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Deutscher Autor klagt

Niki Lauda-Biopic Rush wird rechtlich ausgebremst

12.04.2012 - 15:00 Uhr
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Daniel Brühl muss um sein erstes großes Hollywooddebüt bangen.
© Universal Pictures
Daniel Brühl muss um sein erstes großes Hollywooddebüt bangen.
Obwohl die Dreharbeiten zu Rush gut vorangingen, könnte es sein, dass der Film wegen eines Rechtsstreits auf unbestimmte Zeit nicht ins Kino kommt. Ein deutscher Autor klagt, weil Niki Lauda ihm die Rechte an seiner Lebensgeschichte zugesichert hatte.

Daniel Brühl wird wohl vorerst auf die Bremse treten müssen. Viel konnten wir euch zu Rush – Alles für den Sieg noch nicht berichten. Erste Produktionsbilder zu dem Formel 1-Film tauchten vor kurzer Zeit auf, doch jetzt ist fraglich, wann wir entsprechendes Bewegtmaterial zu Gesicht bekommen. Denn Rennsportlegende Niki Lauda, der die Rechte an seiner dramatischen Geschichte an Regisseur Ron Howard, Autor Peter Morgan und Universal Pictures abgab, wurde jetzt in einen Rechtsstreit verwickelt. Ein deutscher Autor will die Rechte an dem Stoff gehabt haben und siegte gerade vor dem Berliner Landgericht.

Es ist aber nur ein Teilsieg, wie die Welt berichtet. Niki Lauda darf vorerst nicht mehr behaupten, dass er nie mit dem Autor und TV-Produzent Hannes M. Schalle zusammenarbeiten wollte. Der hatte 2009 die Dokumentation Aus eigener Kraft ins Fernsehen gebracht, die auf Laudas Autobiographie Meine Story basiert. Hinterher legte er dem Formel 1-Weltmeister ein Drehbuch für einen TV-Film mit dem an RTL- oder Pro7-Produktionen erinnernden Titel 33 Tage: zur Hölle und zurück vor. Nur kurz darauf bekam Niki Lauda aus den USA ein Angebot für einen von Ron Howard (Frost/Nixon) gedrehten Film. Das Drehbuch schrieb Peter Morgan, der Howard das Skript für Frost/Nixon geliefert hatte. Auch das bejahte er. Dummerweise, denn Rush bearbeitet die gleiche Geschichte wie das Drehbuch von Hannes M. Schalle.

Sowohl in Rush als auch dem anderen Film geht es um die Saison 1976, in der die Formel 1-Götter Niki Lauda (Daniel Brühl) und James Hunt (Chris Hemsworth) ihre Rivalität auf dem Nürburgring austrugen. Damals wurden Rennfahrer noch wie Rockstars behandelt und James Hunt verhielt sich tatsächlich wie einer. Der englische Partylöwe und Frauenheld war charakterlich das Gegenteil seines methodischen Konkurrenten Niki Lauda. Im Film wird es unter anderem um den Unfall des Österreichers Niki Laudas gehen, bei dem er starke Verbrennungen erlitt und die ihn für Monate fahrunfähig machten. Nichtsdestotrotz trat er später noch einmal gegen James Hunt an. Neben Daniel Brühl und Chris Hemsworth werden auch Russell Crowe (Cameo), Olivia Wilde (Dr. House) als Supermodel Suzy Miller und Alexandra Maria Lara mit noch unbekannter Rolle dabei sein.

Der Film ist für 2013 angesetzt, aber mit dem Rechtsstreit könnte sich der Kinostart nach hinten verschieben. Probleme können sich vor allem durch die Tatsache ergeben, dass das deutsche Drehbuch damals noch vor dem von Peter Morgan bei der Writers Guild of America registriert wurde. Es lag kein Exklusivvertrag mit Niki Lauda vor, weshalb der neue Film auch keinen solchen verletzen kann. Hannes M. Schalle sieht aber die Möglichkeit eines Plagiats seiner Story, was die Gerichtssache in die Länge zieht. Hinzu kommt, dass Universal nun eine Gegenklage gestartet hat. Wir werden sehen, wann Daniel Brühl jemals über die große Leinwand rasen wird.

Was haltet ihr vom Rechtsstreit zu Rush? Lächerlich?

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