Wie gut ist Wednesday? Die neue Fantasy-Serie lohnt sich trotz altbekannter Netflix-Schwächen

24.11.2022 - 10:00 UhrVor 10 Tagen aktualisiert
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Jenna Ortega in WednesdayNetflix/MGM
Wednesday mit Jenna Ortega stammt aus dem Addams Family-Universum. Die Fantasy-Serie überzeugt mit Harry Potter-Elementen, einem spannenden Crime-Plot und ihrer Hauptdarstellerin, hat aber auch Schwächen.

Netflix sucht seit Jahren nach dem großen Fantasy-Wurf, einem Franchise, das mit Harry Potter, Herr der Ringe oder Game of Thrones mithalten kann. Versuche wie Fate: The Winx Saga, The Witcher oder Cursed - Die Auserwählte waren entweder kurzlebig, sind von Chaos geplagt oder scheiterten direkt nach Staffel 1. Heute startet mit Wednesday eine neue Fantasy-Serie bei dem Streamingdienst. Sie macht vieles, wenn auch nicht alles, richtig. Ob sich die 8 Folgen lohnen, erfahrt ihr hier im spoilerfreien Kurzcheck.

Worum geht es in Wednesday?

Wednesday - S01 Trailer (Deutsch) HD
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Wednesday stammt aus dem Addams Familiy-Universum, in dem Comics, (Animations)Serien und die zwei Filme von Barry Sonnenfeld entstanden sind: Die Addams Family und der noch bessere Die Addams Family in verrückter Tradition aus den Neunzigern. Der Addams-Clan zeichnet sich durch seine Hingabe an das Morbide, das Quälende und das Düstere aus. Die Familie besteht aus den Oberhäuptern Morticia und Gomez und den Geschwistern Pugsley und ... Wednesday. In den zwei Filmen wurde letztere von Christina Ricci verkörpert. In der Netflix-Serie übernimmt Jenna Ortega das Zepter.

Ihre Wednesday handelt sich einen Schulverweis ein, nachdem sie die Mobber ihres Bruders an einen Schwarm Piranhas verfüttert. Daraufhin wird die Schülerin an die Nevermore Academy geschickt, ein Internat für Jugendliche mit besonderen Kräften, das bereits ihre Eltern besuchten. Dort lernt Wednesday nicht nur, ihre eigenen Kräfte zu beherrschen, sie muss auch einen Mord aufklären und sich finsteren Mächten stellen.

Was ist so gut an Wednesday?

Wednesday ist ein düsterer Goth-Krimi mit Fantasy- und Horror-Einlagen. Wenn ihr zum Beispiel die Harry Potter-Teile 2 bis 4 mochtet, werdet ihr auch an der Netflix-Serie Spaß haben: Magie, ein Internat in einem urigen Schloss und ein verrätselter Krimi-Plot. Denn in Nevermore geht ein Monster um, das Schüler:innen killt, ein bisschen wie der Basilisk in Die Kammer des Schreckens. Auch sonst werdet ihr viele Figuren entdecken, die 1 zu 1 der Hogwarts-Welt entrissen sein könnten (es gibt einen Ron und einen Neville).

Wednesday und ihr Gehilfe, das eiskalte Händchen

Wednesday klärt die Morde in Sherlock Holmes-Manier auf, woraus sich eine extrem unterhaltsame Mischung ergibt. Das große Highlight der Serie ist aber Jenna Ortega. Der Stars aus You Staffel 2, Scream und zuletzt X könnte hier den ganz großen Durchbruch schaffen. Die Darstellerin kitzelt aus ihrer zynischen, emotionslosen, aber extrem kompetenten Hauptfigur großartige Comedy-Momente heraus. Und wenn Wednesday Sherlock ist, muss es auch einen Watson geben: Diese Rolle übernimmt das Eiskalte Händchen – eine treue, abgetrennte, fünffingrige Extremität mit Bewusstsein, siehe Bild.

Was sind die Schwächen von Wednesday?

Dass wir das bisher noch nicht erwähnt haben, ist kein Zufall: Meisterregisseur Tim Burton (Edward mit den Scherenhänden) inszenierte die ersten 4 Episoden und war damit maßgeblich für die Gestaltung der ersten Staffel zuständig. Nur: Davon merkt man wenig. Wednesday wirkt, wie so viele Fantasy-Produkte von Netflix, eilig fertiggestellt. Es fehlte offenbar an Zeit und vor allem ausreichend Budget, um eine tiefe, atmende Fantasy-Welt zu erschaffen. Gerade bei einem detailverliebten Regisseur wie Tim Burton tut dieses Urteil weh.

Die ersten 8 Folgen Wednesday könnt ihr ab sofort bei Netflix streamen.

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