Alter schützt vor Leistung nichtBearbeiten

Veröffentlicht am 23.02.2010, 08:52

Martin Scorsese, Clint Eastwood, Roman Polanski – das sind nur drei Regisseure im Rentenalter, die uns immer noch ins Kino locken. Ihr Alter merken wir ihnen nicht an und wenn, dann nur durch ihre erzählten Geschichten, die sich durch großes Verstehen auszeichnen.

Eastwood, Scoreses, Polanski Eastwood, Scoreses, Polanski © souklaye / ansers

Alter schützt vor Torheit nicht: Mit diesem geflügelten Wort nach William Shakespeare werden in der Regel ältere Menschen (immer häufiger auch jüngere) mit ihrer eigenen Fehlbarkeit konfrontiert. Trotz jahrelanger Erfahrung begeht eben jeder Mal einen Fehler, ist töricht, kindisch, albern. Aber wir münzen das Sprichwort um: Alter schützt vor Leistung nicht. Das sehen wir aktuell an einigen Filmen, die von Altmeistern in Szene gesetzt sind und an denen sich jeder junge Regisseur messen lassen muss.

Wo andere in Rente gehen oder sich schon lange im Schaukelstuhl vor der Glotze räkeln, legen sie noch mal richtig los. Martin Scorsese (aktuell 67 Jahre alt) hat am letzten Wochenende mit Shutter Island eines seiner besten Kassenergebnisse eingefahren. 40 Millionen Dollar erspielte sich der Psychothriller allein in den USA. Wahrscheinlich ist, dass der Film auch weltweit Kasse machen wird und so hat der Regisseur von solch Meisterwerken wie Taxi Driver oder Departed: Unter Feinden auf seine alten Tage noch mal richtig zugeschlagen. Und damit nicht genug: Gleich zwei Filme von ihm befinden sich in der Postproduktion, weitere neue Filme sind in Vorbereitung, bei denen der Name Martin Scorsese auftaucht. Der Mann hat einfach keine Zeit für den Schaukelstuhl.

Ähnlich ist es mit Clint Eastwood (derzeit 79 Jahre alt). Aktuell ist er mit seinem Nelson Mandela-Drama Invictus im Kino präsent und dass dieser Film nicht auf der Nominierungsliste für den diesjährigen Oscar steht, verstehe wer will. Wieder einmal ist es dem Filmemacher gelungen, konzentriert und ökonomisch eine Geschichte zu erzählen. Zwar hat sich Clint Eastwood von der Schauspielerei verabschiedet, aber hinter der Kamera will er noch nicht verschwinden. In der Postproduktion befindet sich gerade Hereafter, der sich mit dem Tod dreier Menschen in verschiedenen Ländern beschäftigt. Mit dabei sind Stars wie Matt Damon und Bryce Dallas Howard. Jedes Jahr dreht der Mann mindestens einen Film und keiner ist eine Torheit.

Roman Polanski (aktuell 76 Jahre) ist am letzten Wochenende nochmals ausgezeichnet worden. Nicht etwa für sein Lebenswerk, was in seinem Alter normal wäre … nein, er erhielt den Silbernen Bären als Bester Regisseur für seinen Thriller Der Ghostwriter. Wieder hat er bewiesen, dass er ein Meister der Spannung ist und jungen Filmemachern gezeigt, wie sie stringent inszenieren können. Zwar stehen auf seiner Liste erst einmal keine neuen Filmprojekte, aber Roman Polanski hat wohl gerade andere Sorgen … und wer weiß, vielleicht entsteht aus seinen Hafterlebnissen wieder ein klaustrophobischer Thriller.

Woody Allen ist 74 Jahre alt und dreht gerade seinen 72sten Film. Michael Haneke darf mit 67 Jahren auf einen Oscar hoffen. David Cronenberg (66) hat auch bereits das Rentenalter erreicht, davon spüren wir in seinen Filmen aber gar nichts. Von Werner Herzog (67), Brian de Palma (69) oder Milos Forman (78) werden wir auch in diesem oder nächsten Jahr neue Filme sehen. Alter schützt also sogar nicht vor Leistung im Filmbusiness. “Nichts gewinnt so sehr durch das Alter wie Brennholz, Wein, Freundschaften und Bücher.” Dem wahren Wort von Francis Bacon aus dem 17. Jahrhundert müssen wir für die Neuzeit wohl noch Regisseure hinzufügen.


Ines Walk (Ines Walk)

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phoenix409

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Ein Hoch auf die alte Schule! Die ist mir immer noch am liebsten...

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phoenix409

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Schon, aber so düster sieht's garnicht mal aus... Wir haben immer noch Tarantino, Paul Thomas Anderson, die Coen Brothers, Mendes, Mangold oder Nolan, um mal nur ein paar talentierte Nasen zu nennen, die in 15-20 Jahren die neuen "Alten" sein können.


reznik

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Ohh die Coen Brothers im Rentenalter werden rocken!


Narrisch

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Roman Polanski hat sich vor 40 Jahren selbst demontiert als er eine 14 jährige unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht hat, was er selbst in diversen Interviews zugegeben hat. Große Teile der Filmwelt schreien nun auf und bekunden ihre Solidarität mir einem großen Filmemacher. Ein großer Filmemacher ist Polanski zweifellos aber Solidaritätsbekundungen für jemanden der eine Minderjährige missbraucht hat kommen mir reichlich zynisch vor. Gerne schiebt man das ganze in die Ecke "Kavaliersdelikt","die Zeiten waren anders" und "die sah bestimmt aus wie 21".
Polanksi ist auch ein Opfer, wenn man an seine Vergangenheit und die Ermordung seiner schwangeren Frau denkt. Gerade deswegen sollte er sich endlich seiner Vergangenheit und einem eventuellen Prozess stellen. Nach allem was man hört würde eine Strafe sicher nicht drakonisch ausfallen.

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Narrisch

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Vor den anderen 3 genannten "alten" falle ich ehrfurchtsvoll auf die knie.
ich hätte vielleicht oben deutlicher dazu schreiben sollen das polanski einer der goßen alten ist aber der schatten seiner vergangenheit das bild für mich zu sehr trübt.


DerFilmeKenner

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Das Mädchen, dass mitlerweile erwachsen ist, hat im veziehen. Außerdem ist er kein Wiederholungstäter. Für mich ist der Fall jedenfalls erledigt.


alanger

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roman p hat (so ganz für mich) ab dem mieter nix mehr gemacht mit dem "polański-touch". zur not noch 'frantic'. der rest ist beliebig. schade aber wahr. und ich bin großer anhänger der frühen filme ...bis zum mieter.

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Claudia :)

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Ja ein Hoch auf die Alten !!... Ich hoffe, dass sie mindestens 120 werden, so haben wir noch lange was von ihrem filmerischen Genius...

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