Wahrscheinlich. Daniel ist absolut Gefühlskalt, innerlich längst erfroren. Einzig und allein zählt für ihn die Macht. Macht über die Ölquellen. Ein Ungeheuer das sich nach dem flüssigen Gold zehrt. Eli Sunday sieht dieses furchtbare Gesicht schnell. Doch auch er verbirgt etwas, was die Menschen so nicht sofort sehen. Beide geben etwas anderes vor, als sie wirklich sind. Beide sind falsche Propheten, aber auf völlig unterschiedliche Weisen.
Wenn Plainview und Sunday am Ende wieder aufeinandertreffen ist das ein Treffen der Gesichtslosen. Plainview ist inzwischen vollkommen vom Alkohol gezeichnet und ein menschliches Wrack und Sunday gibt den aufrechten Gläubigen. So aufrecht, dass er seinen Gott für Geld schnell verraten und verleugnen würde. Das Chaos ist vorbestimmt.
Mit 'There Will Be Blood' verlangt Anderson dem Zuschauer viel ab. Er bietet ihm keinerlei Identifikationsmöglichkeiten. Viel zu abtrünnig und fremd scheinen alle Charaktere, viel zu entfernt vom eigenen Standpunkt. Er schafft es aber, dass die Charaktere den Zuschauer direkt in ihren Bann ziehen und man gebannt auf den Bildschirm starrt nur um zu wissen wie der nächste Schritt der Beteiligten aussehen wird. Er inszeniert eine Geschichte, getränkt in purem Neid und Missgunst. Gewürzt mit blankem Zorn und unbändiger Machtbesessenheit. Auch die Bibel kriegt ihr Fett weg, wenn auch nur in symbolischer Darstellung. All das Zusammen kann nur ins Verderben und in erdrückende Einsamkeit führen.
Fazit: 'There Will Be Blood' ist wieder ein Vertreter der Sorte von Film, die man entweder liebt und abgrundtief hasst. Einen Zwischenteil gibt es nicht, dafür ist der Film einfach zu Eigen. Anderson inszeniert einen kräftezehrenden, grausamen, durchweg verstörenden und düsteren Film der die Frage nach Menschlichkeit immer wieder aufwirft. Mit seinen herausragenden Darstellern, allen voran Daniel Day-Lewis, dem unbarmherzigen Soundtrack und den fantastischen Bildern wird 'There Will Be Blood' zwar zu einem wirklich harten Stück Filmgeschichte, aber auch gleichermaßen zu einem absoluten Kunst- und Meisterwerk.
@filmschauer Danke, ich weiß auch wie du das meinst, aber eigentlich sollte sich hier niemand dran stoßen. Ich pass da eigentlich genau auf, ich weiß ja selber wie schlimm solche spoiler sein können :)
@Philippe Dankeeeee, mach ich sofort :)
Bis etwa zur Hälfte des Films fand ich den Film echt gut, danach geriet die Story etwas aus den Fugen.
Leider ruiniert der in vielen Szenen nervtötende "quietschende-Geigen-Soundtrack" diesen an sich ganz guten Film. Musste sogar eine Aspirin nehmen, weil ich davon Kopfschmerzen bekam.
Ein grosses Meisterwerk und einer der besten Filme der letzten 20 Jahre,dieses Drama ist nie langweilig und bleibt immer fesselnd.Grosses Hollywood-Kino und ein Daniel Day-Lewis der alle an die Wand spielt.TOLL!
mir gehts wie den meisten hier ... sehr schwer diesen film zu bewerten aber ein versuch ist es dennoch wert^^
ein film, der sich stark mit den menschlichen abgründen auseinandersetzt
ein film, der eine der die geschichte eines mannes erzählt, dessen leben eine einzige lüge ist, vor allem gegen sich selber
ein film, der zeigt, was gier nach geld und macht aus menschen werden lässt
ein film, der fantastische schauspieler, grandiose settings und tolle musik bietet
ein film, der genauso fasziniert, wie erschreckt
ein film, der zeitweise so öde ist, dass man sich zwingen muss, dabeizubleiben
ein film, den man einmal im leben gesehen haben muss, aber dann für ganz lange zeit vergessen möchte
und
ein film, der sehr schwer zu bewerten ist, da sowohl 0 als auch 10 punkte gerechtfertigt wären ...
daher eine 5,5 weil er doch besser ist als schlecht^^
Mir wurde auf eindrucksvolle Art und Weise gezeigt, dass sich die Menschen äußerst leicht von dem Bösen verleiten lassen.
Es liegt deshalb seit jeher an einem Jeden selbst, die eigene Gier nach Macht unter Kontrolle zu bekommen, um dem Teufel das Leben wenigstens etwas zu erschweren.
... ach ja, ich hätte wissen müssen, dass du hier bekannt bist dafür, kurze, knallharte Kommentare abzuliefern. Trotzdem könntest du mir deine Gegenmeinung begründen :) danke
Puh, da stellste mir ne Aufgabe, hm, Freier Wille? Für eine kurze Zeit glaubte ich den als Illusion, heute habe ich immerhin Zweifel, freie Entscheidungskraft? Auch da inzwischen Zweifel in der totalen Ablehnung. Denke, wir sind kausalen Zusammenhängen unterworfen, Reizen, denke, wir bin die Summe der Umwelteinflusse (sämtlicher Reize) auf die Wirkung unserer Gene, das hat etwas schicksalhaftes, schon fast religiöses, was mir nun überhaupt nicht behagen will. Denke, der Mensch entscheidet sich nicht, ob er zum Mörder oder zum Wohltäter wird. Er wird dazu gemacht.
Ich weiß genau was du meinst, dennoch bleibt uns die Möglichkeit dagegen anzukämpfen, uns von der Umwelt nicht komplett einnehmen zu lassen. Wir haben Gutes und Böses in uns. Meinst du nicht, dass wir ganz allein entscheiden können, welche Macht wir aus uns raus lassen?
Zunächst einmal möchte ich mitteilen, dass mir die abgegebene Bewertung selbst schon sehr weh tut...
Auch ich sehe die überragende schauspielerische Leistung einiger Protagonisten. Auch ich empfinde den Film nicht als langweilig, was bei den wenigen schwächeren Bewertungen hier oftmals als Grund angegeben wurde.
Auch das Grundgerüst der Story gefällt mir. Hier kommt allerdings der Knackpunkt. Es bleibt bei einem gefälligen Grundgerüst.
----SPOILER----
Der Film baut sich auf in drei in einander verflochtene Storylines.
1. Plainviews Umgang mit Macht und der Konkurrenzkampf mit den Großen im Geschäft
2. Vater-Sohn-Konflikt
3. Kampf mit dem Priester der Kirche der 3.Offenbarung
Obwohl zweieinhalb Stunden in Anspruch genommen werden, kann keiner der Storyteile mit der nötigen Hingabe bedacht werden und bleibt somit oberflächlich. Daniel Plainview trifft bei seinem Griff nach den Sternen nur zweimal auf seine Intimfeinde im Ölgeschäft. Er hinterlässt diese mit seiner ausfallenden Art jeweils geschockt zurückt und... Punkt. Nichts weiter... Schade.
Nächster Punkt: Ein Vater-Sohn-Konflikt, der in der Kindheit des Jungen mit dem Einsetzen der Taubheit entsteht. Der Sohn wird abgeschoben. Zwei Szenen später ist er wieder daheim. Der Umgang der beiden wird wiederum nur kurz skizziert, um dann zum nächsten Teil der Story überzugehen. Letzter Akt: Streitgespräch zwischen betrunkenem und heruntergekommenen Daniel Plainview mit seinem mittlerweile Erwachsenen Sohn. Nichts weiter. Der letzte Teil steht dem schwachen Aufbau in nichts nach.
Für mich persönlich stellt dies das Problem des Films dar. Die Geschichte an sich ist gut. Sie wird auch bis zu einem gewissen Punkt relativ interessant erzählt. Es bleibt jedoch alles an der Oberfläche, von vorne bis hinten. Dabei gibt es noch mehr Beispiele aus dem Film die man hier anbringen könnte, wie zum Beispiel der langsame Verfall Daniel Plainviews.
Ich halte es mit diesem Text aber mal wie "There will be blood" es tut und gehe nicht weiter in die Tiefe. Das Unverständnis der Fans des Films werde ich mir wohl auch so schon erarbeitet haben.
tolle Idee, tolles Setting gute Schauspieler aber nerviger Score und total langweilig. Wenn ich bei einem Film pausenlos auf die Uhr schauen muss hat er nicht funktioniert. "The man from Earth" zeigt wie man es besser macht. Schade.
In ruhigen, intensiven Bildern eingefangene Geschichte eines Mannes, der nur nach Macht strebt und in jedem anderen Menschein eine Bedrohung seiner Macht sieht. Die teilweise grandiose Vorstellung der Schauspieler sowie die tolle Kameraarbeit und die düstere Musik erschaffen ein intensives Filmerlebnis, das keiner missen sollte.
"One night I'm gonna come to you, inside of your house, wherever you're sleeping, and I'm gonna cut your throat."
Nach dem vielleicht besten Episodendrama aller Zeiten ,"Magnolia" , sowie dem kleinen aber feinem "Punch Drunk Love" , ist "There will be blood" mein dritter P.T. Anderson Film ,welcher seinen Vorgängern in nichts nachsteht. "There will be blood" ist ein gigantisches , brilliant gespieltes , verstörendes Epos.
"There will be blood" ist ein sehr stiller Film. So läuft die 15 Minütige Eröffnungssequenz völlig dialogfrei ab. Andersons gewohnt geniale Kamera und Musikarbeit unterstützt die dreckig ,staubige Western Atmosphäre.
In erster Linie ist "There will be blood" jedoch kein Western , trotz des Settings, sondern viel mehr das Psychogramm eines Egomanen und dessen ewiger Kampf mit einem Mann Gottes ,welcher in einem höchst bösem Finale gipfelt. Die größte Hilfe Andersons ist dabei Hauptdarsteller Daniel Day Lewis. In seiner Darstellung eines von Gier zefressenen Machtmenschen spielt es sich förmlich um den Verstand : Jedes Wort von ihm wirkt durchdacht und schlüssig.
Fazit : "There will be blood" ist ein polarisierendes Meisterwerk des modernen Kinos. Mehr gibts da nicht zu sagen.
Der Score in den ersten Sekunden zeigt uns schon im Voraus, dass nicht alles so still sein wird, wie es die ersten 15 Minuten den Anschein hat. Es schleicht sich ein bedrohlicher Geist über die staubigen Hügel Kaliforniens, der so manchen vor Gier und Besessenheit in den Wahnsinn treibt.
Daniel Plainview (großartig: Daniel Day-Lewis) stieg zu einem mächtigen und reichen Ölunternehmer auf. Habgier, Lüge und Missgunst bestimmen sein Handeln. Doch alles läuft wie geschmiert, bis sich ihm der evangelische Prediger Eli Sunday (herausragend: Paul Dano) zunehmends in den Weg stellt. Es beginnt ein erbarmungsloser Krieg Religion gegen Kapitalismus, geprägt von Macht, Einfluss und einer langen Reihe gegenseitiger Demütigungen, wodurch Daniel immer mehr den Überblick verliert und auch sein Umfeld, genau wie das ganze Dorf darunter leidet.
Diesen Werdegang der Hauptfigur hat man schon des Öfteren in ähnlicher Form gesehen, aber noch nie wurde er wohl in so beeindruckender Art und Weise inszeniert.
"There Will Be Blood" ist trotz seiner langen Laufzeit durchgängig fesselndes Kino, was angefangen bei der Schauspielleistung über die Musikuntermalung bis zum fantastischen Ende in jeder Beziehung den herkömmlichen Rahmen sprengt, neue, ungewöhnliche Wege einschlägt und es schlussendlich nahezu perfekt auf die Leinwand transportiert.
Ein riskanter Geniestreich Andersons und zweifelsohne einer der besten Filme des letzten Jahrzehnts.
Leider macht Paul Thomas Anderson nicht so viele Filme-warum? Ganz einfach! Er nimmt sich für jeden Film eine entsprechende Zeit, so, dass das Gesamtwerk einen förmlich weghaut. Er weiß, wie kein Zweiter seine Geschichten glaubhaft mit wahren menschlichen Gedanken zu schildern. Die Intensionen ehrlich und einwirkend dem Zuschauer zu präsentieren.
Ich liebe diesen Film nicht. Ich mag diesen Film nicht. Ich finde ihn nicht genial. Ich finde ihn nicht toll. Ich finde ihn nicht schön. Ich finde ihn einfach beeindruckend. Wer etwas will, was zu Herze geht. Was zum Tee serviert werden soll. Was vor der Couch breitbeinig konsumiert wird-der liegt hier genau falsch. Wer eine bedrückende Geschichte voller Botschaften, voller tiefgründiger Ansätze, voller abgründiger Schicksale, die durch Habsucht und Gier ausgelöst fordert-wird hier ein intensives Meisterwerk erleben. Dies wird beim ersten mal schwer zu erfassen sein. Deswegen sind mehrere Sichten, wie schon bei "Magnolia" Pflicht. Was Daniel Day-Lewis hier abliefert wirkt monströs, aber zu keiner Zeit überdimensioniert. Die Musik wird von Anfang an bedrohlich mit in Szene geworfen und passt von Anfang an zu der Charakterentwicklung des Hauptdarstellers. Die Bebilderung stellt großartig das frühe Kalifornien dar.
Eine einzigartige und höchst anmutige Charakterstudie, die nur so strotzt vor Kunst. Der Begriff Meisterwerk ist hier schwer abzusprechen bei einer so originellen und schwierigen Thematik. Bei einer solchen Leistung, bei der man kaum fassen kann, dass es "nur" gespielt ist. Bei einem Ende, was endlich zeigt, dass man nicht glücklich wird, wenn man reich ist. Juhu!
Ein skurpelloser Unternehmer, ein fanatischer Prediger, Paul Thomas Anderson zeigt in “There Will Be Blood” menschliche Abgründe auf. Das ist nicht besonders zugänglich, teilweise anstrengend, vor allem aber einer der intensivsten Filme des letzten Jahrzehnts.
Ausdrucksstarke Bilder, nervenaufreibende Musik, großartiges Schauspiel, schon audiovisuell ist Anderson wenig vorzuwerfen. Die tristen, unglaublich weiten Landschaftsaufnahmen und die großartigen Schauplätze schaffen eine wahnsinnig dichte Atmosphäre und ziehen den Zuschauer regelrecht ins Geschehen. Die großartige, nervenaufreibende Musik verschärft den aggressiven Grundton des Films und unterstützt die großartig agierenden Schauspieler. Daniel Day Lewis als skrupelloser, abgrundtief böser und egoistischer ‘Ölmann’ Daniel Plainview liefert eine Meisterleistung ab, anders lässt es sich nicht ausdrücken. Ein intensiveres Schauspiel habe, zumindest ich, bis jetzt noch nirgendwo gesehen. Auch Paul Dano in der Rolle des Gegenparts, dem Prediger Eli liefert eine großartige Leistung ab.
Das Storytelling ist vielleicht der einzige Haken an "There Will Be Blood". Daniel Plainview erhält auf seiner Reise durch das Amerika des frühen 20. Jahrhunderts einen Tipp: Die unscheinbare Siedlung Little Boston hat aufgrund eines Ölfeldes einen unermesslichen Wert. Getrieben von seiner unstillbaren Gier macht sich der Ölbohrer auf, nicht ahnend dass er sich an besagtem Dorf und vorallem seinen Einwohnern die Zähne ausbeißen wird. An der Prämisse gibt es nichts auszusetzten, der sich aufbauende Konflikt zwischen Unternehmer und Einwohnern sorgt für Spannung. Der skrupellose Ölmann in der Rolle der USA und Little Boston als Sinnbild für den nahen Osten ist außerdem eine clevere Kritik. Vermittelt wird die Geschichte allerdings etwas sperrig. Besonders die zeitlich großen Abstände in denen der Film erzählt wird machen ihn unzugänglich und im letzten Drittel unweigerlich anstrengend.
Sein Ende ist herrlich bezeichnend für “There Will Be Blood”: ein großer, sich in einem langen Dialog ständig anbahnender und unaufhaltsamer Knall. Der überragende, in seiner Inszenierung stark an Kubrick erinnernde, Showdown lebt wieder von den beiden meisterhaften Performances von Daniel Day Lewis und Paul Dano.
Alles in allem ist “There Will Be Blood” sicherlich nicht für den Mainstream gemacht, unterschwellige Spannungen, harter Stoff, allerdings auch lange Kamerafahrten und viel Stille, als Zuschauer sollte man hellwach sein. Dennoch ist der Film, gerade wegen den schauspielerischen Leistungen unbedingt sehenswert!
Da haben sie im Film endlich Öl gefunden und das Feuer gelöscht, schon fiebert mein aufgeregter DVD-Player so sehr mit, dass er vor lauter Hitze durchschmort. Nett von ihm, dass er die DVD gegen geringe Gewaltaufwendung wieder herausgegeben hat.
So behalt ich ihn in guter Erinnerung...
Vielmehr allerdings stellt sich doch die Frage mit welchen "Filmperlen" du ihn zuvor gequält hast, jetzt, da er sich scheinbar aus schierer Verzweiflung selbst gerichtet hat. Da konnte wohl auch "There Will Be Blood" nicht mehr viel ausrichten ;-)
Das war der erste DVD-Player der Familie damals. (Noch schön von Aldi. ^^) Man könnte also ruhig sagen, er hatte eine schwere Kindheit.
Akute Verzweiflung könnte ich nicht nachvollziehen. (Zuletzt JFK und Angels in America). Vielleicht Trotz, weil man ihn in den Keller verfrachtet hatte und er sich vernachlässigt fühlte. So sensibel hat ich ihn nicht eingeschätzt.
Oh ja. Auch ein Fernseher lässt sich nicht alles gefallen. Mein Gerät hat sich dafür entschieden RTL und RTL 2 einfach mal in Eigenregie aus der Senderliste zu streichen. Läuft eh nur Schund dort ;-)
Oder schau dir Marvin, den manisch-depressiven Roboter aus "Per Anhalter durch die Galaxis" an. Man sollte seine Elektrogeräte nicht unterschätzen!!! ;-)
Oh ja. Auch ein Fernseher lässt sich nicht alles gefallen. Mein Gerät hat sich dafür entschieden RTL und RTL 2 einfach mal in Eigenregie aus der Senderliste zu streichen. Läuft eh nur Schund dort ;-)
Oder schau dir Marvin, den manisch-depressiven Roboter aus "Per Anhalter durch die Galaxis" an. Man sollte seine Elektrogeräte nicht unterschätzen!!! ;-)
Große Bilder, großartige Schauspieler und die Geschichte zweier Männer im Kampf gegen einander oder vielleicht sogar gegen sich selbst - genial in Szene gesetzt von einem herausragenden Paul Thomas Anderson.
Inhaltlich unglaublich vielschichtig und technisch brillant ist dieser Film mehr als nur eine Hommage an die großen monumentalen Western vergangener Tage, er ist vielmehr für sich selbst ein Meisterwerk, in dem sich Bild, Ton und Story so gut ergänzen wie in kaum einem Film sonst.
There Will Be Blood ist ein episches Drama über den Aufstieg und Fall eines Öl-Förderers zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In fantastischen Bildern und mit einer großartigen Filmmusik unterlegt nimmt sich Paul Thomas Anderson viel Zeit für den Widerstreit der seiner Hauptfiguren. Auf der einen Seite der gewinnstrebende Geschäftsmann, der niemandem vertraut es aber versteht die Menschen zu seinem Vorteil auszunutzen und auf der anderen Seite der fanatische Prediger, der vorgibt die Botschaft Gottes zu verkünden aber nicht weniger in den weltlichen Werten verhaftet ist. Es ist ein Kampf zwischen Kapitalismus und Religion um die Vorherrschaft in der Gesellschaft. Keine der beiden Figuren erscheint dem Zuschauer daher symphatisch, doch die hervorragenden schauspielerischen Leistungen von Daniel Day-Lewis und Paul Dano ziehen den Zuschauer durchgehend in seinen Bann.
man sollte hier bei moviepilot noch eine zusätliche bewertung hinzufügen: "besonders wertvoll" denn diese bewertung hat sich dieser film redlich verdient!
There Will Be Blood - Kritik
US 2007 Laufzeit 158 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 14.02.2008
Kritiken (13) — Film: There Will Be Blood
Hitmanski: Reihe Sieben / MehrFilm / I...
Kommentar löschen"When ambition meets faith" -
Durch den nahezu zeitgleich gestarteten Coen-Langeweiler "No Country For Old Men" zu Unrecht an den Kinokassen ins Abseits gedrängt, erfährt Andersons Film nachwievor zu selten die ihm zustehende Würdigung: "There Will Be Blood" ist ein Meisterwerk, ein Film, der nahtlos an die großen Epen des letzten Jahrhunders anknüpfen kann, und mit seinem Dualismus aus inhaltlicher Komplexität und formaler Schlichtheit auch die Konkurrenz berühmter Bühnendramen nicht zu scheuen braucht.
Angefangen bei einer langen, nahezu wortlosen Introsequenz als Reminiszenz an die Werke Leones oder anderer Spätwestern, über zahlreiche symbolträchtige Motive bis hin zum düsteren Schlusspunkt - Anderson zelebriert jedes einzelne seiner Bilder in all ihrer Schönheit oder Tristesse, stets untermalt von einer atemberaubenden Soundkulisse.
Diese in die Breite angelegte Inszenierung ist so ruhig und hypnotisch, wie sie schleppend…
Kritik im Original 32 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 19 Antworten
der cineast 2010/11/03 22:23:17
Antwort löschenFindest du den Film gut oder nur gut herrausgearbeitet. Es kommt so rüber als müsse man den Film sehen weil er die Quintessenz des modernen Kinos ist und nicht weil er gut ist ;) XDD
Aber ne 10 von dir kommt nicht oft, deswegen schaue ich ihn mir auch an, aber ich hoffe das es nicht wie No Country fpr old men ist , denn bei dem bin ich noch nie über die erste halbe Stunde gekommen ;))
Hitmanski 2010/11/03 22:29:50
Antwort löschenIch würde ihn klar trennen von meinen Lieblingsfilmen.
Ich glaube aber auch nicht, dass es ein Film ist, der in erster Linie unterhalten möchte, sondern einer, der etwas zu erzählen hat - und das macht er auf nahezu unvergleichbare Art und Weise. "There will..." ist langsam, ruhig und erinnert mich wirklich relativ stark an Leones "Lied vom Tod" - wenn du dich mit dem Tempo anfreunden kannst, dann ist er auf jeden Fall einen Versuch wert :)
"No Country..." mag ich auch kein Stück, aber das geht mir ja oft so bei den Coen-Filmen^^
the traveler 2010/11/03 22:34:28
Antwort löschenBuuuuhh! (auf deine Aussage zu No Country for Old Men bezogen)
Aber ansonsten ein schöner Kommentar, der in mir das Verlangen weckt, endlich mal "There will be Blood" zu sehen.
Tyler__Durden 2010/11/03 22:42:11
Antwort löschenJetzt mal die Sache mit der "Quintessenz des modernen Kinos" weggelassen muss ich dir in einer Sache widersprechen. Was Lewis hier macht ist definitiv Overacting. Nur genau das ist der Punkt. So eine Figur wie Daniel Plainview kann man nicht und sollte man nicht subtil spielen das nimmt den enormen "larger than Life" Effekt. Deshalb ist seine Performance welche nun wirklich des öfteren über die strengen schlägt, perfekt gewählt von ihm. So sehe ich das jedenfalls. Sonst natürlich Zustimmung meiner seits, der Film ist ganz große klasse.
Hitmanski 2010/11/03 22:48:35
Antwort löschenDanke :)
Ich weiß, worauf du hinaus willst. Sicherlich kann man sein Spiel als Overacting bezeichnen; für mich klingt der Begriff aufgrund seiner sonstigen Verwendung aber zu negativ codiert, als dass ich ihn in diesem Kontext einsetzen würde: Lewis spielt intensiv, oftmals exaltiert - rutscht aber trotzdem niemals in die Lächerlichkeit ab, die man ja zumeist mit dem Begriff verbindet. Dass diese Art der Interpretation nötig ist, da bin ich sowieso voll bei dir.
Dolly Zoom 2010/11/03 22:54:27
Antwort löschenEiner deiner größten Momente :-)
(nur spielt Anderson mit seinem Auftakt eher auf einen deiner Hassfilme an, als auf einen Leone^^ und überhaupt gibt es zahlreiche weitere Kubrick-Referenzen zu entdecken)
Hitmanski 2010/11/03 23:01:25
Antwort löschenKonses zwischen uns - ein wahrhaftiges Wunder :)
Ja, ein paar Verweise auf Kubrick hab ich wohl entdecken können, ebenso wie ich mir einbilde, ein paar Anspielungen auf Peckinpah gefunden zu haben. Aber ich beschränke mich lieber auf die Sachen, bei denen ich mir sicher bin - Kubricks Œuvre zählt ja eher zu deinen Schwerpunkten ;)
Dolly Zoom 2010/11/03 23:06:04
Antwort löschenNarziss^^
Welche Verbindungen zu Peckinpah hast du denn finden können?
Hitmanski 2010/11/03 23:15:28
Antwort löschenSowieso - wurde gestern anhand wissenschaftlicher Definition ja zweifelsfrei bewiesen :D
Bisher würde ich die Parallelen weniger auf einzelne Szenen, als auf den gesamten Grundtenor sehen: Die Abkehr vom typischen Westernhelden, hin zu den moralisch sehr ambivalenten Figuren - ähnelt mMn sehr stark dem Vorgehen von Peckinpah in seinen Spätwestern. Für Einzelheiten vertröste ich dich mal auf später; vielleicht fällt mir im Laufe des Abends noch was ein^^
der cineast 2010/11/03 23:45:12
Antwort löschenWas wurde bewiesen?
Hitmanski 2010/11/03 23:47:53
Antwort löschenDas ich ein durch und durch narzisstischer Kritiker bin, der nur hier ist, um sich zu profilieren :)
http://www.moviepilot.de/news/auf-welchen-filmkritiker-typ-steht-ihr-108612#answer_98184
Billmaik 2010/11/03 23:50:43
Antwort löschenEin Meisterwerk - definitv
Der beste Film des vergangenen Jahrzehnts - wahrscheinlich nicht
Dennoch eine sehr gefällige, um nicht zu sagen großartige, Kritik, auch wenn der Seitenhieb bezüglich "No Country for old men" ein unrechtmäßiger Tiefschlag war^^
der cineast 2010/11/04 00:01:37
Antwort löschenHaha geil ja Hitmanski das bist du!!
Ich bin eher E und F oder :DD
Also E auf jeden Fall hat man ja gestern gemerkt XDDDDDDD
duffy 2010/11/04 00:37:45
Antwort löschen"Kurzum: Mit großer Wahrscheinlichkeit kein Film, in den man sich verlieben kann - aber wer sich bisher auf der Suche nach der Quintessenz des modernen Kinos befand: "There Will Be Blood" ist ein Wink mit dem Zaunpfahl - denn Andersons Ölmagnaten-Epos ist mit großer Wahrscheinlichkeit DER beste Film des letzten Jahrzehnts."
Das gehört mal hart rautiert: #!
Mr Vincent Vega 2010/11/04 01:31:05
Antwort löschenUnd ich habe mich trotzdem in den Film verliebt.
Hitmanski 2010/11/04 12:35:23
Antwort löschenVielleicht klappt´s bei mir ja mit Liebe auf den zweiten Blick :)
BigDi 2010/11/04 12:40:27
Antwort löschenSollte es nicht heißen: "Dualismus aus formaler Komplexität und inhaltlicher Schlichtheit"? :P
Wirklich gut geschrieben, aber wo ist denn der versprochene Werdegang? Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass Plainview eine Entwicklung durchmacht - für mich ist er eine zwar hervorragend gespielte Figur, aber im Endeffekt eine reine Karikatur.
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Hitmanski 2010/11/04 13:20:31
Antwort löschenDer Vorwurf der inhaltlichen Schlichtheit taucht zugegebenermaßen relativ oft in Reviews auf - aber so ganz nachvollziehen kann ich ihn nicht: Alleine die Tatsache, dass man quasi drei nahezu gleichberechtigte Lesarten auf die Handlung anwenden kann, finde ich sehr faszinierend, und erhebt "There will..." weit über den Standard.
Den Werdegang, den ich im Review angesprochen hatte, bezog sich eher auf den äußerlichen Werdegang, sprich seinen finanziellen Aufstieg, der verbunden ist mit allerlei Emotionen.
Sicherlich ist Plainview (und auch sein klerikales Pendant) dabei an manchen Stellen einer Karikatur ähnlich, aber ich finde schon, dass man seinen Zerfall zu jeder Zeit nachvollziehen kann: Viele Anzeichen seiner Herrschsucht und seiner Misanthropie zeigen sich ja bereits zu Beginn, und verdichten sich im weiteren Verlauf des Filmes nur noch. Eine Entwicklung, die man wohl am ehesten im Umgang bzw. der zunehmenden Entfremdung von seinem Sohn betrachten kann.
BigDi 2010/11/04 19:47:32
Antwort löschenVon mir aus drei Lesarten, aber besonders aussagekräftig sind diese auch wieder nicht, finde ich - in ihrer Aussage bleibt die Prämisse für mich zu simpel für den Aufwand, mit dem sie einem präsentiert wird. Klar, das Thema ist universell und allgemein gültig, auf den verschiedensten Ebenen, aber von dieser inszenatorischen sowie schauspielerischen Größe kann man mMn wirklich mehr erwarten als ein paar altbekannte Weisheiten.
Für mich ist der Werdegang etwas zu schlicht dargestell - der Mensch Plainview blitzt in vllt. einer-zwei Szenen auf (beim Unfall von seinem Sohn bsp.), ansonsten sehen wir, wie aus einem kühl-ambitionierten Mann ein besessener Mann wird. Und das Ende - so wuchtig es auch ist - wirkt für mich wie Style-over-Substance, viel Kultpotenzial, aber erstaunlich wenig sagend, ich weiß noch, wie ich nach der ersten Sichtung mit dem Gedanken "War's das? Oo" zurückblieb.
Aber gut, vielleicht werde ich den Film nach einer dritten Sichtung (die bestimmt irgendwann folgen wird) anders sehen...
Julio Sacchi: Das Manifest
Kommentar löschenTHERE WILL BE BLOOD ist kein schlechter Film; er ist Andersons bester Film seit BOOGIE NIGHTS, und er streckt seine Finger mit ehrlicher Leidenschaft nach wahrer Größe aus. Aber er kann sie nicht erreichen, weil er auf tönernen Füßen steht: Seine Schönheit ist hohl.
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JoeKramer 2010/09/26 00:08:15
Antwort löschenBesser und vor allem treffender kann man den Film nicht kommentieren.
Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...
Kommentar löschen[...]Es sind jene ersten 6 Minuten, die diesen Film einleiten, die in den Protagnoisten von "There will be Blood" einführen und dabei schon so unendlich viel über seinen Charakter verraten. Mit atemloser Spannung folgen die Augen des Rezipienten diesen Bildern, die bis auf die ersten Sekunden bar jeglicher Ablenkung sind. Kein Wort, keine Musik, nichts ist weiter wichtig, in den Momenten in denen die Kamera auf Daniel Plainview fällt. Ein dramaturgischer Kunstgriff, keinesfalls neu, aber effektiv, wie er in der knapp zwanzigminütigen Raubsequenz von Jules Dassins „Du rififi chez les hommes“ kultiviert wurde, nämlich die Erzeugung von Spannung allein durch die Kraft der Bilder, sowie den anfallenden Geräuschen der Umgebung. Und so ist am Ende dieser knapp sechs minütigen Sequenz schon viel ausgesagt, ohne dass ein einzelner Satz gesprochen wurde: „There will be Blood“ , jene Phrase ist, dass ist seit dem Moment, als Plainview das erste mal für seine Beute geblutet hat, keine leere Drohung, sondern unvermeidliche Konsequenz und somit essentieller Bestandteil der Geschichte, die Paul Thomas Anderson in den folgenden 158 Minuten zu erzählen hat. Eine Parabel über den Aufstieg der USA, über den Fall zweier Männer, von der Gier nach Reichtum, dem Versagen der Menschlichkeit, von der gefährlichen und verführerischen Macht universeller Ideologien. Anderson ist, etwaige Kenner seines Meisterwerkes „Magnolia“ werden dies bestätigen können, einer jener Regisseure, die Kino nicht arbeiten, sondern gestalten und so ist gerade auch „There will be blood“ geradezu pragmatisches Exempel für einen Film, in welchem großartige handwerkliche Inszenierung, sprich die Komposition der Bilder und Töne, auf eine gleichfalls große Erzählung treffen.[...]
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Kaltduscher: MoviezKult.de
Kommentar löschen“There Will Be Blood” - das mit 2 Oscars ausgezeichnete Öl-Drama gilt bei vielen Kritikern als ein neues Meisterwerk der Filmkunst des neuen Jahrtausends. Andere wiederum halten dagegen und kritisieren zum Beispiel, dass Regisseur Paul Thomas Anderson bewusst ein solches Meisterwerk mit allen Mitteln heraufbeschwören wollte und bei diesem Versuch kläglich scheiterte. Gestern konnte ich mir mit der Sichtung des Dramas ein eigenes Bild machen. Eins vorweg: zu kritisieren habe ich in meiner Review zu “There Will Be Blood” fast gar nichts.
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Mr Vincent Vega: Fünf Filmfreunde, gamona, D...
Kommentar löschenUnfassbares Meisterwerk.
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Nahtigall 2010/02/06 04:00:30
Antwort löschenGott, hab ich mich gelangweilt. Wat ne Wucht wie Day Lewis bei mir eingeschlagen ist. einfach mieses Acting. Das perfide ist, je komplexer die Story wurde, desto schlechter wurde sie Insziniert. es wurde von Minute zu Minute unerträglicher. naja, vielleicht etwas für geistig minderbemittelte, die in so etwas die Erfüllung sehen.
Hausmeister: Nerdtalk.de
Kommentar löschen8 Oscar-Nominierungen, ein Silberner Bär auf der Berlinale… mit großen Erwartungen habe ich mir diesen Favoriten der diesjährigen Academa-Awards angesehen. Und diese Erwartungen wurden zwar erfüllt, aber…
Die Story: Daniel Plainview verdient sich seinen Lebensunterhalt mit einer kleinen Silbermine. Eines Tages stößt er bei seinen Arbeiten auf Erdöl und leckt – wie der Filmtitel vermuten lässt – Blut. Er wittert im Erdöl-Business das große Geschäft und eignet sich nach und nach immer mehr Land an. Auf seinem Weg zum reichen Öl-Baron handelt er skrupellos: er zieht arme Farmer über den Tisch und gibt sogar seinen Sohn in ein Internat, nachdem dieser durch einen Unfall zu einer Belastung geworden ist.
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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs
Kommentar löschenPaul Anderson gelang eines der großartigen Lebens-Dramen, aus deren Bildern Urkräfte strahlen. Wie in “Days of Heaven”, wie in “Citizen Kane” oder wie in George Stevens Öl-Drama “Giganten” mit James Dean und Elizabeth Taylor. Die Kamera fixiert kraftvolle Kompositionen, die zeitweise an die Kunstinstallationen eines Matthew Barney erinnern, fährt sie langsam ab und in sie hinein. Der Soundtrack von Radiohead-Gitarrist Jonny Greenwood wirkt mal mechanisch, mal nur organisch vibrierend ebenso eigen unvergleichlich, wie der gesamte Film. Daniel Day-Lewis spielt wieder sensationell-
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M. Klingbeil: filmfuchs.de M. Klingbeil: filmfuchs.de
Kommentar löschenPT Andersons ambitioniertes Epos um einen Öltycoon, der seinem Streben nach Reichtum und Anerkennung alles unterordnet, ist zwar optisch gelungen und wirkt faktisch gut recherchiert es fehlen aber interessante, überraschende dramaturgischen Wendungen und Nebenfiguren, die der Ein-Mann-Show von Daniel Day-Lewis Paroli bieten können. Man wünscht sich mehr jener Abwechslungen, wie sie z.B. die Coen Brüder in ihrem aktuellen Werk ‚No Country For Old Men' liefern. Bei zu langen 158 Minuten hat man daher Mühe das Interesse an ‚There Will Be Blood' konstant wach zu halten.
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S Hentschel: Brigitte S Hentschel: Brigitte
Kommentar löschen[Der Regisseur] hat mit "There Will Be Blood" wieder ein beeindruckendes Epos geschaffen, in dem es um Schuld, Menschlichkeit und die Bedeutung von Familie geht, voller großartiger Bilder, mit altmodisch langen Szenen - und Raum für Stille: In der ersten Viertelstunde fällt kein Wort. Und Daniel Day-Lewis' ausdrucksstarke One-Man-Show ist so beeindruckend, dass man sogar mit dem Ekel Plainview leidet, als die Dinge aus dem Ruder laufen.
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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde
Kommentar löschenDie Fähigkeit “There will be blood” wirklich zu mögen wird wohl bei jedem Zuschauer sehr stark davon abhängen, inwieweit er sich mit dem völlig überzogenen und mehrfach die Grenze zur Karikatur überschreitenden Spiel des Hauptdarstellers anfreunden kann.
Daniel Day Lewis grimmassiert ab der ersten Sekunde, rollt die Augen, lüpft die üppigen Augenbrauen und spricht mit einer Stimme die mich mehr als einmal an Hans-Dieter Hüsch als Erzähler von “Väter der Klamotte” erinnerte. Eine gepresst, forciert raue Stimme, die nie eine Sekunde natürlich klingt und Plainview durchgängig wie die Schurkenbesetzung eines Charlie Chaplin-Films oder eines drittklassigen Boulevard-Theaters wirken lässt. Das er sich nicht noch am Schlips zutzelt oder den Ganovenschnurrbart zwirbelt ist eigentlich alles.
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jardem 2010/01/05 20:07:40
Antwort löschen(http://www.fuenf-filmfreunde.de/2008/02/11/there-will-be-blood-2/#Batz) Damit ist alles gesagt *thumbs up*
Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
Kommentar löschenAnderson gelingt das, was Martin Scorsese mit "Gangs of New York" nicht wirklich gelang, nämlich einen modernen Mythos zu erzählen, eine Fabel über den in Amerika untrennbaren Zusammenhang von Barbarei und Zivilisation. Andersons Film handelt weniger von Fakten als von der Psychologie des Fortschritts, mit welcher der amerikanische Westen kolonisiert und verwandelt wurde - er handelt von einem Menschentypus, den Nietzsche "Übermensch" genannt hatte - und Plainview ist in jeder Hinsicht kein Einzelfall, sondern eine repräsentative Figur.
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Lukas Foerster: taz / cargo / perlentaucher...
Kommentar löschenHier setzt Daniel Day-Lewis zum konzentrierten Großangriff auf den Darsteller-Oskar an. Und Paul Dano auf den Nebendarsteller-Oskar. Und die Landschaft verschwindet zugunsten eines unzusammenhängenden Nebeneinanders von Szenen, die nur auf den Effekt hinprogrammiert erscheinen. Und der Haupteffekt soll eben der Oskargewinn Day Lewis' sein. Und der Nebeneffekt wahrscheinlich irgendein Kommentar zur Verstrickung von Religion, Amerika und Kapitalismus. Doch sobald dieser Kommentar sich von der Landschaft und den Löchern in der Erde löst, wird er zur bloßen Behauptung, die ihren einzigen Halt im exzentrischen Schauspiel der Figuren findet. Und also eigentlich gar keinen.
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Chuchaqui: Critic.de
Kommentar löschenDas mehrfach oscar-nominierte Werk des Magnolia-Regisseurs beeindruckt in vielerlei Hinsicht und es erscheint schwer, so kurz nach der Vorstellung schon über den Film nachdenken zu müssen. Ein episch angelegter Film, der an Vorbilder wie Citizen Kane erinnert. Vor allem Andersons Wahl der Einstellungen ist absolut fabelhaft, filmisch ist das Werk eine Offenbarung. Leichte Probleme hatte ich mit dem religiösen Gegenpart zur Figur des Ölbaronen und Jungschauspieler Paul Dano. Dieser ist zwar verdammt stark, aber wegen der tatsächlich grandiosen Performance von Daniel Day-Lewis immer noch zu schwach, um in der großen Abschlussszene wirklich gegenhalten zu können. Diese ist dennoch großartig gelungen, ebenso wie der Film. Ein opulentes Werk, das jede Oscar-Nominierung verdient hat.
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Kommentare (140) — Film: There Will Be Blood
Kommentar schreibenwilli147 2012/02/09 19:56:46
Kommentar löschenEiner der wenigen Filme der letzten Jahre, bei dem der Soundtrack genau das macht, was er machen soll. Nämlich:
-Atmosphäre erzeugen und
-Emotionen hervorrufen.
Es ist kein zweistündiges Hintergrundgedudel oder Musik, die in der einen Seite rein und aus der anderen wieder herauskommt, ohne einen Zwischenstop einzulegen.
Nein, das was Jonny Greenwood da gezaubert hat, ist einfach roh und böse. Es passt also perfekt zur Stimmung des Films und zu seinem Hauptdarsteller (beste Leistung im neuen Millenium).
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Sufu 2012/02/06 23:36:57
Kommentar löschen"Ich bin ein falscher Prophet und Gott ist nur ein Abgerglaube" vs. "Ich trinke das Blut Christi aus Bandy's Grundstück".
Zwei schizophrene Lebensphilosophien mit Öl statt Blut und einer Pumpe in der Brust.
"Ich trinke deinen Milchshake, ich trinke ihn aus."
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SoulReaver 2012/01/10 15:05:00
Kommentar löschen„Ich sehe immer das Schlechte in den Menschen, Henry. Ich muss mich nicht erst völlig in sie vertiefen um sie zu durchschauen. Ich vermehre meinen Hass über die Jahre, Stückchen für Stückchen.“
Paul Thomas Anderson zählt inzwischen zu den besten und vielversprechendsten Regisseuren der jüngeren Filmgeschichte. Mit 'Boogie Nights' von 1997 machte Anderson zum ersten Mal so richtig auf sich aufmerksam. Zwei Jahre später lieferte er mit 'Magnolia' den Beweis dafür ab, das er mehr als nur ein Talent ist. Anderson ist ein Meister und könnte schnell zu den besten Regisseuren überhaupt zählen. 2002 folgte Punch-Drunk-Love, leider konnte dieser nicht mit den beiden ersten Meisterleistungen mithalten. Nun wurde es still um Anderson. 5 Jahre hörte und sah man nichts von ihm, bis sein neues Werk vor den Türen stand: 'There Will Be Blood'. Die Erwartungen waren hoch, Anderson musste seinen eigentlich perfekten Ruf wieder neu aufpolieren und Anderson polierte ihn auf Hochglanz. Denn 'There Will Be Blood' ist vielleicht nicht nur Andersons bester Film, sondern zählt auch ohne weiteres zu den besten Filmen aller Zeiten.
Daniel Plainwiew versucht Ende des 19. Jahrhunderts sein Glück als Schürfer auf der Suche nach Silber, doch er entdeckt bei der harten Arbeit eines Tage eine Ölquelle. Für den nur auf Profit eingestellten Einzelgänger erschließt sich eine neue Obsession und schon bald beginnt er seine Arbeit im Ölgeschäft. Durch Rückhaltlosigkeit, Betrug und harte eigene Arbeit wächst er zu einem schwerreichen Ölbaron auf. Sein Sohn H.W. dagegen verliert sein Gehör bei einem Unfall an der Ölpumpe. Im Laufe der Jahre wächst Daniels Vermögen und mit ihm sein grenzenloser Hass auf die Menschen.
'There Will Be Blood' ist absolut bildgewaltig und wuchtig. Die Oscar prämierte Kameraarbeit von Robert Elswit fängt einige der eindrucksvollsten Aufnahmen der trockenen Weiten und der Arbeiten an den Ölquellen überhaupt ein. Aber 'There Will Be Blood' verfügt neben seinen grandiosen Bildern auch einen mehr als eindringlichen und verstörenden Soundtrack von Johnny Greenwood. Immer wieder poltert das hypnotische Dröhnen durch die Boxen und prügelt auf den Zuschauer ein. Neben dieser brachialen Untermalung wird auf klassische Musik von Brahms gesetzt. Musik und Bilder befinden sich in erschreckendem Einklang und sorgen für eine der dichtesten, aber auch unangenehmsten Atmosphären überhaupt.
Jetzt das wahre Highlight des Films: Die Schauspieler, oder besser gesagt, der Hauptdarsteller. Mit dem bereits mit Preisen überschütteten Daniel Day-Lewis hat sich Paul Thomas Anderson einen der besten und wandlungsfähigsten Schauspieler überhaupt ausgesucht. Und die Rechnung geht natürlich auf. Was Day-Lewis hier abliefert ist kein Schauspiel mehr. Day-Lewis lebt diese Rolle, er wird zu Daniel Plainview mit jedem Atemzug. Dass Day-Lewis ein grandioser Schauspieler ist, dürfte den meisten ja bekannt sein, doch irgendwie hat er leider immer noch nicht den Stand erreicht den er sich längst verdient hätte. Für seine Darstellung in 'There Will Be Blood' sollte sich das ändern, denn Day-Lewis spielt hier mit einer Präzision die nicht nur einmal angsteinflößend wirkt. Zum Glück ist die Academy 2008 nicht auf den Kopf gefallen und übergab Daniel Day-Lewis vollkommen und ohne Zweifel zu Recht den Oscar für den besten Darsteller. Neben ihm glänzt aber auch Paul Dano. Dano spielt den jungen Priester Eli Sunday der sich im Laufe der Geschichte immer mehr Entwickelt und das wahre Gesicht von Plainview früh erkennt. Auch Dano verfügt über erstaunlichen Facettenreichtum und wird von Day-Lewis nicht wirklich gegen die Wand gespielt, mithalten kann Dano mit ihm aber noch nicht. Des Weiteren überzeugt auch Kinderdarsteller Dillon Frasier als Daniel Plainviews Sohn H.W.
Anderson begibt sich mit 'There Will Be Blood' raus aus Los Angeles, raus aus der Großstadt und findet sich in die karge Einöde der 19. Jahrhunderts wieder. Wir sehen Daniel Plainview der sich als Schürfer versucht und sich trotz Einsturz der Mine und folgendem Beinbruch bis in die nächste Stadt kämpft. Getrieben von seiner Gier. Doch das war nur der Anfang und er stößt auf Öl. Gier steht ihm wieder in den Augen geschrieben. Nach dem nächsten Unfall in der Ölgrube macht sich Daniel mit H.W. auf dem Weg in die Stadt, auf der Suche nach Ölquellen. Als er das Land der Sunday-Familie kauft nimmt das Chaos seinen Lauf und nur Eli Sunday scheint zu begreifen was für ein Mann Daniel Plainview wirklich ist.
Daniel Plainview wird uns völlig Identitätslos vorgestellt. Wir wissen nicht woher er kommt und was ihn eigentlich ausmacht. Wir sehen ihn nur als Arbeitstier, immer weiter und immer mehr. Doch nachdem Plainview einen gewissen Rang durch seine Ölbohrungen erlangt hat, offenbart sich dem Zuschauer Stück für Stück die wahre Fratze. Denn er ist ein vollkommen gewissenloser Mensch. So gewissenslos, das er ohne zu zögern seinen tauben Sohn wegjagt, ohne auch nur einen Blick hinter ihm herzuwerfen. Er ist gnadenlos. So gnadenlos, dass er jedem Menschen der sich ihm in den Weg stellt oder auch seine Meinung nicht teilt mit seinem Zorn bestrafen wird. Nachdem er einmal von der Macht die ihm geschenkt wurde gekostet hat ist er nicht mehr zu sättigen. Jedem anderen Menschen der sich auch nur als Konkurrent Darstellt, und wenn es sogar wieder der eigene Sohn ist, wünscht er den Tod. Hier bleibt ganz besonders der letzte Dialog zwischen den beiden im Gedächtnis. Mit der eigentlich völlig offensichtlichen Wendung die aber doch so nachhaltig wirkt dass es den Zuschauer unglaublich bestürzt und schockiert. Plainview brauchte sein Kind, aber nicht weil er es liebt. Er braucht es um von einem netten Gesicht neben ihm zu profitieren. Er muss sympathisch auf die anderen Menschen wirken die er über den Tisch ziehen will. Familie ist ein Fremdwort für ihn. Er hasst die Menschen, jeden einzelnen. Die Momente der Wärme, zum Beispiel die Zugfahrt in der H.W. ein Baby ist und Daniel den Schnurrbart streichelt, waren alle nur Fassade? Alles Vorgetäuscht? Wahrscheinlich. Daniel ist absolut Gefühlskalt, innerlich längst erfroren. Einzig und allein zählt für ihn die Macht. Macht über die Ölquellen. Ein Ungeheuer das sich nach dem flüssigen Gold zehrt. Eli Sunday sieht dieses furchtbare Gesicht schnell. Doch auch er verbirgt etwas, was die Menschen so nicht sofort sehen. Beide geben etwas anderes vor, als sie wirklich sind. Beide sind falsche Propheten, aber auf völlig unterschiedliche Weisen.
Wenn Plainview und Sunday am Ende wieder aufeinandertreffen ist das ein Treffen der Gesichtslosen. Plainview ist inzwischen vollkommen vom Alkohol gezeichnet und ein menschliches Wrack und Sunday gibt den aufrechten Gläubigen. So aufrecht, dass er seinen Gott für Geld schnell verraten und verleugnen würde. Das Chaos ist vorbestimmt.
Mit 'There Will Be Blood' verlangt Anderson dem Zuschauer viel ab. Er bietet ihm keinerlei Identifikationsmöglichkeiten. Viel zu abtrünnig und fremd scheinen alle Charaktere, viel zu entfernt vom eigenen Standpunkt. Er schafft es aber, dass die Charaktere den Zuschauer direkt in ihren Bann ziehen und man gebannt auf den Bildschirm starrt nur um zu wissen wie der nächste Schritt der Beteiligten aussehen wird. Er inszeniert eine Geschichte, getränkt in purem Neid und Missgunst. Gewürzt mit blankem Zorn und unbändiger Machtbesessenheit. Auch die Bibel kriegt ihr Fett weg, wenn auch nur in symbolischer Darstellung. All das Zusammen kann nur ins Verderben und in erdrückende Einsamkeit führen.
Fazit: 'There Will Be Blood' ist wieder ein Vertreter der Sorte von Film, die man entweder liebt und abgrundtief hasst. Einen Zwischenteil gibt es nicht, dafür ist der Film einfach zu Eigen. Anderson inszeniert einen kräftezehrenden, grausamen, durchweg verstörenden und düsteren Film der die Frage nach Menschlichkeit immer wieder aufwirft. Mit seinen herausragenden Darstellern, allen voran Daniel Day-Lewis, dem unbarmherzigen Soundtrack und den fantastischen Bildern wird 'There Will Be Blood' zwar zu einem wirklich harten Stück Filmgeschichte, aber auch gleichermaßen zu einem absoluten Kunst- und Meisterwerk.
„Ich bin fertig.“
28 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 19 Antworten
Reload 2012/01/10 15:09:48
Antwort löschenKlasse Film, klasse Kommentar!
duffy 2012/01/10 15:10:05
Antwort löschenAha, ja, hm, sehr schön. :)
Ich rechnete eigentlich genau mit einer solchen Reaktion.
SoulReaver 2012/01/10 15:14:02
Antwort löschen@Reload Danke!
@duffy Danke :) Ich konnte nichts anders...Der DDL-Tag war jedenfalls sehr "schön" :)
filmschauer 2012/01/10 18:53:15
Antwort löschenMeisterwerk, zweimal geprüft (trotzdem vielleicht mal eine Spoilerwarnung setzen).
SoulReaver 2012/01/10 18:57:48
Antwort löschenDen Spoiler bin ich eigentlich umgangen :)
filmschauer 2012/01/10 19:08:17
Antwort löschenIch weiß, was du meinst, wollte das trotzdem nur anmerken, falls sich jemand ansonsten darüber echauffieren könnte (betrifft drittletzten Absatz). :)
Oceanic6 2012/01/10 19:09:38
Antwort löschenWow. toll geschrieben !! Du weisst, was du als nächstes tun darfst. ;)
SoulReaver 2012/01/10 19:14:53
Antwort löschen@filmschauer Danke, ich weiß auch wie du das meinst, aber eigentlich sollte sich hier niemand dran stoßen. Ich pass da eigentlich genau auf, ich weiß ja selber wie schlimm solche spoiler sein können :)
@Philippe Dankeeeee, mach ich sofort :)
Prechtl 2012/01/10 22:16:12
Antwort löschenIch fand den Film zwar nicht so gut, aber der Text ist wieder einmal super :)
SoulReaver 2012/01/10 22:19:13
Antwort löschenVielen Dank, lieber Prechtl :)
Stefan_R. 2012/01/11 08:48:19
Antwort löschenEin Monster von einem Kommentar! Wow, gefällt mir sehr!
SoulReaver 2012/01/11 09:49:50
Antwort löschenVielen, vielen Dank, Stefan! Hab mir Mühe gegeben. :)
fkfilmkritik 2012/01/11 12:51:37
Antwort löschenSehr schön! Das mit "Punch Drunk Love" kann ich aber nicht ganz glauben! ;)
SoulReaver 2012/01/11 13:20:08
Antwort löschenDanke :) Kein Vergleich mit den anderen drei Filmen.
Prechtl 2012/01/12 18:11:09
Antwort löschenLieber Prechtl? Ich bin eine Frau :)
duffy 2012/01/12 18:22:42
Antwort löschenDas überrascht mich jetzt aber auch.
SoulReaver 2012/01/12 18:49:52
Antwort löschenOh, dann: Vielen Dank, liebe Frau Prechtl. :)
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Prechtl 2012/01/14 17:34:51
Antwort löschenWas überrascht dich? Dass ich ne Frau bin? Naja kann man ja nicht wissen wenn man das Geschlecht nicht angegeben hat ;)
duffy 2012/01/14 17:36:26
Antwort löschenJa eben. :)
Und in einer von Männern dominierenden Community, ist natürlich jede Frau ein Geschenk. :D
k2 2012/01/05 03:29:36
Kommentar löschenBis etwa zur Hälfte des Films fand ich den Film echt gut, danach geriet die Story etwas aus den Fugen.
Leider ruiniert der in vielen Szenen nervtötende "quietschende-Geigen-Soundtrack" diesen an sich ganz guten Film. Musste sogar eine Aspirin nehmen, weil ich davon Kopfschmerzen bekam.
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Gerry1974 2012/01/02 17:19:05
Kommentar löschenEin grosses Meisterwerk und einer der besten Filme der letzten 20 Jahre,dieses Drama ist nie langweilig und bleibt immer fesselnd.Grosses Hollywood-Kino und ein Daniel Day-Lewis der alle an die Wand spielt.TOLL!
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Hanno Jones 2011/12/16 13:59:19
Kommentar löschenmir gehts wie den meisten hier ... sehr schwer diesen film zu bewerten aber ein versuch ist es dennoch wert^^
ein film, der sich stark mit den menschlichen abgründen auseinandersetzt
ein film, der eine der die geschichte eines mannes erzählt, dessen leben eine einzige lüge ist, vor allem gegen sich selber
ein film, der zeigt, was gier nach geld und macht aus menschen werden lässt
ein film, der fantastische schauspieler, grandiose settings und tolle musik bietet
ein film, der genauso fasziniert, wie erschreckt
ein film, der zeitweise so öde ist, dass man sich zwingen muss, dabeizubleiben
ein film, den man einmal im leben gesehen haben muss, aber dann für ganz lange zeit vergessen möchte
und
ein film, der sehr schwer zu bewerten ist, da sowohl 0 als auch 10 punkte gerechtfertigt wären ...
daher eine 5,5 weil er doch besser ist als schlecht^^
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Laura Eissenberger 2011/12/15 22:09:10
Kommentar löschenStinkend öde.
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Ripley1 2012/01/03 12:48:19
Antwort löschenIch rieche was, was du nicht riechst...
WarrenAnname 2012/01/03 16:08:07
Antwort löschenDas ging sehr daneben.
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Laura Eissenberger 2012/01/03 16:12:09
Antwort löschenNö.
Deep Ford 2012/01/10 17:06:15
Antwort löschenTreffend ;-)
FilmVlin 2011/12/06 02:40:42
Kommentar löschenMir wurde auf eindrucksvolle Art und Weise gezeigt, dass sich die Menschen äußerst leicht von dem Bösen verleiten lassen.
Es liegt deshalb seit jeher an einem Jeden selbst, die eigene Gier nach Macht unter Kontrolle zu bekommen, um dem Teufel das Leben wenigstens etwas zu erschweren.
Wir haben es in der Hand.
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stalker 2011/12/06 11:03:36
Antwort löschenNee, haben wir nicht.
FilmVlin 2011/12/06 12:43:40
Antwort löschen... ach ja, ich hätte wissen müssen, dass du hier bekannt bist dafür, kurze, knallharte Kommentare abzuliefern. Trotzdem könntest du mir deine Gegenmeinung begründen :) danke
stalker 2011/12/06 17:15:59
Antwort löschenPuh, da stellste mir ne Aufgabe, hm, Freier Wille? Für eine kurze Zeit glaubte ich den als Illusion, heute habe ich immerhin Zweifel, freie Entscheidungskraft? Auch da inzwischen Zweifel in der totalen Ablehnung. Denke, wir sind kausalen Zusammenhängen unterworfen, Reizen, denke, wir bin die Summe der Umwelteinflusse (sämtlicher Reize) auf die Wirkung unserer Gene, das hat etwas schicksalhaftes, schon fast religiöses, was mir nun überhaupt nicht behagen will. Denke, der Mensch entscheidet sich nicht, ob er zum Mörder oder zum Wohltäter wird. Er wird dazu gemacht.
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stalker 2011/12/06 17:26:17
Antwort löschen"sind die Summe" muss es natürlich heißen
FilmVlin 2011/12/06 22:45:36
Antwort löschenIch weiß genau was du meinst, dennoch bleibt uns die Möglichkeit dagegen anzukämpfen, uns von der Umwelt nicht komplett einnehmen zu lassen. Wir haben Gutes und Böses in uns. Meinst du nicht, dass wir ganz allein entscheiden können, welche Macht wir aus uns raus lassen?
el björno 2011/11/03 19:07:57
Kommentar löschenZunächst einmal möchte ich mitteilen, dass mir die abgegebene Bewertung selbst schon sehr weh tut...
Auch ich sehe die überragende schauspielerische Leistung einiger Protagonisten. Auch ich empfinde den Film nicht als langweilig, was bei den wenigen schwächeren Bewertungen hier oftmals als Grund angegeben wurde.
Auch das Grundgerüst der Story gefällt mir. Hier kommt allerdings der Knackpunkt. Es bleibt bei einem gefälligen Grundgerüst.
----SPOILER----
Der Film baut sich auf in drei in einander verflochtene Storylines.
1. Plainviews Umgang mit Macht und der Konkurrenzkampf mit den Großen im Geschäft
2. Vater-Sohn-Konflikt
3. Kampf mit dem Priester der Kirche der 3.Offenbarung
Obwohl zweieinhalb Stunden in Anspruch genommen werden, kann keiner der Storyteile mit der nötigen Hingabe bedacht werden und bleibt somit oberflächlich. Daniel Plainview trifft bei seinem Griff nach den Sternen nur zweimal auf seine Intimfeinde im Ölgeschäft. Er hinterlässt diese mit seiner ausfallenden Art jeweils geschockt zurückt und... Punkt. Nichts weiter... Schade.
Nächster Punkt: Ein Vater-Sohn-Konflikt, der in der Kindheit des Jungen mit dem Einsetzen der Taubheit entsteht. Der Sohn wird abgeschoben. Zwei Szenen später ist er wieder daheim. Der Umgang der beiden wird wiederum nur kurz skizziert, um dann zum nächsten Teil der Story überzugehen. Letzter Akt: Streitgespräch zwischen betrunkenem und heruntergekommenen Daniel Plainview mit seinem mittlerweile Erwachsenen Sohn. Nichts weiter. Der letzte Teil steht dem schwachen Aufbau in nichts nach.
Für mich persönlich stellt dies das Problem des Films dar. Die Geschichte an sich ist gut. Sie wird auch bis zu einem gewissen Punkt relativ interessant erzählt. Es bleibt jedoch alles an der Oberfläche, von vorne bis hinten. Dabei gibt es noch mehr Beispiele aus dem Film die man hier anbringen könnte, wie zum Beispiel der langsame Verfall Daniel Plainviews.
Ich halte es mit diesem Text aber mal wie "There will be blood" es tut und gehe nicht weiter in die Tiefe. Das Unverständnis der Fans des Films werde ich mir wohl auch so schon erarbeitet haben.
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Martiall_Arts 2011/10/10 22:06:42
Kommentar löschentolle Idee, tolles Setting gute Schauspieler aber nerviger Score und total langweilig. Wenn ich bei einem Film pausenlos auf die Uhr schauen muss hat er nicht funktioniert. "The man from Earth" zeigt wie man es besser macht. Schade.
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Marti DiBergi 2011/10/05 20:57:55
Kommentar löschenIn ruhigen, intensiven Bildern eingefangene Geschichte eines Mannes, der nur nach Macht strebt und in jedem anderen Menschein eine Bedrohung seiner Macht sieht. Die teilweise grandiose Vorstellung der Schauspieler sowie die tolle Kameraarbeit und die düstere Musik erschaffen ein intensives Filmerlebnis, das keiner missen sollte.
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DerDude_ 2011/10/03 17:44:58
Kommentar löschen"One night I'm gonna come to you, inside of your house, wherever you're sleeping, and I'm gonna cut your throat."
Nach dem vielleicht besten Episodendrama aller Zeiten ,"Magnolia" , sowie dem kleinen aber feinem "Punch Drunk Love" , ist "There will be blood" mein dritter P.T. Anderson Film ,welcher seinen Vorgängern in nichts nachsteht. "There will be blood" ist ein gigantisches , brilliant gespieltes , verstörendes Epos.
"There will be blood" ist ein sehr stiller Film. So läuft die 15 Minütige Eröffnungssequenz völlig dialogfrei ab. Andersons gewohnt geniale Kamera und Musikarbeit unterstützt die dreckig ,staubige Western Atmosphäre.
In erster Linie ist "There will be blood" jedoch kein Western , trotz des Settings, sondern viel mehr das Psychogramm eines Egomanen und dessen ewiger Kampf mit einem Mann Gottes ,welcher in einem höchst bösem Finale gipfelt. Die größte Hilfe Andersons ist dabei Hauptdarsteller Daniel Day Lewis. In seiner Darstellung eines von Gier zefressenen Machtmenschen spielt es sich förmlich um den Verstand : Jedes Wort von ihm wirkt durchdacht und schlüssig.
Fazit : "There will be blood" ist ein polarisierendes Meisterwerk des modernen Kinos. Mehr gibts da nicht zu sagen.
"I'm finished"
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slangbanger! 2011/09/28 01:22:36
Kommentar löschenJetzt hat er noch das Herz bekommen. Einer der besten Filme, die ich je gesehen habe. Und ich übertreibe keineswegs.
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Punsha 2011/09/23 23:46:49
Kommentar löschenDer Score in den ersten Sekunden zeigt uns schon im Voraus, dass nicht alles so still sein wird, wie es die ersten 15 Minuten den Anschein hat. Es schleicht sich ein bedrohlicher Geist über die staubigen Hügel Kaliforniens, der so manchen vor Gier und Besessenheit in den Wahnsinn treibt.
Daniel Plainview (großartig: Daniel Day-Lewis) stieg zu einem mächtigen und reichen Ölunternehmer auf. Habgier, Lüge und Missgunst bestimmen sein Handeln. Doch alles läuft wie geschmiert, bis sich ihm der evangelische Prediger Eli Sunday (herausragend: Paul Dano) zunehmends in den Weg stellt. Es beginnt ein erbarmungsloser Krieg Religion gegen Kapitalismus, geprägt von Macht, Einfluss und einer langen Reihe gegenseitiger Demütigungen, wodurch Daniel immer mehr den Überblick verliert und auch sein Umfeld, genau wie das ganze Dorf darunter leidet.
Diesen Werdegang der Hauptfigur hat man schon des Öfteren in ähnlicher Form gesehen, aber noch nie wurde er wohl in so beeindruckender Art und Weise inszeniert.
"There Will Be Blood" ist trotz seiner langen Laufzeit durchgängig fesselndes Kino, was angefangen bei der Schauspielleistung über die Musikuntermalung bis zum fantastischen Ende in jeder Beziehung den herkömmlichen Rahmen sprengt, neue, ungewöhnliche Wege einschlägt und es schlussendlich nahezu perfekt auf die Leinwand transportiert.
Ein riskanter Geniestreich Andersons und zweifelsohne einer der besten Filme des letzten Jahrzehnts.
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fkfilmkritik 2011/09/03 23:21:20
Kommentar löschenLeider macht Paul Thomas Anderson nicht so viele Filme-warum? Ganz einfach! Er nimmt sich für jeden Film eine entsprechende Zeit, so, dass das Gesamtwerk einen förmlich weghaut. Er weiß, wie kein Zweiter seine Geschichten glaubhaft mit wahren menschlichen Gedanken zu schildern. Die Intensionen ehrlich und einwirkend dem Zuschauer zu präsentieren.
Ich liebe diesen Film nicht. Ich mag diesen Film nicht. Ich finde ihn nicht genial. Ich finde ihn nicht toll. Ich finde ihn nicht schön. Ich finde ihn einfach beeindruckend. Wer etwas will, was zu Herze geht. Was zum Tee serviert werden soll. Was vor der Couch breitbeinig konsumiert wird-der liegt hier genau falsch. Wer eine bedrückende Geschichte voller Botschaften, voller tiefgründiger Ansätze, voller abgründiger Schicksale, die durch Habsucht und Gier ausgelöst fordert-wird hier ein intensives Meisterwerk erleben. Dies wird beim ersten mal schwer zu erfassen sein. Deswegen sind mehrere Sichten, wie schon bei "Magnolia" Pflicht. Was Daniel Day-Lewis hier abliefert wirkt monströs, aber zu keiner Zeit überdimensioniert. Die Musik wird von Anfang an bedrohlich mit in Szene geworfen und passt von Anfang an zu der Charakterentwicklung des Hauptdarstellers. Die Bebilderung stellt großartig das frühe Kalifornien dar.
Eine einzigartige und höchst anmutige Charakterstudie, die nur so strotzt vor Kunst. Der Begriff Meisterwerk ist hier schwer abzusprechen bei einer so originellen und schwierigen Thematik. Bei einer solchen Leistung, bei der man kaum fassen kann, dass es "nur" gespielt ist. Bei einem Ende, was endlich zeigt, dass man nicht glücklich wird, wenn man reich ist. Juhu!
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JohnnyKee 2011/09/04 00:59:11
Antwort löschenAnderson ist ein Meister des Faches!
fkfilmkritik 2011/09/04 01:20:55
Antwort löschenAllerdings. Magnolia-"Wise Up"-Szene= Pure Kinomagie. :)
Redapple 2011/08/30 23:17:59
Kommentar löschenEin skurpelloser Unternehmer, ein fanatischer Prediger, Paul Thomas Anderson zeigt in “There Will Be Blood” menschliche Abgründe auf. Das ist nicht besonders zugänglich, teilweise anstrengend, vor allem aber einer der intensivsten Filme des letzten Jahrzehnts.
Ausdrucksstarke Bilder, nervenaufreibende Musik, großartiges Schauspiel, schon audiovisuell ist Anderson wenig vorzuwerfen. Die tristen, unglaublich weiten Landschaftsaufnahmen und die großartigen Schauplätze schaffen eine wahnsinnig dichte Atmosphäre und ziehen den Zuschauer regelrecht ins Geschehen. Die großartige, nervenaufreibende Musik verschärft den aggressiven Grundton des Films und unterstützt die großartig agierenden Schauspieler. Daniel Day Lewis als skrupelloser, abgrundtief böser und egoistischer ‘Ölmann’ Daniel Plainview liefert eine Meisterleistung ab, anders lässt es sich nicht ausdrücken. Ein intensiveres Schauspiel habe, zumindest ich, bis jetzt noch nirgendwo gesehen. Auch Paul Dano in der Rolle des Gegenparts, dem Prediger Eli liefert eine großartige Leistung ab.
Das Storytelling ist vielleicht der einzige Haken an "There Will Be Blood". Daniel Plainview erhält auf seiner Reise durch das Amerika des frühen 20. Jahrhunderts einen Tipp: Die unscheinbare Siedlung Little Boston hat aufgrund eines Ölfeldes einen unermesslichen Wert. Getrieben von seiner unstillbaren Gier macht sich der Ölbohrer auf, nicht ahnend dass er sich an besagtem Dorf und vorallem seinen Einwohnern die Zähne ausbeißen wird. An der Prämisse gibt es nichts auszusetzten, der sich aufbauende Konflikt zwischen Unternehmer und Einwohnern sorgt für Spannung. Der skrupellose Ölmann in der Rolle der USA und Little Boston als Sinnbild für den nahen Osten ist außerdem eine clevere Kritik. Vermittelt wird die Geschichte allerdings etwas sperrig. Besonders die zeitlich großen Abstände in denen der Film erzählt wird machen ihn unzugänglich und im letzten Drittel unweigerlich anstrengend.
Sein Ende ist herrlich bezeichnend für “There Will Be Blood”: ein großer, sich in einem langen Dialog ständig anbahnender und unaufhaltsamer Knall. Der überragende, in seiner Inszenierung stark an Kubrick erinnernde, Showdown lebt wieder von den beiden meisterhaften Performances von Daniel Day Lewis und Paul Dano.
Alles in allem ist “There Will Be Blood” sicherlich nicht für den Mainstream gemacht, unterschwellige Spannungen, harter Stoff, allerdings auch lange Kamerafahrten und viel Stille, als Zuschauer sollte man hellwach sein. Dennoch ist der Film, gerade wegen den schauspielerischen Leistungen unbedingt sehenswert!
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reveal 2011/08/27 00:14:12
Kommentar löschenDa haben sie im Film endlich Öl gefunden und das Feuer gelöscht, schon fiebert mein aufgeregter DVD-Player so sehr mit, dass er vor lauter Hitze durchschmort. Nett von ihm, dass er die DVD gegen geringe Gewaltaufwendung wieder herausgegeben hat.
So behalt ich ihn in guter Erinnerung...
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duffy 2011/08/27 00:54:19
Antwort löschenAber er hatte wenigstens einen schönen Tod. Wenn schon, dann zu dem Film.
Roger Murtaugh 2011/08/27 09:35:55
Antwort löschenVielmehr allerdings stellt sich doch die Frage mit welchen "Filmperlen" du ihn zuvor gequält hast, jetzt, da er sich scheinbar aus schierer Verzweiflung selbst gerichtet hat. Da konnte wohl auch "There Will Be Blood" nicht mehr viel ausrichten ;-)
reveal 2011/08/27 14:51:43
Antwort löschenDas war der erste DVD-Player der Familie damals. (Noch schön von Aldi. ^^) Man könnte also ruhig sagen, er hatte eine schwere Kindheit.
Akute Verzweiflung könnte ich nicht nachvollziehen. (Zuletzt JFK und Angels in America). Vielleicht Trotz, weil man ihn in den Keller verfrachtet hatte und er sich vernachlässigt fühlte. So sensibel hat ich ihn nicht eingeschätzt.
Roger Murtaugh 2011/08/28 14:58:53
Antwort löschenOh ja. Auch ein Fernseher lässt sich nicht alles gefallen. Mein Gerät hat sich dafür entschieden RTL und RTL 2 einfach mal in Eigenregie aus der Senderliste zu streichen. Läuft eh nur Schund dort ;-)
Oder schau dir Marvin, den manisch-depressiven Roboter aus "Per Anhalter durch die Galaxis" an. Man sollte seine Elektrogeräte nicht unterschätzen!!! ;-)
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Roger Murtaugh 2011/08/28 14:58:53
Antwort löschenOh ja. Auch ein Fernseher lässt sich nicht alles gefallen. Mein Gerät hat sich dafür entschieden RTL und RTL 2 einfach mal in Eigenregie aus der Senderliste zu streichen. Läuft eh nur Schund dort ;-)
Oder schau dir Marvin, den manisch-depressiven Roboter aus "Per Anhalter durch die Galaxis" an. Man sollte seine Elektrogeräte nicht unterschätzen!!! ;-)
Roger Murtaugh 2011/08/28 14:59:24
Antwort löschenUps, sorry für das Doppel-Posting...
peppermind 2011/07/17 00:37:43
Kommentar löschenGroße Bilder, großartige Schauspieler und die Geschichte zweier Männer im Kampf gegen einander oder vielleicht sogar gegen sich selbst - genial in Szene gesetzt von einem herausragenden Paul Thomas Anderson.
Inhaltlich unglaublich vielschichtig und technisch brillant ist dieser Film mehr als nur eine Hommage an die großen monumentalen Western vergangener Tage, er ist vielmehr für sich selbst ein Meisterwerk, in dem sich Bild, Ton und Story so gut ergänzen wie in kaum einem Film sonst.
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Roka586 2011/07/11 16:06:12
Kommentar löschenThere Will Be Blood ist ein episches Drama über den Aufstieg und Fall eines Öl-Förderers zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In fantastischen Bildern und mit einer großartigen Filmmusik unterlegt nimmt sich Paul Thomas Anderson viel Zeit für den Widerstreit der seiner Hauptfiguren. Auf der einen Seite der gewinnstrebende Geschäftsmann, der niemandem vertraut es aber versteht die Menschen zu seinem Vorteil auszunutzen und auf der anderen Seite der fanatische Prediger, der vorgibt die Botschaft Gottes zu verkünden aber nicht weniger in den weltlichen Werten verhaftet ist. Es ist ein Kampf zwischen Kapitalismus und Religion um die Vorherrschaft in der Gesellschaft. Keine der beiden Figuren erscheint dem Zuschauer daher symphatisch, doch die hervorragenden schauspielerischen Leistungen von Daniel Day-Lewis und Paul Dano ziehen den Zuschauer durchgehend in seinen Bann.
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serienfan 2011/07/04 14:53:25
Kommentar löschenman sollte hier bei moviepilot noch eine zusätliche bewertung hinzufügen: "besonders wertvoll" denn diese bewertung hat sich dieser film redlich verdient!
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
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