Borrowed Time - Seht das atemberaubende Herzensprojekt zweier Pixar-Mitarbeiter

21.10.2016 - 18:00 Uhr
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Borrowed Time
© Quorum Films/Lou Hamou-Lhadj/Andrew Coats
Borrowed Time
Pixars Kurzfilme stehen für berührende, liebevolle Geschichten. Zwei Trickfilmer des Studios haben nun in Eigenregie einen Kurzfilm geschaffen, der weit erwachsener ist als alles, was das Studio selbst hätte machen können. Der Titel: Borrowed Time.

Es ist kein Pixar-Kurzfilm, aber ein Kurzfilm mit Pixar-Wurzeln. Lou Hamou-Lhadj und Andrew Coats sind Mitarbeiter des berühmten Studios von Die Monster AG, Wall-E und Merida - Legende der Highlands und haben als Freizeitprojekt ein kleines, herzzerreißendes Meisterwerk erschaffen. Borrowed Time heißt der Kurzfilm, der zwar seit 2015 auf Festivals gezeigt wird, aber erst diese Woche öffentlich verfügbar gemacht wurde. Über die Zeit hat er zahllose Auszeichnungen errungen. Er ist in seiner Schwermütigkeit und Gewalt definitiv nichts für Kinder.

Die Geschichte ist zugleich düster, tieftraurig und hoffnungsvoll. Zentrum der Handlung ist ein des Lebens müder Sheriff, mehr sei hier aber auch nicht verraten. Im Interview mit The Verge  verrieten die beiden Regisseure und Pixar-Animationskünstler, warum sie sich mit ihrem Projekt von den typischen Produktionen ihres Studios distanzieren:

Animation, die auf physischen oder komödiantischen Grundlagen basiert, macht sehr viel Spaß, auch, sich Posen und interessante Zwischenphasen auszudenken. Aber wir hatten das irgendwie ziemlich erschöpft. Wir wollten uns mit etwas beschäftigen, mit dem wir es bei unserer Arbeit nicht zu tun bekommen.

Hier könnt ihr euch Borrowed Time ansehen:


Laut Coats und Hamou-Lhadj war es kein großes Problem, ihre Geschichte mit dem großen Pixar-Plan zu vereinen. Sie mussten lediglich sicherstellen, dass die Handlung und Charaktere nicht mit den geplanten Projekten kollidierten. Den Zeitplan für sich selbst zu erstellen, war da schon ein größeres Problem. Ganze zweieinhalb Jahre verbrachten die beiden Freunde nur mit Charakter-Design, dem Ausarbeiten einer groben Story und Grundanimationen. Mit der Zeit kam noch neue Pixar-Technologie ins Spiel, die dem Interview zufolge den Animationsprozess unglaublich erschwerte. Sorgenkind war hier unter anderem die neue, realistische Art, Wasser zu animieren. Diese fand bei Pixars Arlo & Spot Verwendung.

Mit rund 80 freiwilligen Helfern, vielen Überstunden und großer Leidenschaft wurde Borrowed Time aber letztendlich doch fertig. Der einzige große Budgetpunkt sollte Komponist Gustavo Santaolalla werden, doch die Investition lohnte sich. Borrowed Time tut der Ausbruch aus der Pixar-Wohlfühlzone gut und lässt auf weitere solcher Projekte hoffen.

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