Shutter Island

Shutter Island (2010), US Laufzeit 138 Minuten, FSK 16, Thriller, Drama, Kinostart 25.02.2010

noch nicht bewertet

Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
7.1
Kritiker
80 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.7
Community
35982 Bewertungen
551 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von Martin Scorsese, mit Leonardo DiCaprio und Mark Ruffalo

In Shutter Island von Martin Scorsese soll Leonardo DiCaprio als FBI-Ermittler in einer Psychiatrie ermitteln. Dort stößt er nicht nur aus mysteriöse Zwischenfälle sondern auch seine inneren Dämonen.

1954 befindet sich der Kalte Krieg zwischen den Großmächten auf seinem Höhepunkt. U.S. Marshal Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio) wird mit seinem neuen Partner Chuck Aule (Mark Ruffalo) nach Shutter Island beordert. Dort sollen sie klären, wie es einer brillanten mehrfachen Mörderin gelingen konnte, aus einem abgeschlossenen Zimmer des eigentlich absolut fluchtsicheren Ashecliffe Hospital zu entkommen und spurlos zu verschwinden. Auf der abgelegenen, vom Wind gepeitschten Insel, umgeben von untersuchenden Psychiatern und gefährlichen psychopathischen Patienten, erwartet die Marshals eine unheimliche, explosive Atmosphäre. Eine Atmosphäre, die andeutet, dass hier nichts so ist wie es scheint. Während ein Hurrikan aufzieht, kommen die Ermittlungen schnell voran. Doch als der Sturm immer intensiver wird, immer neue Verdächtigungen und Rätsel aufkommen, steigen mit jeder weiteren Enthüllung auch Spannung und Schrecken an. Hinweise und Gerüchte tauchen auf von dunklen Verschwörungen, von hässlichen medizinischen Experimenten, repressiver Bewusstseinskontrolle, geheimen Klinikstationen, vielleicht sogar von Spuren übernatürlicher Vorgänge, doch Beweise dafür gibt es nicht. In den düsteren Schattenzonen einer Klinik, die wie ein Spuk nicht nur von den schrecklichen Taten ihrer gerissenen Patienten, sondern auch den undurchschaubaren Absichten ihrer nicht minder raffinierten Ärzte heimgesucht wird, spürt Teddy, dass er gezwungen sein wird, sich seinen tiefsten und schrecklichsten Ängsten zu stellen, je weiter er mit seinen Ermittlungen vordringt. Und es wird ihm bewusst, dass er die Insel vielleicht nicht mehr lebend verlassen wird.

Shutter Island ist bereits die vierte Zusammenarbeit von Regielegende Martin Scorsese mit Superstar Leonardo DiCaprio nach Departed – Unter Feinden, Gangs of New York und Aviator.

  • 37795279001_1859525538001_th-50616557c7e7b0e4d11572d8-1592194031001
  • 37795279001_1860819519001_th-5061dda0c569b0e4d04b669f-782203302001
  • Shutter Island - Bild 6458724
  • Shutter Island - Bild 6458710
  • Shutter Island - Bild 3875627

Mehr Bilder (24) und Videos (7) zu Shutter Island


Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kritiken (26) — Film: Shutter Island

Medienjournal: Medienjournal-Blog.de

Kommentar löschen
10.0Herausragend

[...] Schon in den ersten Minuten schlägt Shutter Island den Zuschauer mit präzisen, starken Bildern und einem wuchtigen Soundtrack in seinen Bann. Scorsese beweist hier schon sehr bald einmal mehr, dass er sowohl ein Händchen für die Schauspielerauswahl besitzt, als auch für Bild- und Tonkompositionen, respektive für Personen, die ihr Handwerk verstehen und seine Version des Films adäquat umzusetzen wissen. So unvermittelt wie wir in die Geschichte geworfen werden, so unvermittelt beginnt auch die Zusammenarbeit von Daniels und Aule aka Leonardo DiCaprio und Mark Ruffalo, die, obwohl Ruffalo zuweilen zum reinen Stichwortgeber degradiert wird, eine schöne und überzeugende Chemie untereinander entwickeln. [...]

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

SoulReaver: CinemaForever

Kommentar löschen
9.0Herausragend

[...] Bei der Suche nach Wahrheit lebt der Film durchgehend von der tragenden Darstellung DiCaprios und von der bedrückenden Atmosphäre. Eine Flucht von der Insel ist unmöglich. Zu weit ist der Weg zum Festland und zu hoch sind die Klippen. Man kann sich zwar verstecken, doch das Entkommen selbst ist unmöglich. Sobald der Sturm aufzieht und die Insel kontrolliert, zeigt sich nicht nur die unbändige Kraft der Natur, sondern auch Teddy Daniels Charakter wird immer weiter verschoben und verdreht, um sich immer tiefer in sein eigenes Chaos zu stürzen. Seine Vergangenheit wird zum Gegenwartsgefühl. Realität und Traum werden vermischt und das Fünkchen Wahrheit, welches an jedem dieser Momente haftet, muss Stück für Stück sorgfältig zusammengefügt werden. [...]

Kritik im Original 26 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

regiseurin

Antwort löschen

Ja das Gesamtergebnis is dadurch zum Glück nicht beeinträchtigt =)


SoulReaver

Antwort löschen

:)


evants.com: eventsandtrends.com

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

In Tradition Alfred Hitchcocks hat Regisseur Scorsese einen düsteren Psychothriller gedreht, der durch Noir-Elemente, gekonntem Einsatz des Scores, starker Kameraarbeit und einer nicht leicht zu durchschauenden Story von Anfang an Spannung aufbaut. Scorsese lässt den Zuschauer die Handlung die meiste Zeit aus Sicht der Figur des "Teddy" Daniels erleben, sodass die Blickwinkel anderer außen vor bleiben. Was ist Wahrheit, was nicht? Die Puzzleteile setzen sich erst langsam zusammen, bis die Handlung auf ein unerwartetes Finale zusteuert. Düster, spannend, unterhaltend - das ist "Shutter Island".

Kritik im Original 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

Klangarchitekten

Antwort löschen

Den "Score" finde extrem aufdringlich eingesetzt. Man nimmt ihn separat wahr, und dadurch unterstützt er nicht den Aufbau der düsteren Atmosphäre.


JonnyvsSherlock

Antwort löschen

Er kam mir auch erst etwas aufgessetzt vor. Doch dann verhalf er dem Spannungsaufbau durch die Musik so zur Perfektion, dass ich mich an die krachige Stimmung gewohnt hatte. Sehe ich sehr positiv!


the gaffer: the-gaffer.de

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

"Shutter Island" droht zum einen, auf den erwähnten Twist reduziert, zum anderen als Genre-Übung eines Altmeisters abgetan zu werden. Die einen bemängeln die Vorhersehbarkeit (dazu später mehr), die anderen die oberflächlichen Freuden, welche er bietet. In jedem Fall aber ist “Shutter Island” ein absolut typischer Scorsese und dieses Urteil bezieht nicht nur seine Markenzeichen, sondern auch seine wiederkehrenden Problemzonen mit ein.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Mr Vincent Vega: Die 5 Filmfreunde, gamona, ...

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Üppiges Ausstellkino voller "Guck mal hier und guck mal da"-Momente, das sich neben genretypischen Trash-Einlagen und sogar milden Naziploitation-Elementen beinahe pausenlos durch die Filmgeschichte manövriert und beherzt zum großen Erkennungsraten einlädt (Extrapunkte für die obligatorischen Powell/Pressburger-Referenzen). An der Geschichte des bewusst irreführend als Psychothriller vermarkteten Films hat Martin Scorsese offenbar keinerlei Interesse, fast hämisch führt er sie vor und fügt ihr nach und nach konfuse und völlig irrelevante Details bei, ehe sich das Gedankenkonstrukt auch als solches zu erkennen gibt – inklusive eines Schlusstwists, der keiner ist, sondern bereits von der ersten Szene an entsprechend vorbereitet wird (wunderbarer Kommentar zur lausigen Blendwerkdramaturgie der vielen Twistorama-Stinker in den letzten Jahren!), bis dann doch noch eine zweideutige Wendung nach der Wendung folgt und sich der Film somit durchaus raffiniert als absolut gradlinig erweist. [...]

Kritik im Original 13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

Kommentar löschen
10.0Herausragend

«Shutter Island» ist durch die vielschichtige Handlung, die perfekte Inszenierung und die überragenden Schauspieler ein meisterhaftes Kunstwerk.

Kritik im Original 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

mdaxx

Antwort löschen

Ja meiner Meinung nach nicht :D da ich fand das es ein unzureichendes Ende gab ;)


Elisabeth Maurer

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

...Scorsese zeigt in den Filmen DiCaprio als Mann, der gegen äußere Mächte seine Identität und seine Weltvorstellung zu verteidigen sucht, ohne dabei die Übersicht und die Kontrolle zu verlieren. Mit Shutter Island aber vollzieht er eine Wendung. Um dies zu erzählen, läßt er die Zuschauer durch seine Sicht sehen und mit ihm sehr langsam die reale Wahrheit erkennen. So zweifelt auch das Publikum bis zum Schluß. Dies liegt an der Art der Inszenierung, die den Zuschauer psychisch und körperlich den Weg der Hauptfigur mitfühlen läßt. ...

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten

Elisabeth Maurer

Antwort löschen

... man kann doch noch was ändern, habs grad etwas entschärft, hoffentlich ists ok so...


Christian Alt

Antwort löschen

tststs :D


beetFreeQ: http://blog.freeqnet.de/

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Das Paar Scorsese/DiCaprio ist ein eingespieltes Team, das merkt man dem Streifen zu jeder Sekunde an. Während der erfahrene Regisseur locker eine perfekt düstere Grundstimmung zwischen Psychothriller und Film Noir aus dem Ärmel schüttelt, spielt DiCaprio einen sehr überzeugenden Marshall, der durch seine Migräne und die Anspannung mehr und mehr zu einem psychischen Wrack wird. Die Story schafft es sogar durch geschickte Kniffe und Details, meine Theorie über das Ende des Films über den Haufen zu werfen und mich am Ende doch nur mit Anstrengung wieder davon zu überzeugen, dass ich Recht hatte, nur um doch noch in einem kleinen Fragezeichen in den Abspann überzugehen.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Ruuthi41

Antwort löschen

Echt gut ausgedrückt, was das Ende anbelangt!


Corsovilla: SchönerDenken

Kommentar löschen
5.0Geht so

Scorsese malt diesen Psychothriller mit dickem Pinsel – und das gilt gleichermaßen für Kameraführung, Ausstattung, Score und Dialogpathos. Das kann einem zuviel werden, muss aber nicht. Und so ist “Shutter Island” für den einen ein gelungener Genrevertreter und für den anderen schwer erträgliches Psychogelaber im Pseudo-Noir-Gewand. (Mehr im Podcast)

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Kubrick_obscura: CinemaForever

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Die größte Hürde, die Scorsese zu bewältigen hatte, war das Überwinden der Genre-Grenzen. Von einem Regisseur seines Kalibers erwartet man keinen einfachen Genrefilm mit dem man sich nur mal die Zeit vertreiben will. Doch stellt sich "Shutter Island" förmlich die ganze Zeit als nichts anderes dar. Es werden alle möglichen Klischees zelebriert, bekannte Filmtricks geremixt, ein Mash-Up aus Filmen aus Scorseses Jugend.
ACHTUNG SPOILER!
Allerdings entblößt sich mit der Schlusswendung, dieses vorgefertigte Konzept, der Film wird sichtbar, die Bilder werden hohl. Es ist die Entmystifizierung des Helden sowie seiner Welt in der es weder Gott noch Moral nur Fortschritt, Wissenschaft und Medizin gegen alles gibt. Das geträumte Leben als filmisches Werk, als würde DiCaprio mit der Hand nach dem Publikum greifen und sie fragen warum er in einem Rahmen gefangen ist. Besonders zum Ende hin, tief-traurig, entblößt sich das "Verrückt-Sein" doch nur als eine Betäubung innerer Wunden, die nicht verheilen wollen. Sie sollen nicht verheilen, sie können es nicht. Manche Verluste können nicht überwunden werden.

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Flibbo: Wie ist der Film?

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

[...] Die Fakten: „Shutter Island“ arbeitet mit Überraschungen, deren Wirkung fast allein über Bestehen oder Durchfallen beim Zuschauer entscheidet. In jedem Fall nicht zu vergessen ist dabei die gelungene Atmosphäre. Nicht allzu sorgfältige Spezialeffekte werden durch eine auf sehr interessante Weise fast minimalistische Tonkulisse, eine detailgespickte Inszenierung und die namhafte Besetzung locker ausgeglichen. Leonardo DiCaprio spielt seit nunmehr etwa zehn Jahren, meistens unter Scorseses Fittichen, gegen sein „Titanic“-Bubi-Image an und ist damit immer glaubwürdiger geworden. In „Shutter Island“ krallt er sich fast allen Raum der Szenen für eine recht fesselnde Darbietung, die den Psychothriller erst zum Psychothriller macht. Marc Ruffalo („Zodiac – Die Spur des Killers“) ist als Sidekick sympathischer Durchschnitt. Viel Präsenz gibt es dafür dann noch von einem schön subtilen Ben Kingsley („Lucky#Slevin“). [...]

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

David Edwards: Daily Mirror David Edwards: Daily Mirror

Kommentar löschen
9.5Herausragend

Nur wenige Regisseure erreichen mit ihren Filmen sofort den selben Level fast universeller Spannung wie die Martin Scorseses. [...] Er erfüllt nicht nur die wünsche des breiten Publikums, sondern auch die von eingefleischten Cineasten. [...]

Marty hat es wieder vollbracht, einen fesselnden und wirklich schön gemachten neo-Noir abzuliefern, der mit den umwerfendsten visuellen Effekten stolziert, die man in diesen Jahren im Kino gesehen hat.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

[...]Mit „Shutter Island“ hat sich Marin Scorsese an die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Dennis Lehane gewagt, der sich auch für die literarische Vorlage für Clint Eastwoods Rache-Epos „Msytic River“ verantwortlich zeigt. „Shutter Island“ ist mit Sicherheit kein ganz typischer Scorsese, schon allein weil man sich nicht des Eindrucks erwehren kann, dass Scorsese von der ersten Sekunde an auf das Stilmittel handwerklicher Übertreibung setzt. Wenn die beiden Marshalls in den ersten Minuten des Films zum düsteren Anwesen der Anstalt gefahren werden, während sich der drohende Sturm bereits ankündigt, dann wird dies von Scorsese mit einem krachenden Score unterlegt, der die gewollte Anlehnung von „Shutter Island“ an die Filmgeschichte geradezu überakzentuiert. In dieser Art und Weise geht es dann über die gesamte Spielzeit weiter, ob es sich nun um den Regen handelt, der mit unvermittelter Wucht auf die Dächer prasselt, oder ob es die gellenden Schreie sind, die immer wieder aus der Dunkelheit der ominösen Station C hallen. Scorsese gefällt sich in „Shutter Island“ offensichtlich darin, sich in einer ausdrucksstarken Bildsprache zu verlieren. Man sollte dies zwar nicht als ziellose Experimentiererei fehldeuten, dafür sitzt nach wie vor quasi jedes Bild, jede Szene perfekt, aber die immer wiederkehrenden Momente in denen Scorsese Asche oder Papier kunstvoll durch die Luft tanzen lässt, verleihen „Shutter Island“ immer wieder einen sehr expressionistischen, für Scorsese durchaus untypischen, Touch.[...]

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

Shutter Island ist technisch meisterhaft, wie es nur ein Film vom visionären Regisseur Martin Scorsese sein kann, und ein fast unerträgliches Maß an Spannung siedet und bricht gelegentlich in den zwei Dritteln des Films aus. [...] Aber es gibt auch Schwachpunkte. Wenn sich der Film auf die Irrenanstalt fokusiert, die düstere Geschichte - eine Hitchcockian Einstellung nach Dennis Lehanes Roman - ist nervenaufreibend und erbarmungslos. Aber sie verliert an Dampf wenn der Film sich in Rückblenden schlängelt und eine treffende Lösung hilft da nicht.[...] Trotz der Makel, Shutter Island ist es wert sich die fühlbare beklemende Welt die Scorsese erschaffen hat anzusehen.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

jlorenz1

Antwort löschen

beklemende > beklemmende


Julio Sacchi: Das Manifest

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

Hochglanztrash mit unwiderstehlichem Setting, der sein enormes Potenzial dank einer erstaunlich planlosen Regie nicht im Ansatz auszuschöpfen vermag. Scorsese entfernt sich seit nunmehr 20 Jahren immer weiter von der Grandiosität, die ihn in den 70ern und 80ern ausmachte und liefert kaum noch akzeptable Routinearbeit ab, mit erheblichen Timingproblemen, einem sagenhaft ruppigen Schnitt und höllischen Computer-Rückpros - alles Sachen, die man einem weniger beleumundeten Regisseur mit Recht um die Ohren gehauen hätte. Nach einer enervierend holprigen ersten Dreiviertelstunde kriegt SHUTTER ISLAND dann doch noch etwas Grip, aber letztlich ist manches zu kurz, vieles zu lang und die schlußendliche Auflösung wohl für keinen, der in den letzten Jahren im Kino war, eine echte Überraschung. Ein sturer DiCaprio müht sich redlich, das Ganze zusammenzuhalten, während sein Kollege Mark Ruffalo im schlimmen Bill Paxton-Modus ganz schön abfällt. Der Fels in der Brandung heißt Ben Kingsley; der packt den Film ein und nimmt ihn mit nach Hause.

13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Filmsuechtiger

Antwort löschen

Ben Kingsley als Fels in der Brandung ist ganz klasse geschrieben! Mein Lacher des Tages!


Christoph Huber: Die Presse Christoph Huber: Die Presse

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Shutter Island ist Scorseses Hommage an die Albtraumfabrik, ein Schwelgen in Krimi-Abgründen und Horrorhistorie: von Hitchcock zum italienischen Farbkünstler Mario Bava, von Sam Fullers hysterischem Irrenhausklassiker Shock Corridor zu Schauerstücken von Val Lewton. [...] Bis in den zwiespältigen Schlusssatz zelebriert der Filmemacher grandios eine seiner zentralen Obsessionen: das Kino als Ort des Grauens und der Gnade.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Martin Thomson: Schnitt Martin Thomson: Schnitt

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Ein zerfallender Film(alb)traum ist Scorsese hier gelungen. Als würde David Lynch zu den Filmen von Fritz Lang träumen. Als wären diese Träume, in denen alles Körperliche metaphorisch und alles Metaphorische physisch wird, in den Bilderlabyrinthen von Stanley Kubricks Shining gefangen und als würde Hitchcock die Lebenden aus ihrer obszönen Lust heraus ihren Geist sehen zu wollen, bestrafen. Es ist der Alptraum eines Filmhistorikers, aber auch der Alptraum eines katholischen Filmemachers, den Scorsese mit Shutter Island träumt. Von Caligari zu Hitler und wieder zurück: Zur Insel, weit vorbei an dem filmischen Ethikunterricht eines Saving Private Ryan und nur knapp vorbei an der ätzenden Pop-Historie eines Inglourious Basterds zur Shutter Island.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Gerrit Booms: Schnitt Gerrit Booms: Schnitt

Kommentar löschen
5.5Geht so

Scorsese scheint über all den Zitaten, Referenzen und Ausstattungsideen vergessen zu haben, daß sich Bedrohung eigentlich nur durch innere Logik breit machen kann. Erst, wenn etwas tatsächlich und verständlich nahe kommt, erzeugt es auch Spannung. Doch rund um den omnipräsenten US-Marshall DiCaprio, entschuldigung, Teddy Daniels bleibt alles abstrakt.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Xander8112: Xanders Blog

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

[...]
Shutter Island macht nicht wirklich viel aus seinen Möglichkeiten, was schade ist. Man hätte die Geschichte mit Sicherheit straighter und mit technisch ausgereifteren Mitteln erzählen können. Vielleicht fehlte mir da ja auch, um es mal so zu sagen: der Zugang zu dem Film. Aber so richtig begeistert bin ich nicht.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Ulrich Behrens

Kommentar löschen
10.0Lieblingsfilm

Scorseses "Standard-Crew" – vor allem Dante Ferretti und Thelma Schoonmaker –, aber und besonders auch Robert Richardson hinter der Kamera zaubern eine düstere Atmosphäre, die an die besten Traditionen der Filmgeschichte nahtlos anknüpfen kann. Dass Scorsese dabei an alt bewährte Mittel anknüpft, stört mich nicht im geringsten. Denn hinzu kommt, dass die Art und Weise, wie er diese Geschichte erzählt, sich in diese Atmosphäre nahtlos einfügt.

Es mag sein, dass mancher, der den Roman nicht kennt, trotzdem schon bald ahnt, welche Lösung die Geschichte in sich birgt. Aber selbst wenn dem so sein sollte, bleibt "Shutter Island" ein visuelles und erzählerisches Ereignis auf höchstem Niveau.

Die Geschichte führt den Betrachter auf viele Fährten. Spuren werden überall gelegt, ziehen sich weiter durch die Handlung, verknüpfen sich mit anderen Spuren, verlieren sich hier und da. Wie ein Labyrinth entfaltet sich die Suche nach einer verschwundenen Frau. Wie ein…

Kritik im Original 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

An.Ba.

Antwort löschen

Dazu gibt es wirklich nichts mehr zu ergänzen. Doch muss ich nochmals auf das Ende deuten, denn wirklich, man denkt man hätte alles durchschaut, jetzt käme die Rettung, der Kampf, die Zwiesspalt und dann eine solche 180 C -wendung.
Eigentlich bin ich filmen mit solchen wendepunkten und besonders mit solchen endings abgeneigt, doch wie kann man bei einer solchen story, solchen, dem zuschauer klar gestellten fragen, welche gleichzeitig fein eingefedelte Fallen sind und den Rätseln um die vermisste Frau, die am Ende doch gar nicht so eine große Rolle spielte, abgeneigt sein?
Für mich ein Meisterwerk der Filmkunst.


Alle Kritiken (26)


Kommentare (525) — Film: Shutter Island


Sortierung

HaleyJames

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Woah was habe ich da gesehen. Ist jetzt zwar ungefähr schon nen Jahr her als ich ihn das Erste mal sah, bin aber immernoch ziemlich begeistert.

Leonardo Dicaprio spielt sensationell gut. Ich mochte ihn gar nicht so besonders, bevor ich diesen Film gesehen habe.

Der ganze Handlungsstrang lässt einen von Anfang bis zum Ende nicht mehr los und man ist einfach nur gespannt, was da jetzt für ein kranker Sch... bei raus kommt.

Sehr, sehr guter Film!!!

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Splashy

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Nun bin ich endlich mal dazu gekommen "Shutter Island" anzuschauen.
Aufgrund der gute Bewertungen hier auf moviepilot hatte ich ihn schon längere Zeit auf meiner Liste und bin auch mit entsprechend hohen Erwartungen an den Film ran gegangen.

Und ich muss sagen, er hat die Erwartungen mehr als übertroffen! Obwohl man nach relativ kurzer Zeit schon ahnen konnte, auf was es hinausläuft, ist die Story trotzdem unglaublich genial! Spannend, mysteriös und ständig Verwirrung stiftend, was die Spannung umso mehr erhöht.
Auch das Setting ist einfach nur perfekt, denn es erzeugt genau die richtige Atmosphäre.
Atmosphärisch fällt mir spontan als Vergleich nur "Der Name der Rose" ein. Denn dort schafft man es genauso mit einfachsten mitteln, wie einem Unwetter und einem von der Außenwelt abgeschotteten Handlungsort eine wahnsinnig dichte, beklemmende Atmo zu kreieren.

>> Was ist besser. Als Monster zu leben, oder als Held zu sterben? <<
... der perfekteste Abschlusssatz den ich mir vorstellen kann! Einfach Genial!

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Mr.Scarface

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Shutter Island ist ein spitzen Film, ich habe ihn mir angesehen ohne zu wissen worum es überhaupt geht und muss sagen das er mir sehr gut gefallen hat. DiCaprio spielt super und bringt die Verwirrung seines Charakters super rüber, die Wendung am Ende habe ich nicht erwartet. Natürlich habe ich mir schon gedacht das am Ende etwas Besonderes kommt, aber mit einem Ende wie diesem habe ich nicht gerechnet. Das Ende mag für manche zwar etwas zu simpel oder zu einfach sein, aber genau das macht den Film meiner Meinung nach so gut.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

furkan.oezbek

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Dieser Film ist einfach Unglaublich und als MIndfuck zu kennzeichen

Das Ende verwirrt mich immernoch wer mir helfen kann schreibt bitte ein Kommentar.
Ist jetzt Di Caprio ein Psycho oder der Cop?
Oder ist er beide?
BITTE HELFEN ICH BIN ZEIMLICH VERWIRRT!

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten

concienda

Antwort löschen

Wenn du das so sagst. Ich hab den Film schon länger nicht mehr gesehen, und hab den auch nur noch grob im Kopp


JJGittes

Antwort löschen

-----SPOILER----

- Also sein Partner war in Wirklichkeit sein Arzt. Was die Ärzte ihm in seinem Bett am Ende erkärt haben stimmt alles. Er IST verrückt. Er WAR ein Polizist. Seine Frau hat wirklich die Kinder getötet und DiCaprios Charakter ist daraufhin auch wirklich durchgedreht und hat sich die ganze Geschichte auf der Insel zusammengebastelt (wie es der Arzt ihm erklärt). Doch jetzt kommt das wirklich Krasse am Film: Auf dieser Insel machen sie wirklich Experimente mit dem Gehirn wie die Nazis damals.

DiCaprio ist also zwar verrückt, hat aber immernoch das Gespühr eines echten US-Mahsralls. :-)


smartyx

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Oh man, krasser Streifen.
Ich hatte den Film vor Urzeiten aufgenommen und jetzt war er endlich dran, gesehen zu werden. Ich habe keine Beschreibung vorher gelesen und habe mit niemandem vorher über den Film gesprochen und so wusste ich nicht, was mich da erwartet.
Und ja, ich war über das Ende überrascht.
Und ja, ich war etwas geflahst.
Und ja, ich weiß nicht was ich davon halten soll.
Ich schanke zwischen großartig und grottenschlecht....

Dann versuchen wir uns doch mal an ein Urteil heranzuarbeiten:
Über die schauspielerische Leistung der Protagonisten muss man nicht diskutieren. Die ist 1A mit 3 Sternchen. Bisher habe ich DiCaprio eher in Filmen gesehen, die für den Kopf nicht so anspruchsvolle Kost waren aber durchaus nicht meine Zustimmung gefunden haben. Ich verweise da auf die allgegenwärtige Diskussion um "Titanic" und meine schlechten Erfahrungen bei "Catch me if you can". Diese Zusammenstellungen von Bewegtbildern haben bisher keinen guten Eindruck des Frauenschwarms bei mir hinterlassen. Aber wie ich sehe, ist das durchaus eine Meinung, die ich überdenken sollte.
Fast in die gleiche Richtung geht es mir mit Hr. Kingsley. Ich habe ihn als ewigen Bösewicht in Erinnerung gehabt (ich verweise auf "Sneakers - Die Lautlosen") und bin daher davon ausgegangen, dass dies auch bei diesem Film der Fall ist. Aber ich merke schon: Meine ständige Unterscheidung in schwarz und weiß sollte ich langsam mal über Bord werfen. Aber das ist die Konsequenz, wenn man teilweise nur 0 und 1 kennt.... Ich verspreche hiermit, nun auch grau in meine Farbpalette mit aufzunehmen und gestehe mir zu, dass Hr. Kingsley auch Rollen von Nicht-Bösewichten spielen kann! Dabei fällt mir ein, dass im Meisterwerk eines gewissen Spielberg, dass gern an Feiertagen gezeigt und stets aus Respekt auch von privaten Fernsehsendern werbefrei ausgestrahlt wird, ebenfalls ein Beispiel ist, was deutlich macht, dass einige Schauspieler - inkl. Ben Kingsley - auch Rollen von Helden spielen kann. Und die Liste lässt sich beliebig fortsetzen, dessen bin ich mir sicher.

Ich bin eigentlich kein Fan von Brainwash-Filmen. Damit meine ich Filme, bei denen man, nachdem man sie gesehen hat, erst kurz mal vor den Spiegel treten muss um zu schauen, ob man noch genauso aussieht, wie beim letzten Blick in den Spiegel. Denn es könnte ja sein, dass man nur deswegen den Film so schräg fand, weil man selber schräg ist und nun plötzlich feststellt, dass das die Realität ist, also der Film quasi zur Wahrheitsfindung beigetragen hat.
Shutter Island ist für mich auch so ein Film. Man glaubt, man versteht alles. Naja, da sind so ein paar Szenen, die machen nicht wirklich Sinn. Oder sie sollen ablenken. Doch dann fügt sich das Bild am Ende doch irgendwie zusammen. Und man hat jetzt irgendwie den Drang, den Film nochmal von Anfang an zu schauen um zu prüfen, ob das denn wirklich sein kann. Zugegeben, nicht jeder Film kann das. Aber das ist auch nicht die Frage. Der springende Punkt ist: Wie finde ich das. Ich machs kurz und bleibe höflich: Nicht so toll.
Ungeachtet dessen muss ich dem Film Respekt zollen. Ich habe bis zum Ende nicht gedacht, dass er so endet. Ich habe nicht erwartet, dass er in diese Richtung abdriftet. Sicher, am Ende bleiben noch Fragen ungeklärt, aber damit kann ich leben.
Natürlich bin ich auch nicht davon ausgegangen, dass es so ein unvorhersehbarer Streifen ist.... Jaja, einige der Zuschauer wussten nach den ersten Szenen, was Phase ist. Mir ging es aber nicht so.

Ich habe mich nun dazu entschlossen, mehr eine positivs Bewertung abzugeben.
Ob ich den Film weiterempfehle: Ja, unbedingt.
Ob ich den Film unbedingt noch einmal sehen möchte: Nein, nicht wirklich.

Schräg, oder....?

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

123Filmfreak

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Leonardo diCaprio hat das geschafft was einige andere noch schaffen müssen. Von einem von Männern verpöhnten Frauenschwarm zu einem richtigen Hollywoodstar (Damit möchte ich nicht sagen, dass er in Titanic nicht gut gespielt hat). Dies zeigt er auch wieder in diesem durchweg packenden Film von Martin Scorsese, in welchem er, meiner Meinung nach sogar eine noch bessere Schauspielleistung gezeigt hat als in Inception aus dem selben Jahr.

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

leberwurst

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Wow!
Das war dark.
Und Leo machte seine Sache unglaublich gut!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Baumkopf Holzfaust

Antwort löschen

UNd deutlich besser als "Inception"


mrknut

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Ich habe diesen Film etwa 1/2 bis 1 Jahr nach Kinostart zuhause geguckt. Völlig unwissend worum es in diesem Film geht, was der Titel bedeutet bin ich ohne Erwartungen und Vorwissen an das Ganze ran gegangen.

Wie man meiner Bewertung sicher entnehmen kann hat der Film mich voll und ganz überzeugt. Einer der wenigen Filme wo wirklich nie auch nur ein Hauch Langerweile aufkommt. Da ich ein Fan von "Mindfuck-Filmen" bin (ich nenne Sie einfach mal so) und ich wirklich erst am Ende verstanden habe was Sache ist hat dieser Film mich absolut geflasht. Das Ende und die Gedanken die dieser Film bei mir ausgelöst haben waren einzigartig. Allgemein, was dieser film an Atmosphäre, Spannung, Tiefsinn und Charakteren zu bieten hat ist zwar nicht einzigartig aber sehr sehr selten. Ich kann diesen Film jedem unvoreingenommenen Filmliebhaber empfehlen!

So kam es übrigens auch, dass dieser Film den Weg in meine kleine aber, wie ich finde, qualitativ sehr hochwertige Blu-Ray Sammlung gefunden hat (<20 Filme).

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

steffeck

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Persönlichkeitsverlust. Ängste. Wahnvorstellungen. Gefangene. Experimente. Mörder. Irre. Isolation. Schrecken. Ausweglosigkeit…und und und.
„Shutter Island“ lebt von der Spannung, der düsteren Stimmung auf der mysteriösen Insel und der verdächtigen Anstaltsleitung, die ein wenig suspekt wirkt. Doch die meisten Schockmomente werden nicht einfach bis zum Höhepunkt getrieben und glorreich aufgelöst. Sie werden mit in die nächste Sequenz genommen, oder aber verpuffen einfach und die nächste spannende Sequenz baut sich bereits überleitend auf.
Alles wirkt beklemmend und die Verschwörungstheorie um eine Vertuschungsaktion macht alles noch spannender. Es ist ein Trip in den zerebralen Wahnsinn.
Diese schaurige, penetrante und atonale Musik weckt ein Unwohlsein beim Zuschauer und hilft, die Stimmung noch zu vertiefen.
Diese Atmosphäre und das Hineinversetzen in den Protagonisten verlangt einem einiges ab, aber es ist genau das Richtige für diesen Film, für diesen Psychothriller. In „Shutter Island“ setzt Scoresese den Protagonisten, gespielt von Dicaprio, perfekt in Szene. Er verkörpert die Figur des Marshal Teddy Daniels sehr gut, aber ich erwartete von ihm auch nichts anderes. Aber auch die Nebendarsteller bringen gute schauspielerische Leistungen an den Tag.
Doch es gibt keine Momente, die große Empathie ans Tageslicht dringen lassen. Es werden zwar schon schockierende Bilder gezeigt, wie z.B. im KZ, doch ohne jegliche Emotion bezüglich Teddys Zustand beim Rezipienten auszulösen. Man schaut zwar sehr interessiert zu, jedoch ohne gefühlsmäßig involviert zu sein. Dies ändert sich jedoch nach, oder während der Auflösung.
Auch diese befremdliche Montage, diese Jumpcuts passen perfekt. Es wirkt, als wäre es das Gesamtkonzept des Films gewesen. Es schießen eindringliche Bilder in den Kopf. Man bekommt das Gefühl, es geht eigentlich um etwas ganz anderes, als um das, was man gerade zu sehen vermag.
„Shutter Island“ geht tief in die Materie. Er überzeugt auf mehreren Ebenen, wirft moralphilosophische Fragen auf und lässt den Zuschauer staunen.
Beim Zuschauer bleiben während des Films Fragen offen. Ist der Mensch von Natur aus bösartig? Was ist die Wirklichkeit? Zeugnis eines Gestörten oder Resultat dubioser Pillen? Und worum zum Teufel geht es jetzt überhaupt?! Zweifel und Skepsis machen sich breit im Gemüt des Rezipienten.
Es muss gesagt werden, dass die verschachtelte, bewusst diffuse Handlung im Endeffekt in Schall und Rauch aufgeht, ohne nennenswerte Denkanstöße über das Oberflächliche hinaus zu liefern. Den Twist sieht man kommen, bevor er sich überhaupt ordentlich angekündigt hat. Aber das mindert den Genuss des Films nur bedingt, eventuell steigert es diesen sogar: Denn die fantastische Inszenierung des Wahnsinns, die einem hier dank kunstvoll surrealem, streckenweise geradezu expressionistischem Handwerk an allen Fronten geboten wird, ist nicht an die Beschränkungen einer Story gebunden.
Traumsequenzen, Fieberträume…alles im Flair eines schlechteren 40er-Jahre Films. Doch es wirkt fantastisch und absolut passend. Es ist ein anstrengender Film, aber ein guter und sehr intensiver. Kino in einer sehr schizophrenen Form, was sehr kraftvoll, aber dennoch authentisch wirkt. Die Normalität wird durch Beiläufigkeiten gebrochen, man muss anfangs noch etwas filtern um festzustellen, was nun Wirklichkeit ist, uns was eine Vision, eine Wahnvorstellung. Doch den Dreh, also was nun Wahn ist, hat man dann auch irgendwann raus.
Zudem spielt er zu einer Zeit, in der man gerade anfing stark medikamentös zu behandeln. Man probierte noch. Was bei solchen „Experimenten“ passiert, sieht man hier sehr gut…
Scoresese liefert ein gründliches Zeitportrait, ein ausgesprochen gründliches Portrait über die menschliche Psyche, darüber wozu Menschen fähig sind und wirkt in einigen Kleinigkeiten wirklich authentisch.

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

po7cus

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Einer der besten Filme die ich für das Thriller Genre gesehen habe. Eine gut aufgebaute und umfangreiche Story, welche für allerdings ein bisschen zu wenig auf die Charaktere eingeht. Die Location ist gut gewählt, wobei mir im späteren Verlauf einige Orte, besonders der Sektor 3 für die Gefangenen nicht besonders gefällt. Ansonsten kann man sagen, dass der Film einen guten (nicht sehr guten) Spannungsbogen aufbaut und er dadurch an keiner Stelle uninteressant wird.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

BOW666

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Anfangs wusste ich nicht was ich von dem Film halten soll, er lag grob auf meinen Händen, ich dachte mir nichts bei als ich ihn jedoch sah...

Erregung im höchsten Maße und eine unmögliche Spannung die den Film weiter treibt, ich war restlos begeistert, ein Twist und eine Einlage die ich kaum für möglich hielt, aber ich muss hinzusetzten, das ich gerne Thriller-Bücher lese daher war mir das Spektakel bestens bekannt, dennoch rüttelt es nicht am dem Film und ich schaue lieber den Film als das Buch, auch wenn das Buch besser war, mit dem Film war man bestens bedient.

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

siltopian7

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

ein guter film bisschen vorhersehbar vorallem in der zweiten hälfte, aber dennoch ein solider guter streifen obwohl ich nach all den vielen lobeshymnen einbisschen mehr erwartet hatte..... kommt auch nicht an caprios anderen filmen wie django oder inception heran dennoch ganz klar einer der besseren filme der letzten jahre!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

philipp.endres.18

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Erst kürzlich wieder gesehen und ich musste leider feststellen, dass ich ein wenig enttäuscht war. Mir fehlte ein bisschen die Spannung und ein bisschen mehr Tiefgang bezüglich des Hauptcharakters. Da ich schon wusste wie der Film ausgehen wird, konnte ich mir andere Schwerpunkte setzten. Und genau hier liegt die Schwäche des Films. Man kann ihn meiner Meinung nach 1-2x schauen, aber danach findet man nichts mehr neues, man wird nicht mehr überrascht.
Dennoch kann der Film in den letzten 20-25 Minuten richtig punkten, da man letztendlich nicht genau weiß, was man glauben kann bzw. soll.
Deshalb gehen die 9 Punkte gerade noch in Ordnung, wenn man beachtet wie er mich beim ersten Mal umgehauen hat.

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Cayopei

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Story nur leidlich spannend, schöne Bilder (wenn auch etwas viel CGI), gute Darsteller, interessantes Setting (obschon "Session 9" im Anstaltsbereich da ungeschlagen bleibt), doch die die ach so erstaunliche Wendung, auf die es knapp 2 Std. zuläuft ist dann eben doch die erwartete. Unterm Strich aber ein okayer Film, wenn auch kein neuer Scorsese-Klassiker.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Benjamin Barker

Kommentar löschen
Bewertung5.0Geht so

Obgleich mich "Shutter Island" bereits damals im Kino nicht überzeugen konnte, da ich die Auflösung nach ca. der Hälfte der Laufzeit erahnt habe, war ich doch gespannt auf die Zweitsichtung, die bei Filmen dieser Art naturgemäß eine neue Sichtweise auf die Dinge mit sich bringt. Allerdings war auch der zweite Versuch nicht von übermäßigem Erfolg gekrönt.

Im Nachhinein lässt es sich natürlich immer leicht sagen, doch in meinen Augen war die schlussendliche Wendung des Films so offensichtlich, dass die Anspielungen bereits nach rund 20 Minuten genervt haben, da sie so offensiv präsentiert wurden. Definitiv kein Film zum öfter Ansehen, da sich bei Kenntnis der Geschichte der Fokus naturgemäß verschiebt und so einige Schwächen erst deutlich werden. Zudem ist der Film, für meine Begriffe, viel zu überladen, sei es inszenatorisch (gut zu sehen an der Insel-Ankunft zu Beginn, dessen aggressive musikalische Untermalung den Zuschauer offensichtlich in die Flucht schlagen wollte) und im weiteren Verlauf des Films auch primär inhaltlich. Die ständigen surrealen Einblendungen, Traumsequenzen oder Rückblenden ins KZ mögen ja optisch schon anzusehen zu sein, bremsen jedoch aufgrund ihrer viel zu hoch angesetzten Anzahl den Plot spürbar aus. Darüberhinaus waren sie für meinen Geschmack auch viel zu überladen mit platter Metaphorik. Unter all' dem muss leider auch DiCaprio leiden, denn spätestens in der zweiten Hälfte hat der Film bei mir einen Großteil seiner Glaubwürdigkeit eingebüßt, sodass auch sein anfänglich authentisches Spiel nach und nach in leichtes Overacting umschlägt. Von Michelle Williams ganz zu schweigen.

"Shutter Island" ist natürlich kein komplett reizloses Unterfangen, allein schon das Setting ist eine Wucht und auch der letzte Twist ist, gerade in seinen Details, durchaus gelungen. Trotz allem wundert mich der extreme Hype um diesen Streifen, da er sich, in äußerst plakative Bildsprache gekleidet, für weit hintersinniger und undurchschaubarer hält, als er im Endeffekt ist. Der so wenig subtile Stil mag nur mir nicht zusagen, doch störte mich primär die Vorhersehbarkeit der Story. Mir fehlte hier eine ganze Menge an Fingerspitzengefühl, denn mit welcher Offensichtlichkeit man den Zuschauer bereits in der ersten Hälfte auf den inneren Kern hinweist, ist erstaunlich - bevor man dann in der zweiten Hälfte die Ereignisse in einer Form aus dem Ruder laufen lässt, die eine andere Entwicklung (bzw ein Verharren auf der ersten Ebene) gar nicht mehr möglich macht.

PS: Unabhängig von meiner persönlichen Meinung zum kollektiven Spott über Hans Zimmers "Inception"-Soundtrack, erhält jener bei Betrachtung der Lobgesänge auf Robbie Robertsons Arbeit hier einen deutlichen scheinheiligen Anstrich.

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Dr. Tyrell

Antwort löschen

Der zweite Erfolg....war kein Erfolg? Na so was aber auch! :-D


Benjamin Barker

Antwort löschen

War schon etwas später. :D Danke für den Hinweis.


DTokarsky

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Spannender Thriller mit einem gewohnt gutem DiCrapio und einem zwar teilweise vorhersehbarem aber dennoch gutem Twist am Ende.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

jenny.gerdes.50

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ich bin wirklich überrascht von "Shutter Island" und das im positiven Sinne. So gut hatte ich mir den Film wirklich nicht vorgestellt. Leonardo DiCaprio glänzt in seiner Rolle/ seinen Rollen (?) und überzeugt von Anfang bis zum Ende. Und das Ende an sich finde ich schon Kunst. Einige meinen, dass es viel zu voraussichtlich gewesen sei, jedoch kann ich so etwas nicht behaupten. Mich hat das Ende durchaus überfallen.
Alles in allem ein sehr gut durchdachter und spannender Film, welchen ich mir auf jeden Fall noch einmal angucken könnte. 9,5 Punkte hat sich "Shutter Island" wohl verdient!

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Croton

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Also ich weiß nicht... Das Ende ist zwar vorhersehbar (es gibt halt einfach zu viele dieser Twistfilme in letzter Zeit), aber das ist nicht das Problem, denn es passt sehr gut zu diesem dunklen Film.

Dunkel sind die Bilder allemal, jedoch waren diese toll gemacht und eindeutig das beste am Film. Im Gegensatz zum Score, der mich in seiner Aufdringlichkeit extrem genervt hat, so oft habe ich selten an der Fernbedienung rumgedrückt, nur weil mir die Musik zu laut oder stressig wurde. Die Story hat diverse Logiklöcher, was angesichts des Sujets dem Film nicht allzu sehr zum Nachteil gereicht.

Bin bezüglich der Wertung echt ziemlich ratlos. "Shutter Island" ist nicht schlecht, er tauchte in meiner Top100 auf und müsste mir von Thema, Machart und Qualität her gefallen. Aber irgendwie habe ich mich durch die mehr als 2h durchquälen müssen, der Funke sprang nicht über und noch nicht mal spannend fand ich ihn. Mit Ach und Krach 6 Punkte, rein subjektiv tendiere ich eher zu 5, objektive Kriterien ergeben den Bonuspunkt...

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

FireAnt

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Wenn man über die offensichtlichen Drehbuch-Schwächen, insbesondere in der konstruiert wirkenden Geschichte und des vorhersehbaren Ausgangs, hinwegsehen kann, bleiben gut zwei Stunden gute Abendunterhaltung dank eines gut aufgelegten DiCaprio und einiger netter filmerischer Einfälle. Alles in allem nichts was man gesehen haben muss, aber für einen gemütlichen Fernsehabend sicherlich die richtige Wahl. Würde so 7/10 ansetzen.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Teezy123

Kommentar löschen
Bewertung5.5Geht so

hm.. naja... Leo spielt herausragend, keine Frage...
Allerdings ist der Film dermassen vorhersehbar und wirkt unglaublich aufgesetzt, dass sich schnell Langeweile breit macht.
Und das Ende ist leider auch komplett in die Hosen gegangen...
schade, weil da wäre mehr drin gewesen
Fazit: Einmal gucken reicht völlig

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

J4KOB

Antwort löschen

War auch mein erster Gedanke, aber von der Vorhersehbarkeit mal abgesehen, macht der Film kaum was falsch.
Ich hab ihn erst bei der Zweitschätzung schätzen gelernt, als ich nicht mehr so auf den offensichtlichen Ausgang konzentriert war.


Sandsturm

Antwort löschen

Bei mir war es umgekehrt. Ich habe die zweite Sichtung geschätzt, WEIL ich erst da den alles andere als offensichtlichen Ausgang kannte. =)